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Autor Thema: BREMEN: Heimaufsicht ist personell schlecht aufgestellt  (Gelesen 12380 mal)
admin
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« Antworten #18 am: 07. Februar 2020, 20:39 »

Zitat
Bremer Heimaufsicht überlastet mit Regelprüfungen / Träger ignorieren laut Senat Belegungssperren

Die Situation in Bremen spitzt sich weiter zu


In Bremen ist ein heftiger Streit um die Arbeit der Heimaufsicht entbrannt. Patientenschützer monieren, dass Regelprüfungen so gut wie nie stattfinden. Und der Senat beklagt, dass Träger verhängte Belegungsstopps missachten. ...


[CAREkonkret, Nr. 6, 07.02.2020 - Seite 8 >>]

Quelle:  http://www.carekonkret.net/

* CK_06_2020_S8_Bremer-Heimaufsicht.pdf (1705.18 KB - runtergeladen 14 Mal.)
« Letzte Änderung: 07. Februar 2020, 21:03 von admin » Gespeichert

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« Antworten #17 am: 07. Februar 2020, 00:30 »

Stellungnahme des Sozialressorts mit Fehl-Information:

Zitat
Initiative Heim-Mitwirkung
Bremer Ressort kontert Heimaufsicht-Kritik


von Nina Willborn 03.02.2020


Die Initiative Heim-Mitwirkung äußerte Kritik gegenüber dem Sozialressort. Doch diese wehrt sich gegen die Kritik und begründet, weshalb sie den Forderungen der Initiative nicht nachgehen.

Gegen die Kritik der Initiative Heim-Mitwirkung an der Organisation der Wohn- und Betreuungsaufsicht wehrt sich nun das Sozialressort. Reinhard Leopold, Regionalbeauftragter der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA), hatte über vom Ressort „nicht angenommene“ Vorschläge gesprochen. Aus Ressortsicht würde es allerdings keine Entlastung für die Heimaufsicht darstellen, wenn wie vorgeschlagen künftig von der BIVA geschulte Nutzerbeiräte mit ihr zusammenarbeiten würden.1)

Dieses Angebot sei als wenig sinnvoll erachtet worden, erklärte Bernd Schneider, Sprecher von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Leopold hatte außerdem die Veröffentlichung der Ergebnisse der Kontrollen in Alten- und Pflegeheimen gefordert. Diese Pflicht gibt es aus Sicht der Behörde nicht.2)

Laut dem Heim- und Betreuungsgesetz müssten lediglich die Bewohner und Bewohnerinnen von Einrichtungen über die Ergebnisse der Prüfberichte informiert werden. Den vom hessischen Experten Volker Gussmann angenommenen Interessenkonflikt des Sozialressorts weist Schneider ebenfalls zurück: „Bei der Stadt als Kostenträger und der Aufsicht durch das Land handelt es sich um fachlich unabhängige Bereiche.“
Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bremer-ressort-kontert-heimaufsichtkritik-_arid,1894674.html



RICHTIGSTELLUNG

1) Es hat keinen solchen Vorschlag der BIVA gegeben. Der Vorschlag lautete dagegen tatsächlich, dass die BIVA die Schulungen der Nutzerbeiräte übernimmt und somit die Heimaufsicht entlastet, die dann eine Aufgabe weniger umsetzen muss.
2) Eine Veröffentlichungspflicht der Prüfergebnisse der Heimaufsicht und der Anbieter ist im aktuellen Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetz in den §§ 10 und 11 geregelt, [>>]

Die Forderungen der BIVA zur Entlastung der Bremer Heimaufsicht sind weiterhin:
  • Qualitäts-, Organisations- und Management-Beratung für Pflegeanbieter muss externen, unabhängigen, qualifizierten Beratern und entsprechenden Dienstleistern überlassen werden. Das schafft freie Personal-Kapazitäten bei der Heimaufsicht. Ergänzt werden sollte das durch die Aufforderung zur kurzfristigen Mängelbeseitigung und bei Nichterfüllung harter finanzieller Sanktionen.
  • Info-Veranstaltungen und Schulungen der Bewohnerbeiräte könnten an unabhängige externe Stellen ausgelagert werden, (z.B. die BIVA). Das schafft weitere freie Personal-Kapazitäten bei der Heimaufsicht.

    Außerdem fordert der BIVA-Pflegeschutzbund:
  • Veröffentlichung der Heimaufsicht-Prüfergebnisse
  • Veröffentlichung des tatsächlich eingesetzten Personals im Pflege- und Betreuungsbereich
  • Mitbestimmung statt Mitwirkung für pflegebetroffene Menschen in allen sie betreffenden Bereichen

    Weitere Informationen siehe http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=504.0


* Soz-Ressort-argumentiert-gegen_S11_wk_200204_print.jpg (236.57 KB, 421x854 - angeschaut 25 Mal.)
« Letzte Änderung: 07. Februar 2020, 15:41 von admin » Gespeichert

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« Antworten #16 am: 02. Februar 2020, 22:40 »

Zitat
Zu wenig Regelkontrollen in Heimen
Bremer Initiative fordert Pflegebericht


von Nina Willborn 01.02.2020

Neben den Fraktionen der Bürgerschaft kritisiert auch die Initiative „Heim-Mitwirkung“ die Situation in der Bremer Heimaufsicht. Diese hatte 2019 nur zwei von 192 Regelkontrollen in Pflegeheimen umgesetzt.

Nur zwei statt wie gesetzlich vorgeschrieben 192 Einrichtungen für alte oder behinderte Menschen sind wie berichtet im Jahr 2019 unangemeldet kontrolliert worden. Diese hohe Zahl an ausgebliebenen Regelüberprüfungen, die das Sozialressort mit der stark gestiegenen Zahl an Kontrollen aufgrund von Beschwerden begründet, halten nicht nur Abgeordnete aller Fraktionen, allen voran der CDU, für einen Zustand, der so nicht bleiben kann. Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) will die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht (Heimaufsicht) personell verstärken und hat für die Haushaltsverhandlungen den Bedarf an vier zusätzlichen Stellen angemeldet.

Reinhard Leopold von der Initiative „Heim-Mitwirkung“ und Regionalbeauftragter der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) kritisiert neben der aktuellen Situation die Organisation der Heimaufsicht, die er für „deutlich verbesserungswürdig“ hält. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Kontroll- und Aufsichtsbehörden gesetzliche Vorgaben einfach nicht erfüllen“, sagt er. Die BIVA habe der Sozialsenatorin bereits vor längerer Zeit Vorschläge unterbreitet, wie das Personal in der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht entlastet werden könne. Leopold: „Leider ist davon nichts angenommen worden.“

Leopold fordert ebenfalls die Veröffentlichung des Berichts über die Kontrollen der Aufsicht in den Pflegeheimen. Auch er ist im Wohn- und Betreuungsgesetz, dessen aktuelle Fassung Bremen Ende 2017 verabschiedet hatte, festgeschrieben. Was die Überprüfungen an sich angeht, hält Leopold die Regelkontrollen für unabdingbar. „Fakt ist, dass viele pflegebedürftige Menschen nicht in der Lage dazu sind, sich zu beschweren“, sagt er. Was an Beschwerden bei der Heimaufsicht tatsächlich gemeldet werde, „ist nur ein Bruchteil dessen, was in der Realität an Mängeln zu beklagen ist.“ Laut den Daten des Statistischen Landesamts lebten im Jahr 2017 in Bremen rund 24.000 pflegebedürftige Menschen – etwa 12.500 wurden in ambulanten oder stationären Einrichtungen betreut.

Kritik an der Struktur der Heimaufsicht übt der Experte Volker Gussmann. Der ehemalige Leiter des Fachbereichs Pflege bei der Hessischen Heimaufsicht arbeitet heute als Berater für Einrichtungen der stationären Altenhilfe. Er sieht in Bremen einen Interessenskonflikt. „Die zuständige Heimaufsicht ist dem Sozialdezernat unterstellt, also einem der Kostenträger. Das Problem haben wir auch in anderen Bundesländern, in denen die Heimaufsichten kommunalisiert sind“, sagt Gussmann. „Kommunen sind oft auch Heimträger und somit als Ordnungsbehörde nicht mehr wirklich unabhängig.“
Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bremer-initiative-fordert-pflegebericht-_arid,1894188.html



Veröffentlichung der Prüfberichte läßt bis heute auf sich warten

Bei der Erneuerung des Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes (BremWoBeG) hat der Gesetzgeber die nach dem alten Gesetz bestehende Pflicht zur Veröffentlichung der Prüfberichte der Heimaufsicht nun auf die Anbieter verlagert. Hintergrund dafür war laut Behörde die Befürchtung, dass Anbieter sich juristisch dagegen wehren könnten. Nun sind per neuem BremWoBeG die Anbieter selber zur Veröffentlichung Prüfberichte verpflichtet - aber niemand setzt das bislang durch.

Im § 10, Abschnitt 2 des aktuellen Bremer Heimgesetztes heißt es
"(2) Der Anbieter von Wohn- und Unterstützungsangeboten nach §§ 5, 6, 8 Absatz 3 und § 9 hat die Prüfberichte der zuständigen Behörde den Nutzerinnen und Nutzern, ihren Vertreterinnen und Vertretern, Interessentinnen und Interessenten, sowie der Interessenvertretung nach § 13 zur Kenntnis zu geben und bei Bedarf zu erläutern."

Als "Interessentinnen und Interessenten" dürften alle Bürger zu deuten sein, weil sich alle Menschen früher oder später mit dem Pflegethema beschäftigen müssen - entweder wegen eigener Pflegebedürftigkeit oder der in der Familie.

Aber auch die Heimaufsicht ist nach wie vor zur Veröffentlichung der Prüfergebnisse eigentlich per Gesetz verpflichtet. So heißt in § 11 des BremWoBeG:
"(2) Die zuständige Behörde erstellt Ergebnisberichte über die Prüfung von Wohn- und Unterstützungsangeboten nach §§ 5, 6, 8 Absatz 3 und § 9. Der Ergebnisbericht soll Angaben über die Feststellungen von Mangelfreiheit, geringfügigen Mängeln oder wesentlichen Mängeln zu folgenden Prüfgegenständen enthalten:

1. Wohnqualität und bauliche Sicherheit,
2. personelle Ausstattung,
3. Unterstützungsleistungen,
4. Mitwirkung und Mitbestimmung der Nutzerinnen und Nutzer,
5. hauswirtschaftliche Versorgung,
6. Information und Beratung,
7. Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft,
8. Gemeinschaftsleben und Alltagsgestaltung,
9. Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen und
10. Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt.

Außer den Namen des Leistungsanbieters und der Leitungspersonen soll der Ergebnisbericht keine personenbezogenen Daten enthalten. Der Leistungsanbieter sowie die Interessenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer nach § 13 bekommen nach Fertigstellung des Berichtes und vor dessen Veröffentlichung Gelegenheit zur Stellungnahme zu dem Prüfbericht."


Unbekannt ist, ob die Bewohnervertretungen tatsächlich informiert werden bzw. wurden und den Berichtsergebnissen zugestimmt haben. Und weiterhin warten wir alle auf die Veröffentlichung durch die Behörde ... wie lange eigentlich noch ... ?!

[siehe Bremisches Wohn- und Betreuungsgesetz >>]

Mehr unter http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1312.0
« Letzte Änderung: 07. Februar 2020, 00:12 von admin » Gespeichert

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« Antworten #15 am: 02. Februar 2020, 17:00 »

Zitat
Nur bei Anlass Kontrollen

Die CDU fordert ab sofort regelhafte Kontrollen von Pflegeheimen. Die gab's 2019 nämlich nicht

Von Simone Schnase - taz Bremen-Redaktion- 03.02.2020

Nachdem die Senatsantwort auf eine CDU-Anfrage vor gut zwei Wochen ergeben hat, dass 2019 in Bremer Pflegeeinrichtungen nur zwei von insgesamt 190 Regelprüfungen durch die bei der Sozialsenatorin angesiedelte Wohn- und Betreuungsaufsicht (Heimaufsicht) durchgeführt wurden, hat die CDU das Thema in der letzten Bürgerschaftssitzung erneut zur Debatte gestellt.

Sie forderte in einem Dringlichkeitsantrag den Senat auf, „unverzüglich ein Konzept vorzulegen, in welchem durch geeignete Maßnahmen dargestellt wird, wie der rechtswidrige Zustand fehlender Regelprüfungen abgestellt werden soll. Hierzu sind strukturelle wie personelle Sofortmaßnahmen darzustellen.“

Die Regierungsfraktionen lehnten den Antrag ab mit dem Verweis auf den Koalitionsvertrag, der ohnehin eine personelle Aufstockung der Wohn- und Betreuungsaufsicht vorsieht.

Das Sozialressort hatte vor gut zwei Wochen die mangelnden Kontrollen unter anderem auf einen hohen Krankenstand zurückgeführt. Außerdem hätten fehlende Regelprüfungen nicht bedeutet, dass die entsprechenden Heime nicht kontrolliert worden seien: Denn die Zahl der Fälle, in denen die Heimaufsicht durch Anlassprüfungen einer konkreten Beschwerde nachgegangen sei, habe sich stark erhöht.

„Regelprüfungen sind keine Anlassprüfungen“, kritsiert Reinhard Leopold von der Bremer Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“. Der Gesetzgeber habe festgelegt, dass es einmal jährlich eine Regelprüfung der Pflegeanbieter in Bremen geben müsse, „und dies gilt aktuell. Es ist nicht hinnehmbar, dass Kontroll- und Aufsichtsbehörden gesetzliche Vorgaben einfach nicht erfüllen.“

Regelkontrollen seien schon deswegen unverzichtbar, weil viele Missstände in Einrichtungen nicht gemeldet würden. Die anlassbezogenen Kontrollen bezögen sich also nur auf einen „Bruchteil dessen, was in der Realität an Mängeln zu beklagen ist.“
Quelle: https://taz.de/!5661547/



Zitat
Bürgerschaft
Debatte zur Kontrolle


von Nina Willborn 30.01.2020

Die CDU kritisiert die nicht erfolgten 190 Regelprüfungen in Bremer Pflegeheimen per Dringlichkeitsantrag. Die Regierungsfraktionen argumentieren mit der beantragten Aufstockung der Heimaufsicht.

Vier neue Stellen für die Heimaufsicht hat Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) weit oben auf ihrem Wunschzettel für die Haushaltsberatungen aufgeschrieben. Die CDU treibt die Zahl von 190 ausgebliebenen Regelprüfungen in Einrichtungen für alte oder behinderte Menschen – 192 hätte es im Jahr 2018 laut Gesetzestext geben müssen – weiterhin um. Sigrid Grönert, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, kritisierte in der per Dringlichkeitsantrag anberaumten Diskussion in der Bürgerschaft: „Die Heimaufsicht muss zwingend ihre Aufgabe der jährlichen Prüfung wahrnehmen.“ Die Sozialsenatorin behaupte zwar, alles im Griff zu haben – Grönert hegt jedoch starke Zweifel daran und hat bereits eine kleine Anfrage mit insgesamt 24 Detailfragen vorbereitet.

Die Vertreter der Regierungsfraktionen, die den Antrag ablehnten, halten die Lage ebenfalls für nicht gerade ideal, verweisen jedoch auf den Beschluss im Koalitionsvertrag und die Bemühungen des Ressorts, die Situation zu verbessern. „In der Sache liegen wir nicht weit auseinander“, sagte etwa Sofia Leonidakis, sozialpolitische Sprecherin der Linken. Die Zahl der Kontrollen nach Hinweisen auf mögliche Missstände lag bis Oktober 2018 bei 220. Bei ihnen überprüfe die Heimaufsicht neben dem Angezeigten auch andere Bereiche des jeweiligen Heims. Leonidakis: „Die Heimaufsicht hat nicht die ganze Zeit Däumchen gedreht.“ Auch Birgitt Pfeiffer, sozialpolitische Sprecherin der SPD, betonte, die Mitarbeiter der Heimaufsicht seien nicht zuletzt durch die stark gestiegene Zahl an Anlasskontrollen in den Heimen präsent, würden hingegen aber durch die Beantwortung der umfangreichen CDU-Anfrage von ihrer eigentlichen Arbeit abgelenkt. „Sie werfen sich hinter einen fahrenden Zug“, sagte sie an Grönert gerichtet.

Magnus Buhlert, sozialpolitischer Sprecher der FDP, hegte eher grundlegende Zweifel am 2017 veränderten Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetz. Als Gesetzgeber müsse sich das Parlament fragen, ob es bei dem Gesetz alles richtig gemacht habe, ob zum Beispiel der Prüfungszyklus richtig gewählt wurde. „Es kann die Bürgerschaft nicht zufriedenstellen, dass es ein Gesetz gibt, das nicht umgesetzt werden kann.“
Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-debatte-zur-kontrolle-_arid,1893783.html
« Letzte Änderung: 08. Februar 2020, 02:17 von admin » Gespeichert

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« Antworten #14 am: 27. Januar 2020, 18:58 »

Zitat
BIVA-Pflegeschutzbund fordert Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften

Bremen/Bonn. Schon seit einiger Zeit beobachtet der BIVA-Pflegeschutzbund mit Sorge, dass die Zahl der Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen sinkt. Jetzt hat eine parlamentarische Anfrage der CDU ergeben, dass 2019 nur zwei von mehr als 190 Pflegeheimen in Bremen regelhaft durch die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht geprüft wurden. Im Jahr davor hatte der NDR in einer eigenen Recherche über die fehlende Aufsicht und Kontrolle berichtet. Der BIVA-Pflegeschutzbund fordert, sofort die Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Qualitätsprüfungen in Pflegeheimen sicherzustellen.

Einmal jährlich muss jedes Heim laut Bremischem Heimgesetz durch die kommunale Aufsichtsbehörde besucht und kontrolliert werden. Gründe dafür, dass dies im letzten Jahr fast nicht geschehen ist, liegen offenbar im Personalmangel der Behörde und einem hohen Aufkommen an anlassbezogenen Prüfungen. In solchen Prüfungen geht die Aufsichtsbehörde konkreten Hinweisen auf Mängel nach.

„Anlassbezogene Prüfungen sind aus unserer Sicht kein Ersatz für die regelmäßigen Kontrollen“, sagt Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender des BIVA-Pflegeschutzbundes. „Es kann nicht sein, dass eine Prüfung davon abhängt, ob sich ein Betroffener traut, Missstände zu melden. Wir wissen aus unserer Rechtsberatung, dass viele Heimbewohner und ihre Angehörigen aus Angst vor Repressalien stillhalten.“ Zudem liege der Zweck der regelmäßigen Kontrollen auch in einer präventiven Wirkung, damit es gar nicht erst zu Missständen kommt. „Diese Entwicklung ist nicht im Interesse der Bewohner und ihrer Angehörigen. Der seit langem beklagte Personalmangel in kommunalen Aufsichtsbehörden darf nicht zu Lasten der Betroffenen gehen. Eine Abschaffung oder Verringerung der Prüfungen lehnen wir entschieden ab“, so Stegger.
Quelle: PM BIVA-Pflegeschutzbund, 24.01.2020

* PM_BIVA_Regelpruefungen_in_Bremer_Heimen_finden_nicht_statt_200124.pdf (402.5 KB - runtergeladen 8 Mal.)
« Letzte Änderung: 27. Januar 2020, 19:12 von admin » Gespeichert

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« Antworten #13 am: 17. Januar 2020, 19:10 »

Bremen Zwei "Der Tag" - 17.01.2020, ca. 14:40 Uhr

"Heimaufsicht Bremen kommt Regelprüfauftrag nicht nach"


Interview: Maike Evers-Schmidt | Moderation: Marion Cotta


Quelle: https://www.radiobremen.de/bremenzwei/ -
Mit freundlicher Genehmigung von Radio Bremen, Produktion 2020
« Letzte Änderung: 27. Januar 2020, 18:40 von admin » Gespeichert

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« Antworten #12 am: 16. Januar 2020, 15:37 »

BREMISCHE  BÜRGERSCHAFT - Landtag | Drucksache 20/232 (zu Drs. 20/152) 20. Wahlperiode  14.01.2020

Antwort des Senats  auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU  vom 12. November 2019
„Arbeitsfähigkeit der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht (WoBeA)
- Gewährleistung der gesetzlichen Regelprüfungen“


[Download >>]

Zitat
"Es ist zu beobachten, dass Einrichtungen verstärkt dazu übergehen, trotz ausgesprochener Belegungsstopps durch die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht Anordnungen zuwider zu handeln und weiterhin Bewohnerinnen bzw. Bewohner in den betroffenen Einrichtungen aufzunehmen. Rechtliche Auseinandersetzungen zwischen Behörde und Träger werden dabei offenbar billigend in Kauf genommen.  ..."

* 2020-01-16_Drs-20-232_78b73.pdf (60.96 KB - runtergeladen 16 Mal.)
« Letzte Änderung: 17. Januar 2020, 10:27 von admin » Gespeichert

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« Antworten #11 am: 15. Januar 2020, 17:18 »

Zitat
Sozialverband Deutschland
Sicherstellung der Kontrollen in Pflegeheimen gefordert

von Maurice Arndt, 15.01.2020

Bremen. Der Landesvorstand des Sozialverbandes Deutschland fordert den Senat auf, Kontrollen in Pflegeheimen sofort sicherzustellen. Das Wohn- und Betreuungsgesetz fordere, für die "körperliche und seelische Unversehrtheit" von Pflegeheimnutzern einzustehen. Vergangene Gesetzesverstöße, wie Gewalt in der Pflege oder hygienische Mängel, verdeutlichten die Wichtigkeit von Kontrollen, heißt es in einer Mitteilung. Kontrollen seien ein unverzichtbares Instrument, um sicherzustellen, dass ältere Menschen mit Würde und Respekt behandelt würden.
Quelle: www.weser-kurier.de, Seite 8



Siehe auch unsere Forderung vor längerer Zeit unter http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=2293.0 ... und ...

Bremer Heimaufsicht: Heimen und Heimaufsicht fehlt Personal [>>]
(Bericht aus 2011 !!!)



Folgender Kommentar eines ehemaligen erfahrenen Heimaufsichtsbeamten aus Hessen, dem die aktuelle Berichterstattung mit der Bitte um Kommentierung zugeschickt wurde:

Zitat
[14.1., 06:52] Gussmann: Hallo Herr Leopold, Ihre Nachricht habe ich gelesen. Die Kritik ist völlig zurecht, aber nich ganz ausreichend. Die zuständige Heimaufsicht ist dem Sozialdezernat unterstellt und somit einem der Kostenträger. Die Bremer Heimaufsicht muss diesem Dezernat entzogen werden, weil hier ein Interessenkonflickt besteht. Vielleicht können Sie darauf hinweisen. Das Sozialdezernat hat doch kein Intersse Mängel in Pflegeheimen festzustellen. Außerdem hat die Bremer Heimaufsicht keine Pflegekräfte die die Qualität der Pflege und Betreuung beurteilen und prüfen können. Eine Heimaufsicht die dem Sozialdezernat unterliegt ist praktisch immer in einem Interessenkonflickt. Das Problem haben wir auch in anderen Bundesländern in denen die Heimaufsichten kommunalisiert sind.

[14.1., 08:49] Leopold: Ist Ihre Einschätzung für Medien zitierfähig und darf ich die Kernaussage von Ihnen weitergeben?

[14.1., 08:59] Gussmann: Ja, natürlich, der Fehler am ganzen System ist, dass die Heimaufsichtsbehörden im Rahmen der Kommunalisierung den Kommunen unterstellt sind. Die Kommunen sind, wie die Pflegeversicherungen Kostenträger. Kommunen sind aber oft auch Heimträger und somit als Ordnungsbehörde nicht mehr wirklich unabhängig. Die Tatsache, dass das Bundesheimgesetz seit 2006 abgeschafft wurde hat den Ländern die Möglichkeit gegeben hier eigene Prioritäten zu setzen. Alte Menschen haben keine Lobby obwohl sie unseren Wohlstand erarbeitet haben.
« Letzte Änderung: 16. Januar 2020, 11:30 von admin » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 14. Januar 2020, 00:20 »

Zitat
Zu wenig Personal für Regelkontrollen
Parteien wollen mehr Kontrollen in Pflegeeinrichtungen

von Nina Willborn 13.01.2020

Die Lage in der Heimaufsicht ist schwierig: Im vergangenen Jahr wurden nur zwei Regelprüfungen durchgeführt. Das sorgt für Kritik in der Politik. Die Sozialbehörde hat mehr Stellen für die Kontrolle angemeldet.

Zu wenig Mitarbeiter für zu viele Kontrollen: Die große Zahl der ausgebliebenen Regelprüfungen in Einrichtungen für alte oder behinderte Menschen in den vergangenen beiden Jahren sorgt für Ärger in der Bremer Politik. Dass die personelle Lage der für die Qualitätskontrolle zuständigen Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht seit Langem angespannt ist, bestreitet auch Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) nicht und plant deshalb eine Aufstockung.

Die Zahl der Mitarbeiter sei zwar wie im Dezember 2018 beschlossen auf inzwischen neun plus eine volle Leitungsstelle aufgestockt worden. "Das ist eine positive Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren", sagte die Senatorin. Allerdings sei weiteres Personal nötig, "weil die Lage auf dem Pflegesektor mit ihren international operierenden Konzernen immer komplexer wird.“ Für den neuen Haushalt 2020/2021 hat das Ressort deshalb den Wunsch nach vier zusätzlichen Mitarbeitern für die Heimaufsicht angemeldet.

Laut der Antwort des Senats auf eine Anfrage der CDU-Fraktion, die dem WESER-KURIER vorliegt, waren insgesamt 190 der gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Kontrollen im vergangenen Jahr nicht erfolgt, in zwei Einrichtungen hatte es die Regelkontrollen gegeben. Anders sieht es bei den anlassbezogenen Kontrollen der Heime aus. Ihre Zahl steigt seit Jahren: Im Jahr 2017 waren es 210, bis Ende Oktober 2019 waren die Mitarbeiter der Heimaufsicht in 220 Fällen den Hinweisen auf mögliche Missstände nachgegangen.

Sigrid Grönert, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, hält die Situation für "skandalös". "Faktisch gibt es in Bremen die gesetzlich vorgeschriebene Heimkontrolle nicht", sagte sie. "Dabei sind diese Kontrollen in Pflegeeinrichtungen so wichtig, um die Würde und die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner zu sichern." Durch die regelmäßigen Kontrollen könnten Probleme aufgedeckt werden. Grönert: „Die Heimaufsicht fährt, wie die Feuerwehr, nur zum Löschen raus, statt präventive Schutzmaßnahmen durchführen zu können." Für die Pflegebedürftigen als auch für deren Angehörige als auch für die Kontrolleure, die aufgrund der hohen Arbeitsbelastung ihren Ansprüchen nicht gerecht werden könnten, sei die Situation "unhaltbar".

Die CDU-Fraktion werde zu diesem Thema einen Antrag für die kommende Bürgerschaftssitzung einbringen, kündigte die Abgeordnete an. "Wir wollen, dass uns die Sozialsenatorin darlegt, wie sie die Situation in den Griff bekommen will." Anja Stahmann wies Grönerts Vorwürfe, die Bremer Heime seien unbeaufsichtigt, zurück. „Solche Äußerungen sind maßlos und werden der Lage nicht gerecht“, sagte sie. So würden Ängste und Verunsicherungen geschürt.

„Die Kolleginnen und Kollegen gehen mit großem Engagement jedem Hinweis auf Mängel in Pflegeeinrichtungen nach.“ Alle 220 Beschwerden seien dem Gesetz entsprechend konsequent verfolgt worden und Mängel bearbeitet und bis zur Androhung von Schließungen verfolgt worden. Dass es immer mehr Beschwerden gibt, liegt laut Stahmanns Sprecher Bernd Schneider auch am anhaltenden Mangel an Fachkräften in der Pflege begründet.

Wenn sie aufgrund einer anlassbezogenen Kontrolle eine Einrichtung besuchten, sagte Stahmann, beurteilten die Mitarbeiter der Wohn- und Betreuungsaufsicht auch Abläufe und Dokumentationen der Prozesse insgesamt. „Formal ersetzt eine solche Anlassprüfung zwar die Regelprüfung nicht„, sagte Stahmann, “faktisch sichert sie aber gleichermaßen die schutzwürdigen Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner.“ Die personelle Ausstattung der Heimaufsicht reiche derzeit für mehr nicht aus.

Mehr Mitarbeiter für die Heimaufsicht fordern auch SPD, Linke und Grüne. Sofia Leonidakis, sozialpolitische Sprecherin der Linken, betonte: „Mehr Stellen zu schaffen, muss Priorität genießen. Gerade die anlasslosen und unangekündigten Kontrollen mit ihrem präventiven Charakter sind wichtig, denn nicht alle Beschwerden werden gemeldet.“ Auch Birgitt Pfeiffer, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, hält die aktuelle Situation für „nicht zufriedenstellend“. „Die Wohn- und Betreuungsaufsicht muss personell dazu in der Lage sein, auch unangekündigte Kontrollen durchzuführen“, sagte sie. „Das haben wir in den Koalitionsverhandlungen erfolgreich verankert.“

Ilona Osterkamp-Weber sieht ein „strukturelles Problem“ bei der Heimaufsicht. „Was sollen die neun Leute anstellen, wenn sie 220 Anlassprüfungen machen sollen?“, fragt die Sprecherin der Grünen-Fraktion für die Themen Pflege und Senioren. Wichtig sei aber die Aussage des Ressorts, dass den anlassbezogenen Beschwerden nachhaltig nachgegangen werde. „Parallel prüft ja auch der Medizinische Dienst der Krankenkassen die Häuser“, sagte sie, „und so weit ich weiß, wurden im vergangenen Jahr alle anstehenden Prüfungen auch geschafft.“

Magnus Buhlert, sozialpolitischer Sprecher der FDP, hält neben der Aufstockung des Personals auch eine mögliche Änderung der gesetzlichen Vorschriften für diskutabel. „Wenn man sich als Staat Aufgaben gibt, muss man sie auch erfüllen können“, sagte der Abgeordnete. „Man sollte kritisch fragen, ob die Instrumente wirksam sind, ob in der Praxis eine Überprüfung oder der Dialog mehr bringt.“ Der Bremer Regionalbeauftragte der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen, Reinhard Leopold, sieht es ähnlich. „Ich halte die Heimaufsicht von ihren Aufgaben und ihrer Organisationsstruktur her für deutlich verbesserungswürdig“, sagte er.
Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-parteien-wollen-mehr-kontrollen-in-pflegeeinrichtungen-_arid,1889352.html



Radio Bremen berichtete ebenfalls (ab ca. Minute 2:54):
Zitat
« Letzte Änderung: 16. Januar 2020, 10:52 von admin » Gespeichert

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« Antworten #9 am: 14. Januar 2020, 00:08 »

    Zitat
    13. Januar 2020.
    Viele Kontrollen in Bremer Pflegeheimen bleiben offenbar aus

    • In den letzten Jahren fand nur ein Bruchteil der vorgeschriebenen Kontrollen statt
    • Grund dafür könnten viele Beschwerden sein, die konkret überprüft wurden
    • Senatorin Stahmann weist Bericht zurück


    Die Bremer Heimaufsicht hat offenbar in den vergangenen Jahren kaum eine der vorgeschriebenen jährlichen Kontrollen von Pflege- und Behinderteneinrichtungen durchgeführt. Nach Informationen des "Weser-Kuriers" geht das aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der CDU hervor. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Beschwerden immer mehr zu – was die Regelkontrollen ausgebremst haben könnte.

    Im vergangenen Jahr erfolgten dem Bericht zufolge nur zwei von 190 Pflicht-Kontrollen. In den Jahren davor waren es vier beziehungsweise acht. Rund ein Viertel der Heime wurde in den vergangenen zwei Jahren überhaupt nicht kontrolliert.

    Mehr Arbeit durch anlassbezogene Kontrollen

    Bei den Kontrollen soll unter anderem geprüft werden, wie viele Bewohner in den Heimen leben, wie viele Pflegekräfte es gibt und wie diese mit den Bewohnern umgehen. Die Behörde begründet die fehlenden Kontrollen mit Personalengpässen.

    Dass die allermeisten Regel-Kontrollen ausblieben, heißt aber nicht, dass die Heime tatsächlich kaum überprüft wurden. Denn gleichzeitig stieg die Zahl der Fälle, in denen die Heimaufsicht einer konkreten Beschwerde nachging. Mehr als 200 Mal pro Jahr passiert das inzwischen im Schnitt, und dabei werden auch Auflagen verhängt. Der damit verbundene Mehraufwand soll auch ein Grund dafür sein, weshalb viele Regel-Kontrollen nicht stattfinden können.

    Für die Sozialpolitikerin der CDU-Fraktion, Sigrid Grönert, ist dies ein unhaltbarer Zustand. "Wir fordern, dass die Regelprüfungen eingehalten werden, weil sie gesetzlich vorgeschrieben sind", sagte sie zu buten un binnen.


    Zitat
    "Das bedeutet am Ende, dass die Heimaufsicht mit mehr Personal ausgestattet werden muss. So kann das nicht bleiben und von Versprechungen kann auch keine Pflegequalität leben."
    Sigrid Grönert, CDU

    Senatorin weist Bericht zurück

    Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) weist den Bericht in Teilen zurück. Mängel in den Heimen seien intensiv bearbeitet und in der Beratung aufgearbeitet worden oder mit strengen Auflagen und Anordnungen verfolgt worden – bis hin zur Androhung von Heimschließungen. Die Opposition schüre nun unberechtigte Ängste, dramatisiere und überzeichne die Lage.


    Zitat
    "Solche Äußerungen sind maßlos und schüren unberechtigte Ängste."
    Aus der Überschrift der Pressemitteilung der Sozialsenatorin [>>]

    Die Wohn- und Betreuungsaufsicht prüfe Dokumentationen nicht nur im Einzelfall, sondern Abläufe und Qualität insgesamt. Zugleich räumt die Senatorin ein: Die personellen Ressourcen reichten derzeit nicht, auch dort vor Ort zu sein, wo es keine Beschwerden gibt, "obwohl das Gesetz die anlasslosen Regelkontrollen vorsieht“. Hier von einem "Skandal" zu sprechen, schüre aber Ängste und Verunsicherung, so die Mitteilung weiter.
    Quelle: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/politik/pflegheime-kaum-kontrollen-bremen-100.html
    « Letzte Änderung: 14. Januar 2020, 00:13 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #8 am: 13. Januar 2020, 15:24 »

    Zitat
    Regelprüfung der Bremer Heimaufsicht
    Kaum Kontrollen in Bremer Pflegeeinrichtungen


    von Lisa-Maria Röhling 12.01.2020

    Die Bremer Heimaufsicht, die für die Qualitätskontrolle von Pflege- und Behinderteneinrichtungen zuständig ist, hat in den vergangenen Jahren nahezu alle Regelprüfungen ausgelassen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der CDU-Fraktion hervor. Der Entwurf liegt dem WESER-KURIER vor, die Regierung wird sich damit voraussichtlich am Dienstag beschäftigen.

    Demnach sind im Jahr 2019 zwei Einrichtungen überprüft worden. Eigentlich hätte die Heimaufsicht aber 190 dieser gesetzlich vorgeschriebenen, jährlichen Kontrollen erledigen müssen. Während zahlreiche Pflegeheime bei sogenannten anlassbezogenen Prüfungen kontrolliert wurden, sind insgesamt 47 Einrichtungen länger als zwei Jahre gar nicht von den Aufsichtsbehörden besucht worden.

    Mit den sogenannten Regelprüfungen soll die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht ihrer Verpflichtung nachkommen, Menschen in diesen Einrichtungen bei der Wahrnehmung ihrer Interessen zu unterstützen und sie vor Benachteiligungen zu schützen. Damit ist die dem Sozialressort zugehörige Aufsichtsbehörde auch dafür zuständig, Belegungsstopps oder Auflagen wegen Pflegemängeln zu verhängen. Bei den jährlichen Kontrollen soll die Heimaufsicht die Bewohnerstruktur, die Belegung, den Pflege- und Betreuungsplan, aber auch den Umgang mit den Bewohnern begutachten. Für viel Aufsehen hatte der 2017 verhängte Belegungsstopp im Pflegeheim „Marcusallee“ gesorgt, das unter dem vormaligen Betreiber Alloheim erhebliche Betreuungsdefizite aufgewiesen hatte.

    Die Zahl dieser Prüfungen ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken: 2017 wickelte die Heimaufsicht acht von 191 vorgesehenen Regelkontrollen ab, 2018 waren es vier von 189. Vorgesehen waren diese Kontrollen dabei in stationären Pflegeeinrichtungen, Betreuungsformaten für Menschen mit Behinderungen und solchen für psychisch Erkrankte und Suchtkranke. Die Hälfte soll demnach ohne vorherige Ankündigung geschehen. Knapp 200 Tagespflegeeinrichtungen oder Wohnformen mit ambulanten Pflegeleistungen unterliegen laut Sozialressort nicht den Regelprüfungen. Sie werden deshalb nur dann kontrolliert, wenn es Beschwerden gibt.

    Die Prüfbehörde hatte zuletzt immer wieder mit erheblichen Personalengpässen zu kämpfen: Im April 2018 waren zehn Mitarbeiter für die knapp 200 Einrichtungen zuständig, die Leitungsstelle war vakant. Im Dezember des gleichen Jahres wurde auf zwölf Angestellte mit einem Beschäftigungsvolumen von neun Sachbearbeitern aufgestockt, auch der Führungsposten war wieder besetzt. Nach Angaben der Sozialbehörde hat sich die Stunden- und die Mitarbeiterzahl innerhalb eines Jahres nun wieder reduziert: Im November arbeiteten elf Sachbearbeiter mit einem Stundenkontingent entsprechend dem von achteinhalb Vollzeitstellen bei der Wohn- und Betreuungsaufsicht. Das wird laut Papier mit zwei Krankheitsfällen begründet, außerdem soll noch in diesem Frühjahr eine weitere Stelle besetzt werden.

    Dennoch widerspricht dieser Abbau einer Ankündigung des Sozialressorts, laut der die Heimaufsicht im Frühjahr 2019 um zwei Stellen weiter aufgestockt werden sollte. Das war anlässlich eines Berichts zur Wohn- und Betreuungsaufsicht im Dezember 2018 in der Sozialdeputation diskutiert und in Aussicht gestellt worden. Schon in den Jahren zuvor hatten verschiedene Fraktionen eine Aufstockung gefordert, um den vermehrten Defiziten im Pflegesektor nachzukommen.

    Gravierende Mängel

    Hintergrund für die wenigen Kontrollen soll die schwierige Arbeitssituation sein. Konkret steige das Arbeitsaufkommen für die Sachbearbeiter konstant. „Die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht arbeitet deshalb seit 2017 auf der Grundlage einer Prioritätenliste“, heißt es in dem Senatspapier. Besonders gravierend scheint sich die Arbeitsbelastung der einzelnen Mitarbeiter entwickelt zu haben. Aus dem Entwurf geht hervor, dass „jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter Einrichtungen in Alleinzuständigkeit betreut“. Zugleich schlage sich die wachsende Zahl von Wohn- und Unterstützungsangeboten, aber auch gravierende Änderungen in der Trägerlandschaft und damit einhergehend auch eine sinkende Kooperationsbereitschaft auf die Arbeit der Prüfer nieder. Dadurch müsse die Heimaufsicht wesentlich „intensiver und ausdauernder“ kontrollieren und sei zunehmend in juristische Auseinandersetzungen mit den Betreibern verwickelt. Außerdem erhöhe auch der Fachkräftemangel den Arbeitsaufwand, zudem muss sich die Aufsichtsbehörde wesentlich öfter mit Beschwerden über „gravierende Pflege- und Betreuungsmängel“ auseinandersetzen.

    Deswegen hat es in den vergangenen Jahren deutlich mehr sogenannte anlassbezogene Überprüfungen gegeben, also Kontrollen, bei denen die Aufsichtsbehörde auf Hinweise oder Beschwerden reagiert. 2017 gab es 210 dieser Kontrollen, 2018 waren es 218, und im vergangenen Jahr waren die Mitarbeiter der Heimaufsicht bis zum 31. Oktober bereits zu 220 dieser Kontrollen ausgerückt. Aus der Senatsantwort geht hervor, dass diese Überprüfungen besonders aufwendig und zeitintensiv sind, unter anderem weil die Prüfer zu zweit die Einrichtungen besuchen.

    Nach Angaben des Sozialressorts beobachten die Sachbearbeiter der Heimaufsicht, dass sich Anordnungen zur Mängelbeseitigung häufen. 2017 erteilten die Mitarbeiter zwölf Belegungsstopps und zehn dieser Anordnungen, 2018 waren es zehn Belegungsstopps und 60 Anordnungen. Ende November 2019 hatte die Heimaufsicht 18 Belegungsstopps verhängt. Allerdings ist auch damit nicht garantiert, dass die betroffenen Einrichtungen wirklich den ausgesprochenen Auflagen nachkommen: Laut dem Senatspapier nehmen Einrichtungen immer öfter trotz einer Belegungssperre weitere Bewohner auf.
    Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-kaum-kontrollen-in-bremer-pflegeeinrichtungen-_arid,1889047.html



    Zitat
    Kommentar über das Pflegesystem
    Desolate Arbeitsbedingungen schwächen die Bremer Heimaufsicht
    von Lisa-Maria Röhling 13.01.2020

    Die Heimaufsicht prüft immer seltener Pflegeeinrichtungen, das ist in Zeiten des Umbruchs gefährlich. Die desolaten Arbeitsbedingungen der Prüfer schwächen ein ohnehin fragiles System, meint Lisa-Maria Röhling.

    Das Pflegesystem ist im Wandel: Die Menschen werden immer älter, die Nachfrage nach Pflegeeinrichtungen und -kräften ist groß, das Angebot knapp. Doch ausgerechnet eine Aufsichtsbehörde wie die Heimaufsicht ist inmitten dieses Umbruchs schlecht ausgestattet, Überprüfungen werden seltener, Bemängelungen und Auflagen häufen sich. Das in einer Branche, in der es um nicht weniger als Fürsorge und Menschenleben geht, gefährlich.

    Den Mitarbeitern der Wohn- und Betreuungsaufsicht vorzuwerfen, ihre Arbeit nicht richtig zu machen, verkennt das Problem: Die desolaten Arbeitsbedingungen schwächen ein ohnehin fragiles System, in dem Qualitätsstandards extrem hoch angesetzt sein sollten. In der Praxis aber scheint es nicht allen Heimbetreibern wichtig genug zu sein, sich dieser Vorgaben anzunehmen und damit alten oder beeinträchtigen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen.

    Gerade hier aber muss die Politik hart durchgreifen. Das bedeutet, ihre Aufsichtsbehörde mit ausreichend Personal aus­zu­rüsten, um ­dieser Entwicklung angemessen entgegenzutreten. Denn sonst lässt sie ausgerechnet die Schwächsten unserer Gesellschaft im Stich.
    Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-desolate-arbeitsbedingungen-schwaechen-die-bremer-heimaufsicht-_arid,1889079.html
    « Letzte Änderung: 01. Februar 2020, 20:31 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #7 am: 26. Oktober 2018, 01:20 »

    Zitat
    Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport
    Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht wird verstärkt - Senatorin Stahmann: Gute Pflege soll nicht vom Zufall abhängen

    25.09.2018 - Die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht wird verstärkt. Das hat der Senat in seiner heutigen Sitzung (Dienstag, 25. September 2018) beschlossen. Um zwei Vollzeiteinheiten soll die Aufsicht über Alten- und Behinderten-Heime ausgebaut werden. Das entspricht einer Personalaufstockung um 17,5 Prozent. Bislang sind in diesem Bereich elf Personen mit einem Stundenumfang von 8,55 vollen Stellen tätig. „Die Aufgaben der Wohn- und Betreuungsaufsicht (WBA) sind gewachsen, die Zahl der Beschwerden hat zugenommen, der Beratungsbedarf in den Heimen ist gestiegen, und in die Landschaft der Anbieter steigen mehr und mehr große Konzerne ein“, sagte Senatorin Stahmann. „Wir brauchen daher diese qualifizierten Kräfte in der Behörde, um auf Dauer sicherzustellen, dass pflegebedürftige Menschen in Bremer Heimen gut gepflegt werden und sicher leben können. Gute Pflege soll nicht vom Zufall abhängen.“

    Derzeit ist die WBA zuständig für 191 stationäre Alten- und Behindertenpflegeeinrichtungen im Land Bremen. Die zusätzlichen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter sollen die Verantwortung für einen Teil dieses Fallbestandes übernehmen. So werden bei Kolleginnen und Kollegen Kapazitäten frei, damit neben anlassbedingten Kontrollen vermehrt auch anlasslose Regelprüfungen möglich werden, die gesetzlich vorgeschrieben sind. Eine der beiden neuen Stellen soll mit pflegefachlichem, die zweite mit verwaltungsrechtlichem Schwerpunkt besetzt werden.

    Im Jahr 2016 hat die WBA rund 450 Mal vor Ort geprüft, in 200 Fällen war der Anlass eine Beschwerde. Die häufigsten Beanstandungen betrafen Personalmangel und – meist durch diesen Mangel bedingt – Mängel in der Behandlungspflege.
    Quelle: https://www.senatspressestelle.bremen.de/sixcms/detail.php?id=306714&asl=bremen02.c.732.de



    Und nun ist auf der Internetseiten der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht auch endlich wieder eine Leitungskraft zu finden: Iris Hinrichsen

    Quelle: https://www.soziales.bremen.de/soziales/aeltere_menschen/stationaere_angebote/bremische_wohn__und_betreuungsaufsicht-24798
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    « Antworten #6 am: 01. Juli 2018, 16:08 »

    Bremer Heimaufsicht: Noch immer ohne Leitung?

    Stand: 01.07.2018:

    Seit 15 Monaten ist die Leitungsstelle der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht unbesetzt. Eigentlich war für Mitte Juni 2018 geplant den Mangel zu beseitigen ... oder ist das bereits geschehen und wir wissen es nur noch nicht?



    Zitat
    Rot-Grün fordert mehr Stellen
    Neue Debatte über Pflege-Aufsicht

    von Serena Bilanceri

    Im Zuge des Aufnahmestopps des Bremers Pflegeheims an der Marcusallee debattiert die Bürgerschaft über das Thema. SPD und Grüne fordern eine Aufstockung des Personals bei der Aufsichtsbehörde.

    Nach Beschwerden über Mängel in der Alloheim-Pflegeeinrichtung an der Marcusallee ist die Aktivität der Wohn- und Betreuungsaufsicht erneut in den Fokus der politischen Debatte gerückt. Die CDU-Fraktion will das Thema in der Fragestunde der Bürgerschaftssitzung am Mittwoch erörtern. Grüne und SPD verlangen eine Aufstockung des Personals bei der Aufsichtsbehörde.

    Die beiden Fraktionen arbeiteten gerade an einem Antrag, mit dem zwei zusätzliche Stellen gefordert würden, bestätigt ein SPD-Sprecher. Einen Zusammenhang mit dem Fall der Alloheim-Einrichtung gebe es jedoch nicht, sagt Klaus Möhle, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. "Es sind dort zahlreiche Prüfungen vorgenommen worden, da ist eher der Träger das Problem."

    Die Mitarbeiter hätten zu viele Beschwerden überprüfen müssen. Einer internen Vorlage ist zu entnehmen, dass bei der Aufsichtsbehörde zurzeit zehn Mitarbeiter mit etwa acht Vollzeitstellen beschäftigt sind. Die Leitungsstelle, die seit April 2017 vakant ist, soll voraussichtlich Mitte Juni besetzt werden.

    Quelle: www.weser-kurier.de, 23.04.2018



    Zitat
    Mehr Personal für Heimaufsicht – Bremer Linksfraktion reicht Antrag ein

    Die Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft reicht einen Antrag in die Bürgerschaft ein, mit dem eine personelle Verstärkung für die Bremer Wohn- und Heimaufsicht erreicht werden soll.

    Peter Erlanson, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion: „Wir fordern seit längerem zehn zusätzliche Vollzeit-Stellen für die Wohn- und Betreuungsaufsicht. Erst im März 2018 hat eine Recherche des NDR ergeben, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Regelprüfungen in den Pflegeeinrichtungen nur zu einem Viertel stattgefunden haben. Die Heimaufsicht hat schlicht weg zu wenig Personal. Derzeit sind neun Mitarbeiter*innen im Land Bremen für 100 Heime und gut 300 ambulante Pflegeinrichtungen zuständig. Wenn dann kurzfristige Prüfaufträge aufgrund von akuten Beschwerden dazu kommen, bleiben die Regelkontrollen auf der Strecke. Das darf nicht sein. Diese Kontrollen haben eine Schutzfunktion, sowohl für die Pflegebedürftigen als auch für das Personal.“

    Der Bürgerschaftsabgeordnete weiter: „Aktuell ist erneut eine Bremer Pflegeinrichtung aufgrund von Beschwerden Angehöriger in den Schlagzeilen. Dieses Heim ist bereits ein ‚alter Bekannter‘ bei der Wohn- und Betreuungsaufsicht und wurde in der Vergangenheit schon mehrfach kontrolliert. Hier ist es jetzt an der Sozialbehörde, eine Entscheidung zum Schutz der Heimbewohner*innen zu treffen. Dieser Bremer Fall und bundesweit unzählige weitere zeigen aber, wie wichtig Aufsicht und Prüfung durch die zuständige Behörde sind. Es heißt nicht umsonst ‚Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser‘. Wenn man bei der Bevölkerung Vertrauen in die Pflege schaffen will, dann muss sichergestellt werden, dass Heime und Pflegeinrichtungen regelmäßig und flächendeckend kontrolliert werden. Dafür muss man ihnen dann aber auch das nötige Personal zugestehen. Nun medienwirksam nach der Schließung von Einrichtungen zu rufen, die den Senat nichts kostet, so wie es jetzt Klaus Möhle tut, ist billig und nur ein typischer Theaterdonner des SPD-Abgeordneten.

    Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht endlich personell stärken [>>]

    Quelle: http://www.linksfraktion-bremen.de/...06.04.2018
    « Letzte Änderung: 26. Oktober 2018, 00:17 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #5 am: 26. April 2018, 02:51 »

    Zitat
    Pflege-Report: Mängel bei der Heimkontrolle | Panorama 3 | NDR (20.03.2018)


    Die vorgeschriebenen Prüfquoten von Pflegeheimen werden in Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein bei Weitem nicht erreicht. Das zeigen Recherchen von Panorama 3.
    Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/Pflegereport-Maengel-bei-der-Heimkontrolle,pflege816.html + https://youtu.be/npPYJylq5_0



    Zitat
    NDR-Pressemitteilung
    Pflege Report - Mängel bei der Heimkontrolle

    Die Heimaufsicht kommt vielerorts ihrer Kontrollpflicht von Pflegeinrichtungen nicht nach. Nach gemeinsamen Recherchen des NDR und des MDR werden in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Sachsen, Hamburg und Bremen die vorgeschriebenen Prüfquoten bei weitem nicht erreicht. So erreicht Hamburg im Jahr 2017 nur eine Prüfquote von 22 Prozent. In Niedersachsen dagegen schaffen die Heimaufsichten ihre vorgeschriebenen Prüfungen.

    Heimgesetz soll Würde schützen


    Die Heimaufsicht muss im Sinne der Heimgesetze der Länder pro Jahr gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen in Pflegeheimen vornehmen. Mit dem Heimgesetz sollen die Würde, sowie die Interessen und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen vor Beeinträchtigungen, geschützt werden. So soll die Heimaufsicht als staatliche und unabhängige Prüf- und Kontrollinstanz überwachen, dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden, aber auch die Qualität der Betreuung und Pflege in der jeweiligen Einrichtung sicherstellen. Auch der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) prüft in den norddeutschen Ländern, aber im Auftrag der Pflegekassen. Sie kontrollieren nur, ob die vertraglich vereinbarten Pflegeleistungen erbracht werden. 

    Im Gegensatz zum MDK kann die Heimaufsicht bei Mängeln in den Heimen als staatliche Behörde auch sanktionierend eingreifen. Die Maßnahmen variieren je nach Schweregrad: von Beratungen über Anordnungen, Aufnahmestopps bis hin zu Schließungen.

    Kontrollen sind mangelhaft

    Nach Recherchen von Panorama 3 ist in den norddeutschen Bundesländern die Kontrolle teilweise mangelhaft. Die Stadt Kiel beispielsweise erreichte im Jahr 2017 nur eine Prüfquote von 55 Prozent. Von 27 Heimen kontrollierte die Heimaufsicht nur 15 Heime, obwohl sie in allen eine Regelprüfung hätte durchführen müssen. Im Landkreis Segeberg wurden von 79 vorgeschriebenen nur 38 Regelprüfungen durchgeführt. Das ist eine Prüfquote von nur 48 Prozent. Als Begründung geben die Landkreise an, dass zu viele sogenannte anlassbezogene Prüfungen hinzugekommen sind. Die Heimaufsicht musste  so oft auf akute Beschwerden und Hilferufe aus den Heimen reagieren, dass sie dadurch mit ihren vorgeschriebenen Prüfungen nicht mehr nachkamen.

    Auch in Sachsen viele Pflegeeinrichtungen unkontrolliert

    Wie Recherchen des MDR-Magazins "exakt" ergaben, erreichte die Heimaufsichtsbehörde  in Sachsen 2017 ebenfalls nur eine Kontrollquote von 56,8 Prozent. Dadurch blieben 453 stationäre Pflegeeinrichtungen durch die Heimaufsicht unkontrolliert. Als Erklärung gibt die sächsische Heimaufsichtsbehörde an, dass sie den Einrichtungen vor allem als beratender Partner zur Seite stehe. Da die Beratung so viel Zeit in Anspruch nehme, sei es nicht möglich jede Einrichtung einmal im Jahr zu prüfen. Außerdem verwies man darauf, dass durch jährliche Kontrollen seitens des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und des Verbandes der Privaten Krankenversicherung jede stationäre Einrichtung mindestens einmal im Jahr durch eine Prüfinstitution kontrolliert werde.

    Hamburg: Prüfquote 2016 nur bei acht Prozent

    In Hamburg ist der Befund mangelnder Kontrolle noch erheblicher. So betrug nach Recherche von Panorama 3 die Prüfquote hier 2016 gerade einmal acht Prozent.  Im Jahr 2017 wurden nur 22 Prozent der Hamburger Heime mit einer Regelprüfung kontrolliert. 2017 wurden im Bezirk Hamburg Mitte von 45 Heimen kein einziges wie vorgeschrieben geprüft. Im Bezirk Wandsbek liegt die Prüfquote nur bei 9,7 Prozent, hier sind von 103 Prüfungen nur 10 durchgeführt worden, im Bezirk Bergedorf sind nur 4 von 24 vorgeschriebenen Prüfungen absolviert worden. Die Begründung in Hamburg sind ebenfalls eine zu hohe Anzahl an anlassbezogenen Prüfungen, aber auch fehlendes Personal in der Heimaufsicht. 

    Überforderung auch in Bremen

    In Bremen sind nach Panorama 3 Recherchen die Prüfquoten ähnlich schlecht wie in Hamburg. Für das Jahr 2017 hat die Stadt noch keine Angaben gemacht. Aber im Jahr 2016 sind von 191 vorgeschriebenen Regelprüfungen nur 46 durchgeführt worden, das ist eine Prüfquote von 24 Prozent. Auch Bremen muss zu viele anlassbezogene Prüfungen vornehmen, so dass die Heimaufsicht mit ihren vorgeschriebenen Prüfungen nicht nachkommt. Insgesamt hat das Land im Jahr 2016 sogar 245 Prüfungen durchgeführt, davon aber eben nur 46 Regelprüfungen und 199 anlassbezogene Prüfungen.

    Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern vorbildlich

    In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern schaffen die Heimaufsichten ihre vorgeschriebenen Prüfungen.

    In Sachsen-Anhalt und Thüringen erreichten die Heimaufsichtsbehörden zuletzt hingegen eine Quote von über 80 Prozent. Somit wurden in Thüringen im Jahr 2017 von insgesamt 335 zu kontrollierenden Pflegeeinrichtungen insgesamt 277 geprüft. Das entspricht einer Quote von 82 Prozent.

    In Sachsen-Anhalt schaffte die Heimaufsichtsbehörde 2016, 614 Regelprüfungen von insgesamt 701 Einrichtungen, also wurde hier eine Quote von 87,6 Prozent erreicht.
    Quelle: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Pflegereport-Maengel-bei-der-Heimkontrolle,pflege818.html, 20.03.2018
    « Letzte Änderung: 26. Oktober 2018, 00:38 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #4 am: 14. August 2017, 12:10 »

    Zitat
    Kritik an Sozialbehörde
    Heimaufsicht ohne Chefin
    Stelle ist seit April vakant ‒ und jetzt ausgeschrieben


    von SABINE DOLL

    Bremen. Wer die Nummer der Leitung bei der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht wählt, bekommt diese Ansage zu hören: „Dieser Arbeitsplatz ist ab 3. April nicht besetzt.“ In dringenden Fällen sollen sich Anrufer an eine andere Mitarbeiterin wenden oder Fragen an das Bürgertelefon unter der Nummer 115 richten. Seit über vier Monaten ist die Leitungsposition der Heimaufsicht, wie die Behörde im Ressort von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) früher hieß, vakant.

    Das bestätigt Behördensprecher David Lukaßen auf Nachfrage des WESER-KURIER. „Das heißt aber nicht, dass die Wohn- und Betreuungsaufsicht nicht arbeitsfähig ist.“ Leiterin der Heimaufsicht war bislang Martina Timmer, sie hatte die Stelle im November 2013 übernommen. „Frau Timmer ist als stellvertretende Leiterin in das übergeordnete Referat Ältere Menschen aufgerückt. In dieser Position gehört die Wohn- und Betreuungsaufsicht auch weiterhin zu ihrem Bereich“, so Lukaßen. Inklusive der Leitungsposition zählten zehn Mitarbeiter zur Heimaufsicht.

    Die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht ist die staatliche Kontroll- und Beratungsstelle für alle unterstützenden Wohnformen im Land Bremen. Dazu zählen unter anderem stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, mit psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen. Pflegeheime etwa werden einmal im Verlauf eines Jahres von der Aufsichtsbehörde dahingehend kontrolliert, ob sie Qualitätsstandards und andere Vorgaben einhalten. Dazu kommen Sonderüberprüfungen und Beratungen, wenn bei solchen Kontrollen Mängel festgestellt werden. Die Behörde geht auch Beschwerden von Bürgern nach, wenn diese potenzielle Mängel melden.

    Reinhard Leopold von der unabhängigen Selbsthilfe-Initiative Heim-Mitwirkung bezweifelt, dass die Heimaufsicht aufgrund der vakanten Leitungsposition dem in vollem Umfang nachkommen kann, wie er betont. „Die Behörde ist seit Monaten führungslos. Es gibt über 100 Pflegeheime für ältere Menschen in Bremen, da reicht es nicht aus, dass die Leitung der Heimaufsicht sozusagen nur teilweise zur Verfügung steht. Da können nicht alle Kontrollen und die zusätzlichen Überprüfungen wahrgenommen werden.“ Leopold kritisiert zudem, dass die Stelle erst jetzt ausgeschrieben sei.

    Behördensprecher Lukaßen weist den Vorwurf zurück und betont: „Dem Prüfauftrag wird nachgekommen, es gibt keine Einschränkungen im Ablauf. Wenn man weiß, dass eine Stelle aufgrund normaler Fluktuation für eine gewisse Zeit nicht besetzt ist, kann man das planen“, betont der Sprecher. Die Prüfintervalle würden eingehalten.
    Quelle: http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-heimaufsicht-ohne-chefin-_arid,1635654.html, 13.08.2017
    « Letzte Änderung: 26. Oktober 2018, 00:46 von admin » Gespeichert

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