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 am: 24. Juli 2016, 20:23 
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„Gefährliche Pflege“ im Altenheim?

von Cornelia Sprenger, Redaktion der Elmshorner Nachrichten vom 19. Juli 2016

Haus Thomsen Fünf Pflegerinnen berichten von schlimmen Zuständen / Die Leiter des Hauses lehnen die Kritik ab und beschuldigen ehemalige Mitarbeiter

Es geht um Menschen, um alte Menschen, die oft nicht mehr für sich selbst sprechen können und im Altenheim auf die Fürsorge von Altenpflegerinnen und Altenpflegerhelferinnen angewiesen sind. Das ist auch der Grund, warum sich fünf Frauen, die bis Mai alle im Senioren- und Pflegeheim Haus Thomsen in Elmshorn gearbeitet haben, an diese Zeitung gewandt haben. Sie wollen über ihre Erfahrungen berichten und das Leben für die Bewohner verbessern. Denn das, was sie während ihrer Arbeit erlebt haben, bezeichnen sie als „gefährliche Pflege“.

Vor allem kritisieren die Frauen die personelle Unterbesetzung im Heim. Wenn sie Glück hätten, seien die Pfleger und Pflegehelfer zu fünft in einer Schicht, manchmal sogar nur zu zweit oder zu dritt. Und das bei bis zu 48 Bewohnern. „Das führt dazu, dass wir uns alle die Hacken ablaufen und körperlich und psychisch am Ende sind“, berichtet die Altenpflegerin Irina Buch*. Mit zu vielen Betäubungspflastern seien die Bewohner zeitweise richtiggehend sediert worden, weil niemand sich die Mühe gemacht habe, alte, schlecht zugängliche Pflaster zu entfernen. Medikamente seien zu spät bestellt worden, die tägliche Pflege der Menschen sei oft nur eine „oberflächliche Katzenwäsche“. „Was wirklich los ist, sieht man dann erst bei der Intimpflege“, sagt Buch.

Die Tochter einer Bewohnerin, die regelmäßig im Haus Thomsen zu Besuch ist, berichtet: „Die Hygiene im Haus Thomsen ist unmöglich. Da bezahlt man so viel Geld, trotzdem hat meine Mutter fettige Haare und dreckige Fingernägel. Sie wird oft nur einmal in der Woche geduscht – dabei sollte das doch jeden Tag passieren.“ Der Pullover ihrer Mutter starre oft vor Dreck. „Das ist einfach nur ekelhaft.“ Oft habe sie sich schon beschwert. „Dann heißt es immer, dass nicht genug Personal da sei.“ Seit Anfang Mai sollen etwa zwölf Bewohner von Angehörigen aus dem Heim geholt worden sein.

Heimleiter Burghard Herrmann und seine Frau Angela Konieczny, selbst ausgebildete Altenpflegerin, weisen diese Vorwürfe von sich. Auch wenn die Heimaufsicht des Kreises und der medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) im Haus Thomsen Dinge beanstandet hätten – um die Hygiene der Bewohner sei es dabei nie gegangen. „Im Gegenteil – wir bekamen die Rückmeldung, dass sich unsere Bewohner in körperlich gutem Zustand befinden“, sagt Herrmann. Dem Ehepaar ist die Situation, mit der sie jetzt in Elmshorn konfrontiert werden, nicht unbekannt. Das Altenheim in Henstedt-Ulzburg, das sie 2012 übernommen haben, habe am Anfang auch schlechte Qualitätsprüfungen vom MdK bekommen. Und auch dort habe es Probleme mit einigen Mitarbeitern gegeben. „Das ist hier wie ein Abziehbild von Henstedt-Ulzburg. Und jetzt, zwei Jahre später, gibt es keine Beanstandungen mehr vom MdK – und noch wichtiger: Der Krankheitsstand bei unseren Mitarbeitern ist unter zwei Prozent gefallen“, sagt Angela Konieczny. Sie und ihr Mann sind überzeugt, dasselbe auch in Elmshorn zu schaffen. „Sonst wären wir hier auch fehl am Platz.“

Nur sind da weiterhin die Vorwürfe ihrer ehemaligen Mitarbeiterinnen. Wie die Altenpflegehelferin Manja Peters* berichtet, hätten mindestens zwei Bewohner des Hauses multiresistente Keime. Normalerweise müssten diese Menschen von den anderen Bewohnern isoliert werden und alle Mitarbeiter, die mit ihnen zu tun haben, Handschuhe, Mundschutz und Kittel tragen. „Aber das erlaubt der Chef nicht, damit die Angehörigen nicht sehen, dass es hier Probleme gibt.“

Acht Mitarbeiter hätten in letzter Zeit das Heim verlassen, fünf hätten gekündigt, drei seien fristlos gekündigt worden. Auch Irina Buch war kurz vor dem Zusammenbruch, als sie gekündigt hat. Die ausgebildete Altenpflegerin war als Nachtwache eingeteilt und während ihres Dienstes alleine eingesetzt. Sie erzählt von Notfällen, etwa, wenn ein Patient einen Herzinfarkt erleidet. „Dann muss ich den Notarzt rufen, die Tür aufmachen, den Fahrstuhl holen und das Ganze dokumentieren – aber während dieser ganzen Zeit bleibt der Patient alleine.“ Solche Notfälle seien in den vergangenen drei Monaten fünf- bis sechsmal vorgekommen. Irina Buch kam mit der Situation nicht mehr zurecht, bekam Panikattacken und konnte nicht mehr richtig schlafen. Nachdem kürzlich ein verstorbener Bewohner bereits zehn Stunden tot in seinem Bett lag, als sie ihre Schicht antrat, war das für sie nur das letzte Glied einer langen Kette an Vorfällen – sie kündigte.

Auch für Manja Peters, die in der Tagesschicht arbeitete, waren die Arbeitsbedingungen unhaltbar: „Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist durch den ganzen Stress unglaublich schlecht. Überall wird nur gemeckert und vom Chef kommt nur Druck, keinerlei Lob.“ Burkhard Herrmann ließe sich auf den Stationen den ganzen Tag kaum blicken und reagiere auch nicht auf die Nöte seiner Angestellten.

Selbst eine Pflegedienstleitung (PDL) gebe es tagsüber im Haus Thomsen nicht. Für die Organisation der Abläufe und Absprachen mit Ärzten und Apotheken arbeitet in einem Altenheim normalerweise eine speziell ausgebildete Kraft. In jeder Einrichtung muss es eine solche PDL geben. Diese Ausbildung hat im Haus Thomsen laut Irina Buch aber nur eine Frau, die als Nachtwache tätig ist und damit tagsüber nicht anwesend. „Auf dem Dienstplan sieht alles ganz gut aus“, sagt Manja Peters. „Aber da stehen Mitarbeiter drauf, die schon lange nicht mehr da sind.“

Auch zu diesen Punkten bleiben Burghard Herrmann und Angela Konieczny nicht stumm. Zu wenig Personal gebe es in ihrer Einrichtung nicht – und vorübergehende Engpässe würden durch Zeitarbeitsfirmen ausgeglichen. Das sei nicht ideal, aber manchmal die einzige Möglichkeit. Mittlerweile sei man aber in der komfortablen Lage, eine 50-prozentige Fachkraftrate vorweisen zu können. Das werde auch regelmäßig von den Behörden überprüft. „Nicht mehr vorhandenes Personal auf die Dienstpläne zu schreiben, sei da gar nicht möglich“, sagt Burghard Herrmann.

An der Fortbildung der Mitarbeiter arbeiteten die beiden jetzt Punkt für Punkt, um die Qualität zu verbessern und den Anforderungen des MdK zu entsprechen. „Wir arbeiten auch daran, die individuelle Pflege zu verbessern“, sagt Konieczny und berichtet von Essen, die auf die Vorlieben der Bewohner abgestimmt werden. Was die PDL betrifft, so sei die Stelle bereits ein halbes Jahr vakant gewesen, als sie das Haus Thomsen übernommen hätten. Dass die jetzige PDL nachts arbeite, sei rechtlich kein Problem. „Es gibt keine Vorschriften darüber, wann eine PDL im Dienst ist. Aber wir werden auch bald eine zweite PDL haben, die auch tagsüber arbeitet.“

Wenn es um die gekündigten Mitarbeiter geht, wird Angela Koniecznys Tonfall härter. „Ich komme selber aus der Pflege und es ist ganz wichtig, diese Arbeit ordentlich zu machen. Wenn diese Frauen sagen, unsere Pflege sei schlecht, dann beschuldigen sie sich und ihre Arbeit selbst.“ Die Einstellung der Mitarbeiter habe in der Pflege einen besonders hohen Stellenwert, da man schließlich für Menschen verantwortlich sei. „Und wenn jemand Zigarettenpausen macht, während noch Menschen gewaschen werden müssen, dann kann ich das nicht verstehen.“ Als Leitung hätte Burghard Herrmann sich nichts zu Schulden kommen lassen. „Ich bin sehr viel im Haus unterwegs, kontrolliere die Arbeit der Mitarbeiter und bespreche mit ihnen, was noch verbessert werden muss“, sagt er.

Das Arbeitsklima hat sich laut Herrmann deutlich verbessert, seit einige Mitarbeiter das Haus verlassen hätten. „Wir sind auf einem guten Weg und haben keinen Personalmangel. Der Krankenstand ist seit Juni schlagartig zurückgegangen.“ Viele der Vorwürfe seien haltlos. Bei multiresistenten Keimen hielte das Haus Thomsen alle Vorschriften ein – in dem Fall habe sich die Infektion allerdings nicht im Brachialsystem, sondern im Urin befunden – „und da braucht man natürlich keinen Mundschutz“.

Manja Peters und Irina Buch reicht es – ebenso vielen ihrer Kollegen. „Bei der Altenpflege muss man mit so viel Herz und Liebe dabei sein“, sagt Manja Peters. „Das sind Menschen, um die es bei uns geht. Wie mit ihnen umgegangen wird, macht mich einfach nur traurig.“ Peters würde am liebsten eine ganz andere Pflege machen. „So geht es vielen meiner Kolleginnen – sie wollen sich mehr Zeit für die Bewohner nehmen. Aber dafür bräuchte man erst einmal einen Investor.“

* Namen wurden von der Redaktion geändert.
Quelle: http://www.shz.de/lokales/elmshorner-nachrichten/gefaehrliche-pflege-im-altenheim-id14308641.html

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 am: 19. Juli 2016, 23:48 
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Ex-Mitarbeiter klagen Seniorenheim an

von Cornelia Sprenger, Redaktion der Elmshorner Nachrichten vom 19. Juli 2016

Ehemalige Angestellte sprechen von unhaltbaren Zuständen, Heimleiter wehrt sich gegen die erhobenen Vorwürfe.

„Ich konnte diese Arbeit mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren“, sagt Altenpflegehelferin Manja Peters (Name geändert). Die Rede ist von dem Elmshorner Pflegeheim Haus Thomsen, wo Manja Peters bis vor Kurzem gearbeitet hat. Mittlerweile hat sie gekündigt und geht mit vier Kollegen an die Öffentlichkeit.

Die fünf Frauen erzählen von Vernachlässigung, von alten Menschen, die nicht regelmäßig gewaschen würden. Sie berichten aber auch von Fällen von multiresistenten Keimen, die ignoriert würden, und von Betäubungs-Pflastern zur Linderung von Schmerzen, die die Bewohner nicht bekämen.

Anfang Mai war das Haus Thomsen schon einmal in den Schlagzeilen. Die Heimleitung hatte einen dreimonatiger Aufnahmestopp verhängt, nachdem Mitarbeiter der Heimaufsicht des Kreises bei einer Regelprüfung Mängel bei den Abläufen und Qualitätskontrollen festgestellt hatten. Bei der Pflege der Bewohner gab es keine Beanstandungen. Der Geschäftsführer des Hauses, Burkhard Herrmann, hatte damals erklärt, seine Mitarbeiter hätten trotz anderer Vorschriften die Behandlungen nicht nachvollziehbar dokumentiert.

Für Manja Peters ist diese Geschichte einseitig. „Es ist eine Sauerei, dass uns die Schuld in die Schuhe geschoben wird“, sagt Manja Peters. „Wenn die Dokumentation nicht stimmt, dann liegt das an dem Zeitdruck, unter dem wir arbeiten müssen.“

Heimleiter Burkhard Herrmann weist diese Kritik weit von sich. Die Probleme, die die Heimaufsicht angeprangert hat, seien durch die schlechte Arbeit seiner Vorgänger und Fehler des Personals zu begründen.

Bei der Heimaufsicht des Kreises heißt es, Herrmann habe „bezüglich der Beendigung des freiwilligen Belegungsstopps zwischenzeitlich Kontakt aufgenommen“. Derzeit werde geprüft, ob die festgestellten Defizite aufgearbeitet und der Belegungsstopp aufgehoben werden könne.

Es geht um Menschen, um alte Menschen, die oft nicht mehr für sich selbst sprechen können und im Altenheim auf die Fürsorge von Altenpflegern und Altenpflegerhelfern angewiesen sind. Das ist auch der Grund, warum sich fünf Frauen, die bis Mai alle im Senioren- und Pflegeheim Haus Thomsen in Elmshorn gearbeitet haben, an diese Zeitung gewandt haben. Sie wollen über ihre Erfahrungen berichten und das Leben für die Bewohner verbessern. Denn das, was sie während ihrer Arbeit erlebt haben, bezeichnen sie als „gefährliche Pflege“.

Vor allem kritisieren die Frauen die personelle Unterbesetzung im Heim. Wenn sie Glück hätten, seien die Pfleger und Pflegehelfer zu fünft in einer Schicht, manchmal sogar nur zu zweit oder zu dritt. Und das bei bis zu 48 Bewohnern. „Das führt dazu, dass wir uns alle die Hacken ablaufen und körperlich und psychisch am Ende sind“, berichtet Altenpflegerin Irina Buch (Name geändert). Mit zu vielen Betäubungspflastern seien die Bewohner zeitweise richtiggehend sediert worden, weil niemand sich die Mühe gemacht habe, alte, schlecht zugängliche Pflaster zu entfernen. Medikamente seien zu spät bestellt worden, die tägliche Pflege der Menschen sei oft nur eine „oberflächliche Katzenwäsche“. „Was wirklich los ist, sieht man dann erst bei der Intimpflege“, sagt Buch.

Die Tochter einer Bewohnerin, die regelmäßig im Haus Thomsen zu Besuch ist, berichtet: „Die Hygiene im Haus Thomsen ist unmöglich. Da bezahlt man so viel Geld, trotzdem hat meine Mutter fettige Haare und dreckige Fingernägel. Sie wird oft nur einmal in der Woche geduscht – dabei sollte das doch jeden Tag passieren.“ Der Pullover ihrer Mutter starre oft vor Dreck. „Das ist einfach nur ekelhaft.“ Oft habe sie sich schon beschwert. „Dann heißt es immer, dass nicht genug Personal da sei.“ Seit Anfang Mai sollen etwa zwölf Bewohner von Angehörigen aus dem Heim geholt worden sein.

Heimleiter Burghard Herrmann und seine Frau Angela Konieczny, selbst ausgebildete Altenpflegerin, weisen diese Vorwürfe von sich. Auch wenn die Heimaufsicht des Kreises und der medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) im Haus Thomsen Dinge beanstandet hätten – um die Hygiene der Bewohner sei es dabei nie gegangen. „Im Gegenteil – wir bekamen die Rückmeldung, dass sich unsere Bewohner in körperlich gutem Zustand befinden“, sagt Herrmann. Dem Ehepaar ist die Situation, mit der sie jetzt in Elmshorn konfrontiert werden, nicht unbekannt. Das Altenheim in Henstedt-Ulzburg, das sie 2012 übernommen haben, habe am Anfang auch schlechte Qualitätsprüfungen vom MdK bekommen. Und auch dort habe es Probleme mit einigen Mitarbeitern gegeben. „Das ist hier wie ein Abziehbild von Henstedt-Ulzburg. Und jetzt, zwei Jahre später, gibt es keine Beanstandungen mehr vom MdK – und noch wichtiger: Der Krankheitsstand bei unseren Mitarbeitern ist unter zwei Prozent gefallen“, sagt Angela Konieczny. Sie und ihr Mann sind überzeugt, dasselbe auch in Elmshorn zu schaffen. „Sonst wären wir hier auch fehl am Platz.“

Nur sind da weiterhin die Vorwürfe ihrer ehemaligen Mitarbeiterinnen. Wie die Altenpflegehelferin Manja Peters berichtet, hätten mindestens zwei Bewohner des Hauses multiresistente Keime. Normalerweise müssten diese Menschen von den anderen Bewohnern isoliert werden und alle Mitarbeiter, die mit ihnen zu tun haben, Handschuhe, Mundschutz und Kittel tragen. „Aber das erlaubt der Chef nicht, damit die Angehörigen nicht sehen, dass es hier Probleme gibt.“

Acht Mitarbeiter hätten in letzter Zeit das Heim verlassen, fünf hätten gekündigt, drei seien fristlos gekündigt worden. Auch Irina Buch war kurz vor dem Zusammenbruch, als sie gekündigt hat. Die ausgebildete Altenpflegerin war als Nachtwache eingeteilt und während ihres Dienstes allein eingesetzt. Sie erzählt von Notfällen, etwa, wenn ein Patient einen Herzinfarkt erleidet. „Dann muss ich den Notarzt rufen, die Tür aufmachen, den Fahrstuhl holen und das Ganze dokumentieren – aber während dieser ganzen Zeit bleibt der Patient allein.“ Solche Notfälle seien in den vergangenen drei Monaten fünf- bis sechsmal vorgekommen. Irina Buch kam mit der Situation nicht mehr zurecht, bekam Panikattacken und konnte nicht mehr richtig schlafen. Nachdem kürzlich ein verstorbener Bewohner bereits zehn Stunden tot in seinem Bett lag, als sie ihre Schicht antrat, war das für sie nur das letzte Glied einer langen Kette an Vorfällen – sie kündigte.

Auch für Manja Peters, die in der Tagesschicht arbeitete, waren die Arbeitsbedingungen unhaltbar: „Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist durch den ganzen Stress unglaublich schlecht. Überall wird nur gemeckert und vom Chef kommt nur Druck, keinerlei Lob.“ Burkhard Herrmann ließe sich auf den Stationen den ganzen Tag kaum blicken und reagiere auch nicht auf die Nöte seiner Angestellten.

Selbst eine Pflegedienstleitung (PDL) gebe es tagsüber im Haus Thomsen nicht. Für die Organisation der Abläufe und Absprachen mit Ärzten und Apotheken arbeitet in einem Altenheim normalerweise eine speziell ausgebildete Kraft. In jeder Einrichtung muss es eine solche PDL geben. Diese Ausbildung hat im Haus Thomsen laut Irina Buch aber nur eine Frau, die als Nachtwache tätig ist und damit tagsüber nicht anwesend. „Auf dem Dienstplan sieht alles ganz gut aus“, sagt Manja Peters. „Aber da stehen Mitarbeiter drauf, die schon lange nicht mehr da sind.“

Auch zu diesen Punkten bleiben Burghard Herrmann und Angela Konieczny nicht stumm. Zu wenig Personal gebe es in ihrer Einrichtung nicht – und vorübergehende Engpässe würden durch Zeitarbeitsfirmen ausgeglichen. Das sei nicht ideal, aber manchmal die einzige Möglichkeit. Mittlerweile sei man aber in der komfortablen Lage, eine 50-prozentige Fachkraftrate vorweisen zu können. Das werde auch regelmäßig von den Behörden überprüft. „Nicht mehr vorhandenes Personal auf die Dienstpläne zu schreiben, sei da gar nicht möglich“, sagt Burghard Herrmann.

An der Fortbildung der Mitarbeiter arbeiteten die beiden jetzt Punkt für Punkt, um die Qualität zu verbessern und den Anforderungen des MdK zu entsprechen. „Wir arbeiten auch daran, die individuelle Pflege zu verbessern“, sagt Konieczny und berichtet von Essen, die auf die Vorlieben der Bewohner abgestimmt werden. Was die PDL betrifft, so sei die Stelle bereits ein halbes Jahr vakant gewesen, als sie das Haus Thomsen übernommen hätten. Dass die jetzige PDL nachts arbeite, sei rechtlich kein Problem. „Es gibt keine Vorschriften darüber, wann eine PDL im Dienst ist. Aber wir werden auch bald eine zweite PDL haben, die auch tagsüber arbeitet.“

Wenn es um die gekündigten Mitarbeiter geht, wird Angela Koniecznys Tonfall härter. „Ich komme selber aus der Pflege und es ist ganz wichtig, diese Arbeit ordentlich zu machen. Wenn diese Frauen sagen, unsere Pflege sei schlecht, dann beschuldigen sie sich und ihre Arbeit selbst.“ Die Einstellung der Mitarbeiter habe in der Pflege einen besonders hohen Stellenwert, da man schließlich für Menschen verantwortlich sei. „Und wenn jemand Zigarettenpausen macht, während noch Menschen gewaschen werden müssen, dann kann ich das nicht verstehen.“ Als Leitung hätte Burghard Herrmann sich nichts zu Schulden kommen lassen. „Ich bin sehr viel im Haus unterwegs, kontrolliere die Arbeit der Mitarbeiter und bespreche mit ihnen, was noch verbessert werden muss“, sagt er.

Das Arbeitsklima hat sich laut Herrmann deutlich verbessert, seit einige Mitarbeiter das Haus verlassen hätten. „Wir sind auf einem guten Weg und haben keinen Personalmangel. Der Krankenstand ist seit Juni schlagartig zurückgegangen.“ Viele der Vorwürfe seien haltlos. Bei multiresistenten Keimen hielte das Haus Thomsen alle Vorschriften ein – in dem Fall habe sich die Infektion allerdings nicht im Brachialsystem, sondern im Urin befunden – „und da braucht man natürlich keinen Mundschutz“.

Manja Peters und Irina Buch reicht es – ebenso vielen ihrer Kollegen. „Bei der Altenpflege muss man mit so viel Herz und Liebe dabei sein“, sagt Manja Peters. „Das sind Menschen, um die es bei uns geht. Wie mit ihnen umgegangen wird, macht mich einfach nur traurig.“ Peters würde am liebsten eine ganz andere Pflege machen. „So geht es vielen meiner Kolleginnen – sie wollen sich mehr Zeit für die Bewohner nehmen. Aber dafür bräuchte man erst einmal einen Investor.“
Quelle: http://www.shz.de/lokales/elmshorner-nachrichten/ex-mitarbeiter-klagen-seniorenheim-an-id14315661.html

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 am: 19. Juli 2016, 23:38 
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Nichts geht mehr in Elmshorn : Aufnahmestopp im Pflegeheim

von Cornelia Sprenger, Redaktion der Elmshorner Nachrichten  vom 11. Mai 2016


Bei einer Regelprüfung haben die Mitarbeiter der Heimaufsicht Mängel bei den Abläufen und Qualitätskontrollen festgestellt.

Elmshorn | Schlechte Neuigkeiten für Senioren, die in den nächsten drei Monaten in das Pflegeheim Haus Thomsen einziehen wollten: Die Heimaufsicht des Kreises hat einen Aufnahmestopp empfohlen, dem die Geschäftsführung jetzt auch nachgekommen ist. Der Grund: Bei einer Regelprüfung haben die Mitarbeiter der Heimaufsicht Mängel bei den Abläufen und Qualitätskontrollen festgestellt. ...
Quelle: http://www.shz.de/lokales/elmshorner-nachrichten/aufnahmestopp-im-pflegeheim-id13666791.html



!!! MDK-Note: 4,8 !!! [>>]
Quelle: http://www.pflegelotse.de/...

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 am: 19. Juli 2016, 10:12 
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ARD Plusminus Sendung am 20.07.2016, 21:45 Uhr

Missstände im Pflegeheim  –  Warum Täter nur selten verurteilt werden


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=LpRY9Y3gvds


Pflegeheime, in denen alte Menschen nicht genug zu trinken bekommen, eitrige Infektionen nicht behandelt und Medikamente nicht richtig verabreicht werden. Immer wieder erstatten Angehörige von Pflegebedürftigen Anzeige wegen schwerwiegender Mängel und immer wieder bleibt das ohne Konsequenzen. Denn die Staatsanwaltschaften stellen ihre Ermittlungen häufig schnell wieder ein – aus Mangel an Beweisen. Unser Rechtsystem macht es Tätern leicht und schützt Pflegebedürftige kaum.

WIEDERHOLUNGEN
Do, 21.07.16 | 05:00 Uhr | Das Erste
Do, 21.07.16 | 10:30 Uhr | tagesschau24
Do, 21.07.16 | 22:15 Uhr | tagesschau24
Fr,  22.07.16 | 12:45 Uhr | EinsPlus
Sa, 23.07.16 | 09:45 Uhr | EinsPlus
Sa, 23.07.16 | 15:30 Uhr | tagesschau24

Quelle: http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sendung-vom-20-07-2016-102.html

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 am: 18. Juli 2016, 15:20 
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„Die Karlsruher Richter sind altenfeindlich“
Klage für bessere Pflege

Alexander Frey rollt den Stein nun schon zum vierten Mal den Berg nach Karlsruhe hinauf. Unermüdlich kämpft der Münchner Sisyphos für mehr Menschenwürde in deutschen Heimen. Bislang hat das Verfassungsgericht seine Beschwerden abgeschmettert. Doch der Anwalt gibt nicht auf.


Von Susanne Böllert
Quelle: http://www.merkur.de, 05.07.2016

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 am: 18. Juli 2016, 09:54 
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Mitarbeiter-Erfahrungsberichte: Alloheim Senioren-Residenzen [>>]

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 am: 14. Juli 2016, 15:34 
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ANFRAGE

ZDF - WISO-Redaktion sucht Betroffene zum Thema "Besuchsverbot in Altenheim?"

"Besuchsverbot in Altenheim? Sie kümmern sich um Angehörige in einem Alten- oder Pflegeheim und engagieren sich für eine gute Pflege und Betreuung Ihrer Liebsten? Kommt es zu Konflikten mit der Heimleitung, kann es vorkommen, dass Ihnen ein Besuchs- oder Hausverbot ausgesprochen wird.

Wir suchen Angehörige, die gegen Besuchsverbote kämpfen und ihre Geschichte vor der Kamera schildern wollen. Melden Sie sich unter wiso@zdf.de"

Quelle: https://www.facebook.com/ZDFwiso/photos/a.10150146041413859.290972.54402378858/10154078742118859/?type=3

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 am: 14. Juli 2016, 01:01 
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Tödlicher Polizeieinsatz Altenheimbewohner von Polizei erschossen

Am Mittag ist in einem Altenpflegeheim in Bayern ein Bewohner erschossen worden, als er einen Polizisten mit einem Messer attackierte. Er sollte von der Polizei in eine psychiatrische Klinik gebracht werden. ...
Quelle: http://www.rechtsdepesche.de/altenheimbewohner-von-polizei-erschossen/, 13.07.2016



Zitat
Polizist erschießt in Erharting Pflegeheimbewohner nach Messerattacke

Es sollte eine Routineangelegenheit werden und endet doch tödlich. Die Zwangseinweisung eines Pflegeheimbewohners in eine Nervenklinik eskaliert.

... Auf Anordnung des Landratsamtes in Mühldorf am Inn soll der Bewohner des Seniorenpflegeheimes Birkenhof am Mittag in eine Nervenklinik gebracht werden - warum und ob bereits richterlich bestätigt, ist zunächst unbekannt. Wie bei solchen Einweisungen nicht unüblich, wird eine Polizeistreife angefordert, um die Maßnahme zu begleiten.
Als Sanitäter und die beiden Beamten das Zwei-Bett-Zimmer betreten, geht der 62-Jährigen laut Polizei sofort mit dem Messer auf sie los. Der jüngere der beiden Polizisten wird dabei "erheblich verletzt", heißt es in dem Polizeibericht: Der Beamte wird später ins Krankenhaus gebracht. ...
Quelle: http://www.infranken.de/ueberregional/Polizei-erschiesst-in-Erharting-Pflegeheimbewohner;art55462,2011813, 13.07.2016

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 am: 13. Juli 2016, 17:01 
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TV-Sendung NDR/Markt im Dritten berichtet:

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Streit um Altenheim in Hamburg

Markt - 11.07.2016 20:15 Uhr Autor/in: Jessica Ostermünchner

Ohne Vorwarnung hat der Betreiber einer Seniorenresidenz in Hamburg allen Bewohnern und Angestellten gekündigt. Wie geht es nun weiter für die Bewohner? Markt war vor Ort.
Quelle: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/markt/Streit-um-Altersheim-in-Hamburg,markt10474.html


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Seniorenresidenz Wellingsbüttel schließt

Hamburg Journal - 28.06.2016 19:30 Uhr

26 Bewohner müssen ein neues Zuhause finden, wenn die Seniorenresidenz Wellingsbüttel wegen fehlenden Brandschutzes schließt. Sie wollen sich dagegen wehren.
Quelle: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Seniorenresidenz-Wellingsbuettel-schliesst,hamj48920.html



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Wenn das Altersheim alle Bewohner rauswirft

Der Betreiber eines Hamburger Altersheims kündigt allen Bewohner und Mitarbeitern – mit nur zwei Monaten Vorlauf. Die Hintergründe scheinen unklar. Die Angehörigen wollen dies nicht hinnehmen.


... 27 pflegebedürftige Bewohner müssen sich innerhalb von zwei Monaten Plätze in anderen Altersheimen suchen. Etwa 40 Mitarbeiter werden entlassen. Kein Aufschub, kein sanfter Übergang. ...

... Die Betreiber begründen das Aus für das Altersheim mit wirtschaftlichen Gründen, zudem habe sich der krankheitsbedingte Pflegebedarf stark verändert. ... Die benötigten Aufwendungen "sprengen jeden wirtschaftlichen Rahmen." ...

... Die Seniorenresidenz Wellingsbüttel GmbH & Co. ist laut Unternehmensregister auf Lars Johnson und Sven Johnson eingetragen, das Gebäude liegt an an der Waldingstraße in Wellingsbüttel, ... Direkt an das Pflegeheim grenzt an der Ecke Saseler Chaussee/Ecke Waldingstrasse ein großes, brachliegendes Grundstück, das mit einem Bauzaun umzäunt ist. Auch dieses Areal soll wohl der Familie des Betreibers gehören. ...
Quelle: http://www.welt.de/regionales/hamburg/article156630284/Wenn-das-Altersheim-alle-Bewohner-rauswirft.html, 26.06.2016

 20 
 am: 11. Juli 2016, 16:07 
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Ausschreibung zur Ambulantisierung des Bundesgesundheitsministeriums

... Das Bundesministerium für Gesundheit beabsichtigt einen Auftrag zur Ambulantisierung stationärer Einrichtungen im Pflegebereich und innovative ambulante Wohnformen zu vergeben, in dem eine Datenerhebung zur Entwicklung ambulanter Wohnformen durchgeführt werden soll. Ein besonderes Augenmerk soll hierbei auf dem Phänomen der steigenden Ambulantisierung im stationären Bereich liegen.

Des Weiteren sollen die konkreten Anreizwirkungen der Regelungen auf Bundesebene sowie der Ländergesetzgebungen ermittelt werden. Schließlich sollen Empfehlungen erarbeitet werden, wie sich innovative Ansätze mit einem Mehrwert für die Nutzerinnen und Nutzer, die sich im ambulanten Bereich entwickelt haben, von ungewollten Gestaltungen abgrenzen lassen. ...

Der Auftrag soll im Juli 2016 beginnen und eine Laufzeit von 12 Monaten haben. ... Die Angebotsfrist endet am 27.06.2016, 12:00 Uhr ...

Die Vergabeunterlagen sind elektronisch frei, direkt und vollständig unter der Internetadresse: http://www.dlr.de/pt/ausschreibungsunterlagen verfügbar.

Quelle: http://www.dlr.de/pt/Portaldata/45/Resources/a_dokumente/gesundheitsforschung/Bekanntmachung_oeffentliche_Ausschreibung_Ambulantisierung.pdf, 30.05.2016

Weiter heißt es in der Anlage zum Vergabeverfahren:

Zitat
... Derzeit wird verstärkt auf Tendenzen zur Ambulantisierung von als stationär einzustufenden Versorgungssettings aufmerksam gemacht. Diese beruhen entweder auf der schlichten Umwandlung stationärer Einrichtungen oder – im Zuge von Neugründungen – auf der Kombination von Wohnraumüberlassung mit teilstationären Angeboten und / oder mit ergänzenden ambulanten Leistungsangeboten. Diese haben jedoch zum Teil keinen erkennbaren pflegerisch-betreuerischen Zusatznutzen für die Versorgung der Betroffenen. Demgegenüber sind in der Praxis auch durchaus innovative ambulante Wohnformen für pflegebedürftige Menschen anzutreffen, die einen deutlichen pflegerisch-betreuerischen Mehrwert für die Nutzerinnen und Nutzer haben.

Qualifizierte Angaben zu diesen Entwicklungen und deren Kostenfolgen für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Soziale Pflegeversicherung (SPV) gibt es bislang nicht. Es fehlt ein auf empirisch gewonnenen Daten beruhender, detaillierter Überblick über die Anzahl von umgewandelten stationären Einrichtungen als auch von neuen ambulanten Wohnformen, die insbesondere im Zuge von Neugründungen initiiert werden.

Zur Schaffung einer validen Informationsgrundlage zum Stand und zur Entwicklung ambulanter Wohnformen beabsichtigt das BMG, eine wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben. ...

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