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Autor Thema: Von der freien Arztwahl zum „Anstaltsarzt“ im Heim?  (Gelesen 6097 mal)
admin
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« Antworten #1 am: 05. Oktober 2007, 12:10 »

Vincentz-Verlag startet Internet-Umfrage zu Heimärzten

Der Vincentz-Fachverlag hat die Diskussion über Heimärzte aufgegriffen und auf seinen Internetseiten http://www.vincentz.net/ (dort: rechts unten) eine Umfrage gestartet, bei der zwei Antworten sind möglich sind:

Zitat von: vincentz.net
Mit Blick auf die anstehende Reform der Pflegeversicherung kündigt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt an, Heimärzte im Pflegegesetz zu verankern. Wie ist Ihre Meinung dazu?

  • Pro: Ausgewiesene Heimärzte würden die medizinische Versorgung in Pflegeeinrichtungen grundsätzlich verlässlicher machen.
  • Contra: Das hätte eine Einschränkung der freien Arztwahl zur Folge. Besser wäre es, die bisherige Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Heimen grundsätzlich zu verbessern.



Wir weisen gerne auf diese Möglichkeit der Online-Umfrage hin und hoffen auf eine rege Beteiligung. Wir sind gespannt auf das weitere Ergebnis ...
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2007, 14:49 von admin » Gespeichert

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 was wir tun, sondern auch für das,
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« am: 19. September 2007, 09:31 »

Von der freien Arztwahl zum „Anstaltsarzt“ im Heim?
Heimbewohner-Fürsprecher gegen Beschneidung von Heimbewohnerrechten


Dürfen sich Heimbewohner künftig nicht mehr ihren Arzt selbst aussuchen? Die ärztliche Versorgung in Heimen ist seit langem beklagenswert. In der Diskussion über die skandalösen Zustände bei der Pflege in Deutschland hatte sich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) kürzlich ausführlich zu Wort gemeldet. Sie kündigte im „Tagesspiegel“ an: „Wir werden Heimärzte im Gesetz verankern“. Da stellt sich die Frage: Von der freien Arztwahl zum „Anstaltsarzt“? Statt auf angestellte Heimärzte zu setzen, ist hier Transparenz sowie bessere Koordination und Zusammenarbeit der in Heimen tätigen niedergelassenen Ärzte notwendig. Darauf weisen Bremer Ehrenamtliche in der Heim-Mitwirkung hin. Sie setzen sich unentgeltlich als externe Heimbewohner-Beiratsmitglieder und Heimbewohner-Fürsprecher für die Interessen von Heimbewohnern ein und fordern die freie Arztwahl weiter zu erhalten.

Die nicht ausreichende Arztversorgung in Heimen ist lange bekannt und wurde immer wieder festgestellt und beklagt - zuletzt in der "Studie zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen (SÄVIP)", die Ende 2005 veröffentlicht wurde. Zitat der Studie: „Die Arztbesuche werden in aller Regel durch das Pflegepersonal der Heime veranlasst. Die freie Arztwahl kann von vielen Bewohnern nicht (mehr) wahrgenommen werden. Die de facto Übernahme dieser Aufgabe durch das Heim ist rechtlich ungeregelt und unterliegt keiner Qualitätskontrolle. Angehörige und Betreuer sind zu wenig involviert. ... Die fachärztliche Versorgung weist erhebliche Lücken auf. So fehlt die Versorgung mit Frauenärzten, Augenärzten und HNO-Ärzten fast völlig. Die Betreuung durch Urologen und Orthopäden ist unzureichend. Von Neurologen und Psychiatern werden nur ein Drittel der Bewohner erreicht.“

Das beschreibt nach wie vor die heutige Situation und kann wie folgt ergänzt werden: Bei Umzug in ein Pflegeheim glauben Betroffene und ihre Angehörigen oft, der bisherige Haus- oder Facharzt würde die medizinische Betreuung vielleicht weiterführen. Sie glauben, daß man im Heim pflegerisch und medizinisch automatisch gut versorgt ist. Doch das über Jahre aufgebaute Vertrauensverhältnis zu bisherigen Ärzten wird bei einem Umzug in ein Pflegeheim in der Regel abrupt beendet. Es müssen neue Ärzte gefunden werden, die den zum Heimbewohner gewordenen Menschen versorgen. Pflegebedürftige sind meist nicht mehr in der Lage, außerhalb des Heimes liegende Arztpraxen aufzusuchen. Die theoretische freie Arztwahl steht somit für sie häufig nur auf dem Papier, denn nicht jeder "Wunscharzt" macht auch Besuche im Pflegeheim.

Fragen Betroffene oder ihre Angehörigen im Heim nach einer vollständigen Übersicht der Ärzte, die die Bewohner versorgen, erhalten sie in vielen Fällen ausweichende Antworten. Auf entsprechende Nachfrage werden ein oder zwei Ärzte vom Heimpersonal "empfohlen". Heimbetreiber und Pflegekräfte haben wenig Interesse an einer Vielzahl von Ärzten. Jeder im Heim ein- und ausgehende Arzt kostet zusätzliche Zeit, die meist nicht vorhanden ist.

Wenn jetzt die Forderung nach fest angestellten Heimärzten laut wird, um so eine bessere Versorgung mit Ärzten im Heim zu erreichen, ist das nur die halbe Wahrheit. Es bedeutet auf der anderen Seite für Heimbewohner auch: Abschaffung der freien Arztwahl, Abhängigkeit des Heim-Arztes vom Heim-Betreiber und somit keine neutrale Beurteilung der gesundheitlichen Situation der Bewohner. "Ein angestellter Heimarzt ist an die Weisungen des Heimträgers gebunden. Das birgt Risiken für die Qualität der Versorgung", warnte der Münchner Geriater Dr. Albert Standl in der Ausgabe vom 19.07.2007 der „Ärztezeitung“. Niedergelassene Ärzte sind nach Ansicht des hausärztliche tätigen Geriaters aufgrund ihrer Unabhängigkeit die eindeutig bessere Alternative. Er koordiniert in einem Münchener Projekt die ärztliche Betreuung für zwölf Heime und hat offenbar entsprechende Erfahrung.

Dem stimmen die ehrenamtlichen „Heim-Mitwirker“ aus vollem Herzen zu. Es wäre sinnvoller, mit den in Heimen tätigen Ärzten einen Notfall- und Versorgungspool mit Rufbereitschaft zu gründen. So könnte die freie Arztwahl erhalten und die Versorgungssituation wirkungsvoll verbessert werden. Außerdem wäre es endlich an der Zeit, Übersichten von Ärzten zu erstellen, die im jeweiligen Heim tätig sind. Nur so könne die noch freie Arztwahl von Heimbewohnern, mit den erwähnten Enschränkungen, auch tatsächlich genutzt werden.



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Ansprechpartner für diese Presse-Info:

Reinhard Leopold c/o
Ehrenamtliche in der Heim-Mitwirkung
- Internet & Öffentlichkeitsarbeit -
Rembertistr. 9, 28203 Bremen
Telefon   0421 / 33 65 91-20
eMail:     presse@heim-mitwirkung.de
http://www.heim-mitwirkung.de



[Weitere Meldungen zum Thema finden Sie hier >>]

* Presse-Info_Heimmitwirkung070918.pdf (85.65 KB - runtergeladen 535 Mal.)
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