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Autor Thema: CORONA - Aufhebung der Beschränkungen gefordert  (Gelesen 3916 mal)
admin
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« Antworten #16 am: 02. Januar 2021, 00:31 »

Zitat
Bundestagspräsident Schäuble:
"Nicht um jeden Preis jedes Leben schützen"


Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mahnt im Bezug auf die Corona-Maßnahmen, dass die Politik zwischen dem Schutz des Lebens und Kollateralschäden abwägen müsse.

ZDF Nachrichten berichtet online am 01.01.2020 [>>], dass Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) vor dem anstehenden Corona-Gipfel von Bund und Ländern "ausgewogene Entscheidungen" angemahnt habe. Das Zitat von Schäuble stammt aus "Neue Osnabrücker Zeitung", siehe [>>].


In einem Interview, veröffentlicht am 26.04.2020 im Berliner "Tagesspiegel", [>>] antwortete er bereits auf die Frage:

"Man muss in Kauf nehmen, dass Menschen an Corona sterben?
Der Staat muss für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten. Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben. Sehen Sie: Mit allen Vorbelastungen und bei meinem Alter bin ich Hochrisikogruppe. Meine Angst ist aber begrenzt. Wir sterben alle. Und ich finde, Jüngere haben eigentlich ein viel größeres Risiko als ich. Mein natürliches Lebensende ist nämlich ein bisschen näher."


« Letzte Änderung: 02. Januar 2021, 01:30 von admin » Gespeichert

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« Antworten #15 am: 25. Dezember 2020, 00:09 »

Zitat
Interview:
Jeder ältere Mensch sehnt sich nach Aufmerksamkeit


Sendung: Echo am Morgen | 20.12.2020 | 09:10 Uhr | von Jan Wiedemann 5 Min | Verfügbar bis 20.03.2021  [anhören >>]

Wie sind Besuche rund um die Weihnachtstage geregelt? Fragen an Ulrike Kempchen von der Bundesinteressen-Vertretung der Altenheimbewohner.
Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Interview-Jeder-aeltere-Mensch-sehnt-sich-nach-Aufmerksamkeit,audio799254.html



[CORONA - Aufhebung der Beschränkungen gefordert >>]
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2020, 00:24 von admin » Gespeichert

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« Antworten #14 am: 23. Dezember 2020, 17:48 »

Zitat
Langzeitpflege: Ein Mindestmaß an sozialen Kontakten trotz Infektionsschutzes

In seiner am heutigen Freitag (18.12.2020) veröffentlichten Ad-hoc-Empfehlung schlägt der Deutsche Ethikrat Maßnahmen vor, die in Einrichtungen der Langzeitpflege lebenden Menschen trotz der aktuell gebotenen Infektionsschutzmaßnahmen ein Mindestmaß an sozialen Kontakten sichern sollen.

Personen, die dauerhaft auf Pflege in Einrichtungen der Alten- oder Behindertenhilfe angewiesen sind, laufen derzeit in besonderem Maße Gefahr, durch Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie in soziale Isolation zu geraten. Eingeschränkt sind neben Besuchen durch An- und Zugehörige vielfach auch Kontakte zu anderen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie zu Dienstleistern. So berechtigt solche Maßnahmen zur Eindämmung des aktuellen Infektionsgeschehens auch sind, so verschlechtert sich die Lebenssituation der Betroffenen ganz erheblich.

Zwar hat der Gesetzgeber mit der jüngsten Novellierung des Infektionsschutzgesetzes ausdrücklich vorgeschrieben, dass in Alten- oder Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe trotz aller Schutzmaßnahmen ein Mindestmaß an sozialen Kontakten stets gewährleistet bleiben muss. Damit ist jedoch nur angedeutet, welche konkreten Kontaktregelungen den Zielen des Infektionsschutzes ebenso wie den individuellen Ansprüchen auf soziale Teilhabe gerecht werden. Der Deutsche Ethikrat möchte daher die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben im Bereich der pflegerischen Langzeitversorgung mit einigen ethischen Aussagen zur Bestimmung des auch unter Pandemiebedingungen noch zu gewährleistenden Mindestmaßes an sozialen Kontakten unterstützen.

In seiner Ad-hoc-Empfehlung fordert der Deutsche Ethikrat unter anderem, bei der Bestimmung des Mindestmaßes sozialer Kontakte weniger deren Anzahl und Häufigkeit als vielmehr deren Qualität in den Blick zu nehmen. Zudem müsse stets individuell beantwortet werden, welche Beschränkungen hinsichtlich Art und Häufigkeit sozialer Kontakte sich in welcher Weise auf die Lebensqualität der einzelnen Person mit Pflegebedarf auswirken. Wo immer dies vertretbar ist, sollen die in Einrichtungen der Langzeitpflege Lebenden selbst über die Auswahl ihrer Kontaktpersonen entscheiden.

Außerdem sollten auch Formen virtuellen Kontakts ermöglicht und Angebote bereitgestellt werden, die ihrerseits zur Integration, Teilhabe und Lebensqualität der in Einrichtungen der Langzeitpflege Wohnenden beitragen. Dabei wird allerdings betont, dass der virtuelle Kontakt als Ergänzung und nicht als Ersatz für den physischen Kontakt zu verstehen ist.

Der Ethikrat hebt hervor, dass die Einrichtungen vielfach auf zusätzliche personelle Ressourcen angewiesen sind, um ein Mindestmaß an sozialen Kontakten sicherzustellen sowie Aktivierungsangebote vorzuhalten. Zudem legt er dar, wie wichtig eine Stärkung der Pflege auch und gerade in Zeiten der Pandemie ist.

Die Ad-hoc-Empfehlung „Mindestmaß an sozialen Kontakten in der Langzeitpflege während der Covid-19-Pandemie“ ist von der Website des Deutschen Ethikrates abrufbar unter https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Ad-hoc-Empfehlungen/deutsch/ad-hoc-empfehlung-langzeitpflege.pdf.
Quelle: https://www.ethikrat.org/mitteilungen/2020/langzeitpflege-ein-mindestmass-an-sozialen-kontakten-trotz-infektionsschutzes/
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« Antworten #13 am: 10. Juli 2020, 13:08 »

[html] Neuer Cochrane Rapid Review zur Wirksamkeit von Videoanrufen zur Verringerung von sozialer Isolation und Einsamkeit bei älteren Erwachsenen
                          
Informationen von Cochrane Public Health Europe - Juni 2020
                         
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Neuer Cochrane Rapid Review zeigt: Videoanrufe haben potenziell nur eine geringe bis keine Wirkung auf die Einsamkeit bei älteren Menschen, jedoch ist die Evidenzlage eingeschränkt und die Übertragbarkeit fraglich
                          



Sehr geehrter Herr Leopold,

Im Namen von Cochrane Public Health Europe möchte ich Sie sehr gerne auf eine jüngst erschienene Übersichtsarbeit der Cochrane Public Health Gruppe aufmerksam machen. Diese zeigt, dass Videoanrufe bei älteren Personen in Alters- und Pflegeeinrichtungen nur eine geringe bis keine Wirkung auf die Einsamkeit dieser Menschen haben.
 
Die Regelungen zum Schutz vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bei Personengruppen mit erhöhtem Risiko haben in vielen Ländern die Möglichkeiten zum Besuch älterer Freunde und Verwandter stark eingeschränkt – mit negativen Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit. Ob Videoanrufe dazu beitragen können, dass Senior*innen sich weniger einsam und isoliert fühlen, die Lebensqualität zu erhöhen und Depressionen abzumildern, untersuchte das Forscher*innen-Team um Chris Noone.
 
In ihrem Rapid Review – einer Form der Übersichtsarbeit, die im Ablauf und in ihrer Methodik verkürzt und beschleunigt ist – schlossen sie insgesamt drei Studien ein, die zwischen 2010 bis 2020 in Alters- und Pflegeheimen durchgeführt wurden. In den Studien wurden ältere Menschen über 65 Jahre zufällig einer Gruppe mit Videoanrufen (per Computer, Tablet oder Smartphone), einer anderen Methode, um in Kontakt zu bleiben (z.B. persönliche Besuche, Telefonanrufe), oder keiner bestimmten Maßnahme zugeteilt. Die Ergebnisse der drei Studien deuteten darauf hin, dass Videoanrufe nur eine geringe bis keine Wirkung auf die Einsamkeit nach drei, sechs oder zwölf Monaten besaßen. Auch bei der Verringerung von Symptomen einer Depression war lediglich ein kleiner bis kein Unterschied zu verzeichnen. Nur eine Studie untersuchte die Auswirkungen auf Lebensqualität und fand keine oder nur sehr geringe Unterschiede zwischen den Untersuchungsgruppen.
Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist aufgrund der methodischen Schwächen der Studien eingeschränkt. Keine der Studien wurde während der COVID-19 Pandemie durchgeführt. Auch sollte die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den jeweiligen Kontext geprüft werden.
 
Diese Arbeit ist eine der fünf bisher veröffentlichten Rapid Reviews von Cochrane im Zusammenhang mit Covid-19 (https://www.cochranelibrary.com/covid-19).

                         
Eine deutsche Zusammenfassung der Übersichtsarbeit finden Sie auf „Cochrane Kompakt“.
 
Die Übersichtsarbeit finden Sie frei zugänglich in der Cochrane Library.

Zudem widmet sich ein Beitrag in unserem Blog "Wissen Was Wirkt" diesem Thema.
                          
Sehr gerne können Sie diese Informationen auch innerhalb Ihres Netzwerkes verbreiten.

Mitglieder der Disseminationsgruppe von Cochrane Public Health Europe informieren per E-Mail handselektiert Personen, für die die Erkenntnisse eines speziellen Cochrane Public Health Reviews möglicherweise von Relevanz sein könnten.

Bei allgemeinen Fragen zu Cochrane Public Health Europe wenden Sie sich bitte an Annegret Borchard unter CPHE@unisante.ch.

Mit freundlichen Grüßen,

Ursula Griebler
(im Namen von Cochrane Public Health Europe)
                         
   
            

Weitere Informationen

                         
Über Cochrane
Cochrane ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation. Sie hat das Ziel, aktuelle und korrekte Informationen über die Effekte von Interventionen im Gesundheitswesen weltweit verfügbar zu machen. Seit über 20 Jahren fassen Autorinnen und Autoren in einem transparenten Verfahren die besten wissenschaftlichen Studien zusammen. Diese Cochrane Reviews sind ausgewogene Grundlagen für gesundheitsrelevante Entscheidungen. Cochrane Reviews werden im gesundheitlichen Kontext oft als Goldstandard für höchste Qualität und zuverlässige Informationen angesehen.
Über Cochrane Public Health Europe
2015 wurde Cochrane Public Health Europe (CPHE) gegründet um Evidenz-informierte Public Health Forschung in Europa voranzutreiben. CPHE ist ein Zusammenschluss von Cochrane Österreich, Cochrane Schweiz, der Universität Zürich, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Bremen und dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie. Eine unserer Aufgaben ist die Stärkung des Wissenstransfers durch die Verbreitung von aktueller Public Health Evidenz in deutscher Sprache.
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« Letzte Änderung: 10. Juli 2020, 21:52 von admin » Gespeichert

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« Antworten #12 am: 09. Juli 2020, 09:46 »

Zitat

Nationale Demenzstrategie im Bundeskabinett: Startschuss für koordinierte Maßnahmen aller Beteiligten

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz - 30.06.2020 16:42 CEST

Berlin, 30. Juni 2020. Nach über einem Jahr gemeinsamer Arbeit verschiedener Akteure wird das Bundeskabinett morgen die Nationale Demenzstrategie (NDS) beschließen. Damit gibt die Bundesregierung den Startschuss für eine Vielzahl von Maßnahmen für eine verbesserte Teilhabe und medizinische sowie pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz, die stärkere Unterstützung der Angehörigen sowie die Förderung der Forschung.

Unter Federführung der beiden Bundesministerien für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Gesundheit haben weitere Ministerien, die Bundesländer und Kommunen, Selbsthilfeorganisationen der Betroffenen, zivilgesellschaftliche Organisationen, die Wissenschaft, die medizinischen und pflegerischen Leistungserbringer sowie die Sozialversicherungsträger an der NDS gearbeitet und sich nun verpflichtet, die 162 Einzelmaßnahmen durchzuführen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) als Vertreterin von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen war in der Steuerungsgruppe als Co-Vorsitzende aktiv.

„Es ist gut, dass die Nationale Demenzstrategie kommt und das Thema – wie in anderen Ländern auch – endlich eine angemessene Bedeutung erhält“ sagt Monika Kaus, 1. Vorsitzende der DAlzG. „Der Prozess war ein zähes Ringen und wir hätten uns für die Strategie mehr verbindliche Maßnahmen mit entsprechender finanzieller Förderung gewünscht. Wir erwarten, dass jetzt alle Beteiligten zeitnah mit den verabredeten Maßnahmen der Initiative beginnen. Die NDS gibt dafür den Rahmen vor, damit die Akteure besser zusammenarbeiten können.“

Handlungsfelder (HF), in denen die Maßnahmen beschlossen wurden

HF 1: Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus- und aufbauen

HF 2: Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen

HF 3: Medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz weiterentwickeln

HF 4: Exzellente Grundlagen- und Anwendungsforschung zu Demenz fördern

Maßnahmen der DAlzG im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie

Die DAlzG ist im Rahmen der NDS an 36 verschiedenen Maßnahmen beteiligt. Vielfach geht es dabei darum, die Öffentlichkeit noch stärker für das Thema Demenz sensibilisieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Initiative „Demenz Partner“, die DAlzG wird aber beispielsweise auch ihr Praxishandbuch für Pädagogen in aktueller Fassung zur Verfügung stellen, um damit Kindern und Jugendlichen das Thema nahezubringen. Darüber hinaus ist die DAlzG an der Erarbeitung eines Versorgungspfades beteiligt, der die medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz besser koordinieren soll und wird natürlich auch mit dem Alzheimer-Telefon weiter für die Menschen da sein und dies Angebot noch stärker bekannt machen.

Erst die Auswertung der NDS, die für das Jahr 2026 geplant ist, wird zeigen, ob die beschlossenen Maßnahmen das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen tatsächlich verbessert haben. Die Herausforderungen sind angesichts der zunehmenden Zahl von Betroffenen und knapper Ressourcen wie Pflegepersonal enorm. Die Folgen der Corona-Pandemie verschärfen die Situation ebenfalls.

Hintergrund

In Deutschland leben heute etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Etwa zwei Drittel davon werden in der häuslichen Umgebung von Angehörigen betreut und gepflegt. Jährlich erkranken rund 300.000 Menschen neu. Ungefähr 60 Prozent davon haben eine Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzerkrankten wird bis 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien. Sie informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung und ist ein unabhängiger Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung. In ihren Veröffent-lichungen und in der Beratung bündelt sie das Erfahrungswissen der Angehörigen und das Expertenwissen aus Forschung und Praxis. Als Bundesverband von mehr als 130 Alzheimer-Gesellschaften unterstützt sie die Selbsthilfe vor Ort. Gegenüber der Politik vertritt sie die Interessen der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Die DAlzG setzt sich ein für bessere Diagnose und Behandlung, mehr kompetente Beratung vor Ort, eine gute Betreuung und Pflege sowie eine demenzfreundliche Gesellschaft.

Quelle: https://www.mynewsdesk.com/de/deutsche-alzheimer-gesellschaft-ev/news/nationale-demenzstrategie-im-bundeskabinett-startschuss-fuer-koordinierte-massnahmen-aller-beteiligten-406748
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« Antworten #11 am: 09. Juli 2020, 09:21 »

Zitat
Freitag, 19. Juni 2020

Corona-Krise:
Die BIVA im Einsatz gegen soziale Isolation im Heim

Seit Beginn der Corona-Pandemie rückt die Situation der Pflegeheimbewohner immer mehr in den Fokus. Einerseits müssen sie als Hochrisikogruppe vor COVID-19 geschützt werden, andererseits darf man sie nicht völlig isolieren und dadurch vernachlässigen.
Obwohl wir als BIVA-Pflegeschutzbund schon immer die Interessen der Pflegeheimbewohner vertreten haben, waren und sind wir in dieser Krise besonders gefordert:

  1. BIVA-Mitgliedern individuelle Hilfestellung geben durch unsere Beratung. Seit Beginn der Pandemie wurden ca. 1500 Beratungen zu deren Auswirkungen, insbesondere zur sozialen Isolation von Heimbewohnern, geleistet.
  2. Aufklärung leisten: Seit Beginn dieser unübersichtlichen und turbulenten Zeit bieten wir auf unserer Website und über einen News-Service täglich aktualisierte Informationen und sind die verlässliche Anlaufstelle für Ratsuchende, Fachleute, Politiker und Journalisten.
  3. Durch Kontakte zu Politikern, Journalisten und Entscheidungsträgern, durch Veröffentlichung möglichst viele Menschen für das Thema zu sensibilisieren, um Verbesserungen zu erzielen. Konkret haben die BIVA-Aktivitäten zu weit über 100 Erwähnungen und Auftritten in Presse, Funk und Fernsehen, Veröffentlichungen von Politikpapieren, Pressemeldungen, Umfragen und einer Petition. Diese Aktivitäten haben maßgeblich dazu beigetragen, dass nach Wochen völliger Besuchsverbote wieder mehr soziale Kontakte in Pflegeheimen möglich gemacht wurden.

Aber leider hat sich die Situation der Pflegeheimbewohner noch nicht überall grundlegend verbessert. Denn auch nachdem Lockerungen der Besuchsverbote durchgesetzt wurden, sieht es in vielen Pflegeheimen für die Bewohner kaum besser aus: Die Besuchsregelungen werden noch unzureichend umgesetzt und viele Bewohner können nicht von den Besuchen in der angebotenen Form profitieren, etwa wenn demenziell veränderte Menschen ihre Besucher unter der Schutzmaske nicht erkennen. Daher werden wir auch in den kommenden Wochen nicht aufhören zu beraten, zu informieren und auf Missstände hinzuweisen!

Einzelne Maßnahmen und Veröffentlichungen

Aktionen des BIVA-Pflegeschutzbundes

  • Seit dem 16.03.2020 veröffentlichen wir auf unserer Homepage eine Übersicht über die Länderverordnungen, die täglich aktualisiert wird.
  • Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie haben wir uns mit einem Positionspapier zu den Besuchsverboten an die Politik gewendet.
  • Als Reaktion auf den Bund-Länder-Beschluss vom 15.04.2020 zu den Besuchsrechten in Zeiten der Corona-Pandemie haben wir einen Offenen Brief an die Verantwortlichen der Länder versendet.
  • Seit Ende April bieten wir einen E-Mail-Infoservice zu den Besuchsregelungen in Pflegeheimen an. Im Anmeldeformular nennt man das Bundesland, in dem sich die betreffende Einrichtung befindet und wird dann benachrichtigt, wenn sich an der dort geltenden Verordnung etwas ändert. Zusätzlich erhält man verschiedene Musterschreiben, um sich selbst an die Entscheidungsträger wenden zu können.
  • Unsere Online-Petition zum Thema „Besuchsrecht im Pflegeheim trotz Corona. Besuche bei Pflegeheimbewohnern möglich machen!“ hatte in zwei Wochen fast 25.000 Unterstützer.
  • Wir haben zwei Online-Umfragen durchgeführt: Die erste Umfrage „Auswirkungen der Corona-Krise auf die Besuchsrechte von Pflegeheimbewohnern“ zu Beginn der Pandemie Ende März 2020 und die zweite Umfrage „Lockerungen der Besuchsverbote in Pflegeheimen“ im Mai 2020. Jeweils haben ca. 1.000 Betroffene teilgenommen und teils sehr ausführlich ihre Erfahrungen geschildert. Die Umfragen sind auf breite Resonanz in den Medien gestoßen.
  • Anfang Juni haben wir uns wiederum an die Politik gewendet, um auf die immer noch inakzeptable Situation der Heimbewohner aufmerksam zu machen: Hier finden Sie unser Politik-Papier „Auswirkungen des Lockdowns auf Pflegeheimbewohner“

Eigene Artikel (Auswahl)

  1. Corona-Virus – Auswirkungen auf Pflegebedürftige (12.3.)
  2. Besuchsbeschränkungen in Pflegeheimen aufgrund der Corona-Krise – BIVA-Positionspapier (26.3.)
  3. Corona: Pflegeheimbewohner besser schützen! (31.3.)
  4. BIVA-Petition: Besuche in Pflegeheimen ermöglichen (24.4.)
  5. Erfolg des BIVA-Pflegeschutzbunds: Besuchsverbote in Einrichtungen werden gelockert (7.5.)
  6. Pflegeheimbewohner weiterhin gefährdet – Helfende Angehörige sind systemrelevant (12.5.)
  7. Klagemöglichkeiten gegen Besuchsregelungen in Einrichtungen der Pflege (13.5.)
  8. BIVA-Umfrage: Erfahrungen mit den Pflegeheimbesuchen unter Auflagen (19.5.)
  9. Lockerungen des Besuchsverbotes in Alten- und Pflegeheimen unzureichend umgesetzt (22.5.)
  10. Ernüchterndes Umfrageergebnis: Besuchsmöglichkeiten in Pflegeheimen sind unzureichend und die Folgen der sozialen Isolation gravierend (29.5.)
  11. Besuchsregelungen in Altenheimen: Konflikte vermeidbar machen (12.6.)
  12. BIVA-Pflegeschutzbund begrüßt Resolution der Gesundheitsministerkonferenz zu Besuchskonzepten in Pflegeheimen

BIVA in der Presse (Auswahl)

In der Presse

Im TV (Auswahl)

Im Rundfunk

Quelle: https://www.biva.de/corona-massnahmen-der-biva/
« Letzte Änderung: 09. Juli 2020, 09:23 von admin » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 09. Juli 2020, 09:13 »

Zitat
Freitag, 12. Juni 2020
Besuchsregelungen in Altenheimen: Konflikte vermeidbar machen

Bonn. Die Kette der Beschwerden über die aktuellen Besuchsregelungen in Alten- und Pflegeheimen reißt nicht ab. Trotz Lockerungen der Besuchsverbote erleben viele Angehörige keine Erleichterung. Umgekehrt beschweren sich die Einrichtungen öffentlich in den Medien über Angehörige, die die geltenden Sicherheitsregelungen in den Heimen missachten.

„Diese quälenden Konflikte für alle Seiten müssten nicht sein“, sagt der Vorsitzende des BIVA-Pflegeschutzbundes e.V., Manfred Stegger. Er verweist auf positive Beispiele unter den Einrichtungen, die für ihre Bewohnerinnen und Bewohner gute Lösungen gefunden haben. Gleichzeitig betont er noch einmal die Forderung seines Vereins, die von den Heimen erarbeiteten Richtlinien transparent zu machen. Viele Konflikte entstünden, weil Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihre Angehörigen nicht ausreichend informiert und von den praktizierten Regelungen überrascht werden. Selbst die gewählten Heimbeiräte kennen diese Regeln oftmals nicht. Unmut und Unverständnis bei den Betroffenen seien die Folge.

Als positives Beispiel nennt Stegger die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach, die in sieben Altenheimen sehr viel tue, um im Rahmen des gesetzlich Erlaubten Besuche zu ermöglichen. Für alle Einrichtungen wurden Besuchsbegleiter eingestellt entsprechend der Empfehlung des Robert Koch Instituts. Jede Einrichtung ermögliche sechs Stunden täglich Besuche bei den Bewohner*innen, so Stegger. Außerdem würden alle Mitarbeiter*innen und Senior*innen regelmäßig getestet. Pro Tag und pro Heim bedeute das sieben Stunden Mehrarbeit. Durch das Einstellen von zusätzlichem Personal für die Besuche werde zudem der Soziale Dienst entlastet, der so mehr Zeit für seine eigentlichen Aufgaben habe: das Erbringen von Betreuungsleistungen. Diese werden in vielen Heimen zurzeit zum Nachteil der Bewohner*innen eingeschränkt oder ganz ausgesetzt. Die personellen Mehrausgaben können vom Corona-Rettungsschirm aufgefangen werden. Allerdings, so Stegger, müsse die Einrichtungsleitung bereit sein, diesen organisatorischen Mehraufwand selbst zu leisten. Dies sei leider längst nicht überall der Fall.

Auch weist Stegger in dem Zusammenhang auf die Notwendigkeit hin, vor allem Angehörigen, die vor Corona regelmäßige Pflege- und Unterstützungsaufgaben für ihre Lieben übernommen haben, wieder aktiv mitarbeiten zu lassen. Nach wie vor müssten sie die Abstandsregeln einhalten. Schließlich seien sie ebenfalls „systemrelevant“. Sie sollten ebenso regelmäßig getestet und ihre selbstgewählten Aufgaben für ihre Lieben wahrnehmen können.
Quelle: https://www.biva.de/besuchsregelungen-in-altenheimen-konflikte-vermeidbar-machen/
« Letzte Änderung: 09. Juli 2020, 09:13 von admin » Gespeichert

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« Antworten #9 am: 09. Juni 2020, 00:23 »

+++ BITTE UNTERZEICHNEN +++ WEITERLEITEN +++

Zitat
Lockerungen für Pflegeheime
Türen der Pflegeheime öffnen – jetzt! ... Die Regelungen für Besuchszeiten in Pflegeheimen bedeuten im Land Bremen  derzeit alles andere als Öffnung. Sie sind die restriktivsten Begrenzungen bundesweit. ... 

[zur Petition >>]

Quelle: https://petition.bremische-buergerschaft.de/index.php?n=petitionmitzeichnen&s=1&pID=3290
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« Antworten #8 am: 04. Juni 2020, 23:56 »

Zitat
Besuche in Pflegeheimen: Einige Bundesländer
müssen dringend nachbessern

Eine Zwischenbilanz der BAGSO vier Wochen nach dem Bund-Länder-Beschluss zur Wiederermöglichung solcher Besuche



Die BAGSO fordert, dass in allen Bundesländern Besuche in Pflegeheimen wieder in angemessener Weise möglich gemacht werden. Mehr als vier Wochen nach der Ankündigung von Bund und Ländern, Pflegeeinrichtungen unter Auflagen wieder für Besuche von Angehörige zu öffnen, stellen mehrere Bundesländer es weiterhin in das Ermessen der Einrichtungen, ob sie Besuche überhaupt zulassen. In anderen Bundesländern sind Besuche auf maximal eine Stunde in der Woche begrenzt. Die BAGSO hält diese Regelungen für nicht verhältnismäßig und fordert die betreffenden Länder auf, ihre Verordnungen anzupassen.

Bei den Kontaktverboten zwischen engsten Familienangehörigen handelt es sich nach Meinung der BAGSO um die mit Abstand schwersten Grundrechtseingriffe in der gesamten Corona-Zeit. „Sie mögen zu Beginn der Corona-Krise begründet gewesen sein, aber sie waren auf einen Zeitraum von vier oder sechs Wochen ausgelegt und können auf keinen Fall unverändert Bestand haben. In etlichen Bundesländern haben die Verantwortlichen dies bereits erkannt“, heißt es in der Stellungnahme der BAGSO.

In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein gelten weiter grundsätzliche Besuchsverbote. Die Einrichtungsleitungen entscheiden weitgehend selbst darüber, welche Ausnahmen sie zulassen. In Bremen, Hamburg und Hessen ist der Besuch auf eine Stunde pro Woche oder weniger begrenzt. In Brandenburg und Niedersachsen sollen Besuche ermöglicht werden, Häufigkeit und Dauer bleiben aber vollständig im Ermessen der Einrichtungen.

Die übrigen acht Bundesländer haben tägliche Besuche von Angehörigen oder anderen nahestehenden Personen in den vergangenen Wochen durch Verfügungen ermöglicht. Von zentraler Bedeutung ist aus Sicht der BAGSO, dass die Umsetzung der Regelungen von den zuständigen Aufsichtsbehörden kontrolliert wird.

Zur Stellungnahme „Besuche in Pflegeheimen: Einige Bundesländer müssen dringend nachbessern“

Quelle: https://www.bagso.de/publikationen/stellungnahme/prototyp-1/ - 03.06.2020

* BAGSO-Stellungnahme_Besuche_in_Pflegeheimen_Zwischenbilanz-200603.pdf (180.47 KB - runtergeladen 117 Mal.)
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« Antworten #7 am: 04. Juni 2020, 23:42 »

Zitat
Ernüchterndes Umfrageergebnis:
Besuchsmöglichkeiten in Pflegeheimen sind unzureichend und die Folgen der sozialen Isolation gravierend

Bonn. Für mehr als 70 Prozent der Besucher in Pflegeheimen, die an einer Umfrage des BIVA-Pflegeschutzbundes teilnahmen, brachten die Lockerungen des Besuchsverbotes keine Verbesserungen. Dieses ernüchternde Ergebnis der bundesweiten, nicht repräsentativen Online-Umfrage, an der über eintausend Menschen teilnahmen, verlangt weitere Maßnahmen in stationären Einrichtungen. Dazu gehören sowohl von den Aufsichtsbehörden genehmigte Besuchskonzepte als auch Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden und den Medizinischen Dienst.

Mehr als 90 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sind Angehörige von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeheimen. Sie beschreiben die Folgen der unzureichenden Besuchs- und Ausgehmöglichkeiten als gravierend. Rund 65 Prozent haben einen Rückgang der kognitiven Fähigkeiten bei ihren pflegebedürftigen Angehörigen festgestellt und rund 50 Prozent sehen starke Veränderungen des Gewichts. Bei 70 Prozent wird eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes festgestellt. Sogar 80 Prozent beklagen den Verlust an Lebensfreude bei ihren Verwandten.

Von denen, die an der Umfrage teilnahmen, besuchten 80 Prozent ihre Angehörigen vor der Corona-Krise täglich bzw. mehrmals in der Woche und haben dabei die Pflege unterstützt. Jetzt ist diese Hilfe nicht mehr möglich, sondern höchstens ein kurzer Besuch, etwa außerhalb des Zimmers getrennt durch eine Scheibe einmal in der Woche. Das ist für diese Menschen keine Lösung. Die jetzigen Regelungen schaffen nicht für alle Bewohnerinnen und Bewohner angemessene Sozialkontakte und die Unterstützungsleistungen der pflegenden Angehörigen bleiben nach wie vor aus. „Die quälenden und völlig unzumutbaren Besuchssituationen von denen die Teilnehmer der Umfrage oftmals sehr ausführlich berichten, rühren zu Tränen“, sagt Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender des BIVA-Pflegeschutzbundes. „Hier muss so schnell wie möglich gehandelt werden. Für diese Menschen zählt jeder Tag.“ Der BIVA-Pflegeschutzbund fordert daher häufigere und regelmäßige Besuche sowie bedarfsgerechte Besuchsregeln für alle Bewohnergruppen. Dabei legt der Pflegeschutzbund besonderen Wert darauf, dass demente und bettlägerige Menschen individuelle Besuchsmöglichkeiten erhalten. Angesichts der Berichte über massive Verschlechterungen im Pflege- und Gesundheitszustand ist es notwendig, dass die zurzeit ausgesetzten Regelprüfungen durch den Medizinischen Dienst und die Heimaufsichten wieder aufgenommen werden.
Quelle: https://www.biva.de/umfrage-besuche-im-pflegeheim-noch-unzureichend/ - 29.05.2020


* Besuchshäufigkeit_farbe.jpg (852.56 KB, 3508x2108 - angeschaut 270 Mal.)

* Besuchshäufigkeit_sw-1024x615.jpg (38.8 KB, 1024x615 - angeschaut 253 Mal.)

* Forderungen-an-Politik_farbe-1024x615.jpg (66.72 KB, 1024x615 - angeschaut 273 Mal.)

* Forderungen-an-Politik_sw-1024x615.jpg (51.73 KB, 1024x615 - angeschaut 260 Mal.)

* Veränderung-des-Angehörigen_farbe-1024x615.jpg (58.8 KB, 1024x615 - angeschaut 254 Mal.)

* Veränderung-des-Angehörigen_sw-1024x615.jpg (43.93 KB, 1024x615 - angeschaut 265 Mal.)
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« Antworten #6 am: 23. Mai 2020, 00:42 »

Zitat
Lockerungen des Besuchsverbotes in Alten- und Pflegeheimen unzureichend umgesetzt

Bonn. Die Petition des BIVA-Pflegeschutzbundes e.V. zur Lockerung der Besuchsverbote hat Wirkung gezeigt. „Mit Enttäuschung müssen wir jetzt allerdings feststellen, dass die Umsetzung in vielen Einrichtungen nicht oder völlig unzureichend erfolgt“, sagt Dr. Manfred Stegger, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins. „Viele Bewohnerinnen und Bewohner leiden weiterhin unter den emotionalen und körperlichen Folgen sozialer Isolation.“

Täglich erreichen die Rechtsberater des BIVA-Pflegeschutzbundes erschütternde Anrufe und E-Mails mit Klagen über die für viele immer noch schwer erträglichen Zustände in vielen Einrichtungen: Besuchsumstände, die „Gefängnisbesuchen“ ähneln oder für Hörgeschädigte oder Demenzerkrankten nicht geeignet sind. Privatsphäre ist unmöglich. Besuchszeiten sind selbst für weit angereiste Angehörige auf wenige Minuten beschränkt. Die Anzahl der Besucher ist aus Sicht der Betroffenen willkürlich begrenzt. Bettlägerigen und sehr pflegebedürftigen Menschen können Angehörige aufgrund von Abstandsregeln nicht helfend zur Seite stehen. Oftmals wird der Besuch gänzlich verweigert mit dem Hinweis, dass noch kein Hygienekonzept vorliege. Das sind nur einige der häufigsten Beschwerden.

Der BIVA-Pflegeschutzbund stellt daher die dringende Forderung, endlich verbindliche Vorgaben und Fristen für die Erstellung von bedarfsgerechten Besuchs- und Hygienekonzepten zu erlassen. Diese Konzepte müssen von den Aufsichtsbehörden überprüft und sollten für jeden zugänglich, z.B. auf der Internetseite der Einrichtungen, veröffentlicht werden. Nur wenn den Heimen klare Handlungsanweisungen an die Hand gegeben und Fristen gesetzt werden, können Unsicherheiten und damit willkürliche und oftmals unnötige Härten vermieden werden.

Mit Hilfe einer bundesweiten Umfrage sammelt der BIVA-Pflegeschutzbund derzeit weitere Erfahrungen von Menschen mit den jetzt geltenden Besuchsregeln (https://de.surveymonkey.com/r/KQ5G7CW). Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass Angehörige, die Zutritt in die Einrichtungen erhalten haben, nicht selten einen schlechten Allgemeinzustand der Bewohner feststellen, was auf die verringerte Betreuungs- und Pflegeleistung zurückzuführen ist. Stegger sieht dies im Zusammenhang mit den ausbleibenden Besuchen, die in den Einrichtungen stets sowohl eine kontrollierende als auch sehr häufig eine aktiv unterstützende Funktion haben. „Länder und regionale Aufsichtsbehörden müssen hier schnellstens handeln, um die gesetzlich vereinbarten Besuchserleichterungen für alle Bewohnerinnen und Bewohner umzusetzen und die negativen Folgen der Isolation zu beenden“, sagt Stegger.
Quelle: https://www.biva.de/lockerungen-des-besuchsverbotes-in-alten-und-pflegeheimen-unzureichend-umgesetzt/ - 22.05.2020
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« Antworten #5 am: 12. Mai 2020, 23:36 »

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Pflegeheimbewohner weiterhin gefährdet
Helfende Angehörige sind systemrelevant


Oldenburg/Bonn. Die jetzt geltenden Regelungen zur Lockerung des Besuchsverbotes in Alten- und Pflegeheimen in Niedersachsen bewertet die stellvertretende Vorsitzende des BIVA-Pflegeschutzbundes und Regionalbeauftragte Corinna Schroth als noch nicht ausreichend. Die aktuellen Handreichungen zur Erstellung eines zum Schutz der Bewohner*innen notwendigen Hygienekonzepts lassen einen engen Kontakt der Betroffenen mit ihren Angehörigen nicht zu. Damit droht der den Bewohner*innen verordnete Schutz ins Gegenteil umzuschlagen. Die Oldenburgerin hält viele Angehörige für „systemrelevant“ und will, dass deren Mithilfe bei der Versorgung der Bewohner*innen wieder möglich wird.

Bereits vor der Corona-Krise haben Angehörige die überlasteten Pflege- und Betreuungskräfte in ihrer Arbeit unterstützt. Meist ging es hier neben reinen Betreuungsleistungen zur psychischen Stabilisierung darum, dem angehörigen Pflegebedürftigen in Ruhe beim Essen und Trinken behilflich zu sein und/oder um Begleitung bei Toilettengängen. Im Hinblick auf das nun einzuhaltende Abstandsgebot ist das nicht mehr möglich. Bei den Angehörigen besteht jetzt die berechtigte Besorgnis der Unter- bzw. Fehlversorgung. Gezeigt haben sich Folgen wie Depressionen, Dehydrierungen, Dekubiti oder Aspirationen. Auch wird jetzt oftmals aufwändige Pflege durch Katheter- und Sondenlegung sowie Medikamentenvergabe zur Ruhigstellung ersetzt. Das belegen auch Ergebnisse der BIVA-Umfrage zu Besuchsverboten und Kommentare der BIVA-Petition „Besuche bei Pflegeheimbewohnern ermöglichen“.

Schroth fordert die Verantwortlichen auf, die Abstandsregelungen jedenfalls für die Angehörigen aufzuheben, die sich bereits vor der Corona-Krise als Teil des Pflegesettings als systemrelevant erwiesen haben, z.B. indem sie mindestens drei Mal in der Woche unterstützend tätig waren. Diese Angehörigen haben – gleichsam als (unbezahlte) Hilfskräfte – die Tätigkeiten verrichtet, die an sich Pflege- oder Betreuungskräfte hätten leisten müssen. Würden sie jetzt für ihre vergleichbare Arbeit bezahlt werden, wäre ein engerer Kontakt zu „ihren“ Pflegebedürftigen unter Beachtung der insoweit geltenden Schutzvorschriften auch weiterhin möglich und sie würden, wie das Pflegepersonal generell, als systemrelevant gelten. „Die Hygieneregelungen, die hierbei zu beachten sind, lassen sich ohne weiteres auf die ebenfalls systemrelevanten helfenden Angehörigen übertragen“, sagt Schroth. „Dadurch könnte etlichen Bewohnerinnen und Bewohnern viel Leid erspart werden.“
Quelle: https://www.biva.de/pflegeheimbewohner-weiterhin-gefaehrdet/ - 12.05.2020
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« Antworten #4 am: 07. Mai 2020, 11:10 »

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Soziale Isolation von Menschen in Pflegeheimen beenden!
Dringende Empfehlungen der BAGSO an die Politik



Die BAGSO appelliert dringend an Bund und Länder, ihren Beschluss vom 15. April 2020 so schnell wie möglich umzusetzen und die soziale Isolation von Menschen in Pflegeeinrichtungen zu beenden. Die seit sechs Wochen geltenden Besuchs- und Ausgehverbote sind mit Abstand der schwerste Eingriff in die Grundrechte in der aktuellen Corona-Situation. In der Stellungnahme benennt die BAGSO die zehn dringendsten Maßnahmen zur Verbesserung der Situation in den Pflegeheimen. So muss ein gewisses Maß an persönlichen Kontakten gewährleitet werden.
Quelle: https://www.bagso.de/publikationen/soziale-isolation-von-menschen-in-pflegeheimen/ - 05.05.2020
« Letzte Änderung: 07. Mai 2020, 11:16 von admin » Gespeichert

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« Antworten #3 am: 23. April 2020, 23:58 »

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Heim-Bewohner sind durchscnittlich 85 Jahre und älter. Die durchschnittliche Verweildauer in stationären Pflegeeinrichtungen liegt zwischen 6 und 18 Monaten. Die Isolation in den letzten Lebensmonaten stellt eine unverhältnismäßige Härte dar und sollte unter Beachtung entsprechendem Hygieneverhalten umgehend beendet werden!

Quelle: https://www.change.org/...
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« Antworten #2 am: 23. April 2020, 01:46 »

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Corona-Epidemie in Deutschland:
Menschen in der Pflege nicht allein lassen!

Stellungnahme der BAGSO zum Tag der älteren Generation am 1. April 2020



Die BAGSO fordert die Politik auf, bei der Bekämpfung der Folgen der Corona-Epidemie die Anstrengungen zum Schutz älterer Menschen zu Hause, in der ambulanten Pflege und in Pflegeeinrichtungen zu verstärken. Die bekannt gewordenen Infektionsfälle mit vielen Todesfällen in Pflegeheimen zeigen, dass auch die Altenpflege nur unzureichend auf die Epidemie vorbereitet ist. Die derzeitige Ausnahmesituation stellt die Gesellschaft vor Fragen von hoher ethischer Relevanz. Dies betrifft den Umgang mit begrenzten Ressourcen wie Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten ebenso wie die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen zur Reduzierung sozialer Kontakte in Pflegeheimen.
Quelle: https://www.bagso.de/publikationen/menschen-in-der-pflege-nicht-allein-lassen/



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Corona-Situation in Pflegeheimen
"Einsamkeit nimmt Lebensmut"


Seit Wochen ist das soziale Leben von Pflegeheimbewohnern wegen der Beschränkungen in der Corona-Krise stark eingeschränkt. Der Bevollmächtige der Regierung fordert nun ein Ende der Kontaktsperren. Damit steht er nicht allein da.

Schon länger weisen Experten auf die derzeit belastende Situation für Bewohner von Pflegeheimen hin. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, gelten seit Wochen strikte Kontaktsperren. Nun hat der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, ein Ende dieser Beschränkungen gefordert.

Man müsse die Situation in den Pflegeeinrichtungen darauf anpassen, dass man "über einen längeren Zeitraum mit dem Coronavirus umgehen" müsse, sagte er der "Welt". Pauschale, restriktive Besuchsverbote könnten dabei keine Lösung sein. Bewohner von Pflegeeinrichtungen benötigten zwar besonderen Schutz, dürften aber nicht völlig isoliert werden, so Westerfellhaus weiter. Die Bundesländer müssten den Pflegeeinrichtungen entsprechende Spielräume geben. ...
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/pflegeheime-corona-101.html, 25.04.2020



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Zum Besuchsrecht in Pflegeheimen und anderen besonderen Wohnformen

Grönert: „Pflegeheime dürfen nicht isoliert werden“


Die sozialpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Sigrid Grönert und der Fraktionsvorsitzende Thomas Röwekamp machen in einem Brief an Bürgermeister Andreas Bovenschulte ihre Sorge um die Bewohner von Pflegeheimen deutlich. Im Namen der Fraktion bitten sie um die dringende Umsetzung von Besuchsregeln.

Laut Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 15.04.2020 sollen Regularien entwickelt werden, um Bewohner von Pflegeeinrichtungen nicht vollständig zu isolieren. Vereinbart sei, Besuche nicht auszuschließen, sondern in beschränktem Umfang zu ermöglichen. „Solche Besuchsregeln müssen dringend umgesetzt werden, denn für manche Bewohner zählt jeder Tag“, so Sigrid Grönert.

Personalengpässe oder fehlende finanzielle Mittel dürften dabei keine Rolle spielen, vielmehr müssten kreative Ideen zugelassen und gefördert und z.B. Besuchsassistenzen zur Entlastung eingesetzt werden. „Verhaltensempfehlungen müssen zuallererst das Wohl der älteren oder gesundheitlich vorbelasteten Menschen zum Ziel haben“, schreiben Grönert und Röwekamp. Zu beobachten seien jedoch, angetrieben aus Sorge um eine Ausbreitung des Virus, auch in Bremischen stationären Pflegeeinrichtungen immer schärfere Vorgaben, die wiederum immer öfter zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Bewohnerinnen und Bewohnern aufgrund von Isolation durch das Besuchsverbot führten.

„Für die Umsetzung braucht es nicht nur das Engagement des Pflegepersonals, dessen Arbeit in diesen Tagen nicht hoch genug zu würdigen ist“, heißt es weiter. Die öffentliche Hand Bremens sei aufgerufen, hier Vorsorge zu treffen und notwendige Kosten zur Umsetzung des erwähnten Beschlusses mitzutragen oder zu übernehmen – schnell und unbürokratisch. In anderen Bundesländern werde der Punkt 7 des Beschlusses bereits mit Verordnungen umgesetzt und die Öffnung von Besuchsverboten geregelt. Darum bitten Grönert und Röwekamp dringend auch für Bremen.
Quelle: Presse-Info CDU-Bürgerschaftsfraktion | Nr. 26 | 21. April 2020
« Letzte Änderung: 07. Mai 2020, 11:12 von admin » Gespeichert

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