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News: BIVA-Pflegeschutzbund warnt vor Wiederholung der Isolation vom letzten Jahr

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Autor Thema: 1. Mai "Tag der Arbeit" - Wertschätzung von Pflegekräften? Fehlanzeige!  (Gelesen 691 mal)
admin
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« am: 01. Mai 2021, 00:50 »

KOMMENTAR zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai 2021
 
Wertschätzung von Pflegekräften? Fehlanzeige!

Manche Arbeitgeber setzen trotz Pflege-Notstand und Pandemie auf Mobbing und Entlassungsdrohung statt Wertschätzung und Mitarbeiter-Pflege. Ziemlich widersinnig, wenn eigentlich Fachkräftemangel herrscht. Aber es hat System - und die Politik schaut zu.

In der aktuellen Studie von Professor Rothgang zur "Pflegepersonalbemessung" wird festgestellt, dass deutlich mehr als 100.000 Kräfte in stationären Pflegeeinrichtungen fehlen. Medien berichten zudem, dass während der Corona-Pandemie mehr als 9.000 Pflegekräfte der Kranken- und in der Altenpflege verloren gegangen sind. Und es flüchten immer mehr Menschen aus der Pflege, weil sie es nicht mehr schaffen oder ertragen. Dagegen helfen auch keine noch so gut gemeinte und teuren Marketing- und Werbeaktionen, um junge Menschen für diesen "so schönen Beruf" anzuwerben!

Profitorientierte Pflege auf Kosten der Betroffenen
Wenn nun einige Arbeitgeber in dieser Situation immer noch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbeuten, schikanieren, mobben und sogar auf dem Klagewege versuchen los zu werden, ist es dringend an der Zeit, dass die Politik nicht mehr tatenlos zusieht. Rendite- und Gewinn-Maximierung im Gesundheits- und Sozialbereich müssen endlich abgeschafft werden. Eine bedarfsgerechte, menschenwürdige Versorgung der pflegebetroffenen Menschen muss statt dessen die höchste Priorität haben.

Was haben bisherige Gesetze und politische Maßnahmen bis heute gebracht?
Bereits 2001 kritisierte die UN Missstände in deutschen Pflegeheimen. Nach zehn Jahren wurde das Mitgliedsland Deutschland nochmals von der UN aufgefordert, endlich zu handeln. "Mit tiefer Besorgnis" nehme man zur Kenntnis, dass die Bundesrepublik "keine ausreichenden Maßnahmen unternommen hat, um die Situation älterer Menschen in Pflegeheimen zu verbessern. "Diese lebten dort wegen Personalkürzungen und unzureichender Beachtung von Pflegestandards "unter unmenschlichen Bedingungen" und erhielten "weiterhin unangemessene Pflege". 2014 gab es sogar einige Verfassungsbeschwerden wegen Missständen in der Pflege. Bremen schnitt sogar in den letzten Jahren im Bundes-Vergleich bei der Pflege und medizinischen Versorgung in ambulanten und stationären Einrichtungen mit am schlechtesten ab (lt. der monatlichen DCS-Statistik bis Ende 2019). Und während der Corona-Pandemie gab es mehr Gewalt in Bremer Pflegeheimen (WK vom 04.04.2021).

Attraktivität und Wertschätzung der Pflege steigern
Der BIVA-Pflegeschutzbund wird seit seiner Gründung 1974 in zunehmendem Maße um Hilfe und Unterstützung bei Problemen und Gewalt in der Pflege gebeten. Nur wenn die Attraktivität der Pflegeberufe insgesamt deutlich verbessert wird, kann und wird sich etwas zum Positiven wenden. Dazu gehört selbstverständlich auch die Wertschätzung und pflegliche Behandlung der Pflegekräfte durch ihre Arbeitgeber.

Die von Anbieterseite immer lauter geforderte Aufhebung der sogenannten Fachkraftquote darf auf keinen Fall zu einem Freibrief werden, um in Ermangelung von Personal zu wenig Fachkräfte einzusetzen. Es bedarf dagegen dringend:

    1. einrichtungsspezifische Personalplanung und verlässlichen Personaleinsatz

    2. regelmäßige Kontrolle und transparente Veröffentlichung aktueller Ist-Personalschlüssel der jeweiligen Pflegeeinrichtung

    3. regelmäßige Kontrolle und transparente Veröffentlichung aktueller Prüfergebnisse vom Medizinischen Dienst, Heimaufsicht und Gesundheitsamt

    4. Garantierung guter pflegerischer Versorgung, durch zuverlässige verbraucherschutzrechtliche Instrumentarien

    5. funktionierende, kurzfristig wirksame Sanktionsmöglichkeiten bei Nichteinhaltung vereinbarter Leistungen

    6. unverzügliche, verbindliche Beseitigung von nachgewiesenen Mängeln

    7. wirksamen Whistleblower-Schutz gegen Mobbing, Repressalien und Arbeitsplatzverlust

    8. unabhängiges Beschwerdemanagement, das stärker auf die Bewohner- und Angehörigeninteressen eingeht, z.B. in Form eines Pflegebeauftragten

    9. auf ethischen Grundsätzen basierende, menschenwürdige umgesetzte Pflege

    10. die Eindämmung und konsequente Ahndung von Betrug und Missbrauch durch „schwarze Schafe“ der Branche

Die politisch Verantwortlichen haben in der Corona-Krise gezeigt, dass sie alles tun, damit unser Gesundheits­system nicht zusammenbricht. Auf der anderen Seite haben sie Jahrzehnte zugesehen, wie sich der Personal-Notstand in der Pflege immer dramatischer verschärft hat. Immer wieder wurden Verbesserungen zugesagt, ohne dabei die dafür entscheidenden Maßnahmen zu ergreifen. Rendite darf nicht vor Menschenwürde stehen. Es ist überfällig, den Worten endlich Taten folgen zu lassen!


« Letzte Änderung: 01. Mai 2021, 00:53 von admin » Gespeichert

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"Wir sind nicht nur für das verantwortlich,
 was wir tun, sondern auch für das,
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