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Autor Thema: Bremer Tarifgemeinschaft will Einheitstarif f. professionelle Pflegekräfte  (Gelesen 15503 mal)
admin
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« Antworten #3 am: 08. Oktober 2012, 22:56 »

Zitat von: soziales.bremen.de
Bündnis unterzeichnet Vereinbarung im Rathaus

Auf dem Arbeitsmarkt wächst die Nachfrage nach Pflegefachkräften, und offene Stellen im Gesundheitssektor lassen sich zunehmend schwerer besetzen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Pflegebedürftigen zu. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet bis zum Jahr 2030 mit einem zusätzlichen Bedarf von rund 140.000 Pflegefachkräften in der Altenpflege bundesweit. Für Bremen ergibt sich daraus ein rechnerischer Bedarf von über 1300 zusätzlichen Fachkräften. Vor diesem Hintergrund haben sich ein gutes Dutzend Partner zur „Bremer Pflege-Initiative gegen den Fachkräftemangel“ zusammengeschlossen. Im Kaminsaal des Rathauses haben sie heute (8. Oktober 2012) feierlich eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der sie dem Mangel entgegenwirken wollen. Vereinbart wurde ein Paket an Maßnahmen – von der Werbung um Auszubildende über die Steigerung der Ausbildungszahlen bis zur erleichterten Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Erstmals soll mit der Vereinbarung auch die Ausbildung bei ambulanten Pflegediensten möglich werden.

Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, sagte anlässlich der Unterzeichnung: „Wir müssen genügend Menschen für den Beruf gewinnen und qualitativ hochwertig ausbilden, wenn wir dem Fachkräftemangel in der Pflege begegnen wollen.“ Das sei nur in enger Zusammenarbeit des Sozialressorts mit Altenpflegeschulen, Ausbildungsbetrieben, Jobcentern und der Agentur für Arbeit möglich. „Wir können dabei nur Erfolg haben, wenn alle Partner koordiniert und gemeinsam ihren Beitrag leisten, dass die Bedingungen für die Pflegenden und ihre Ausbildung verbessert werden.“

Im Jahr 2012 hat das Sozialressort die Finanzmittel für 15 zusätzliche Ausbildungsplätze in der Altenpflege zur Verfügung gestellt. Bereits ein Jahr zuvor wurden acht zusätzliche Ausbildungsplätze finanziert. „Das ist eine Steigerung um 46 Prozent, und erste wichtige Beiträge Bremens gegen den Fachkräftemangel“, so Anja Stahmann. Im Rahmen der Pflege-Initiative soll die Zahl der Erstausbildungsplätze nun stufenweise noch weiter aufgestockt werden.

Renate Jürgens-Pieper, Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit, begrüßt sehr, dass sich die wichtigsten Akteure im Bereich der Pflege zu der Bremer Pflege-Initiative zusammenfinden. „Es gilt die Zukunft aktiv zu gestalten, weil die Herausforderungen groß sein werden“, sagte sie. „Die Prognosen über die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft sind eindeutig und machen klar, dass eine bedarfsgerechte pflegerische Versorgung zentrale Herausforderung der Zukunft sein wird.“ Der Gesundheits- und Krankenpflege werde in der zukünftigen gesundheitlichen Versorgung eine wichtige Rolle zukommen. Bei den Krankenhäusern im Land Bremen sei derzeit noch kein durchgängiger akuter Fachkräftemangel festzustellen, bei hochqualifizierten Pflegekräften sei jedoch bereits jetzt der Arbeitsmarkt sehr angespannt: „Dieser Mangel an hochqualifizierten Pflegekräften macht Anstrengungen zur Höherqualifizierung von Pflegekräften und zur Verbesserung der Durchlässigkeit zu höheren Qualifikationen nötig“, sagte die Senatorin.

Landespfarrer Michael Schmidt, Vorsitzender des Landespflegeausschusses, betonte: „Damit es uns aber gelingt, junge Menschen für pflegerische Berufe zu gewinnen und auch ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Arbeitsfeld zu halten, müssen wir über die Pflege-Initiative hinaus auch das gesellschaftliche Image und die Refinanzierungsmöglichkeiten – besonders in der Altenpflege – verbessern.“ Pflegerische Leistungen, ambulante wie stationäre, seien „immer eine Dienstleistung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen wie Krankheit oder Alter“. Schmidt weiter: „Das geht nicht als Sparmodell oder zu Discountpreisen. Welchen Wert wir diesen Tätigkeiten beimessen, kann man auch daran ablesen, was sie uns wert sind.“
Bremen Stattsflagge mit Flaggenwappen   

Die Partner der Bremer Pflege-Initiative sind neben den Senatorinnen für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen sowie für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit auch der Magistrat der Stadt Bremerhaven, die Agentur für Arbeit sowie die Jobcenter Bremen und Bremerhaven, die Altenpflegeschulen im Land Bremen, die Arbeitnehmerkammer Bremen, der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., Landesgruppe Bremen, die Krankenhausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen e.V., die Krankenpflegeschulen im Land Bremen, die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bremen e.V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen Bremen e.V. Nicht zu den Unterzeichnern der Vereinbarung gehören die Kranken- und Pflegekassen, die aus rechtlichen Gründen nicht beitreten konnten. Sie wollen aber weiter in den Prozess einbezogen bleiben. Die Universität und die Hochschule Bremen sowie der Bremer Pflegerat und der Landesfachbeirat Pflege sind aus politischen Gründen nicht beigetreten. Sie protestieren gegen eine Entscheidung der Bürgerschaft, die es abgelehnt hatte, die Einrichtung einer Pflegekammer als Instrument der Selbstverwaltung der Pflegenden prüfen zu lassen. „Ich bedaure sehr, dass der politische Streit dazu geführt hat, dass diese wichtigen Partner die Pflege-Initiative gegen den Fachkräftemangel derzeit nicht mittragen können“, sagte Anja Stahmann. „Ich lade sie aber herzlich ein, sich an der fachlichen Arbeit der Pflege-Initiative zu beteiligen.“

Die heute unterzeichnete Vereinbarung fasst die gemeinsamen Ziele und Maßnahmen zusammen und legt die Rollen und Aufgaben der einzelnen Akteure fest. Alle Partner haben ihre Vorschläge eingebracht. In Abstimmung mit dem Bremer Senat hat die Arbeitnehmerkammer beim Institut für Arbeit und Wirtschaft (iaw) eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Sie soll die Situation der Pflegekräfte und des Fachkräftemangels sowie die Personal- und Qualifizierungsbedarfe im Land Bremen analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. Auch diese Untersuchung ist Teil der verabredeten Maßnahmen der Pflegeinitiative.

Rahmenvereinbarung der Bremer Pflegeinitiative gegen den Fachkräftemangel (pdf, 39.6 KB)

Anlage zur Rahmenvereinbarung der Bremer Pflegeinitiative gegen den
Fachkräftemangel
(pdf, 54.3 KB)
Quelle: http://www.soziales.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen69.c.22588.de
« Letzte Änderung: 31. März 2016, 10:49 von admin » Gespeichert

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« Antworten #2 am: 13. Mai 2011, 00:33 »

Image-Kampagnen gegen Fachkräftemangel beseitigen keine Probleme

Bremens Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter präsentiert den Medien noch schnell vor der Bürgerschaftswahl eine "Kampagne gegen Fachkräftemangel" im Pflegebereich und möchte offenbar damit im Wahlkampf punkten. Pflegekräfte und Betroffene fühlen sich allerdings dabei nicht ernst genommen und fordern das sinnlose Geldverprassen sofort zu stoppen. Teure Imagekampagnen führen weder dazu, dass mehr Pflegekräfte ausgebildet, noch dazu, dass sie ordentlich bezahlt werden und genügend Zeit haben, ihre anspruchsvolle Arbeit leisten zu können. ...

Quelle: www.heim-mitwirkung.de, Presse-Info 12.05.2011

NACHTRAG:

Übrigens gab es in Hamburg schon 2003 die Kampagne "Ohne Dich sieht Hamburg alt aus. Werde Altenpfleger!". Zitat: "150.000 Euro kosteten die Flyer, Edgar-Postkarten und Plakate mit Hamburger Prominenten wie Jenny Elvers - 40 Pflegeschüler mehr als im Vorjahr meldeten sich an." (Zitat: http://www.seniorplus.de/plus/index.php?wiki=Pflege). Nicht ohne Grund macht Hamburg nun erneut bei der aktuellen Kampagne zusammen mit Städten Bremen, Hannover, Neumünster, Oldenburg und Schwerin mit! Siehe auch: http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/pflegeberufe-sind-besser-als-ihr-ruf.htm?PHPSESSID=a

Auch andere Bundesländer haben in der Vergangenheit sich immer mal wieder an Imagekampagnen versucht:

Zitat
Wirkung von Werbekampagnen
Seit 1990 werden alle 4-6 Jahre Medienkampagnen gestartet, die massiv Interesse für die Pflegeausbildungen wecken sollen. Zumindest im Ruhrgebiet berichten seit Mitte der 90er Jahre BerufanfängerInnen durchgängig von Schwierigkeiten gesicherte Arbeitsverträge abzuschließen. Angeboten werden Teilzeitverträge, Zeitverträge, Verträge die schlechtere Bedingungen bieten als der eigentlich gültige Tarifvertrag (Tarifflucht).

Gleichzeitig berichten Pflegedienstleitungen vielfach von großen Schwierigkeiten qualifiziertes und engagiertes Personal zu finden und beklagen die hohe Personalfluktuation. Die Verweildauer im Beruf wird immer wieder als zu kurz beschrieben.
Quelle: "PflegeWiki" (http://www.pflegewiki.de/wiki/Pflegenotstand)


* geld_verbrennen.jpg (9.11 KB, 300x382 - angeschaut 554 Mal.)

* wk110523_Image-Kampagne_Leserbrief.jpg (108.04 KB, 350x694 - angeschaut 576 Mal.)
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2012, 17:26 von admin » Gespeichert

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« Antworten #1 am: 12. Mai 2011, 22:35 »

Zitat
"Pflege gehört in die Mitte der Gesellschaft"

Senatorin Rosenkötter präsentiert Kampagne gegen Fachkräftemangel

Bremen. In Deutschland werden in absehbarer Zeit massiv Fachkräfte fehlen, vor allem in der Pflege alter und kranker Menschen. Nur junge Menschen können es richten: Schulabgänger, angehende Auszubildene oder Studierende. Doch sie entscheiden sich derzeit noch viel zu selten für einen Pflegeberuf. Ein Grund: Sie haben ein eher negatives, vielleicht auch klischeebeladendes Image. Genau an dieser Stelle will Sozial- und Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) ansetzen und stellte gestern im Rathaus eine Imagekampagne vor. Sie soll die Arbeit in der Pflege attraktiver machen und in der Mitte der Gesellschaft verankern. ...
Quelle: Weser-Kurier vom 11.05.2011, Seite 20

Siehe auch Pressemitteilung der Sozialbehörde:
http://www.soziales.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen69.c.15496.de



Kampagne gegen schlechtes Image der Pflegeberufe

HANNOVER (cben). Die norddeutschen Bundesländer haben eine Imagekampagne für die Pflegeberufe gestartet: "Wir wollen junge Menschen für Pflegeberufe begeistern", sagte Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan. ...

Quelle: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/652491/kampagne-schlechtes-image-pflegeberufe.html



Imagekampagne für Pflegeberufe

Das Institut für Public Health und Pflegewissenschaft  (IPP) der Universität Bremen  leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Ansehens der Pflege- und Gesundheitsfachberufe und der Sicherung des Berufsnachwuchses ...

Quelle: http://www.wfb-bremen.de/de/Imagekampagne-für-Gesundheitsberufe/198755

Ergebnisse der IPP-Studie zum Image der Pflegeberufe: http://www.ipp.uni-bremen.de/downloads/ippschriften/ipp_schriften05.pdf


* wk110511_Pflege-Kampagne_Fachkräftemangel.jpg (282.21 KB, 1200x1337 - angeschaut 596 Mal.)
« Letzte Änderung: 19. Mai 2011, 16:18 von admin » Gespeichert

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« am: 12. Mai 2011, 20:57 »

Zitat
Auftakt zum Bremer Pflegegipfel

Offensive will Fachkräftemangel bekämpfen

Bremen. Mehr als eine Million Pflegekräfte werden bundesweit bis zum Jahr 2030 fehlen. In Bremen wird voraussichtlich im gleichen Zeitraum die Zahl der älteren und kranken Menschen um 30 Prozent steigen. Um diesem Notstand in der Pflege entgegenzuwirken, haben sich ab Montag Bremer Gesundheitsakteure zusammen gesetzt, um gemeinsame Strategien zu entwickeln.

Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter hat zum Auftakt der Bremer Pflegeoffensive eingeladen, bei der Kranken- und Pflegekassen, Jobcenter, Pflegeeinrichtungen wie Krankenhäuser aber auch freie Träger besprechen wollen, was sich auf lokaler Ebene tun lässt. ...
Quelle: http://www.weser-kurier.de, 09.05.2011



KOMMENTAR:

... und die Betroffenen bleiben wieder mal außen vor ...
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2012, 21:08 von admin » Gespeichert

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