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Autor Thema: Fachkräftemangel: Pflegenotstand nicht zu leugnen - oder doch?  (Gelesen 74675 mal)
admin
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« Antworten #1 am: 21. April 2010, 13:06 »

Zitat von: Weser-Kurier
Fachkräfte in der Altenpflege gesucht
Tagung widmet sich dem Thema Personalmarketing / Heimstiftung setzt auf Ausbildung der eigenen Mitarbeiter


VON ELKE GUNDEL

Bremen. Engagierte Altenplleger zu gewinnen und langfristig zu halten - das wird schwieriger. Die Frage beschäftigt die Betreiber von Wohn- und Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen inzwischen so sehr, dass das Bremer Erwin-Stauss-Institut, eine auf Altenhilfe spezlalisierte Bildungsorganisation, dem Thema gestern eine ganze Tagung gewidmet hat. Unter dem Titel „Lieber gewinnen als verlieren - Personalmarketing der Altenhilfe" kamen Pflegedienstleister aus ganz Deutschland ins Congress-Centrum.

Auch den Vorstandschef der Bremer Heimstiftung, Alexander Künzel, treibt das Thema um. Schließlich trägt er Verantwortung für etwa 1600 Mitarbeiter. „Es gibt kein Patentrezept", sagt er. Und: „Die Sozialbranche muss bei sich selbst anfangen, bei ihren Leitungskräften." Auch in der Altenpflege sei der Fachkräftemangel zu spüren: Es werde schwieriger, gut ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger zu finden. Bei ungelernten Helfern sehe es anders aus. Vor diesem Hintergrund setze die Heimstiftung darauf, die eigenen Mitarbeiter gezielt weiter auszubilden.

Künzel sieht es dabei als zentrale Aufgabe für den Arbeitgeber, ein Klima im Betrieb zu schaffen, das auf sozialer Verantwortung fußt und nicht auf Renditeoptimierung, „Das fängt bei den Leitungskräften an." Anders gesagt: „Wer nicht gut führt, muss sich nicht wundern, wenn er mit seinem Personal und auch mit seinen Kunden Probleme hat." Für die Heimstiftung fasst Künzel die Leitlinie so zusammen: „Man muss Menschen mögen."

Investition in Entwicklung Skeptikern legt er eine Zahl über die Betriebsangehörigkeit seiner Mitarbeiter vor, die früher ganz normal war, heute aber ungewöhnlich ist: „Bei uns bleiben die Leute im Durchschnitt fast 20 Jahre lang." Für den Chef der Heimstiftung belegt das: „Es lohnt sich total, in die Entwicklung der eigenen Mitarbeiter zu investieren." Ihnen Möglichkeiten zur Weiterbildung zu geben und sie dazu zu ermuntern, diese Chancen zu nutzen, zahle sich aus. Es gebe durchaus Kollegen, die als Hilfskräfte angefangen haben und nun ein Haus leiten.

Im Bereich der berufsbegleitenden Fortbildung gebe es außerdem „einen ungehobenen Schatz", um den sich die Heimstiftung seit etwa fünf Jahren ganz gezielt kümmere: Mitarbeiter, die aus anderen Ländern nach Deutschland eingewandert sind. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht." So gute, dass es inzwischen eine Mitarbeiterin gibt, deren spezielle Aufgabe es ist, ungeahnte Fähigkeiten, Abschlüsse und Kompetenzen bei Kollegen zu erkennen - und möglichst weiter zu fördern. Als Beispiel nennt Künzel eine Angestellte, die aus Polen stammt. „In ihrer Heimat war sie Produktionsleiterin, verantwortlich für 20 Mitarbeiter. Bei uns hat sie als ganz. normale Mitarbeiterin angefangen." Für viele Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, bedeute das auch einen Bruch in ihrem beruflichen Werdegang. "Aber nur weil jemand einen schwierigen Lebensweg hinter sich hat, heißt das ja nicht, dass er sein weiteres Leben lang Hilfskraft bleiben muss." So biete die Heimstiftung unter anderem die Möglichkeit, berufsbegleitend den Mittleren Bildungsabschluss nachzuholen oder die Ausbildung zur Fachkraft zu absolvieren.

Werden gute Leute dann aber nicht weggekauft? „Mit Billiglöhnen darf man natürlich nicht kommen. Aber das ist auch ein Segen", findet Künzel. Zwar würden auch seine Mitarbeiter immer mal wieder von der Konkurrenz „angebaggert", es komme aber selten vor, dass jemand nur wegen des Geldes den Job wechsele.

Er selbst, sagt Künzel, begrüße es, „dass wir uns mehr um unsere Mitarbeiter kümmern müssen" - etwa bei Stellenausschreibungen. Denn der Fachkräftemangel führe ja auch dazu, dass sich die Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber genauer anschauen und auswählen können, wohin sie gehen. Wer es „mit Pflegekasernen und schlechtem Führungsstil versucht", werde scheitern - weil ihm die Mitarbeiter zu Recht weglaufen".
Quelle: Weser-Kurier vom 21.04.2010



Gesellschafter des Erwin-Strauss-Institut:

Quelle: http://www.erwin-stauss-institut.de
« Letzte Änderung: 21. April 2010, 14:22 von admin » Gespeichert

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« am: 20. April 2010, 23:21 »

Aus der Mitteilung des Senats an die Bremische Bürgerschaft (Landtag)
vom 20. April 2010:
 
"Fachkräftemangel in der Altenpflege in Bremen und Bremerhaven"
(Große Anfrage der Fraktion der CDU)
 
Die Fraktion der CDU hat folgende Große Anfrage an den Senat gerichtet:
"Bundesweit zeichnet sich aufgrund des demographischen Wandels bis 2050 ein Fachkräftemangel in der Altenpflege ab. Manche Gebiete Deutschlands sind bereits jetzt von diesem Fachkräftemangel betroffen. In Hamburg z.B. mussten einzelne Pflegeanbieter ihre Angebote bereits erheblich einschränken bzw. ihre Einrichtungen ganz schließen, weil sie keine ausreichende Anzahl an qualifiziertem Personal gewinnen konnten. Eine Studie der Universität Freiburg, die von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege in Auftrag gegeben wurde, kommt zu dem Schluss, dass der Bedarf an Vollzeitäquivalenten in der Altenpflege bis 2050 bei 840.000 liegen wird. Im Vergleich dazu lag der Bedarf im Jahr 2007 noch bei 320.000 Vollzeitäquivalenten. ...

Die Antworten des Senats finden sich in Drucksache "Drs-17-1262", die auf den Internetseiten der Bremischen Bürgerschaft oder hier heruntergeladen werden kann.

Dort heißt es u.a.:

Zitat
Antwort zu Frage 11:
Die Ausbildung in der Altenpflegehilfe ist nicht geeignet zum Abbau des Fachkräftemangels. Die Absolventen einer Altenpflegehilfeausbildung sind keine Fachkräfte, die selbständig und eigenverantwortlich tätig werden dürfen, sondern Helferkräfte, die unter Anleitung und Aufsicht tätig sind. Sie werden nicht auf die Fachkraftquote angerechnet. ...

Quelle: http://www.bremische-buergerschaft.de/



Weitere Infos unter:
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=322.0
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=504.0
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1431.0



ARD -  Plusminus Sendung vom Di, 05.04.11 | 22:05 Uhr

Rückschau: Fachkräftemangel?
Qualifizierte Bewerber werden abgeschreckt


... Auch der Gesamtbetriebsrat der Residenzgruppe Bremen ist davon überzeugt, dass der Fachkräftemangel vor allem hausgemacht ist. Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und der niedrigen Bezahlung würden viele Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit das Handtuch werfen, meint Betriebsrätin Nicole Meyer: "Wir haben derzeit 967 Mitarbeiter. Nach unseren Informationen haben im letzten Jahr 365 Mitarbeiter das Unternehmen selbst verlassen. Sie sind teilweise gegangen, weil sie frustriert gewesen sind, weil sie mit den Arbeitsbedingungen nicht zufrieden waren und auch mit den Gehältern nicht zurechtgekommen sind." Im Schnitt blieben Mitarbeiter gerade mal fünf Jahre. ...

[TV-Beitrag nachträglich ansehen >>]

Quelle: http://www.daserste.de/plusminus/

* Fachkräftemangel_Bürgerschaft-HB_Drs-17-1262_e9d.pdf (139.41 KB - runtergeladen 755 Mal.)
« Letzte Änderung: 25. Januar 2012, 14:46 von admin » Gespeichert

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