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 11 
 am: 07. Juni 2015, 16:28 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Biva kritisiert regelwidrigen Einsatz von Betreuungskräften nach §87b SGB XI
Lückenbüßer für das Pflegepersonal?
Quelle: CAREkonkret 23-2015, 05.06.2015, S. 6 [>>]

PERSONAL IM PFLEGEHEIM
Umfrage: Betreuungskräfte oft nicht rechtmäßig eingesetzt
Quellen:
- http://www.altenpflege-online.net/Infopool/Nachrichten/Betreuung/87b-Kraefte-fuehren-haeufig-betreuungsfremde-Taetigkeiten-aus?
- http://www.altenheim.net/Infopool/Nachrichten/Umfrage-Betreuungskraefte-oft-nicht-rechtmaessig-eingesetzt


Qualität in der Altenpflege ist gefährdet
Bundesgesundheitsministerium verteidigt Einsatz von angelernten Helfern
Quelle: http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article141723577/Qualitaet-in-der-Altenpflege-ist-gefaehrdet.html, 01.06.2015

Amateure im Altenheim
Deutsche Pflegeheime greifen gern auf angelernte Quereinsteiger zurück. Häufig müssen sie Aufgaben der Pfleger übernehmen. Das ist nicht erlaubt – und für die alten Menschen gefährlich.
Bundesgesundheitsministerium verteidigt Einsatz von angelernten Helfern
Quellen:
- http://www.welt.de/wirtschaft/article142055785/So-gefaehrlich-sind-Amateur-Pfleger-im-Altenheim.html, 07.06.2015
- http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article141694133/Amateure-im-Altenheim.html, 31.05.2015


Altenheime setzen unqualifiziertes Personal ein
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/pflege-altenheime-setzen-unqualifiziertes-personal-ein-1.2500719, 31.05.2015

Altenheime setzen vermehrt Angelernte für Pflege ein
Quelle: http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article205350299/Altenheime-setzen-vermehrt-Angelernte-fuer-Pflege-ein.html, 31.05.2015

Für pflegerische Hilfstätigkeiten missbraucht!
Quelle: http://www.bremen.de/fastmedia/36/185_Juni_15.pdf - Seniorenvertretung Bremen

87b-Kräfte führen häufig betreuungsfremde Tätigkeiten aus
Quelle: http://www.altenpflege-online.net/Infopool/Nachrichten/Betreuung/87b-Kraefte-fuehren-haeufig-betreuungsfremde-Taetigkeiten-aus, 25.05.2015

 12 
 am: 07. Juni 2015, 00:09 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Billigpfleger im Altenheim:
Sicht der Betroffenen


... Wir bekamen zum Beispiel Zuschriften von Betreuungsassistenten. Eine von ihnen schrieb uns dies:

„2012 habe ich mich hier im Landkreis beim größten Altenheimträger beworben. Ich muss erwähnen, dass ich bis dato nie etwas mit Pflege oder Betreuung zu tun hatte, außer wenn das Wickeln meiner Kinder zählt :-). (…) Sie suchten nach Leuten, die Leistungen erbringen für die man eigentlich gelernt haben müsste. Ich habe nicht gelernt, und trotzdem: Ich habe Medikamente verabreicht. Ich habe “gefüttert”. Ich zog Kompressionsstrümpfe an und und … Wenn ich mal gesagt habe, dass ich das eigentlich nicht darf, war ich unten durch. (…) Wenn einer zum Beispiel einen Bewohner fertig hat, nimmt auch jede ungelernte Kraft einfach die Medikamente aus dem Tablettenschrank und verabreicht diese. Ich komme aus Baden Württemberg und bin in einer Privatwirtschaftlichen Einrichtung in einer geschlossenen, für an Demenz und Alzheimer Erkrankte.“ ...

[vollständigen Beitrag lesen >>]

Quelle: http://investigativ.welt.de/2015/06/02/billigpfleger-im-altenheim-das-sagen-die-betroffenen/

 13 
 am: 07. Juni 2015, 00:00 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Seniorenbetreuung
So gefährlich sind Amateur-Pfleger im Altenheim
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article142055785/So-gefaehrlich-sind-Amateur-Pfleger-im-Altenheim.html?config=print, 07.06.2015


Zitat
WELT am SONNTAG, 31.05.2015, Von Anette Dowideit

Amateure im Altenheim

Deutsche Pflegeheime greifen gern auf angelernte Quereinsteiger zurück. Häufig müssen sie Aufgaben der Pfleger übernehmen. Das ist nicht erlaubt – und für die alten Menschen gefährlich.

Es war Zufall, dass Christian Hübner genau in diesem Moment in den Speisesaal schaute. "Ein Heimbewohner, ein alter Herr, würgte und hustete. Man sah, dass er keine Luft mehr bekam, und die Betreuerin saß hilflos daneben", erzählt er. Was geschehen wäre, wenn er nicht vorbeigekommen wäre? Wenn er den nach Luft japsenden Mann nicht nach vorne gebeugt, über das eigene Knie gelegt und kräftig zwischen die Schulterblätter geschlagen hätte, so wie er es in der Ausbildung gelernt hat, bis dieser das Schnitzelstück wieder ausspuckte? "Womöglich wäre er erstickt", sagt Hübner.

Hübner ist ausgebildeter Altenpfleger, die Frau, die dem Kampf des Rentners nur tatenlos zusehen konnte, ist es nicht. Sie ist eine von Tausenden sogenannten Betreuungsassistenten, auf die die Politik neuerdings verstärkt setzt, um gegen den Fachkräftemangel in der Pflege anzusteuern. Die Zahl dieser angelernten Quereinsteiger in den Pflegeheimen steigt in diesen Wochen kräftig. Denn das Anfang des Jahres in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz sieht vor, dass Heimbetreiber mit finanzieller Unterstützung der Pflegekassen bundesweit rund 20.000 zusätzliche Betreuungsassistenten einstellen dürfen. Bislang wurden diese Zusatzkräfte, auch Alltagsbegleiter genannt, nur für Demenzkranke bewilligt. Jetzt haben Heime für alle Bewohner Anspruch auf sie.

Doch diese Maßnahme, die Erleichterung schaffen soll, hat nicht selten Besorgnis erregende Folgen. Denn die Betreuungsassistenten werden nach Recherchen der "Welt am Sonntag" vielerorts rechtswidrig eingesetzt. Sie waschen bettlägerige Bewohner, lagern sie im Bett um, füttern sie oder verabreichen ihnen Medikamente. Alles Aufgaben, die aus gutem Grund ausgebildetem Fachpersonal vorbehalten sind.

Bei Demenzkranken im fortgeschrittenen Stadium etwa ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich beim Essen verschlucken und Nahrung so tief in die Luftröhre gerät, dass nur ein gelernter Pfleger wie Hübner helfen kann. "Das ist tatsächlich hoch problematisch", sagt Nils Lahmann, ein Pflegewissenschaftler von der Berliner Charité. Ein Angelernter erkenne zum Beispiel kaum die typischen Symptome, die ein Parkinsonpatient zeigt, wenn seine Medikamente überdosiert sind – und werde diesem, anstatt einen Arzt zu rufen, möglicherweise erst einmal eine weitere Tablette verabreichen.

Aktuelle Statistiken, wie viele solcher Betreuer momentan bundesweit im Einsatz sind, gibt es nicht. Klar ist aber, dass die Zahl kräftig wächst. Seit der Einführung dieses Berufs im Jahr 2008 war die Zahl bis Ende 2013 auf knapp 28.000 gestiegen. Und die Bundesregierung prognostiziert, dass es schon bald 45.000 sein werden – so viele wären es, wenn alle Heime die ihnen für ihre Bewohner zustehenden Kräfte demnächst einsetzen. Zum Vergleich: Die Zahl der ausgebildeten Altenpfleger, die in den 13.000 Heimen bundesweit arbeiten, liegt nur gut dreimal höher, nämlich bei 151.000.

In der Bundespolitik werden die Zusatzkräfte als großer Fortschritt gefeiert. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) brüstete sich bei einem Pflegekongress Anfang Mai in Berlin mit dem Erfolg: "Das Gesetz ist erst zwölf Wochen alt, doch schon jetzt hat die Hälfte der Pflegeheime die Zahl ihrer Betreuungsassistenten aufgestockt." Eine große Erleichterung sei das, für die Pflegebedürftigen ebenso wie für die Pfleger. Denn die Betreuer seien lediglich als Ergänzung zu Altenpflegern vorgesehen, "sie dürfen kein Ersatz sein".

Die Angelernten, oft ehemalige Langzeitarbeitslose, die mindestens 160 Stunden geschult werden, dürfen laut Gesetz nur Betreuungsaufgaben erledigen. Das heißt: Bewohnern vorlesen, mit ihnen spazieren gehen oder sich mit ihnen unterhalten. Pflegehelfern zum Beispiel ist es erlaubt, sogenannte grundpflegerische Aufgaben zu übernehmen, zum Beispiel Toilettengänge begleiten. Betreuungsassistenten dürfen das nur dann, wenn gerade kein Pfleger greifbar ist. So steht es in den ans Gesetz angelehnten Richtlinien der gesetzlichen Krankenkassen.

Ein Aufruf der "Welt am Sonntag" über ein Internetportal für Pflegekräfte zeigt, wie häufig die Betreuungsassistenten in der Praxis wohl dennoch pflegen müssen: Es meldeten sich Dutzende Pfleger, die berichten, dass in ihren Heimen die Angelernten regelmäßig zur Lagerung Bettlägeriger eingeteilt würden – und diese dann häufig offene Wunden entwickelten, weil sie nicht fachgerecht gelegt und stabilisiert würden. Oder dass die Helfer bettlägerige, schwere Patienten allein aus den Betten und auf die Toilette hieven müssten, ohne die richtigen Handgriffe zu kennen. "Das Problem mit den Betreuungsassistenten ist uns bekannt", sagt Christel Bienstein, Pflegeprofessorin von der Universität Witten-Herdecke. Zwar sei der Ansatz gut, Alltagshelfer einzusetzen. Doch in der Praxis zeige sich, dass es an Fachpersonal mangele – und dass dieser Mangel durch die Alltagsbegleiter nicht sinnvoll kompensiert werden könne.

Pfleger Christian Hübner, der heute in einem Krankenhaus arbeitet, machte während seiner Ausbildung Station in fünf Pflegeheimen – und hat in vieren erlebt, dass die Angelernten gesetzeswidrig eingesetzt wurden. "In einer Einrichtung bekamen die Betreuungsassistenten morgens vier oder fünf bettlägerige Bewohner zugeteilt und mussten sie alleine waschen. Das ist nicht mal mehr grenzwertig", findet er.

Einsätze von Betreuungsassistenten als Pfleger scheinen schon fast der Normalfall zu sein, sagt auch Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DbfK). "Bei unseren Mitgliedern sind die Betreuungsassistenten momentan ein großes Thema. Wir erfahren, dass sie wegen des Pflegermangels in den Heimen häufig Aufgaben übertragen bekommen, für die sie nicht qualifiziert sind – und dabei überhaupt nicht die Risiken überblicken."

Die Betreiber von Pflegeheimen geben sich teilweise zugeknöpft. Die größte privatwirtschaftliche Heimkette, Curanum, macht gar keine Angaben dazu, wie viele Alltagshelfer in ihren 124 Heimen arbeiten. Auch die Frage, ob die Betreuungsassistenten die Bewohner auch pflegen müssen, lässt das Unternehmen unbeantwortet. Offener gibt sich der Verband der katholischen Altenhilfe (VKAD), der die Betreiber von 965 Pflegeheimen bundesweit vertritt.

VKAD-Präsident Hanno Heil sagt, die Mitglieder seines Verbandes empfänden die Betreuungsassistenten durchgängig als "große Erleichterung". Für die sogenannte Behandlungspflege, also medizinische Aufgaben wie den Wechsel von Verbänden, würden sie jedoch keineswegs eingesetzt. "In den Bereich Pflege reicht bei unseren Trägern das Aufgabenspektrum der Betreuer höchstens hinein, wenn sie die Bewohner zum Beispiel beim Essen unterstützen", sagt Heil. Wo das Unterstützen des selbstständigen Essens anfängt und das Füttern anfängt, lasse sich im Alltag oft nicht unterscheiden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Jens Spahn (CDU), glaubt, in der täglichen Praxis sei Pragmatismus sinnvoll. "Betreuungskräfte sollen nicht pflegen, aber zumindest Essen reichen dürfen", sagt Spahn. "Alles andere ist lebensfremd."

Alarmierend ist jedoch das Ergebnis einer vor wenigen Wochen veröffentlichten Online-Befragung des Pflege-Selbsthilfeverbandes "Heim-Mitwirkung", an der rund 200 Pflegekräfte teilnahmen und 80 von ihnen ausführlich antworteten. Demnach müssen rund zwei Drittel aller Betreuungsassistenten Bewohner füttern, und jeder fünfte wird eingesetzt, um Schwerstpflegebedürftige zu waschen oder zu lagern. Zu ähnlichen Ergebnissen war 2012 bereits eine Umfrage im Auftrag des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen gekommen.

Die Bundesregierung hat das offensichtlich wenig beeindruckt. Den kräftigen Ausbau des Modells seit Jahresanfang verbuchen sowohl der Bundesgesundheitsminister als auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), als Erfolg. Das Bundesgesundheitsministerium erklärt, das Konzept habe sich "in der Praxis bewährt". Und Laumann sagt: "Die Aufstockung ist sowohl für die Pflegekräfte als auch für die Pflegebedürftigen ein großer Gewinn."

Kritiker sehen das anders. Pflegeverbandssprecherin Knüppel vermutet, dass die Bundesregierung sehr wohl vom Missbrauch der Betreuungsassistenten wisse – aber schlicht wegsieht. "Anstatt die Pflegefachkräfte in den Heimen tatsächlich zu entlasten, wird die Versorgung auf immer mehr pflegerische Laien übertragen", sagt sie. Aus politischer Sicht habe eine solche Strategie gleich mehrere Vorteile: "Sie kaschiert die durch den Fachkräftemangel entstandene pflegerische Unterversorgung in vielen Heimen, sorgt für positive Schlagzeilen und gleichzeitig schafft sie Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose."

Aus der Opposition werden deshalb nun Rufe nach einer kritischen Überprüfung des Modells Betreuungsassistenten laut. Die Bundesregierung müsse eine Evaluation vornehmen, fordert die pflegepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Elisabeth Scharfenberg: "Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, dass zusätzliche Betreuungskräfte in größerem Ausmaß Pflegefachkräfte ersetzen, muss die Bundesregierung gesetzliche Regelungen erlassen, die diesen Missbrauch verhindern." Scharfenberg findet, in Deutschland sei ein "fortschreitender Werteverfall der Pflegeleistungen" im Gange.

Von den Heimbetreibern ist unterdessen wenig Unterstützung zu erwarten, denn für sie lohnt sich der Einsatz betriebswirtschaftlich: Die Quereinsteiger verdienen in der Regel nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde, während ein examinierter Altenpfleger laut einer aktuellen Berechnung der Gewerkschaft Verdi inklusive aller Zulagen auf 17,50 Euro Stundenlohn kommen kann. Dazu kommt: Das Gehalt der Assistenten wird von den Pflegekassen bezuschusst – bei manchen Heimen laut GKV-Spitzenverband so stark, dass sie selbst gar kein Gehalt mehr zuzahlen müssen. Wie viel Zuschuss ein Heim erhält, handelt es mit den Pflegekassen vor Ort aus.

Was genau die Laienpfleger auf den Stationen tun, kontrollierten die Kassen aber in der Regel nicht, sagt der Heimleiter einer katholischen Pflegeeinrichtung im Ruhrgebiet. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen, der für diese Kontrollen zuständig sei, kontrolliert momentan bei seinen Besuchen zwar eingehend, ob die Helfer ihre vorgeschriebenen Kurse absolviert haben und die entsprechenden Unterlagen vorweisen können. "Wie sie aber genau eingesetzt werden, überprüft keiner", sagt er.

Doch das Modell Betreuungsassistent hat nicht nur aus Sicht der Patienten Schattenseiten. Auch unter den ausgebildeten Altenpflegern im Land sorgt das von der Politik so hoch gelobte Konzept für Unruhe, da es Zukunftsängste schürt. Zum Beispiel bei den Angestellten eines gemeinnützigen Trägers in Norddeutschland, zu dem drei Heime gehören. An einem Vormittag Mitte Mai dieses Jahres haben sich die Betriebsratsmitglieder der Kette zu einem Treffen bereit erklärt.

Bei einem Kaffee in einer Bäckerei in der Einkaufsstraße ihrer Kleinstadt berichten sie, was sich momentan in ihrer Heimkette tut. "Seit Januar sind jede Menge neue Betreuungsassistenten eingestellt worden", sagt die Betriebsratschefin. Eine ihrer Kolleginnen hat die Kopie eines Arbeitsvertrages dabei, den die angelernten Helferinnen unterschreiben mussten. In der sogenannten Zusatzvereinbarung heißt es: "Der Arbeitnehmer wird als Betreuungsassistent (Arbeit auf Abruf) eingestellt. Die Firma ist berechtigt, dem Arbeitnehmer aus betrieblichen Gründen auch eine andere zumutbare Tätigkeit innerhalb des Betriebes zuzuweisen." Rund um die Uhr sollen die Angelernten einsatzbereit sein für die Heimkette, theoretisch auch mitten in der Nacht – obwohl sie ihren gesetzlich erlaubten Tätigkeiten, also mit den Bewohnern Karten spielen, gärtnern, ihnen vorlesen – zu dieser Zeit wohl kaum nachkommen können.

Der Betriebsrat der Heimkette vermutet, dass die Betreuungsassistenten als billige Alternative zum Pfleger im Nachtdienst eingesetzt werden könnten. "Dafür spricht jedenfalls, dass wir seit Monaten offene Stellen für Pfleger ausgeschrieben haben, aber stattdessen immer nur Betreuungsassistenten eingestellt werden", sagt die Betriebsratsvorsitzende.

Auch Katharina Meier (Name geändert), Betreuungsassistentin in Stuttgart, erzählt, dass in ihrem Heim die Angelernten zur Pflege eingeteilt werden. Auch sie sollte, als sie dort bereits arbeitete, ein solches Zusatzformular unterschreiben. Darin steht: "Die Arbeitnehmerin verpflichtet sich, bei Bedarf auch pflegerische Aufgaben zu übernehmen." Meier weigerte sich. Die anderen Hilfskräfte im Heim, sagt sie, unterschrieben.

Andere Betreiber von Pflegeheimen gehen noch weiter. Zum Beispiel die privatwirtschaftliche Kette Compassio mit Sitz in Ulm, die 24 Standorte betreibt. In einer Stellenanzeige, die sie auf einem Internetportal schaltete, ist zu lesen: "Sie sind für die soziale Betreuung unserer Bewohner verantwortlich und verrichten zudem grundlegende pflegerische Tätigkeiten." Eine Sprecherin des Unternehmens sagt dazu auf Anfrage, beim Formulieren der Anzeige sei ein Fehler unterlaufen. Die knapp 100 bei Compassio angestellten Betreuungsassistenten würden keinesfalls pflegerische Aufgaben übernehmen.

Der Darmstädter Pflegerechtsanwalt Alexander Wischnewski allerdings sagt, es gebe beim Einsatz der angelernten Betreuer Graubereiche: Zur sogenannten Grundpflege gehöre nämlich auch schon die "mundgerechte Zubereitung" von Speisen, ebenso wie Unterstützung beim An- und Ausziehen. Im Zweifelsfall können Heimbetreiber sich also darauf berufen, nur solche unterstützenden Aufgaben gemeint zu haben.

Wie gefährlich es sein kann, wenn Angelernte allein für alte, kranke Menschen zuständig sind, zeigte Mitte Mai in Hamburg ein Prozess vor dem Amtsgericht Harburg: Eine ungelernte Pflegehelferin hatte an ihrem ersten Arbeitstag allein eine bettlägerige alte Dame aus dem Bett holen, waschen und anziehen sollen. Als sie sich kurz umdrehte, rutschte die alte Frau aus dem Bett und schlug mit dem Gesicht mit Wucht auf die Kante ihres Nachttisches. Die Bewohnerin, die auf dem rechten Auge schon blind war, wird durch den Unfall wohl ihr komplettes Augenlicht verlieren.

Die Pfleger – egal ob gelernt oder ungelernt – sind für ihre eigenen Fehler rechtlich verantwortlich. 500 Euro Geldstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt, waren es im Fall der Hamburger Hilfskraft. Vielen Angelernten ist das nicht bewusst. Und eine Berufshaftpflicht-Versicherung deckt in ihren Fällen natürlich nur Tätigkeiten ab, die ihnen per Gesetz erlaubt sind. Häufig sind die Betreuungsassistenten gering qualifiziert, ehemalige Verkäuferinnen oder Lagerarbeiter, viele sind Migranten. Wehren sie sich, wenn die Heimleitung sie zur Pflege einteilt, fürchten viele um ihren Arbeitsplatz. Eigentlich, findet deshalb der Anwalt der Hamburger Hilfspflegerin, hätte nicht seine Mandantin auf die Anklagebank gehört. Sondern die Heimleitung.
Quelle: http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article141694133/Amateure-im-Altenheim.html - Mit freundl. Genehmigung der Autorin



Siehe dazu unsere Presse-Info
[Betreuungskräfte - Für pflegerische Hilfstätigkeiten missbraucht]

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 am: 06. Juni 2015, 20:57 
Begonnen von Multihilde - Letzter Beitrag von admin
Zitat
ARD Report Mainz 02.06.2015, 21:55 Uhr
Unerwünschte Betreuer
Gerichte setzen auf Berufsbetreuer statt auf Angehörige und Ehrenamtliche



In Deutschland steigt der Anteil der Berufsbetreuungen deutlich an, während Familienangehörige und ehrenamtliche Betreuer immer mehr an Bedeutung verlieren. So wurden nach Angaben des Bundesministeriums der Justiz im Jahr 2006 lediglich 31,6 Prozent Berufsbetreuer bestellt. Diese Zahl stieg 2013 schon auf über 40 Prozent an. Der Anteil der ehrenamtlichen Betreuer, zu denen auch Familienangehörige zählen, sank von 67,7 Prozent (2006) auf rund 59 Prozent (2013).

Diese Entwicklung kritisiert jetzt der Landesrechnungshof Schleswig-Holstein, denn Berufsbetreuungen verursachen deutlich höhere Kosten als Betreuungen durch Ehrenamtler. Die Behörde hat jetzt einen Vorschlag ausgearbeitet, wie in Zukunft wieder mehr Ehrenamtler zum Zuge kommen könnten. Gegenüber REPORT MAINZ sagte die Präsidentin des Landesrechungshofes Schleswig Holstein, Gaby Schäfer: „Wir fordern, dass hauptamtliche Betreuungen regelmäßig und in einem standardisierten Verfahren überprüft werden auf ihre Notwendigkeit. Und gegebenenfalls dann das mildere Mittel einer ehrenamtlichen Betreuung gewählt wird“.

Der erfahrene Betreuungsrichter Axel Bauer vom Amtsgericht Frankfurt/Main unterstützt diesen Vorschlag. Derzeit müssen die Amtsgerichte spätestens nach sieben Jahren Betreuungen überprüfen. "Die sieben Jahre Überprüfung der Berufsbetreuung sind zu lang. Ich schlage vor, zwei Jahre verbindlich in das Gesetz einzuführen", so Bauer im Interview mit dem ARD-Politikmagazin. Das Bundesministerium der Justiz dagegen hält die geltenden Gesetze für ausreichend und sieht derzeit keinen Handlungsbedarf.

Bericht
Autor:
Gottlob Schober

Kamera:
Roland Fenselau, Christian Saal, Thomas Schäfer

Schnitt:
Jörg Hommer

Sprecher:
Gottlob Schober
Quelle: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/ + https://youtu.be/lKu6xMXA7MU

 15 
 am: 18. Mai 2015, 09:30 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Zitat von: WESER-KURIER, 17.05.2015
Viel Wissen, wenig Geld

VON ANTJE STÜRMANN

Bremen. Sie sind top ausgebildet: Marie Schmidt, Sabrina Koch und Charlotte Schreiber* studieren an der Hochschule Osnabrück. Sie wollen in der Pflege arbeiten, und sie sind fleißig. Beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben, möchte man meinen. Schließlich fehlt es in der Pflegebranche an gut qualifizierten Kräften. Doch weit gefehlt. Die drei jungen Frauen aus Bremen sind – so scheint es – für den Arbeitsmarkt überqualifiziert. Die Arbeitgeber möchten ihr akademisches Wissen gern zum Nulltarif nutzen.

Doch das lehnen die künftigen Bachelors ab. Sie sprechen für ihren gesamten Studiengang. Den ersten, den die Hochschule Osnabrück mit einer Pflegeschule im niedersächsischen Quakenbrück dreifach ausgebildet in die Berufswelt entlässt. „Wir schließen Ende September ein vierjähriges duales Studium der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege ab“, sagt Marie Schmidt. Sie und ihre Mitstudentinnen möchten gern als Gesundheits- und Krankenpflegerinnen mit Bachelor in Krankenhäusern arbeiten. Geeignete Stellen gibt es aber offenbar nicht.

Bessere Qualität in der Pflege

Ihre Namen wollen die jungen Frauen nicht in der Zeitung lesen, aus Angst, mit ihrer Kritik potenzielle Arbeitgeber zu verschrecken. Während ihres Studiums haben Fast-Bachelors in Blöcken abwechselnd an der Hochschule, in einer Pflegeschule und in Krankenhäusern gelernt mit dem Ziel: „in der Praxis die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse individuell umzusetzen“, sagt Sabrina Koch. Wenn man sie ließe, dann könnten sie zum Beispiel in den Bereichen Wundmanagement, Inkontinenz und Stürze helfen, die Patienten besser zu versorgen. Sie würden Pflege transparenter gestalten und Personal schulen, sodass keine Informationen über den Zustand eines Patienten verloren gehen können. Die Bachelor-Studenten könnten Pflege so organisieren, dass das Personal weniger wechselt und Demenzkranke durchgängig von nur einer Person betreut werden. „Das würde dieser ein Gefühl der Sicherheit und der Verantwortung geben“, weiß Marie Schmidt. Pflegefehler könnten vermieden, Prozesse optimiert und damit die Qualität der Pflege langfristig gesichert werden, ist ein Mitstudent überzeugt.

Es sind nur einige wenige Beispiele, wie Marie Schmidt, Sabrina Koch und Charlotte Schreiber Pflege professionalisieren wollen. Eine Forderung, die Lobbyverbände und Arbeitgeber seit Jahren formulieren. Die steigenden Anforderungen in der Pflege, argumentieren sie, machen hoch qualifiziertes Fachpersonal nötig.

Personal, das immensen seelischen Druck aushält, körperlich schwere Arbeit leistet und medizinisch wie psychologisch bestens geschult sein muss. „Pflegen heißt heute nicht mehr nur, die Wunden eines schwer kranken Kindes zu versorgen“, erläutert die 22-jährige Marie Schmidt. „Informationen müssen gesammelt, dokumentiert und für die Eltern und das Kind aufbereitet werden. Pflegende müssen rechtliche Dinge klären und die Interessen des Patienten gegenüber Ärzten und Physiotherapeuten vertreten.“ Darüber hinaus würden die Eltern für die Pflege zu Hause angeleitet und Kontakte zu Pflegediensten hergestellt. „Wir fangen die seelische Belastung der Eltern auf und geben Tipps, was für das kranke Kind am besten sein könnte.“ Dazu müssten Pflegekräfte den jungen Patienten sicher beurteilen können.

Die Absolventen des berufsbegleitenden Studiengangs „Pflege“ sind dazu in der Lage. Doch: Es fehlen Arbeitsstellen, auf denen sie ihr Wissen einbringen können. Bislang gebe es noch keine Berufsbeschreibung für die Pflege-Bachelors, beklagen sie. Weil auch viele Arbeitgeber im Land nicht wissen, wie sie die neue Generation Pflegekräfte einordnen sollen, versuchen sie offenbar, die künftigen Absolventen mit Hinhaltetaktiken und unter Druck zu bewegen, Verträge als Pflegefachkräfte zu unterschreiben und sich unter Wert bezahlen zu lassen. Marie Schmidt berichtet: „Zuerst wollte man nicht hören, dass ich den Bachelor mache. Als ich hartnäckig blieb, hat der Arbeitgeber nicht mehr persönlich mit mir gesprochen und mich immer wieder vertröstet.“ Sabrina Koch ist darüber wütend: „Während der Ausbildung hat man uns immer wieder versichert: Ihr werdet in der Praxis gebraucht und von den ausbildenden Einrichtungen übernommen. Aber niemand hat uns gesagt, dass wir als reguläre Pflegekräfte arbeiten und so auch verdienen sollen.“ Auf diese Weise würden die Bachelors nach eigenen Angaben monatlich bis zu 600 Euro brutto einbüßen. Sabrina Koch: „Keiner hat Ahnung, wie er uns anstellen soll.“ Das gehe soweit, dass Arbeitgeber ihr das Fachwissen absprechen. „Mir wurde gesagt, ich könne ja nicht nachweisen, dass ich zusätzlich qualifiziert bin“, sagt die 23-Jährige.

Auch Charlotte Schreiber ist empört: „Ich frage mich, warum bilden sie uns aus, wenn es keine adäquaten Stellen gibt?“ Ihr sei angeboten worden, als Krankenschwester zu arbeiten und auch so zu verdienen. Das zusätzliche Wissen müsste sie nach Feierabend einbringen. Dazu seien sie nicht bereit. Die angestrebte Professionalisierung der Pflege werde scheitern, befürchten die Bachelor-Studenten.

Martina Kleine Bornhorst vom Vorstand des Caritas-Verbandes gibt zu: „Stellen für Bachelors sind bis jetzt nicht vorgesehen. Wenn wir die Professionalisierung der Pflege voranbringen wollen, brauchen wir aber Leute, die abstrakter denken und wissenschaftliche Erkenntnisse einbringen.“ In der Praxis jedoch fehle für entsprechende Stellen das Geld. „Das ist das bittere Alltagsgeschäft“, sagt Kleine Bornhorst. Bei der Caritas gebe es im Pflegebereich eine Stelle im Managementbereich. Die sei besetzt.

Im Klinikum Bremen-Mitte indes arbeiten fünf Bachelors im Qualitätsmanagement und in der Qualitätssicherung. Diese Arbeitsstellen hat die Geschäftsleitung extra geschaffen. „Wir haben ein starkes Interesse daran, akademische Pflegekräfte zu bekommen“, sagt Krankenhausdirektorin Daniela Wendorff. Grund: Die Akademiker belegen, „dass wir gute Arbeit leisten, und die Krankenkassen überweisen aufgrund dessen Geld. So rentiert es sich innerhalb kürzester Zeit, dass wir die Akademiker besser bezahlen als normale Pflegekräfte“, sagt Wendorff. Sie ist überzeugt, dass sich die Pflege in einer Übergangsphase befindet. „In zehn bis 15 Jahren werden alle, die schwer kranke Patienten pflegen, intensiver geschult sein als heute. Diese Kräfte müssen dann besser bezahlt werden als die heutigen Pflegekräfte.“ Gerade hat Wendorff sechs spanische Bachelor eingestellt, die direkt mit Patienten arbeiten. Marie Schmidt, Sabrina Koch und Charlotte Schreiber empfiehlt sie dringend, sich als Gesundheits- und Krankenpflegerinnen anstellen zu lassen, besondere Aufgaben zu übernehmen und danach eine bessere Bezahlung einzufordern.

Jobs für Akademiker fehlen
Unterstützung bekommen die Bachelors von der Gewerkschaft ver.di. Uwe Schmid glaubt, dass die Arbeitgeber flächendeckend versuchen, durch die Hintertür Akademiker in die Pflege zu holen, dafür aber keine Strukturen anbieten. Schmid ist bei ver.di für den Bereich Gesundheit zuständig. Eine Notwendigkeit für die Akademisierung der Pflege sieht er nicht. Er fordert dass Krankenhäuser, die entsprechende Studiengänge mitfinanzieren, den Absolventen künftig auch passende Arbeitsplätze anbieten müssen.

Ein Lichtblick, aber die Zeit drängt. „Wir brauchen jetzt Stellen und Zusagen, aber keiner fühlt sich verantwortlich“, moniert Sabrina Koch. Politiker, Bürgermeister, Geschäftsführer von Krankenhäusern haben die Absolventen schon um Hilfe gebeten – ohne Antwort. Fast alle der 34 Absolventen ihres Studiengangs suchten sich deshalb eine Alternative zur Arbeit in der Pflege: Die meisten wollen nun Berufsschullehrer werden – auch Charlotte Schreiber. Sabrina Koch hingegen will weiterstudieren und ihren Pflege-Master machen, obwohl voraussichtlich erst in zwei Jahren entschieden wird, ob es diesen Abschluss überhaupt geben soll.

Allein Marie Schmidt verhandelt mit der Leitung eines Krankenhauses über eine Anstellung als Kinderkrankenpflegerin.

In Bremen werden 2016 die ersten Bachelors ihr Studium beenden. Marie Schmidt, Sabrina Koch und Charlotte Schreiber kämpfen auch für deren beruflichen Einstieg.

*Namen von der Redaktion geändert
Quelle: http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-politik-wirtschaft_artikel,-Pflege-Bachelors-auf-Arbeitssuche-_arid,1124566.html



KOMMENTAR:

ABSURD: Akademiker in der Pflege unerwünscht?!

Die absurde Situation im gesamten Pflegebereich ist seit sehr vielen Jahren bekannt: Es werden einerseits händeringend Fachpflegekräfte gesucht, andererseits wird nichts gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und prekären Arbeitsverhältnisse unternommen. Dennoch handeln weder Politik noch Arbeitgeber entsprechend, um das Problem zu lösen.

Die gleichen Anbieter, die sich im "Bündnis für gute Pflege", zu Kundgebungen und Veranstaltungen in die Öffentlichkeit begeben, sorgen weiterhin dafür, dass sich nichts verändert! Alles nur Lippenbekenntnisse und Beruhigungdrops? Es scheint tatsächlich so zu sein.

Das Märchen vom Fachkräftemangel: Der Wirtschaftsexperte Karl Brenke bezweifelte in einem Rundfunk-Interview des RBB bereits im Juni 2012, dass es einen Mangel an Fachkräften überhaupt gibt. Und es scheint tatsächlich so zu sein. Wie sonst ist es zu verstehen, dass Fachkräfte in diesen physisch und psychisch sehr belastenden Berufen unter schlechten Arbeitsbedingungen, häufig nur befristet, als Leiharbeitskräfte (z.T. in eigenen Firmen outgesourced) und geringer Bezahlung beschäftigt werden?

Wer oder was aber kann diese absurde Situation ändern? Pflegekräfte können selbst mithelfen, indem sie sich in Gewerkschaften, Berufsverbänden und Aktionsbündnissen zusammenschließen und sich nicht mehr ausbeuten lassen. Aktuell zeigen Zugführer- und Kita-Streiks, wie es geht. Und wir alle als Gesellschaft sind ebenfalls gefordert. Wir sollten die Pflegekräfte unterstützen! "Warum?" Gegenfrage: Wollen Sie bei eventuell eigener Pflegebedürftigkeit unter den derzeitigen Bedingungen versorgt werden? Es ist Zeit zu handeln!

 16 
 am: 14. Mai 2015, 19:50 
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Zitat von: Ärzteblatt, 14.05.2015
... Nach der neuen MBO-Ä müssen Ärzte Patienten auf deren Verlangen unverzüglich Einsicht in die vollständige, sie betreffende Patientenakte gewähren. Ausnahme: Erhebliche therapeutische Gründe oder sonstige erhebliche Rechte Dritter stehen diesem entgegen. Die Änderung war nötig, weil das Patientenrechtegesetz von 2013 dies so vorsieht. ...
Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62815 © EB/aerzteblatt.de

 17 
 am: 12. Mai 2015, 19:06 
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Zitat
Schmerzensgeldfür Klinik-Morde

Delmenhorst (ab). Das Klinikum Delmenhorst übernimmt für die Morde seines ehemaligen Intensivpflegers Niels H. die Verantwortung und bezahlt den Angehörigen Schmerzensgeld und Schadensersatz. Das hat der Kommunale Schadensausgleich (KSA) – die Versicherung des städtischen Krankenhauses – der Anwältin der Opfer, Gaby Lübben, mitgeteilt. „Das ist ein schöner Tag“, sagte sie mit Blick auf die Reaktionen der Familien, die sie in dem umfangreichen Mordprozess vor dem Landgericht Oldenburg in der Nebenklage vertreten hat.

Ende Februar wurde H. wegen zwei Morden, zwei Mordversuchen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und einer gefährlichen Körperverletzung zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Erleichterung ihrer Mandaten sei auch deswegen groß, weil nun ein zivilrechtlicher Prozess vermieden werden kann. „Vor Gericht besteht immer ein gewisses Risiko, zudem wäre ein Prozess eine enorme psychische Belastung gewesen.“ Sie muss nun mit dem KSA die genauen Summen aushandeln, rund vier Wochen werde das wohl dauern.

Derzeit laufen noch Ermittlungen in über 170 Fällen gegen H., in denen er ebenfalls Patienten getötet haben könnte. Dazu werden zahlreiche Leichen exhumiert. Ergebnisse dieser Untersuchungen wollen die Ermittler nach derzeitigem Stand im Spätsommer veröffentlichen.
Quelle: www.weser-kurier.de, 12.05.2015

 18 
 am: 11. Mai 2015, 23:00 
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Wie viel Ökonomie verträgt die Pflege?

Berlin, 11. Mai 2015. Den morgigen Internationalen Tag der Pflegenden hat der Weltverband der Pflegeberufe ICN unter das Motto „Professionelle Pflege: wirksam und wirtschaftlich“ gestellt. Dies nimmt der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) jetzt zum Anlass, Stellenwert und Einfluss der  „Wirtschaftlichkeit“ im deutschen Gesundheitssystem kritisch zu hinterfragen. „Wie wirksam Pflege ist, wird leider allzu häufig erst dann bemerkt, wenn sie fehlt oder weggespart wurde.

Pflegefachpersonen sind die tragende Säule in der Versorgung alter, kranker und pflegebedürftiger Menschen. Wo sie wegbricht, hat das dramatische Auswirkungen für die Betroffenen – in Deutschland tritt das immer stärker zutage“, sagt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein. „Weltweit haben viele Gesundheitssysteme in den letzten Jahren unter dem Druck der Weltwirtschaftskrise erhebliche Kürzungen vorgenommen. Zu spüren bekamen dies vor allem die beruflich Pflegenden und ihre Patientinnen und Patienten. Dass im Wirtschaftswunderland Deutschland Pflege immer stärker implizit rationiert wird, liegt nicht am fehlenden Geld. Sondern daran, wofür man es einsetzen möchte und wer welches Stück vom Kuchen für sich beansprucht. Die Pflegenden in Krankenhäusern, Heimen und der häuslichen Pflege zerbrechen daran, dass sie tagtäglich nicht mehr tragbare Kompromisse schließen müssen und sich keine positive Entwicklung dessen abzeichnet“, so Bienstein weiter.

Wie viel Ökonomie hält die Pflege, halten kranke, alte und pflegebedürftige Menschen überhaupt noch aus? Wie lange können die seit Jahren völlig überlasteten beruflich Pflegenden das System noch aufrechterhalten? Wer erklärt der Bevölkerung, dass sie zwar ein gesetzlich verbrieftes Recht auf pflegerische Leistungen besitzt, viele davon aber nicht erbracht werden? Darf Politik, darf eine Gesellschaft hinnehmen, dass private Investoren auf Kosten der Solidargemeinschaft hohe Renditen erwirtschaften? Wie weit darf sich ein Staat, was seinen Versorgungsauftrag angeht, aus der Verantwortung stehlen? Was ist ein Gesundheitssystem wert, das nach außen weltweit Vorbild sein will, tatsächlich aber einerseits Millionen verschwendet und andererseits an den Schwächsten spart?

Aus Anlass des diesjährigen Tags der Pflegenden fordert der DBfK politische Mandatsträger in Bund und Ländern sowie die Verantwortlichen in den Einrichtungen auf, schnellstens für eine spürbar bessere Pflegepersonalbemessung in den Einrichtungen zu sorgen. Denn die Ressourcen an Energie und Motivation, die Mängel noch zu kompensieren, sind inzwischen vollständig aufgebraucht.

Quelle: www.dbfk.de, 11.05.2015

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 am: 07. Mai 2015, 23:01 
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Vorwurf des Währungsbetrugs
Venezuela ermittelt gegen Pharmakonzerne


Wegen mutmaßlichem Währungsbetrug stehen Pharmakonzerne wie Bayer und Merck im Visier venezolanischen Behörden. Die Unternehmen weisen die Anschuldigungen zurück.

Caracas. Venezuela wirft Pharmakonzernen wie Bayer und Merck Währungsbetrug vor. Entsprechende Ermittlungen seien eingeleitet worden, sagte Gesundheitsminister Henry Ventura in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Die deutschen Unternehmen wiesen die Anschuldigungen zurück. Dem Politiker zufolge haben sie auf unlautere Art und Weise Vorteile aus subventionierten Wechselkursen gezogen. Sie hätten die Privilegien nicht für die Herstellung oder den Import von günstigen Medikamenten zur Behandlung chronischer Krankheiten genutzt. "Sie stellen die Arzneien her, die ihnen Gewinn bringen", kritisierte Ventura. ...

Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/vorwurf-des-waehrungsbetrugs-venezuela-ermittelt-gegen-pharmakonzerne/11741316.html, 07.05.2015

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 am: 30. April 2015, 11:57 
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    Keine Wertschöpfung ohne Wertschätzung:

    DBfK startet „Manifest der Pflegeberufe“


    Berlin, 30. April 2015, Pünktlich zum morgigen Tag der Arbeit startet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) heute eine neue Aktion „Manifest der Pflegeberufe“ und fordert eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Das Manifest – als Instrument politischer Kommunikation - zeigt auf, was Pflegende tun und leisten – und was sie deshalb in ihrem Beruf erwarten und voraussetzen. „Beruflich Pflegende sind in den vergangenen Jahren von der Politik und von vielen Arbeitgebern schlecht behandelt worden. Ihr ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein wurde teilweise sträflich ausgenutzt. Aus ökonomischen Gründen – in den Krankenhäusern setzt das Finanzierungssystem falsche Anreize, private Betreiber erwarten Rendite – wurde immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt. Arbeitsverdichtung und Arbeitstempo haben inzwischen Dimensionen erreicht, die längst nicht mehr leistbar sind. Auch Verstöße gegen geltendes Recht sind so häufig, dass sie zur Normalität werden und scheinbar kaum noch auffallen. Krankenstände sind in Pflegeberufen alarmierend hoch, Grund zur Sorge geben vor allem hohe Zuwachsraten bei stressbedingten psychischen Erkrankungen. Pflege - ein eigentlich wundervoller, erfüllender, vielseitiger Beruf mit großen Perspektiven - wurde so beinahe ruiniert“, erklärt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein zum Hintergrund der Initiative.


     
    Pflegefachpersonen bilden das Rückgrat für die Versorgung in Pflegeheimen, Krankenhäusern und in der Pflege zuhause. Ihre Arbeit ist zentraler Faktor der Wertschöpfung im Gesundheitswesen. Pflege hat noch nie über ein so großes Wissen, so viele gute Konzepte wie heute verfügt. Wissen und Konzepte, die Antworten auf die drängenden Fragen um Gesundheit, Pflegebedürftigkeit und Krankheit bieten können. Unter den heutigen Rahmenbedingungen kann dieses Potenzial aber nicht greifen. „Pflegende haben demonstriert, sich deutschlandweit auf den Boden gelegt, Mahnwachen und Protestaktionen initiiert – es hat alles nicht geholfen. Die Lage ist von Jahr zu Jahr prekärer geworden. Viele haben mittlerweile ihren Arbeitsplatz verlassen, andere sich in Teilzeit geflüchtet – viele haben auch innerlich gekündigt und sind abgestumpft, um all das überhaupt ertragen zu können. Damit muss jetzt endlich Schluss sein!“ fordert Bienstein.

    Mit dem „Manifest der Pflegeberufe“ will der DBfK bundesweit das Missverhältnis zwischen dem, was Pflegefachpersonen leisten (könnten) und dem, was ihnen an Rahmenbedingungen geboten wird, aufzeigen und mit konkreten Forderungen verknüpfen. Dazu werden sechs Kernaussagen formuliert, erläutert und mit klaren Erwartungen an die Politik sowie die Entscheiderebene der Einrichtungen verbunden:

    •  Ich bin ein Leistungsfaktor und kein Kostenfaktor. … Ich will, dass der Wert meiner Leistung anerkannt wird.
    •  Ich sorge für Würde im Alter – wenn man mir die Chance gibt. … Ich will, dass mehr Zeit für die Pflege des Einzelnen bleibt.
    •  Ich sorge für Nachhaltigkeit – wenn man mich lässt. … Ich will, dass andere von meinem Wissen profitieren.
    •  Ich setze mein Wissen ein, aber nicht zum Dumpinglohn. … Ich will, dass meine Arbeit mit guten Arbeitsbedingungen und angemessener Vergütung gewürdigt wird.
    •  Ich bringe vollen beruflichen Einsatz – im Dienst. … Ich will, dass auch mir Respekt entgegengebracht wird.
    •  Ich bilde den Berufsnachwuchs aus – nur so  hat Pflege eine Zukunft. … Ich will, dass die Pflegeausbildung attraktiver wird.


    Der DBfK ruft alle beruflich Pflegenden jetzt auf, sich aufzurichten und selbstbewusst und sehr bestimmt öffentlich zu sagen, was sie können und leisten – und was sie deshalb in ihrem Beruf erwarten und fordern. Denn sie haben viel zu bieten.

    Im Manifest ist das mit zentralen Statements formuliert – unter www.dbfk.de/manifest/  kann man mitzeichnen und so den Forderungen Gewicht verleihen. Es gibt darüber hinaus ein Manifest-Poster und eine sechsteilige Postkartenreihe. Die Pflegeberufe müssen in Deutschland unüberhörbar werden, landauf, landab und auf allen Ebenen von Politik und Trägerseite muss klar sein: Die Lage ist ernst - und die Verantwortlichen tun gut daran, diese Stimmen endlich ernst zu nehmen!

    Quelle: http://www.dbfk.de, Pressemitteilung vom 30.04.2015

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