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Autor Thema: Residenz-Gruppe: Hohe Rendite - zu Lasten von Pflegekräften + Pflegebedürftigen  (Gelesen 29997 mal)
admin
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« Antworten #24 am: 03. April 2016, 22:20 »

Zitat
Rolf Specht kauft Pflegeheim zurück

... Da weder seine Tochter Britta noch jemand aus der Familie des einzigen verbliebenen Partners Kattau das Geschäft übernehmen will, hatte Specht im vergangenen Jahr unter anderem die Senioren Wohnpark Weser GmbH von der Residenz-Gruppe getrennt. Dazu zählte auch der Leester Lerchenhof. Erst im Januar hat Specht das Gebäude von der Cux-Fondsgesellschaft, die das Gebäude zehn Jahre lang an die Residenz-Gruppe vermietet hatte, zurückgekauft. Jetzt haben Einzelinvestoren die Möglichkeit, 85 „vermietete“ rund 20 Quadratmeter große Zimmer samt Gemeinschaftseigentumsanteilen im 2005 eröffneten Haus zu erwerben. Dazu kommen beispielsweise die Küche und Funktionsräume etwa für das Essen sowie für die Therapieanwendungen. ...
Quelle: http://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/weyhe-ort54198/rolf-specht-kauft-pflegeheim-zurueck-veraeussert-einzelinvestoren-6134541.html, 18.02.2016
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« Antworten #23 am: 28. Dezember 2015, 11:13 »

Zitat
„Care-Hotels“ für Urlaub von der Pflege
Angebot für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen
Rolf Specht investiert am Tegernsee 45 Millionen Euro

VON SILKE HELLWIG

Bremen. Rolf Specht ist Profi im Bereich der stationären Pflege. Er hat mit seinen Partnern eine Unternehmensgruppe aufgebaut, die zu den 15 größten privaten Seniorenheimbetreibern in Deutschland zählte und mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigte. Nun schmiedet er neue Pläne: Er will eine „Care-Hotel“-Kette aufbauen. Darunter seien Häuser zu verstehen, „in denen man nicht nur erstklassige Hotel-, sondern auch Pflegeleistungen beziehen und dazu buchen kann, die von den Kassen gefördert und bezahlt werden“.

Im Sommer dieses Jahres hat sich der geschäftsführende Gesellschafter der Residenz-Gruppe Bremen von der Senioren Wohnpark Weser GmbH und der Senioren Wohnpark Stade GmbH getrennt, die 34 Einrichtungen mit 2496 stationären Pflegeplätzen in Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen betrieben hat. Er wolle im Alter von 63 Jahren kürzer treten, so hatte Specht seinen Entschluss kommentiert. Von einer Hotel-Kette war noch keine Rede. „Es macht mir einfach Spaß, Neues zu entwickeln. Das nennt man wohl Unternehmergeist“, sagt Specht.

Das erste „Care-Hotel“ – Kategorie vier Sterne Superior – soll am Tegernsee entstehen. Motto: „genießen, genesen, erholen“. Das Grundstück ist gekauft, 7500 Quadratmeter „fast direkt am See“, das Genehmigungsverfahren läuft laut Specht. Investitionsvolumen: rund 45 Millionen Euro. Mit einem solchen Hotel werde eine Marktlücke geschlossen, sagt Rolf Specht: Insbesondere für pflegende Angehörige sei es wichtig, sich gelegentlich eine Auszeit zuzugestehen, um sich regenerieren zu können. Bislang sei das nur über die Kurzzeitpflege möglich. Die Pflegebedürftigen in entsprechenden Einrichtungen alleine zu lassen, falle vielen Angehörigen schwer. Für die Pflegebedürftigen sei eine solche Situation ebenfalls oft belastend, da sie sich in einer fremden Umgebung ohne Bezugspersonen zurecht finden müssten. „Da fehlt einfach ein Angebot.“

Wellness-Hotels boomen, allerdings wenden sich die meisten nicht an pflege-, sondern an erholungsbedürftige Gäste, die ausspannen und sich mit verschiedenen Anwendungen umsorgen lassen wollen. Seit einigen Jahren gibt es laut dem „Deutschen Seniorenportal“ überdies eine Reihe von „Kur- und Pflegehotels“, die Tages- und Kurzzeitpflegeplätze anbieten, aber auch Angehörige aufnehmen, die sich erholen und dabei in der Nähe ihres Angehörigen bleiben oder so weit wie möglich gemeinsam Urlaub machen möchten.

„Es gibt Pflegehotels, die schon nach wenigen Jahren ihre Pforten wieder für immer schließen. Eine Ursache könnte sein, dass diese Unterkünfte zu wenig Urlaub und zu viel Pflege verkörpert haben. Ein gutes Pflegehotelkonzept sollte seinen Gästen ebenso viel Urlaubsgefühl vermitteln, wie ein ,normales’ gehobenes Hotel. Und das ganz unabhängig vom Alter der Gäste“, heißt es auf dem Portal. Und: „Noch ist der Markt in Deutschland recht übersichtlich.“

Am Nidda-Stausee in Hessen wurde im September der Grundstein zu einem „Care-Hotel“ gelegt. Es soll im Frühjahr 2017 eröffnet werden. Bauherr ist, wie die „Oberhessische Presse“ mitteilt, die Hopag Hotel Property AG, die ein weiteres „Care-Hotel“ in Bad Liebenzell plant. Betrieben werden soll die Einrichtung von der „Carehotel GmbH & Co. KG“. Das Konzept stammt laut Unternehmen von Karina-Anna Dörschel, Geschäftsführerin einer Hotelkette. Ihr Motiv: „Eigene Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld haben mich beeindruckt: Einschränkungen und Handicaps sind immer noch ein Tabuthema und Reisen, ob allein, mit dem Partner oder mit der Familie nur schwer zu realisieren. Das möchte ich ändern.“

Die Pflegereform der Bundesregierung im Jahr 2012 verankerte den Grundsatz „ambulant vor stationär“ im entsprechenden Gesetz. Dadurch, so Specht, veränderten sich die Möglichkeiten – sowohl für Dienstleister als auch für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen: „Verhinderungspflege“ nennt sich eine Leistung der Pflegeversicherung, mit der einmal im Jahr Kosten übernommen werden, die entstehen, wenn die pflegende Person Urlaub macht oder der Betreuung nicht nachkommen kann. Der finanzielle Aufwand muss nachgewiesen werden, erstattet werden bis zu 1612 Euro. Obendrein kann auch Geld, das für die Kurzzeitpflege zur Verfügung steht, aber nicht abgerufen wird, zur „Verhinderungspflege“ genutzt werden – damit steigt die Summe auf 2418 Euro.

Damit, sagt Specht, sei ein gemeinsamer Urlaub möglich, der zugleich „Urlaub von der Pflege“ sei, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Man verbringe die Ferien gemeinsam, die nötigen Assistenzleistungen und Rehabilitationsangebote werden zu dem Urlaub hinzugebucht. Auch alleinstehende Pflegebedürftige hätten meist Schwierigkeiten, eine geeignete Ferienunterkunft zu finden. Beatmungs- und Dialysepatienten sollen in seinem „Care-Hotel“ ebenso gut aufgehoben sein, wie Geh- und Sehbehinderte. Eine Reisebegleitung soll ebenfalls zum Angebot zählen. „Wir werden versuchen, alles möglich zu machen, was für die Gäste und die Pflegebedürftigen nötig ist“, sagt Specht. Das entsprechende Fachpersonal, das sich um die Hotelgäste kümmert, soll in einem eigenen ambulanten Pflegedienst organisiert werden.

Specht will in Tegernsee nicht nur das Hotel mit 120 Zimmern und Suiten bauen, sondern auch 90 Wohnungen, darunter ein Drittel, das explizit für junge Familien gedacht ist, „und wo die Miete und der Kaufpreis limitiert sind“. Das sei ein Wunsch der Stadt Tegernsee (rund 3600 Einwohner), die großes Interesse daran habe, dass sich junge Familien ansiedelten und neues Publikum gewonnen wird.

Die anderen Wohnungen sollen seniorengerecht ausgestattet werden, die Bewohner ebenfalls von den Angeboten des Hotels profitieren – von der Versorgung mit Mahlzeiten bis hin zu Pflegeleistungen. „Tegernsee ist als beliebter Urlaubsort ideal für unser Pilot-Hotel“, so Specht. Denn bei einem will es der Bremer Unternehmer nicht belassen: In Bad Oeynhausen, Bad Reichenhall, am Chiemsee, am Starnberger See und in Duhnen hat er sich ebenfalls umgesehen, ob sich ein Standort für ein „Care-Hotel“ findet. Selbstverständlich stehe auch Bremen auf seiner Liste.
Quelle: www.weser-kurier.de, 28.12.2015
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« Antworten #22 am: 17. September 2015, 00:01 »

Interview im Bremer "WESER-KURIER" am Mo., 14.09.2015

„Qualität ist das Wichtigste“
Orpea-Deutschland-Chef Marc Hildebrand über die Übernahme der Pflegeheime der Bremer Residenz-Gruppe


... Bei der Pflege geht es immer um das ganz individuelle Schicksal der Bewohner und ihrer Angehörigen. Ein Unternehmer, der nur Geld verdienen möchte, ist da vollkommen fehl am Platz. ...

Quelle: www.weser-kurier.de



KOMMENTAR:
Da wird ORPEA beweisen müssen, dass sie nicht nur Geld verdienen, sondern Pflegebedürftige menschenwürdig versorgen wollen und können!

* weserkurier_150914-S15.pdf (138.4 KB - runtergeladen 129 Mal.)
« Letzte Änderung: 17. September 2015, 00:08 von admin » Gespeichert

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« Antworten #21 am: 30. Juli 2015, 14:20 »

Zitat
Senioren gegen Kommerzialisierung
Pflege auf dem Markt

Bewohnervertretung kritisiert den Verkauf von Pflegeheimen der „Residenz Gruppe“ an einen internationalen Investor.


Der jüngste Eigentümerwechsel von Bremer Seniorenheimen sorgt für Unruhe bei einer Selbsthilfe-Initiative für HeimbewohnerInnen. Vergangene Woche hatte Unternehmer Rolf Specht seine Anteile an zwei Betreibergesellschaften der „Residenz-Gruppe“ an den internationalen Investoren Orpea verkauft. Daran hängen insgesamt 34 Einrichtungen mit rund 2.500 Pflegeplätzen in Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Die in Frankreich ansässige Orpea-Gruppe unterhält bereits 64.000 Heimplätze. Der vier Milliarden Euro schwere Pflegekonzern gehört zu den größten Europas.

Für Reinhard Leopold von der Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“ ist die Größe des börsennotierten Unternehmens ein Grund zur Sorge. „Aktienunternehmen haben primär die Interessen ihrer Anleger zu befriedigen“, sagte er zur taz. Daraus resultierten Sparzwänge, die langfristig unweigerlich beim Personal landen und so Pflegestandards weiter aushöhlen würden.

Zur Größe des Käufers äußerte sich auch Unternehmer Specht, nur sieht er gerade darin eine Chance für die Zukunft der Pflege. Derartige Unternehmensstrukturen, sagte er, seien nämlich eher als kleine Einrichtungen in der Lage, als politische Einheit aufzutreten. So könnten sie für den „gesellschaftspolitischen Stellenwert von stationären Pflegeeinrichtungen für die letzte Phase des Lebens der Menschen“ eintreten, sagte Specht.

Für den Aktivisten Leopold ist das nicht nur Schönfärberei, sondern auch inhaltlich eine „hochgefährliche Aussage“. Denn dieses politische Auftreten, von dem Specht spreche, sei nichts anderes als „gefährlicher Lobbyismus“. Und der habe in der Vergangenheit nie im Sinne von HeimbewohnerInnen gewirkt. Ganz im Gegenteil sei etwa das gerade Anfang des Jahres in Kraft getretene „Pflegestärkungsgesetz I“ auf Druck aus der Wirtschaft politisch durchgewunken worden. Das Gesetz ermöglicht den Einsatz niedrig qualifizierter Hilfskräfte, die ausgelasteten PflegerInnen Arbeiten abnehmen sollen. „Eigentlich sind die nur zum Bespaßen vorgesehen“, sagt Leopold. Tatsächlich aber würden sie regelmäßig auch in der Pflege eingesetzt. Das sei nicht nur ein arbeitsrechtliches Problem: Wenn jemand unausgebildet etwa mit dementen Menschen arbeite, so Leopold, könne das schlimmstenfalls sogar zu Gewalt führen.

Specht hatte bereits vor zwei Jahren versucht, Heime abzustoßen. Der geplante Deal mit der bayrischen „Silver Care Holding“ kam nicht zustande, inzwischen wurde dieser Interessent seinerseits von Orpea übernommen. Loswerden will Specht die Heime nach eigenen Angaben aus Altersgründen. Im Geschäft mit der Pflege wird der 63-Jährige aber weiterhin tätig sein – etwa als geschäftsführender Gesellschafter eines ambulanten Pflegedienstes sowie eines Trägers seniorengerechter Wohnungen.

Immerhin scheinen die Jobs der derzeit in den verkauften Einrichtungen Beschäftigten nicht auf dem Spiel zu stehen. Alle Angestellten und auch die Geschäftsführer Frank Markus und Carsten Adenäuer sollen nach Unternehmensangaben bleiben. Zudem soll ihre Bremer Niederlassung zu Orpeas neuer Norddeutschlandzentrale ausgebaut werden, was möglicherweise weitere Arbeitsplätze in der Verwaltung schaffen oder nach Bremen verlagern könnte.

Für Leopold ist das ein schwacher Trost. Denn selbst wenn die Stellen tatsächlich auch langfristig bleiben sollten, müsse man doch sehr genau hinsehen, mit welcher Qualifikation sie besetzt würden, wenn MitarbeiterInnen ausstiegen oder in den Ruhestand gingen. Das könne man nur abwarten, sagt Leopold – „sonderlich optimistisch bin ich allerdings nicht“.
Quelle: http://www.taz.de/Senioren-gegen-Kommerzialisierung/!5216174, 29.07.2015/
« Letzte Änderung: 03. August 2015, 13:15 von admin » Gespeichert

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« Antworten #20 am: 25. Juli 2015, 19:57 »

KOMMENTAR

Gewinn-Maximierung versus Menschenwürde in der Pflege

Heuschrecken im Pflegebereich


24.07.2015 · Die französische ORPEA-Gruppe schluckt die Residenz-Gruppe mit ihren insgesamt 38 Pflegeheimen in Deutschland. Das ist seit Mittwoch (22.07.2015) bekannt. Inhaber Rolf Specht hatte schon einmal im Juni 2013 versucht 20 seiner damals 30 Heime an die Silver Care Holding in München zu veräußern. Aus nicht weiter bekanntgewordenen Gründen platzte damals allerdings der Deal.

Im April letzten Jahres wurde dann die Münchner Silver Care Holding selbst zum Übernahme­kandidaten und von der ORPEA-Gruppe übernommen. Das trieb den Aktienkurs in die Höhe: Laut Finanznachrichten.de liegt die Kursveränderung innerhalb eines Jahres bei knapp 40 Prozent im Plus. Ob die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen von der aktuellen Entwicklung ebenfalls begeistert sein können, darf stark bezweifelt werden.

Die jetzige Übernahme durch den französischen Pflege-Konzern wirft einige Fragen auf. Rendite- und Gewinnmaximierung stehen im krassen Widerspruch zur Pflegequalität und Menschen­würdige in der Pflege. Pflege war und ist personal- und damit kostenintensiv. Was also ist nach solchen Übernahmen durch große Konzerne zu erwarten? Wie werden die neuen Inhaber der Residenz-Gruppe die finanziellen Erwartungen der Aktionäre versuchen zu befriedigen?

Um die Erwartungen und Ziele des Aktien-Unternehmens zu erfüllen werden vermutlich harte Einschnitte im Personalbereich und andere Einsparungen unausweichlich und eine Verschlechterung der Versorgungs­qualität somit kaum zu vermeiden sein. Bei Gewinn-Maximierung bleibt der Mensch und seine Menschenwürde eben auf der Strecke.

Quelle: Presse-Info vom 24.07.2015
« Letzte Änderung: 25. September 2015, 14:46 von admin » Gespeichert

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« Antworten #19 am: 25. Juli 2015, 19:53 »

Zitat
Franzosen kaufen Seniorenheime

VON KIRA PIEPER UND STEFAN LAKEBAND

Im Alter muss man sehen, dass man kürzer treten muss“, sagt Rolf Specht, mittlerweile 63 Jahre alt. Daher findet es der Bremer gar nicht abwegig, zwei seiner Unternehmen zu verkaufen. Auch, weil sein Geschäftspartner „auf die 70 zugeht.“ ...
Quelle: www.weser-kurier.de, 25.07.2015



ANMERKUNG:
In der gleichen Ausgabe der Bremer Tageszeitungen erschien im Immobilienteil eine große Anzeige der Residenz-Gruppe ...




Pressemitteilung zur Übernahme durch ORPEA [>>]

* Franzosen-kaufen-Seniorenheime_wk150725.pdf (340.65 KB - runtergeladen 191 Mal.)

* Pflegeimmobilie-als-Kapitalanlage_wk150725.jpg (139.38 KB, 800x717 - angeschaut 314 Mal.)
* 20150722_gw_orpea.pdf (201.39 KB - runtergeladen 4 Mal.)
« Letzte Änderung: 12. Juli 2016, 11:05 von admin » Gespeichert

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« Antworten #18 am: 23. Juli 2015, 15:20 »

Zitat
„Orpea“ steigt in Residenz-Gruppe ein
Rolf Specht tritt kürzer


23.07.15 ·Bremen - Die Senioren Wohnpark Weser und die Senioren Wohnpark Stade GmbH werden ab Herbst zur „Orpea Deutschland“ gehören. Das teilte die Eigentümerin, die Residenz-Gruppe Bremen um Rolf Specht, gestern mit. Specht, „Bremer Unternehmer 2010“, tritt damit künftig kürzer. ...
Quelle: http://www.kreiszeitung.de/lokales/bremen/orpea-steigt-residenz-gruppe-5279411.html
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« Antworten #17 am: 23. Juli 2015, 15:18 »

Zitat
Pressemitteilung ORPEA, 22.05.2015
ORPEA baut internationales Netzwerk durch den Erwerb der deutschen Residenz-Gruppe Bremen aus
Starke Umsatzsteigerung im ersten Halbjahr 2015


Puteaux, Frankreich (ots) - ... ORPEA hat eine Vereinbarung zur Übernahme des privaten Betreibers von Pflegeeinrichtungen der Residenz-Gruppe Bremen (RGB) unterzeichnet. Dieses Netzwerk, das in Bezug auf die geografische Vernetzung eine ausgezeichnete Ergänzung zu Silver Care bietet, zählt 3.006 Betten in 38 Einrichtungen:

- RGB betreibt heute 2.496 Betten in 34 Einrichtungen; - + 510 Betten in Bau (Ausbau von bestehenden Gebäuden und 4 neue  Einrichtungen).
Die Residenz-Gruppe Bremen bietet eine attraktive Chance zur Stärkung der Präsenz von ORPEA im Nordwesten Deutschlands, unter Einhaltung der strategischen Akquisitionskriterien der Gruppe:

- Die Zielgruppe verfügt über ein Qualitäts-Netzwerk mit 80% Einzelzimmern, modernen Gebäuden (86% sind weniger als 10 Jahre  alt) und Standorten in Niedersachsen, Bremen,  Nordrhein-Westfalen sowie Hessen; - Sie hat einen ausgezeichneten Ruf von Qualität und  Zuverlässigkeit und besitzt ein erfahrenes lokales  Managementteam, das weiter bestehen bleiben wird; - Hochgradige geografische Komplementarität mit dem Netzwerk von Silver Care: Einige Einrichtungen werden sich perfekt in bereits bestehende Cluster einfügen können, und in der Region von Bremen wird ein neuer Cluster aufgebaut werden; - Erhebliches Wertschöpfungspotenzial: Erweiterungsbauten in  einigen Einrichtungen, Bau neuer Einrichtungen, Synergien beim  Einkauf sowie in Bezug auf den Kostenaufwand für den Hauptsitz.

Dieser weitere Ausbau der Gruppe entspricht optimal der von ORPEA in Deutschland verfolgten Expansionsstrategie, bei der der Bau neuer Einrichtungen und gezielte Akquisitionen kombiniert werden. Die Integration in die Gruppe wird schrittweise erfolgen. Sie wird dadurch erleichtert werden, dass RGB von einer Kultur geprägt ist, die mit der von ORPEA verfolgten Kultur voll im Einklang steht: Qualität der Pflege und Dienstleistungen, Engagement im Dienste der Heim- und Residenzbewohner und deren Angehörigen sowie Engagement gegenüber den Mitarbeitern.

Die übernommene Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 67 Millionen Euro. Sie wird ab dem 4. Quartal 2015 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Die Finanzierung der Akquisition erfolgt zu 100% über den Bestand an liquiden Mitteln der Gruppe.

ACXIT Capital Partners, vertreten durch Thomas Klack und sein Team, berieten die Gruppe als Finanzberater, während CMS Hasche Sigle als Rechtsberater für ORPEA tätig war.

Nach dieser Übernahme wird das deutsche Netz aus insgesamt 119 Einrichtungen mit 11.980 Betten bestehen, davon 1.037 im Bau. Mit dieser Transaktion kann ORPEA lediglich 12 Monate nach der ersten Niederlassung in Deutschland den Umfang ihres Netzwerkes in diesem Land verdoppeln.

Insgesamt erhöht sich damit das gesamte Netzwerk der Gruppe ORPEA auf nunmehr 653 Einrichtungen, d.h. 63.942 Betten (davon 9.611 Betten, die sich in Restrukturierung bzw. im Bau befinden). Der Auslandsanteil beträgt damit 49% des Netzwerkes (gegenüber 26% Ende 2013).

Verbesserung der finanziellen Flexibilität durch Begebung eines Schuldscheins in Höhe von 310,5 Millionen Euro

Im Rahmen der von der Gruppe verfolgten Strategie der Diversifizierung der Finanzierungsquellen sowie der Verbesserung ihrer finanziellen Flexibilität hat ORPEA im Juli ein weiteres Schuldscheindarlehen aufgelegt. Die Transaktion stieß auf hohes Interesse bei den Investoren: Das ursprüngliche Emissionsvolumen von 100 Millionen Euro wurde aufgrund der starken Nachfrage zu äußerst günstigen Bedingungen auf insgesamt 310,5 Millionen erhöht und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgelegt. Investoren aller Horizonte, sowohl aus Europa, als auch aus Asien, interessierten sich für das solide Modell von ORPEA.

Der Schuldschein wurde von BNP Paribas, Helaba - Arkea Banque und Société Générale CIB syndiziert.

Dr. Jean-Claude Marian, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von ORPEA, äußert sich hierzu wie folgt: "Mit den in lediglich 18 Monaten in Deutschland, Österreich, der Tschechischen Republik sowie in der Schweiz erfolgten strategischen Übernahmen schreibt ORPEA ihre Expansion im Ausland weiter aktiv fort. Die Akquisition der Residenz-Gruppe Bremen eröffnet sowohl geografisch, als auch aus finanzieller Sicht eine bedeutende zusätzliche Wachstumschance für die deutsche Plattform.

Seit Beginn des Jahres 2015 beweist ORPEA damit erneut die Fähigkeit, das robuste Wachstum der Geschäftstätigkeit mit einer gezielten Wert schöpfenden Entwicklung und der Stärkung der finanziellen Flexibilität miteinander zu verknüpfen. Die erfolgreiche Begebung des Schuldscheins ermöglicht nicht nur eine Senkung der Kosten für die Verschuldung, sondern verleiht der finanziellen Fähigkeit der Gruppe selbstverständlich ebenfalls die Dynamik für ihre nachhaltige rentable Entwicklung. Nunmehr werden nahezu 50% der Umsätze im Ausland generiert. Auf dieser Basis stärkt die Gruppe die von ihr erreichte neue Größenordnung und wird ebenfalls die Expansion insbesondere in den deutschsprachigen Ländern weiter fortsetzen und gleichzeitig die Immobilieneigentumsquote weiter stärken können. "

Über ORPEA (www.orpea-corp.com)

Gegründet 1989 und seit April 2002 an der Euronext Paris notiert, ist ORPEA ein führendes europäisches Unternehmen bei der integrierten Langzeitpflege und bei Anschlussheilbehandlungen. Die Gruppe verfügt über ein einzigartiges Netzwerk mit 653 Einrichtungen und 63.942 Betten (wovon 9.611 modernisiert oder neu eingerichtet werden), einschließlich

- 32.792 Betten (wovon 3.931 modernisiert oder neu eingerichtet  werden) verteilt auf 354 Einrichtungen in Frankreich - 31.150 Betten (wovon 5.680 modernisiert oder neu eingerichtet  werden) verteilt auf 299 Einrichtungen im restlichen Europa  (Belgien, Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Spanien und Tschechische Republik)
Segment A der Euronext Paris, einer Börse der Euronext-Gruppe Mitglied der Indizes CAC Mid 60, MSCI Small Cap Europe, SBF 120 und STOXX Europe 600  - Mitglied des SRD ISIN: FR0000184798 - Reuters: ORP.PA - Bloomberg: ORP FP
Quelle: http://www.presseportal.de/pm/115794/3077363

* orpea_cas12015_ger.pdf (232.73 KB - runtergeladen 119 Mal.)
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« Antworten #16 am: 23. Juli 2015, 14:58 »

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Pressemitteilung der Residenz-Gruppe
ORPEA Deutschland übernimmt Anteile der Betreibergesellschaften von der Residenz-Gruppe Bremen

22.07.2015 · Die Senioren Wohnpark Weser GmbH und die Senioren Wohnpark Stade GmbH gehören in Zukunft der ORPEA Deutschland an. Mit diesem Transfer werden beide Unternehmen im Sinne der mehr als 2.000 Mitarbeiter weiter in eine gesicherte Zukunft geführt.

Veränderung in der Gesellschafterstruktur der Senioren Wohnpark Weser GmbH und der Senioren Wohnpark Stade GmbH, zwei Unternehmen der Residenz-Gruppe Bremen: Anstelle von Rolf Specht und seinem Gesellschafterpartner wird nun die ORPEA-Gruppe, einer der führenden Betreiber von Seniorenpflegeeinrichtungen Europas, die Gesellschaftsanteile übernehmen. Die Geschäftsführung der Senioren Wohnpark Weser GmbH / Senioren Wohnpark Stade GmbH bleibt mit Frank Markus und Carsten Adenäuer unverändert. Auch Rolf Specht wird ihr weiterhin angehören. Sowohl die Namen der Pflegeeinrichtungen als auch der Betreibergesellschafter erfahren keine Veränderungen bei diesem Sharedeal.

Die Senioren Wohnpark Weser GmbH und die Senioren Wohnpark Stade GmbH betreiben insgesamt 34 Pflegeeinrichtungen mit 2.496 stationären Pflegeplätzen in Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Neue Einrichtungen mit insgesamt 510 weiteren Pflegeplätzen sind bereits im Bau bzw. in der Planung.

Rolf Specht hat die Betreibergesellschaft Senioren Wohnpark Weser GmbH zusammen mit seinem Geschäftspartner vor rund 25 Jahren gegründet und zu einem der 20 größten Betreibergesellschaften für Pflegeeinrichtungen in Deutschland entwickelt. Die erste Pflegeeinrichtung, das Haus „Rotbuche“ in Bremen-Arsten, wird immer noch erfolgreich von dem Unternehmen betrieben.

Die Verkaufsentscheidung haben die Gesellschafter nicht plötzlich, sondern wohlüberlegt getroffen: Sie ist in erster Linie aufgrund des Alters des geschäftsführenden Gesellschafters und für die Sicherung der Unternehmenszukunft gefallen. „Mit der ORPEA-Gruppe haben wir einen Wunschkandidaten als strategischen neuen Gesellschafter gefunden, mit dem wir auch in Zukunft wirtschaftlich stabil und weiterhin wettbewerbsfähig in einer führenden Position am Markt aufgestellt sind“, unterstreicht der 63-jährige Rolf Specht und betont, dass kein Mitarbeiter infolge des Transfers seine Anstellung verliert. Im Gegenteil: Durch den Einstieg der erfolgreichen und international agierenden ORPEA-Gruppe werden die Arbeitsplätze langfristig gesichert. ORPEA ist ein in Frankreich gelistetes börsennotiertes Unternehmen mit einem Marktvolumen von 4 Milliarden Euro. Während sie in Deutschland über fast 12.000 stationäre Pflegeplätze verfügen, zählen sie europaweit über 650 Einrichtungen in acht Ländern mit fast 64.000 Pflegeplätzen.

Zusätzlich plant ORPEA, den Standort Bremen als Norddeutschlandzentrale auszubauen. „Dass die Senioren Wohnpark Weser GmbH in Zukunft in der ORPEA-Gruppe zu einem erstplatzierten Träger der Altenpflegebranche gehört, ist in Betracht der politischen Herausforderungen sicherlich kein Nachteil“, fügt Rolf Specht in Hinblick auf die Konsolidierung des Pflegemarkts an. Nach seinen Worten werden es derart große Unternehmensstrukturen künftig schaffen, eine politische Einheit zu bilden, die den richtigen gesellschaftspolitischen Stellenwert von stationären Pflegeeinrichtungen für die letzte Phase des Lebens der Menschen zu schaffen in der Lage ist und ebenso das Berufsbild in der Altenpflege weiterhin verbessern kann.

„Ich freue mich sehr, dass wir unser qualitatives Wachstum mit dem Transfer der beiden Gesellschaften der Residenz-Gruppe Bremen fortsetzen können“, sagt Marc Hildebrand, CEO der ORPEA Deutschland GmbH. „Die beiden Unternehmen sind bekannt für ihre sehr gute Pflegequalität und werden seit jeher solide von einem erfahrenen Managementteam geführt.“

Für die über 2.000 Investoren der Residenz-Gruppe Bremen, die in die Pflegeimmobilien als Kapitalanlage investiert haben, ändert sich nichts. Aufgabe der Residenz Baugesellschaft mbH für die Zukunft wird weiterhin die Entwicklung von zukunftsfähigen Pflegeeinrichtungen für die ORPEA-Gruppe sein. Sowohl die Residenz Vertriebsgesellschaft mbH als auch die Reha-Klinik am Sendesaal in Bremen bleiben von der Veränderung unberührt. Gleichzeitig bleibt Rolf Specht beim Ambulanten Pflegedienst „Weser“ und bei der WohnService Nordwest GmbH mit rund 500 seniorengerechten Wohnungen geschäftsführender Gesellschafter.

Quelle: http://www.wohnpark-weser.de/wohnpark/pressemitteilungen.php?id=170
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« Antworten #15 am: 09. Dezember 2014, 23:25 »

Zitat
Residenz-Gruppe verkauft Klinik

VON MICHAEL WILKE


Lilienthal. Die Bremer Residenz-Gruppe trennt sich von der Klinik Lilienthal. Zum Jahresbeginn 2015 übernimmt der Klinik-verbund Artemed die Regie. Gestern informierte der Residenz-Geschäftsführer Rolf Specht die Belegschaft über den Schritt, der die Zukunft des Krankenhauses sichern soll. Nach Spechts Angaben will sich die Residenz-Gruppe auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Pflege und Reha. Sein Unternehmen betreibt 35 Seniorenresidenzen in vier Bundesländern und die Reha-Klinik am Sendesaal in Bremen.

Er habe sich zum Verkauf entschlossen, um die Klinik Lilienthal „nachhaltig in Bremens wettbewerbsintensivem Umfeld zu stärken“, erklärte Specht. Die Artemed-Gruppe führt zwischen Hamburg und München acht Krankenhäuser. Sie will in Lilienthal das Leistungsspektrum und die Kapazität erweitern, wie der Geschäftsführer Benjamin Behar betonte. Die Klinik sei wirtschaftlich sehr stabil und habe „ ihre Hausaufgaben gemacht“, lobte Behar. Sie biete eine solide Grundversorgung und eine Elektrophysiologie für Herzpatienten. Ein Vorteil der kleineren Häuser wie Lilienthal sei auch mehr Zuwendung für Patienten.
Quelle: www.weser-kurier.de, 10.12.2014



Zitat
Artemed übernimmt
Klinik Lilienthal wechselt Eigentümer

Die Klinik Lilienthal bekommt einen neuen Eigentümer: Der bisherige Träger, die Bremer Residenz-Gruppe, verkauft das Krankenhaus mit Beginn des neuen Jahres an den Artemed Klinikverbund aus Bayern. Über den Verkaufspreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.


Artemed betreibt deutschlandweit bereits acht Krankenhäuser. Der Verbund könne der Lilienthaler Klinik mit bisher 78 Betten bessere Möglichkeiten zum Wachstum bieten als der bisherige Eigentümer, so Rolf Specht von der Residenz-Geschäftsführung. Die Residenz-Gruppe will sich auf ihre ursprünglichen Geschäftsfelder konzentrieren. Sie betreibt eine Reha-Klinik in der Bremer Vahr, außerdem Seniorenresidenzen und altersgerechte Wohnungen in verschiedenen Bundesländern.

Die Gruppe hatte das damalige Martinskrankenhaus vor fünf Jahren von der Diakonie übernommen, nachdem es Insolvenz angemeldet hatte. Die Klinik beschäftigt heute 220 Mitarbeiter. Sie versorgt Patienten in den beiden Landkreisen Osterholz und Rotenburg.
Quelle: http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/klinik-verkauft100.html, 09.12.2014
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« Antworten #14 am: 04. August 2014, 11:26 »

Heinz Kölking bei Residenz

Bremen. Heinz Kölking ist seit Kurzem neuer Geschäftsführer der Residenz Kliniken GmbH und der Residenz-Reha-Kliniken GmbH und leitet ab sofort die Geschäfte der Klinik Lilienthal und der Reha-Klinik am Sendesaal. Die Gruppe betreibt außerdem mehr als 35 Seniorenresidenzen und 450 seniorengerechten Wohnungen unter anderem in Bremen und Niedersachsen sowie einen ambulanten Pflegedienst.

Quelle: www.weser-kurier.de, 04.08.2014



Kölking wechselt zur Residenz-Gruppe Bremen

Frankfurt am Main / Rotenburg, 21. Mai 2014 – Heinz Kölking, Leiter der Unternehmensentwicklung des christlichen Gesundheitskonzerns AGAPLESION gemeinnützige AG, wechselt zum 1. Juli 2014 zur Residenz-Gruppe Bremen. Damit endet seine 20-jährige vielfältige geschäftsführende Tätigkeit in der Diakonie in Rotenburg, Hannover und zuletzt bei der AGAPLESION gAG in Frankfurt.

„Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Kölking für sein über Jahrzehnte hinweg großes Engagement in den evangelischen Einrichtungen unseres Unternehmens“, sagt Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender der AGAPLESION gAG. Besonders hervorheben möchte Horneber Kölkings „konstruktive, umsichtige und außerordentlich hilfreiche Begleitung bei der Integration der proDIAKO-Einrichtungen in unseren Unternehmensverbund während der zurückliegenden zwei Jahre.“

Bei der Residenz-Gruppe Bremen wird Kölking neben der Verantwortung für das Krankenhaus Lilienthal und die Rehabilitationsklinik am Sendesaal in Bremen auch konzeptionelle und strategische Aufgaben im Konzern übernehmen.

Quelle: www.agaplesion.de, Pressemittteilung 21.05.2014



Werdegang

Heinz Kölking studierte nach seiner Ausbildung zum examinierten Krankenpfleger an der Universitätsklinik in Münster Ökonomie mit dem Abschluss als Diplom-Ökonom im Jahr 1984. Bis 1988 war er in der Organisationsberatung für Krankenhäuser bei der Mediplan-Krankenhausplanungsgesellschaft tätig; von 1987 an als Prokurist und Stellvertreter des Geschäftsführers. Danach war er bis 1994 Krankenhausdirektor am Zweckverbandskrankenhaus Itzehoe in Schleswig Holstein. Seit dem 1. Juli 1994 bis 2011 war Heinz Kölking Geschäftsführer im Diakoniekrankenhaus am Diakonissen-Mutterhaus in Rotenburg. Von 1999 bis 2011 war Kölking Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Seit 1. November 2013 ist Kölking Leiter des Referats für Unternehmensentwicklung bei AGAPLESION und Geschäftsführer der proDIAKO gGmbH. Auf der Verbandsebene ist er seit 2010 Präsident des Europäischen Verbandes der Krankenhausdirektoren (EVKD).

Quelle: www.agaplesion.de, Pressemittteilung 02.07.2013
« Letzte Änderung: 04. August 2014, 11:56 von admin » Gespeichert

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« Antworten #13 am: 05. April 2014, 16:34 »

Zitat
Silver Care Holding mit neuem Eigentümer

Einen neuen Eigentümer hat seit diesem Jahr auch die Münchner Silver Care Holding. Der bisherige Eigentümer Chequers Capital aus Frankreich verkaufte das Unternehmen an den ebenfalls französischen Orpea Konzern, einem der größten Pflegeheim- und Klinikbetreiber Europas. Zuvor wurde bekannt, dass die Silver Care alle sechs Einrichtungen der Comunita Seniorenhäuser übernommen hat. Mit nunmehr knapp 6.000 Pflegeplätzen belegt die Silver Care Rang elf im Ranking.



Quelle: http://www.pflegemarkt.com/de/fachartikel/die-30-groessten-pflegeheimketten-in-deutschland-2014/



Zitat
Silver Care mit neuem Eigentümer:
Chequers Capital verkauft Gruppe an ORPEA


28 April, 2014 · München - Bei dem privaten Pflegeheimbetreiber Silver Care vollzieht sich ein Eigentümerwechsel. Heute gibt die französische ORPEA Gruppe, eins der führenden Unternehmen im Bereich der umfassenden Betreuung pflegebedürftiger Menschen (Seniorenheime, Reha Kliniken und psychiatrische Kliniken) die Akquisition der Silver Care Gruppe in Deutschland vom bisherigen Eigentümer Chequers Capital bekannt. Die im Jahre 2006 gegründete Silver Care Gruppe hat sich durch selektive Akquisitionen regionaler Gruppen entwickelt und in der Vergangenheit ein bundesweites Netzwerk mit starken regionalen Marktpositionen aufgebaut. Das Netzwerk der Silver Care umfasst heute 61 Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen mit 5.963 Betten, wovon 3 Häuser mit 290 Betten im Bau sind und noch in 2014 verfügbar sein werden. Das Unternehmen wird im Jahr 2014 einen Umsatz von ungefähr 200 Mio € erzielen.

Die Silver Care Gruppe genießt einen ausgezeichneten Ruf: In den Jahren 2012, 2013 und 2014 erreichte sie aufgrund ihrer Qualität nach dem maβgeblichen Bewertungssystem MDK jeweils den 1. Platz bei den großen Betreibern. Sie verfügt über sorgfältig ausgewählte Standorte in Regionen mit hohem Potenzial - in Niedersachsen, Baden Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin und Schleswig-Holstein. Sie verfügt ausschließlich über moderne Einrichtungen mit durchschnittlich ca. 100 Betten.

Mit fast 80% Einzelzimmer-Quote, einem der höchsten Prozentsätze bei großen Betreibern, ist die Silver Care Gruppe sehr gut aufgestellt. Dieses Merkmal ist besonders wichtig, um den langfristigen Fortbestand zu sichern, dem steigenden Bedarf an Betreuung zunehmend pflegebedürftiger Personen gerecht zu werden und regulatorischen Änderungen vorzugreifen.

Bisher verfolgte die Gruppe eine Asset Light Strategie und war nicht Eigentümerin der Immobilien, sondern trat ausschließlich als langfristiger Mieter auf.

Das bisherige Management wird das Unternehmen auch zukünftig unter der Führung von CEO Marc Hildebrand leiten.

Marc Hildebrand: "Ich freue mich sehr darüber, dass wir ORPEA als strategischen Investor für die Silver Care gewonnen haben. Für unser Unternehmen bietet das die langfristige Perspektive, weiterhin als aktiv wachsendes Unternehmen die Konsolidierung des deutschen Pflegemarktes voranzubringen. Sowohl durch gezielte Zukäufe als auch durch selbst entwickelte Immobilien. ORPEA ist von unserem für den deutschen Markt außerordentlich erfolgreichen Geschäftsmodell überzeugt, das die regionalen Cluster, die Identität unserer Häuser und die Bedeutung der regionalen Märkte in den Vordergrund stellt. ORPEA teilt unsere Werte in jeder Hinsicht: Die Qualität der Pflege, die Kontinuität, die Menschlichkeit sowie die Wertschätzung und Entwicklung unserer Mitarbeiter. Ganz konkret heißt das: Für  unsere Häuser, unsere Mitarbeiter und Bewohner ändert sich nichts."

Yves Le Masne, CEO der ORPEA, erläutert: "Silver Care stellt eine einzigartige Entwicklungsmöglichkeit im größten europäischen Land dar und bietet sämtliche von der ORPEA gewünschten Merkmale: eine hochwertige Unternehmensgruppe mit fast 80% Einzelzimmern, was einem der höchsten Prozentsätze unter den großen Betreibern in Deutschland entspricht; eine starke Wachstumskapazität dank erfahrener Managementteams mit langjährigem Know-how, eine solide Plattform, um in ein Land einzutreten, in dem der Bedarf an neuen Einrichtungen und Konsolidierung mit zu den höchsten in Europa gehört, Rentabilitätskriterien, die jenen der ORPEA ähnlich sind."

Chequers Capital äußert sich uneingeschränkt positiv über die Investition in die Silver Care. Direktor Karsten Hartmann: Mit der Silver Care haben wir bewiesen, dass Private Equity den deutschen Pflegemarkt positiv entwickelt. Der Markt zeigt jetzt starke Konsolidierungstendenzen. Für die Silver Care ist das der richtige Zeitpunkt, ihr Geschäftsmodell mit einem starken strategischen Investor erfolgreich weiterzuführen."

Berater
Acxit Capital Management, vertreten durch Thomas Klack und sein Team, berieten die ORPEA in ihrer Eigenschaft als Finanzberater, sowie Bredin Prat als Rechtsberater. Rothschild handelte als Finanzberater der Chequers Capital und Clifford Chance als Rechtsberater.

Über ORPEA
Seit April 2002 an der Euronext Paris notiert und Mitglied des SRD, stellt ORPEA ein in Europa führendes Unternehmen im Bereich der umfassenden Betreuung pflegebedürftiger Personen dar. Die Gruppe verfügt über ein einzigartiges Netzwerk von 521 Einrichtungen für 51.259 Betten (wovon 42.630 Betten belegt sind), das heiβt:
- 31.871 Betten in Frankreich, verteilt auf 345 Standorte (wovon 3.979 Betten umgestaltet oder eingerichtet werden).
- 19.388 Betten in Europa (Deutschland, Spanien, Belgien, Italien und Schweiz) verteilt auf 176 Standorte (wovon 4.650 Betten umgestaltet oder eingerichtet werden).

Über Silver Care
Die Silver Care Gruppe betreibt unter den Markennamen Haus Edelberg, Hildegard von Bingen, Fürsorge im Alter, MediCare, VitaCare, Peter Janssen Gruppe, Zur Buche und Comunita insgesamt 61 Häuser mit über 5.900 Pflegeplätzen und drei ambulante Dienste.

Über Chequers Capital
Chequers Capital, 1973 in Paris gegründet, gilt als einer der ältesten strategischen Investoren in Europa. Mit mehr als 250 durchgeführten  Beteiligungen verfügt Chequers Capital über umfassende Erfahrungen in der Übernahme sowie der nachfolgenden Entwicklung von kleinen, mittelständischen und Großbetrieben und setzt dabei immer auf eine enge Zusammenarbeit und Partnerschaft mit den Managementteams der Zielunternehmen.
Quelle: http://www.silvercareholding.de/silver-care-neuem-eigent-mer-chequers-capital-verkauft-gruppe-orpea



Zitat
Marc Hildebrand neuer CEO bei Silver Care Holding

München, 04.09.2012 - Der Pflegeheimbetreiber Silver Care Holding hat Marc Hildebrand zum 15. September als neuen CEO verpflichtet, um das Wachstumder Gruppe weiter voranzutreiben.

Dr. Jörg Peter Heimel, Geschäftsführender Gesellschafter und bisheriger CEO der Silver Care Holding, wird dem Unternehmen als Vorsitzender des Beirats weiterhin zur Seite stehen.

Hildebrand (44) war zuvor unter anderem Global CEO im TUI AG/Hapag-Lloyd Konzern, General Manager Central & Eastern Europe von American Express und CEO der Hotelgruppe Accor Deutschland, die hierzulande über 300 Hotels betreibt.

Der Silver-Care-Konzern, mit rund 140 Millionen Euro Jahresumsatz und über 4.000 Betten in 38 Einrichtungen einer der größten und wachstumsstärksten privaten Pflegeheimbetreiber Deutschlands, hat seit seiner Gründung vor fünf Jahren die Konsolidierung im deutschen Pflegemarkt maßgeblich geprägt.
Quelle: http://www.silvercareholding.de/marc-hildebrand-neuer-ceo-silver-care-holding
« Letzte Änderung: 23. Juli 2015, 23:35 von admin » Gespeichert

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« Antworten #12 am: 12. Februar 2014, 17:27 »

Ex-Klinik-Chef Peter Stremmel wegen Betrugs verurteilt

Weitere Informationen dazu, siehe http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=2065.0 ...



Weser-Kurier, 29.11.2013

Residenz-Klinik trennt sich von Peter Stremmel

Hinter vorgehaltener Hand kursierte das Gerücht schon länger, gestern wurde offiziell bestätigt, dass Peter Stremmel ab sofort nicht mehr Geschäftsführer der Lilienthaler Residenz-Klinik ist.

Rund viereinhalb Jahre lang war Peter Stremmel Geschäftsführer der Lilienthaler Klinik. Ab 13.30 Uhr informierte der geschäftsführende Gesellschafter der Residenz-Gruppe Bremen, Rolf Specht, die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung über die Veränderungen in der Klinik-Leitung.

Bereits im Vorfeld veröffentlichte die Gesellschaft eine Presseerklärung. Darin werden vor allem konzerninterne Umstrukturierungen für die Beendigung der Zusammenarbeit mit Stremmel genannt. Unter anderem heißt es: „Die Residenz-Gruppe Bremen hat sich mit der Klinik Lilienthal insbesondere vor dem Hintergrund der landes- und bundesweiten Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Krankenhausfinanzierung neu positioniert.“ Man wolle die Kompetenzbereiche Akutklinik und Rehabilitationsklinik weiter vernetzen und zielführender ausrichten, betont die Gesellschaft, die somit einen Weg findet, das Wort „Einsparungen“ zu umgehen.

Die Residenz-Gruppe betreibt unter anderem auch in Bremen die Reha-Klinik am Sendesaal. In der Einrichtung auf dem ehemaligen Radio-Bremen-Gelände, das rund zehn Kilometer von der Klinik Lilienthal entfernt liegt, werden Patienten in den Fachbereichen Geriatrie, Kardiologie und Orthopädie behandelt.

Die Lilienthaler Klinik soll zukünftig von dort aus kaufmännisch und organisatorisch verwaltet werden. Gleichzeitig will die Konzernzentrale der Residenz-Gruppe in Bremen größeren Einfluss auf das Lilienthaler Tagesgeschäft nehmen. Die Position des Lilienthaler Verwaltungsleiters Martin Frank wird im Zuge der Umstrukturierung gestärkt, er soll enger in die Klinikleitung eingebunden werden, einen neuen Geschäftsführer soll es demnach nicht geben.

Von der Zusammenlegung der Geschäftsleitungen in Lilienthal und Bremen erhofft sich Specht zudem die Optimierung der Zusammenarbeit im medizinischen Sektor der beiden Kliniken. Seit Mai 2009 gehört das ehemalige Martins-Krankenhaus, das bis dahin von der Diakonie betrieben wurde, als Klinik Lilienthal zur Residenz-Gruppe. Das Krankenhaus weise laut Betreiber eine Auslastung von rund 95 Prozent aus und stehe auch in Umfragen zur Patientenzufriedenheit gut da.

Der bisherige Geschäftsführer der Klinik Lilienthal, Peter Stremmel, scheidet aus der Residenz-Gruppe Bremen mit sofortiger Wirkung aus. Zu den weiteren Hintergründen wollte Pressesprecherin Frauke Meyenberg keine Angaben machen.


Stremmel bleibt allerdings als Geschäftsführer des städtischen Klinikums Delmenhorst, das nicht zur Residenz-Gruppe gehört, weiterhin tätig. Aber auch dort ist er nicht unumstritten: Delmenhorster Ratsmitglieder kritisierten, dass Stremmel das dortige Klinikum, das sich in finanzieller Schieflage befindet, nur mit einer Teilzeitstelle leite. Der Rat der Stadt hatte Mitte November Zuschüsse in Höhe von drei Millionen Euro bewilligt, um ein Sanierungskonzept umzusetzen. In dem Gutachten empfehlen die beauftragten Wirtschaftsprüfer unter anderem, Peter Stremmel für diese Aufgabe einen Sanierungsmanager an die Seite zu stellen.

Während sich dieser Manager um die Umstrukturierungen kümmert, solle Stremmel alle Energie in die „strukturierten Fusionsgespräche“ mit dem Klinikum Oldenburg, dem Krankenhaus Links der Weser in Bremen und dem St.-Josef-Stift in Delmenhorst stecken.

Bis 2008 war Peter Stremmel zunächst als Verwaltungsdirektor und später als Geschäftsführer im Bremer Klinikum Links der Weser tätig. Seit Januar 2009 ist er in Delmenhorst tätig, im Mai des Jahres übernahm er dann die Leitung der Lilienthaler Klinik, als die Residenz-Gruppe dort einstieg. Außerdem betreibt er noch eine Gesellschaft, die Krankenhäuser berät.  (xaf/ab)

Quelle: www.weser-kurier.de, 29.11.2013



Zitat
Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Geschäftsführer des Delmenhorster Klinikums
Chefärzte setzen sich für Peter Stremmel ein

Oldenburg - DELMENHORST (cs) · Die Chefärzte des Klinikums Delmenhorst setzen sich für ihren Geschäftsführer Dr. Peter Stremmel ein. In einem offenen Brief an die Politiker der Stadt Delmenhorst fordern sie, Stremmel in seinem Posten zu lassen.

... „Betrachten wir die nüchternen Fakten, gibt es aktuell eine Anklage – also einen Vorwurf – gegen Dr. Peter Stremmel“, so die Ärzte. Die Bremer Behörden würden in den kommenden Monaten ihre Arbeit tun, und das sollten sie auch. „Wir sind überzeugt davon, dass sich eine Freistellung des Geschäftsführers bei laufenden Bezügen aus unternehmerischer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfiehlt und die Zukunft des Klinikums und damit die Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Delmenhorst und des Umlandes bedroht“, so die Mediziner.
Quelle: http://www.kreiszeitung.de/lokales/oldenburg/landkreis-oldenburg/chefaerzte-setzen-sich-peter-stremmel-540260.html, 26.11.2011



Mehr über Peter Stremmel im Internet, z.B. unter

Zitat
Anklage gegen Ex-Klinik-Chef: Stremmel steht unter Verdacht

Bremen (je) · Ein neuer Klinikskandal in Bremen? Die Staatsanwaltschaft jedenfalls hat gestern Anklage erhoben – gegen den ehemaligen Kaufmännischen Geschäftsführer des kommunalen Klinikums Links der Weser (LdW), Dr. Peter Stremmel, sowie zwei 53 und 43 Jahre alte Ärzte einer urologischen Gemeinschaftspraxis. Ihnen wird Abrechnungsbetrug in 289 Fällen vorgeworfen. Die Schadenssumme belaufe sich auf mehr als 820 000 Euro. ...
Quelle: http://www.kreiszeitung.de/lokales/bremen/stremmel-steht-unter-verdacht-532073.html, 18.11.09



Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses „Klinikverbund“ vom 16.04.2007
« Letzte Änderung: 23. Juli 2015, 21:23 von admin » Gespeichert

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« Antworten #11 am: 21. September 2013, 20:54 »

Michael Thanheiser wechselt nach nur 3 Monaten zu Cura-Gruppe

Zitat
Cura Unternehmensgruppe beruft Michael Thanheiser zum neuen CEO

Berlin, 03.12.2013. Michael Thanheiser (51) hat mit Wirkung zum 01.12.2013 den Vorsitz der Geschäftsführung der Cura Kurkliniken Seniorenwohn- und Pflegeheime GmbH übernommen. ...
Quelle: Pressemitteilung Cura Unternehmensgruppe



Zitat
Ex-Chef geht zur Konkurrenz

In der Branche der privatwirtschaftlichen Altenheimkonzerne gibt es einen Wechsel. Michael Thanheiser, der im Juni nach nur knapp zwei Jahren im Amt seinen Posten als Vorstandschef bei der Hamburger Marseille-Kliniken AG niedergelegt hatte, ist seit einer guten Woche neuer Konzerngeschäftsführer des Bremer Konkurrenten Residenz-Gruppe.
Quelle: http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article120167387/Wirtschaft-Kompakt.html, 19.09.2013



Zitat
Thanheiser zurückgetreten

Michael Thanheiser hat sein Amt als CFO der Marseille-Kliniken Mitte Juni niedergelegt. Wie es heißt aus gesundheitlichen Gründen. ...
Quelle: http://www.cfoworld.de/thanheiser-zurueckgetreten, 21.06.2013



Zitat
Die eigenartigen Geschäfte der Marseille Kliniken

Schmutzige Geschäftspraktiken, hohe Fluktuation und Führungschaos bestimmen den Alltag des Pflegeanbieters. Neue Enthüllungen zeigen: Jetzt ist der Aufsichtsrat gefordert. ...

... Seit Thanheiser am Steuer ist, hat sich die Lage des krisengebeutelten Unternehmens verbessert. Die Auslastung der Pflegeheime ist von 87 auf durchschnittlich 89 Prozent gestiegen. ...

... Falls die Gerüchte stimmen und Thanheiser abserviert werden soll, bräuchte er das nicht persönlich zu nehmen.  ...
Quelle: http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/enthuellungen-die-eigenartigen-geschaefte-der-marseille-kliniken-/7788154.html, 19.02.2013

* Thanheiser-verlaesst-Specht_2013_12_03_PI_Cura.pdf (836.44 KB - runtergeladen 776 Mal.)
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« Antworten #10 am: 16. September 2013, 22:50 »

Zitat
Welt am Sonntag 15.09.13
"Der liegt doch schon im Sterben"

Wenn pflegebedürftige Menschen in ein Heim kommen, erfahren sie nicht immer die nötige Zuwendung. Erniedrigungen und rohe Umgangsformen gehören oft zum Alltag. Die Pfleger sind häufig überfordert. Eine Nahaufnahme von Anette Dowideit, Illustrationen von Jan Feindt

Am Ende war es dieser eine Satz, der die Entscheidung brachte. Er fiel an einem Nachmittag, als sie wieder einmal am Bett des Vaters standen, der schon lange nicht mehr aufstehen konnte. Es war nicht das erste Mal, dass sie den Satz hörten, aber diesmal sagte ein Pfleger ihn einfach so, vor allen, über das Bett hinweg: "Nun lassen sie ihn doch, er liegt doch schon im Sterben."

Stephan M. war zu diesem Zeitpunkt 91 Jahre alt und konnte nicht mehr viel. Im Heim war er zu einem gebrechlichen Menschen geworden. Hören aber konnte er noch sehr gut. Die Kinder nahmen den Vater aus dem Heim. Trotz all der Beschwernisse, die das für den alten Mann bedeuten würde.

Monatelang hatten sie da schon mit sich gerungen: Sollten sie für den Vater in diesem Alter und in diesem Zustand wirklich noch einmal ein neues Zuhause suchen? Würde er das überleben? Andererseits: Musste er nicht einfach nur heraus aus diesem Heim, in dem er seit Wochen – wie die Kinder sagen – nicht mehr richtig gewaschen wurde, manchmal über Stunden im eigenen Kot und Urin gelegen hatte und kaum noch Essen bekam? Wo er nur noch im Bett lag, weinte und wimmerte, den Körper übersät mit blauen Flecken, die Hände zu Fäusten geballt. Niemand von den Pflegern konnte oder wollte ihnen erklären, woher die blauen Flecken stammten, woher die offenen Stellen an seiner Haut. Die Kinder hatten Angst um den Vater. Am Ende trauten sie sich nicht mehr, ihn allein zu lassen.

Wahr ist aber auch: Es war bestimmt nicht einfach für die Pfleger mit dem verängstigten alten Mann. Nach einem Schlaganfall konnte er nicht sehen, konnte kaum noch sprechen, einen Arm nicht mehr bewegen, nicht selbst laufen. Vielleicht schubste er die Männer und Frauen, die sich um ihn kümmerten, manchmal vor Schreck weg. Etwa wenn er ohne Vorwarnung angefasst wurde. Vielleicht wehrte er sich, wenn er gehoben werden sollte.

Wenn Stephan M.s Tochter Doris und ihre Schwester Brigitte K. über das sprechen, was ihr Vater über vier Jahre im Heim erlebt hat, steigen der einen die Tränen auf, die andere braucht immer mal wieder eine Zigarettenpause, um sich zu sammeln. Selbst jetzt noch, zwei Jahre danach. Ihr Vater ist inzwischen gestorben – vor einem Jahr, glücklich und zufrieden, sagen seine Kinder, in einem anderen Altenheim.

Die beiden Schwestern sitzen in einem Café nahe des Bremer Hauptbahnhofs. Sie und der Rest der Familie sind sicher: Der Vater muss im Heim Opfer von Gewalt und schweren Pflegefehlern geworden sein. Davon zeugten die Spuren an seinem Körper. Und die Tatsache, dass der Vater, der kaum noch sprechen konnte, sich vor manchen Pflegern richtiggehend fürchtete. "Am Schluss hatten wir einfach nur noch Angst um sein Leben", sagt Doris M. "Wir haben alles aufgeboten an Freunden und Bekannten, damit er nicht unbewacht den Pflegern ausgeliefert ist."

Die Geschichte von Stephan M. spielt sich tausendfach und ganz ähnlich jeden Tag in Deutschland ab. Davon zeugen Untersuchungen der Pflegekassen, Protokolle der staatlichen Aufsichtsbehörden und die Erfahrung vieler Angehörigenverbände. Nicht nur körperliche Gewalt ist weit verbreitet, sondern auch die sogenannte strukturelle – also die systematische Vernachlässigung der Alten. 36.000 Menschen, so viele wie die Bewohner einer Kleinstadt, leiden laut offiziellen Schätzungen in deutschen Pflegeheimen Hunger oder Durst, weil niemand Zeit hat, ihnen beim Essen oder Trinken zu helfen. 14.000 Menschen werden an Bett und Rollstuhl gefesselt, ohne dass die Pfleger dafür eine Genehmigung haben. Fast eine Viertelmillion Demenzkranker wird mit Psychopharmaka ruhiggestellt.

Harte Strafen, etwa Berufsverbote, gibt es in der Altenpflege dennoch fast nie. Die deutsche Gesetzgebung sieht das einfach nicht vor. Der Fall von Stephan M. ist ein gutes Beispiel dafür, warum die Strafverfolgungsbehörden nur wenig ausrichten können. Selbst dann nicht, wenn Pflegefehler und Vernachlässigungen sich beweisen lassen.

Der Fall von Stephan M. ist genau dokumentiert. Seine Tochter Doris, die drittjüngste von acht Kindern, hat drei Jahre lang Protokoll geführt über das, was ihrem Vater und anderen Bewohnern dieses Heims dort zugestoßen ist: dass die Pfleger die Bewohner duzten; dass sie einfach grob zupackten, anstatt die alten Menschen vorzuwarnen, wenn Pfleger sie anfassen, umbetten oder ihnen Augentropfen verabreichen wollten; dass sie immer wieder vergaßen, Medikamente zu geben. Alles eklatante Pflegemängel.

Protokoll von Tochter Doris M., 17.12.2011.
"Vaters Geburtstag. Vater weint nur noch, sagt immer 'Aua, aua', hält die Hand auf den Genitalbereich. Wir gucken nach und sehen handtellergroße Wunden auf beiden Seiten der Leiste und der Oberschenkel. Das Pflegepersonal hat das überhaupt noch nicht gesehen."


Als Doris M. diesen Eintrag in das Protokoll in ihrem Computer schreibt, ist es gerade einmal zwei Jahre her, dass der Vater noch tanzen ging. Doris M. und ein paar ihrer Geschwister hatten ihn damals ins Auto gesetzt und zu einem Schützenfest gefahren. Mitsingen konnte er zwar nicht mehr, erzählt ihre Schwester Brigitte, "aber immerhin mitbrummen". An diesem Abend, sagt sie, stand er aus seinem Rollstuhl auf und tanzte mit seiner Tochter. Ein Mitarbeiter der Lokalzeitung fotografierte sie. In der Bildunterschrift stand nachher: "Tanzen trotz Rollstuhl. Dieses Paar genoss die Senioren-Kaffeetafel im Festzelt."

Im Heim baute der Vater innerhalb weniger Monate dramatisch ab. Im Protokoll von Doris M. steht, dass die Pfleger ihn manchmal tagelang nicht wuschen und er deshalb teilweise schon richtig stank. Dass er die Zähne nicht geputzt bekam. Und dass er öfters in der durchnässten Kleidung des Tages schlafen musste, weil die Pfleger keine Zeit hatten, ihn umzuziehen. Die Verletzungen am Körper des Vaters hat Doris M. sogar fotografiert.

Trotzdem stellte die Staatsanwaltschaft vor ein paar Wochen die Ermittlungen gegen vier Pfleger des Heims ergebnislos ein. In der Begründung schreibt die Staatsanwaltschaft, es sei nicht klar, ob die Pflegemängel, die es ohne Zweifel gegeben habe, "strafrechtliche Relevanz" hätten. Und selbst wenn: Es sei nicht klar zuzuordnen, welcher Pfleger dem Vater welche Verletzung zugefügt habe.

Dass die Zahl der Gewaltdelikte in Heimen weiter ansteigen wird, ist wahrscheinlich. Denn im Jahr 2050, wenn die heute 40- bis 50-Jährigen potenziell pflegebedürftig sind, wird sich die Zahl der insgesamt Pflegebedürftigen etwa verdoppelt haben. Brutaler Umgang mit Bewohnern, dazu gehört auch die systematische Erniedrigung alter Menschen, ist schon jetzt ein Massenphänomen, sagt der renommierte Bonner Gerontopsychiater Rolf D. Hirsch. Genaue Statistiken darüber gibt es aber nicht. Denn was sich zwischen Pfleger und Gepflegtem abspielt, bleibt oft hinter verschlossenen Türen. Alte, kranke Menschen, zum Beispiel Demenzkranke, können Pfleger, die sie erniedrigen oder schlagen, nicht mehr verraten. Und selbst wenn: Wer würde ihnen glauben? Gerade dann, wenn das Heim offiziell gut bewertet ist. Die Einrichtung, in der Stephan M. lebte, hat von den Prüfern der Pflegekassen zuletzt die Schulnote 1,1 bekommen. Sehr gut.

Das stellt auch die Aufsichtsbehörden und die Staatsanwaltschaften vor große Probleme. Ob ein alter Mensch Opfer von Gewalt geworden ist, lässt sich fast nie beweisen. Und ist es doch einmal der Fall, heißt das noch lange nicht, dass es auch zu einer Verurteilung kommt. "Im deutschen Strafrecht spielt die Verurteilung wegen Pflegefehlern oder Vernachlässigungen kaum eine Rolle", sagt der Hamburger Rechtsanwalt Ronald Richter, der sich auf Pflegerecht spezialisiert hat. Abgesehen von Fällen vorsätzlicher Gewaltanwendung und Körperverletzung sei die Beweisführung schwierig. Es müsse belegt werden, dass der Körperschaden allein durch die mangelnde Pflege verursacht worden ist. Da aber eigentlich immer mehrere Ursachen vorlägen, bliebe den Richtern oft nichts anderes übrig, als die Beschuldigten aus Mangel an Beweisen freizusprechen. "Da machen sich viele Familien mit Pflegebedürftigen vergeblich große Hoffnungen auf die strafrechtliche Verfolgung."

Stephan M.s Wohnort Bremen ist auch die Stadt, aus der Doreen R. stammt, Deutschlands wahrscheinlich bekannteste Altenpflegerin. Vor etwas über einem Jahr ging ein Filmschnipsel mit R. als Hauptdarstellerin durch die Nachrichten- und Boulevardfernsehsendungen der Republik. Darauf war zu sehen, wie sie einer alten Frau an den Haaren zog und sie mit einem Ruck zurück aufs Bett stieß. Dabei zischte sie die pflegebedürftige Frau an: "Nimm doch mal die Flossen weg!"

Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Allerdings nicht, weil er in irgendeiner Form außergewöhnlich gewesen wäre. Sondern, weil er sich beweisen ließ. Die Kinder der misshandelten Patientin hatten eine versteckte Kamera im Zimmer der Mutter installiert und damit die Übergriffe dokumentiert. Ende August wurde Doreen R. vor dem Bremer Amtsgericht der Prozess gemacht. Ihre Verteidigerin hatte bis zuletzt dagegen gekämpft, dass das heimlich aufgenommene Video als Beweismittel im Prozess verwendet werden durfte. Das Gericht ließ es letztendlich zwar zu, trotzdem reichte es gerade einmal zu einer Geldstrafe von 2080 Euro. Für ein Berufsverbot, wie es die Familie der alten Dame hatten erreichen wollen, fehlten laut dem Richter die rechtlichen Voraussetzungen. Im Fall von Stephan M. reichte es nicht einmal für eine Anklageerhebung.

Wenn Doris M. und Brigitte K. von ihrem Vater erzählen, nennen sie ihn meist norddeutsch "Vaddern". Obwohl er nur selten zu Hause sein konnte, als sie Kinder waren, lassen die beiden nichts auf ihren Vater kommen. Schließlich war M. Vater von acht Kindern und musste viel arbeiten, oft Überstunden machen, um die Familie mit seinem Job als Dreher und Fräser versorgen zu können. Nie habe man ihn darüber klagen hören, sagen die Kinder. Wenn er zu Hause war, sagen sie, habe er sich nicht zurückgezogen und seine Ruhe gesucht. Er habe versucht, den Kindern möglichst viel mitzugeben. Mit seinen Söhnen und deren Freunden bastelte er dann an deren Mofas, mit den Töchtern zeichnete er, nahm sie mit in den Wald, Pilze sammeln oder Blaubeeren pflücken; zeigte den Kindern, wie man Pflanzen veredelt. "Sein ganzer Stolz war der 'Bapfel', den er selbst züchtete, indem er einen Apfelzweig auf einem Birnbaum zum Anwachsen brachte", erzählt Doris M.

Und charmant sei er gewesen, der Vater. In den ersten Jahren im Bremer Altenheim spazierte er mit seinen Kindern häufig zum nächsten Supermarkt und steuerte dann immer als Erstes das Regal mit den Süßigkeiten an, wo er kleine Schokoladentafeln von "Ritter Sport" in den Einkaufswagen legte. Die brauchte er, um sie an die alten Frauen im Pflegeheim weiterzuschenken.

Protokoll von Doris M., 13. Dezember 2011.
"Aus unserem Vater, der immer Vertrauen zu anderen Menschen hatte, wurde in den letzten Monaten ein misstrauischer, sehr ängstlicher Mensch, der oft weinte, aber nicht mehr genau sagen konnte, was ihm passierte. Er zuckte bei Berührungen ängstlich zurück, das machte uns stutzig."


Lässt sich das, was die Familie erlebt hat, wirklich damit erklären, dass man im Alter nun einmal körperlich und geistig abbaut? Dass bei alten Menschen die Haut empfindlicher wird gegenüber festen Handgriffen, wie sie in der Pflege manchmal nötig sind? So zumindest erklären es Heimleitung und Pfleger. Aber da ist noch Karel S. (Name geändert), jener Pfleger, von dem die beiden Töchter von Stephan M. sagen, vor ihm habe der Vater besonders viel Angst gehabt. "Wenn der allein mit ihm im Zimmer war, dann sagte Vater danach manchmal leise vor sich hin: 'Dieser Hund!'" Mehr sagte er nicht. Und anscheinend war er nicht der einzige, der sich besonders vor dem Pfleger Karel S. fürchtete.

Protokoll von Doris M., 11.4.2011
"Frau M., die immer Punkt 15.30 Uhr ihre Kautablette fordert, wird von Pflegerin F. auf dem Flur laut angeschrien, dass sie nicht weiter nerven solle, sonst müsse sie von jetzt an im Zimmer bleiben oder man würde Karel holen und dann würde sie schon sehen."


Karel S.' Nummer steht im Telefonbuch. Er meldet sich. Sagt zuerst, er wolle über den Fall gar nicht mehr reden. Dann redet er doch. "Hören Sie mir auf mit Herrn M. Ich habe so viel für ihn gegeben, ich war mit meiner Kraft am Ende – und dann bekomme ich als Dank eine Anzeige zurück." M. sei einer der anstrengendsten Patienten gewesen, die er je erlebt habe: "Der hat gekratzt, ständig nach mir geschlagen."

Tatsächlich ist auch Gewalt von Pflegebedürftigen an Pflegern ein weit verbreitetes Phänomen in der Pflege. Laut einer Befragung, die der Bonner Gerontopsychiater Hirsch vor Kurzem vorstellte, erleben zwei Drittel aller Pfleger im Laufe eines Jahres Gewalt durch die Heimbewohner – vor allem verbale oder seelische. Jeder dritte hat demnach erlebt, dass ein Bewohner handgreiflich geworden ist. Die Kinder anderer ehemaliger Heimbewohner sagen jedoch, im Fall von Stephan M. könnten sie sich das beim besten Willen nicht vorstellen. Sie hätten ihn nie als aggressiv erlebt.

Pfleger Karel S. sagt am Telefon, die Töchter, vor allem Doris M., hätten den Pflegern das Leben schwer gemacht mit ihrer ständigen Einmischerei. Dann sagt S. noch, morgen habe er bis 14 Uhr Dienst. Man könne ihn im Heim treffen und dann ausführlicher reden.

Das dreistöckige Pflegeheim liegt in einer Arbeitersiedlung aus den 50er-Jahren. Es ist halb zwei, Mittagsschlafzeit. Das Heim wirkt wie ausgestorben. Die Empfangskabine ist dunkel und leer, niemand hält einen auf, um zu fragen, zu wem man möchte. Im unteren Stockwerk ist niemand anzutreffen, auch die oberste Etage wirkt menschenleer. Erst in der mittleren Etage findet sich eine Pflegerin. Ob sie sagen könne, wo Karel S. sei? Sie sagt, die anderen Pfleger seien alle in einer Besprechung im Speisesaal.

Durch das Fenster in den Saal sieht man, wie etwa ein Dutzend Pfleger zusammensitzen. Ein paar von ihnen wenden die Köpfe und blicken misstrauisch in Richtung der Reporterin. Schließlich kommt ein hochgewachsener, breitschultriger Pfleger auf den Flur. Es ist nicht Karel S., wie sein Namensschild verrät. Er sagt: "Wir haben schon mit Ihnen gerechnet. Wir dürfen leider nicht mit Ihnen sprechen. Das ist eine Anweisung der Geschäftsführung." Der Pfleger sagt, man solle ins Büro der Heimleiterin gehen, "sie sitzt dort und wartet auf Sie". Im Büro allerdings sitzt nur die Sekretärin, eine stark geschminkte ältere Dame mit blauem Lidschatten. Sie sagt, die Heimleiterin sei nicht da, die Reporterin müsse das Gebäude nun verlassen und sich für weitere Fragen an die Geschäftsführung wenden.

Eine Woche später. Gesprächstermin mit dem Geschäftsführer der Heimkette, der Residenz-Gruppe. Die Hauptverwaltung hat ihre Büros in einem neu angelegten Büroviertel am Europahafen. Alte Hafengebäude, die zu modernen Lofts umgebaut sind, eine Promenade mit riesigen Pflanzenkübeln, aus denen Palmen wachsen, Bars mit Lounge-Möbeln. An der Klingel ist eine Kamera angebracht. Wer hoch darf, dem schickt die Empfangsdame einen Aufzug nach unten. Oben sitzt der Geschäftsführer, zusammen mit einem weiteren Manager der Kette und der Heimleiterin, in einem hellen Besprechungsraum. Sie trinken Latte macchiato.

Das Heim gehört zu einer privatwirtschaftlichen Pflegekette. Der Gründer, Rolf Specht, ist in der Branche bekannt. Ein lokaler Unternehmerverband wählte den stets gut gebräunten, eloquenten Mann 2010 zum "Unternehmer des Jahres" und überreichte ihm als Trophäe ein hölzernes Steuerrad – mit dem dieser sich stolz für Pressefotos ableuchten ließ. Spricht man seitdem andere Pflegeketten-Chefs auf ihn an, nennen die ihn den "Weser-Kapitän" oder ahmen die Geste vom Foto nach: Specht grinsend am Steuerrad. In einem Interview mit einem Branchenmagazin sagte der Firmengründer einmal, sein Motto habe er von Udo Lindenberg übernommen: "Andere denken nach, wir denken vor." Zuletzt hat seine Gruppe für Schlagzeilen in der Region gesorgt, weil sie versuchte, einen Teil ihres stationären Pflegegeschäfts an einen Investor zu verkaufen. Der Deal platzte, weil man sich nicht auf einen Preis einigen konnte.

Die Presseanfrage beantwortet der Geschäftsführer der Residenz-Gruppe Christian Nitsche. Der sagt beim Interviewtermin in der Hauptverwaltung, von einem Pflegeskandal im Fall von Stephan M. könne keine Rede sei. Vielmehr sei es die Tochter Doris M., die "völlig haltlose Vorwürfe" erhoben habe.

Im ganzen Unternehmen sei ihm kein Fall bekannt, in dem ein Angehöriger über Jahre hinweg immer wieder solch schwere Vorwürfe erhoben habe. "Dieser Vorgang füllt bei uns vier oder fünf Leitz-Ordner." Er sagt, es sei "absolut ernüchternd", dass selbst jetzt, nachdem mehrere Prüfungen durch Heimaufsicht, MDK und Pflegekassen die Vorwürfe nicht bestätigt hätten und auch die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt habe, dieser Fall die betroffenen Pfleger noch immer nicht loslasse, weil jetzt auch noch die Presse nachfrage. "Glauben Sie wirklich, dass wir nicht alles in unserer Macht stehende getan hätten, um die gegen uns erhobenen Vorwürfe abzustellen?", fragt er. Aus Sicht des Geschäftsführers sind in diesem Fall die Pfleger die Opfer.

Über den Alltag in den rund 11.000 deutschen Altenpflegeeinrichtungen erfahren die meisten Menschen nur aus den Medien. Und zwar dann, wenn Pflegekassen und staatliche Aufsichtsbehörden schlechte Pflegequalität in großem Stil aufdecken. In Mainz gab es vor ein paar Wochen einen solchen Fall: In einem Heim der Pflegekette Casa Reha, die international agierenden Finanzinvestoren gehört, trafen staatliche Heimaufseher 20 Bewohner an, die stark dehydriert waren – offenbar, weil die Pfleger zu wenig Zeit hatten, den alten Menschen beim Trinken zu helfen.

Über die dahinterstehende Heimkette hatte die "Welt am Sonntag" bereits vor rund drei Jahren ausführlich berichtet. Die Renditeerwartungen der Investoren, sagen Branchenkenner, sollen dort angeblich immer wieder zu ähnlichen Missständen führen. Als Reaktion auf den erneuten Skandal bei Casa Reha kündigte der rheinland-pfälzische Sozialminister Alexander Schweitzer (SPD) nun ein neues Gesetz an, durch das die Landesregierung den Pflegeheimen künftig stärker in die Bücher blicken dürften – um nachzuprüfen, ob zugunsten des Gewinns am nötigen Personal gespart wird.

Die Kritik, die dahintersteht, ist eindeutig: Nicht der einzelne Pfleger, der schlägt, schubst, festbindet und beleidigt ist schlecht. Sondern die Umstände sind es, in denen er lebt. Doch stimmt das? In der Pflegebranche ist dies eine Frage, über die Vertreter von Angehörigen, Pflegern, Heimen und Politik sich immer wieder in die Haare geraten. Die einen sagen, manche Menschen – Doreen R., vielleicht auch Karel S. – hätten in der Pflege einfach nichts verloren. Die anderen sagen: Wer ständig überfordert ist, weil er unbezahlte Überstunden schieben muss und dauernd allein für 30 alte, schwerkranke Menschen die Verantwortung trägt, der muss irgendwann einfach die Nerven verlieren.

Beides stimmt, glaubt der Pflegeexperte Reinhard Leopold. Natürlich müssten Pfleger besondere Eigenschaften mitbringen, müssten einfühlsam sein, fair, teamfähig und fachlich kompetent – sonst seien sie nicht richtig in diesem Beruf. "Da es aber zu wenige Pflegekräfte gibt, müssen die vorhandenen ständig gegen die Uhr kämpfen, von einem zum anderen hetzen, und gehen abends trotzdem mit einem unguten Gefühl nach Hause, weil nur Zeit für Satt- und Sauber-Pflege war. Das führt zu Überforderung, Frustration, teils auch zu Abstumpfung und Verrohung." Leopold, ein drahtiger Mann mit wachen, blauen Augen und analytischer, leiser Stimme, engagiert sich seit über zehn Jahren ehrenamtlich in der Interessenvertretung der Familien von Pflegebedürftigen – nachdem er selbst seine Eltern über Jahre in Heimen begleitete.

Es gibt eine Reihe von Angehörigen wie Leopold, die damit angefangen haben, sich zu wehren, sich zu organisieren. Der Bekannteste ist der Münchner Claus Fussek, der häufig im Fernsehen auf die Zustände in der Pflege schimpft. Das Problem ist, dass die meisten dieser Interessenvertreter Einzelkämpfer sind, die in abgesteckten deutschen Regionen ihren Zuständigkeitskreis hegen und pflegen. Eine starke, bundesweite Interessenvertretung für die Familien von Heimbewohnern gibt es nicht. Warum nicht? Eine Leserbriefschreiberin, die sich vor ein paar Wochen an die "Welt am Sonntag" gewandt und ihre schlimmen Erlebnisse mit der Mutter im Heim geschildert hat, schreibt, es müsse ein "Altenschutzbund" her.

Leopold und andere Angehörigenvertreter argumentieren, dass es zu Pflegeskandalen einfach zwangsläufig kommen muss, und dass es in Zukunft wohl eher mehr werden als weniger. Vielleicht, weil in Deutschland einfach viel zu wenig Geld zur Verfügung steht, um die rund zweieinhalb Millionen Pflegebedürftigen im Land zu versorgen. Weil die Pflegekassen mit dem Geld so knapp kalkulieren müssen, dass gute Pflege einfach nicht finanzierbar ist. Weil die Altenpfleger in ihren Jobs so zerrieben würden, dass es schon lange nicht mehr genügend von ihnen gibt – und die übrig gebliebenen häufig ihre Empathie verlieren, nicht mehr wahrnehmen, dass das Menschen sind, an denen sie da ihre Arbeit verrichten.

Protokoll von Doris M., 13.12.2011
"Weil Vater bei der Pflege so schreit, verlassen wir das Zimmer nun nicht mehr und sehen, was passiert. Ohne mit ihm zu sprechen (mein Vater ist blind) wurde er mit dem Laken mit Schwung so herumgerissen, dass er mit dem Gesicht gegen das Bettgitter knallte. (...) Danach sollte Vater im Bett hochgezogen werden. Wieder wurde er nicht vorgewarnt, sondern zwei Pfleger packten das Laken und "auf drei" schoss mein Vater mit dem Kopf oben gegen den Bettrahmen, dass es knallte. So also entstanden die blauen Flecken oben auf dem Kopf, die ich mir nie erklären konnte. Auf meinen Protest hin meldete sich die Pflegerin am nächsten Tag krank. Sie könne nicht arbeiten, wenn jemand zuguckt, sie fühle sich kontrolliert."


Den harschen Umgang mit den Bewohnern hat auch Pflegerin Irene H. (Name geändert) erlebt, die mehrere Jahre lang in dieser Einrichtung gearbeitet hat. "Einer der Pfleger machte sich einen Spaß daraus, nachts in die Zimmer der schlafenden Bewohner zu gehen, das Licht einzuschalten und laut in die Hände zu klatschen", sagt H., die ihre Schilderungen der "Welt am Sonntag" gegenüber per eidesstattlicher Versicherung erklärt hat. Eine andere Pflegerin – eine der vier Angestellten des Heims, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelte – überraschte Irene H. laut ihrer Schilderung, wie diese eine alte Dame, die offenbar nicht duschen wollte, nackt auf den Boden ihres Badezimmers gelegt hatte. "Sie hat die Frau wie ein Stück Vieh abgeduscht", sagt H.

Vielleicht kann man im Nachhinein sogar sagen, dass Stephan M. Glück im Unglück hatte. Sieben seiner acht Kinder wohnen noch in der Umgebung, und jeden Tag war mindestens eines davon zu Besuch. Fragt man die Betreiber anderer Heimketten, berichten diese, dass vielleicht gerade mal jeder fünfte Alte in einem Heim überhaupt Besuch von Angehörigen bekommt. Die allermeisten müssen allein da durch. Je mehr Singles es in einer Gesellschaft gibt, umso mehr Alte gibt es in Heimen, die niemals jemand besucht.

Doch Stephan M.s Kinder kamen, jeden Tag. Halfen ihm beim Essen, gingen mit ihm mit dem Rollator spazieren, später mit dem Pflegerollstuhl. Kauften ständig dringend nötige Dinge ein, für die eigentlich das Heim zuständig gewesen wäre, sagt Doris M.: Wasser, damit der Vater genug zu Trinken hatte. Obst, damit er auch mal Vitamine zu essen bekam. Immer wieder Suppenschüsseln, Teller oder Teelöffel für die ganze Station, weil die nicht reichten. Gardinen als Sonnenschutz für den Speiseraum, in den die Sonne knallte. Unterhosen, Hosen und Pullover, weil die plötzlich alle verschwunden waren, obwohl sie erst letzte Woche welche gekauft hätten. Wären M.s Kinder nicht so präsent gewesen, wäre das Ganze wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. "Die alten Menschen saßen teilweise stundenlang völlig ohne Ansprache am Tisch", sagt Doris M. Also brachten sie CD-Spieler und Musik, Fernseher, Videorekorder und Filme mit.

Protokoll von Doris M., 23.5.2011
"Fehlende Medikamentengabe, fehlende Medikation. Durchzug trotz Husten. Dekubitus am Gesäß, das Pflegepersonal hat das angeblich nicht gesehen. Trotzdem weiterhin durchnässte Hosen und Bett. Schwarzer Dekubitus an der rechten Ferse, über den Thrombosestrumpf gezogen wird. Vater stinkt, wird nicht gewaschen."


Es gibt einen Grund dafür, warum die Kinder von Stephan M. ihren Vater im Heim so außergewöhnlich umsorgten. Schon Jahrzehnte zuvor, mit Mitte 50, war die Mutter schwer krank geworden, hatte über Monate hinweg im Bett liegen müssen, bevor sie starb. Zwar ist das schon 30 Jahre her – und doch ist es wichtig, um die Familie zu verstehen. Bis zuletzt, sagt Doris M., solle der Vater am Leben teilnehmen können.

Als er alt wurde, bauten die Geschwister deshalb für ihn nach und nach ein dicht gewebtes Versorgungsnetz auf. Einer der Söhne führte Regie. Er erstellte eine Excel-Liste im Computer, auf der stand, welches Kind wann für die Wäsche zuständig war, wann dem Vater in seiner Wohnung Gesellschaft leisten solle, wann für ihn einkaufte oder kochte. Über Jahre funktionierte das, selbst noch, als er langsam blind wurde. Irgendwann waren sich jedoch Geschwister und Vater einig, dass das Alleinleben für ihn zu gefährlich werde. Also gingen sie auf die Suche nach dem besten Heim, sagen sie, schauten sich fast jede Einrichtung in der Stadt an, über Monate hinweg. "Unser Vater war immer dabei, der fand das sogar ganz lustig", sagt Brigitte K.

Ausgerechnet dieses eine Heim gefiel der Familie besser als alle anderen. "Damals gab es noch einen jungen, motivierten Heimleiter und ein Wohngruppen-Konzept – das heißt, immer eine Handvoll Bewohner lebte wie eine kleine Familie zusammen", sagt Doris M., und ihre Stimme klingt dabei, als müsse sie sich entschuldigen. "Es konnte ja niemand ahnen, dass das kurz danach abgeschafft würde." Für die Bewohner änderte sich damit einiges. Zum Beispiel mussten Rollstuhlfahrer zum Essen jetzt auf eine andere Etage gebracht werden und danach manchmal über eine Stunde warten, bis sie wieder abgeholt wurden.

Mit dieser Umstellung kippte die Stimmung, sagen Doris M. und ihre Schwester. Auch gegenüber den Angehörigen, besonders den M.s. Vielleicht zogen sich die Geschwister den Zorn der Belegschaft zu, weil sie im Gegensatz zu anderen Angehörigen öfters mal nachfragten, wie es sein könne, dass die Pillen schon wieder fehlten, vertauscht waren oder unter dem Tisch verstreut lagen. Vielleicht nervte die Pfleger aber auch einfach die Tatsache, dass jeden Tag einer der M.s da war und anderen Heimbewohnern Hilfe anbot? Die damalige Heimleiterin habe tatsächlich einmal zu ihr gesagt: "Hier sind ja bald schon mehr Angehörige als Bewohner, das geht nicht", sagt Doris M. Brigitte K. sagt, an heißen Tagen hätten sie zum Beispiel auch anderen Bewohnern Wasser angeboten. "Die alten Leute schwitzten, saßen aber vor leeren Gläsern." Mehr Trinken bedeutet aber für die Pfleger, dass sie die Alten auch häufiger zur Toilette bringen müssen.

Protokoll Doris M., 1.10. bis 22.11.2011
"Beim Umziehen sehen wir, dass das rechte Knie blau ist, es tut weh. Keine Erklärung dafür. Gleiches gilt für die blauen Flecken am rechten Bein. Rechter Unterarm blutet, linkes Bein ist unten blau, sieht aus wie aufgeschürft. Auch für ein sehr großflächiges Hämatom am linken Pobereich bekommen wir keine Erklärung. Es ist kein Sturz dokumentiert (wie auch, er liegt ja im Bett)."


Ihr Protokoll, sagt Doris M., habe sie angefangen, als die Situation zwischen den Angestellten des Heims und den Angehörigen schon eskaliert war. "Wir wurden dort richtig angefeindet. Der große Präsentkorb, den wir wie immer zu Weihnachten im Dienstzimmer für das Personal abgaben, stand am nächsten Tag wieder kommentarlos im Zimmer unseres Vaters. Auf Nachfrage sagte man uns, Geschenke von uns seien nicht mehr erwünscht." Man habe die Familie nicht mehr gegrüßt, es habe böse Blicke gegeben, Gespräche mit der damaligen Heimleiterin und Pflegedienstleiterin, in denen Doris M. zum Weinen gebracht wurde.

Immer wieder habe sie allein zwei oder drei Vertretern des Heims gegenübergesessen, und die hätten sie regelrecht runtergemacht. "Die Behauptung war grundsätzlich, ich wäre angeblich die einzige Person im gesamten Heim, die Ärger mache. Von anderen Angehörigen würde es solche Beschwerden nie geben." Dabei tauschte Doris M. sich damals schon regelmäßig mit den Kindern anderer Bewohner aus, die dort ganz Ähnliches erlebt haben. Einmal habe sie die Pflegedienstleiterin, die Verantwortliche für die Qualität der Pflege im Heim, gefragt, woher ihr Vater die blauen Flecken habe. Diese habe daraufhin nur lapidar gesagt: "Dann packen Sie Ihren Vater doch in Watte!" Die Heimleiterin habe ihr eines Tages die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt, sie solle jetzt einmal konkrete Namen von Pflegern nennen, die ihrer Meinung nach brutal mit dem Vater umgingen. Sie habe das tatsächlich getan, sagt Doris M. – und es später bereut. Die Verletzungen seien danach noch mehr geworden.

Protokoll von Doris M., 1.12.2011
"Auseinandersetzung mit Nachtpfleger D., der Vater so brutal anpackt, dass ich ihm das untersage. Bitte ihn, mit Vater zu sprechen, zu erklären, was er mit ihm vorhat. Antwort: 'Der ist dement, der versteht das sowieso nicht.'"


Stephan M. war aber nicht dement. Eine entsprechende Diagnose hat er nie erhalten. Eine Bremer Einrichtung für Demenzkranke, bei der die Familie sich beworben hatte, musste ihn deshalb sogar ablehnen. Er war einfach nur blind und konnte kaum sprechen.

Beim Gespräch in der Hauptverwaltung sagt der Geschäftsführer, so schlimm wie behauptet könne es nicht gewesen sein in dem Heim. "Sonst hätte Frau M. ihren Vater sicher nicht fast vier Jahre dort gelassen." Das findet auch die Heimleiterin. Das Klima in ihrer Einrichtung unterscheide sich nicht von anderen, sagt sie. Das Team funktioniere gut, immerhin seien viele der Pfleger schon lange dort.

Die M.s sind aber nicht die einzigen Angehörigen, die von einem rauen Umgangston in der Einrichtung und von Vernachlässigung berichten.
Auch Gerhard R. holte seinen Vater heraus – so wie fast ein Dutzend Angehöriger während weniger Monate. "Sie haben dort meinem Vater systematisch abgewöhnt, auf die Toilette zu gehen", sagt er. Wenn der an den Rollstuhl gefesselte Mann nach Pflegern klingelte, kam niemand, sagt R. Stattdessen hätten sie ihm einfach eine Windel angelegt. "Irgendwann hat er es dann eben einfach laufen lassen." Eines Tages, als der Sohn seinen Vater im Heim besuchte, sei sein Gesicht mit blutenden Wunden übersät gewesen. "Die Pflegerin sagte, sie habe ihn nass rasieren wollen, aber er habe sich gewehrt." An diesem Abend, sagt R., habe er zu Hause hemmungslos geweint. "Warum macht man dann einfach weiter, wenn der alte Mensch Angst hat, sich wehrt und überall blutet? Das ist doch Körperverletzung, oder nicht?", fragt er.

Auch Sylke B. holte ihren Vater vergangenes Jahr dort heraus. "Mein Vater war demenzkrank, und wenn man diese Krankheit hat, stellt man eben 30-mal hintereinander dieselben Fragen", sagt sie. In diesem Heim seien die Pfleger, trotz Ausbildung, damit wohl nicht klargekommen. "Die waren teilweise so genervt von ihm, dass sie ihn im Rollstuhl so rumgestoßen haben, dass er fast rausgefallen ist, und angemotzt haben sie ihn auch." Als "dämlich" hätten Pfleger den Vater ihr gegenüber bezeichnet. Dabei war er nur krank.

Auch Pflegeexperte Leopold sagt, das Verhalten der Kinder von Stephan M. sei durchaus typisch gewesen. Seiner Einschätzung nach weist nichts darauf hin, dass Doris M. – die einen Doktortitel hat und eine gute Stelle im öffentlichen Dienst – wenig umgänglich sei oder besonders renitent. "Man kann vier Phasen unterscheiden, die Angehörige von Pflegebedürftigen in Heimen durchlaufen." In der ersten Phase, sagt Leopold, seien die meisten Angehörigen von schlechtem Gewissen geplagt, weil sie die Pflege selbst nicht oder nicht mehr schaffen – und ließen sich daher nur selten im Heim blicken. "Bei Pflegekräften entsteht dadurch vielleicht der Eindruck, der alte Mensch sei der Familie im Grunde egal." Angehörige, die öfter zu Besuch kämen, mischten sich dann irgendwann zunehmend mit Fragen und Forderungen in die Pflege ein. "Die Pflegekräfte empfinden das häufig als besserwisserisch", sagt Leopold. In Phase 3 kämen viele unzufriedene Angehörige zu dem Schluss: "Ich kann reden, was ich will, es ändert sich doch nichts." Dann folge Phase 4: "Da will man dann einfach keinen Dialog mehr. Diejenigen, die bis dahin noch nicht resigniert haben, kommunizieren dann nur noch schriftlich mit dem Heim."

In einem in die Jahre gekommenen Büroturm im Bahnhofsviertel, umgeben von Sexshops und Ein-Euro-Läden, hat die Verwaltung für Soziales ihre Büros. Im Büro des Pressesprechers, oben im 15. Stock, sitzt inmitten eines Waldes aus Topfpflanzen der Mann, der dafür zuständig ist, dass 6000 Heimbewohner in der Stadt einen menschenwürdigen letzten Lebensabschnitt verbringen. Martin Stöver, graue Koteletten, Hornbrille, grün-braune Anzugjacke und Jeans – der Leiter der Heimaufsicht.

"Wir bekommen etwa zehnmal pro Woche Beschwerden über Pflegemängel", sagt Stöver. Besonders häufig gehe es dabei um "strukturelle Gewalt", also Bedingungen, unter denen die Würde der alten Menschen nicht mehr gewährleistet sei: Essen wird hingestellt und unangetastet wieder abgeräumt, weil niemand Zeit hatte, dem Alten das Essen anzureichen; urinnasse Hosen oder Betten über Stunden; Fenster, die selbst auf Bitten niemals geöffnet werden. "Man muss allerdings auch sagen, dass manche Angehörige sehr überhöhte Anforderungen an die Einrichtungen stellen", sagt Stöver. Vieles kläre sich schon durch einen Anruf im Heim. Immerhin alle zwei Monate schalte die Heimaufsicht allerdings auch die Staatsanwaltschaft ein.

Oder sie bringe das Heim dazu, die Klärung durch eine Selbstanzeige einzuleiten. Die Empfehlung sei in der Regel verbunden mit der Ankündigung, dass andernfalls die Heimaufsicht die Staatsanwaltschaft einschalten müsse. "Manche nennen das 'Beratung mit vorgehaltener Pistole'", sagt Stöver und grinst. So lief es auch im Fall von Familie M.: In einem Krisengespräch stellte die Heimaufsicht den Betreiber vor die Wahl: Entweder ihr geht selbst auf die Staatsanwaltschaft zu oder wir tun es.

Etwa zehn Minuten zu Fuß von Stövers Büroturm entfernt hat die Staatsanwaltschaft ihren Sitz, im liebevoll renovierten Innenhof des historischen Landgerichts in der Innenstadt. Es ist ein warmer Sommertag, Staatsanwalt Frank Passade hat die Jalousien vor seinem Bürofenster halb heruntergelassen. Auf dem Tisch vor ihm liegt die Akte M. Darin sind die Zeugenaussagen von Doris M. und ihrer Geschwister abgeheftet, die der vier Pfleger, gegen die ermittelt wurde, außerdem das Gutachten einer Fachärztin für Gerontologie. Auf ihm basiert die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen gegen die Pfleger einzustellen.

Die Gutachterin, sagt Passade, habe sich die Fotos von Stephan M.s Verletzungen angesehen, habe die gesamte Ermittlungsakte vorgelegt bekommen inklusive dessen Krankenakten. "Sie kam zu dem Schluss, dass die Verletzungen des Herrn M. nicht unbedingt durch strafrechtlich relevante Gewalt entstanden sind", sagt der Staatsanwalt. M. habe gerinnungshemmende Medikamente genommen, da bildeten sich leichter blaue Flecken. Dazu komme, dass in der Pflege nun einmal häufiger feste Handgriffe angewendet werden müssten. Das gelte insbesondere bei bettlägerigen Patienten, wenn diese gedreht oder aufgerichtet werden müssen und sich dagegen sträubten – zum Beispiel wegen einer Krankheit wie Demenz.

Passade sagt, auch bei den anderen Punkten aus dem Protokoll der Tochter habe die Sachverständige keinen eindeutigen Beleg für strafrechtlich relevante Pflegefehler feststellen können. Weder der Vorwurf, dass wichtige Medikamente immer wieder vergessen worden sein sollen, sei laut dem 118 Seiten langen Gutachten relevant noch die wunden Stellen im Schambereich, die laut der Pfleger im neuen Heim nur entstehen können, wenn jemand tagelang nicht gewaschen wird. Was ist mit der seelischen Gewalt? Der Staatsanwalt schüttelt den Kopf. "Schwierig, schwierig", sagt er. Seelische Gewalt sei viel schwieriger zu beweisen. Man könne auch fast nie eindeutig sagen, wann die Grenze zu strafbarem Verhalten, zum Beispiel Nötigung, überschritten wurde.

Dann sagt der Staatsanwalt noch einen wichtigen Satz: "Es fällt auf, dass die Kinder ihren Vater nicht früher aus der Einrichtung geholt haben, obwohl sie die Zustände als so schlimm erlebt haben." Auch wenn das auf die Entscheidungsfindung selbstverständlich keinen Einfluss gehabt habe.

Es ist dasselbe Argument, das auch der Geschäftsführer der Heimkette verwendet. Ein Totschlagargument. Ist der alte Mensch, der nicht rechtzeitig das Heim verlässt, also selbst schuld, wenn er brutal angefasst wird? Leopold und andere Pflegeexperten sagen, die meisten Angehörigen handeln so wie die M.s: Sie holen den Pflegebedürftigen wenn überhaupt erst dann aus dem Heim, wenn die Alarmglocken schon laut schrillen. Nur, wer selbst einen Vater oder eine Oma im Altenheim hat, kann wahrscheinlich verstehen, wie schwer alten Menschen ein solcher Umzug fällt.

Über die Erzählungen von Doris M. und Brigitte K. in der Bar am Bahnhof ist es später Abend geworden. K., die selbst Schwesternhelferin ist, sagt, den Angestellten in diesem Heim würde es mal ganz gut tun, sich selbst in die Situation eines hilflosen Menschen zu versetzen. "Sie sollten sich reihum mal die Augen verbinden und sich von den Kollegen versorgen lassen. Da würde wohl einigen so manches klar." Ihre Schwester sagt, ihr hätte es gereicht, ein einziges Mal von einem der Pfleger zu hören: Es tut uns leid, dass ihr Vater wund gelegen ist, dass er die blauen Flecken an der Schulter hat.

Die Schwestern sagen, trösten könne sie nur der Gedanke an das letzte dreiviertel Jahr im Leben des Vaters. Im neuen Heim, in das die Geschwister ihn brachten, öffneten sich nach ein paar Tagen seine Hände wieder, die offenen Stellen an der Haut heilten. "Er sprach sogar wieder", sagt Doris M., "und zwar, als eine Pflegerin ihm Essen brachte und sich geduldig zu ihm setzte. Da sagte er: 'Danke!'"
Quelle: Welt am Sonntag, 15.09.2013 - Mit freundl. Genehmigung der Autorin Anette Dowideit
« Letzte Änderung: 16. September 2013, 23:07 von admin » Gespeichert

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