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News: BGH stärkt Verbraucherrechte von Pflegeheimbewohnern

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Autor Thema: Staatsanwalt ermittelt gegen Pflegeheim in Bremerhaven  (Gelesen 1544 mal)
admin
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« Antworten #3 am: 13. Februar 2021, 15:13 »

Zitat
Anonymer Briefschreiber klagt Pflegeheim an

VON TORSTEN MELCHERS 12. FEBRUAR 2021

Auf vier Seiten erhebt ein Unbekannter schwere Vorwürfe gegen ein Bremerhavener Pflegeheim. Die Sozialdeputation greift das Thema auf.

„Wenn auch nur ein Absatz davon wahr ist, ist Gefahr im Verzuge“, sagt der SPD-Politiker Holger Welt über einen anonymen Brief, der die Zustände in einem Bremerhavener Pflegeheim anprangert. Der Bürgerschaftsabgeordnete hat deswegen das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung der Sozialdeputation gebracht, die am Donnerstag getagt hat. Die Vorwürfe der Briefschreiber gipfeln in dem Satz: „Das Heim ist eine einzige menschliche Kloake geworden.“ Der Träger des Heims weist alle Vorwürfe zurück.

Auf vier Din-A4-Seiten zeichnen die Autoren, nach eigenen Angaben Pfleger und Pflegerinnen des Heims, das Bild einer Einrichtung, in der Patienten stundenlang in ihren eigenen Fäkalien liegen gelassen werden, in der Medikamente in ein Zweibettzimmer gestellt werden, ohne zu kontrollieren, wer was nimmt, in der die Geschäftsführung Druck auf Beschäftigte ausübt, die zu lange krank sind, in der aufmüpfigen Patienten die Klingel weggenommen wird, in der Pflegekräfte sich selbst am Medikamentenschrank bedienen, in der Hilfskräfte Psychopharmaka verteilen, ohne die Nebenwirkungen zu kennen, in der Bewohner bestohlen werden und in der generell zu wenig Personal eingesetzt wird. Ob dieses düstere Bild stimmt, kann man nicht sagen: Niemand kennt den oder die Autoren.
Quelle: https://www.nord24.de/bremerhaven/Anonymer-Briefschreiber-klagt-Pflegeheim-an-55417.html



Zitat
Anonyme Kritik an Zuständen in Bremerhaven
Im Pflegeheim liegen die Nerven blank


von Justus Randt, 10.02.2021

In einem anonymen Schreiben werden Mängel in einer Bremerhavener Einrichtung angeprangert. Die Sozialbehörde ermutigt dazu, Missstände in der Pflege offen zu benennen.

Der Ausnahmezustand in den Pflegeheimen hält an, nicht nur für die Bewohnerinnen und Bewohner. Die Arbeitsbelastung der Pflegekräfte ist enorm. Angehörige können seltener zu Besuch kommen und haben weniger direkte Eindrücke von der Situation. Umso mehr kommt es darauf an, dass die Kommunikation mit dem Pflegepersonal und der Heimleitung funktioniert. Ein Beispiel aus einer Bremerhavener Einrichtung zeigt, wie angespannt die Lage ist.

Mehrere Seiten lang ist das Schreiben, das dem WESER-KURIER vorliegt. Darin machen die Autoren, nach eigenen Angaben Pfleger und Pflegerinnen in der Einrichtung, ihrem Unmut über die Zustände und Arbeitsbedingungen anonym Luft: In der Vergangenheit habe die Heim- und Betreuungsaufsicht mehrmals wegen schwerer Pflegefehler und Personalmangels Aufnahmestopps für das Altenpflegeheim ausgesprochen. Danach sei es jedes Mal noch schlimmer geworden. Es werde kein Personal eingestellt, der Sozialstaat werde betrogen, Bewohnern des Heims würden Pflegeleistungen vorenthalten.

Die Verteilerliste für das Schreiben ist lang, aber längst nicht allen liegt der Brief vor. Der AOK in Bremen beispielsweise war das Schreiben unbekannt. Bei ihr laufen die Fäden einer „Prüfgruppe zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen“ der Krankenkassen im Land zusammen. Da kein Verdacht auf Abrechnungsbetrug bestehe, kümmere sich die Gruppe nicht um den Fall, teilt AOK-Sprecher Jörn Hons mit.

Dass an den Vorwürfen etwas dran sein könnte, kann sich Reinhard Leopold vom Verein Heim-Mitwirkung und als Regionalbeauftragter der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) durchaus vorstellen. Er hält das kritisierte Heim für das „größte Sorgenkind der Branche im Land Bremen“. Hans-Josef Göers, Geschäftsführer des Betreuungsvereins in Bremerhaven, kennt das Haus als Betreuer eines früheren Bewohners. In dessen Interesse hatte er 2020 Strafanzeige erstattet. Die Ermittlungen laufen noch. Die Staatsanwaltschaft wartet auf ein rechtsmedizinisches Gutachten.

„Jeder Beschwerde wird nachgegangen“

Die Heimleitung äußert sich nur in „Hintergrundgesprächen“ zu den zitierten Vorwürfen. Die Pressestelle des Betreiberunternehmens verweist, je nach Vorwurf, an die Polizei oder die Aufsichtsbehörde und lädt dazu ein, sich „jederzeit selbst ein Bild“ zu machen. Im Alltag kümmert sich der Bewohnerbeirat um Beschwerden, so etwa, wenn der Speiseplan nicht aushängt. Wenn es aber um Pflegemängel geht, sind der Medizinische Dienst der Krankenkassen und die Heim- und Betreuungsaufsicht, die bei der Sozialsenatorin angesiedelt ist, die richtige Adresse.  „Jeder Beschwerde wird nachgegangen“, sagt deren Sprecher Bernd Schneider. Aber es sei wichtig, Zeugen und Beweise für Anschuldigungen zu haben. Die  Aufsichtsbehörde müsse Rücksprache halten können. „Wir wahren die Anonymität“, verspricht Schneider. Zum Instrumentarium der Aufsicht zählen Vereinbarungen, Anordnungen, Belegungsstopps und notfalls die Schließung eines Heims.

Von Mitte März bis Ende August 2020 hat es 63 anlassbezogene Kontrollen in den 101 Pflegeheimen des Landes gegeben, das geht aus einer Senatsvorlage aus dem September hervor. Auf 62 davon folgten Beratungen, in einem Fall gab es eine Anordnung. Dass es insgesamt mehr als 1900 Beschwerden waren, habe „zum weitaus größten Teil“ an Klagen Angehöriger über die restriktiven Besuchsregeln während des ersten Lockdown gelegen. Anders bewertet Hans-Josef Göers den anonymen Brief aus Bremerhaven. „Wenn der Leidensdruck so groß ist, dass Öffentlichkeit hergestellt wird, ist das ein Zeichen, dass es nicht mehr anders geht“, vermutet er. „Auch weil die Gefahr besteht, entlarvt zu werden.“
Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-im-pflegeheim-liegen-die-nerven-blank-_arid,1958528.html
« Letzte Änderung: 13. Februar 2021, 18:09 von admin » Gespeichert

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« Antworten #2 am: 14. Mai 2020, 09:10 »

Zitat von: NORDSEE-ZEITUNG
„Missstände sind nicht weiter tragbar“
Für eine Pflegekraft aus dem Pflegeheim Amarita sind die Missstände in der Einrichtung nicht mehr tragbar. Deshalb wendet sie sich jetzt an die Öffentlichkeit.


von Florian Zinn am 12. Mai 2020

Gut umsorgt alt werden – das wünscht sich jeder für sich und seine Angehörigen. Auch im Pflegefall. In einem Gespräch mit NORD|ERLESEN erhebt eine Pflegekraft, die anonym bleiben möchte, nun schwere Vorwürfe gegen das Amarita-Pflegeheim in Bremerhaven. Für viele Bewohner sei ein würdevolles Leben dort nicht möglich. „Es geht hier um Menschen und sie sollten so behandelt werden, wie man selbst auch im Pflegefall behandelt werden möchte.“ Sie arbeitet gerne in ihrem Beruf, deshalb seien die Umstände in der Einrichtung für sie nicht weiter tragbar. Emvia Living, der Träger des Heims, weist alle Vorwürfe zurück. ...

[zum Artikel >>]


Quelle: https://www.norderlesen.de/Heute/Missstaende-sind-nicht-weiter-tragbar-41710.html
« Letzte Änderung: 14. Mai 2020, 09:11 von admin » Gespeichert

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« Antworten #1 am: 12. Mai 2020, 00:51 »

Zitat von: NORDSEE-ZEITUNG
Die Routinekontrollen fehlen
Heimaufsicht zuständig bei Mängeln in Pflegeheimen – Gegen Amarita werden seit Jahren Vorwürfe laut

Von Laura Bohlmann-Drammeh und Tobia Fischer

BREMERHAVEN. Wenn die Pflege nicht gut ist, leiden die Patienten. Aktuell prangert der Bremerhavener Betreuungsverein grobe Pflegefehler im Amarita-Heim an. Angehörige von Heimbewohnern müssen Missstände nicht hinnehmen und können sich Hilfe holen. Die Wohn- und Betreuungsaufsicht in Bremen ist für Beschwerden über die Pflegequalität zuständig. Eine Übersicht der Angebote.

„Moderne Pflege schließt so was eigentlich aus“, sagt Silke Wiesner, Vertragsmanagerin für Pflege bei der AOK Bremen zu den Vorwürfen gegen das Pflegeheim Amarita in Bremerhaven. Die NORDSEE-ZEITUNG hatte am Mittwoch berichtet, dass drei Bewohner unter Druckgeschwüren, sogenannten Dekubiti, gelitten hätten, ein Bewohner habe ein Druckgeschwür von 20 mal 20 Zentimetern aufgewiesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Wiesner ist zuständig für die regelmäßigen Qualitätsprüfungen der Pflegeheime im Land Bremen, für die sie der Medizinische Dienst der Krankenkasse beauftragt. Bis 2018 wurde aus den Ergebnissen regelmäßig der „Pflege-TÜV“ veröffentlicht, der Orientierung bei der Heimsuche geben sollte. Weil aber alle Heime immer sehr gut abschnitten, wurde das Prozedere geändert.

„Wer sicher gehen will, muss sich alle Heime persönlich anschauen“, sagt Wiesner. Das Gesamtbild sei entscheidend. „Wie riecht es da, wie ist der Umgang mit den Bewohnern“, seien Fragen, die man beachten sollte. „Und immer die Brille desjenigen aufsetzen, der dort wohnen soll“, sagt Wiesner.

Sollte es zu Schwierigkeiten im Heim oder Unzufriedenheit mit der Pflege geben, ist die WBA, die Wohn- und Betreuungsaufsicht (auch Heimaufsicht genannt) der erste Ansprechpartner für Angehörige, sagt Bernd Schneider, Sprecher des Sozialressorts. „Kontaktieren Sie uns bei Beschwerden umgehend, wir prüfen das“, sagt Schneider.  Im vergangenen Jahr habe die WBA 191 Anlassprüfungen in Einrichtungen der Altenpflege im Land Bremen durchgeführt. „Alle Besuche haben weitere Besuche nach sich gezogen, oft mehrere, die aber nicht statistisch erfasst werden“, so Schneider.

Doch ein Problem sind die zu geringen Routinekontrollen. Im Januar 2020 hat eine Senatsantwort auf eine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion ergeben, dass die Wohn- und Betreuungsaufsicht 2019 fast keine der regulären und gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen durchgeführt hat. Nur zwei von 190 Heimen im Land Bremen sind für routinemäßige Kontrollen besucht worden. Stattdessen stieg die Zahl der Kontrollen nach Hinweisen auf Mängel. Allerdings wurden 47 Einrichtungen im Land Bremen zwei Jahre lang gar nicht überprüft, hieß es in der Senatsantwort.

Hilfe und Beratung bei Missständen können Angehörige sich bei der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V., kurz „BIVA“ holen. Regionaler Ansprechpartner für Bremen/Bremerhaven ist Reinhard Leopold. Der Bremer hört seit Jahren von Problemen im Bremerhavener Amarita-Pflegeheim. Er ist auch Initiator der Selbsthilfeinitiative für Pflegebetroffene „Heim-Mitwirkung.“ In Bremen treffen sich dort monatlich Angehörige von Menschen in Pflegeeinrichtungen.

Selbsthilfegruppe
„Für Bremerhaven wäre es wünschenswert, wenn wir hier einen Ansprechpartner hätten, der ein regelmäßiges Treffen für pflegebetroffene Menschen organisieren könnte“, sagt Leopold. 2017 habe er versucht, eine Selbsthilfegruppe zu organisieren. Die Auftaktveranstaltung sei sehr gut besucht gewesen, leider habe sich niemand gefunden, der die Organisation übernehmen wollte. Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe könne auch wichtig sein, um systematische Pflegemängel in einer Einrichtung zu erkennen.

»Wer sicher gehen will, muss sich alle Heime persönlich anschauen.«
Silke Wiesner, Vertragsmanagerin für Pflege bei der AOK Bremen

Auch der Pflegestützpunkt des Landes hilft bei der Organisation von Pflege und Antragstellungen. Die „SeniorPartner“ der Diakonie helfen bei der Suche nach ambulanten Pflegeeinrichtungen.

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Ansprechpartner

› Iris Hinrichsen ist die Leiterin der Wohn- und Betreuungsaufsicht Bremen und unter T 0421/36 11 61 81
oder per Mail (Iris.Hinrichsen@soziales.bremen.de) zu erreichen.

› Reinhard Leopold ist bei der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen per
Mail (leopold@biva.de) oder unter T 0421/33 65 91 20 zu erreichen.

› Der Pflegestützpunkt ist zu erreichen unter T 0471/3 09 77 90 oder per Mail unter info@bremerhaven-pflegestuetzpunkt.de.

› Die Seniorpartner sind zu erreichen unter T 0471/9 55 52 12.

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Quelle: https://www.norderlesen.de/Heute/Wo-Angehoerige-von-Amarita-Bewohnern-Hilfe-bekommen-41421.html

* 381_0029_925282_Nordsee_Zeitung_9_10-05-2020.pdf (251.15 KB - runtergeladen 130 Mal.)
« Letzte Änderung: 14. Mai 2020, 09:12 von admin » Gespeichert

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« am: 07. Mai 2020, 22:00 »

Zitat von: NORDSEE-ZEITUNG
Schwere Vorwürfe gegen Pflegeheim Amarita

von Laura Bohlmann-Drammeh am 5. Mai 2020

Sein Klient hatte ein Druckgeschwür, so groß wie eine Wandkachel. Für Hans-Josef Göers vom Bremerhavener Betreuungsverein ist das glasklar ein Pflegefehler. Deshalb hat er Strafanzeige gegen das Pflegeheim Amarita gestellt, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Wohn- und Betreuungsaufsicht hat einen Belegungsstopp verhängt. Amarita wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Bei dem Klienten, der im Pflegeheim Amarita gewohnt hat, sei der Dekubitus, wie der medizinische Fachbegriff für ein Druckgeschwür lautet, auf 20 mal 20 Zentimeter Größe gewachsen, erklärt Hans-Josef Göers, Geschäftsführer des Betreuungsvereins Bremerhaven. „Das ist eigentlich immer ein Pflegefehler“, sagt Göers. Und es gehe nicht um einen Einzelfall. Drei seiner Klienten, die im Pflegeheim an der Deichstraße gewohnt haben, hätten unter Druckgeschwüren gelitten. „Das waren zwei Frauen und ein Mann, alle älter als 80 Jahre“, sagt Göers. Die beiden Frauen seien inzwischen verstorben, den Mann, der an Demenz leide, habe er in einem anderen Heim untergebracht. Als seine Klienten noch lebten, hat Göers im Januar die Wohn- und Betreuungsaufsicht, die Kontrollbehörde des Landes, kontaktiert und von den Missständen berichtet.

„Die Wohn- und Betreuungsaufsicht (WBA) war im Dezember 2019, im Januar und Februar im Amarita-Pflegeheim. Die Beschwerden haben sich vollumfänglich bestätigt“, sagt Bernd Schneider, Sprecher des Sozialressorts in Bremen. Deshalb habe die Kontrollbehörde am 25. Februar umfangreiche Auflagen und einen Belegungsstopp erlassen. Mehr als 160 Personen dürfe das Heim im Moment nicht aufnehmen, auch wenn 200 Plätze zur Verfügung stehen. Die Anordnungen umfassen verschiedene Bereiche. „Bezüglich der Dekubitus-Prophylaxe sind eine differenzierte Behandlungsplanung sowie eine Dokumentation des Verlaufs und der Behandlung notwendig“, erklärt Schneider. Auch das Medikamentenmanagement müsse verbessert werden, ebenso die Mund- und Zahnpflege sowie die Reaktion auf Notrufe.

Nachdem es Ende Februar erneut Beschwerden gegeben habe, sei die WBA am 8. April wieder vor Ort gewesen und habe weitere Auflagen erteilt. „Auch was die Personalstärke und die Fachkraftquote sowie die Präsenzregelungen angeht, sind Auflagen erteilt worden“, sagt Schneider. Die WBA sei im ständigen Austausch mit der Einrichtung, führe regelmäßige Begehungen vor Ort durch und lasse sich Dokumente vorlegen, aus denen Details zur Personalplanung, Pflege und Reaktionszeit auf Notrufe hervorgingen. Im Vorfeld habe es mehrere unangemeldete Anlassprüfungen gegeben, bei denen nicht nur den Beschwerden nachgegangen wurde, sondern die pflegerische Versorgung der Einrichtung insgesamt auf den Prüfstand gestellt worden ist.

Anklage wegen möglicher Misshandlung

Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. „Wir ermitteln in einem konkreten Fall, die Anzeige ist Ende Februar bei uns eingegangen. Einen Tag später haben wir die Pflegedokumentation sichergestellt“, sagt Sprecher Oliver Constien. Was im Einzelnen passiert sei und ob jemand persönlich haftbar gemacht werden könne, sei noch Teil der Ermittlungen. „Als Straftatbestand kämen hier Körperverletzung oder Misshandlung von Schutzbefohlenen infrage“, so der Staatsanwalt. Die Anzeige hat Göers erstattet. „Das machen wir nur, wenn wir das Gefühl haben, dass Verbesserungen nicht mit Nachdruck betrieben werden“, so Göers. Die Einrichtung habe die Verantwortung für die Patienten.

Die Pressestelle der Emvia-Living-Group, die Träger von Amarita in Bremerhaven ist, bestätigt die Beanstandungen. „Es wurde behauptet, Maßnahmen zur Behandlungspflege seien unterlassen worden oder nicht ausreichend mit dem/den jeweils behandelnden Ärzten abgestimmt gewesen.“ Die Einrichtung sei den Vorhaltungen nachgegangen und habe festgestellt, dass die Vorwürfe sich als falsch herausgestellt hätten. Die Anordnungen der WBA sehe die Einrichtung als formell und materiell rechtswidrig an und habe entsprechende Rechtsmittel eingelegt. Die Behörde habe darauf noch nicht reagiert. „Erfahrene Berufsträger in der Pflegebranche wissen, dass das Prüfverhalten von Heimaufsichten immer wieder zu gewissen Beanstandungen oder kleineren Fehlerquoten führt. Gefährliche Pflege sei dem Pflegeheim nicht vorzuhalten, so ein Sprecher. Göers sieht das anders. „Wir haben im Zweifel Bilder von den Druckgeschwüren, die sind absolut aussagekräftig“, sagt er.
Quelle: https://www.norderlesen.de/Heute/Schwere-Vorwuerfe-gegen-Pflegeheim-Amarita-41369.html
« Letzte Änderung: 14. Mai 2020, 09:12 von admin » Gespeichert

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