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Autor Thema: Ver.di-Aktion zur Händedesinfektion - einige Arbeitgeber drohen mit Repressionen  (Gelesen 273 mal)
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« am: 13. September 2017, 02:54 »

Zitat
"Gefahr für Patienten" - ver.di warnt vor Folgen der Personalnot im Krankenhaus

Berlin, 12.09.2017 - Im Krankenhaus reicht die Zeit oft nicht einmal für das Nötigste: Immer mehr Patienten müssen in immer kürzerer Zeit von zu wenig Personal versorgt werden. Um das zu verdeutlichen, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten aufgerufen, am heutigen Dienstag (12. September 2017) die Desinfektion der Hände exakt so durchzuführen, wie es vorgeschrieben ist. Je nach Anzahl der zu versorgenden Patienten nehme das pro Schicht bis zu zwei Stunden in Anspruch. Die Händedesinfektion steht beispielhaft für all die Aufgaben, die aufgrund des Personalmangels nicht oder nur notdürftig erledigt werden können.

Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstand: "Natürlich wissen die Beschäftigten, wie wichtig Händedesinfektion für die Sicherheit der Patienten ist, und wie man richtig Hände desinfiziert. Aber im Alltag auf den Stationen ist es in der Regel nicht möglich, allen Anforderungen gerecht zu werden." Dass die Zeit fehle, sei ein grundsätzliches Problem: "Wenn zu wenig Personal eingesetzt wird und zu wenig Zeit für die Erfüllung der notwendigen Aufgaben bleibt, befinden sich die Beschäftigten automatisch in einem Gewissenskonflikt: Sie müssen entscheiden, was sie weglassen. Das ist extrem belastend und macht oft sogar krank", so Bühler.

Bereits in den frühen Morgenstunden musste die Aktion in einigen Krankenhäusern abgebrochen werden, weil die Arbeitgeber nicht bereit waren, mehr Personal einzusetzen. In anderen Häusern drohen Arbeitgeber mit Repressionen, sollten sich die Beschäftigten an der Aktion beteiligen.

Verweise von Arbeitgebern auf Hygieneschulungen, Hygienebeauftragte oder bedauerliche Einzelfälle bezeichnet Bühler als "heuchlerisch". "Hier geht es nicht um individuelles Fehlverhalten, sondern um ein vorsätzliches Versagen von Arbeitgebern. Und die Politik hat zu lange weggeguckt. Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden, mehr Personal muss her." Ausreichend Personal sei notwendige Voraussetzung für ein hygienisches Krankenhaus.

Die Dramatik wird auch in einer Stellungnahme der Konzernbetriebsräte der privaten Krankenhausbetreiber Helios und Asklepios sichtbar. Unter dem wirtschaftlichen Druck steige die ohnehin schon vorhandene Überlastung des Personals weiter an und Arbeitsschutzgesetze würden oft nicht eingehalten. Bühler: "Die Verantwortlichen müssen sich der Tatsache stellen: Personalnot gefährdet Menschenleben."

Der Aktionstag ist eingebettet in die Bewegung für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus. Bundesweit fehlen in den Krankenhäusern 162.000 Stellen, davon allein 70.000 in der Pflege. Nachts ist eine Pflegekraft durchschnittlich allein für 26 Patienten verantwortlich. ver.di fordert deshalb gesetzliche Vorgaben für die Personalausstattung in Krankenhäusern, die verbindlich, finanziert und bundesweit einheitlich sind.

Weitere Informationen unter www.klinikpersonal-entlasten.verdi.de
sowie zur KBR-Stellungnahme unter https://tinyurl.com/y94ub7xz

Quelle: Presseinfo ver.di-Bundesvorstand
Gespeichert

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"Wir sind nicht nur für das verantwortlich,
 was wir tun, sondern auch für das,
was wir nicht tun" (Jean Molière)
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