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Autor Thema: "Pflege-Notstand vs. Menschenwürde"  (Gelesen 62 mal)
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« Antworten #1 am: 18. August 2017, 23:55 »

Zitat
Altenpflege im Visier
Zwei Diskussionsrunden zum Thema in Bremen

Bremen – (AS) Überforderung, Leiharbeit und schlechte Bezahlung sorgen für ein negatives Berufsbild in der Pflege. Das sagt Reinhard Leopold von der Heim-Mitwirkung, einer unabhängigen Selbsthilfe-Initiative für Pflegebetroffene und Regionalbeauftragter der BIVA e.V., einer Interessenvertretung bei Pflege und Betreuung. Er meint, dass die politischen Rahmenbedingungen geändert werden müssen, „damit die Anbieter gute Leistungen vollbringen können“.


71 Prozent der Bedürftigen würden in Deutschland zu Hause gepflegt, erklärt er, und: „Irgendwann geht’s nicht mehr“.  Wenn die zu Pflegenden im Heim sind, bedrücke  die Angehörigen das schlechte Gewissen, sagt Reinhard Leopold. „Zu wenige kümmern sich um ihre Angehörigen in den stationären Einrichtungen“, meint er. Es sei für sie „unerträglich, hinzugucken“, dabei sollten sie verantwortungsvoll eingebunden sein. Er kennt die Berichte der Angehörigen von den Bedingungen und den Belastungen der Pflegekräfte. „Die psychische Belastung ist sehr extrem“, weiß Reinhard Leopold, der sich für gegenseitiges Verständnis einsetzt. Er unterstreicht: „Nehmt die Pflegekräfte mit ins Boot. Den Angehörigen kann es nur gut gehen, wenn es den Pflegekräften gut geht.“

Reinhard Leopold fordert die Novellierung des Heimgesetzes. Der Gesetzgeber müsse die Pflegekräfte und die Heimbeiräte stärken, so dass diese mitdiskutieren könnten. Ein wesentlicher Teil sei die Aktivierung der Angehörigen, doch auch die Bewohner der Einrichtungen sollten beteiligt werden, schließlich seien sie die „Arbeitgeber“, die alles finanzierten. Werden bei Kontrollen Mängel festgestellt, soll auch deren Abstellung nochmals kontrolliert werden. Wenn das nicht geschehe, dringt er auf „schmerzhafte Sanktionen“.

Vorwürfe wegen der Arbeitsbedingungen kennt auch die Stiftung Friedehorst. Doch hier habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, heißt es von Seiten der Leitung: Personell sei die Stiftung gut aufgestellt, trotzdem würden perspektivisch weiter Mitarbeiter gesucht. Um Arbeitnehmer zu halten – die Stiftung bildet selbst aus –, würden Arbeitgeberleistungen angeboten; von Firmenfitness bis zu regelmäßigen Tariferhöhungen. Da Leiharbeit teuer sei, würde sie deutlich weniger häufig eingesetzt, als vor Jahren. Gezahlt werde bei der Stiftung 20 Prozent über dem gesetzlich festgelegten Tarif Pflege Bremens, heißt es seitens des Vorstands. Von einer Absenkung der Pflegefachquote, wie es kürzlich vorgeschlagen wurde,  hält Vorsteher Pastor Michael Schmidt nichts: „Altenpflege ist ein hochqualifiziertes Geschäft“, sagt er. Er meint, die Gesellschaft müsse wissen, wie viel ihr eine gute Versorgung der Menschen wert sei.

Unter dem Titel „Pflege-Notstand versus Menschenwürde“ findet am Montag, 21. August, 19 bis 21 Uhr eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Wieviel Lebensqualität bringt das geplante Bremer Heimgesetz?“ Eingeladen sind Angehörigen-Vertreter, Bremer Pflegerat, Wissenschaftler, Vertreter von Pflegekassen und der Sozialbehörde sowie Politiker von den fünf großen Fraktionen. Diskutiert werden sollen die aktuelle Situation, Probleme und Auffälligkeiten in Bremen, Notwendigkeiten und Verantwortungen in der Pflege, Chancen von Gesetzen und Verordnungen, Lösungsansätze sowie Handlungsempfehlungen. Anmelden kann man sich unter www.heimmitwirkung de.

Auch in der Bürgerschaft gibt es Gespräche: Vertreter der  SPD und der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft haben das Thema „Pflege aufwerten – Notstand verhindern“ für die „Aktuelle Stunde“ der 47. Sitzung des Landtags beantragt.
Quelle: http://www.das-blv.de/front_content.php?idart=2874, 16.08.2017
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« am: 15. August 2017, 21:59 »

Zitat
Pflege/Landtag/Bundesländer

Bremische Bürgerschaft diskutiert über schwierige Lage in der Pflege
Angehörigen-Initiative analysiert Notstand

Bremen (epd). Auf Antrag der Grünen-Fraktion beschäftigt sich die Bremische Bürgerschaft in einer Aktuellen Stunde zu Beginn ihrer nächsten Landtags-Sitzung am 23. August mit den schwierigen Arbeitsbedingungen in der Pflege. So lehnen die Grünen die Abschaffung der gesetzlichen Mindestquote für Fachpersonal in Pflegeheimen ab. Statt weniger Fachpersonal vorzuschreiben, wie das der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste fordere, müssten die Pflegeberufe aufgewertet werden, teilte die Fraktion am Dienstag mit.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit fehlen bundesweit Zehntausende Fachkräfte. Im Vergleich zu anderen Berufen ist beispielsweise die Arbeit der Altenpflegerin nicht attraktiv genug, handelt es sich doch um teilweise schwere körperliche Arbeit, die zudem aus der Sicht vieler schlecht bezahlt wird.

"Den Pflegenotstand noch abzuwenden und mehr Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen, kann mit einem Dreiklang gelingen", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Kirsten Kappert-Gonther. Dazu gehörten bessere Arbeitsbedingungen, eine bessere Bezahlung und eine höhere gesellschaftliche Anerkennung.

Mit Blick auf die Bundespolitik sagte sie, kurzfristig müsse der Pflegevorsorgefonds in einen Pflegepersonalfonds umgewandelt werden. "Mit diesen 1,2 Milliarden Euro jährlich können bundesweit 38.000 neue Stellen und damit eine Fachkräfte-Quote von 50 Prozent finanziert werden." Außerdem bräuchten pflegende Angehörige mehr Unterstützung.

Schon am Montag (21. August) will die Angehörigen-Initiative "Heim-Mitwirkung" in einer öffentlichen Veranstaltung im Bremer Konsul-Hackfeld-Haus über die teils jetzt schon von Personalnot geprägte Situation in der Pflege diskutieren. Eingeladen seien Politiker, Wissenschaftler, Behördenvertreter, Angehörige und Pflegebedürftige sowie Pflege- und Betreuungskräfte, sagte Organisator Reinhard Leopold dem epd. So solle es auch darum gehen, wie viel Lebensqualität die Novelle des Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes bringe. Motto des Abends: "Pflege-Notstand vs. Menschenwürde."
Quelle: www.epd.de, Bremen, 15.08.2017



Zitat
Pressemitteilung | | 15.08.2017
Aktuelle Stunde: Pflege aufwerten - Notstand verhindern

Die Grünen-Fraktion lehnt die Abschaffung der gesetzlichen Mindestquote für Fachpersonal in Pflegeheimen entschieden ab. Statt weniger Fachpersonal vorzuschreiben, wie das der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste fordert, müssen die Pflegeberufe aufgewertet, die Arbeitsbedingungen verbessert und verbindliche Personalbemessungsstandards in Altenpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten eingeführt werden. Die Grünen-Fraktion setzt das Thema nun mit der Aktuellen Stunde ‚Pflege aufwerten – Notstand verhindern‘ auf die Tagesordnung der nächsten Landtagssitzung. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, betont die gesundheitspolitische Sprecherin Kirsten Kappert-Gonther, droht ein massiver Pflegenotstand: „Eine Absenkung der Fachkräfte-Quote im Pflegebereich ist der völlig falsche Weg. Den Pflegenotstand noch abzuwenden und mehr Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen kann mit einem Dreiklang aus besseren Arbeitsbedingungen, besserer Bezahlung und höherer gesellschaftlicher Anerkennung gelingen. Gute Pflege braucht ausreichend Personal. Wir fordern einen bundesweit verbindlichen Personalschlüssel und verpflichtende Personalstandards für Pflegeheime und Pflegedienste. Kurzfristig muss der Pflegevorsorgefonds in einen Pflegepersonalfonds umgewandelt werden. Mit diesen 1,2 Milliarden Euro jährlich können bundesweit 38.000 neue Stellen und damit eine Fachkräfte-Quote von 50 Prozent finanziert werden.“
 
Neben der professionellen Pflege müssen aus Sicht der Grünen-Fraktion auch die Bedingungen für pflegende Angehörige verbessert werden. „Wie pflegebedürftige Menschen versorgt werden, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Bisher werden Angehörige allein gelassen und stehen oft überfordert da. Neben kommunalen Unterstützungsnetzwerken für pflegende Angehörige fordern wir, dass sie sich wie bei erkrankten Kindern im Bedarfsfall pro Jahr zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen dürfen. Außerdem sollen ArbeitnehmerInnen, die Angehörige pflegen, analog zur Erziehungsarbeit bei kleinen Kindern für drei Monate ihre Arbeitszeit reduzieren können und dafür eine Lohnersatzleistung erhalten. Das verhindert die wirtschaftliche Not von pflegenden Frauen und kann ein Anreiz sein, damit sich endlich auch mehr Männer um die Pflege kümmern“, so Kirsten Kappert-Gonther.
Quelle: http://www.gruene-fraktion-bremen.de/presse/pressemitteilungen/aktuelle-stunde-pflege-aufwerten-notstand-verhindern.html
« Letzte Änderung: 18. August 2017, 23:46 von admin » Gespeichert

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