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Autor Thema: PERSONAL: Fachkraftquote  (Gelesen 27225 mal)
admin
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« Antworten #4 am: 24. Mai 2011, 19:06 »

Zu wenig Personal im Pflegeheim rechtfertigt geringere Vergütung

Das Landessozialgericht (LSG) Hessen hat mit Urteil vom 23.05.20011 - AZ L 8 P 29/08 – entschieden, dass eine personelle Unterversorgung in stationären Pflegeeinrichtungen zu einer Kürzung der Entgelte führen kann.

In einer heute veröffentlichten Mitteilung hat das LSG Hessen ausgeführt, dass die Pflegeheime nach dem Pflegeversicherungsgesetz verpflichtet seien, in Vereinbarungen mit den Verbänden der Pflegekassen und den Sozialhilfeträgern die personelle Ausstattung im Pflege- und Betreuungsbereich festzulegen. Diese Vereinbarungen finden Eingang in die Festlegung der Vergütungssätze des Pflegeheimes, welche von den Heimbewohnern, Pflegekassen und Sozialhilfeträgern zu zahlen sind.

Wird der vereinbarte Personalschlüssel unterschritten, so sind die Pflegevergütungen für die Dauer der Pflichtverletzung zu kürzen.

Der Kürzungsbetrag ist von der Pflegeeinrichtung an die Pflegekassen, die Sozialhilfeträger und bis zur Höhe ihres Eigenanteils an die betroffenen Pflegebedürftigen (anteilig) zurückzuzahlen. Über die Höhe des Kürzungsbetrages ist Einvernehmen anzustreben. Kommt eine Einigung zwischen dem Pflegeheim, den Pflegekassen und den Sozialhilfeträgern nicht zustande, entscheidet hierüber die Schiedsstelle, deren Schiedsspruch vor dem Landessozialgericht angefochten werden kann.

Im konkreten Fall ging es um eine stationäre Pflegeeinrichtung mit 150 Betten. Mit einer Leistungs- und Qualitätsvereinbarung von August 2004 verpflichtete sie sich, in der Zeit von August 2005 bis September 2006 56,39 Vollzeitstellen für Pflegekräfte und Mitarbeiter in der sozialen Betreuung bereitzustellen und zu besetzen. Für die Folgezeit bis Dezember 2006 bestand die entsprechende Verpflichtung für 52,69 Vollzeitstellen.

Bei einer Qualitätsprüfung des Heimes durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) im Oktober 2005 wurden erhebliche Mängel im Pflegebereich und eine Stellenunterbesetzung festgestellt. Dies führte zu weiteren Ermittlungen des zuständigen Sozialamtes unter Auswertung von Dienstplänen und Personalunterlagen der Pflegeeinrichtung. Die Kreisverwaltung gelangte zu dem Ergebnis, das Pflegeheim habe im Durchschnitt 3,5 Vollzeitkräfte zu wenig eingesetzt und in hohem Maße von den Pflegekräften Überstunden erbringen lassen. Dies rechtfertige einen Kürzungsbetrag von 2,58 € für alle Pflegestufen pro Berechnungstag (bei insgesamt 68.618 Berechnungstagen knapp 180.000 €).

Anlass und Höhe der Kürzung führte zu einem Streitverfahren vor den Sozialgerichten mit der Folge, dass das LSG die vorgenommene Kürzung als bestätigte. Das Pflegeheim habe nicht ausreichend Personal vorgehalten und damit seine Pflichten verletzt. Die deshalb ausgesprochene Kürzung der Pflegevergütung sei auch hinsichtlich der Höhe rechtmäßig. Genaue Vorgaben zur Berechnung des Kürzungsbetrages enthalte das Gesetz zwar nicht. Es sei aber sachgerecht, den Kürzungsbetrag anhand der eingesparten Personalkosten zu berechnen.

Quelle: Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk, Pressemitteilung vom 23.05.2011
« Letzte Änderung: 25. Mai 2011, 10:13 von admin » Gespeichert

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« Antworten #3 am: 30. Juni 2009, 12:23 »

Betreuungsrecht:
Studie zum Zeitbedarf Pflege Demenzkranker

http://www.georgi-arbeitssicherheit.de/georgischulungen.php

Personalsituation in der stationären Altenpflege
Diskussionspapier von Thorsten Meier zeigt erhebliche Defizite auf
[Dokument herunterladen >>]

Weitere Infos siehe auch unter:
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=826.0

* Pflege-Personalschluessel_Thorsten_Meier.pdf (32.15 KB - runtergeladen 597 Mal.)
« Letzte Änderung: 25. Mai 2011, 12:35 von admin » Gespeichert

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« Antworten #2 am: 27. Juni 2007, 01:15 »

Fachkraftbesetzung in Tagschichten

Verwaltungsgericht Karlsruhe, AZ: 1 K 85/06 10. März 2006:
Die Heimaufsicht setzt sich in diesem Verfahren ebenfalls mit der Maßgabe an den Heimträger durch, in jeder Tagschicht in den beiden Stationen ihres Pflegeheims je zwei Fachkräfte zur Betreuung der Bewohner einzusetzen. Das Gericht kommt zu dem Schluss, dass eine an dem allgemein anerkannten Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse orientierte Pflege ohne die nötige und verstärkte Fachlichkeit nicht möglich ist. Interessant ist bei diesem Urteil die ausführliche fachliche Begründung.

[Download bei >> http://gesundheit-soziales.verdi.de]

Quelle: verdi.de - Infopost 53/2007

* infopost_53-07_-_fachkraft-urteile.pdf (159.21 KB - runtergeladen 1216 Mal.)
« Letzte Änderung: 30. Juni 2009, 12:28 von admin » Gespeichert

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« Antworten #1 am: 22. Januar 2007, 18:33 »

Für die Anzahl des einzusetzenden Personals in Heimen gibt es (leider) keine verläßliche, für Externe schnell überprüfbare Angaben. Der sogenannte "Personalschlüssel" wird zwischen dem Heim und den Leistungsträgern vereinbart (Grundlage: Leistungs- und Qualitätsvereinbarung gem. § 80a SGB XI).

Zitat
4.4 Soweit die Heimaufsichtsbehörde bei ihrer Prüfung keine Mängel feststellt, orientiert sie sich bei Bestimmung der gem. § 11 Absatz 2 Nr. 2 Heimgesetz erforderlichen quantitativen Personalausstattung grundsätzlich an den Personalschlüsseln, die in der jeweiligen Leistungs- und Qualitätsvereinbarung gem. § 80a SGB XI zwischen dem Heim und den Leistungsträgern vereinbart wurden. Abweichungen von den in der Leistungs- und Qualitätsvereinbarung vereinbarten Personalmenge teilt die Heimaufsichtsbehörde im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft nach § 20 Abs. 5 HeimG den Leistungsträgern mit. Stellt die Heimaufsichtsbehörde Mängel fest, die (auch) auf eine zu geringe Personalausstattung zurückzuführen sind, hat die Heimaufsichtsbehörde den notwendigen Personalbedarf unabhängig von der Leistungs- und Qualitätsvereinbarung festzulegen. Im Verfahren sind besonders die §§ 16, 17 HeimG zu beachten.
 
4.5 In allen Einrichtungen mit pflegebedürftigen Bewohnern ist der Einsatz einer Pflegefachkraft (siehe Erlass des Sozialministeriums vom 30.8.1994 mit Änderungen und Ergänzungen) zu allen Tages- und Nachtzeiten erforderlich. Im Tagesdienst muss in jeder Pflegeeinheit (in der Regel bis zu 25 Bewohner), auch an Wochenenden, Sonn- und Feiertagen immer eine Fachkraft ständig anwesend sein. 

Für den Nachtdienst ist grundsätzlich eine Pflegefachkraft für bis zu 50 pflegebedürftige Bewohner notwendig. Abweichend hiervon können bei besonderen Bewohnerstrukturen  (z.B. überwiegend schwerst pflegebedürftige Bewohner oder überwiegend nachts unruhige Bewohner) oder bei ungünstigen baulichen Gegebenheiten (z.B. Verteilung der pflegebedürftigen Bewohner auf mehrere Stockwerke oder Gebäudeteile) zusätzlich Fach- oder Hilfskräfte notwendig sein.
 

Quelle: "Orientierungshilfe für die Heimaufsichtsbehörden in Baden-Württemberg" - Ministerium für Arbeit und Soziales (Stand: August 2006) 
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« am: 10. November 2006, 01:03 »

Fachkraftquote:  bleibt, sinkt, steigt?

Noch gilt die Fachkraftquote von 50% nach dem alten Heimgesetz. Ob die einzelnen Bundesländer künftig andere und möglicherweise unterschiedliche Maßstäbe haben werden, ist derzeit ungewiß. Sobald uns näheres bekannt wird, werden wir darüber informieren.

Die Berechnung der Fachkraftquote war allerdings schon immer nicht ganz einfach. Eine Hilfe zur Berechnung gab es beim Vincentz-Verlag von Guido Dähler (Diplom-Volkswirt / Diplom Sozialökonom). Weitere Infos dazu finden sich unter http://www.abakus-pflegeinfo.de/controlling-pflegeeinrichtungen/profil.html.

Wie alt das Thema und die Schwierigkeiten hinsichtlich Fachkraftquote und Qualität sind, zeigt ein interessantes Schreiben aus dem Jahre 1999 von Alexander Frey (Rechtsanwalt, Sprecher des Arbeitskreises gegen Menschenrechtsverletzungen) an die damalige Bundesfamilienministerin Christine Bergmann, das ich hier gefunden habe:
http://www.patientenunterstuetzung.de



Weitere Infos auch unter:
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=504.0
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1280.0
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1431.0
« Letzte Änderung: 27. Mai 2011, 12:35 von admin » Gespeichert

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