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Autor Thema: Chemische Gewalt: Wenn Pillen die Pflege ersetzen  (Gelesen 7746 mal)
admin
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« Antworten #3 am: 21. Februar 2018, 01:21 »

Zitat
Pflege-Report 2017: Pflegeheimbewohner erhalten zu viele Psychopharmaka

(05.04.17) Ein Teil der rund  800.000 Pflegeheimbewohner in Deutschland erhält zu viele Psychopharmaka. Besonders betroffen sind die rund 500.000 Demenzkranken. Das zeigt eine vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Untersuchung der Klinischen Pharmakologin Professor Petra Thürmann, deren Ergebnisse im Pflege-Report 2017 enthalten sind. Demnach erhielten gut 30 Prozent der Bewohner ein Antidepressivum, wobei es kaum Unterschiede zwischen Pflegebedürftigen mit oder ohne Demenz gibt. Dagegen bekommen 40 Prozent der Bewohner mit Demenz dauerhaft mindestens ein Neuroleptikum, aber nur knapp 20 Prozent der Heimbewohner ohne Demenz.



Mit Blick auf unerwünschte Nebenwirkungen wie Stürze, Schlaganfälle oder Thrombosen warnt Professor Thürmann: "Neuroleptika werden als Medikamente zur Behandlung von krankhaften Wahnvorstellungen, sogenannten Psychosen, entwickelt. Nur ganz wenige Wirkstoffe sind zur Behandlung von Wahnvorstellungen bei Demenz zugelassen, und dann auch nur für eine kurze Therapiedauer von sechs Wochen. Der breite und dauerhafte Neuroleptika-Einsatz bei Pflegeheimbewohnern mit Demenz verstößt gegen die Leitlinien." Dabei verweist die Expertin aufs Ausland. Während 54 Prozent der spanischen und 47 Prozent der deutschen demenzkranken Heimbewohner Neuroleptika erhalten, sind es nur zwölf Prozent in Schweden und 30 Prozent in Finnland. "Es scheint also Spielraum und Alternativen zu geben", so das Mitglied des Sachverständigenrates des Bundesgesundheitsministeriums.

Die Pflegekräfte bestätigen das hohe Ausmaß an Psychopharmaka-Verordnungen in Pflegeheimen. Das belegt die im neuen Pflege-Report veröffentlichte schriftliche Befragung von 2.500 Pflegekräften durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO): Die Befragten geben an, dass im Durchschnitt bei mehr als der Hälfte der Bewohner ihres Pflegeheims Psychopharmaka eingesetzt werden. Zwei Drittel der Betroffenen (64 Prozent) erhielten demnach die Verordnungen auch länger als ein Jahr. Interessanterweise halten 82 Prozent der Pflegekräfte diesen Verordnungsumfang für angemessen. Dr. Antje Schwinger vom WIdO: "Das Problembewusstsein der Pflegekräfte muss hier offensichtlich geschärft werden. Um den Psychopharmaka-Einsatz in Pflegeheimen zu reduzieren, sollte sichergestellt werden, dass nicht-medikamentöse Ansätze im Arbeitsalltag stärker etabliert werden."

Laut Umfrage werden diese alternativen Ansätze auch häufig umgesetzt. So geben 67 Prozent der Pflegekräfte an, dass in ihrem Heim spezielle Pflegekonzepte zum Einsatz kommen, rund die Hälfte der Befragten (52 Prozent) verwendet Assessment-Instrumente. Auch Fallbesprechungen, kognitive und sensorische Verfahren kommen zum Einsatz. Doch geben gleichzeitig 56 Prozent der Befragten an, dass Zeitdruck die Umsetzung nicht-medikamentöser Verfahren teilweise beeinträchtige oder verhindere.

Die Pflegekräfte können für die Tendenz zur Übermedikation von Pflegeheimbewohnern mit Demenz am wenigsten. Das stellt der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, klar. Der bewusste und kritische Umgang mit Psychopharmaka sei eine Teamaufgabe von Ärzten, Pflegeheimbetreibern, Pflegekräften, und Apothekern, die Pflegeheime betreuen. Vor allem die behandelnden Ärzte, aber auch Pflegeheimbetreiber seien hier in der Verantwortung für eine leitliniengerechte Medizin. "Ärzte stehen in der Pflicht, diese Medikamente nur dann einzusetzen, wenn es nicht anders geht und auch nur so kurz wie möglich. Und Pflegeheimbetreiber müssen ergänzend den Einsatz nicht-medikamentöser Versorgungsansätze fördern." Um die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegeheimen zu verbessern, fordert Litsch ein Nachschärfen der Kooperationsvereinbarungen zwischen Pflegeheimen und Vertragsärzten auf Bundesebene. Außerdem müsse die Geriatrie in der ärztlichen Ausbildung ein stärkeres Gewicht erhalten. Schließlich sei ein Expertenstandard für die pflegerische Betreuung und Versorgung von demenziell Erkrankten nötig. Gute Pflege brauche zwar angemessene Ressourcen. Doch zeigten der internationale Vergleich und einige deutsche Leuchtturmprojekte auch, dass Versorgungsdefizite in der pflegerischen Versorgung von Demenzkranken nicht zwangsläufig immer nur mit mehr Geld oder Personal abgestellt werden. "Das ist auch eine Frage der pflegerischen Konzeption und Kultur", so Litsch.

(Pressemitteilung des AOK-Bundesverbandes vom 05.04.17)
Quelle: http://aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2017/index_18363.html

* 09_infografiken_pflege_report_2017.pdf (62.69 KB - runtergeladen 34 Mal.)
* 05_foliensatz_thuermann_pflege_report_2017.pdf (348 KB - runtergeladen 33 Mal.)
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« Antworten #2 am: 11. März 2015, 23:19 »

Zitat
Tochter beklagt Zustände
Heim pumpt Mutter mit Psychopillen voll


Freising - Diese ständige Trägheit, dazu die ausdruckslosen Augen. Irgendwann begann Margit G. sich über den Zustand ihrer Mutter richtig Sorgen zu machen.

 „Sie wollte sich gar nicht mehr bewegen, nicht mal im Rollstuhl nach draußen“, erzählt die Freisingerin. Ihre Mama Berta (84) ist leidet an Demenz und wohnt in einem Pflegeheim nahe der Domstadt. „Ich wusste einfach nicht, warum sich ihr Zustand immer verschlechterte.“ Bis es Margit G. reichte: Sie besorgte sich von der Apotheke die Medikamenten-Liste ihrer Mutter. Das schockierende Ergebnis: Über Jahre bekam die alte Dame täglich mehrere Psychopharmaka und obendrein noch ein Beruhigungsmittel verabreicht!

„Meine Mutter wurde regelrecht stillgelegt“, schimpft Margit G. „Und niemand hat mir je etwas gesagt.“ Im Gegenteil: Als die Freisingerin immer wieder nachfragte, was für Medikamente ihre Mutter denn bekomme, hieß es nur: „Das geht sie nichts an! Das bestimmt der Arzt.“

Die „Versorgung“ von Berta R. ist bei weitem kein Einzelfall. Im vergangenen Sommer zeigte ein Studie, dass 51 Prozent aller Heimbewohner in München Psychopharmaka verabreicht bekommen. Viele von ihnen ohne den nötigen richterlichen Beschluss. Der Grund ist oft derselbe: Vor allem Demenzkranke benötigen viel Aufmerksamkeit, sind oft unruhig, teils auch aggressiv. Fehlt nun das nötige Personal, ist es schlichtweg bequem, diese Patienten ruhigzustellen. „Es geht nicht, dass fehlende Pflegekräfte durch Psychopharmaka ersetzt werden“, schimpfte daher bei einer Tagung vor wenigen Monaten Reinhard Nemetz, Präsident des Münchner Amtsgerichts. Und auch KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle betonte vor kurzem in einem Gespräch mit der tz über die Ergebnisse der Heimaufsicht: „Beim Thema Psychopharmaka muss sich die Situation in manchen Einrichtungen noch dringend verbessern.“

Das sieht auch Margit G. so. Besonders da ihre Mutter in Pflegestufe I, also der niedrigsten, eingeordnet wurde. Eigentlich müsste man die demenzkranke Dame mobilisieren, sich viel mit ihr im Haus bewegen. „Genau das wird aber nicht getan“, kritisiert die Tochter. „Meine Mutter braucht Aufmerksamkeit, nicht weitere Tabletten. Und warum wird mir nicht gesagt, welche Medikamente sie bekommt? Ich habe doch die vollständige Vorsorgevollmacht.“ Und tatsächlich: Eigentlich hätte man ihr sagen müssen, was die Mama verabreicht bekommt.

Immerhin: Nachdem sich die Tochter bei der Heimleitung über die „Ruhigstellung“ ihrer Mama immer wieder lautstark beschwert hatte, ist die Dosis heruntergefahren worden. Derzeit bekommt Berta R. nur noch ein beruhigendes Medikament. Die zweifelhafte Begründung: Dieses helfe die Alzheimer-Erkrankung zu verlangsamen. Unglaublich: Vor wenigen Tagen bat die Heimleitung dann um ein Gespräch. Dabei legte man der Tochter nahe, ihre Mutter in ein anderes Heim zu bringen. Der „Vertrauensverlust“ sei einfach zu groß.

Die erschreckenden Zahlen:

 In deutschen Pflegeheimen gehören Psychopharmaka längst zum Alltag. Manchmal sind die Medikamente nötig, um besonders aggressive oder verängstigte Patienten überhaupt behandeln zu können. Aber: Eine große Studie der Universität Bremen hat ergeben, dass von 1,1 Millionen Demenzkranken ein knappes Viertel (genau 240 000 Menschen) zu Unrecht mit Psychopharmaka behandelt werden. Auch die Barmer Ersatzkasse kam bei einer Analyse zu dem Ergebnis: Besonders bei Frauen werden „Tranquilizer, Antidepressiva und Schlafmittel ohne erkennbare therapeutische Indikationen in einer Menge verordnet, die auf Dauer zu erheblichen unerwünschten Nebenwirkungen führen.“ In München zeigte erst im Sommer eine Studie, dass jeder zweite Heimbewohner mit Psychopharmaka behandelt wird. Eigentlich muss diese Medikation immer das Amtsgericht absegnen.
tz München, 10.03.2015 - Vielen Dank an Redakteur Armin Geier
« Letzte Änderung: 11. März 2015, 23:21 von admin » Gespeichert

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« Antworten #1 am: 03. Mai 2013, 17:51 »

Zitat
Strafanzeige gegen Altenheim wegen Ruhigstellung

Publiziert am 3. März 2013 von Anette Dowideit

Vor rund einem Jahr hatten wir in der Welt am Sonntag berichtet: Schätzungsweise fast eine Viertelmillion Demenzkranker in Deutschland werden mit Medikamenten ruhiggestellt, weil völlig überforderte Altenpfleger sich nicht anders zu helfen wissen. Nun reagiert eine Münchener Rechtsanwältin auf den Bericht: Mit einer Strafanzeige gegen den Leiter eines Altenheims und einen Arzt.

Es ist wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Angehöriger eines Pflegebedürftigen diesen Schritt wagt: Die Münchenerin Dagmar Schön zeigte Mitte vergangener Woche den Psychiater und den Leiter des Heims an, in dem ihre mittlerweile verstorbene Mutter lebte.

In ihrer 21-seitigen Anzeige beruft sich die Rechtsanwältin unter anderem auf unseren Bericht von vergangenem Frühjahr. Darin hatten wir auf drei Zeitungsseiten nachgezeichnet, wie viele Menschen in deutschen Altenheimen und in der häuslichen Pflege mit Medikamenten außer Gefecht gesetzt werden, damit sie weniger Arbeit machen – und wie manche Heime damit auch noch abkassieren, weil die Bewohner dann unter Umständen in höhere Pflegestufen eingeordnet werden.

Laut der uns vorliegenden Anzeigeschrift hat auch die Mutter von Dagmar Schön das erlebt: Sie soll vom angeklagten Arzt, einem Psychiater, Neuroleptika verordnet bekommen haben – weil sie nachtaktiv war und so dazu gebracht werden sollte, im Bett zu bleiben, anstatt nachts durch das Altenheim zu laufen. Die Tochter, rechtliche Betreuerin der demenkranken Mutter, hatte den Arzt jedoch nie beauftragt. Stattdessen soll der Heimleiter mit ihm regelmäßig eng zusammenwirken.

Die Klägerin schreibt in ihrer Strafanzeige weiter, nicht nur ihre Mutter, sondern auch andere Heimbewohner seien vermutlich “medikamentös fixiert” worden. Das Heim sei personell deutlich unterbesetzt gewesen – was offenbar in vielen Altenheimen traurige Realität ist.
Quelle: http://investigativ.welt.de/2013/03/03/strafanzeige-gegen-altenheim-wegen-ruhigstellung/
« Letzte Änderung: 26. August 2014, 14:07 von admin » Gespeichert

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« am: 10. April 2012, 22:37 »

Zitat von: Anette Dowideit
Wenn Pillen die Pflege ersetzen

Die Behandlung Demenzkranker ist arbeitsintensiv und teuer. Viele Pflegeheime setzen deshalb ihre Bewohner mit starken Psychopharmaka außer Gefecht.

Experten sprechen bei dieser Form des Ruhigstellens von „chemischer Gewalt“. Es gebe kaum einen Unterschied zum Festbinden mit einem Gurt.

... Demenzkranke Altenheimbewohner sind die idealen Opfer. Zu schwach, um sich zu wehren, zu verwirrt, um von unabhängigen Dritten ernst genommen zu werden, wenn sie sich beschweren. Die Angehörigen oft zu weit weg, zu beschäftigt, um sich für sie einzusetzen. Ein Rohstoff, aus dem sich im deutschen Pflegesystem mit illegalen Methoden Geld abschöpfen lässt. ...

... Das Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen hat für die „Welt am Sonntag“ berechnet, dass in Deutschland knapp 240.000 Demenzkranke zu Unrecht mit Psychopharmaka behandelt werden. „In diesen Fällen werden die Medikamente nicht verschrieben, um die Leiden der Patienten zu mindern oder ihre Krankheiten wirksam zu behandeln, sondern um Personal einzusparen und den Heimbetreibern höhere Gewinne zu bescheren“, sagt Professor Gerd Glaeske, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt. „Wir haben hier ein flächendeckendes Problem.“ ...

... Kaum öffentlich bekannt ist dagegen, dass einige Heime offenbar die Senioren gezielt mit Medikamenten behandeln, um doppelt abzukassieren: Erst verabreichen sie Psychopharmaka und sparen am Personalaufwand. Dann beantragen sie beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), den Senior – der nun ein echter Pflegefall ist – in eine höhere Pflegestufe einzuordnen. ...

... "Ein Demenzpatient, richtig therapiert und von genügend Fachpersonal versorgt, würde das deutsche Gesundheitssystem 45.000 Euro pro Jahr kosten", sagt Glaeske. ...

... Eine wahnwitzige Verschwendung der Pflegekassen sei das, sagt der Geschäftsführer der Sozial Holding, Helmut Wallrafen-Dreisow: „Es kann doch nicht sein, dass wir seit Jahrzehnten für eine Verbesserung der Personalschlüssel kämpfen und auf der anderen Seite sinnlose, kostenintensive und teilweise gesundheitsgefährdende Medikamente verordnet und verabreicht werden.“ ... Auch Sozialforscher Glaeske kritisiert die mangelnde Kontrolle: „Die Pfleger müssen von den überlasteten Pflegekassen bezahlt werden, die Medikamente dagegen von den Krankenkassen. ... „Die Ärzte sehen die Not der Pfleger, manchmal auch die der Angehörigen, die mit dem eigenen Vater nicht mehr fertig werden, und entwickeln daraus eine Legitimation für ihr Handeln.“ ...

... Ihre Tochter Frau T., die beim Begutachtungstermin dabei war, erkannte ihre Mutter nicht wieder. „Es war, als hätte jemand das Licht ausgeknipst“, sagt sie. ... Sie und ihre Schwester haben sich, Jahre nach dem Tod der Mutter, zu einem Treffen mit der „Welt am Sonntag“ bereit erklärt. Sie sitzen gemeinsam mit weiteren Angehörigen mittlerweile verstorbener Heimbewohner in einer Gaststätte in einem Vorort von Bremen. Organisiert hat die Zusammenkunft Frau W., die über die Medikamentengeschichte ihrer Mutter so akribisch Buch geführt hat. Die Gruppe eint der ehemalige Wohnort ihrer Mütter und Ehemänner: das Haus „Am Brunnen“ der Senioren Wohnpark Weser GmbH im niedersächsischen Stuhr-Brinkum. ...

... Das Haus „Am Brunnen“ und die Senioren Wohnpark Weser GmbH gehören zur Residenz-Gruppe Bremen. Der Gründer und geschäftsführende Gesellschafter Rolf Specht ist einer der bekanntesten Unternehmer in der Region und ein wichtiger Arbeitgeber. Seine Gruppe hat rund 1100 Mitarbeiter und ist eine der 20 größten Pflegeketten Deutschlands. ... Medikamente würden nie mit dem Ziel einer Höherstufung gegeben, sondern stets aus „pflegerisch oder medizinisch indizierten Gründen“. ... Was der Geschäftsführer keinesfalls auf sich beruhen lassen will, ist der Vorwurf, die Patientin sei gezielt außer Gefecht gesetzt worden, um die Höherstufung zu erreichen. ... Frau T. entgegnet darauf später: Die Tatsache, dass ihrem Widerspruch stattgegeben wurde – was Dokumente belegen –, sei Beweis genug. Der MDK habe sogar die Rückstufung dringend empfohlen. ...

... Die Liste der Mittel, die auf deutschen Demenzstationen tagtäglich in die Pillenboxen kommen, ist lang: Melperon, Pipamperon und Diazepam gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Zwei Produktnamen fallen jedoch besonders häufig im Gespräch mit Pflegeexperten: Haldol und Risperidon. ...

... Die Zahl der Patienten, deren Tod durch Psychopharmaka beschleunigt wird, kennt niemand. Im Altenheim, sagen Pharmakritiker wie der emeritierte Bremer Arzt Peter Schönhöfer, der sich bei Transparency International engagiert, werde meist nicht sehr genau auf die Todesursache geachtet. „Das gilt insbesondere, wenn der Tod als Erlösung von einem langen Leiden erscheint.“ ...
Quelle: Welt am Sonntag, 25.03.2012 - Mit freundl. Genehmigung der Autorin Anette Dowideit

[Der vollständige Artikel steht hier zum Herunterladen als PDF-Datei bereit >>]

siehe auch:

ARD Sendung Panorama vom 02.09.1999
Vollgepumpt mit Psychopharmaka - Alte Menschen in Pflegeheimen

Alte Menschen dämmern in Altersheimen vor sich hin, weil man Sie mit Psychopharmaka vollpumpt um sie ruhigzustellen. [>>]

Quelle: http://daserste.ndr.de/panorama/media/pflegeheim4.html

Chemische Gewalt setzt Demenzkranke außer Gefecht
… Das Ruhigstellen mit Medikamenten nennt er „chemische Gewalt“ . Andere Wissenschaftler sprechen von „medikamentöser Fixierung“: Ob man den Alten mit einem Gurt am Bett festbinde oder ihn … mehr


"Chemische Gewalt" gegen alte Leute
… Die Verschreibung von Psychopharmaka, um Demenzkranke ruhigzustellen, bezeichnen Glaeske und andere Pflegeexperten als "chemische Gewalt". Die Gabe von Medikamenten ohne Einwilligung des Patienten … mehr


Tausende Demenzkranke mit Pillen ruhig gestellt
… Pflegeexperten rechnen mit zunehmender "chemischer Gewalt". In Deutschland müssen fast eine Viertelmillion Menschen Psychopharmaka schlucken, ohne dass damit Krankheiten behandelt werden sollen. Zu … mehr

* Chemische_Gewalt_WeltAmSonntag_120325.pdf (656.19 KB - runtergeladen 433 Mal.)
« Letzte Änderung: 28. Juni 2016, 23:45 von admin » Gespeichert

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