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Autor Thema: Pflegebetroffene fordern Corona-Mitbestimmung  (Gelesen 210 mal)
admin
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« am: 18. Februar 2021, 13:28 »

    BIVA-Pflegeschutzbund fordert Beteiligung an Corona-Entscheidungen

    Bonn/Bremen. Schleswig-Holstein legte Ende Januar als eines der ersten Bundesländer einen "Corona-Perspektivplan" vor. Der BIVA-Pflegeschutzbund äußert sich in einer aktuellen Stellungnahme an die SPD-Fraktion Schleswig-Holstein und stellt klar: Bisherige Corona-Startegien sind in der Summe für pflegebetroffene Menschen höchst belastend und oftmals unerträglich gewesen. Wenn jetzt über angepaßte Strategien zur Verbesserung der Situation nachgedacht wird, ist das außerordnentlich begrüßenswert. In diesem Zusammenhang ist die Einbindung der Interessenvertreter von pflegebetroffenen und behinderten Menschen in politische Entscheidungsprozesse unabdingbar.


    Zur aktuellen Corona-Situation

    "Wir fordern die Politik seit Monaten auf, sich mit uns und anderen Interessenvertretern an einen Tisch zu setzen, um gemeinsam die Situation und die weitere Vorgehensweise gerade in Pflegeheimen zu besprechen. Statt dessen erhalten mal die Leistungsanbieter, mal die Kostenträger und hin und wieder mal Vertreter von Pflegebedürftigen die Gelegenheit etwas zu sagen. Das bringt aber immer nur ein Bild und eine Momentaufnahme auf ein Interesse, nämlich das der jeweiligen Gesprächsteilnehmer. Ein gemeinsamer Austausch und ein Gegenüberstellen der Bedarfe und Probleme findet nicht statt. Was auch tatsächlich pflegebedürftige Bewohner*innen von Heimen und deren Angehörige umtreibt bleibt zusätzlich ungehört, denn diese Menschen werden ja „rundum versorgt“. Dass es hier seit Monaten Defizite gibt, wird wenig thematisiert. Unsere Forderung: Interessenvertreter von Pflegebetroffenen regelmäßig anhören und zu runden Tischen einladen!"

    Pflegebetroffene Menschen im ambulanten und stationären Bereich zählen zu den hauptsächlichen Verlierern der Pandemie. Das hat sich leider bis heute wenig verändert. Sind anfänglich manche Heime regelrecht zugesperrt und für Besuche der Bewohner nicht mehr erreichbar gewesen, gibt es weiterhin Berichte über unverhältnismäßige Besuchseinschränkungen. Die häufigen Testungen sind nicht nur physisch unangenehm, sie rufen insbesondere bei kognitiv eingeschränkten, psychisch kranken oder demenziell erkrankten Menschen Abwehr-Reaktionen hervor. Gab es bereits vor Corona Gewalt-Phänomene im Pflegebereich zu beklagen, wird es während der Lockdowns deutlich mehr geworden sein. Vor dem Hintergrund der unzureichenden Pflege-Personalausstattung stellt dies eine unzumutbare Belastung für pflegende und zu pflegende Menschen dar.

    Als "größter Pflegedienst der Nation" leiden Pflegende Angehörige unter den Corona-Einschränkungen besonders. Die Belastungen für Angehörige, die Pflegebedürftige zu Hause betreuen, haben sich in der Coronakrise weiter erhöht. Für 57 Prozent der Befragten wurde die Pflege nach eigenem Bekunden in der Pandemie zeitlich aufwendiger, wie eine Analyse der Universität Bremen für die DAK-Gesundheit ergab. Nicht nur die Kombination aus zeitaufwändigerer Pflege, verminderten Unterstützungsmöglichkeiten, reduzierten Sozialkontakten und Homeoffice/Homeschooling sind hochgradig belastend. Hinzu kommen Organisations-, Beschaffungs- und Finanzprobleme, die erhebliche psychische Belastungen darstellen. (Quelle: https://www.socium.uni-bremen.de/ueber-das-socium/aktuelles/archiv/)

    Stellungnahme zum von Schleswig-Holstein vorgeschlagenen Stufenplan (vgl. https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/I/_startseite/Artikel2021/I/210126_stufenplan.html)

    Wir begrüßen grundsätzlich alle Maßnahmen, die die Corona-Maßnahmen transparenter und nachvollziehbarer machen. Auch wir sind der Überzeugung, dass es eine "Exit-Strategie" als Zukunftsperspektive geben muss. Die Diskussion über Stufenpläne wird daher aktuell zurecht intensiv in allen Bundesländern diskutiert. Allerdings ist zu kritisieren, dass dabei weiter ausschließlich der sog. Inzidenzwert als Richtschnur gelten soll.

    Anerkannte, bekannte Wissenschaftler und Statistiker fordern seit langer Zeit, die Berücksichtigung weiterer Informationen und Kennzahlen. Mit diversen anderen Experten fordert der Kölner Mediziner und Infektiologe Professor Matthias Schrappe ein Umdenken in der Corona-Strategie und sagt, die Datengrundlage des RKI sei das Papier nicht wert. (Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-strategie-alternative-schrappe-100.html) Zitat aus seiner Stellungnahme am 09.09.2020 vor dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages:
    "Bei der bisherigen Bewältigung der Epidemie sind zahlreiche Fehler zu verzeichnen, die man durch eine breitere wissenschaftlich-fachliche Beratung z.B. durch Ökonomen, Juristen, Pädagogen, Psychologen (wegen der psychischen Folgen z.B. der Vereinsamung), Pflegewissenschaftler, Soziologen, Politologen hätte vermeiden können. Soweit man diese Perspektiven als „Public Health“-Perspektive zusammenfasst, kann man klar konstatieren: diese Perspektive wurde nicht abgefragt und blieb daher weitestgehend ungenutzt." (Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/790740/6b29a70b28ff5519ebb3fa7275f15bc8/19_14_197-11-_ESV-Schrappe_COVID-19-data.pdf)

    Statistiker, wie Göran Kauermann (Dekan der LMU München) oder Gerd Antes (Professor an der Medizinischen Universität Freiburg, Experte für Biometrie und Statistik) und andere Kollegen beklagen, dass die Inzidenzwerte 100, 50 oder 35 keine wissenschaftliche Grundlage haben, sondern logistisch begründete Zahlen sind, die den Gesundheitsämtern die Nachverfolgung der Infektionen erlauben soll. Experten des Mediziner-Netzwerks EbM kritisieren die Corona-Berichterstattung der Medien. Auch der Virologe Streeck rät, nicht nur auf die reinen Infektionszahlen zu schauen. (Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-experten-umdenken-zahlen-100.html)

    Wir haben leider den Eindruck, dass diese Hinweise und Vorschläge weitestgehend ungehört verhallt sind und auch bei den jetzt vorgeschlagenen Stufenplänen nicht berücksichtigt wurden. Zur Lösung der Corona-Krise gehört die Einbindung und Berücksichtigung multiprofessioneller Experten. Ein weiteres Festhalten ausschließlich an den Inzidenzwerten und damit verbundenen Einschränkungen bzw. Verhaltensregeln war bisher keine Lösung und wird es auch in Zukunft nicht sein können. Vor diesem Hintergrund lehnen wir die uns bekannt gewordenen Corona-Stufenpläne ab.

    Forderungen zur Verbesserung der Situation

    • Entwicklung einer Exit-Strategie mit multiprofessionellen Experten-Gremium
    • Abkehr von den Inzidenzwerten als ausschließliche Maßnahmen-Grundlage
    • Stärkere finanzielle Unterstützung pflegender Angehöriger
    • Deutliche Verbesserung der personellen und materiellen Versorgung in Pflegeeinrichtungen
    • Pflegeheimbewohner besser schützen, nicht einfach wegsperren
    • Förderung kreativer Besuchskonzepte in Pflege- und Behinderteneinrichtungen


    Insbesondere fordert der BIVA-Pflegeschutzbund:

    • dass die Bewohner*innen die Leistungen im Heim erhalten, die sie auch bezahlen.
    • dass die Bewohner*innen als vulnerable Gruppe nicht „automatisch“ zuerst weggesperrt werden, damit Gesundheitsämter arbeitsfähig bleiben und die Allgemeinheit Lockerungen genießen kann.
    • dass die Bewohner*innen wieder ohne Einschränkungen besucht werden dürfen, wenn diese „durchgeimpft“ sind. Ggfls. mit Schutzmaßnahmen in den öffentlichen Bereichen zum Schutz derjenigen, die nicht geimpft werden konnten.
    • dass - wenn z.B. nach einem Stufenplan eine Testung als Zutrittsvoraussetzungen für Heime als notwendig angeordnet werden – diese Testungen jederzeit kostenlos vor Ort gemacht werden.

    =================================

    Der BIVA-Pflegeschutzbund vertritt seit 1974 bundesweit die Interessen von Menschen, die im Alter Wohn- und Pflegeangebote in Anspruch nehmen. Der BIVA-Pflegeschutzbund ist gemeinnützig, konfessionell ungebunden und überparteilich. BIVA ist die Abkürzung für Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.

    -----------------------------------------------------------------------------

    Für weitergehende Infos und evtl. Kontakt zu Betroffenen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Reinhard Leopold

    c/o HEIM-MITWIRKUNG
    Unabhängige Selbsthilfe-Initiative für Pflegebetroffene
    Rembertistraße 9, 28203 Bremen

    Tel.:       0421 / 33 65 91 20
    Mobil:    0176 / 75 86 00 81
    eMail:    presse@heim-mitwirkung.de
    Internet: www.heim-mitwirkung.de
     
    BIVA-Pflegeschutzbund, Regionalbeauftragter
    Rembertistr. 9 | 28203 Bremen | Tel. 0421 / 7083087
    leopold@biva.de | www.biva.de | www.facebook.com/biva.de



    Dr. David Kröll
    (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

    Telefon: 0228 – 909048 – 16 | presse@biva.de

    Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.
    Siebenmorgenweg 6-8 | 53229 Bonn
    Amtsgericht Bonn | Vereinsregister Nr. 3939
    « Letzte Änderung: 18. Februar 2021, 13:59 von admin » Gespeichert

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    "Wir sind nicht nur für das verantwortlich,
     was wir tun, sondern auch für das,
    was wir nicht tun" (Jean Molière)
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