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Autor Thema: Gravierende Mängel: Bremerhavener Pflegeheim in der Kritik  (Gelesen 17549 mal)
hgjannes
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Beiträge: 1


« Antworten #32 am: 07. September 2011, 18:25 »

Das liest sich ja wie ein Krimi. Mir verschlägt es die Sprache.
Was muß noch alles passieren, damit die "Alten" aufstehen und sich dagegen wehren.
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« Antworten #31 am: 29. August 2011, 15:20 »

Die neuen Chefs der Hansa-Gruppe

Marcus Schiermann und Steffen Krakhardt wollen Seniorenheime modernisieren und neu strukturieren


In einem am 27.08.2011 im Bremer Weser-Kurier erschienenen Artikel werden "Ross und Reiter" sowie weitere Hintergründe zur Übernahme der Hansa-Gruppe beschrieben.

Nicht erwähnt wird allerdings, dass IMMAC seine Immobilienfonds mit "6,5 % p.a. monatliche Auszahlung auf 8 % steigend!" bewirbt. [Quelle: http://www.pflegeimmobilien.de/]

Der Gründer der IMMAC Firmengruppe, Marcus Schiermann, mit seiner Schiermann Stiftung:
„Unser Ziel ist es, Pflegebedürftigen ein besseres Zuhause im Alter zu geben. Eine würdige und liebevolle Betreuung der Pflegeheimbewohner wird nur durch den hohen Einsatz der Pflegerinnen und Pfleger ermöglicht. Doch der Spielraum für Betreuung und qualitativ hochwertige Pflegeleistungen wird immer kleiner. Wir leisten mit den Mitteln der Stiftung und des Fördervereines einen Beitrag dazu, diese Situation zu verbessern sowie die Kreativität und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege zu finanzieren.“
[Quelle: http://www.schiermann-stiftung.de]



KOMMENTAR:
Da kann sich Jede(r) seine Gedanken machen, was man davon halten kann!  Erst werden hohe Gewinne aus den Heimen rausgezogen (womit werden die wohl erwirtschaftet?!) und dann sollen über die Stiftung SPENDEN (!) und Zustiftungen eingeworben werden, die helfen sollen die "Situation zu verbessern sowie die Kreativität und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege zu finanzieren" ...



ERGÄNZUNG / Sitzverlegung innerhalb weniger Monate ... :

12.07.2011: von Oldenburg nach Hamburg
ANTARIS health care Holding GmbH, Gesellschafterversammlung beschließt Änderungen bzgl. des Gesellschaftsvertrages in § 1 (Sitz) und Sitzverlegung von Oldenburg (bisher: Amtsgericht Oldenburg, HRB 205370) nach Hamburg beschlossen.
Quelle: https://www.unternehmensregister.de/ureg/result.html;jsessionid=5AD8C89E04C87CE460EBAA0C75EED2A3.www02-1?submitaction=showDocument&id=7371324

16.02.2011: von Hamburg nach Oldenburg
ANTARIS health care Holding GmbH, Gesellschafterversammlung beschließt Änderungen bzgl. Gegenstand des Unternehmens und Änderung der Firma, des Unternehmensgegenstandes sowie die Sitzverlegung von Hamburg (bisher Amtsgericht Hamburg HRB 115808) nach Oldenburg ...
Quelle: https://www.unternehmensregister.de/ureg/result.html;jsessionid=5AD8C89E04C87CE460EBAA0C75EED2A3.www02-1?submitaction=showDocument&id=6820042
und: https://www.unternehmensregister.de/ureg/result.html;jsessionid=5AD8C89E04C87CE460EBAA0C75EED2A3.www02-1


* WK110827_neue Chefs_Hansa-Gruppe.jpg (537.34 KB, 1200x1377 - angeschaut 198 Mal.)
« Letzte Änderung: 10. Oktober 2011, 14:18 von admin » Gespeichert

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« Antworten #30 am: 23. August 2011, 14:17 »

„Arbeitsplätze sind sicher“

Bremerhaven. Die Unternehmensgruppe der Immac Holding AG aus Rendsburg sowie eine Kooperation der Hamburger Antaris health care group und der Azurit-Gruppe aus Rheinland-Pfalz werden die drei insolventen Hansa-Heime in der Seestadt zum 1. November übernehmen. Was wird sich damit für das Pflegezentrum und Seniorenheim am Bürgerpark sowie das Marie-von-Seggern-Heim ändern? Darüber sprach mit Immac-Finanzvorstand Jan Lucht und dem Geschäftsführer aller neuen Hansa-Firmen, Steffen Krakhardt, Redakteurin Denise von der Ahé.

Werden die Hansa-Heime ihre Namen behalten?

Lucht: Immac erwirbt über eine Objektgesellschaft lediglich die Immobilien, stellt Investitionsbudgets zur Verfügung und verpachtet die Immobilien langfristig an den Betreiber. Dieser bleibt die Hansa. Der Sitz der neuen Betreibergesellschaften ist weiterhin die Zentrale in Oldenburg. Am Außenauftritt der Gesellschaften wird sich nichts ändern. Die neu gegründete Trägergesellschaft „Hansa Seniorenzentren Bremerhaven GmbH“ wird die drei Einrichtungen in der Seestadt betreiben. Steffen Krakhardt übernimmt die Geschäftsführung dieser Trägergesellschaft.

Wie viel werden Sie in die drei Heime investieren?

Lucht: Geplant sind fast vier Millionen Euro. Mit 3,5 Millionen Euro werden wir den Löwenanteil für eine Generalsanierung des Marie-von-Seggern-Heims nutzen. Dort gibt es erhebliche Investitionsrückstände. Langfristig hätte das Haus mit der jetzigen baulichen Qualität nicht gehalten werden können. Vom Abriss bis zum Neubau haben wir alles diskutiert und sind zum jetzt optimalen Ergebnis gekommen. Alle Nasszellen, Bäder und Gemeinschaftsräume werden nach den planerischen Vorgaben der neuen Hansa-Führung saniert. Das bringt eine deutliche Qualitätsverbesserung für die Bewohner und eine langfristige Sicherung des Standortes.

Krakhardt: Das Seniorenheim am Bürgerpark soll dann in einem zweiten Schritt saniert werden. Die finanziellen Mittel dafür sind bereits sichergestellt.


23 Mitarbeitern ist während des Insolvenzverfahrens in einem Interessensausgleich gekündigt worden. Müssen weitere Beschäftigte um ihre Jobs bangen?

Krakhardt: Nein, alle Arbeitsplätze in Bremerhaven sind gesichert. Kein Mitarbeiter muss sich Sorgen um seinen Job machen.

Müssen die Mitarbeiter auf Gehalt verzichten?

Lucht: Nur soweit das schon mit den Beschäftigten vereinbart wurde. Ende des vergangenen Jahres hatte die weit überwiegende Zahl aller Hansa-Mitarbeiter erklärt, künftig auf das Weihnachtsgeld zu verzichten. Dieses war schon vor der Hansa-Insolvenz seit Jahren wirtschaftlich nicht mehr gesichert.

Die Hansa-Heime standen in der Vergangenheit wegen mangelnder Pflegequalität in der Kritik. Wie wollen Sie das Image verbessern?

Krakhardt: Wir werden das Qualitätsmanagement verbessern und ein strengeres Controlling einführen. Auch mit Hilfe der ein oder anderen Veränderung in den Abläufen werden wir dafür Sorge tragen, dass die Qualität in allen Einrichtungen gut bis sehr gut ist.

Welche neuen Ideen bringen Sie mit?

Krakhardt: Im Marie-von-Seggern-Heim wird es ein Spezialangebot im Bereich Demenz geben. Mehr möchte ich derzeit noch nicht verraten. Wir wollen die neuen Konzepte erst gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickeln.

Hansa-Pflegeheime
Der neue Hansa-Konzern betreibt in Bremerhaven das Pflegezentrum (162 Pflegeplätze) sowie das angeschlossene Seniorenheim am Bürgerpark (32 Plätze). Auch das Marie-von-Seggern-Heim gehört dazu. Dort gibt es aktuell 118 Bewohnerplätze, nach der Sanierung sollen es voraussichtlich noch rund 90 sein.

Quelle: NORDSEE-ZEITUNG.de, 23.08.2011
« Letzte Änderung: 23. August 2011, 14:19 von admin » Gespeichert

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« Antworten #29 am: 23. August 2011, 13:40 »

Die Bremerhavener Hansa-Heime sind verkauft

Unternehmensgruppe aus Rendsburg gibt rund 62 Millionen Euro für neun Häuser des insolventen Altenheimbetreibers aus


VON MARKUS KATER

BREMERHAVEN. Die Unternehmensgruppe Immac Holding AG aus Rendsburg, deren Tochterfirma Antaris health care und die Azurit-Gruppe aus Rheinland-Pfalz haben die Hansa-Heime in Bremerhaven und weitere Einrichtungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gekauft.

Das hat das Unternehmen am Freitag bekannt gegeben. Der Kaufpreis beträgt nach Angabender Immac Holding rund 62 Millionen Euro. Sie hat die Immoblien erworben. Die beiden anderen Unternehmen sollen die Einrichtungen betreiben. ...

Quelle: NORDSEE-ZEITUNG.de, 20.08.2011



Thomas Roths Immac kauft neun Hansa-Immobilien
Quelle: http://www.immobilien-zeitung.de



Zitat von: IMMAC-Pressemitteilung
Immac erwirbt für 62 Millionen Euro Hansa-Immobilien. "Wir sind für den wachsenden Bedarf vorbereitet"
Hamburg, den 19. August 2011 * Die Rendsburger IMMAC Holding AG, die auf Sozialmmobilien spezialisiert ist, hat jetzt neun Pflegezentren und Wohnanlagen der Oldenburger HANSA-Gruppe erworben. Die Objekte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachen, Bremen und Bremerhaven wurden für einen Kaufpreis von rund 62 Millionen Euro erworben. In den Häusern bestehen 790 Pflegeplätze und 309 betreute Wohnungen. IMMAC wird für Umbauten und die technische Optimierung der Immobilen weitere 7,5 Millionen Euro investieren.

Mit dem Kauf der Immobilien ist IMMAC Hauptfinanzier eines Konsortiums, bestehend aus der Hamburger Antaris health care group und Gesellschaftern der Eisenberger Azurit-Gruppe, das die Betriebe der HANSA-Gruppe übernimmt. „Das ist ein erstklassiges Immobilieninvestment“, sagt Thomas F. Roth, Vorstandsvorsitzender der IMMAC Holding. 35 bis 40 Millionen Euro Eigenkapital investiert IMMAC. „Das ist Eigenkapital, das in der Folge über verschiedene Fonds der IMMAC refinanziert wird“, sagt Roth. Der Übergang der Immobilien wird zum 1. November 2011 erfolgen. IMMAC hat mit dem neuen HANSA-Konzern Pachtverträge über 25 Jahre abgeschlossen.

Die vor 15 Jahren gegründete IMMAC hat sich in den letzten Jahren als Emissionshaus zum Marktführer im Segment Sozialimmobilien entwickelt. IMMAC kauft und verpachtet langfristig stationäre Pflegeheime, Kliniken und betreute Wohnanlagen und hat mit über 50 Fondsemissionen rund eine Milliarde Euro in ihre Einrichtungen investiert.

"Mit dem Erwerb der Immobilien der HANSA-Gruppe sind wir für den wachsenden Bedarf an Plätzen in Seniorenheimen vorbereitet", erläutert Thomas F. Roth den Deal. "Studien belegen, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland jährlich 10.000 bis 12.000 zusätzliche Betten benötigt werden."
Quelle: http://www.immac.de/index.php?seite=presse&useite=mitteilungen&mitteilung=0&fsize=1


* NZ_BRHV110820_Hansa-Heime verkauft.jpg (62.48 KB, 800x329 - angeschaut 71 Mal.)
« Letzte Änderung: 23. August 2011, 14:08 von admin » Gespeichert

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« Antworten #28 am: 22. August 2011, 14:28 »

Pflegeheime Mitarbeiter verzichten auf Weihnachtsgeld – 1600 Stellen sind sicher

Die Oldenburger Hansa-Gruppe ist seit März im Insolvenzverfahren. Die neuen Eigentümer streichen den Beschäftigten das Weihnachtsgeld. ...

Quelle: http://www.nwzonline.de/Region/Artikel/2493383/70-Millionen-fuer-Hansa-Gruppe.html, 07.12.2010
« Letzte Änderung: 22. August 2011, 14:29 von admin » Gespeichert

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« Antworten #27 am: 03. September 2010, 17:02 »

Gläubiger der HANSA-Gruppe akzeptieren Sanierungsplan
Übernahme durch IMMAC Unternehmensgruppe bereits zum 01.10.2010 vorgesehen


Oldenburg. „Der Verlauf der ersten Gläubigerversammlungen im Insolvenzverfahren über die Unternehmen der HANSA-Gruppe lässt bereits erkennen, dass alle Gläubigergruppen den vorgestellten Sanierungsplan für die gesamte Hansa-Gruppe mittragen“, so die Insolvenzverwalter Edgar Grönda und Detlef Stürmann von Schultze & Braun nach den Terminen heute Morgen beim Amtsgericht Oldenburg. Dort hatten sie der anwesenden Gläubigergemeinschaft das Konzept eines Erwerbes des Immobilienbestandes und der vollständigen Betriebsübernahme durch die IMMAC Unternehmensgruppe vorgestellt. Die Gläubiger stimmten der Umsetzung dieses Sanierungskonzeptes ebenso zu wie der Betriebsfortführung bis zum Abschluss der Verhandlungen. „Ich sehe dies als wichtiges Signal auch für die nachfolgenden Gläubigerversammlungen in den weiteren 14 schwebenden Insolvenzverfahren der anderen Gruppenunternehmen in den kommenden Tagen“, so Insolvenzverwalter Grönda.

Der Übernahmeprozess (due diligence) ist in den letzten Wochen schon weit vorangekommen. Die zur Vorbereitung des Vertragsschlusses notwendigen Analysen zum technischen Zustand der Eigentumsimmobilien sind bereits ebenso abgeschlossen wie die betrieblichen Prüfungen vor Ort sowohl zur Pflegequalität und Betriebsorganisation als auch zur Markt- und Wettbewerbssituation der betroffenen 18 Einrichtungen der Gruppe in Nordwestdeutschland. Erste Vertragsentwürfe liegen ebenfalls vor. Zum Abschluss gebracht werden müssen allerdings noch die bereits aufgenommenen direkten Verhandlungen mit den Verpächtern der Pachtimmobilien. Realistisch erscheint nun ein Betriebsübergang zum Stichtag 01.10.2010.

Trotz der Insolvenzsituation sind gravierende Personalschnitte nach wie vor nicht Gegenstand des Reorganisationskonzeptes. „Wir werden nur in den ehemals kommunalen Bremerhavener Einrichtungen nicht alle Arbeitsplätze halten können, weil die aktuelle Auslastung das nicht hergibt. Mit dem Betriebsrat werden wir aber einen Weg zur sozialverträglichen Gestaltung des dort notwendigen Abbaus von voraussichtlich rd. 25 Vollzeitstellen finden. Die übrigen Arbeitsplätze sind nicht betroffen“, ist Insolvenzverwalter Stürmann überzeugt. Die Gruppe beschäftigt insgesamt etwa 1.600 Mitarbeiter in 18 Gesellschaften.

Quelle: http://www.schubra.de/de/presseservice/, 16.08.2010
« Letzte Änderung: 04. September 2010, 17:59 von admin » Gespeichert

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« Antworten #26 am: 19. August 2010, 07:41 »

Pflege-Konzerne erholen sich

Bei Hansa-Gruppe und der Diakonie herrscht wieder Zuversicht

Ein Investor übernimmt alle Einrichtungen der Oldenburger Hansa-Gruppe. Auch bei der Diakonie sei der Neubeginn gelungen, heißt es.

Quelle: http://www.nwzonline.de/Region


Der Bericht der NWZ ist unter dem o. a. Link nachlesbar
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« Antworten #25 am: 12. August 2010, 13:04 »

Erst Pflegeheim-Boom, jetzt Insolvenzgefahr

Zu großes Angebot sorgt für sinkende Belegungsquoten - Experten rechnen erst mittelfristig mit Marktbelebung
von Richard Haimann


Zitat
Trotz des härteren Konkurrenzkampfs setzen einige Investoren weiter auf Sozialimmobilien: Die Anlagegesellschaft Catella Real Estate hat für ihren neuen Immobilienfonds "Focus Health Care" in diesem Jahr als erstes Objekt ein neues Pflegeheim in Bremen erworben. TMW Pramerica hat gerade einen Spezialfonds über 49 Mio. Euro aufgelegt, der in fünf Pflegeresidenzen investiert.


Quelle: http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft

In dem Artikel wird auch auf Hansa und Caritas eingegangen



« Letzte Änderung: 12. August 2010, 13:06 von Multihilde » Gespeichert
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« Antworten #24 am: 04. Juni 2010, 13:19 »

Zitat von: radiobremenTV
Jobs in Bremerhaven gefährdet
Offenbar Investor für insolvente Hansa-Gruppe

Die Hansa-Gruppe aus Oldenburg, die im Nordwesten und auch in Nordrhein-Westfalen mehrere Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen betreibt, hat mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. 2009 hatte die gemeinnützige Gesellschaft Seniorenpflege- und Wohneinrichtungen in Bremerhaven übernommen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hatte berichtet, dass von mehreren Auflagen nur ein Drittel erfüllt wurden. Mitte März 2010 stand die Hansa-Gruppe vor dem finanziellen Aus. Dienstag wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Rund 1.600 Beschäftigte bangen weiter um ihre Jobs.

Ein auf die Sozialwirtschaft spezialisierter Investor aus Norddeutschland, dessen Namen die Insolvenzverwalter noch geheim halten, soll bei der Hansa-Gruppe einsteigen. Zusammen mit einem von der Geschäftsführung erarbeiteten Sanierungskonzept könnte das die Rettung für die gemeinnützige Gesellschaft bedeuten. Der neue Partner soll Immobilien kaufen und langfristig an die Hansa-Gruppe vermieten, und das zu günstigeren Konditionen.

160 Jobs auf der Kippe
Inwieweit der Sparkurs auch die Mitarbeiter betrifft, steht noch nicht endgültig fest. Zwar soll kein wesentlicher Personalabbau betrieben werden, so Insolvenzverwalter Detlef Stürmann. Treffen könnte es nach seinen Worten am ehesten die Mitarbeiter in den ehemaligen kommunalen Bremerhavener Einrichtungen. Bis zu 160 der insgesamt 1.600 Beschäftigten müssen demnach um ihre Jobs bangen. Ob die Hansa-Gruppe tatsächlich gerettet werden kann, wird sich Mitte August 2010 zeigen. Dann entscheiden die Gläubiger der 19 Unternehmen der Hansa-Gruppe über die Pläne. Bis dahin soll der Betrieb in allen Alten- und Pflegeeinrichtungen mit rund 1.200 Pflegeplätzen wie bisher weiterlaufen.
Quelle: http://www.radiobremen.de - 01.06.2010, 16:08 Uhr

Der reisende Insolvenzverwalter
Am Morgen war er in Oldenburg, am Nachmittag in Bremerhaven: Insolvenzverwalter Detlef Stürmann hat viel zu tun derzeit mit der Hansa-Gruppe, sie ist nicht mehr liquide. Mehr als 20 Seniorenheime gehören zum Konzern. In Bremerhaven gibt es zwei Heime und eine Altenpflegeschule, der Insolvenzverwalter gab sich dort optimistisch.

« Letzte Änderung: 04. Juni 2010, 14:27 von admin » Gespeichert

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« Antworten #23 am: 23. März 2010, 15:11 »

1600 Mitarbeiter in 20 Pflegeheimen bangen um ihre Jobs
Hansa-Gruppe meldet Insolvenz an

Quelle: www.weser-kurier.de -25.03.2010




Oldenburger Hansa-Gruppe ist insolvent

Bereits im vergangenen Jahr geriet die Hansa-Gruppe aus Oldenburg, die im Nordwesten und auch in Nordrhein-Westfalen mehrere Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen betreibt, in die Schlagzeilen. Die gemeinnützige Gesellschaft hatte Seniorenpflege- und Wohneinrichtungen in Bremerhaven übernommen - Vorwürfe über mangelnde Pflege waren laut geworden. Jetzt steht das Unternehmen kurz vor dem Aus. Vor dem Amtsgericht Oldenburg wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

1.200 Pflegeplätze in der Schwebe
Wie groß das Schuldenloch der Hansa-Gruppe ist, wollte Insolvenzverwalter Edgar Grönda auf Anfrage des Norddeutschen Rundfunks nicht verraten. Er müsse jetzt erst detaillierte Informationen sammeln. Unklar bleibt damit vorerst auch, ob die rund 19 Senioreneinrichtungen des Unternehmens geschlossen werden müssen. Würde in diesem Fall kein neuer Investor einspringen, fielen rund 1.200 Pflegeplätze weg. Es werde aber daran gearbeitet, dass der Betrieb normal weiterlaufen könne, so der Insolvenzverwalter. Die Voraussetzungen dafür schätzt er als durchaus positiv ein.

1.600 Beschäftigte betroffen
Bei der Hansa-Gruppe arbeiten nach seinen Angaben rund 1.600 Frauen und Männer. Das Unternehmen betreibt Altenheime, Seniorenwohnparks und Pflegezentren unter anderem in Oldenburg, Wilhelmshaven und Papenburg, in Bremen und in Nordrhein-Westfalen. Dazu kommen zwei Altenpflegeschulen in Oldenburg und Bremerhaven. Dort war 2009 ein Pflegezentrum der Hansa-Gruppe in die Schlagzeilen geraten. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hatte berichtet, dass von mehreren Auflagen nur ein Drittel erfüllt wurden.


Quelle: http://www.radiobremen.de - 23. März 2010, 11:47 Uhr



NORDSEE-ZEITUNG 24.03.2010
„Mitarbeiter haben Angst um Existenz“
Hansa: Insolvenzverwalter prüfen Sanierung




Hansa steckt wohl in Schwierigkeiten
Die Gruppe hat nach Gewerkschaftsangaben Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt


BREMERHAVEN/OLDENBURG. Die Oldenburger Hansa-Gruppe soll nach Gewerkschaftsangaben am Freitag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt haben. Die Gruppe ist Hauptgesellschafter der drei Bremerhavener Pflege-Einrichtungen Pflegezentrum am Bürgerpark, Seniorenheim am Bürgerpark sowie Marie-von-Seggern-Heim. In Nordwestdeutschland unterhält Hansa insgesamt 21 Heime und Altenpflegeschulen.

Gestern sollen die rund 250 Mitarbeiter der drei Einrichtungen informiert worden sein. Hilde Sacharow, Verdi-Gewerkschaftssekretärin, bestätigt, dies von Beschäftigten erfahren zu haben. „Ich habe gehört, dass die Mitarbeiter verunsichert sind“, sagte Sacharow. „Denn auf der Versammlung ist nichts weiter gesagt worden – außer, dass Insolvenzantrag gestellt wurde und sichergestellt sei, dass die Gehälter die nächsten drei Monate gezahlt werden können.“

„Nicht nur in Bremerhaven, sondern auch in Oldenburg sind die Beschäftigten der Hansa-Gruppe über den Insolvenzantrag und dessen Folgen informiert worden“, sagte gestern Ute Gottschaar, Tarifsekretärin im Verdi-Landesbezirk Niedersachsen/Bremen. Offenbar haben sich gestern am Verwaltungssitz der Gruppe in Oldenburg der mögliche Insolvenzverwalter mit der Geschäftsführung getroffen. Von der Hansa-Geschäftsführung war gestern keine offizielle Stellungnahme zu bekommen.

„Ich gehe davon aus, dass ein geordneter Betrieb weiterlaufen wird und alle Bewohner ordentlich weitergepflegt werden“, sagte Sozialdezernent Melf Grantz (SPD). Die NZ hatte über Missstände im Pflegezentrum berichtet. Der letzte Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung hatte ergeben, dass von 21 Auflagen der Kassen nur ein Drittel erfüllt wurde. (vda)

Quelle: NORDSEE-ZEITUNG, 23.03.2010, S. 9


* NZ_BRHV100323_Hansa-insolvent.jpg (49.4 KB, 800x376 - angeschaut 296 Mal.)

* NZ_BRHV100324_Hansa-insolvent.jpg (87.32 KB, 617x1200 - angeschaut 263 Mal.)
« Letzte Änderung: 30. März 2010, 16:03 von admin » Gespeichert

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« Antworten #22 am: 04. März 2010, 01:04 »

Wächteramt ernst genommen: Betreuer handeln im Heim
Zum Beispiel: der Betreuungsverein Bremerhaven


Zitat
...
Im  Januar 2009 zeigt der Geschäftsführer des Betreuungsvereins das Heim wegen Körperverletzung Schutzbefohlener an:

Ärzte eines Krankenhauses hatten unmittelbar nach Aufnahme einer Bewohnerin schwerste Dekubitusstellen entdeckt, die weder dem Betreuer noch den Angehörigen trotz konkreter Nachfragen mitgeteilt worden waren.

Das Heim verklagt daraufhin Hans-Josef Göers wegen Verleumdung, denn man bestreitet, dass es überhaupt einen Dekubitus bei der inzwischen verstorbenen Bewohnerin gab.

In einer großen Expertenrunde am Runden Tisch in den Räumen der Nordsee-Zeitung versucht Ende Januar 2009 die Redaktion Wahrheitsfindung im Diskurs. Der Geschäftsführer des Heimes gibt Mängel zwar zu, bezeichnet jedoch die „drastischen Vorwürfe“ als „schlichtweg falsch“.

Heimaufsicht und Medizinischer Dienst geben kein gutes Bild ab – die Redakteure zeigen sich erstaunt über die Art der Recherchen des MdK und das späte Handeln der Heimaufsicht.

...

Das Strafverfahren gegen das Heim jedoch wurde kürzlich eingestellt, da ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Gutachter die Betroffene einer Risikogruppe zuordnete und Pflegefehler nicht eindeutig feststellbar waren.

Das Verfahren gegen den Geschäftsführer dagegen wurde noch nicht eingestellt.
Dennoch ist Hans-Josef Göers bis heute überzeugt, dass „uns nach dem damaligen Stand der Dinge keine andere Wahl blieb, als eine strafrechtliche Würdigung des Vorfalls zu initiieren“.

Quelle: www.vgt-ev.de - Leuchtturm Nr. 6 · Februar 2010 · Herausgegeben vom Vormundschaftsgerichtstag e.V.


Den vollständigen Artikel können Sie hier herunterladen.

* LT_6_bremerhaven.pdf (754.18 KB - runtergeladen 153 Mal.)
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« Antworten #21 am: 09. September 2009, 10:00 »

„Jetzt lasst uns nicht hängen“
Hansa-Mitarbeiter demonstrieren vor der Stadtverordnetenversammlung – Rückkauf der Seniorenheime abgelehnt


Bremerhaven (vda/guh). Rund 35 Mitarbeiter der drei Hansa-Heime haben gestern vor der Stadtverordnetenversammlung demonstriert. Sie fordern mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen im Pflegezentrum und Seniorenheim am Bürgerpark sowie im Marie-von-Seggern-Heim. Die Stadt
wird die ehemals kommunalen Heime nicht zurückkaufen. ...

* NZ_BRHV090903_Hansa_baer.pdf (211.12 KB - runtergeladen 372 Mal.)
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« Antworten #20 am: 30. August 2009, 22:16 »

Strafanzeige gegen Hansa-Chefs
Bremerhaven (vda). Der Betriebsrat der drei Hansa-Heime hat Strafanzeige und Strafantrag gegen Geschäftsführer, Regional- und Heimleitung erstattet.


Der Arbeitgeber habe die Tätigkeit des Betriebsrates in strafbarer Weise behindert und gestört, teilte die Gewerkschaft Verdi in einem Schreiben an die Mitarbeiter mit. Laut Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen noch. Hansa-Regionalleiterin Dorothee Herting wollte zu dem Vorwurf keine Stellung nehmen. Die Oldenburger Hansa-Gruppe ist Hauptgesellschafterin des Pflegezentrums und Seniorenheims am Bürgerpark sowie des Marie-von-Seggern-Heims.

„Seit dem Verkauf der ehemals städtischen Seniorenheime an die Hansa-Gruppe haben sich die Arbeits- und Einkommensbedingungen dramatisch verschlechtert“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Hilde Sacharow. „Der Arbeitgeber droht mit Insolvenz. 35 Mitarbeiter sollten dazu gebracht werden, ihren Arbeitsplatz gegen Abfindung aufzugeben.“ Die Beschäftigten hätten dies aber abgelehnt.

„Hansa hält die Verträge nicht ein. Dabei wurde den Beschäftigten beim Verkauf vertraglich zugesichert, dass sie ihre Besitz- und Rechtsstände behalten“, so Sacharow weiter. In der Folge häuften sich die Arbeitsgerichtsprozesse zwischen Mitarbeitern und Arbeitgeber. Verdi ruft die Beschäftigten nun zu einer Protestkundgebung vor der Stadtverordnetenversammlung am 2. September auf. Dort soll über einen Antrag der Linken beraten werden. Sie fordern, dass die Stadt die Heime zurückkauft. Um 14.15 Uhr soll die Kundgebung vor dem Friedrich-Schiller-Haus in der Lloydstraße stattfinden. „Wir wollen zeigen, dass die Beschäftigten unter Existenzangst leiden“, sagte Sacharow.

Verdi fordert die Stadt auf, sich für die Rechte der Beschäftigten einzusetzen. Es habe sowohl Gespräche mit Verdi und Betriebsrat als auch mit den neuen Gesellschaftern gegeben, sagte Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD).

Der Magistrat habe einen Schiedsrichter vorgeschlagen. Verdi und Betriebsrat hätten jedoch den Gerichtsweg gewählt. „Aktuell sehe ich keinen Handlungsbedarf“, so Schulz. Nach der Gerichtsentscheidung zum Bestandsschutz der Mitarbeiter werde sich klären, ob die Stadt noch etwas tun könne.

Quelle: http://www.nordsee-zeitung.de, 30.08.2009
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« Antworten #19 am: 27. August 2009, 23:05 »

Hansa-Heim erfüllt Auflagen der Kassen nur teilweise

Bremerhaven (vda). Das Pflegezentrum am Bürgerpark muss weiter nachbessern: Der Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) hat ergeben, dass von 21 Auflagen der Pflegekassen nur ein Drittel erfüllt wurde.

Zwei Drittel wurden hingegen nur teilweise erfüllt. Nach Informationen der NORDSEE-ZEITUNG gehört die Versorgung bei Dekubitus, also wenn sich ein Bewohner wund gelegen hat, zu den Punkten, die nicht zufriedenstellend waren. Besser versorgt wurden hingegen Bewohner, die sturzgefährdet sind.

Das Pflegezentrum, deren Hauptgesellschafter die Hansa-Gruppe ist, hat bis Mitte September Gelegenheit, schriftlich Stellung zu nehmen. Dann folgt eventuell eine mündliche Anhörung, nach der die Pflegekassen entscheiden, welche Auflagen das Heim bekommt. Dass es erneut Vorgaben geben wird, gilt nach dem Prüfungsergebnis als sicher. Bis Ende Juni musste das Pflegezentrum bereits Auflagen der Pflegekassen erfüllen. Der MDK hatte das Heim daher Mitte Juli erneut geprüft – auch weil es erneute Beschwerden gegeben hatte.

„Wir sehen uns bestätigt, dass wir uns auf einem guten Weg befinden“, kommentierte Hansa-Regionalleiterin Dorothee Herting den Bericht. „Wenn ich die Probleme betrachte, mit denen wir tagtäglich zu kämpfen haben, haben wir ganz viel erreicht.“ Aufgrund der hohen Krankenstände gebe es allerdings noch strukturelle Probleme. Die Betreuung der Bewohner müsse noch besser organisiert werden, so Herting weiter. Auch müsse noch deutlicher dokumentiert werden, was der einzelne Mitarbeiter für die Bewohner tue. Herting: „Es gibt noch Verbesserungspotenzial, aber ich bin sicher, dass wir das mit der neuen Führungsmannschaft in absehbarer Zeit meistern können.“ Seit August leitet Claudia Sauer das Heim. Bereits seit Juni gibt es eine neue Pflegedienstleitung.

Quelle: http://www.nordsee-zeitung.de, 26.08.2009



MDK-Note 2,6 für das Pflegezentrum am Bürgerpark

Die MDK-Prüfung erfolgte nach Recherchen im "AOK Pflegenavigator" am 14. und 15. Juli 2009. Wie fragwürdig das Benotungssystem des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) ist, zeigt sich an der vergebenen Gesamtnote 2,6 "befriedigend" für das Pflegezentrum am Bürgerpark in Bremerhaven.

Nachfolgend ein Auszug der Details der Benotungen
(bestmögliche Note = 1, schlechtestmögliche Note = 5)
Zitat
- Werden die Nachweise zur Behandlung chronischer Wunden oder des Dekubitus (z. B. Wunddokumentation) ausgewertet und die Maßnahmen ggf. angepasst?  Note:  5

- Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Nahrungsversorgung durchgeführt?  Note:  5

- Werden erforderliche Maßnahmen bei Einschränkungen der selbständigen Flüssigkeitsversorgung durchgeführt?  Note:  5

- Kooperiert das Pflegeheim bei Schmerzpatienten eng mit dem behandelnden Arzt?  Note:  5

- Wird die Notwendigkeit der freiheitseinschränkenden Maßnahmen regelmäßig überprüft?  Note:  5

- Wird bei Bewohnern mit Demenz die Biographie des Heimbewohners beachtet und bei der Tagesgestaltung berücksichtigt?  Note:  5

- Wird das Wohlbefinden von Bewohnern mit Demenz im Pflegealltag ermittelt und dokumentiert und werden daraus Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet?  Note:  5

- Ist die Darbietung von Speisen und Getränken an den individuellen Fähigkeiten der Bewohner orientiert  Note:  5

Weitere Informationen zu dem Benotungssystem und den MDK-Qualitätsprüfungen der Pflegeeinrichtungen finden Sie hier:
http://www.mdk.de/1328.htm

Zur Kritik an diesem Benotungssystem finden Sie mehr u.a. unter:
- http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1061.0
- http://www.wernerschell.de/forum/


* MDK-Bericht_Hansa_Pflegezentrum am Bürgerpark_Brhv.jpg (40.71 KB, 800x656 - angeschaut 206 Mal.)
« Letzte Änderung: 23. März 2010, 19:26 von admin » Gespeichert

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« Antworten #18 am: 02. August 2009, 20:27 »

Keine Heimat für Alte

PFLEGE Das Pflegeheim am Bürgerpark in Bremerhaven stand wegen Mängeln in der Pflege in der Kritik. Nun wird geprüft, ob sie beseitigt wurden. Zweifel an der Qualität des Heims bestehen aber weiterhin.


Das Pflegeheim am Bürgerpark in Bremerhaven steht unter besonderer Beobachtung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK).

Das zur Oldenburger Hansa-Gruppe gehörende Heim war Anfang des Jahres massiv kritisiert worden. Vor allem der Bremerhavener Betreuungsverein hatte erhebliche Zweifel an der pflegerischen Qualität geäußert, von faulendem Obst auf den Zimmern war die Rede und Bewohnern, die trotz starker Schmerzen unversorgt blieben (die taz berichtete).

Eine Prüfung durch den MDK hatte diesen Eindruck bestätigt. MDK-Geschäftsführer Wolfgang Hauschild sagte: "Es gab erhebliche Mängel." Bei mehreren Bewohnern waren etwa Druckgeschwüre in einer Intensität festgestellt worden, die Folge mangelnder Pflege seien. Druckgeschwüre entstehen bei bettlägerigen Menschen, die lange nicht umgebettet werden.

Nach der MDK-Prüfung hatte das Pflegeheim am Bürgerpark bis Ende Juni Zeit, die Mängel abzustellen. Der dazu verfasste Bericht des Heims sei, so Hauschild, "ziemlich dünn und nicht so aussagekräftig, dass man sagen kann, jetzt ist alles klar". Der MDK werde das Heim unangemeldet erneut aufsuchen, um zu überprüfen, ob die Mängel tatsächlich abgestellt wurden. Sollte das nicht der Fall sein, kann das Heim geschlossen werden.

Der Geschäftsführer der Hansa-Gruppe, Matthias Winiarski, sagte, dem Anspruch "alles klar, alles gut, perfekt" könne ein Pflegeheim nie gerecht werden, es sei immer etwas zu tun. Der Prüfung des MDK aber sieht er gelassen entgegen, alle Mängel seien abgestellt.

Angesichts heftiger Einsparbemühungen bestehen aber Zweifel, ob das Pflegeheim am Bürgerpark dauerhaft ein guter Ort für alte Menschen ist. Der Bremerhavener Bürgerschaftsabgeordnete Walter Müller (Die Linke) beobachtet sinkende Qualität, seitdem das kommunale Heim auf Betreiben der Bremerhavener Großen Koalition 2005 privatisiert wurde. Zwar sei den Mitarbeitern garantiert worden, dass sie zu den gleichen Bedingungen weiterbeschäftigt würden, daran habe sich Hansa aber nicht gehalten, außerdem sei die Belegschaft stark reduziert worden.

Hilde Sacharow von der Gewerkschaft Verdi bestätigt, was Müller sagt: "Es gab von Anfang an Probleme mit Hansa." Gehälter wurden gekürzt, tarifvertragliche Lohnerhöhungen verweigert. Zur Zeit sollen 35 Mitarbeiter der Hansa in Bremerhaven Aufhebungsverträge unterschreiben, dabei gibt es laut Sacharow schon jetzt Engpässe.

An Winiarski prallen diese Vorwürfe ab. Das Heim könne man uneingeschränkt empfehlen, sagt er. Die Linkspartei ist sich da nicht so sicher und würde der Hansa das Heim am liebsten wieder nehmen. Im April hat die Fraktion deshalb einen Antrag auf Rekommunalisierung gestellt, sagt Müller. Er hofft, dass das Thema im August auf die Tagesordnung kommt. FEZ

"Es gab erhebliche Mängel, eine Reihe von Dingen war nicht in Ordnung."
Wolfgang Hauschild, Medizinischer Dienst

© taz Entwicklungs GmbH & Co. Medien KG, Vervielfältigung nur mit Genehmigung des taz Verlags

Quelle: www.taz.de - Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der taz - die tageszeitung und dem Autor Felix Zimmermann
« Letzte Änderung: 02. August 2009, 21:16 von admin » Gespeichert

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