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Autor Thema: ADHS-Behandlung: Alternativen zu Ritalin  (Gelesen 6047 mal)
admin
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« Antworten #3 am: 20. Dezember 2014, 19:43 »

Zitat
Sport verbessert kognitive Fähigkeiten von Kindern mit ADHS – Einsatz in der Therapie möglich

Alexander Schlaak Referat II/2, Kommunikation
Universität Regensburg

Durch sportliche Aktivität können die kognitiven Fähigkeiten – insbesondere die Aufmerksamkeit und die Gedächtnisleistung – von Kindern mit ADHS verbessert werden. Die Sportart scheint dabei keine Rolle zu spielen. Dies haben jetzt Sportwissenschaftlerinnen der Universität Regensburg in Kooperation mit einer Regensburger Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Rahmen einer Studie nachgewiesen. Nach Ansicht der Forscherinnen könnten demnach entsprechende Bewegungsprogramme in der Therapie für ADHS-Kinder eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Studie werden in der Fachzeitschrift „Research in Developmental Disabilities“ veröffentlicht.

Bei Kindern mit ADHS sind neben den Hauptsymptomen der Krankheit (Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität) auch häufig gravierende Defizite im Bereich der motorischen und kognitiven Fähigkeiten zu beobachten. In früheren Untersuchungen konnten Forscherteams der Universität Regensburg bereits einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Fähigkeiten aufzeigen. Für Diplom-Sportwissenschaftlerin Susanne Ziereis und Prof. Dr. Petra Jansen vom Institut für Sportwissenschaft lag deshalb die Vermutung nahe, dass sportliche Bewegungseinheiten auch einen positiven Einfluss auf Kinder mit ADHS haben könnten. Der Einfluss von Sport auf die Entwicklung von ADHS wurde bislang weltweit kaum erforscht.

Ziereis und Jansen untersuchten in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis Manfred Wurstner (Regensburg), ob unterschiedliche Sport-Trainingsprogramme einen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten bei Kindern mit ADHS hatten. 43 Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren (32 Jungen und 11 Mädchen), bei denen ADHS diagnostiziert wurde, nahmen an der Studie teil.

Die Kinder wurden in drei verschiedene Gruppen eingeteilt, wobei es sich um zwei sogenannte Interventionsgruppen und eine Kontrollgruppe handelte. Beide Interventionsgruppen nahmen an einem 12-wöchigen motorischen Trainingsprogramm teil, das sich jeweils von dem der anderen Interventionsgruppe unterschied. Ein Trainingsprogramm beinhaltete beispielsweise spezielle Übungen zur Handgeschicklichkeit, der Ballfertigkeit oder der Balance. In dem zweiten Programm wurde der Schwerpunkt auf Sportarten gelegt, bei denen eben diese Fähigkeiten nicht oder kaum gefordert waren. Vor und nach der ersten Trainingseinheit sowie im Anschluss an die gesamte 12-wöchige Trainingsphase wurden die jeweilige kognitive und motorische Leistungsfähigkeit der Kinder erfasst.

Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig: Die Kinder, die an einem der beiden Trainingsprogramme teilnahmen, zeigten eine signifikante Leistungssteigerung im Bereich der kognitiven Funktionen. Dem gegenüber stagnierten die entsprechenden Leistungen bei der Kontrollgruppe. Die Regensburger Wissenschaftlerinnen folgerten daraus, dass sportliche Aktivität im Allgemeinen zu einer Verbesserung der Aufmerksamkeit und der Gedächtnisleistung von Kindern mit ADHS beitragen kann.

Auf der Grundlage dieser Beobachtungen sind gezielte Bewegungsprogramme eine äußerst geeignete Methode zur Reduktion vorhandener kognitiver Defizite. Die Bewegungsprogramme könnten ergänzend oder alternativ zur medikamentösen Therapie in den Alltag und den Behandlungsplan von Kindern mit ADHS integriert werden.

Titel des Original-Aufsatzes:
Ziereis S., & Jansen P. (2014): Effects of physical activity on executive functions and motor performance in children with ADHS, in “Research in Developmental Disabilities”.
Quelle: http://www.idw-online.de/de/news618422
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« Antworten #2 am: 16. Dezember 2014, 12:01 »

Zitat
Therapiestudie am Dresdner Uniklinikum: Bewegung statt Medikamente für ADHS Patienten
Konrad Kästner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mit bestimmten körperlichen Übungen zu behandeln – das könnte tatsächlich in manchen Fällen möglich werden. Eine aktuell an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden laufende Studie gibt da derzeit Grund zur Hoffnung. Der Schlüssel zum Erfolg kann eine gezielte Physiotherapie sein. Die Dresdner Forscher versprechen sich von diesem Behandlungsansatz nicht nur eine zeitweise Linderung, sondern unter Umständen auch eine Langzeitwirkung.

Robin ist kaum zehn Jahre alt und weiß schon ganz genau, was ihm fehlt. An dem Tag, an dem er in die Schule gekommen ist, veränderte sich sein Leben. Alles, was um ihn herum passierte, wollte er in sich aufsaugen. Überall wollte er dabei sein. Grenzen waren ihm in den Momenten egal. „Meine Schulfreunde haben immer gesagt: Hör auf! Aber da waren wieder meine Stifte, die interessant waren, ich wollte mit allen spielen.“

Die Diagnose ADHS trifft nicht nur die kleinen Patienten, auch deren Familien müssen in vielen Fällen ihren Alltag neu organisieren. Dabei spielt es gar nicht so die entscheidende Rolle, wie die Eltern ihr Kind erleben. „Wir haben ein tolles Kind“, sagt Robins Mutter. „Wir sind nie eingeschränkt, es gibt kaum Stress zu Hause, es ist nur der Unterricht, der uns Probleme macht.“ Es kann aber auch anders laufen und auch zu Hause zu Schwierigkeiten im Miteinander kommen. Manche Kinder haben neben Konzentrationsproblemen, motorischer Unruhe und erhöhter Impulsivität zusätzlich auch Defizite in ihren motorischen Fertigkeiten.

Die Behandlung des ADHS sollte bestenfalls multimodal ausgelegt sein, das heißt nicht nur Medikamente beinhalten sondern zum Beispiel auch ein Training mit dem Kind und den Eltern. Für Kinder mit ADHS und motorischen Schwierigkeiten gibt es dabei noch keine gut untersuchten Behandlungen. Gezielte Bewegungsübungen haben die Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der TU Dresden schon länger im Visier. „Mit solchen Angeboten gelingt es, auf durchaus nachvollziehbare Art und Weise kleine ADHS Patienten für den Alltag fit zu machen“, sagt die Psychologin Sina Wanderer, die das Projekt an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie begleitet. Zumindest als Begleittherapie sollte auf die Physiotherapie in bestimmten Fällen künftig kaum noch verzichtet werden: „Wenn neben der ADHS auch noch motorische Beeinträchtigungen vorliegen, dann wäre das sehr gut, könnten alle Kinder eine Bewegungstherapie bekommen.“ Wanderer begründet das so: „Weil sie zum Beispiel beim Ballfangen Schwächen haben und im Schulsport Außenseiter sind. Gerade bei Grundschulkindern geht mit Gleichaltrigen viel über gemeinsames Raufen, Bewegung, und wenn dann neben der Impulsivität und Hyperaktivität noch die motorische Komponente im Weg steht, dann wird es ganz schwierig, einer drohenden Stigmatisierung oder Ausgrenzung vorzubeugen.“

Die Übungen, die der Physiotherapeut Tom Müller mit seinen kleinen Patienten durchführt, sind punktgenau auf deren Bedürfnisse zugeschnitten. „Wir versuchen bestimmte Atemübungen mit einzubauen oder wir versuchen vieles spielerisch zu gestalten, indem man einen Parcours baut. Wir sind dann im Dschungel, in einer Ritterburg oder wir fliegen im Weltall und müssen das Raumschiff vorbereiten.“ Das alles ist mit viel Aktivität verbunden, da geht es über Bänke, Sprossenwände nach oben oder auf allen Vieren quer durch die Turnhalle. „Ich schau immer nach dem Muskeltonus. Viele der ADHS Patienten sind mehr in einem Streck- und weniger in einem Beugemuster.“ Das heißt, die vordere Rumpfmuskulatur der Kinder ist im Vergleich zur hinteren abgeschwächt, „deshalb versuche ich die vordere Muskelkette zu aktivieren. Das sind dann Übungen, die mit Stützen zu tun haben oder Krabbeln. Ich arbeite viel am Boden, um die richtigen Tonusverhältnisse aufzubauen.“ Mit doch auffällig guten Erfolgen. Allerdings fehlen bislang wissenschaftlich valide Daten, um den sicheren Beweis zu erbringen, dass diese zeitintensiven Therapieangebote tatsächlich auch langfristig ihre Wirkung entfalten. Sina Wanderer hofft, dass es ihrem Team jetzt gelingt, genau hier die Weichen für eine innovative multimodale ADHS–Behandlung zu stellen, bei der in einigen Fällen möglicherweise ganz auf Medikamente verzichtet werden kann. „Wir haben noch nicht genügend Daten zusammen, aber nach den bisherigen Erkenntnissen sah es auch nach einem halben Jahr gut aus. Die Motorik war definitiv verbessert, und wir haben häufig ein positives Feedback von den Familien bekommen.“

Bei Interesse können sich die Familien an die Forschungskoordination unter 0351 – 458 7168 oder KJPForschung@uniklinikum-dresden.de wenden.

An der Bewegungstherapie können Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren mit ADS bzw. ADHS und motorischen Schwierigkeiten teilnehmen. Die Bewegungstherapie erfolgt über acht Wochen zweimal pro Woche für 45 Minuten.
Quelle: http://idw-online.de/de/news616329, 02.12.2014
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2014, 12:02 von admin » Gespeichert

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« Antworten #1 am: 26. April 2014, 19:04 »

AD(H)S - Zerreißprobe für die ganze Familie

Spezielle Mutter/Vater & Kind-Kur entlastet Eltern und Kind

Die Zahl der Kinder, die an Aufmerksamkeitsstörungen leiden, nimmt stetig zu. Bis zu sechs Prozent aller Kinder in Deutschland sind vom so genannten AD(H)-Syndrom betroffen. Beide Krankheits-Phänomene – hyperaktiver Zappelphilipp oder weltfremde Traumsuse – belasten das Familienleben enorm. Oft führt der große Druck dazu, dass alle Beteiligten irgendwann mit den Nerven am Ende sind. Doch bevor es so weit kommt, sollte die Reißleine gezogen werden. Das Mutter-Kind-Hilfswerk e.V. empfiehlt dazu eine spezifische AD(H)S-Schwerpunktkur im Rahmen einer Mutter/Vater & Kind Kur.

Die Eltern erfahren dort durch ein spezielles Trainingsprogramm Unterstützung im Umgang mit ihrem Kind, vor allem hinsichtlich einer verbesserten Beziehungsgestaltung bei einer klaren, strukturierten, ruhigen und eindeutigen Führung. Außerdem dient diese dreiwöchige Auszeit auch der Entlastung der Eltern und ihrer Kinder, so dass beide Seiten psychisch und physisch gestärkt aus der Kur in den Alltag zurückkehren.

Teufelskreis durchbrechen
Individuell abgestimmte Therapieformen dieser Schwerpunktkur können dazu beitragen, den Teufelskreis AD(H)S zu durchbrechen. Sport- und Kreativ-Angebote runden das Kurprogramm ab, wodurch die betroffenen Kinder in ihrer Grob- und Feinmotorik sowie ihrer Konzentrationsfähigkeit wirksam und nachhaltig gestärkt werden können. Das fördert ihr Selbstvertrauen und verbessert ihre soziale Integrationsfähigkeit.

Auskunft zur Schwerpunktkur für Familien mit an AD(H)S bzw. ADS erkrankten Kindern erteilt das Mutter-Kind-Hilfswerk e.V. am kostenlosen Info-Telefon unter 0800-2255100.
Infos und Antragsformulare zum Download im Internet: www.mutter-kind-hilfswerk.de




Bewegung an der frischen Luft trägt zum Stressabbau bei Kindern bei.

Quelle: Mutter-Kind-Hilfswerk e.V.
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« am: 30. Januar 2014, 14:44 »

Wie ADHS-Kinder ihre Konzentration verbessern können

Frankfurter Wissenschaftler am IDeA-Forschungszentrum untersuchen Möglichkeiten der Selbstregulation und ihre Wirkmechanismen

Veröffentlicht am: Donnerstag, 28. April 2011, 00:00 Uhr ()

FRANKFURT. Sie sind nicht weniger intelligent als ihre gleichaltrigen Mitschüler und doch sind ihre schulischen Leistungen meist schlechter: Kinder, die unter einer Störung mit Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität (ADHS) leiden, haben es schwer im Schulsystem. Wie können sie lernen, ihre Gefühle, Gedanken und Handlungen bewusst zu beeinflussen und sich nicht ständig ablenken zu lassen? Untersuchungen am Frankfurter IDeA-Forschungszentrum zeigen, dass zum Beispiel konkrete Wenn-Dann-Pläne die Konzentrationsfähigkeit deutlich verbessern können. Über die ersten Ergebnisse ihrer Studien berichten die Psychologen Jun. Prof. Caterina Gawrilow und Dr. Wolfgang Rauch in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ (1/2011).

Defizite in den Funktionen des Frontalhirns wurden in den vergangenen Jahren als Kernproblematik der ADHS identifiziert. Dazu Rauch: „Kinder mit ADHS haben Schwierigkeiten bei Aufgaben, die von ihnen verlangen Reaktionen zu unterdrücken, verschiedene Handlungen flexibel zu koordinieren und ihre Informationsverarbeitungsprozesse gegen Störungen abzuschirmen. Dies ist ein Probleme der Selbstregulation, also der bewussten Regulation der eigenen Gefühle, Gedanken und Handlungen.“ Selbstregulation betrachten die Wissenschaftler als Schlüssel, um sich psychosozial erfolgreich anzupassen. Deshalb spielt sie auch in der entwicklungspsychologischen Forschung eine herausragende Rolle. So haben Kinder, die sich schon im Vorschulalter gut selbst regulieren können, bessere Noten, sie sind beliebter bei Gleichaltrigen, haben mehr Freunde und werden von Eltern und Lehrern als kompetenter und umgänglicher eingeschätzt.

Zwei verschiedene, eng miteinander verbundene Projekte beschäftigen sich in dem vom Land Hessen geförderten LOEWE-Forschungszentrum IDeA („Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“) mit den wissenschaftlichen Grundlagen von Defiziten der kognitiven Kontrolle und Selbstregulation bei ADHS. Dabei steht in dem von Rauch geleiteten Projekt die kognitive Kontrolle besonders im Focus. „Prozesse der kognitiven Kontrolle sind beispielsweise beteiligt, wenn schwierige Denkaufgaben zu lösen sind: Man muss sich dann auf die Problemstellung konzentrieren, Teilaufgaben lösen, um ein übergeordnetes Ziel zu erreichen und die Ergebnisse der eigenen Bemühungen beständig überwachen und kontrollieren“, erläutert der Frankfurter Wissenschaftler. ADHS-Kindern fällt es enorm schwer, Informationen im Arbeitsgedächtnis kontinuierlich zu aktualisieren; je höher die Anforderungen, um so schlechter schneiden diese Kinder gegenüber der Vergleichsgruppe ohne ADHS ab. ADHS-Kinder können – so es haben die Frankfurter empirisch nachgewiesen – ihre Defizite allerdings teilweise kompensieren, wenn sie direkt, nachdem sie die Aufgabe bearbeitet haben, eine Rückmeldung zu ihrer Leistung erhalten.

Im dem zweiten, von Gawrilow geleiteten Projekt geht es neben den Grundlagen der Entwicklung von ADHS darum, wie ADHS-Kinder mit Unterstützung von Pädagogen und Psychologen Strategien zur Selbstregulation entwickeln können. Für Schüler mit ADHS bedeutet es eine extreme Anstrengung, im Unterricht nicht mit der Antwort herauszuplatzen, stattdessen ruhig abzuwarten, bis der Lehrer sie zum Antworten auffordert. Die Frankfurter Forscher konnten jetzt mit ihren Tests zeigen, dass es ADHS-betroffene Kinder mit Wenn-Dann-Plänen schaffen, Reaktionen zu unterdrücken.

Die Junior-Professorin beschreibt eine solche Testsituation: „In einer unserer Studien präsentierten wir im Rahmen einer Computeraufgabe Bilder von Tieren und Transportmitteln auf einem Bildschirm. Die Kinder hatten die Aufgabe, sowohl die Bilder zu unterscheiden (zum Beispiel indem sie bei Tierbildern eine bestimmte Taste drückten) als auch in einem Drittel der Durchgänge (kenntlich gemacht durch einen Stopp-Ton) diese Reaktion zu unterdrücken. Kinder mit ADHS sollten entweder ein einfaches Ziel (‚Ich werde die Taste nicht für Bilder mit Ton drücken!‘) formulieren oder einen Wenn-Dann-Plan bilden (‚Und immer wenn ein Ton kommt, dann drücke ich bestimmt nicht auf die Taste!‘).“ Das Ergebnis: Kinder mit ADHS, die einen Wenn-Dann-Plan formuliert hatten, konnten ihre Leistung dem Niveau der anderen Kinder angleichen. Diese Wenn-Dann-Pläne verlangsamten die Reaktion der ADHS-Kinder nicht, sie wurde sogar schneller. Zudem sank die Rate der Fehler. Vorteil dieser Selbstregulation ist, dass die Kinder ein eindeutiges, naheliegendes Ziel vor Augen haben. „Auch in weiteren Studien konnten wir die positiven Wirkungen dieser Wenn-Dann-Pläne nachweisen, dabei ging es beispielsweise um die Fähigkeit, Ablenkungen zu widerstehen oder schulische Leistungsziele langfristig einzuhalten“, ergänzt Gawrilow.

Zurzeit entwickelt die Junior-Professorin mit ihrem Team ein Lehrertraining, um auf dieser Basis mit Schülern zu arbeiten. In dem von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekt kooperieren die Frankfurter Wissenschaftler mit Lehrern an einem privaten Gymnasium in Esslingen – das einzige in Deutschland, das sich darauf spezialisiert hat, Schüler mit ADHS zum Abitur zu führen.

Informationen: Junior-Prof. Caterina Gawrilow und Dr. Wolfgang Rauch, IDeA-Forschungszentrum, Campus Bockenheim, Telefon (069) 798 23623 und (069) 798 22023, c.gawrilow@idea-frankfurt.eu, w.rauch@idea-frankfurt.eu

kostenlose Bestellung der Printausgabe Mail an: ott@pvw.uni-frankfurt.de


Quelle: http://www.muk.uni-frankfurt.de/38895232/080

* ADHS_Konzentrations-Frage_GawrilowRauch_Uni-Ffm1-2011.pdf (275.81 KB - runtergeladen 511 Mal.)
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