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Autor Thema: BREMEN: Probleme in Friedehorst-Einrichtung seit langem bekannt!  (Gelesen 68101 mal)
admin
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« Antworten #8 am: 27. November 2008, 12:26 »

Beschäftigte finden kein Gehör
Diakonie-Mitarbeiter protestieren abseits des Kirchentages


BREMEN. Drinnen im warmen Sitzungssaal ging’s ums liebe Geld, draußen auch. Doch die rund 70 Beschäftigten diakonischer Einrichtungen, die zur Mittagszeit vor das Vegesacker Gustav-Heinemann-Bürgerhaus gezogen waren, hatten nicht die Kirchenfinanzen, sondern ihr Portemonnaie im Sinn. Sie protestierten mit Trillerpfeifen und Transparenten gegen eine Abkoppelung vom Lohnniveau des öffentlichen Dienstes und die Flucht diakonischer Betriebe aus dem Flächentarifvertrag. Angeprangert wurden in diesem Zusammenhang insbesondere die Senioren- und Reha-Einrichtung Friedehorst in Bremen-Nord sowie die Egestorff-Stiftung.

"Diakonie sei eine Lebens- und Wesensäußerung der evangelischen Kirche, heißt es immer so schön", rief Mitarbeitervertreter Christoph Fantini in Erinnerung. Doch davon sei in der Praxis vieler Einrichtungen nichts zu spüren, jedenfalls nicht für deren Beschäftigte.

Die Hoffnung der Demonstranten, mit den Kirchentags-Delegierten über ihr Anliegen ins Gespräch zu kommen, erfüllte sich nicht. Präsidentin Brigitte Boehme vertröstete die Delegation der Diakonie-Beschäftigten auf das Ende der Tagesordnung. Der Protest lief so ins Leere. Friedehorst-Vorsteher Georg-Hinrich Hammer verwahrte sich gegen den Vorwurf, seinen Mitarbeitern unanständige Konditionen zu bieten. Die weitaus meisten Beschäftigten würden nach dem Flächentarif bezahlt. Anders als die Bremische Evangelische Kirche verfüge Friedehorst nicht über ein dickes Finanzpolster, sondern komme gerade so über die Runden.

Quelle: © www.weser-kurier.de, 27.11.2008



siehe auch:

Lohndumping in der Diakonie (28.04.2008, 21.45 Uhr, Report Mainz, Das Erste)




siehe auch:

Zitat
Unter Gottes Dach

In Deutschland regeln die christlichen Kirchen die Arbeitsbedingungen ihrer 1,3 Millionen Beschäftigten selbstbestimmt. So will es das Grundgesetz. Betriebsräte? Mitbestimmung? Streikrecht? Fehlanzeige

VON ANNETTE JENSEN

Die Richter ließen keinen Zweifel: Wie die diakonische Einrichtung Bremen Friedehorst mit Mitarbeitern umging, war illegal. Wer dort ab 2005 eingestellt wurde, bekam nur noch einen Vertrag bei einer kircheneigenen Leiharbeitsfirma - und bis zu 30 Prozent weniger Geld als die Kollegen. Das geht nicht, so das Urteil. Für gleiche Arbeit müsse gleicher Lohn gezahlt werden, alles andere widerspreche der Idee der christlichen Dienstgemeinschaft. ...
Quelle: http://publik.verdi.de/2008/ausgabe_04/gewerkschaft/schwerpunkt/seite_4/A0
« Letzte Änderung: 05. September 2012, 23:02 von admin » Gespeichert

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« Antworten #7 am: 23. August 2007, 15:20 »

WESER-KURIER vom 23.08.2007:

Friedehorst: Streit um Leiharbeit

BREMEN-LESUM. Ignoriert die diakonische Reha- und Pflegeeinrichtung Friedehorst ein Urteil des höchsten evangelischen Kirchengerichtshofs?

Diesen Vorwurf erheben Mitarbeitervertreter, die sich gegen den verstärkten Einsatz von Leiharbeitnehmern wenden. Um dem Kostendruck im Pflegebereich zu begegnen, hatte Friedehorst vor zwei Jahren die Leiharbeitsfirma "parat" gegründet. Über sie werden seither nicht nur kurzfristige Vertretungen abgewickelt, sondern auch feste Stellen mit Leiharbeitnehmern besetzt. Der Kirchengerichtshof rügte im Oktober 2006 diese Praxis. Sie sei unvereinbar mit dem diakonischen Gedanken.

Nach Ansicht mehrerer Mitarbeitervertretungen, die sich im Frühjahr nach der Aufteilung Friedehorsts in eigenständige Gesellschaften neu bilden mussten, wurde bisher kaum auf die grundsätzliche Kritik der Richter an der Ausdehnung der Leiharbeit reagiert.

Der Friedehorst-Vorsteher Georg-Hinrich Hammer versuche weiter, tarifliche Standards zu unterlaufen.Hammer hält das Urteil dagegen für überholt. Er beruft sich auf neue Arbeitsvertragsrichtlinien, die seit 1. Juli in der Diakonie gelten und eine Absenkung des bisherigen Tarifniveaus ermöglichen.

Gleichwohl gründet die Lesumer Einrichtung zum 1. September eine weitere Gesellschaft. Die "Diakonischen Dienste Friedehorst" sollen zahlreichen bisherigen Leiharbeitnehmern eine dauerhafte Beschäftigung bieten. Die Firma "parat" fungiere dann nur noch als eine Art Durchgangsstation, erläutert Hammer.

Quelle: www.Weser-Kurier.de



DIE NORDDEUTSCHE:

Durchs "Portal" in feste Jobs

LESUM. Die Reha- und Pflegeeinrichtung Friedehorst feiert in Kürze ihr 60-jähriges Bestehen. Doch die Festtagsstimmung wird getrübt durch eine Kontroverse zwischen Leitung und Mitarbeitervertretung (MAV). Widerstand formiert sich gegen die Zunahme von Leiharbeit und die Absenkung der Gehälter auf breiter Front.

Friedehorst-Vorsteher Dr. Georg-Hinrich Hammer sieht sich unter Zugzwang. Die Kostenträger hätten in der jüngsten Vergangenheit die Pflegesätze spürbar gesenkt. Die Personalkosten seien deshalb auf bisherigem Niveau "nicht mehr dauerhaft finanzierbar". Vor diesem Hintergrund hatte Hammer bereits vor einiger Zeit den Einsatz billigerer Leiharbeitskräfte in den einzelnen Arbeitsbereichen forciert - nicht nur für kurzfristige Vertretungen, sondern auch auf festen Planstellen. Eigens zu diesem Zweck wurde die Zeitarbeitsfirma "parat" gegründet.

Die MAV betrachtete diese Entwicklung von Anfang an kritisch und zog juristisch dagegen zu Felde. In höchster kirchengerichtlicher Instanz bekam die Mitarbeitervertretung im Oktober vergangenen Jahres Recht. Zwar bezog sich das Urteil auf einen konkreten Einzelfall, doch trafen die Richter auch sehr grundsätzliche Feststellungen, die Dr. Hammer in den Ohren geklungen haben dürften. Das Ersetzen fester Kräfte durch Leiharbeitnehmer verstoße "gegen das Leitbild der Dienstgemeinschaft, eines der tragenden Grundprinzipien der Kirche oder des kirchlichen Dienstes", schrieb der Kirchengerichtshof der Friedehorst-Leitung ins Stammbuch.

Zwischenzeitlich hat sich die Lesumer Einrichtung organisatorisch reformiert. Sie besteht seit März aus mehreren formal eigenständigen wirtschaftlichen Einheiten mit dem Neurologischen Zentrum sowie den Diensten für Senioren beziehungsweise Behinderte als wichtigsten Blöcken.

Auch die Mitarbeitervertretungen mussten für die so entstandenen gemeinnützigen GmbHs neu gewählt werden. An ihrer Gegnerschaft gegenüber Leiharbeit und Absenkung tariflicher Niveaus hat sich indes nichts geändert. "Ginge es Friedehorst schlecht, wären wir jederzeit zu solidarischem Verzicht bereit", bekundet Günter Christmann, der der alten MAV vorstand. Doch dieser Eindruck vermittele sich nicht gerade.

Friedehorst expandiere nach wie vor und habe erst vor wenigen Tagen den Bau einer neuen Pflegeklinik für 10,9 Millionen Euro angekündigt. Die Gehaltseinbußen der von "parat" gestellten Leiharbeitnehmer sind nach Angaben der MAV erheblich. Während eine Pflegefachkraft mit diversen Zuschlägen bisher ein monatliches Einkommen von gut 2500 Euro erzielt habe, bringe es eine Leihkraft nur auf rund 1600 Euro. Zudem fielen sechs Tage Urlaub und betriebliche Altersversorgung weg.

Dr. Georg-Hinrich Hammer und die Geschäftsführer der neuen Unternehmensbereiche kommen zu anderen Zahlen. Die durchschnittliche Entlohnung bei "parat" habe gegenüber den bisherigen Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) für Alt-Arbeitnehmer "nur" um rund 17 Prozent niedriger gelegen. "Aber das ist sowieso Schnee von gestern", winkt Hammer ab. Seit dem 1. Juli gelten nämlich neue AVR, die eine durchgängige Absenkung des Tarifniveaus in kirchlich gebundenen Pflegeeinrichtungen mit sich bringe.

Parallel reagiert Friedehorst auf die Kritik der obersten Kirchenrichter an der Leiharbeit. Zum 1. September nimmt mit der "Diakonische Dienste Friedehorst" ein weiteres neues Unternehmen seine Tätigkeit auf. Dort sollen vormalige Leiharbeiter eine dauerhafte Beschäftigung erhalten. Das Gehaltsniveau werde "zum Teil" den neuen AVR entsprechen. Der Firma "parat" bleibe dann nur noch eine "Portalfunktion".

Die MAV wollen dem Abbröckeln des Lohnniveaus auch weiter ihren Widerstand entgegensetzen. Viele Verbündete haben sie dabei freilich nicht, jedenfalls nicht innerhalb der diakonischen Institutionen. Appelle an das mit Honoratioren besetzte Kuratorium der Friedehorst-Stiftung verhallten bisher ungehört. "Die Briefe kamen zum Teil ungeöffnet zurück", erinnert sich Günter Christmann. So bleibe den Mitarbeitervertretungen letztlich nur der öffentliche Protest.

Quelle: www.Weser-Kurier.de - Die Norddeutsche
« Letzte Änderung: 23. August 2007, 15:34 von admin » Gespeichert

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« Antworten #6 am: 27. Januar 2007, 22:51 »

Friedehorst-Mitarbeitervertretung erneut "geschockt"

Am 19.01.2007 erschien in der Ausgabe von "DIE NORDDEUTSCHE", der Regional-Beilage der Bremer Tageszeitungen für Bremen-Nord, ein Artikel zu den weiteren geplanten Veränderungen der Reha- und Pflegeeinrichtung Friedehorst in Bremens Norden.

Demnach hat das Diakonische Werk seine Arbeitsvertragsrichtlinien verändert. Dies nimmt Friedehorst zum Anlaß weitreichende Umstrukturierungen und Firmenneugründungen anzukündigen. Ziel ist offenbar, bei den Personalkosten erheblich zu sparen.

Die Mitarbeitervertretung befürchtet "gravierende Verschlechterungen für die Beschäftigten".

(Der Artikel steht hier als Zitat zum Download zur Verfügung.)


* Friedehorst_WK(DN)070119.jpg (344.2 KB, 1200x891 - angeschaut 1217 Mal.)
« Letzte Änderung: 27. Januar 2007, 23:07 von admin » Gespeichert

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« Antworten #5 am: 27. Januar 2007, 21:31 »

Weitere Nachrichten zu Friedehorst:

Pressemitteilung des Bremer Senats vom 25.04.2006:
Bremen bekommt ein evangelisches Gymnasium

Die Stiftung Friedehorst wird in Bremen zum Schuljahr 2007/2008 ein evangelisches Gymnasium eröffnen. Es wird den Namen des Bremer Kaufmanns Eduard Nebelthau tragen, der die Gründung dieser privaten Schule mit einem Teil seines Nachlasses ermöglicht hat. Die private Schule wird als Ganztagsschule für die Klassen 5 – 12 geplant und soll für alle offen sein, gleich welchen Glaubens. Gleichwohl wird sie sich durch ein klares evangelisch-diakonisches Profil auszeichnen, wie Dr. Georg-Hinrich Hammer, Vorsteher der Stiftung, bei der heutigen öffentlichen Vorstellung dieses Projektes betonte. Als weitere Besonderheiten des Gymnasiums nannte er die Bilingualität (englisch/deutsch) sowie das Fach „Wirtschaft und Ethik“ in der Oberstufe. Die Schule soll zunächst zweizügig beginnen und zentral in der Stadt gelegen sein, ein Standort steht noch nicht fest.

Friedehorst in Bremen-Lesum – bekannt als Einrichtung für behindert, kranke und alte Menschen – hat sich nach eigenen Angaben schon seit geraumer Zeit mit der Gründung einer evangelisch geprägten Schule befasst. Es fehlte allerdings das nötige Startkapital. Nun ermöglicht es der Nachlass des Ehepaars Nebelthau, diese Pläne umzusetzen und damit „das schulische Angebot in Bremen zu bereichern“, wie Hammer betonte. Mit der finanziellen Ausstattung und dem Schulgeld kann sich die neue Schule selber drei Jahre lang finanzieren – eine Voraussetzung, um danach staatliche Zuschüsse zu bekommen.

Allerdings wird die Schule ein Schulgeld von 300 Euro im Monat verlangen, möchte aber auch Stipendienplätze vergeben.

Eduard Nebelthau, 1902 in Halle geboren, war ein erfolgreicher und wohlhabender Bremer Kaufmann, Teilhaber der Firma J.H. Bachmann, 1954 wurde er dänischer Generalkonsul, 1965 Präses der Handelskammer. Er starb 1971, seine Frau hoch betagt im Jahre 2004. Das Ehepaar, das ihr Kind im Alter von 3 Jahren verlor, war sehr kinderlieb. Mit ihrem Nachlass sind eine Reihe bremischer Einrichtungen bedacht worden. „Es hätte ihnen sicher gefallen, dass jetzt auch eine Schule gegründet und damit etwas für Kinder getanwird“, betonte Nachlassverwalter Dr. Dietz Schütte.

Die Bremische Evangelische Kirche begrüßt die Gründung dieses evangelischen Gymnasiums in Bremen. Sie werde sich zwar nicht finanzielle beteiligen, aber an dem Schulkonzept mitarbeiten, so Brigitte Boehme. Die Präsidentin des Kirchenausschusses zeigte sich erfreut darüber, dass aus der Mitte der evangelischen Kirche nunmehr eine solche Schule angeboten werden könne.


+++ Weitere Meldungen +++

Lohndumping auch im künftigen Friedehorst-Privatgymnasium befürchtet

GEW Bremen lehnt evangelisches Gymnasium ab!


Mit dieser weiteren Privatisierung im Bildungsbereich wird der Selektion und damit der Chancenungerechtigkeit weiter Vorschub geleistet...

Die GEW Bremen lehnt die Einrichtung eines evangelischen Gymnasiums als private Ganztagsschule ab. „Mit dieser weiteren Privatisierung im Bildungsbereich wird der Selektion und damit der Chancenungerechtigkeit weiter Vorschub geleistet“, erklärt Landesvorstandssprecher Christian Gloede-Noweck. „Einer Privatschule mit einem verlangten Schulgeld von 300 Euro im Monat wohnt die Selektion zwingend inne“.

... Dass ausgerechnet die Stiftung Friedehorst Träger eines Privatgymnasiums wird, ließe vermuten, dass die dort zukünftig beschäftigten Lehrkräfte deutlich unter den öffentlichen Tarifen ihre Tätigkeit verrichten werden. In der Vergangenheit zeichnete sich die Stiftung nämlich dadurch aus, durch Gründung von Eigenbetrieben Lohndumping zu betreiben.

Quelle: gew-hb.de - 30.04.2006

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Bremens neue Zweiklassenschule

In Bremen gibt es bald ein zweites privates und schulgeldpflichtiges Gymnasium mit christlichem Hintergrund:

Schon nächsten Sommer soll das Eduard-Nebelthau-Gymnasium der Stiftung Friedehorst in der Bremer Innenstadt mit zwei fünften Klassen seinen Betrieb aufnehmen. Bei einem Informationsabend machten die Gründer gestern (07.06.2006) Werbung für ihre Superschule. Im Anschluss an den Film ein Gespräch mit dem Erziehungswissenschaftler Christian Palentien über den Privatisierungstrend im Schulwesen.[/b][/url]

Quelle: www.radiobremen.de - buten-un-binnen 08.06.2007

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25 Kinder sind bereits für evangelische Privatschule angemeldet
Geplantes Nebelthau-Gymnasium im alten Postamt am Hauptbahnhof stößt auf Interesse / Kritische Stimmen in der Synode


BREMEN (epd)Das von der diakonischen Stiftung Friedehorst in Bremen geplante evangelische Gymnasium stößt auf Interesse. 25 Kinder seien bereits für die Privatschule angemeldet, die nach den Sommerferien 2007 ihre Arbeit aufnehme, sagte Friedehorst-Vorsteher Georg-Hinrich Hammer vor dem Parlament der Bremischen Evangelischen Kirche. Das künftige zweisprachig ausgerichtete Gymnasium ist nach dem verstorbenen Bremer Kaufmann Eduard Nebelthau benannt, aus dessen Nachlass die Anschubfinanzierung von rund 500 000 Euro stammt.

Das Gymnasium zieht laut Hammer im ehemaligen Postamt am Bremer Hauptbahnhof ein. Dort sollen zunächst 1 000 Quadratmeter angemietet werden. "Jetzt ist klar, dass wir mit mindestens einer Klasse starten können", erläuterte Hammer. Höchstens sollten es in der Anfangsphase zwei Klassen sein. Die geplante Schule ist umstritten. Kritische Stimmen aus der evangelischen Kirche bemängelten in der Synode, das Gymnasium sei mit einem Schulgeld von 300 Euro eine Eliteschule, die sozial benachteiligte Kinder ausgrenze. "Unsere Kompetenz ist Integration, unser Weg wäre eine Gesamtschule", sagte Pastor Bernd Klingbeil-Jahr aus der evangelischen Friedensgemeinde.

Quelle: Verlagsgruppe Kreiszeitung - 01.12.2006

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Evangelisches Gymnasium zieht nicht in Bremer Innenstadt

Das in Bremen geplante Evangelische Gymnasium wird nicht in die Nähe des Hauptbahnhofs ziehen. Vertragsverhandlungen über einen Mietvertrag im ehemaligen Postamt sind heute gescheitert. Die diakonische Stiftung Friedehorst will die Schule nun in Bremen-Nord einrichten. Der Unterricht soll bereits nach dem Sommerferien beginnen; bislang gibt es für das Evangelische Gymnasium 38 Anmeldungen. Künftige Schüler müssen ein Schulgeld von 300 Euro im Monat bezahlen.

Quelle: radiobremen.de - Dienstag, 23. Januar 2007, 18.46 Uhr:
« Letzte Änderung: 16. März 2009, 13:07 von admin » Gespeichert

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« Antworten #4 am: 03. Oktober 2006, 19:48 »

Zitat
Schiedsstelle entscheidet:
Dauerhafter Einsatz von Leiharbeitnehmern unzulässig!


Die Kollegen der ag-mav berichten auf ihrer Homepage über ein Schiedsstellenurteil der Konföderation evangelischer Kirchen zum Einsatz von Leiharbeitnehmern in einer Diakonischen Einrichtung:

Tarifflucht durch Leiharbeit: Das Ende der Dienstgemeinschaft

...

Die Schiedsstelle hat damit die Besonderheit des kirchlichen Dienstes hervorgehoben. Dieser kann nicht allein nach weltlichem Arbeitsrecht beurteilt werden. Wenn sich eine Einrichtung der Kirche und ihrer Diakonie zuordnet, dann muss sie die sich aus der Zuordnung ergebende Kirchlichkeit auch selbst “leben“. Diakonische Arbeit ist nach kirchlichem Selbstverständnis Teil der Glaubensausübung. Allein darin liegt die Rechtfertigung für die Inanspruchnahme der sich aus Art. 140 GG ergebenden Kirchenprivilegien. Glaubensausübung (nämlich diakonische Arbeit) kann nicht auf säkulare Arbeitnehmer verlagert werden.

Die Entscheidung der Schiedsstelle ist eine Absage an alle Bestrebungen, sich unter dem Dach der Kirche mit ihrer Sonderstellung wie ein schlichtes Wirtschaftsunternehmen aufzuführen. Die Entscheidung kann in ihrer Bedeutung gar nicht überschätzt werden. Denn die hier sichtbar gewordene „Ökonomisierung des Glaubens“ ist allgegenwärtig, wenn auch nicht überall so deutlich. Sie macht deutlich, dass die Zuordnung einer Einrichtung zur Kirche nicht nur Privileg sondern zugleich Verpflichtung ist.

[Den vollständigen Text finden Sie, wenn Sie diesem Link folgen >>]

Quelle: Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretungen der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers (gamav.de)


+++ Weitere Meldungen +++
(Beispiel Bremen:  Die diakonische Stiftung "Friedehorst" in Bremen hatte mit weiteren Partnern die Firma gegründet. Wer dort angestellt ist, bekommt unter anderem 30 bis 50 Prozent (Angaben der Arbeitnehmervertretung) weniger Lohn als nach den ansonsten gültigen Arbeitsvertrags-Richtlinien der Diakonie.

AGMAV-Mitteilungen Nr. 89 Ausgabe Oktober 2006:
http://www.agmav.diakonie-wuerttemberg.de/mitteilungen/89/89_info_kirchengericht_stoppt_leiharbeit.html

Konfliktfeld-Pflege:
http://www.konfliktfeld-pflege.de/dateien/text/recht/leiharbeit.html

taz Nord vom 19.10.2006, S. 22, 123 Z.:
http://www.taz.de/pt/2006/10/19/a0275.1/text

taz Nord vom 29.7.2006, S. 30, 105 Z.:
http://www.taz.de/pt/2006/07/29/a0342.1/text

epd Niedersachsen-Bremen/b2039/26.07.06:
http://www.ig-zeitarbeit.de/admindownload/26-07-06_epd.pdf#search=%22friedehorst%20leiharbeit%22

MS-Verlag, Oldenburg, Juli 2006:
http://www.bd-aktuell.de/News%202006/News0706/news_juli06_41.htm

Verband Kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rheinland - Westfalen - Lippe, 02.06.2006:
http://www.vkm-rwl.de/aktuell/060602.htm

Gewerkschaft Ver.di:
http://gesundheit-soziales.verdi.de/kirchen_diakonie_caritas/kircheninfo/data/Kircheninfo_07.pdf#search=%22friedehorst%20leiharbeit%22

ARD (RBB) - Kontraste, 26.01.2006:
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_3708928.html

Arbeitsgemeinschaft der MitarbeiterInnenvertretungen in den Diakonischen Werken in Niedersachsen, Oktober 2005:
http://www.ag-mav.de

Radio Bremen - Buten & Binnen, 07.10.2005:
http://www.3nach9.de/stream/ondemand.php?file=/tv/bubi/video/071005.rm&media=rm&start=0,9,16,0&stop=0,12,55,0

Radio Bremen - Buten & Binnen, 26.09.2005:
http://stream.radiobremen.de/tv/buten-un-binnen/news.php3?d=16&m=09&j=05

Vorgenannte Links stellen nur einen konkreten Fall aus Bremen dar. Diese Informationen erheben demzufolge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viele weitere Beispiele und Infos findet man im Internet mit Hilfe der bekannten Suchmaschinen. ;-)


* Friedehorst_JobAnz_WK051008.jpg (70.08 KB, 452x750 - angeschaut 1185 Mal.)
« Letzte Änderung: 08. November 2014, 00:59 von admin » Gespeichert

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« Antworten #3 am: 17. November 2005, 02:06 »

Ich denke kein Mensch hätte etwas gegen fachlich qualifizierte Pflegekräfte, die über Zeitarbeitsfirmen bei Bedarfen wie z.B. Urlaub, Krankheit o.ä. eingesetzt werden.

Dann ist das sogar sehr zu begrüßen, wenn die eingesetzten Kräfte aus Unternehmen stammen, mit dem die Heime regelmäßiger zusammen arbeiten.

Wenn man aber hört und liest, daß vorhandene Mitarbeiter vor die Wahl gestellt werden in solche Zeitarbeitsfirmen zu wechseln bei gleichzeitig massiven Lohneinbußen usw. oder eben das Unternehmen zu verlassen.

Wie das auf die Motivation der (Noch-)Beschäftigten wirkt ist glaube ich keine Frage!
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gabi
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« Antworten #2 am: 17. November 2005, 00:57 »

Das Thema Leihkräfte macht sich im Altenbereich wohl immer stärker und negativer bemerkbar. In einer Stellenanzeige im Weser Kurier suchte Fa. Parat/Friedehorst am Sa., 08.10.2005

"examinierte und nichtexaminierte Kräfte
(in Voll-/Teilzeit und auf 400,- € Basis, zunächst auf 1 Jahr befristet)"


Noch Fragen ... ?!
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Donandt
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« Antworten #1 am: 13. November 2005, 21:22 »

Leihkräfte sind eine Lösung, um plötzlich auftretende Engpässe zu entschärfen. Vom Diakonissen-Mutterhaus, das auch bei Parat angeschlossen ist, erfuhr ich, dass man nur in solchen Fällen Leihkräfte einstellen will. Grundsätzlich werden Stellen durch direkte Verträge besetzt.Man habe nun lediglich die Firma gewechselt.
In Friedehorst erzählen Mitarbeiter und Bewohner, dass nur noch über die Leihfirma eingestellt werden soll. Sie klagen über ständig wechselndes Personal. Das würde eine Qualitätsminderung. Nicht nur besteht kein Vertrauensverhältnis zwischen Bewohnern und Mitarbeitern, und die vorübergehend anwesenden Mitarbeiter sind notwendigerweise schlechter informiert, sie können sich auch nicht mit ihrem Arbeitsbereich identifizieren und nicht so gut im Team mitarbeiten.
                                                         M. Donandt
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« am: 22. September 2005, 09:31 »

Das bestehende Gesundheits- und Sozialsystem ist ins Wanken geraten. Das entnehmen wir fast täglich den Medien oder erleben es hautnah als Betroffene. Die Frage "Wie soll das eigentlich noch weitergehen?" drängt sich automatisch auf. Die Angst, dass wir noch weniger Leistung für noch mehr Geld hinnehmen müssen, ist gross.

Die Bremer Medien berichteten gerade daüber, dass die Stiftung Friedehorst zusammen mit anderen Partnern die Leiharbeitsfirma "Parat" gegründet habe. Die Gewerkschaft ver.di werfe Friedehorst "Tarifflucht" vor, weil diese die Leiharbeiter 30 Prozent unter den gültigen Richtlinien entlohne. Der Friedehorst-Vorsteher Pastor Dr. Hammer weise alle Vorwürfe zurück, weil mit ver.di die Tarife für Personalüberlassungen ausgehandelt worden seien.

Bei den Betroffenen, also Heimbewohnern, Angehörigen und natürlich den Mitarbeitern entsteht Angst, Unsicherheit und Unmut. Das ist nur ein aktuelles Beispiel von vielen, das die derzeitige Situation und den augenblicklichen Trend wiederzuspiegeln scheint.

Vor diesem Hintergrund stellen sich viele Fragen - u.a. die folgenden:

  • Was bedeutet dies für betroffene alte Menschen, die in solchen Einrichtungen untergebracht sind?
  • Wie sieht die Versorgung jetzt schon aus (vor solchen Umstellungen)?
  • Wie könnte sie Situation sich nach solchen Umstellungen darstellen?
  • Welche besseren Alternativen wären realisierbar?


Informieren Sie sich bzw. diskutieren Sie mit! Kennen Sie positive Beispiele, haben Sie Ideen und Verbesserungsvorschläge? Machen Sie mit ...

* Friedehorst_BLV050921.pdf (934.26 KB - runtergeladen 701 Mal.)
« Letzte Änderung: 09. August 2010, 18:41 von admin » Gespeichert

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