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Autor Thema: Fachkräftemangel: Pflegenotstand nicht zu leugnen - oder doch?  (Gelesen 48115 mal)
admin
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« Antworten #32 am: 20. August 2019, 16:47 »

Interview mit Guy Hofmann am 18.08.2019:
Telefon-Interview mit Guy Hofmann, Initiator/Organisator des Aktionsbündnisses "Pflege-am-Boden", (www.pflege-am-boden.de) am 18.08.2019. Hintergrund ist seine Tätigkeit als Pflegefachkraft bei einer Leiharbeitesfirma und seine Kündigung, weil er Schwachstellen in Kliniken gemeldet hat. Mehr dazu im Interview selbst. Interview: Reinhard Leopold, www.biva.de, www.heim-mitwirkung.de

Siehe dazu auch [Die Brigitte-Heinisch-Story >>]


Zitat
Pfleger äußert Kritik – und wird gefeuert

Ganz Deutschland spricht über den Pflegenotstand, doch wenn das auch ein Pfleger macht, muss er um seinen Job fürchten. Das ist jedenfalls Guy-Harald Hofmann passiert, der von einem Tag auf den anderen von den Ruppiner Kliniken vor die Tür gesetzt wurde.

Das verstehe, wer will: Seit Jahren klagen nicht allein die Ruppiner Kliniken, sondern viele Krankenhäuser in Deutschland über den Mangel an Ärzten und Pflegern. Dennoch hat das Neuruppiner Krankenhaus jetzt einen sogenannten Leihpfleger schon nach vier Tagen vor die Tür gesetzt – obwohl dieser für mindestens zwei Monate in den Ruppiner Kliniken arbeiten sollte.

Vor die Tür gesetzt wurde Guy-Harald Hofmann nicht etwa, weil er Patienten vernachlässigt hat. Nein, der 59-Jährige hatte es sich erlaubt, in seiner Freizeit mit Reportern der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) über den Notstand in der Pflege in Deutschland zu sprechen. Am Tag, als der Beitrag erschien, erhielt Hofmann einen Anruf von seinem Arbeitsvermittler aus Essen, dass er in Neuruppin nicht mehr gebraucht werden würde.

„Ich war völlig überrascht“, so Hofmann. Schließlich habe er bei dem Gespräch mit den Journalisten keine Betriebsgeheimnisse ausgeplaudert, sondern lediglich erzählt, „was ich schon alles erlebt habe“, sagte Hofmann am Montag.

Der fünffache Familienvater, der aus der Nähe von Osnabrück stammt, hat einige Erfahrung. Zwölf Jahre arbeitete der Gesundheits- und Krankenpfleger in einer Klinik in Herdecke im Ruhrgebiet und war dort auch im Betriebsrat, ehe er für eineinhalb Jahre in Norwegen und zuletzt in Süddeutschland tätig war.

Doch bei der Geschäftsführung der Ruppiner Kliniken kam der MAZ-Beitrag über die Pflegesituation nicht gut an: Weil in dem Artikel stand, dass Hofmann im Neuruppiner Krankenhaus arbeitet und er als Leihpfleger dort etwas mehr Geld als das Stammpersonal erhält, „sind wir davon ausgegangen, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Leasingkraft nicht mehr möglich ist und baten um Ersatz“, teilte Kliniksprecherin Verena Clasen mit.

Es wurde „etwas überreagiert“, sagte Gesamtbetriebsrat Andreas Schnee von der Klinik-Holding. Auch Jana Kretschmer, Betriebsrätin des Krankenhauses, sprach am Montag von einer „unglücklichen Situation“. Dabei sei es wichtig, darauf hinzuweisen, wie schwierig derzeit die Lage für Pflegekräfte angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung sei.

„Wir suchen Pflegekräfte“, betonte Jana Kretschmer. Dass Hofmann sich aber für den MAZ-Beitrag auf dem Klinikgelände habe fotografieren lassen und zudem erzählt habe, dass er als Leihpfleger etwas mehr Geld verdiene als andere Pflegekräfte, das sei auch bei einigen Mitarbeitern nicht so gut angekommen.

„Wir müssen lernen, damit wir es beim nächsten Mal besser machen“, so Kretschmer. Denn die Betriebsräte seien selbstverständlich auch für die Leihkräfte und ihre Probleme zuständig. In den Ruppiner Kliniken sind derzeit mehr als 530 Pflegekräfte tätig, darunter 15 Leihpfleger. Auf dieses Angebot von Personalvermittlern greift das Neuruppiner Krankenhaus schon seit 2017 zurück, um die Personalnot in der Pflege zu lindern.

Guy-Harald Hofmann hat mit einem offenen Brief auf der Internetplattform Facebook auf das Beenden seiner Tätigkeit bei den Ruppiner Kliniken reagiert. In dem Brief, der sowohl an Klinikgeschäftsführer Matthias Voth als auch an Landrat Ralf Reinhardt (SPD) als Aufsichtsratsvorsitzenden der Klinik-Holding gerichtet ist, spricht Hofmann von einer „Einschränkung der freien Meinungsäußerung“ und bedauert, dass seine fachlichen Hinweise für eine bessere Pflege nicht einmal angehört wurden.

Hofmann hatte wegen des schlechten Zustandes in der Pflegebranche in Deutschland eigentlich auf einen Aufschrei in der Gesellschaft gehofft. Stattdessen wird jetzt viel über seinen offenen Brief und die Reaktion der Klinikgeschäftsführung gesprochen. Dabei sagt auch Manon Cochois von der Gewerkschaft Verdi, dass „die Pflege insgesamt attraktiver“ werden müsse.

Aber solange Hinweise von Pflegekräften ignoriert und diese sogar vor die Tür gesetzt werden, dürfte es noch eine ganze Weile dauern, bis sich an dieser Situation etwas ändert. Hofmann überlegt nun, ob er Deutschland verlässt. „Auch in der Schweiz werden Pflegekräfte gesucht.“

Quelle: https://www.maz-online.de/Lokales/Ostprignitz-Ruppin/Neuruppin/Leihpfleger-spricht-ueber-Pflegenotstand-Neuruppiner-Klinik-schmeisst-ihn-raus - Mit herzlichem Dank an die Chefredaktion!



Zitat
phoenix-Studiogespräch mit Prof. Stefan Sell zur Personalsituation in der Pflege am 13.08.19

Quelle: https://youtu.be/Xa1xGzz018M

phoenix-Moderator Stephan Kulle spricht im Studiogespräch am 13.08.19 mit Prof. Stefan Sell über den Personalbedarf und die Personalsituation in der Pflege, Untergrenzen und über die zukünftige Finanzierung.
« Letzte Änderung: 25. August 2019, 00:33 von admin » Gespeichert

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« Antworten #31 am: 15. August 2019, 15:01 »

Zitat
NDR 2 Spezial - Das Thema:
Pflegenotstand in Deutschland
Sendung vom 18.07.2019 20:02 Uhr, Autor/in: Dennis Schwalm

3,4 Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland - doch viele Stellen in der Pflege sind unbesetzt. Warum ist das so? Und was kann man dagegen tun?

[zum NDR2-Beitrag >>]
Quelle: https://www.ndr.de/ndr2/sendungen/ndr2spezial/NDR-2-Spezial-Das-Thema-Pflegenotstand-in-Deutschland,audio537286.html



Zitat
Miese Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte
05.06.2019 Exakt ∙ MDR Fernsehen


Die Intensivpflege ist ein lukratives Geschäft und Personal schwer zu finden. Dennoch müssen manche Pflegekräfte unter unwürdigen Bedingungen arbeiten und um ausstehenden Lohn kämpfen.
Quelle: https://www.mdr.de/investigativ/bezahlung-pflegekraefte-100.html + https://youtu.be/Yk1L9VpoO5A
« Letzte Änderung: 21. August 2019, 00:41 von admin » Gespeichert

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« Antworten #30 am: 15. August 2019, 14:49 »

Zitat
Pflege am Limit – warum immer mehr Pflegekräfte in die Leiharbeit wechseln | REPORT MAINZ, 28.05.2019


Durch attraktivere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung zieht es nach REPORT MAINZ Recherchen immer mehr Pflegekräfte in die Leiharbeit. Sie kündigen feste Stellen und wechseln bewusst zu Personaldienstleistern.
Quelle: https://www.reportmainz.de | https://www.facebook.com/reportmainz/ | https://twitter.com/reportmainz | https://youtu.be/lOJsvHIa6IU



Zitat
Die dunkle Seite der Zeitarbeit Doku
ZDFzoom, 15.05.2019

Gesetzlich sei alles gut geregelt, viele Zeitarbeits-Unternehmen würden diese Regeln aber umgehen, klagen Beschäftigte in der Zeitarbeitsbranche. Und es gebe zu wenige Kontrollen, um die schwarzen Schafe zu bestrafen.

In Deutschland kann jeder eine Zeitarbeitsfirma gründen. Spezielle Fachkenntnisse sind nicht erforderlich. Es gibt mehr als 52 000 Verleihbetriebe, und in den meisten werde auch ordentlich gearbeitet, sagt Manuela Schwarz, die selbst Chefin eines Zeitarbeitsunternehmens und zudem im Bundesvorstand des Branchenverbandes IGZ tätig ist: "Unternehmen sollen so flexibler mit Schwankungen der Auftragslage umgehen können. Zeitarbeit habe sich bewährt", sagt sie.

Kritiker wie Professor Klaus Dörre von der Universität Jena sehen das anders: "Zeitarbeit ist ein Beschäftigungsverhältnis, schlecht bezahlt, mit einem hohen Risiko und ohne Chance auf bessere Verhältnisse." Und es gebe viele Missstände, sagt er: "Es geht bis dahin, dass der Lohn nicht gezahlt wird, dass Arbeitsschutzregelungen nicht eingehalten werden, dass Akkordbestimmungen nicht eingehalten werden, und das geht auf Kosten der Gesundheit." Nach Untersuchungen von Dörre ist jeder zehnte Betrieb auffällig. Zudem gibt es Kritik an den Kontrollen in den Verleihbetrieben. Zuständig dafür sind die Bundesagentur für Arbeit sowie der Zoll.

Beate Müller-Gemmeke, Bundestagsabgeordnete der Grünen, hat eine parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung gestellt. Ihr hat die Regierung geschrieben, dass es 85 Planstellen für Kontrolleure in der Bundesagentur für Arbeit gebe. Das sei viel zu wenig, kritisiert sie: "Ich habe mal ausgerechnet, auf einen Prüfer fallen 615 Verleihbetriebe und rund 12 000 Leiharbeitskräfte. Das ist natürlich eine Riesenzahl, die da geprüft werden soll. Von daher wundert's nicht, dass nachher gerade mal zehn Prozent der Leiharbeitsfirmen geprüft werden können, das heißt, alle zehn Jahre schaut mal jemand vorbei." Die Bundesregierung hingegen hält die Kontrollen für ausreichend. Eine Regelungslücke gebe es nicht.
Quelle: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-die-dunkle-seite-der-zeitarbeit-100.html
« Letzte Änderung: 21. August 2019, 00:45 von admin » Gespeichert

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« Antworten #29 am: 26. April 2019, 00:39 »

Zitat
Studie
Pflegekräfte in Bremen arbeiten am Limit
Sabine Doll 11.01.2019

Nach einer Studie der Bremer Arbeitnehmerkammer wird der Fackräftemangel in Kliniken und Pflegeeinrichtungen in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Grund seien die anhaltend schlechten Arbeitsbedingungen.

Pflegekräfte im Land Bremen arbeiten bereits jetzt am Limit – die Bedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden sich in den kommenden Jahren aber noch weiter zulasten der Beschäftigten verschlechtern. Zu diesem Befund kommt eine repräsentative Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen.

„Bei den Beschäftigten kommt zu wenig Wertschätzung an“, sagte Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Kammer. „Gesellschaftlicher Respekt drückt sich nicht nur in Zuspruch aus, sondern auch in angemessenen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen. Da sind wir in der Pflege aber noch lange nicht.“ Die aktuelle Auswertung der Kammer für den Gesundheitsbereich basiert auf einer Befragung von Beschäftigten in Bremen aus dem Jahr 2017.

Rund 20 000 sozialversichert Beschäftigte in Bremen und Bremerhaven arbeiten danach in stationären Einrichtungen, 14 000 in Krankenhäusern und 6000 in Alten- und Pflegeeinrichtungen. „Ihre Lage ist von einem bereits jetzt erheblichen Fachkräftemangel geprägt“, betonte der Kammer-Chef. In der Altenpflege kämen derzeit auf einen Arbeitssuchenden vier offene Stellen, in der Krankenpflege sei das Verhältnis eins zu zwei. Im Schnitt dauere es ein halbes Jahr, bis eine Stelle besetzt sei.

Fachkräftemangel wird noch größer

Schierenbeck: „Der Fachkräftemangel wird in den nächsten Jahren noch größer.“ Die Gründe: Mit einer höheren Lebenserwartung steige der Pflegebedarf. Auf der anderen Seite führten die schlechten Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen dazu, dass sich zu wenige junge Menschen für den Pflegeberuf entschieden – und gleichzeitig immer mehr Beschäftigte früher aus dem Beruf ausschieden. So gab laut der Studie fast die Hälfte (45 Prozent) der Befragten an, dass eine Beschäftigung bis zum regulären Renteneintritt nicht möglich sei. „Dabei ist bereits jetzt rund ein Viertel der Beschäftigten in Kliniken und Pflegeheimen über 55 Jahre alt“, so der Kammer-Chef.

Auch in Niedersachsen wird sich der Notstand laut der Pflegekammer des Landes verschärfen: „Bis 2033 werden voraussichtlich 35 bis 43 Prozent der heute in Niedersachsen tätigen Pflegefachpersonen nicht mehr in ihrem Pflegeberuf tätig sein“, sagte Kammer-Präsidentin Sandra Mehmecke in einer Mitteilung zur Vorstellung eines Lageberichts Ende Dezember. Diese Lücke könne durch den Nachwuchs kaum geschlossen werden.

Die Ergebnisse der Befragung in Bremen zeigen laut Schierenbeck deutliche Unterschiede zu anderen Branchen: So sei vor allem in der Altenpflege der Anteil der Teilzeitkräfte überdurchschnittlich hoch, bei den Fachkräften erreiche er einen Spitzenwert von 80 Prozent. Grund dafür seien oft betriebswirtschaftliche Interessen, Teilzeitkräfte könnten zeitlich flexibler eingeteilt und leichter aus arbeitsfreien Zeiten geholt werden. In den Pflegeheimen würden rund ein Viertel der Pflegekräfte gern mehr arbeiten.

Die meisten Pflegekräfte bekommen nur wenig Gehalt

Das hänge auch mit den niedrigen Verdiensten zusammen: „Mehr als die Hälfte bekommt monatlich weniger als 1500 Euro netto“, so der Hauptgeschäftsführer der Bremer Kammer. Im Bundesdurchschnitt bekämen die Beschäftigten in der Altenpflege immer noch 600 Euro weniger als ausgebildete Fachkräfte in den Kliniken. „Das liegt auch daran, dass es in Kliniken noch Tarifstrukturen gibt“, so die Geschäftsführerin und Leiterin der Politikberatung der Kammer, Elke Heyduck.

Die dünne Personaldecke und Arbeitsverdichtung führten dazu, dass vor allem körperliche Belastungen deutlich gestiegen seien: Über 60 Prozent der Beschäftigten in Kliniken und Pflegeheimen gaben dies an, nur vom Baugewerbe mit über 80 Prozent werde der Wert übertroffen. Einen weiteren negativen Spitzenwert liefert die Frage nach Stress und Arbeitsdruck: 88 Prozent in Kliniken und 69 Prozent in Pflegeeinrichtungen gaben an, fast immer oder oft schnell arbeiten zu müssen. Schierenbeck: „Die Folge ist chronischer Zeitmangel. Wenn man diese Zahl als Patient hört, kann einem anders werden.“

Das Sofortprogramm von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), das bundesweit 13 000 zusätzliche Pflegestellen vorsieht, löse den Notstand nicht: „Woher sollen Fachkräfte kommen, wenn schon jetzt offene Stellen nicht besetzt werden können“, sagte Heyduck. Die Arbeitsbedingungen müssten verbessert werden; das bedeute mehr Vollzeitstellen, bessere Bezahlung sowie bundesweit einheitliche Vorgaben zur Personalbemessung.
Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-pflegekraefte-in-bremen-arbeiten-am-limit-_arid,1798060.html
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« Antworten #28 am: 22. Januar 2015, 18:14 »

Zitat
Pflegepersonal: Überlastungsanzeigen unterdrückt?
NDR Panorama 3 - 23.01.2018 21:15 Uhr


Gefährdungsanzeigen sollen dazu dienen, auf eine Gefahr am Arbeitsplatz hinzuweisen. Genau dieses Mittel wurde einer Pflegerin zum Verhängnis: Sie wurde von der Klinikleitung abgemahnt.
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Pflegepersonal-Ueberlastungsanzeigen-unterdrueckt,gefaehrdungsanzeige102.html + https://youtu.be/OYWIvenJEv0



Zitat
Die Ursachen des Gesundheitsfachkräftemangels in Deutschland

Oft werden der unvermeidliche demographische Wandel und die absehbare Alterung der deutschen Gesellschaft angeführt, um die Notwendigkeit der Abwerbung aus dem Ausland zu begründen. Der heutige Fachkräftemangel ist aber hausgemacht.


Die wichtigste Ursache liegt in den sich verschlechternden Arbeitsbedingungen in der Pflege. Eine schlechte und in vielen Fällen rückläufige Bezahlung geht mit einer zunehmenden Arbeitsbelastung einher. Es wird versäumt, Personal durch Aus- und Weiterbildung zu gewinnen. Eine kritische Entscheidung war die Einführung der Fallpauschalen 2004 als Instrument der Krankenhausfinanzierung und die damit verbundene Ökonomisierung des Gesundheitssystems.

Deutsche und EU-eigene Fachkräfte sind häufig nicht mehr bereit, die zunehmend schlechten Einkommens- und Arbeitsbedingungen in Deutschland zu akzeptieren. Infolgedessen suchen die Bundesregierung und Arbeitgeber jetzt auf dem Weltmarkt nach Arbeitskräften.

Durch die Öffnung der Grenzen für qualifizierte Fachkräfte wird für die hiesigen Betriebe auch die Möglichkeit geschaffen, Ausbildungskosten einzusparen. Dies stellt einen weiteren Anreiz zur Rekrutierung aus dem Ausland dar und setzt die pflegerischen Ausbildungsgänge in Deutschland weiter unter Druck. Kompensationszahlungen an die Ausbildungssysteme der Herkunftsländer sind notwendig, um hier korrigierend einzugreifen und einer weiteren Verschärfung der Situation entgegenzuwirken.
Quelle: http://www.venro.org, Standpunkt Nr. 6 - 12/2014

* Venro_Standpunkt_Ausgabe_6_2014.pdf (162.84 KB - runtergeladen 292 Mal.)
« Letzte Änderung: 15. August 2019, 16:00 von admin » Gespeichert

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« Antworten #27 am: 24. Juli 2014, 17:50 »

ARD Die Reportage:
Der Arbeitsmarktreport - das Märchen vom Fachkräftemangel
Doku, 2014, Film von Ulrike Bremer


Quelle: https://youtu.be/lFq2aAcf-8s
« Letzte Änderung: 09. August 2017, 15:24 von admin » Gespeichert

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« Antworten #26 am: 12. Juni 2014, 02:17 »

NATIONALER BILDUNGSBERICHT

Fachkräftemangel hausgemacht

Zitat
Zur öffentlichen Diskussion in den letzten Jahren über einen zunehmenden Fachkräftemangel, insbesondere in den industriellen Kernberufen und in den Gesund- heitsdienst- und Pflegeberufen, steht die beträchtliche Unterdeckung des Angebots

... Nach dem gegenwärtigen Stand des Wissens scheinen Fachkräfteengpässe eher von der Angebots- als von der Nachfrageseite verursacht zu sein, was mit Blick auf die demografische Entwicklung auf eine wenig zukunftsorientierte Ausbildungspolitik der Unternehmen hinzuweisen scheint.

[Nationaler Bildungsbericht 2014 >>]

Quelle: http://www.bildungsbericht.de/index.html?seite=11123



Thema in diversen Medien:

Fachkräftemangel ist hausgemacht

Die Wirtschaft klagt über angeblich fehlende Lehrstellenbewerber. Doch der neue Nationale Bildungsbericht sieht die Probleme eher bei den Unternehmen: Dort, wo heute Fachkräfte fehlten, gebe es seit Jahren zu wenig Ausbildungsplätze. ...


Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/nationaler-bildungsbericht-fachkraeftemangel-ist-hausgemacht-2863057.html, 18.06.2014




Fachkräftemangel ist hausgemacht

... Der von der Wirtschaft beklagte Fachkräftemangel ist laut dem neuen Nationalen Bildungsbericht weitgehend hausgemacht. In vielen Berufen, in denen über das Fehlen qualifizierter Mitarbeiter geklagt wird, gibt es seit Jahren zu wenig Lehrstellen, wie die Wissenschaftler an Hand von amtlichen Daten auflisten.

Der Bericht „Bildung in Deutschland 2014“ einer Autorengruppe mit namhaften Wissenschaftlern soll am Freitag (13. Juni) gemeinsam vom Bundesbildungsministerium und der Kultusministerkonferenz (KMK) veröffentlicht werden. ...

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/karriere/bildung-nationaler-bildungsbericht-fachkraeftemangel-ist-hausgemacht_id_3909639.html



NATIONALER BILDUNGSBERICHT

Fachkräftemangel ist hausgemacht

BERLIN | Der von der Wirtschaft beklagte Fachkräftemangel ist laut dem neuen Nationalen Bildungsbericht weitgehend hausgemacht. In vielen Berufen, in denen über das Fehlen qualifizierter Mitarbeiter geklagt wird, gibt es seit Jahren zu wenig Lehrstellen, listen die Experten anhand von amtlichen Daten auf. ...

Quelle: http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/



Studie: Fachkräftemangel hausgemacht

... Die Autoren des neuen - noch unveröffentlichten - Nationalen Bildungsberichts halten der Wirtschaft angesichts der demografischen Entwicklung eine „wenig zukunftsorientierte Ausbildungspolitik“ vor. ...

... In den industriellen Kernberufen (Metall, Technik und Elektro) wie auch in den Gesundheits- und Pflegeberufen bestehe seit Jahren beim Lehrstellenangebot der Unternehmen eine „beträchtliche Unterdeckung“, heißt es dort. ...

Quelle: http://www.derwesten.de/wirtschaft/studie-fachkraeftemangel-hausgemacht-aimp-id9447501.html



Pflegerat warnt vor "Exodus" von Fachkräften
Der Chef des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, hat im November 2013 vor einer dramatischen Zunahme des Fachkräftemangels in der Pflege gewarnt....

... "Wir müssen im Pflegebereich die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern, um diejenigen, die aus dem Beruf geflüchtet sind, zurückzuholen, forderte Westerfellhaus. Das Wichtigste sei, dass es mehr Kollegen und mehr Zeit für die Pflege gebe.

Der Experte forderte die künftige Bundesregierung auf, einen "nationalen Aktionsplan für Pflegekräfte" zu erarbeiten. Mehr Pflegekräfte aus dem Ausland seien keine Lösung: "Wenn wir das Geld, das dafür aufgewendet wird, zur Ausbildung und zur Gewinnung von Fachkräften im Inland einsetzen würden, wären wir erfolgreicher." ...

Quelle: http://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/152506/index.html, 12.05.2014
« Letzte Änderung: 26. Juni 2014, 14:08 von admin » Gespeichert

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« Antworten #25 am: 12. Juni 2014, 00:51 »

Pflegenotstand in Deutschland eine Folge falscher Politik

BERLIN (NNA) – Der Notstand in der Altenpflege in Deutschland ist eine Folge einer falschen Pflegepolitik. Diese These vertrat Prof. Frank Weidner, Direktor des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) beim Deutschen Pflegetag in Berlin.

Nach vorliegenden Zahlen und Fakten hinkt Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in der Modernisierung der professionellen Pflege hinterher. Der Fachkräftemangel sei besonders ausgeprägt, die öffentlichen Investitionen in die Pflege verglichen mit den meisten west- und nordeuropäischen Ländern deutlich geringer. „Mit jeder Pflegereform, die wir in den vergangenen Jahren erleben durften, hat sich die berufliche Situation für die Pflege eher verschlechtert“, so Weidner.  ...

Quelle: http://www.nna-news.org/de/nachrichten/artikel/pflegenotstand-in-deutschland-eine-folge-falscher-politik-1593/, 02.03.2014



Alten- und Krankenpflege zwischen Qualitätsanspruch und Fachkräftemangel

Neue E-Publikation zu Arbeitsmarktentwicklungen in Europa mit Beiträgen aus dem IAT


... Das Buch ist Ergebnis eines niederländisch-spanischen Seminars, das von der Radboud Universität Nimwegen und XREAP, einem Zusammenschluss von 150 Forschern aus vier katalanischen Universitäten, im Oktober 2010 in Barcelona veranstaltet wurde. Drei Beiträge aus dem Institut Arbeit und Technik (IAT / FH Gelsenkirchen) beleuchten in dem Band die Situation und Entwicklung in Deutschland.

Die IAT-Expertin Michaela Evans beschreibt die Arbeitsmarktsituation im Bereich Alten- und Krankenpflege in Deutschland, gekennzeichnet von hohen Anteilen von Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung. In der professionellen Pflege werden bis 2025 schätzungsweise zwischen 20 und 27 Prozent mehr Vollzeitkräfte benötigt. Um diese Lücke zu füllen sind integrierte Versorgungskonzepte in der Gesundheitswirtschaft nötig, aber auch Konzepte „guter Arbeit“ und bessere Arbeitsbedingungen, um die Attraktivität der Pflegeberufe zu verbessern. Evans und Sandra Dörpinghaus schlagen zudem vor, die „stille Reserve“ von Berufsrückkehrerinnen in den Gesundheitsberufen zu mobilisieren. Ein systematisches Wiedereinstiegs-Management dafür wurde am IAT entwickelt. ...

[E-Publikation herunterladen >>]

Quelle: http://www.iat.eu/index.php?article_id=1085&clang=0



"Es gibt gar keinen Fachkräftemangel" | Interview mit Karl Brenke

Eine Million Stellen sollen in Deutschland unbesetzt sein - die Bundesregierung hat eine Fachkräfte-Initiative gestartet. Doch der Wirtschaftsexperte Karl Brenke bezweifelt, dass es einen Mangel an Fachkräften überhaupt gibt. Die Regierung wolle nur die Löhne hierzulande drücken, sagt Brenke.


Quelle: Inforadio rbb, 05.06.2012 und http://youtu.be/pg-xuD68Nrc



Fachkräftemangel - Eine Fatamorgana der "Denkfabrik" IW Köln


Quelle: http://www.3sat.de (2011) und http://youtu.be/sQUNPJysHaE



Zitat
> Fachkräftemangel:

Gerhard Bosch redet Tacheles: Der Wirtschaftssoziologe und prominente Kommentator zum Thema Fachkräftemangel weist in seinen Interviews und Vorträgen auf die Versäumnisse der Unternehmen, aber auch der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik hin.

Nicht immer heißt Personalmangel auch Fachkräftemangel, sagt Bosch: ›Personalmangel kann auch durch schlechte Arbeitsbedingungen entstehen. Die Pflege ist ein Beispiel, wo es eine hohe Fluktuation gibt durch schlechte Arbeitsbedingungen. Deshalb müssen durch den Fachkräftemangel auch ganze Branchen ihre Lohn- und Arbeitsmodelle überdenken. ‹ Die Zeiten, in denen ein ›Überfluss‹ an qualifizierten Arbeitskräften herrschte, sind aus seiner Sicht vorbei und ›wenn Fachkräftemangel bemerkt wird, ist es meist schon zu spät‹. Neue Ansätze der Lohn-, Einstellungs- und Weiterbildungspolitik sind daher heute gefragt und gefordert.

Bosch: ›Langfristig steuern wir auf einen echten Fachkräftemangel zu: Es wurde und wird zu wenig aus- und weitergebildet.‹ Aus Sicht des Direktors des Instituts für Arbeitsmarkt und Qualifikation sind sowohl die personalpolitischen wie auch die bildungspolitischen Herausforderungen dieses Themas längst nicht begriffen worden.
Quelle: www.arbeitnehmerkammer.de
« Letzte Änderung: 15. August 2019, 14:03 von admin » Gespeichert

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« Antworten #24 am: 03. August 2013, 21:56 »

Pflege-Notsstand? Umschulung eines Nordbremers zum Altenpfleger abgelehnt!

Zitat von: WESER-KURIER
NACHSCHLAG

Pflege-Bündnis ist ein Pflegefall

VON MICHAEL BRANDT

Es mangelt an Arbeitskräften in der Altenpflege. Massiv. Studien zufolge könnten in 15 Jahren 150 000 bis 200 000 Männer und Frauen in der Pflege fehlen. Besonders bei gut ausgebildeten Kräften sehe es schlecht aus, hat auch Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) betont, es müsse deshalb qualitativ hochwertig ausgebildet werden.

Schon vor Monaten tauchten schließlich erste Berichte über den Import von Arbeitskräften aus anderen europäischen Ländern in den Medien auf. Sogar in Asien würden die Unternehmen nach Altenpflegern suchen, hieß es.

Selbstverständlich also, dass die Behörden in Bremen und Niedersachsen alles tun, um die drohende Lücke zu schließen. Schließlich geht es nicht um irgendein akademisches Problem, sondern um die Lebensqualität der älteren Menschen in der direkten Nachbarschaft. Und sei es nur, dass sie Hilfe dabei benötigen, täglich einen Verband zu wechseln.

Der Fall eines Nordbremers, der in dieser Woche bekannt wurde, belegt das genaue Gegenteil. Das Problem wird verschludert.

Der 47-Jährige schulte vom Kaufmann zum Altenpflegehelfer um und wollte sich weiterqualifizieren zum staatlich anerkannten Altenpfleger. Genau das, was Sozialsenatorin Stahmann eigentlich will. Er scheitert aber daran, dass das Jobcenter 95 Euro nicht übernehmen will.
Denn mit einem Ausbildungsgehalt von 615 Euro plus Wohngeld kann der Mann nicht hinkommen.

Durch die unflexible Haltung im Amt entsteht gleich mehrfach Schaden. Erstens nimmt die Glaubwürdigkeit der Sozialsenatorin ab, weil sie einräumen muss, dass sie nicht in der Lage ist, dem selbst formulierten Anspruch zu entsprechen. Denn mit der Weigerung des Jobcenters, die weitere Qualifizierung des Nordbremers zu fördern, geht dem Arbeitsmarkt ein qualifizierter Pfleger verloren.

Zweitens dokumentiert das Jobcenter einmal mehr, dass es eben nicht in der Lage ist, eine Situation individuell abzuwägen und nach einer sinnvollen Lösung zu suchen. Das Jobcenter gehört zu einer der größten Verwaltungsmaschinerien Deutschlands. Und Bürokratien sind nicht in erster Linie dazu da, Menschen zu helfen, sondern sie sind in erster Linie Selbstzweck. Dieses Bild scheint das Jobcenter mit dem aktuellen Fall untermauern zu wollen.

Und drittens schließlich geht dem genannten 47-Jährigen die Möglichkeit verloren, einen qualifizierteren Job zu machen und damit auch mehr Geld zu verdienen.
Quelle: www.weser-kurier.de, 03.08.2013



WIDERSINNIG: siehe dazu die Presseinformation Nr. 2 (21.05.2012) des Jobcenter Bremen:

Zitat von: Jobcenter-Bremen
Job-Chancen im Pflegebereich

... Der Bereich „Pflege“ bietet viele offene Stellen und vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Diese reichen von der Altenpflege über Pflegedienste bis zu Tätigkeiten im Krankenhausumfeld. ...

... Dies bedeutet insbesondere für langzeitarbeitslose Menschen eine echte Chance wieder in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit einzusteigen. ...
Quelle: http://www.jobcenter-bremen.de/site/presseinformationen/



Zitat von: WESER-KURIER
Jobcenter lehnt Fortbildung ab

Ärger, zahlreiche Behördenbriefe und finanzielle Schwierigkeiten – Torsten Uhlenbruch ist frustriert. Von seiner Motivation, sich im Pflegebereich fortzubilden, um in der Altenpflege als höher qualifizierte Fachkraft zu arbeiten, ist nichts mehr geblieben. Seine Ausbildung zum staatlich geprüften Altenpfleger wird er aus finanziellen Gründen abbrechen. ...
Quelle: www.weser-kurier.de, 31.07.2013

* !_PI_02_12_Fachtag_Pflege.pdf (71.96 KB - runtergeladen 392 Mal.)

* Jobcenter_lehnt_Fortbildung_ab_wk130731_2.jpg (814.06 KB, 1117x2343 - angeschaut 821 Mal.)
« Letzte Änderung: 05. August 2013, 13:00 von admin » Gespeichert

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« Antworten #23 am: 12. Mai 2013, 17:39 »

Deutscher Pflegerat e.V. mobilisiert gegen den Pflegenotstand

Berlin, 7. Mai 2013 – Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) als führende Interessenvertretung der beruflich Pflegenden in Deutschland, fordert vier Monate vor der Bundestagswahl Lösungen für den Pflegenotstand in Deutschland. Dazu hat der DPR eine  bundesweite Kampagne unter dem Titel „Ich will Pflege!“ initiiert. Sie soll engagierte Pflegefachpersonen sowie Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, Druck auf die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik auszuüben, damit endlich Lösungen zur Zukunftssicherung der Pflege erarbeitet werden. „Der Pflegenotstand muss als drängendes gesamtgesellschaftliches Problem anerkannt werden, seine Lösung darf nicht länger von Legislaturperiode zu Legislaturperiode verschoben werden“, sagte Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR, zum Auftakt der Kampagne in Berlin. „Deutschland braucht jetzt ein parteiübergreifendes Commitment zur Neustrukturierung der professionellen Pflege – unabhängig von Legislaturperioden, Regierungskoalitionen und Parteiinteressen.“ Die Kampagne setzt darauf, der neuen Bundesregierung bereits vor ihrem Amtsantritt die Forderungen der Berufsangehörigen der Pflege deutlich zu machen.


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Aktuellen wissenschaftlichen Prognosen zufolge steht Deutschland vor dramatischen Entwicklungen hinsichtlich der Pflege-Versorgung in den nächsten Jahrzehnten. Wie Prof. Fritz Beske, Gründer und Direktor des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung Kiel, in seiner neusten Schrift errechnet hat, wird die absolute Zahl Pflegebedürftiger von 2009 bis 2060 von 2,34 auf 4,51 Millionen Menschen steigen – dies entspricht einer Steigerung von 93 Prozent. Damit wird sich von 2009 bis 2060 der Bedarf an Pflegepersonal mehr als verdoppeln, von 629.600 auf 1,4 Millionen Vollzeitbeschäftigte. Waren 2009 noch 1,3 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der Altenpflege tätig, werden 2060 dann 4,3 Prozent gebraucht. „Die Versorgung Pflegebedürftiger muss auch in Zukunft gesichert sein“, sagte Beske anlässlich der Pressekonferenz. „Dabei wird es an beidem fehlen, an Geld und an Fachpersonal. Ansprüche, die nicht erfüllt werden können, erzeugen Unruhe. Dies muss berücksichtigt werden, wenn die Versorgung Pflegebedürftiger von morgen zur Diskussion steht.“

Große Unruhe herrscht bereits heute unter den Pflegefachpersonen in Deutschland. Sie stellen mit rund 1,2 Mio. Personen die größte Berufsgruppe innerhalb des deutschen Gesundheitswesens dar, werden jedoch übermäßig belastet und vergleichsweise schlecht bezahlt. „Hohe Arbeitsbelastung, große Verantwortung, Schichtarbeit, unangemessene Entlohnung und keine Perspektive auf Veränderung – den Pflegenden in Deutschland reicht es einfach“, sagt Andrea Lemke, Präsidiumsmitglied des DPR und Pflegedirektorin im Waldkrankenhaus Berlin Spandau. „Sie suchen jetzt nach einem Ventil für ihren Protest gegen die Untätigkeit der Politik.“ Insbesondere der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs sei ein Problem, das den täglichen Arbeitsalltag für die Pflegenden zur dauernden Herausforderung macht. „In der Altenpflege, die einen der größten Bereiche der Pflege ausmacht, stehen wir mit dem Rücken zur Wand“, sagt Ulrike Döring, Präsidiumsmitglied des DPR und Vorstand der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V. (ADS). „Leidenschaft und Begeisterung für unseren Beruf allein reichen jetzt wirklich nicht mehr aus, was wir brauchen, sind bessere Personalschlüssel und eine Attraktivitätssteigerung dieses Berufs.“

„Angesichts des bereits bestehenden und noch weitaus brisanter werdenden Personalproblems ist es eine wichtige Aufgabe für die gesamte Gesellschaft, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten“, meint auch Dr. Rolf Koschorrek, MdB, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. „Die Stichworte dazu lauten angemessene Vergütung, Vereinheitlichung der Ausbildung (u.a. für bessere Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten), schnellere Anerkennung von Qualifikationen, Erleichterung des Wiedereinstiegs in den Beruf, mehr Durchlässigkeit z.B. für Berufsrückkehrer und Pflegehelfer und nicht zuletzt die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Für die Zukunft der Pflege hat der DPR konkrete Forderungen erarbeitet, die in Form von Wahlprüfsteinen an die Politik gerichtet werden. Die Kampagne selbst setzt auf die Aktivitäten der 15 Mitgliedsverbände des DPR und der Landespflegeräte, die sich auf einen „heißen Sommer“ eingeschworen haben. Außerdem soll der Protest der Pflegenden sich im Internet über die Kampagnen-Website www.ichwillpflege.de und viral weiterverbreiten. Andreas Westerfellhaus hofft, dass mit dieser breiten Mobilisierung auch die Bereitschaft der Politik gesteigert wird, sich mit dem schwierigen Thema zu befassen. „Eine systematische Aus- und Weiterbildung, attraktive Weiterentwicklungs- und Karriereperspektiven bei leistungsgerechter Entlohnung, eigenverantwortliche Handlungs- und Aufgabenbereiche entsprechend der individuellen Qualifikation, flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine realistische und angemessene Personalausstattung – das ist das, was die Politik jetzt für die Pflege schaffen muss“, sagt er.

Quelle: http://www.ichwillpflege.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-1.php
« Letzte Änderung: 05. Juni 2013, 22:39 von admin » Gespeichert

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« Antworten #22 am: 02. April 2013, 13:02 »

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Pflegekräfte aus dem Ausland

In Deutschland gibt es immer mehr Pflegebedürftige. Doch Fachkräfte für die Pflege fehlen. Um den Notstand zu bekämpfen, wirbt die Bundesagentur für Arbeit um ausländisches Personal.

VON EDGAR BAUER

Bonn. Medikamente verabreichen, Wundverbände wechseln, Blutdruck messen, bei Reha-Übungen oder auf der Toilette helfen: All das ist Alltag von Pflegern. In deutschen Kliniken und Altenheimen fehlen Fachkräfte für diese Arbeiten. Und die Lücken werden immer größer.

Deshalb soll verstärkt Fachpersonal im Ausland angeworben werden. Die dafür zuständige Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit geht nicht nur europaweit auf die Suche. Auch in China und auf den Philippinen sollen dringend benötigte Pflegekräfte für Deutschland gewonnen werden. „Auf Dauer reicht es nicht aus, nur in Europa nach Fachpersonal zu suchen“, erklärt ZAV-Direktorin Monika Varnhagen.

Nach aktuellen ZAV-Angaben gab es im März mehr als 8000 als offen gemeldete Stellen in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie gut 10 000 offene Stellen in der Altenpflege. Der tatsächliche Bedarf dürfte weit höher liegen. Nach Schätzungen des Arbeitgeberverbandes Pflege fehlen bereits jetzt rund 30 000 Fachkräfte.

Die ZAV sucht bereits seit einiger Zeit Pflegekräfte in anderen EU-Ländern, vor allem im krisengeschüttelten Südeuropa. Dort ist die Arbeitslosigkeit hoch, und junge Fachkräfte finden oft keine Stelle. Im vergangenen Jahr vermittelte die ZAV gleichwohl nur 56 Pflegekräfte aus dem europäischen Ausland, die meisten kamen aus Portugal. Das ist nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Auch bulgarische und rumänische Pflegekräfte können bereits jetzt beschäftigt werden, obwohl ansonsten für beide Länder noch bis Jahresende eine begrenzte EU-Freizügigkeit gilt. Mit dem Nicht-EU- Land Bosnien-Herzegowina will die ZAV in den nächsten Tagen ein Abkommen zur Gewinnung von Pflegern unterzeichnen, wie es das für Kroatien und seit Januar auch für Serbien schon gibt.

„Trotz EU-Freizügigkeit sind nur wenige Pflegefachkräfte aus Ländern wie Polen, Tschechien, der Slowakei oder Ungarn gekommen“, sagt der Sprecher des Arbeitgeberverbands Pflege, Steffen Ritter. Ein hoher bürokratischer Aufwand bei der Berufsanerkennung, unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern sowie fehlende Deutschkenntnisse seien große Hindernisse. Auch die Bezahlung sei nicht sonderlich attraktiv, wenn die hohen Lebenshaltungskosten in Betracht gezogen würden. „Viele polnische Fachkräfte sind lieber nach Skandinavien oder Großbritannien gegangen, und Personal aus Ungarn oder Tschechien hat Österreich oder die Schweiz bevorzugt.“

Deshalb sucht die ZAV nun auch über Europa hinaus. In China sollen in einem Pilotprojekt mit dem Arbeitgeberverband Pflege zunächst etwa 150 ausgebildete Pflegerinnen angeworben werden. Sie werden von diesem Monat an in Sprach- und Kulturschulungen in der Provinz Shandong auf ihren Deutschland-Aufenthalt vorbereitet. Bereits Mitte März wurde eine ähnliche Vereinbarung mit den Philippinen getroffen.

Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung könnten in Deutschland im Jahr 2030 rund eine halbe Million Vollzeit-Pflegekräfte fehlen. Die Politik habe das Problem und seine Dimension lange verschlafen, kritisiert der Präsident des Bundesverbands privater sozialer Dienste, Bernd Meurer.

Auch auf China und das dortige riesige Reservoir an Fachkräften ist Deutschland sehr spät gestoßen. Fast eine Million Chinesinnen sollen längst im Ausland im Einsatz sein, etwa in Kanada oder Australien. Mit einer großen Welle an zuströmenden Pflegern aus anderen EU-Staaten oder auch fernen Drittstaaten sei ohnehin nicht zu rechnen, sagt ZAV-Sprecherin Marion Rang. „Allein mit ausländischen Kräften wird die Lücke nicht zu schließen sein.“
Quelle: www.weser-kurier.de, 02.04.2013
« Letzte Änderung: 12. Mai 2013, 17:45 von admin » Gespeichert

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« Antworten #21 am: 14. Dezember 2012, 21:20 »

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Initiative gegen Pflegenotstand

Berlin (wk). Bund, Länder und Verbände haben eine Initiative gegen den drohenden Pflegenotstand gestartet. Im Bundesfamilienministerium in Berlin wurde dazu gestern eine Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiative unterzeichnet. Bis 2015 sollen die Ausbildungszahlen jährlich um zehn Prozent gesteigert werden. Bis zu 4000 Pflegehelferinnen sollen nachqualifiziert werden. Die dreijährige Umschulungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit wird wieder eingeführt. Pflegehelfer mit Vorerfahrung müssen nur eine zweijährige Qualifizierung absolvieren.

Bis 2030 soll die Zahl der Bezieher von Pflegeleistungen um 40 Prozent auf 3,4 Millionen steigen. Schon heute kommen auf 100 offene Stellen nur 37 suchende Altenpflegefachkräfte. Durch gute Bezahlung und andere Maßnahmen soll die Pflege auch attraktiver werden. Die Länder plädierten für eine einheitliche Alten- und Krankenpflegeausbildung mit einer einheitlichen Finanzierung. Nun hoffen sie auf weitere Fortschritte im kommenden Jahr.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hob anschließend hervor: „Das ist das erste Mal, dass sich so viele Teilnehmer auf einen Pakt verständigen.“ Beteiligt an der Initiative sind 30 Akteure aus Bund, Ländern und Verbänden.
Quelle: www.weser-kurier.de, 14.12.2012
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2012, 21:21 von admin » Gespeichert

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« Antworten #20 am: 25. April 2012, 12:21 »

Pflegenotstand – Zuwanderung von Pflegekräften aus dem (außereuropäischen) Ausland nicht zielführend

Pflege-Arbeitgebervertreter fordern in jüngster Zeit immer häufiger die Zuwanderung von Pflegekräften aus dem (außereuropäischen) Ausland. Offensichtlich ist das Bundesgesundheitsministerium (BMG) geneigt, solchen Forderungen durch geeignete Regelungen gerecht zu werden. - Aus der Sicht der Patienten bzw. hilfe- und pflegebedürftigen Menschen ergibt sich dazu folgende Stellungnahme:

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren darauf aufmerksam, dass wir im Gesundheits- und Pflegesystem einen Pflegenotstand haben. Dieser Notstand kann zunächst nur mit verbesserten Stellenschlüsseln angegangen werden. Pflege nach Kassenlage entspricht in keiner Weise den Bedürfnissen der Patienten und hilfe- und pflegebedürftigen Menschen. Wenn es ausreichende Stellenschlüssel gäbe und man den Politiker-Worthülsen „Wertschätzung und Anerkennung für die Pflegenden“ Taten folgen lassen würde, wären schnell ausreichend Pflegekräfte verfügbar. In den vergangenen Jahren hat es eine förmliche Berufsflucht wegen Krankheit und ungünstiger Arbeitsbedingungen aus den Gesundheits- und Pflegesystemen gegeben. Diese ungünstigen Voraussetzungen müssen geändert werden. Insoweit sind die Parlamente und die Arbeitgeber gefordert. Der Ruf nach Pflegekräften aus dem (außereuropäischen) Ausland ist nicht zielführend. Solche Forderungen sind offensichtlich den Absichten geschuldet, die Pflege möglichst „billig zu halten“. Genau das brauchen wir nicht. Denn „Wertschätzung und Anerkennung“ erfordert erheblich verbesserte Arbeitsbedingungen und höhere Vergütungen. Und dafür müssen wir im Zweifel alle tiefer in die Tasche greifen.

Im Übrigen ist auch das Sprachproblem zu bedenken: Migrationswillige Fachkräfte sprechen in aller Regel englisch, deutsch ist schwer zu lernen. In der Pflege aber ist die Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil pflegerischer Versorgung, das gegenseitige Verstehen und Aufnehmen verbaler und nonverbaler Signale unverzichtbar. Schaut man aber in die eher mäßigen Einrichtungen hinein so nimmt der Anteil der Mitarbeiter zu, die große Probleme haben, sich sowohl mündlich wie schriftlich sicher zu artikulieren und umgekehrt es auch aufzufassen. Nicht nur für die Sicherheit von Patienten und Pflegebedürftigen ist das eine Katastrophe.

Es erscheint dringender denn je, dieses Thema beim Neusser Pflegetreff am 15.05.2012 zu problematisieren. Näheres dazu unter:

http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=16058
http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=17142

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, Pressemitteilung vom 25.04.2012
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« Antworten #19 am: 28. Oktober 2011, 12:23 »

Zitat
April 2012
Studie: Burnout von Pflegekräften ist ein internationales Problem
Personalschlüssel und Arbeitsumgebung signifikant mit Patientenzufriedenheit assoziiert

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Basel liefert die ersten Hauptresultate der weltweit größten Pflegepersonalstudie, die nun im British Medical Journal (2012; 344: e1717) publiziert wurden. Die Ergebnisse, die die Gruppe um Linda Aiken von der University of Pennsylvania School of Nursing in Philadelphia und Walter Sermeus von der Katholischen Universität in Löwen/Belgien jetzt vorstellen, zeigen beim Pflegepersonal an europäischen und US-amerikanischen Krankenhäusern ein hohes Maß an Unzufriedenheit mit der herrschenden Situation. Viele fühlen sich ausgebrannt. Die Frustration reichte zwischen 19 Prozent (in den Niederlanden) und 49 Prozent (in Griechenland) bis zur Absicht, sich im nächsten Jahr einen neuen Job suchen zu wollen (Deutschland 36 Prozent). Zwischen 10 Prozent (Niederlande) und erschreckenden 78 Prozent (Griechenland) sagten, dass sie ausgebrannt seien (Deutschland 30 Prozent).

Die Frustration der Krankenschwestern und -pfleger kann sich auch auf die Patienten übertragen – ebenso umgekehrt im positiven Sinne die gute Arbeitsumgebung und bessere Stellenbesetzung. So waren in allen Ländern der Personalschlüssel und die Arbeitsumgebung signifikant mit der Zufriedenheit der Patienten assoziiert. Sie beurteilten die Kliniken und die Qualität der Pflege dann besser, wenn die Pflegekräfte in den gleichen Bereichen gute Noten vergeben hatten, berichtet das Deutsche Ärzteblatt (online, 21.3.2012).

An der Registered Nurse Forecasting-Studie (RN4CAST) waren 12 europäische Länder sowie die USA beteiligt. Mit 61.168 Krankenschwestern und 131.318 Patienten in mehr als 1.000 Kliniken, die nach ihrer Zufriedenheit mit der Krankenpflege befragt wurden, dürfte es sich um die weltweit größte im Pflegebereich jemals durchgeführte Studie handeln.

Quelle: http://www.imabe.org/index.php?id=1699




Minister Schneider:
Hohe Fluktuation in den Pflegeberufen
bessere Arbeitsbedingungen sind nötig


Fachtagung zu psychischen Belastungen in den Pflegeberufen


Düsseldorf, 11.10.2011

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Die Landesregierung will den Arbeitsschutz der 300.000 Pflegekräfte in NRW verbessern. „Pflege ist kein Kinderspiel. Wer in diesem Beruf arbeitet, macht einen wertvollen, aber auch harten Job, der nicht nur hohe körperliche, sondern vor allem auch psychische Belastungen mit sich bringt“, sagte Arbeitsminister Guntram Schneider heute (11. Oktober 2011) in Essen zum Auftakt einer Fachtagung zu psychischen Belastungen in den Pflegeberufen.

Bislang arbeiten Pflegerinnen und Pfleger durchschnittlich sechs Jahre in ihrem Beruf. Bessere Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen – so Minister Schneider weiter – könnten die hohe Fluktuation vermindern und dazu führen, dass die Pflegekräfte länger im Beruf bleiben: „Würde jede Krankenpflegerin und jeder Altenpfleger länger im Beruf arbeiten, hätten wir das Problem des Fachkräftemangels in der Pflege gelöst.“

Auf der Tagung werden Arbeitszeitmodelle und andere Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbessern können. Eine besondere Rolle spielt darüber hinaus das sogenannte „GDA-Online-Selbstbewertungsinstrument“. Mit diesem interaktiven Tool im Internet können Pflegeeinrichtungen die Ist-Situation in ihrem Betrieb analysieren, anonym mit der anderer Betriebe vergleichen und vor allem individualisierte Hinweise bekommen, wie der Arbeitsschutz und die Arbeitsgestaltung im Betrieb noch weiter verbessert werden können.

„Dies liegt auch im Interesse der Betriebe, denn mit guten Arbeitsbedingungen können sie ihre Beschäftigten an sich binden und so ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern“, sagte der Minister.

Die Pflegeberufe sind die Berufe mit den weitaus meisten Krankheitstagen aufgrund psychischer Erkrankungen: Pro Beschäftigten durchschnittlich 2,1 Tage im Jahr, während im Durchschnitt aller Berufe nur 1,3 Krankheitstage aufgrund psychischer Krankheiten pro Beschäftigten und Jahr anfallen.

Die Fachtagung „Psychische Belastungen“ wird veranstaltet vom Landesarbeitsministerium, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Sie ist Bestandteil der „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“ (GDA), in der sich die Arbeitsschutzbehörden der Länder, die Unfallversicherungsträger und der Bund gemeinsam engagieren.

Quelle: http://www.mais.nrw.de/, Pressemitteilung vom 11.10.2011
« Letzte Änderung: 19. Juli 2014, 17:13 von admin » Gespeichert

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« Antworten #18 am: 19. Oktober 2011, 00:56 »

Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG)

Experten warnen vor Fachkräftemangel in der Pflege
GVG stellt Analyse zu Bedarf und Angebot vor


(Köln) - Die angemessene Betreuung pflegedürftiger Menschen zu sichern, ist eine der zentralen Herausforderung unserer Gesellschaft. Dies hat die GVG zum Anlass genommen, zusammen mit den Fachleuten ihrer Mitglieder eine Situationsanalyse des erwarteten Pflegebedarfs und -angebots zu erstellen. Deren Ergebnisse und zentrale daraus abgeleitete Forderungen sind unter dem Titel "Umgang mit dem Fachkräftemangel in der Pflege" in der GVG Schriftenreihe als Band 69 erschienen.

Die Anzahl Pflegebedürftiger wird nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis 2030 auf bis zu 3,3 Millionen Menschen zunehmen. Rund jeder 22. Deutsche wäre demnach auf familiäre oder professionelle Hilfe angewiesen. Je nach unterlegten Annahmen fehlen aber bereits 2025 zwischen 55.000 und 112.000 Pflegevollkräfte. Das macht deutlich, dass jetzt dringender Handlungsbedarf besteht.

Es ist erforderlich, dass alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen und ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um für die Zukunft eine qualitative und menschenwürdige Pflege zu sichern. Eine Schlüsselrolle kommt hierbei dem gezielten Werben um engagierte junge Menschen und ihrer anwendungsorientierten Ausbildung zu. Eine Reform der Ausbildungsgänge in der Pflege ist dringend geboten. Unterschiedliche Zuständigkeiten auf Bundes- wie auf Landesebene dürfen dem nicht im Wege stehen. Schulgelder von bis zu 300 Euro monatlich für Altenpflegeschulen sind ein weiteres Hindernis auf dem Wege zu mehr Pflegepersonal, das beseitigt werden muss.

Ebenso wichtig ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen. Es muss gelingen, mehr gelernte Pflegekräfte im Beruf zu halten. Dazu gehört nicht zuletzt eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Dazu müssen wir jetzt dringend über die dauerhafte Bezahlbarkeit von Pflegeleistungen sprechen. Gleichzeitig müssen wir die Qualität der Pflege in den Mittelpunkt unserer Anstrengungen stellen", sagte DAK-Chef Herbert Rebscher bei der Präsentation des neuen Bandes der GVG-Schriftenreihe. Er setzt sich für einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und die Schaffung eines breiten professionellen Angebots durch gut ausgebildete Fachkräfte ein. "Zwar übernehmen in vielen Familien zunächst noch Angehörige die Pflege. Das dürfte in naher Zukunft ganz anders aussehen."

"Es liegt an unserem Verhalten heute, welche Pflege wir uns morgen leisten können", betonte der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Volker Leienbach, bei der Vorstellung der GVG-Analyse. Wenn die Pflegebedürftigen finanziell gut abgesichert sind, wird es einen attraktiven Markt für Pflegekräfte geben, sodass sich die Pflegebranche im Wettbewerb um die knapper werdenden Arbeitskräfte gut durchsetzen kann. Deshalb müssen wir schon heute mehr für die finanzielle Vorsorge tun."

Quelle: Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG), Pressemitteilung vom 18.10.2011
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2011, 00:58 von admin » Gespeichert

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