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Autor Thema: BREMEN: Probleme in Friedehorst-Einrichtung seit langem bekannt!  (Gelesen 44822 mal)
admin
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« Antworten #20 am: 14. Oktober 2012, 22:02 »

Neubeginn für Friedehorst

Die Stiftung Friedehorst steht am Scheideweg. Nach Erlöseinbrüchen in Teilen der diakonischen Reha- und Pflegeeinrichtung sowie Turbulenzen an der Spitze muss sich in den nächsten Monaten zeigen, ob unter neuer Führung eine Konsolidierung gelingt. Anfang des Monats hat Christian Frühwald sein Amt als Vorsteher angetreten. Die Probleme, denen er sich gegenübersieht, betreffen nicht nur Friedehorst. Sie sind exemplarisch für die Schwierigkeiten einer ganzen Branche.

Friedehorst – das ist fast schon ein Ortsteil für sich am Lesumer Stadtrand. Auf einem gut 27 Hektar großen Gelände arbeiten 1600 Menschen in einer Einrichtung, die man als gesundheitswirtschaftlichen Gemischtwarenladen bezeichnen könnte. Unter dem Dach der Stiftung existieren im Wesentlichen vier große Blöcke: Die Altenpflege, das Berufsförderungswerk (BFW), die Behindertenpflege und das neurologische Rehabilitationszentrum, das überregional einen guten Ruf bei der Behandlung von Unfallopfern und Menschen mit Nervenerkrankungen genießt. Zu Friedehorst gehören auch das Kinderhospiz Jona, ambulante Pflegedienste sowie neuerdings das evangelische Nebelthau-Gymnasium. Die Breite des Angebotsspektrums zeigt schon: Hier gibt es viel zu steuern und auszutarieren. Und vor allem: Hier wird jeden Tag eine Menge Geld verbraucht. ...

Quelle: www.weser-kurier.de, 12.10.2012


* wk121012_neubeginn-friedehorst.jpg (514.62 KB, 1220x1444 - angeschaut 607 Mal.)
« Letzte Änderung: 14. Oktober 2012, 22:17 von admin » Gespeichert

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 was wir tun, sondern auch für das,
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« Antworten #19 am: 06. September 2012, 00:12 »

Nachfolger von Friedehorst-Vorsteher Reeb wird Christian Frühwald. Siehe auch [Neuer Friedehorst-Vorsteher mit zweifelhaftem Ruf >>]
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« Antworten #18 am: 05. September 2012, 23:14 »

Zitat
Friedehorst hat Geldsorgen

Bremen (the). Die Pflege- und Reha-Einrichtung Friedehorst in Lesum hat wirtschaftlich zu kämpfen. Seit Jahren spürt die Stiftung den Kostendruck in Geschäftsfeldern wie der Altenpflege, nun bekommt auch ihr Berufsförderungswerk (BFW) Probleme. Dort ist jeder Zehnte der rund 1600 Friedehorst-Mitarbeiter beschäftigt.

Das BFW bietet Umschulungen für Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Einschränkungen an und hilft ihnen bei der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben. In früheren Jahren gehörte das Werk zu den ertragreichen Teilen der Stiftung, doch seit 2011 geht die Auslastung deutlich zurück. Für das laufende Jahr erwartet die Geschäftsleitung einen Verlust des BFW von rund 1,4 Millionen Euro. In einer schriftlichen Mitarbeiter-Information heißt es zwar: „Unser gemeinsames Ziel ist es, das BFW zu erhalten“. Doch das sei nur möglich, wenn die gut 160 Beschäftigten bis 2014 auf ihre Jahressonderzahlung verzichten. Sie macht ungefähr 8 Prozent des Jahresgehalts aus. Bisher, so ist zu hören, haben nur wenige Mitarbeiter die geforderte Änderungsvereinbarung unterschrieben. Als Stichtag gilt der 5. September.

Was passieren soll, wenn die meisten BFW-Mitarbeiter bei ihrer Haltung bleiben, darüber hüllt sich die Friedehorst-Spitze in Schweigen. Gestern hieß es, man werde erst Anfang Oktober „umfassend Stellung nehmen“, wenn der neue Stiftungsvorsteher Christian Frühwald sein Amt antritt.
Quelle: www.weser-kurier.de, 01.09.2012



Umstrittene Karriere
Wenig Frieden in Friedehorst

Christian Frühwald wird Vorsteher der Stiftung Friedehorst. Vor zwei Jahren soll er als Personaldezernent Aussagen eines Missbrauchsopfers zurückgehalten haben. ...

Zitat
... Der Vorwurf

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) und die Staatsanwaltschaft Halle ermitteln wegen des "Verdachts von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung" gegen einen Merseburger Pfarrer im Ruhestand. Er soll in der Gemeinde Bad Lauchstätt zwischen 1973 und 1978 entsprechende Straftaten an Kindern verübt haben.

Gegen Christian Frühwald leitete die EKM ein Disziplinarverfahren ein, "da offensichtlich einem Hinweis von einem Betroffenen aus dem Jahr 2010 nicht sofort nachgegangen wurde, zumal es seither möglicherweise noch weitere Opfer gegeben haben könnte".

Ein kirchliches Disziplinarverfahren reagiert laut EKM "auf ein Verhalten, das die Glaubwürdigkeit der Kirche und ihrer Verkündigung beeinträchtigt". ...

[vollständigen Artikel lesen >>]

Quelle: http://www.taz.de/!99883/, 17.08.2012
« Letzte Änderung: 14. Oktober 2012, 21:47 von admin » Gespeichert

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« Antworten #17 am: 25. Juni 2012, 14:51 »

Streit um Abrechnungen der Stiftung Friedehorst beigelegt

Bremen bekommt 470.000 Euro

Bremen. Im Konflikt um Abrechnungen haben die Stiftung Friedehorst und das Sozialressort gestern einen "Schlussstrich" gezogen. Der Begriff stammt aus einer gemeinsamen Erklärung, in der auch benannt wird, welche finanzielle Folge damit verknüpft ist: Die Behörde bekommt von der Stiftung 470000 Euro erstattet. ...

Quelle: http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Politik/613891/Bremen-bekommt-470.000-Euro.html

Zitat
Sozialbehörde und Friedehorst einigen sich auf Erstattung von 470.000 Euro
 
Die Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen hat sich mit der Stiftung Friedehorst hinsichtlich klärungsbedürftiger Leistungsabrechnungen auf einen Vergleich geeinigt. Sozial-Staatsrat Horst Frehe und Lothar Lotzkat, Vorstand der Stiftung Friedehorst, haben sich auf eine pauschale, einmalige Zahlung für die Jahre 2001 bis 2006 in Höhe von insgesamt 470.000 Euro verständigt. Stiftung und Sozialbehörde ziehen damit einen Schlussstrich unter längere Verhandlungen.

Die Differenzen zwischen Abrechnungen und erbrachten Leistungen haben sich auf Zahlungen für Bewohner im Altenpflegebereich und Abrechnungen für Bewohner der Wohnheime im Bereich der Eingliederungshilfe bezogen.

Staatsrat Horst Frehe zeigte sich zufrieden mit der Einigung: „Das Ergebnis ist ein guter Kompromiss für beide Seiten.“ Die gründliche Aufarbeitung der Vorgänge habe auch zu Neuerungen in den Abrechnungsverfahren geführt. „Sie bieten jetzt eine deutlich verbesserte Grundlage für eine vertrauenswürdige Zusammenarbeit in der Zukunft“, sagte Horst Frehe.

Stiftungsvorstand Lothar Lotzkat sagte: „Die Prüfung hat nach unserer Einschätzung eindeutig ergeben, dass weder ein strafbares Verhalten noch ein vorsätzliches Handeln seitens der Stiftung vorgelegen hat.“

Der Abgleich zwischen Abschlagszahlungen, Nachforderungen und Schlussabrechnung war bis zu dieser Zeit nach Auffassung beider Seiten nicht ausreichend standardisiert. Mit der getroffenen Einigung können beide Seiten einen Schlussstrich unter diese zum Teil neun Jahre zurückliegenden Vorgänge ziehen. Stiftung und Senatorische Behörde streben einen noch engeren Dialog an, um die langjährige Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen in der Region weiter zu vertiefen.

Die Diakonische Stiftung Friedehorst ist mit 1600 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Bremen und nimmt mit ihren Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen einen sehr wichtigen regionalen Versorgungsauftrag für Menschen in leiblicher, seelischer und sozialer Not wahr. Im Auftrag des Amtes für Soziale Dienste erbringt sie Betreuungsleistungen in Höhe von jährlich rund neun Millionen Euro.

Staatsrat Horst Frehe und Stiftungsvorstand Lothar Lotzkat erklärten übereinstimmend, dass die Weiterführung der langjährigen Zusammenarbeit zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt war. Gemeinsam sehe man der künftigen Kooperation mit Zuversicht entgegen.
Quelle: Bremen - Die Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, Pressemitteilung, 21.06.2012
« Letzte Änderung: 25. Juni 2012, 15:20 von admin » Gespeichert

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« Antworten #16 am: 24. April 2012, 19:35 »

Gemischtwarenladen sucht neuen Chef
Friedehorst: Kostendruck in der Pflege ist die große Herausforderung


Eine Analyse von Jürgen Theiner
 
Wie geht es weiter mit der Pflege- und Reha-Einrichtung Friedehorst? Die Ausschreibung für die Nachfolge des abberufenen Vorstehers Hans-Peter Reeb steht seit wenigen Tagen im Internet. Gesucht wird eine "am diakonisch-christlichen Menschenbild orientierte" Führungskraft - auf die die gleichen Probleme warten wie auf den gescheiterten Vorgänger.

Lesum. Mit ihrer schnörkellosen Mitteilung vom 14. März hatte die Stiftung Friedehorst für einiges Aufsehen gesorgt. Kurz und bündig wurde die Trennung von Hans-Peter Reeb verkündet, der erst seit Juli 2009 an der Spitze der Einrichtung stand. Zu den Gründen kein Wort. Betont wurde lediglich, woran es angeblich nicht gelegen hat: Die staatsanwaltlichen Ermittlungen zu mutmaßlichen Falschabrechnungen der Stiftung gegenüber der Bremer Sozialbehörde hätten keine Rolle gespielt, hieß es. Das leuchtet ein, denn die Recherchen der Strafverfolger beziehen sich auf einen Zeitpunkt, zu dem Reeb noch gar nicht im Amt war.

Bezeichnend ist, dass auch fünf Wochen nach Reebs überraschendem Abgang die eigentlichen Gründe immer noch im Dunkeln liegen. In jedem "normalen" Unternehmen wäre längst etwas durchgesickert. Aber Friedehorst ist eben ein wenig anders. Ein Unternehmen mit etwas gespreizter Würde, verkörpert durch ein Kuratorium aus sechs protestantischen Großbürgern an der Spitze. Vergleichbar einem Aufsichtsrat, wacht es über das operative Geschäft des Vorstandes.

In welcher Weise das Kuratorium sein Wächteramt in Sachen Reeb wahrgenommen hat, darüber hätte DIE NORDDEUTSCHE gern mit dem Vorsitzenden Christian Lürßen gesprochen. Auch an die mittel- und langfristige Ausrichtung der Stiftung knüpfen sich Fragen. Lürßen ließ "herzlich grüßen", zu einem Interview war er aber nicht bereit.

"Da rollten Köpfe"
Man muss sich deshalb an Leute aus dem erweiterten Leitungskreis unterhalb des Vorstandes halten, wenn man ein wenig hinter die Kulissen des größten Nordbremer Arbeitgebers schauen will. In diesem Führungskreis hatte Pastor Reeb ziemlich aufgeräumt. Dazu gab es punktuell wohl auch Anlass. So sieht es zumindest ein Mitglied der Führungsmannschaft. So sei in einigen Versorgungsbereichen von Friedehorst über Jahre "palettenweise geklaut" worden, ohne dass Vorgesetzte eingegriffen hätten. Reeb soll sich dieser Missstände angenommen haben. "Da rollten Köpfe", sagt der Insider. Allerdings habe Reeb nicht nur Schlendrian bekämpft, sondern auch Leute weggebissen, mit denen er schlicht nicht klarkam. Mit entsprechenden Gehaltsfortzahlungen für freigestellte Mitarbeiter sei die Bilanz von Friedehorst immer noch belastet. Andere Führungskräfte gingen von selbst, so etwa der Leiter des Neurologischen Rehabilitationszentrums und die Leiterin der Behindertenpflege, beides Fachkräfte mit überregionaler Reputation. Zahlreiche Leitungspositionen sind bis heute nicht wieder besetzt, und da liegt nach Einschätzung von Friedehorst-Kennern der Hase im Pfeffer. "Reeb hat zwar aufgeräumt, aber nichts an die Stelle gesetzt. Es war keine unternehmerische Linie zu erkennen, kein Ziel, auf das er zusteuerte", sagt jemand, der einige Zeit zu Reebs unmittelbarem Umfeld gehörte.

Eine schlüssige Zukunftsperspektive für Friedehorst zu formulieren, ist allerdings auch ein schwieriges Unterfangen. Denn Friedehorst ist ein Gemischtwarenladen, dessen Abteilungen sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen unterliegen. Da gibt es "Cash-Cows", also gewinnbringende Bereiche wie das Neuro-Zentrum oder die Behindertenpflege. Und auf der anderen Seite defizitäre Zweige. Vor allem die Altenpflege hätte es ohne die Quersubventionen aus den ertragreichen Stiftungsteilen vielleicht schon dahingerafft, sagen Kenner der Materie.

Allerdings haben die Kostenträger die Möglichkeiten eines solchen Austarierens von starken und schwachen Betriebsteilen in den vergangenen Jahren immer weiter eingeschränkt. Pflegekassen, Krankenkassen und Sozialbehörden bestehen darauf, dass die von ihnen geleisteten Zahlungen auch wirklich nur denjenigen Unternehmensbereichen zugutekommen, auf die sie bezogen sind. Vor diesem Hintergrund hat Friedehorst schon vor einiger Zeit damit begonnen, bestimmte Stiftungszweige unternehmensrechtlich abzunabeln. Damit soll verhindert werden, dass sie im Falle einer bedrohlichen wirtschaftlichen Schieflage den ganzen Laden mit in den Abgrund reißen.

Das Problem für jeden Reeb-Nachfolger wird die chronische Unterfinanzierung der Pflege sein. So sieht es der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bremen, Michael Schmidt, und er meint mit dieser Zustandsbeschreibung beileibe nicht nur Friedehorst.

Den Beginn der Negativentwicklung setzt Schmidt Mitte der 90er-Jahre an. Seinerzeit habe die Bundesregierung damit begonnen, das Pflegewesen dem freien Markt auszusetzen und private Konkurrenz zuzulassen. Seither gebe es einen verschärften Wettbewerb zwischen etablierten, gemeinnützigen Trägern wie Friedehorst und privaten Leistungsanbietern, der ganz wesentlich über die Personalkosten ausgetragen werde. Kassen und Sozialbehörden beriefen sich stets auf die so gebildeten und tendenziell sinkenden "Marktpreise" - und zahlten keinen Cent mehr. Verlierer sind in Schmidts Augen Patienten und Beschäftigte gleichermaßen. Denn zum einen sei es unter dem Kostendruck immer schwieriger, die Qualität der Pflege aufrechtzuerhalten. Zum anderen könne dem Personal nicht die materielle Anerkennung geboten werden, die der Pflegeberuf eigentlich verdiene.

Die Entwicklung hat in Bremen unter den Trägern der freien Wohlfahrtspflege bereits deutliche Spuren hinterlassen. Die Awo ging durch eine Insolvenz, die Caritas stieß Unternehmensteile ab und sortierte sich neu, der DRK-Kreisverband Bremen-Nord verschwand ganz von der Bildfläche.

Und Friedehorst? Michael Schmidt hofft auf eine generelle Trendwende in Deutschland, von der auch Bremen-Nords größter Arbeitgeber profitieren würde: "Wir brauchen wieder einen sozialen Konsens, dass Arbeit in der Pflege etwas wert ist."

Quelle: www.weser-kurier.de / Die Norddeutsche, Seite: 3, 24.04.2012
« Letzte Änderung: 24. April 2012, 22:57 von admin » Gespeichert

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« Antworten #15 am: 24. April 2012, 16:30 »

Bremer Diakoniestiftung
Geschäftsführer Reeb verlässt "Friedehorst"


Die größte diakonische Einrichtung im Land Bremen, die Stiftung "Friedehorst" und ihr Geschäftsführer Hans-Peter Reeb gehen ab sofort getrennte Wege. Das geschehe in beiderseitigem Einvernehmen, sagte eine Diakonie-Sprecherin. Genauere Gründe nannte sie nicht. Der 53-jährige Reeb stand seit Juli 2009 an der Spitze der Einrichtung.

[vollständigen Beitrag  vom 14.03.2012 lesen >>]

Quelle: http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/wirtschaftbremenfriedehorst100.html.
« Letzte Änderung: 24. April 2012, 23:04 von admin » Gespeichert

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« Antworten #14 am: 26. Oktober 2011, 16:27 »

Vorwürfe gegen Bremer Stiftung
Friedehorst räumt Falschabrechnung ein

Die Bremer Stiftung Friedehorst lenkt in einem Streit mit der Sozialbehörde offenbar ein. Man sei bereit, bei der Aufklärung mitzuhelfen, sagte eine Stiftungssprecherin nach einem Gespräch mit der Sozialbehörde. Vertreter beider Seiten bezeichneten das Gespräch als vertrauensvoll und konstruktiv. ...


Quelle: http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/politikgesundheitfriedehorst100.html, 23.09.2011
« Letzte Änderung: 10. September 2014, 11:56 von admin » Gespeichert

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« Antworten #13 am: 23. September 2011, 10:03 »

Zitat von: WK/DIE NORDDEUTSCHE 21.09.2011
Friedehorst will sich neu aufstellen
Vorstand und Mitarbeitervertretung ringen um eine Rückkehr zu einheitlichen Unternehmensstrukturen


... Auf der jüngsten Gesamt-Mitarbeiterversammlung malte Reeb Insolvenzszenarien an die Wand. ...

... Seit Jahren liegen der Stiftungsvorstand und die Mitarbeitervertretung (MAV) – so nennt sich der Betriebsrat diakonischer Einrichtungen – wegen unterschiedlicher Bezahlung gleicher Tätigkeiten über Kreuz. Noch unter Reebs Vorgänger Georg-Hinrich Hammer hatte die Stiftung Friedehorst Mitte des vergangenen Jahrzehnts damit begonnen, Teilgesellschaften auszugründen. Erklärtes Ziel: Senkung der Lohnkosten. So wurden seit 2005 bei der Friedehorst-eigenen Leiharbeitsfirma Parat Personal und Service GmbH zahlreiche Neueinstellungen vorgenommen. Die Betroffenen verdienen weniger als ihre Kollegen, die noch nach den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) der Diakonie bezahlt werden. ...
Quelle: WESER KURIER / DIE NORDDEUTSCHE 21.09.2011

Siehe auch [Friedehorst unter Korruptionsverdacht >>]



KOMMENTAR

Wie passen Arbeitgeber Kirche, Pflege, Nächstenliebe und Menschenwürde zusammen?

Die jüngsten Ereignisse der zur Diakonie gehörenden Stiftung Friedehorst in Bremen-Nord müßte jeden gläubigen Christen zweifeln lassen. Während der Papst von tausenden Anhängern bejubelt wird und Nächstenliebe usw. predigt, praktiziert der Arbeitgeber Kirche offensichtlich genau das Gegenteil. Negative Schlagzeilen häufen sich in den letzten Jahren. Da ist von Mißbrauch, Ausbeutung und Korruption die Rede. Mittelalter? Nein! Nein, wir befinden uns im 21. Jahrhundert.

Angehörige von Pflegebedürftigen und Kirchensteuerzahler sollten die Verantwortlichen aufffordern zu den Grundsätzen des christlichen Glaubens zurückzukehren - oder aus Protest aus der Kirche auszutreten!

* wk110921_friedehorst.PDF (330.41 KB - runtergeladen 388 Mal.)
« Letzte Änderung: 23. September 2011, 12:55 von admin » Gespeichert

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« Antworten #12 am: 20. September 2011, 21:29 »

Stiftung unter Betrugsverdacht

Bremer Sozialbehörde will schärfer kontrollieren

Als Reaktion auf den Verdacht des Betrugs bei Abrechnungen in der gemeinnützigen Bremer Stiftung Friedehorst will das Sozialressort die interne Kontrollen verbessern. Bremer Politiker waren vergangene Woche in einer nichtöffentlichen Sitzung informiert worden, dass die Stiftung offenbar jahrelang öffentliche Gelder doppelt erhalten hat.

Fast 600.000 Euro wurden von der Stiftung nach derzeitigem Stand offenbar zuviel in Rechnung gestellt. Die Gelder, die Friedehorst für die Betreuung von Kriegsopfern und deren Angehörigen rechtmäßig zustehen, seien drei Jahre hintereinander in Teilbeträgen von monatlich 16.500 Euro und am Jahresende noch einmal komplett ausgezahlt worden, so ein Ressortsprecher. Ein Betrug von Seiten der Stiftung kann nicht ausgeschlossen werden, aber auch in der Sozialbehörde sind Fehler gemacht worden, sagte der zuständige Staatsrat Horst Frehe.

Stiftung Friedehorst will Vorwürfe entkräften
Damit sich solche mutmaßlichen Doppelzahlungen nicht wiederholen, soll die Abrechnung neu aufgestellt werden. Außerdem sollen in der internen Kontrollabteilung mehrere neue Stellen geschaffen werden. Offen ist, ob sich die Stiftung Friedehorst oder ein Mitarbeiter an den Zahlungen bereichert hat. Bisher gebe es darauf keine Hinweise, Staatsanwaltschaft und Antikorruptionsstelle seien aber eingeschaltet.

Friedehorst wehrt sich gegen Vorwürfe
Die Stiftung hat die Vorwürfe aufs Schärfste zurückgewiesen. Berichte, nach denen die Einrichtung zu Unrecht mehrere Hunderttausend Euro von der Bremer Sozialbehörde erhalten habe, seien falsch und unbegründet, heißt es in einer Mitteilung der gemeinnützigen Stiftung. Friedehorst räumt zwar ein, dass nach ersten Prüfungen zwischen 2004 und 2006 möglicherweise zu viel bezahlt wurde. Dem stünden aber weitaus höhere offene Forderungen aus den vergangenen drei Jahren gegenüber. Die Stiftung spricht von einer erheblichen Restforderung an die Behörde. Berichte über einen Korruptionsverdacht wies die Pflegeeinrichtung aber als inhaltlich falsch und rufschädigend zurück.

[TV-Beitrag ansehen >>]
 
Quelle: http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/politikstiftungfriedhorst100.html, 20. September 2011, 18:09 Uhr
« Letzte Änderung: 10. September 2014, 11:54 von admin » Gespeichert

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« Antworten #11 am: 20. September 2011, 19:31 »

In den vergangenen Jahren stand Friedehorst immer mal wieder in der Kritik, siehe auch Beiträge unter [LEIHARBEIT >>]

Zitat von: WK/DIE NORDDEUTSCHE 21.09.2011
Friedehorst will sich neu aufstellen
Vorstand und Mitarbeitervertretung ringen um eine Rückkehr zu einheitlichen Unternehmensstrukturen


... Auf der jüngsten Gesamt-Mitarbeiterversammlung malte Reeb Insolvenzszenarien an die Wand. ...
Quelle: WESER KURIER / DIE NORDDEUTSCHE 21.09.2011
« Letzte Änderung: 10. September 2014, 11:52 von admin » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 20. September 2011, 19:27 »

Bremer Stiftung soll Fördergelder falsch angegeben haben
Friedehorst unter Korruptionsverdacht


Von Wigbert Gerling


Bremen. Abrechnungsbetrug? Untreue? Die Stiftung Friedehorst, die sich unter anderem um Behinderte, Kranke und Ältere kümmert, ist im Blickfeld amtlicher Rechercheure. Es geht um den Verdacht, dass die Einrichtung in Bremen-Nord von der Hansestadt mehr öffentliches Geld kassiert hat als berechtigt gewesen wäre. Zur Diskussion stehen dem Vernehmen nach strittige Beträge in einer Höhe von bis zu 600.000 Euro. Die Antikorruptionsstelle des Senats ist eingeschaltet.

Inzwischen wurden Fachpolitiker über den Verdacht gegen die Stiftung informiert. Sie reagierten überrascht und erwarten, so beispielsweise der sozialdemokratische Sozialpolitiker Klaus Möhle, dass den parlamentarischen Gremien in rund vier Wochen ein Bericht zur Lage vorgelegt wird. Dann könnten die Details bewertet werden. Der Sprecher des Sozialressorts, Bernd Schneider, bestätigte gestern die Untersuchungen zu den Abrechnungen mit der Stiftung Friedehorst - und auch, dass die Antikorruptionsstelle des Senats eingeschaltet sei. Überdies würden im Zusammenhang mit den laufenden Recherchen "personalrechtliche" Schritte geprüft. Bei der Stiftung hieß es gestern, es gebe mit Blick auf diese Vorgänge "Abstimmungsbedarf mit der Behörde". Die Pressesprecherin Sabine Henkel erklärte, dazu sei ein Termin auf Staatsratsebene angesetzt.

Die Stiftung Friedehorst nahe der Bundesstraße 74 in Richtung Vegesack ist eine Einrichtung, die sich wohltätigen Aufgaben widmet. Sie hat ihre Wurzeln in der Inneren Mission und ist heute nach eigener Darstellung die Dachorganisation für mehrere Tochtergesellschaften. Es gibt beispielsweise eine Gesellschaft, die Dienste für Senioren anbietet. Eine andere hilft Menschen mit Behinderungen und wieder andere kümmern sich um ein Rehabilitationszentrum. "Insgesamt sorgen für 2500 Menschen rund 1400 Mitarbeitende", heißt es in der eigenen Darstellung im Internet. Damit sei Friedehorst "einer der größten Arbeitgeber in Bremen-Nord". Die Stiftung war dort unter anderem mit einem Preis für "herausragende unternehmerische Leistungen" geehrt worden.

Inzwischen aber macht die Stiftung in der bremischen Politik und Verwaltung unter anderen Vorzeichen auf sich aufmerksam. Wie es heißt, hat die Innenrevision der Sozialbehörde in den vergangenen Monaten die Unterlagen geprüft und ist stutzig geworden. Es gibt demnach Auffälligkeiten, die den Verdacht nähren, die Stiftung habe womöglich über mehrere Jahre zu viel aus der Steuerkasse einbehalten.

Rückerstattung nicht eingegangen


Die genauen Hintergründe werden noch ermittelt, aber die behördlichen Prüfer haben offenbar die Konturen herausgearbeitet. Es geht um Abrechnungsverfahren, um die Vergütung von Leistungen, die von der Stiftung erbracht wurden. Und es geht, wie bestätigt wird, durchweg um Geld aus der bremischen Kasse.

Bei der Revision mit einer Rückschau auf Zahlungsvorgänge vergangener Jahre wurden die Behördenfachleute erstmals bei Durchsicht der Abläufe im Jahr 2006 hellhörig. Demnach seien monatliche Abschlagszahlungen überwiesen worden, so der Verdacht, die dann zu einer Jahressumme geführt hätten, die zu hoch ausgefallen sei. Demnach wären offenbar Rückerstattungen geboten gewesen, die allerdings nicht eingegangen seien. Wie es heißt, geht es hier um eine strittige Summe von knapp 200000 Euro. Pressesprecherin Sabine Henkel betonte gestern, für 2006 werde die Stiftung bis Freitag dieser Woche einen "lückenlosen Nachweis" erbringen.

Nachdem die Prüfer der Senatsverwaltung auf den Vorgang 2006 gestoßen waren, hatten sie sich weitere Jahrgänge genauer angeschaut - rückwirkend bis zum Beginn des neuen Jahrtausends. Und dabei seien sie - bezogen auf die Jahre 2004 und 2005 - erneut auf Abrechnungen gestoßen, die ihre Skepsis nur noch erhöht hätten. Die mutmaßlichen Überzahlungen hätten in zwei weiteren Jahresabrechnungen ebenfalls nicht weit unter der 200000-Euro-Grenze gelegen. Folglich gehe es inzwischen um einen möglichen Fehlbetrag von etwa 600000 Euro.

Die Stiftung Friedehorst wurde, wie es gestern hieß, bereits zur Jahresmitte über den Verdacht informiert, dass bei der Zahlung bremischer Mittel entsprechende Auffälligkeiten bei den Abrechnungen aufgespürt worden seien. Die Reaktion sei bisher nicht befriedigend: "Es gilt trotz dieses Verdachts gegen die Stiftung die Unschuldsvermutung", so ein Beteiligter aus der Behörde, "aber je länger keine Stellungnahme eingeht, desto größer wird natürlich das Misstrauen."

Sobald der Fall im Detail ermittelt ist, will die Behörde die finanzielle Bilanz dokumentieren und etwaige Fehlbeträge von der Stiftung zurückfordern.

Quelle: http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Vermischtes/449466/Friedehorst-unter-Korruptionsverdacht.html, 20.09.2011



Sozial-Staatsrat Horst Frehe nimmt Stellung zu Abrechnungs-Unstimmigkeiten bei einem großen Träger

Senatorin will Innenrevision stärken

Die Innenrevision des Sozialressorts hat Prüfungen aufgenommen, um Unstimmigkeiten in den Abrechnungen mit einem großen Einrichtungsträger im Bereich Behinderungen und alte Menschen aufzuklären.

Nach Hinweisen aus dem Landesrechnungshof hat die Innenrevision zunächst den Zahlungsverkehr aus dem Jahr 2006 geprüft. Dabei stieß sie auf eine Summe von 198.000 Euro, für die es keine erkennbare sachliche Grundlage gab. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat Staatsrat Horst Frehe die Innenrevision beauftragt, weitere Abrechnungen des Trägers aus weiteren Jahren zu prüfen. Dabei richtete sich die Prüftätigkeit ausschließlich auf die Jahre vor 2006. 2007 hatte sich die Systematik des Abrechnungssystems geändert, sodass es zu Überzahlungen dieser Art nicht mehr hätte kommen können. Auch Abrechnungen aus den Jahren 2004 und 2005 haben Prüfer beanstandet.

Sozial-Staatsrat Horst Frehe: "Wir müssen dem Verdacht nachgehen, dass die Zahlungen nicht korrekt abgewickelt wurden Zum jetzigen Zeitpunkt stellt sich der Vorgang so dar, dass ein Schaden zu Lasten Bremens von bis zu 600.000 Euro angenommen werden kann. Wenn sich der Verdacht bewahrheitet, wird das Sozialressort zu viel gezahlte Beträge zurückfordern." Die Ansprüche sind nach eingehender rechtlicher Prüfung noch nicht verjährt, auch sofern sie sich aus den Jahren 2004, 2005 ergeben.

"Die Vorgänge machen deutlich, wie wichtig eine unabhängige und funktionierende Innenrevision ist", sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann. "Gerade im Sozialressort wird viel Geld bewegt. Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen um sicherzustellen, dass diese Steuergelder korrekt verwendet werden." Zu diesem Zweck seien bereits erste Entscheidungen gefallen mit dem Ziel, die Innenrevision personell zu verstärken.

Horst Frehe hat inzwischen die Zentrale Antikorruptionsstelle (ZAKS) mit Ermittlungen beauftragen lassen; die Staatsanwaltschaft wird gebeten zu prüfen, ob die Vorgänge auch strafrechtlich relevant sein könnten.

Das Haushaltsreferat hat den Träger erstmals im Juni und seitdem mehrfach gebeten, die Unstimmigkeiten aufzuklären. Das ist bis heute nicht geschehen.

Daneben hat die Innenrevision auch Versäumnisse im Amt für Soziale Dienste festgestellt. Dort sind Zahlungen geleistet worden, die nach Aktenlage so nicht hätten geleistet werden dürfen. Das Ressort hat deshalb unverzüglich personalrechtliche Konsequenzen eingeleitet, die Zuständigkeit für diesen Bereich sowie die Verwaltungsabläufe neu geregelt.

"Die Innenrevision hat die Hausspitze sofort über ihren Verdacht in Kenntnis gesetzt, unmittelbar nachdem ich im Juli mein Amt angetreten habe", sagte Sozialstaatsrat Horst Frehe. Von den Ergebnissen "waren wir ziemlich schockiert". Frehe zeigte sich aber zufrieden mit dem Zusammenspiel von Rechnungshof und Innenrevision. "Das ist sehr zufriedenstellend im Interesse einer umfassenden Aufklärung gelaufen."

Quelle: http://senatspressestelle.bremen.de/sixcms/detail.php?id=44646, Pressemitteilung vom 20.09.2011
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« Antworten #9 am: 20. September 2009, 23:07 »

Zitat
Bremer Unternehmen haben eigene Zeitarbeitsfirmen
Immer mehr Leiharbeiter in der Pflege


Rainer Kabbert 21.01.20110

Bremen. Leiharbeit in der Pflege: Ausnahme oder Regel? "In Bremen gibt es kaum ein größeres Unternehmen, dass nicht mit einer Zeitarbeitsfirma verbandelt ist", sagt Uwe Schmidt, ver.di-Fachbereichsreferent für Gesundheit und Pflege.

Noch ist der Anteil der Pflege-Leiharbeiter an allen Beschäftigten gering. Doch er wächst rapide. Warum?

Die Arbeitnehmerkammer will es genauer wissen und hat ein Forschungsprojekt zusammen mit der Universität Bremen auf den Weg gebracht. Schon jetzt sieht Arne Klöpper (Uni Bremen) in der Pflege-Leiharbeit ein "weitverbreitetes Phänomen. Hier tummeln sich viele Anbieter".

In Bremen haben sich die Unternehmen über Tochtergesellschaften ihre eigenen Zeitarbeitsfirmen gegründet. Beispiel Friedehorst: Die karitative Einrichtung hat die Firma "Parat"geschaffen, Personal und Service GmbH. Mitgesellschafter sind das Diakonissenmutterhaus Bremen und die Egestorff-Stiftung. Beispiel Bremer Heimstiftung: Sie hat die Bremer Stiftungs-Service GmbH ins Leben gerufen. Beispiel Arbeiterwohlfahrt (AWO): Zusammen mit anderen Gesellschaftern ist sie mehrheitlich an der bpsm beteiligt, der Beratung Personal Service Management GmbH.

In Friedehorst (Stiftung und die gemeinnützigen GmbH) sind von 1500 Mitarbeitern fünf Prozent Zeitarbeiter, die im Pflege-, aber auch im Handwerksbereich eingesetzt werden, sagt Pressesprecherin Sabine Henkel. Parat GmbH - ein Tarifpartner des DGB - sei ein Instrument, um kurzfristige personelle Bedarfsspitzen zu bewältigen und eine flexible Personalreserve für die Gesellschaften bereit zu halten. Uwe Schmidt von ver.di errechnet den Zeitarbeits-Anteil bei Friedehorst dagegen mit zehn Prozent. "Sie werden nicht eingesetzt, um Bedarfsspitzen zu bewältigen, sondern um Kosten zu sparen."

In der Bremer Heimstiftung (BHS), 1953 durch den Senat gegründet, sind von den über 1000 Beschäftigten nach Informationen von Schmidt 400 vom hauseigenen Bremer Stiftungs-Service angestellt. Ziel: Erhöhte Flexibilität an den über 25 Standorten. Von der BHS war keine Stellungnahme zu bekommen.

Die Arbeiterwohlfahrt setzt nach eigenen Angaben weniger als zwei Prozent seiner rund 1500 Mitarbeiter als bpsm-Zeitarbeiter ein. Damit sollten personelle Bedarfsspitzen abgedeckt werden. Schmidt (ver.di) bestätigt diesen Personaleinsatz. "Der AWO-Betriebsrat achtet darauf, dass die Zeitarbeiter tatsächlich nur bei personellen Engpässen eingesetzt werden."

Peer Rosenthal - er verantwortet die Pflegestudie in der Arbeitnehmerkammer - zählt drei mögliche Motive für den Einsatz von Pflegezeitarbeitern auf: Kosten, Flexibilität und Bilanztechnik. "Unternehmen müssen ihre Kosten rechtfertigen. Um Personalkosten zu senken, stellen sie Zeitarbeiter ein, die als Sachkosten verbucht werden." Welches Motiv im Vordergrund steht, wird nun in Bremen untersucht. Ende März werden die Ergebnisse veröffentlicht.

Tarife werden umgangen
ver.di Experte Schmidt hat nach seinen Erfahrungen mit den Betrieben schon jetzt das Kostenmotiv als wichtigstes Motiv identifiziert. Die Betriebe wollten mit den Zeitarbeitfirmen Tarifverträge, aber auch Arbeitnehmervertretungen umgehen.

Bremer Zeitarbeitsfirmen in der Pflege liegen im bundesweiten Trend. Das Institut Arbeit und Technik (IAT) an der Fachhochschule Gelsenkirchen hat in einer Studie eine massive Zunahme registriert. Im Juni 2009 waren es mit rund 19250 Personen in Gesundheitsberufen - ein Großteil aus der Pflege - zwar relativ wenige (drei Prozent aller 609600 Leiharbeiter), doch seit 2004 hat sich ihr Einsatz verfünffacht.

Peer Rosenthal, in der Arbeitnehmerkammer zuständig für Arbeitsmarktpolitik, nennt als Grund das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz von 1972, das 2002/2003 überarbeitet wurde. Fortan, so Rosenthal, stand der Gleichheitsgrundsatz bei der Bezahlung unter Tarifvorbehalt. Wenn ein Tarifvertrag besteht, ist der Gleichheitsgrundsatz passé. Zweitens: Das Synchronisationsverbot wurde aufgehoben, Beschäftigungsverhältnisse bei einer Zeitarbeitsfirma mussten künftig nicht mehr länger laufen als die Verträge in den Firmen, für die die Arbeiter entliehen werden. So konnte eine Branche boomen - auch in der Pflege.

Allerdings hat Rosenthal hier auch einen Widerspruch in der Pflegebranche entdeckt. "Die Unternehmen beklagen einen Fachkräftemangel. Gleichzeitig sorgen sie dafür, den ohnehin belasteten Pflegeberuf durch steigenden Anteil an Leiharbeit unattraktiver zu machen." Und auch die Gelsenkirchener Wissenschaftler kommen in ihrer Studie zu dem Schluss: "Das Problem des Fachkräftemangels in der Pflege kann durch das Instrument der Leiharbeit keinesfalls gelöst werden."

Quelle: http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-Immer-mehr-Leiharbeiter-in-der-Pflege-_arid,192391.html




Bremen, September 2009:
Schluss mit lustig – wir können auch anders!

Streik- und Aktionsaufruf für die Beschäftigten der Friedehorst GmbH und Stiftung, Neurologisches Rehazentrum, Dienste für Senioren und Pflege Friedhorst GmbH, Dienste für Menschen mit Behinderung GmbH am 23.09.2009 in Bremen

Die vielfältigen Aktionen und aktiven Mittagspausen der vergangenen Monate haben noch nicht ausreichend Wirkung erzeugt. Bis jetzt liegt kein verhandlungsfähiges Angebot der diakonischen Dienstgeber vor. Die Entgelttabellen sind damit auch Ende 2009 auf dem Stand von 2004.

Die Beschäftigten im Geltungsbereich des AVR.Diakonie.EKD werden immer weiter von den allgemeinen Einkommensentwicklungen des öffentlichen Dienstes, aber auch der verfassten Kirche und anderer Bereiche abgehängt.

Der Einkommensabstand beträgt bereits mehr als 8%. Eine zweifelhafte Wertschätzung der Diakonischen Dienstgeber.

ver.di will Löhne auf Branchenniveau! ver.di hat den Verband der diakonischen Dienstgeber Deutschlands (VdDD) im November 2008 zu Tarifverhandlungen zur Anwendung des TVöD aufgerufen. Der VdDD ist dazu nicht bereit. Er hält weiterhin die Fahne des dritten Weges hoch, obwohl sich viele Mitgliedsverbände (wie z.B. Friedehorst Bremen) schon jetzt nicht mehr an die AVR.Diakonie.EKD halten und abweichende (sprich schlechtere) Regelungen anwenden. Diakonische Einrichtungen weiten mit Hilfe von niedrigen Löhnen ihren Marktanteil aus.

Der dritte Weg diszipliniert die Arbeitnehmer, weil sie damit kein Mittel haben, ihre berechtigten Interessen wirksam vertreten zu können. Es fehlt die gleiche Augenhöhe.

Die Dienstgeber haben sogar die Möglichkeit - und aktuell versucht -, die Spielregeln (Ordnung) der arbeitsrechtlichen Kommission einseitig zu verändern, wenn die Verhandlungen nicht in ihrem Sinne verlaufen.

Die Finanzkrise und damit die Lage der öffentlichen Haushalte und Sozialkassen ist angespannt. Die Refinanzierung sozialer Aufgaben wird nicht einfacher. Ohne Durchsetzungsmöglichkeiten sind die Arbeitnehmer dem Wohlwollen ihrer Arbeitgeber machtlos ausgesetzt.

Wir können auch anders!
Tarifverträge bieten ein Verhandlungssystem auf gleicher Augenhöhe. Notfalls können Arbeitnehmer ihren Forderungen mit Streik Nachdruck verleihen.

Wir haben die Kraft!
Wir wollen einen Tarifvertrag für die Diakonie.EKD

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, ruft die Gewerkschaft ver.di auf zum Streik- und Aktionstag

   * am Mittwoch, den 23.09.2009

Wir appellieren an alle, diesen Streik massenhaft zu unterstützen!
Verhindern wir gemeinsam, dass diakonische Einrichtungen die „Billigheimer“unter den Wohlfahrtseinrichtungen werden!

Quelle: https://bremen.verdi.de


* wk090923_diakonie_verdi-streik.jpg (382.53 KB, 1597x1026 - angeschaut 628 Mal.)
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« Antworten #8 am: 27. November 2008, 12:26 »

Beschäftigte finden kein Gehör
Diakonie-Mitarbeiter protestieren abseits des Kirchentages


BREMEN. Drinnen im warmen Sitzungssaal ging’s ums liebe Geld, draußen auch. Doch die rund 70 Beschäftigten diakonischer Einrichtungen, die zur Mittagszeit vor das Vegesacker Gustav-Heinemann-Bürgerhaus gezogen waren, hatten nicht die Kirchenfinanzen, sondern ihr Portemonnaie im Sinn. Sie protestierten mit Trillerpfeifen und Transparenten gegen eine Abkoppelung vom Lohnniveau des öffentlichen Dienstes und die Flucht diakonischer Betriebe aus dem Flächentarifvertrag. Angeprangert wurden in diesem Zusammenhang insbesondere die Senioren- und Reha-Einrichtung Friedehorst in Bremen-Nord sowie die Egestorff-Stiftung.

"Diakonie sei eine Lebens- und Wesensäußerung der evangelischen Kirche, heißt es immer so schön", rief Mitarbeitervertreter Christoph Fantini in Erinnerung. Doch davon sei in der Praxis vieler Einrichtungen nichts zu spüren, jedenfalls nicht für deren Beschäftigte.

Die Hoffnung der Demonstranten, mit den Kirchentags-Delegierten über ihr Anliegen ins Gespräch zu kommen, erfüllte sich nicht. Präsidentin Brigitte Boehme vertröstete die Delegation der Diakonie-Beschäftigten auf das Ende der Tagesordnung. Der Protest lief so ins Leere. Friedehorst-Vorsteher Georg-Hinrich Hammer verwahrte sich gegen den Vorwurf, seinen Mitarbeitern unanständige Konditionen zu bieten. Die weitaus meisten Beschäftigten würden nach dem Flächentarif bezahlt. Anders als die Bremische Evangelische Kirche verfüge Friedehorst nicht über ein dickes Finanzpolster, sondern komme gerade so über die Runden.

Quelle: © www.weser-kurier.de, 27.11.2008



siehe auch:

Lohndumping in der Diakonie (28.04.2008, 21.45 Uhr, Report Mainz, Das Erste)




siehe auch:

Zitat
Unter Gottes Dach

In Deutschland regeln die christlichen Kirchen die Arbeitsbedingungen ihrer 1,3 Millionen Beschäftigten selbstbestimmt. So will es das Grundgesetz. Betriebsräte? Mitbestimmung? Streikrecht? Fehlanzeige

VON ANNETTE JENSEN

Die Richter ließen keinen Zweifel: Wie die diakonische Einrichtung Bremen Friedehorst mit Mitarbeitern umging, war illegal. Wer dort ab 2005 eingestellt wurde, bekam nur noch einen Vertrag bei einer kircheneigenen Leiharbeitsfirma - und bis zu 30 Prozent weniger Geld als die Kollegen. Das geht nicht, so das Urteil. Für gleiche Arbeit müsse gleicher Lohn gezahlt werden, alles andere widerspreche der Idee der christlichen Dienstgemeinschaft. ...
Quelle: http://publik.verdi.de/2008/ausgabe_04/gewerkschaft/schwerpunkt/seite_4/A0
« Letzte Änderung: 05. September 2012, 23:02 von admin » Gespeichert

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« Antworten #7 am: 23. August 2007, 15:20 »

WESER-KURIER vom 23.08.2007:

Friedehorst: Streit um Leiharbeit

BREMEN-LESUM. Ignoriert die diakonische Reha- und Pflegeeinrichtung Friedehorst ein Urteil des höchsten evangelischen Kirchengerichtshofs?

Diesen Vorwurf erheben Mitarbeitervertreter, die sich gegen den verstärkten Einsatz von Leiharbeitnehmern wenden. Um dem Kostendruck im Pflegebereich zu begegnen, hatte Friedehorst vor zwei Jahren die Leiharbeitsfirma "parat" gegründet. Über sie werden seither nicht nur kurzfristige Vertretungen abgewickelt, sondern auch feste Stellen mit Leiharbeitnehmern besetzt. Der Kirchengerichtshof rügte im Oktober 2006 diese Praxis. Sie sei unvereinbar mit dem diakonischen Gedanken.

Nach Ansicht mehrerer Mitarbeitervertretungen, die sich im Frühjahr nach der Aufteilung Friedehorsts in eigenständige Gesellschaften neu bilden mussten, wurde bisher kaum auf die grundsätzliche Kritik der Richter an der Ausdehnung der Leiharbeit reagiert.

Der Friedehorst-Vorsteher Georg-Hinrich Hammer versuche weiter, tarifliche Standards zu unterlaufen.Hammer hält das Urteil dagegen für überholt. Er beruft sich auf neue Arbeitsvertragsrichtlinien, die seit 1. Juli in der Diakonie gelten und eine Absenkung des bisherigen Tarifniveaus ermöglichen.

Gleichwohl gründet die Lesumer Einrichtung zum 1. September eine weitere Gesellschaft. Die "Diakonischen Dienste Friedehorst" sollen zahlreichen bisherigen Leiharbeitnehmern eine dauerhafte Beschäftigung bieten. Die Firma "parat" fungiere dann nur noch als eine Art Durchgangsstation, erläutert Hammer.

Quelle: www.Weser-Kurier.de



DIE NORDDEUTSCHE:

Durchs "Portal" in feste Jobs

LESUM. Die Reha- und Pflegeeinrichtung Friedehorst feiert in Kürze ihr 60-jähriges Bestehen. Doch die Festtagsstimmung wird getrübt durch eine Kontroverse zwischen Leitung und Mitarbeitervertretung (MAV). Widerstand formiert sich gegen die Zunahme von Leiharbeit und die Absenkung der Gehälter auf breiter Front.

Friedehorst-Vorsteher Dr. Georg-Hinrich Hammer sieht sich unter Zugzwang. Die Kostenträger hätten in der jüngsten Vergangenheit die Pflegesätze spürbar gesenkt. Die Personalkosten seien deshalb auf bisherigem Niveau "nicht mehr dauerhaft finanzierbar". Vor diesem Hintergrund hatte Hammer bereits vor einiger Zeit den Einsatz billigerer Leiharbeitskräfte in den einzelnen Arbeitsbereichen forciert - nicht nur für kurzfristige Vertretungen, sondern auch auf festen Planstellen. Eigens zu diesem Zweck wurde die Zeitarbeitsfirma "parat" gegründet.

Die MAV betrachtete diese Entwicklung von Anfang an kritisch und zog juristisch dagegen zu Felde. In höchster kirchengerichtlicher Instanz bekam die Mitarbeitervertretung im Oktober vergangenen Jahres Recht. Zwar bezog sich das Urteil auf einen konkreten Einzelfall, doch trafen die Richter auch sehr grundsätzliche Feststellungen, die Dr. Hammer in den Ohren geklungen haben dürften. Das Ersetzen fester Kräfte durch Leiharbeitnehmer verstoße "gegen das Leitbild der Dienstgemeinschaft, eines der tragenden Grundprinzipien der Kirche oder des kirchlichen Dienstes", schrieb der Kirchengerichtshof der Friedehorst-Leitung ins Stammbuch.

Zwischenzeitlich hat sich die Lesumer Einrichtung organisatorisch reformiert. Sie besteht seit März aus mehreren formal eigenständigen wirtschaftlichen Einheiten mit dem Neurologischen Zentrum sowie den Diensten für Senioren beziehungsweise Behinderte als wichtigsten Blöcken.

Auch die Mitarbeitervertretungen mussten für die so entstandenen gemeinnützigen GmbHs neu gewählt werden. An ihrer Gegnerschaft gegenüber Leiharbeit und Absenkung tariflicher Niveaus hat sich indes nichts geändert. "Ginge es Friedehorst schlecht, wären wir jederzeit zu solidarischem Verzicht bereit", bekundet Günter Christmann, der der alten MAV vorstand. Doch dieser Eindruck vermittele sich nicht gerade.

Friedehorst expandiere nach wie vor und habe erst vor wenigen Tagen den Bau einer neuen Pflegeklinik für 10,9 Millionen Euro angekündigt. Die Gehaltseinbußen der von "parat" gestellten Leiharbeitnehmer sind nach Angaben der MAV erheblich. Während eine Pflegefachkraft mit diversen Zuschlägen bisher ein monatliches Einkommen von gut 2500 Euro erzielt habe, bringe es eine Leihkraft nur auf rund 1600 Euro. Zudem fielen sechs Tage Urlaub und betriebliche Altersversorgung weg.

Dr. Georg-Hinrich Hammer und die Geschäftsführer der neuen Unternehmensbereiche kommen zu anderen Zahlen. Die durchschnittliche Entlohnung bei "parat" habe gegenüber den bisherigen Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) für Alt-Arbeitnehmer "nur" um rund 17 Prozent niedriger gelegen. "Aber das ist sowieso Schnee von gestern", winkt Hammer ab. Seit dem 1. Juli gelten nämlich neue AVR, die eine durchgängige Absenkung des Tarifniveaus in kirchlich gebundenen Pflegeeinrichtungen mit sich bringe.

Parallel reagiert Friedehorst auf die Kritik der obersten Kirchenrichter an der Leiharbeit. Zum 1. September nimmt mit der "Diakonische Dienste Friedehorst" ein weiteres neues Unternehmen seine Tätigkeit auf. Dort sollen vormalige Leiharbeiter eine dauerhafte Beschäftigung erhalten. Das Gehaltsniveau werde "zum Teil" den neuen AVR entsprechen. Der Firma "parat" bleibe dann nur noch eine "Portalfunktion".

Die MAV wollen dem Abbröckeln des Lohnniveaus auch weiter ihren Widerstand entgegensetzen. Viele Verbündete haben sie dabei freilich nicht, jedenfalls nicht innerhalb der diakonischen Institutionen. Appelle an das mit Honoratioren besetzte Kuratorium der Friedehorst-Stiftung verhallten bisher ungehört. "Die Briefe kamen zum Teil ungeöffnet zurück", erinnert sich Günter Christmann. So bleibe den Mitarbeitervertretungen letztlich nur der öffentliche Protest.

Quelle: www.Weser-Kurier.de - Die Norddeutsche
« Letzte Änderung: 23. August 2007, 15:34 von admin » Gespeichert

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« Antworten #6 am: 27. Januar 2007, 22:51 »

Friedehorst-Mitarbeitervertretung erneut "geschockt"

Am 19.01.2007 erschien in der Ausgabe von "DIE NORDDEUTSCHE", der Regional-Beilage der Bremer Tageszeitungen für Bremen-Nord, ein Artikel zu den weiteren geplanten Veränderungen der Reha- und Pflegeeinrichtung Friedehorst in Bremens Norden.

Demnach hat das Diakonische Werk seine Arbeitsvertragsrichtlinien verändert. Dies nimmt Friedehorst zum Anlaß weitreichende Umstrukturierungen und Firmenneugründungen anzukündigen. Ziel ist offenbar, bei den Personalkosten erheblich zu sparen.

Die Mitarbeitervertretung befürchtet "gravierende Verschlechterungen für die Beschäftigten".

(Der Artikel steht hier als Zitat zum Download zur Verfügung.)


* Friedehorst_WK(DN)070119.jpg (344.2 KB, 1200x891 - angeschaut 783 Mal.)
« Letzte Änderung: 27. Januar 2007, 23:07 von admin » Gespeichert

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