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 am: 09. November 2017, 00:59 
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Große Probleme in Bremer Pflegeheimen
Überarbeitetes Bremer Heimgesetz wird weiter von Experten und Betroffenen abgelehnt


Seit Monaten melden Angehörige und Pflegekräfte negative Auffälligkeiten in Bremer Pflegeheimen bei der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht (Heimaufsicht). Diese berät dann die Anbieter und veranlasst in manchen Fällen auch einen Aufnahmestopp. Der von vielen Seiten kritisierte Entwurf des überarbeiteten Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes (BremWoBeG) soll nun nach Ansicht der Sozialsenatorin Anja Stahmann die Probleme lösen.

Doch wie soll das gehen, wenn in der ebenfalls überarbeitete Personalverordnung definiert wird, dass 1 Pflegefachkraft für bis zu 50 pflegebedürftige, alte teils verwirrte, nachtaktive Menschen als ausreichend vorgegeben wird? Am Donnerstag 09.11.2017 geht der Entwurf des neuen Heimgesetzes in die Bremer Bürgerschaft (Landtag) zur parlamentarischen Debatte. Aufgrund der rot-grünen Regierungsmehrheit wird er wohl in der 2. Lesung im Dezember endgültig beschlossen werden - sofern nicht noch ein Wunder geschieht und die Parlamentarier den Entwurf ablehnen und in die erneute Überarbeitungsrunde schicken.

Die monatlichen Prüfungsergebnisse des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) und des PKV-Prüfdienstes zeigen seit vielen Monaten Bremen als schlechtestes Bundesland im Bereich der Pflege und medizinischen Versorgung in stationären Pflegeeinrichtungen:



Im Jahr 2016 war nur Rheinland-Pfalz in den Monaten Januar und Februar noch schlechter als Bremen. Und seit März 2016 ist Bremen trauriger "Spitzenreiter" in der Statistik der Bundesländer mit der schlechtesten Pflege und medizinischen Versorgung in Pflegeheimen.

Auch bei Reinhard Leopold, Regionalbeauftragter der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA), häufen sich die Berichte über pflegerische Mängel und Personalprobleme. Telefonisch und bei monatlichen Treffen seiner unabhängigen Selbsthilfe-Initiative "Heim-Mitwirkung" bekommt er konkrete Informationen, was in manchen Bremer Heimen nicht klappt und worunter die pflegebetroffenen Menschen, ihre Angehörigen und auch die Pflegekräfte leiden. Aus diesem Grunde hat er sich immer wieder mit vielen Hinweisen an die verantwortlichen Politiker gewandt und auf die Schwachstellen des Gesetzentwurfes hingewiesen.

Die Oppositionsparteien CDU, Die Linke sowie die Gewerkschaft Ver.di, der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe DBfK, die Verbraucherzentrale Bremen, Rechtsanwälte, Pflegebetroffenenverbände und Pflegeexperten fordern ebenfalls deutliche Nachbesserungen und lehnen den Gesetzentwurf in der vorliegenden Form ab. Ein gemeinsamer offener Brief mit ihren Forderungen hat die Sozialsenatorin und den Senat bislang offenbar nicht beeindrucken können.

Die Politiker in der Bürgerschaft sind nun am Zuge und müssen Donnerstag entscheiden, ob sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren können, wenn sie das kritisierte Gesetz verabschieden und damit weiterhin eine menschenwürdige Versorgung nicht zulassen.

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Eine Info-Sammlung zur Entwicklung des Heimgesetzes finden Sie unter http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=504.0

Weitere Kritikpunkte:
- Gesetz wird von der Heimaufsicht (Kontrollbehörde) geschrieben
- bestehende Gesetzesvorgaben werden missachtet (z.B. Veröffentlichung der Prufberichte der Heimaufsicht etc.)
- Heimaufsicht ist personell nicht ausreichend ausgestattet
- Heimaufsicht ist seit Anfang des Jahres ohne Leitung
- bekanntgegebene Mängel in Pflegeeinrichtungen werden nicht zeitnah abgestellt
- Nachtbesetzung in Pflegeheimen viel zu gering (z.B. 1:86 in einer Einrichtung)
- Gesetz ohne erneute Befristung und Evaluation inakzeptabel
- ...


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Unsere Stellungnahme und Forderungen zum BremWoBeG finden Sie als Download unter http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?action=dlattach;topic=504.0;attach=1931

Weitere Hintergund-Infos sowie die kritisierten Entwürfe zum Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetz finden Sie unter www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=504.0
Und die Personalverordnung (PersV BremWoBeG) finden Sie unter dem nachfolgenden Link  http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=2259.0

Für weitere Fragen steht Ihnen der Verfasser dieser Presse-Info gerne zur Verfügung.


Reinhard Leopold c/o HEIM-MITWIRKUNG
Unabhängige Selbsthilfe-Initiative für Pflegebetroffene
- Regionalbeauftragter der BIVA e.V. -
Rembertistraße 9
28203 Bremen
Tel.:       0421 / 33 65 91 20
Mobil:    0176 / 550 93 94 3
Skype:   Heim-Mitwirkung
eMail:    presse@heim-mitwirkung.de

BIVA-Regionalbeauftragter
Rembertistr. 9 | 28203 Bremen
Tel. 0421 / 7083087
leopold@biva.de | www.biva.de  www.facebook.com/biva.de


Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.
Siebenmorgenweg 6-8 | 53229 Bonn
Amtsgericht Bonn | Vereinsregister Nr. 3939

"Heim-Mitwirkung.de"
Bremer Selbsthilfe-Initiative von Angehörigen und Ehrenamtlichen, gegründet
Anfang 2006, engagiert sich generationsübergreifend in der Heim-Mitwirkung. Ziel ist die
Verbesserung der Interessenvertretung insbesondere von Heim-Bewohnern sowie
von pflegenden und begleitenden Angehörigen.

Zur Person:
Über persönliche Betroffenheit ist Reinhard Leopold an das Thema Pflege gekommen und hat viele Jahre seine kranken Eltern auch in Pflegeeinrichtungen begleitet. Seit dem engagiert er sich in der Interessenvertretung für pflegebedürftige Menschen und betreibt ehrenamtlich das Internetportal unter www.heim-mitwirkung.de.  Weitere Infos über sein Engagement finden Sie unter: http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1557.0

Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA)
Die BIVA vertritt seit 1974 bundesweit die Interessen von Menschen, die im Alter Wohn- und Pflegeangebote in Anspruch nehmen. Die BIVA ist gemeinnützig, politisch und konfessionell neutral sowie finanziell unabhängig. 

 12 
 am: 24. Oktober 2017, 10:25 
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Zitat
Die Story im Ersten - TV-Sendung vom 28.11.2016
Der vertuschte Skandal



Quelle: http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/der-vertuschte-skandal-100.html + https://youtu.be/8NCECA7ESR0

... Viele Kinder kommen in den 60er- und 70er-Jahren mit Missbildungen auf die Welt: Hirnschäden, Herzfehler, verkümmerte Gliedmaßen. Sie haben alles eines gemeinsam. Ihre Mütter haben von ihrem Hausarzt das Mittel Duogynon als Schwangerschaftstest bekommen.

Eigentlich ist Duogynon von der Firma Schering in den 60er- und 70er-Jahren ein Hormonpräparat, das bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt wird. Frauenärzte verabreichen es gern als Schwangerschaftstest. Lösen die eingenommenen Hormone keine Blutungen aus, weiß die Frau, dass sie schwanger ist. Was die zugeführten Hormone bei den Kindern im Bauch der Mutter anrichten – daran denkt niemand. Unterm Ladentisch wird Duogynon als Mittel zum Schwangerschaftsabbruch gehandelt.
Klage gegen die Bayer AG ...

... Und obwohl André Sommer Hinweise hat, dass die Firma Schering wusste, welche Gefahr von Duogynon ausgeht, obwohl er nachweisen kann, dass Wissenschaftler bezahlt wurden, um gefällige Studien zu schreiben, lehnt das Gericht eine Beweisaufnahme ab, weil die Geschichte verjährt ist.
Quelle: http://www.ardmediathek.de/tv/DokThema/Der-vertuschte-Skandal-Ein-Pharmakonze/BR-Fernsehen/Video?bcastId=39263780&documentId=39263798

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 am: 12. Oktober 2017, 14:38 
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Beruf & Karriere

Fachkräftemangel in Gesundheits- und Pflegeberufen

In den Gesundheits- und Pflegeberufen wird der demografische Wandel immer deutlicher. Die Bevölkerung wird dank des medizinischen Fortschritts immer älter, die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. Dementsprechend groß ist der Fachkräfte-Engpass. Wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, ist der Mangel besonders in Brandenburg, Niedersachsen, Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz groß, aber auch in den anderen Bundesländern zeichnet sich ein Mangel ab.

Am größten ist die Fachkräftelücke in der Altenpflege. Blieben Stellen im Jahr 2016 153 Tage unbesetzt, sind es aktuell bereits 167 Tage. In der Gesundheits- und Krankenpflege sind es heute 140 Tage, in der Physiotherapie 144 Tage, wie die Grafik von Statista zeigt.                            

Infografik: Fachkräftemangel in Gesundheits- und Pflegeberufen | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista
Quelle: https://de.statista.com/infografik/11447/fachkraeftemangel-in-gesundheits--und-pflegeberufen/

 14 
 am: 10. Oktober 2017, 10:31 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Auf der nächsten Bürgerschaftssitzung des Landtags am 09.11.2017 ab ca. 11:00 Uhr [>>] wird der Gesetzentwurf debattiert werden.

Den aktualisierten Entwurf, der in die Bürgerschaft zur Verabschiedung kommen soll, liegt als Drucksache 19/1273 der Bremischen Bürgerschaft als Mitteilung des Senats vom 24. Oktober 2017 vor.
[Download >>]


Wir hoffen, dass es noch eine unseren Forderungen entsprechende Anpassung und damit Verbesserung der Gesetzestexte geben wird!



Zitat
Betreuungsgesetz beschlossen
Senat verabschiedet Novelle: Mehr Schutz in Pflegeeinrichtungen


Bremen. Um die Gesundheit der Bewohner von Pflegeeinrichtungen besser zu schützen, hat der Senat am Dienstag den Entwurf für das Bremische Wohn- und Betreuungsgesetz verabschiedet. Das teilt der Senat mit. Im Dezember soll sich abschließend die Bremische Bürgerschaft mit dem Gesetz befassen, am 1. Januar soll es in Kraft treten.

Mit der Gesetzesnovelle soll unter anderem die Heimaufsicht mehr Kompetenzen erhalten. Deren Mitarbeiter sollen erstmals auch ambulante Pflegedienste kontrollieren können. "Ambulante Pflegedienste sind inzwischen auch in stationären Einrichtungen tätig", erläuterte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Allein deshalb müssten die Rechte der Wohn- und Betreuungsaufsicht auf diese Dienste ausgeweitet werden: "Es kann nicht sein, dass wir in Einrichtungen nicht mehr kontrollieren können, sobald ein ambulanter Pflegedienst den stationären Dienst ersetzt hat", so die Senatorin, "das wäre paradox und würde die Schutzrechte der Bewohnerinnen und Bewohner komplett aushebeln". Ambulante Pflegedienste, die in Pflegeeinrichtungen oder in Pflege-Wohngemeinschaften als externe Dienstleister tätig werden, müssten nach dem vorliegenden Gesetzentwurf künftig ihre Pflegedokumentation offenlegen und nachweisen, dass sie ausreichend qualifiziertes Personal einsetzen.

Ein weiteres Novum: Die Wohn- und Betreuungsaufsicht ist künftig  Ansprechpartnerin für Beschwerden über die ambulante Pflege im häuslichen Bereich. Zudem werden Regelungen zu Gewaltschutz und Freiheitsentzug eingeführt. Eingeleitet werde auch ein Prozess, der dazu führen soll, dass in den Pflegeeinrichtungen mehr Nachtwachen eingesetzt werden: "Bis zum Jahr 2020 wird ein Präsenzschlüssel von eins zu 40 angestrebt", sagte Stahmann. Dafür hatte sich vor allem die SPD eingesetzt. Derzeit sei eine Pflegekraft in der Nacht für maximal 50 Bewohnerinnen und Bewohner zuständig.
Quelle: www.weser-kurier.de, 25.10.2017



Zitat
Holpriger Weg zu Gesetzesnovelle
SPD und Grüne ringen um Fassung

Nach mühsamem Kompromiss im Sommer sorgt Bremisches Wohn- und Betreuungsgesetz vor der Befassung im Senat wieder für politischen Diskussionsbedarf.

Besserer Schutz für die Bewohnerinnen und Bewohner, mehr Kompetenzen für die Heimaufsicht. Das ist die Zielrichtung des überarbeiteten Wohn- und Betreuungsgesetzes, mit dem sich der Senat diesen Dienstag befassen will. Allerdings gibt es erneut Diskussionsbedarf zwischen SPD und Grünen.

Die Sozialdeputation hat dem Gesetzentwurf mit ihrer rot-grünen Mehrheit schon Anfang Juni zugestimmt – jedoch mussten Debatte und Beschlussfassung damals zweimal vertagt werden. Denn Klaus Möhle, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Vorsitzender der Deputation, hatte im Vorfeld auf einen besseren Personalschlüssel bei der Betreuung der Senioren in stationären Einrichtungen gepocht.

Sein Anliegen: In der Personalverordnung, die Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) zu dem bisher gültigen Gesetz erlassen hat, soll festgeschrieben werden, dass für 40 Bewohner mindestens eine Nachtwache im Einsatz sein muss. Derzeit liegt der Schlüssel bei 1 zu 50.

Der Betreuungsschlüssel in den Nachtstunden sorgt auch jetzt wieder für Diskussionen. Denn dem Vernehmen nach ist die zwischen SPD und Grünen verabredete Perspektive – mindestens eine Nachtwache für 40 Heimbewohner bis zum Jahr 2020 – aus der Fassung verschwunden, die dem Senat am Dienstag vorgelegt werden soll.

Das sei kein Versuch, den Kompromiss aufzuweichen, heißt es hinter den Kulissen. Nun wird nach einer Formulierung gesucht, mit der beide Seiten leben können. Ob die Vorlage am Dienstag tatsächlich im Senat auftaucht, ist daher offen. Allerdings drängt die Zeit: Das derzeitige Wohn- und Betreuungsgesetz aus dem Jahr 2010 soll mit Wirkung zum 1. Januar 2018 ersetzt werden.

Umgehungsmodelle sollen verhindert werden
Um dem Landtag die Möglichkeit zu geben, den vorliegenden Gesetzentwurf in zwei zeitlich getrennten Lesungen zu diskutieren, müsste das Regelwerk daher in die Sitzung der Bürgerschaft am 8. und 9. November eingebracht werden. Das wiederum, so heißt es, setze eine Befassung durch den Senat am Dienstag voraus.

Das novellierte Gesetz sieht erstmals die Möglichkeit für die Heimaufsicht vor, auch ambulante Pflegedienste unter bestimmten Voraussetzungen zu überprüfen. Hintergrund: Teilweise lagern stationäre Einrichtungen Pflegeleistungen an ambulante Dienste aus, die bislang nicht durch die Heimaufsicht kontrolliert werden konnten.

Solche Umgehungsmodelle sollen verhindert werden. Außerdem ist in der Gesetzesnovelle ausdrücklich verankert, dass Pflegeheime ambulanten Hospizdiensten den Zugang zu ihren Räumlichkeiten ermöglichen müssen. So soll gewährleistet werden, dass Sterbende ihren Vorstellungen entsprechend auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet werden können.
Quelle: www.weser-kurier.de, 23.10.2017

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 am: 09. Oktober 2017, 14:45 
Begonnen von Multihilde - Letzter Beitrag von admin
ZDF frontal21 vom 16.05.2017
Entrechtet und entmündigt - Wie Berufsbetreuer abkassieren

Quelle: https://www.zdf.de/politik/frontal-21/wie-berufsbetreuer-abkassieren-100.html


Quelle: https://www.zdf.de/politik/frontal-21/wie-berufsbetreuer-abkassieren-100.html + https://youtu.be/DZqVMqRNSjo

 16 
 am: 13. September 2017, 03:02 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Zitat
Drei neue Immobilien
Specht-Gruppe investiert weiter


Bremen. Die Specht-Gruppe hat drei Immobilien der ehemaligen „Nordsee-Pflege-Immobilien“ in Bremerhaven und Cuxhaven erworben. Seit Mitte Dezember 2016 führt die Specht-Gruppe bereits dort die Pflegedienste unter dem Markennamen „Weser Pflegedienst“ fort sowie an den beiden Beratungsstellen Schiffdorf und Langen. Erst vor einem Monat hatte die Bremer Unternehmensgruppe außerdem angekündigt, für 200 Millionen Euro 17 Seniorenresidenzen zu bauen – drei davon in Bremen.
Quelle: weser-kurier.de, 13.09.2017

 17 
 am: 13. September 2017, 02:54 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Zitat
"Gefahr für Patienten" - ver.di warnt vor Folgen der Personalnot im Krankenhaus

Berlin, 12.09.2017 - Im Krankenhaus reicht die Zeit oft nicht einmal für das Nötigste: Immer mehr Patienten müssen in immer kürzerer Zeit von zu wenig Personal versorgt werden. Um das zu verdeutlichen, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten aufgerufen, am heutigen Dienstag (12. September 2017) die Desinfektion der Hände exakt so durchzuführen, wie es vorgeschrieben ist. Je nach Anzahl der zu versorgenden Patienten nehme das pro Schicht bis zu zwei Stunden in Anspruch. Die Händedesinfektion steht beispielhaft für all die Aufgaben, die aufgrund des Personalmangels nicht oder nur notdürftig erledigt werden können.

Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstand: "Natürlich wissen die Beschäftigten, wie wichtig Händedesinfektion für die Sicherheit der Patienten ist, und wie man richtig Hände desinfiziert. Aber im Alltag auf den Stationen ist es in der Regel nicht möglich, allen Anforderungen gerecht zu werden." Dass die Zeit fehle, sei ein grundsätzliches Problem: "Wenn zu wenig Personal eingesetzt wird und zu wenig Zeit für die Erfüllung der notwendigen Aufgaben bleibt, befinden sich die Beschäftigten automatisch in einem Gewissenskonflikt: Sie müssen entscheiden, was sie weglassen. Das ist extrem belastend und macht oft sogar krank", so Bühler.

Bereits in den frühen Morgenstunden musste die Aktion in einigen Krankenhäusern abgebrochen werden, weil die Arbeitgeber nicht bereit waren, mehr Personal einzusetzen. In anderen Häusern drohen Arbeitgeber mit Repressionen, sollten sich die Beschäftigten an der Aktion beteiligen.

Verweise von Arbeitgebern auf Hygieneschulungen, Hygienebeauftragte oder bedauerliche Einzelfälle bezeichnet Bühler als "heuchlerisch". "Hier geht es nicht um individuelles Fehlverhalten, sondern um ein vorsätzliches Versagen von Arbeitgebern. Und die Politik hat zu lange weggeguckt. Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden, mehr Personal muss her." Ausreichend Personal sei notwendige Voraussetzung für ein hygienisches Krankenhaus.

Die Dramatik wird auch in einer Stellungnahme der Konzernbetriebsräte der privaten Krankenhausbetreiber Helios und Asklepios sichtbar. Unter dem wirtschaftlichen Druck steige die ohnehin schon vorhandene Überlastung des Personals weiter an und Arbeitsschutzgesetze würden oft nicht eingehalten. Bühler: "Die Verantwortlichen müssen sich der Tatsache stellen: Personalnot gefährdet Menschenleben."

Der Aktionstag ist eingebettet in die Bewegung für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus. Bundesweit fehlen in den Krankenhäusern 162.000 Stellen, davon allein 70.000 in der Pflege. Nachts ist eine Pflegekraft durchschnittlich allein für 26 Patienten verantwortlich. ver.di fordert deshalb gesetzliche Vorgaben für die Personalausstattung in Krankenhäusern, die verbindlich, finanziert und bundesweit einheitlich sind.

Weitere Informationen unter www.klinikpersonal-entlasten.verdi.de
sowie zur KBR-Stellungnahme unter https://tinyurl.com/y94ub7xz

Quelle: Presseinfo ver.di-Bundesvorstand

 18 
 am: 10. September 2017, 20:16 
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Lieber Walter,

nun hast Du es kurz nach Deiner Frau auch geschafft, die Probleme dieser Welt endgültig hinter Dir zu lassen. Eigentlich hatten wir noch vorgehabt, miteinander zu telefonieren und uns über den aktuellen Stand Deiner/Eurer Bemühungen auszutauschen. Aber mein heutiger Kontaktversuch lief leider ins Leere ...

Wir haben Dich als hartnäckigen, unermüdlichen Streiter für die Rechte - eigentlich für uns alle - kennen und schätzen gelernt. Nun ist Deine/Eure Geschichte leider nicht mehr zufriedenstellend gelöst worden - Staatsanwälte und Gerichte haben zu sehr auf Zeit gespielt.

Aber Du kannst sicher sein, dass die Schlacht noch nicht geschlagen ist! Wir, die wir uns mit Dir und vielen anderen für die Rechte der kranken und pflegebedürftigen Menschen einsetzen, werden weiter aktiv bleiben. Auch wenn wir selbst irgendwann den gleichen Weg wie Du jetzt gehen müssen, werden wir durch unsere Arbeit und Bemühungen sicher andere Menschen zwischenzeitlich mobilisieren können, die unsere Arbeit erfolgreich weiter voran bringen werden.

Ruhe in Frieden, es war schön Dich kennengelernt zu haben!

Einen letzten herzlichen Gruß an Dich und mein herzliches Beileid an die Hinterbliebenen.

Reinhard Leopold c/o HEIM-MITWIRKUNG
Unabhängige Selbsthilfe-Initiative für Pflegebetroffene
- Regionalbeauftragter der BIVA e.V. -

 19 
 am: 10. September 2017, 01:38 
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Zitat
Der Druck muss erhöht werden

PFLEGE Heim-Belegungsstopps sind keine Lösung gegen Fachkräftemangel in der Pflege, kritisiert der Bremer „Pflege-Aktivist“ Reinhard Leopold


von SIMONE SCHNASE

Eine Erhöhung der Mindestpersonalvorgaben in Bremer Pflegeheimen fordert Christopher Kesting vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) Nordwest in einer Online-Petition, die noch bis zum 12. September gezeichnet werden kann.

Denn die momentanen Vorgaben sehen auch künftig, nach der geplanten Novellierung des bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes (BremWoBeG), nur einen Fachkraftschlüssel im Tagdienst von 1:10 und im Nachtdienst von 1:50 vor (taz berichtete).

In der Petition heißt es dazu wörtlich: „Statt dem Festhalten an Personalstandards, die eine gute, pflegerische Versorgung kaum möglich machen, ist eine Erhöhung der Mindestpersonalvorgabe von 1:8 im Tagdienst und 1:30 im Nachtdienst in Pflegeheimen im Bundesland Bremen angemessen.“ Und selbst dabei handele es sich bereits um „Minimalstandards“.


Zitat
„Kein Wunder, dass es angesichts dieser Arbeitsbedingungen keine Fachkräfte gibt“
Reinhard Leopold, Gründer der Angehörigen-Ini „Heim-Mitwirkung“

Bloß: In einigen Bremer Pflegeeinrichtungen kann nicht einmal die geltende Fachkraftquote eingehalten werden. Dort herrscht deswegen ein von der bei der Sozialbehörde angesiedelten Heimaufsicht angeordneter Belegungsstopp. Die Unterschreitung der Quote hat den lange bekannten Grund: Es gibt schlichtweg keine Fachkräfte.

Das hat vor knapp drei Wochen den Bremer Landesvorsitzenden des „Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste“ (BPA), Sven Beyer, dazu bewogen, die komplette Abschaffung der Fachkraftquote zu fordern. „Völlig abstrus“ nennt das Reinhard Leopold, Gründer der Bremer Angehörigen-Initiative „Heim-Mitwirkung“ und Regionalbeauftragter der „Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen“ (BIVA) – aber Belegungsstopps hält er ebenfalls für falsch.

Denn die führten lediglich zu einem weiteren Abbau von Fachkräften, weil die Einrichtungen ihre Fixkosten nicht mehr tragen könnten, sagt Leopold. Druck könne nur aufgebaut werden, indem die BewohnerInnen beziehungsweise deren Angehörige ihre finanziellen Anteile an den Heim-Kosten kürzten: „Das dürfen sie tun, sogar bis zu sechs Monate rückwirkend, wenn vertraglich festgesetzte Leistungen nicht erbracht werden.“ Und auch die Pflegekassen und, wenn zuständig, die Sozialbehörde könnten dann ihre jeweiligen Anteile kürzen.

Das aber setze Transparenz voraus: „Das bedeutet, dass die Heimaufsicht den BewohnerInnen und ihren Angehörigen mitteilen muss, dass in der Einrichtung der Fachkraftschlüssel nicht eingehalten wird“, sagt Leopold. Denn das mache sich oft erst dann bemerkbar, wenn es – wie jüngst in einem Bremer Heim der Friedehorst-Stiftung – zu nicht mehr übersehbaren Pflegemängeln komme. „Die meisten Bewohner bekommen im Normalfall aber gar nichts davon mit.“

Leopold unterstützt die Forderung des DBFK, bemängelt aber auch, dass die im BremWoBeG vorgeschriebene Veröffentlichung der Berichte der Heimaufsicht bis heute nicht umgesetzt wird. So blieben Missstände oftmals gänzlich verborgen – und eine Unterschreitung der Fachkraftquote ebenso.

Der Druck auf die Anbieter müsse verstärkt werden, um den Pflege-Beruf wieder attraktiv zu machen, sagt Leopold: „Sonst wird fleißig weiter auf Minijobs, befristete Arbeitsverträge, Teilzeitstellen und schlechte Bezahlung gesetzt – kein Wunder, dass es angesichts dieser Arbeitsbedingungen keine Fachkräfte gibt.“
Quelle: https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5442654, 07.09.2017

 20 
 am: 10. September 2017, 01:08 
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Zitat
Studie: Gewalt in der Pflege
Frank Weidner Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.
Alltägliche Erfahrungen – mangelnde Prävention

04.09.2017,  Eine Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) in Köln macht deutlich, dass Gewalterfahrungen gegenüber Patienten, Bewohnern und Pflegebedürftigen, aber auch gegenüber Pflegenden ganz offensichtlich zum Pflegealltag in Deutschland dazugehören. Allerdings wird derartigen Erfahrungen in den Einrichtungen zu wenig Beachtung geschenkt und sie werden kaum systematisch aufgearbeitet. Auch entsprechende Bildungsangebote zum Erkennen von Frühsignalen oder zum Umgang mit Gewalt gibt es demnach deutlich zu selten. In Kooperation mit der B. Braun-Stiftung in Melsungen hat das DIP für die Studie bereits zum Ende vergangenen Jahres rund 400 Pflegefachpersonen und -schüler aus unterschiedlichen Einrichtungen befragt.

In der Selbsteinschätzung der Befragten zum Umgang mit Gewalterfahrungen zeigt sich, dass der Grad an Sicherheit der Pflegenden schwindet, je konkreter die Gewaltsituation wird und je stärker sie sich auf Patienten, Bewohner und Pflegebedürftige bezieht. Für die Studie wurden Pflegende zu persönlichen Gewalterfahrungen in der Pflege, Angeboten zur Aufarbeitung und Prävention von Gewalt in ihren Einrichtungen, Beurteilung von Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten und schließlich auch zur Selbsteinschätzung im Umgang mit Gewaltsituationen befragt. Fast jeder dritte Befragte sagt, dass Maßnahmen gegen den Willen von Patienten, Bewohnern und Pflegebedürftigen alltäglich sind. Jeder Zehnte hat in jüngerer Zeit konkrete Gewalterfahrungen erlebt. Selbst in dem kleineren Teil an Institutionen, in denen es betriebliche Angebote zur Prävention und Aufarbeitung von Gewalterfahrungen gibt, bleiben konkrete Gewalterfahrungen zumeist unbearbeitet. Zugleich wird von den Befragten ein großes Interesse an der Auseinandersetzung mit Gewalt in der Pflege in Aus-, Fort- und Weiterbildung geäußert.

Professor Dr. Frank Weidner, Direktor des DIP und Leiter der Studie, sagt: „Spätestens mit Bekanntwerden des mutmaßlichen Ausmaßes der Mordserie des Krankenpflegers Niels H. hat das Thema ‚Gewalt in der Pflege‘ eine erschütternde und dringend notwendige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten! Ohne Zweifel handelt es sich hierbei um einen Fall außerordentlicher krimineller Energie. Aber auch die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass es in Krankenhäusern, Altenheimen und in der ambulanten Versorgung endlich eine neue Kultur des Hinschauens und der Achtsamkeit geben muss. Damit einhergehen müssen wirksame Angebote der Prävention und Aufarbeitung von jeglichen Gewaltsignalen und -erfahrungen in der Pflege!“

Die Studienergebnisse sind in einer gekürzten Fassung im aktuellen Heft der Fachzeitschrift „Die Schwester/ Der Pfleger“ der Bibliomed-Verlagsgesellschaft nachzulesen. In Kürze erscheint der komplette Studienbericht zum download unter www.dip.de.

Das gemeinnützige und unabhängige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) hat seinen Sitz in Köln an der KatHO NRW und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz. Es finanziert sich nahezu ausschließlich durch eingeworbene Forschungsgelder.

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