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 am: 15. Januar 2018, 21:46 
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AKTUALISIERUNG:
Heute, am 23.01.2018 nun gemeinsamer Dringlichkeitsantrag der Fraktionen der CDU, der SPD, Bündnis90/DIE Grünen, der FDP und DIE LINKE - Drucksache 19/1496
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Am Dienstag, 16.01.2018 hat die Bremer CDU-Fraktion noch schnell einen Dringlichkeitsantrag (Drs. 19/1474) dazu verfasst, um das "Versäumnis" doch noch zu heilen - die verantwortliche rot-grüne Regierungskoalition hält es offenbar nicht für nötig selbst den Fehler einzugestehen und einen entsprechenden Antrag ins Parlament einzubringen. Oder sollte es gar kein "Versehen", sondern eiskaltes Kalkül gewesen sein?!



Zitat
Alle haben gepennt

Das novellierte bremische Wohn- und Betreuungsgesetz sollte nach dem Willen der Bürgerschaft befristet und durch externe Gutachter evaluiert werden. Im Gesetz steht davon allerdings kein Wort.


von SIMONE SCHNASE, Bremen-Redakteurin

Am novellierten bremischen Wohn- und Betreuungsgesetz (BremWoBeG) hat sich bereits viel Kritik entzündet. Nun gibt es einen weiteren Aufreger: Denn nirgends dort ist festgeschrieben, dass es befristet und evaluiert werden soll. Dabei hatte die Bürgerschaft genau das mehrheitlich beschlossen.    

„Die Öffentlichkeit ist hier getäuscht worden“, sagt dazu Reinhard Leopold, Regionalbeauftragter der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (Biva) und Gründer der Bremer Selbsthilfe-Initiative „Heim-Mitwirkung“. Nicht nur für ihn, sondern auch für die Berufs- und Interessensverbände Pflegender sowie die Gewerkschaft Ver.di ist die Befristung des Gesetzes essentiell: „Es hat noch zu viele Schwachstellen“, sagt Leopold.

Im November, am Tag der ersten Lesung des novellierten BremWoBeG, forderte dann auch die rot-grüne Koalition in einem Änderungsantrag, dass die zum BremWoBeG gehörende Personalverordnung „gemeinsam mit dem Wohn- und Betreuungsgesetz auf fünf Jahre zu befristen und ihre Wirkung durch externe Gutachter zu evaluieren“ sei.

Also war klar, dass das Gesetz, nachdem es dann im Dezember in die zweite Lesung gegangen war, befristet würde. Bloß: Davon findet sich im Gesetzestext nichts. Den AntragstellerInnen ist das nicht aufgefallen – zumindest nicht Klaus Möhle, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: „Nein, ich weiß nichts davon, dass das nun doch nicht im Gesetz verankert ist“, zeigte er sich völlig überrascht.    

Absicht, so wie Leopold es vermutet, war’s jedenfalls nicht, sondern offenbar Schludrigkeit. „In der Tat gilt das Gesetz derzeit ohne Befristung“, sagt Bernd Schneider, Sprecher der Sozialsenatorin, „aber das liegt daran, dass durch den Antrag von Rotgrün lediglich die Änderung zur Personalverordnung beschlossen wurde.“ Das sei aber niemandem aufgefallen: „Das Gesetz wurde dann in der zweiten Lesung so durchgewunken.“    


Zitat
„Okay, meinetwegen bin ich schuld“
Klaus Möhle, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion

Für eine Befristung des BremWoBeG hätte es eines „Gesetzesänderungsantrages“ bedurft: „Der muss nun erst noch gestellt und ebenfalls von der Bürgerschaft abgestimmt werden – aber das wird so schnell wie möglich auch geschehen. Und dann wird das Gesetz auch entsprechend geändert.“ Und ja, räumt Schneider ein, ein bisschen peinlich sei es schon, dass niemandem der Fehler aufgefallen sei, „aber Fraktionen, die entsprechende Anträge stellen, müssen natürlich auch ein bisschen selbst darauf achten, dass sie das korrekt tun“.

Auf Nachfrage, ob der Bürgerschaftsdirektor Fehler im Gesetzgebungsverfahren nicht frühzeitig bemerken müsste, sagt Horst Monsees, Sprecher der Bürgerschaft: „Man hätte das vielleicht irgendwann merken müssen, aber auch dem Senat und den Fraktionen ist hier ja offenbar nichts aufgefallen.“ Und auch bei der Antragstellung, schließt Monsees sich Schneider an, müsse natürlich auf Richtigkeit geachtet werden.    

„Okay, meinetwegen bin ich schuld“, sagt Möhle. „Ich habe bei der Debatte um das BremWoBeG meine Schwerpunkte deutlich woanders gesetzt.“ Gleichwohl sei die Befristung und Evaluation des Gesetzes wichtig: „Ich gehe gleich am Montag zur Bürgerschaftsverwaltung, damit das so schnell wie möglich umgesetzt wird.“
Quelle: taz-Nord vom 15.01.2018, Seite 24 Bremen 29 ePaper

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 am: 15. Januar 2018, 16:54 
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Zitat
2. Januar 2018
Das ändert sich in der Pflege in Bremer Heimen

Ab Januar gilt ein neues Betreuungsgesetz. Es soll unter anderem helfen, Heimbewohner besser vor Gewalt zu schützen. Doch es gibt auch Kritik.


Weil ein früheres Gesetz befristet war, hat die Bremer Regierung Ende des vergangenen Jahres eine Novellierung des Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes beschlossen. Darin sind einige Änderungen festgelegt worden.

Das ändert sich:

    • Bislang ist in der Nachtschicht eine Pflegekraft für 50 Bewohner zuständig. Ab April 2019 soll eine Fachkraft nur noch für 40 Menschen sorgen müssen.
    • Bewohner haben nun das Recht, von gleichgeschlechtlichem Personal gepflegt zu werden – sofern dies geleistet werden kann. Zudem soll ihre Kultur und Religion gewahrt werden.
    • Pflegeeinrichtungen müssen nun Konzepte zum Schutz vor Gewalt erstellen.
    • Hospizdienste erhalten Zugang zu Pflegeheimen.
    • Die Wohn- und Betreuungsaufsicht kann nun auch ambulante Pflegedienste überprüfen. Diese sind häufig auch in Pflegeheimen tätig.


    Pflegeverbände kritisieren die Regelungen
    Bereits im vergangenen Jahr haben zahlreiche Pflegeverbände die Novellierung kritisiert. Im Zentrum der Kritik stand die in ihren Augen unzureichende Verbesserung des Personalschlüssels. Experten fordern etwa einen Nachtbetreuungsschlüssel von 1:30. Zudem müsse insgesamt mehr getan werden, um den Fachkräftemangel zu beheben. Und hier könne es sogar in Zukunft in Bremen zu Verschlechterungen kommen.

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    Kritik an neuem Heimgesetz: Pflegepersonal gegen Neuerungen
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    Denn das neue Wohn- und Betreuungsgesetz erfordert auch eine neue Personalverordnung, die in Kürze verabschiedet werden soll. Im entsprechenden Entwurf des Senats steht nun sehr oft das Wort "Beschäftigte" – und nicht "Fachkraft". Das sehen Experten mit Sorge. Sie befürchten, dass dies genutzt werden könnte, auch weniger gut ausgebildetes Personal in die Betreuungsschlüssel für den Tag einzurechnen.

    Zitat
    "Das was da dann an Fehlern passieren kann, das kann bis hin zum Erstickungstod beispielsweise beim falschen Anreichen von Nahrung gehen. Das heißt, wir haben es hier künftig, wenn immer mehr Hilfskräfte zum Einsatz kommen, mit einer gefährlichen Pflege zu tun."
    Reinhard Leopold, Regionalbeauftragter für die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen

    Immer mehr Pflegebedürftige, aber nicht mehr Pfleger
    In Bremen waren im Jahr 2015 24.787 Menschen pflegebedürftig. 60 Prozent dieser Menschen werden in Pflegestufe I eingestuft; 40 Prozent sind in ihrer eigenen Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt. Und die Zahlen steigen Jahr für Jahr – auch, weil die Menschen immer älter werden: In der Altersgruppe 80-Plus brauchte im Land Bremen jeder Dritte Hilfe im Alltag.

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    Wer sorgt für uns, wenn wir alt sind?
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    Das Problem: Die Zahl der Pflegekräfte steigt nicht, sondern stagniert. Laut aktueller Pflegestatistik sind im Land Bremen 112 ambulante Pflegedienste angemeldet. 3.099 Menschen sind dort in der Pflege beschäftigt. Weitere 102 Pflegeinstitutionen im Land Bremen arbeiten stationär. In diesen Einrichtungen arbeiten 3.797 Beschäftigte. Doch viele von ihnen arbeiten nicht Vollzeit.
    Quelle: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/politik/novelle-betreuungsgesetz-pflege100.html

     13 
     am: 15. Januar 2018, 00:56 
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    Zitat
    Pflege-Business mit neuen Rekordmeldungen:
    Mit 1,1 Milliarden Euro kauft ein Private Equity-Investor einen Pflegeheimbetreiber


    Bekanntlich haben viele Menschen zu wenig Geld und darunter ist eine große Gruppe, die jeden zusätzlichen Euro mehr als gebrauchen könnte. Diese Menschen hantieren tagtäglich mit Euro-Beträgen, die wie ein Atömchen im Ozean dessen wirken, was an verzweifelt nach irgendwelchen renditetragenden Anlagemöglichkeiten suchenden Kapitals um den Globus schwappt. Und den Investoren dieser enormen Geldbeträge ist es schnurzpiep egal, ob man in Weizen, Handfeuerwaffen oder alten Menschen investiert, wenn denn da was zu holen ist. Und ganz offensichtlich - und für viele Beobachter angesichts der seit Jahren andauernden Klage über die unterfinanzierte Altenpflege sicher mehr als irritierend - kann man auch mit der Pflege alter Menschen Renditen realisieren, die im zweistelligen Prozentbereich liegen (müssen), um die Erwartungen der Investoren zu erfüllen. Und dass das so ist, kann man an harten Zahlen festmachen: »Pflegeheime sind gefragte Anlageobjekte. Mit etwa drei Milliarden Euro übertraf das Gesamtinvestment 2016 die Ergebnisse des Vorjahres um beachtliche 255 Prozent. Große Portfoliokäufe von ausländischen Investoren, vorrangig aus Frankreich und Belgien, sorgten für diesen Rekordwert. Bemerkenswert dabei ist, dass Immobilien-Investoren wie etwa die Deutsche Wohnen ihr Geld nicht nur in die Gebäude, sondern zunehmend auch in das Betreibergeschäft stecken.«  Schreibt Steffen Uhlmann in seinem Artikel Vom Alter profitieren.

    Und offensichtlich ist da auf dem deutschen "Markt" noch eine Menge Luft nach oben: Der »wachsende Bedarf trifft auf einen noch sehr zersplitterten Markt. So erreichen große Pflegeketten wie Pro Seniore, Alloheim oder die französischen Konzerne Korian und Orpea in Deutschland nur einen Marktanteil von 13 Prozent. Der überwiegende Teil aber besteht aus kleineren Anbietern, die ein bis drei Heime bewirtschaften, sowie aus gemeinnützigen Trägern wie etwa der Arbeiterwohlfahrt.« ...


    [zum vollständigen Kommentar von Prof. Stefan Sell >>]



    Zitat
    Von Finanzinvestor zu Finanzinvestor

    Schon länger stand der erneute Verkauf des Pflegeheim-Betreibers Alloheim im Raum. Nun ist es offiziell: Nordic Capital aus Schweden kauft Alloheim für rund 1,1 Milliarden Euro. Presseberichten zufolge hatte sich der Private Equity Fonds Nordic Capital – der seinen Hauptsitz im Steuerparadies Jersey hat – in einem Bieterverfahren gegen die chinesische Fosun international, den französischen Pflegeheimbetreiber DomusVi und den US-amerikanischen Finanzinvestor Ares Capital durchgesetzt. Erst 2013 hatte der US-Investor Carlyle die Pflegeheimkette von Star Capital übernommen. Carlyle setzte in den Folgejahren auf Expansion: Alloheim wuchs von etwa 50 auf 170 Häuser, die Zahl der Betten stieg von 6.000 auf 20.000. Mittlerweile ist Alloheim mit rund 15.000 Beschäftigten der zweitgrößte private Pflegeheimbetreiber in Deutschland. ...
    Quelle: https://gesundheit-soziales.verdi.de/mein-arbeitsplatz/altenpflege/++co++814f0b1a-e667-11e7-a2c3-525400ff2b0e



    Zitat
    Alloheim von Nordic Capital Fund VIII übernommen

    Der deutsche Pflegeheimbetreiber Alloheim wurde von der Nordic Capital Fund VIII des Private-Equity-Investors Nordic Capital übernommen. Bislang gehörte die Alloheim dem US-amerikanischen Private-Equity-Riesen Carlyle. Die Alloheim betreibt in Deutschland mehr als 170 Pflegeheime, 52 Einrichtungen für das Betreute Wohnen und 17 ambulante Dienste. Die Alloheim ist bei weniger als 10 % der Pflegeeinrichtungen auch der Eigentümer. Rund 14.500 Mitarbeiter sind für das Unternehmen in 18.000 stationären Pflegeimmobilien und etwa 2.000 Häusern für das Betreute Wohnen tätig. Insgesamt umfasst der Alloheim-Bestand rund 20.000 Betten. Über den Kaufpreis liegen keine Informationen vor, Experten schätzten im Vorfeld den Wert des Unternehmens auf mehr als 1 Milliarde Euro. ...
    Quelle: https://dasinvest.de/aktuelles/alloheim-von-nordic-capital-fund-viii-uebernommen.html, 11.12.2017



    Zitat
    Nordic Capital Fund VIII übernimmt Alloheim

    Der auf Jersey registrierte Nordic Capital Fund VIII des Private-Equity-Investors Nordic Capital hat den deutschen Pflegeheimbetreiber Alloheim erworben. ...
    Quelle: https://www.immobilien-zeitung.de/1000049064/nordic-capital-fund-viii-uebernimmt-alloheim, 07.12.2017

     14 
     am: 11. Januar 2018, 14:16 
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    Kleiner Tippfehler und seine Folgen

    Ein Ehepaar aus München beschloss, eine Woche Ferien in der Südsee zu verbringen, um für kurze Zeit dem eisigkalten Winter in Deutschland zu entfliehen. Weil beide berufstätig waren, hatten sie unterschiedliche Abflugtermine. Also ergab es sich, dass er am Donnerstag abreiste und sie ihm am nächsten Tag folgte.
    Angekommen, wie geplant, bezog der Ehemann das Hotelzimmer. Sofort nahm er seinen Laptop, um seiner Frau in München eine email zu schreiben. Unglücklicherweise ließ er einen Buchstaben in ihrer email-Adresse aus und versendete die Nachricht, ohne den Fehler zu bemerken...

    In Hamburg kam gerade eine frischgebackene Witwe von der Beerdigung ihres Gatten. Ein treuer Staatsdiener, der durch eine Herzattacke 'ehrenvoll heimgerufen' wurde. In Erwartung von Anteilnahme aus Freundes- und Bekanntenkreisen prüfte sie ihre emails. Während sie die erste Nachricht las, fiel sie ohnmächtig zu Boden.

    Der Sohn der Witwe eilte in das Zimmer, sah seine Mutter auf dem Boden liegen und blickte auf den Bildschirm:
    Zitat

    To: Meiner geliebten Frau
    From: Deinem nun getrennten Mann

    Subject: Bin angekommen !


    Eben bin ich angekommen und hab schon eingecheckt. Ich sehe, daß alles bestens vorbereitet ist für Deine Ankunft morgen. Freue mich schon Dich zu sehen !

    Hoffe, Deine Reise ist genauso angenehm, wie meine war.

    PS: Verdammt heiß hier unten !


     15 
     am: 11. Januar 2018, 00:43 
    Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
    Zitat
    PwC Deutschland
    Bürger sorgen sich um die Qualität der Pflege in deutschen Heimen



    Düsseldorf (ots) - Acht von zehn Bürgern haben Angst vor dem Umzug in ein Pflegeheim // Nur sechs Prozent würden freiwillig in eine stationäre Einrichtung ziehen // Am meisten Sorge macht den Bürgern der Personalnotstand // Knapp die Hälfte wäre bereit, für eine bessere Pflege einen höheren Beitragssatz zu zahlen // PwC-Experte Burkhart: "Wir brauchen eine Kultur der Wertschätzung und neue Formen der Qualitätsmessung in Pflegeheimen"

    Die Vorstellung, im Alter in ein Pflegeheim ziehen zu müssen, macht vielen Menschen in Deutschland Angst, wie acht von zehn Bürgern bestätigen. Diesen Schritt würden die meisten gerne vermeiden - lediglich sechs Prozent können sich vorstellen, freiwillig in einer Senioreneinrichtung zu leben, falls sie pflegebedürftig werden. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1.000 Bundesbürgern. Vor allem fürchten die Studienteilnehmer den Personalmangel in den Heimen und überforderte Pflegekräfte, wie 73 Prozent angeben. Denn die Personalknappheit geht letztlich mit weniger Zeit für die Bewohner und einer schlechteren Qualität der Pflege einher.

    "Unsere Befragung zeigt, dass Pflegeheime in Deutschland keinen guten Ruf genießen. Bei den Bürgern in Deutschland ist angekommen, welche Folgen der Personalnotstand hat, der sich durch den demografischen Wandel noch weiter verschärfen wird", sagt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei PwC Deutschland. "Wir benötigen daher mehr Wertschätzung für den Pflegeberuf und eine neue Art der Versorgung in den Heimen, die wieder stärker den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Um die Qualität der Einrichtungen zu messen und im nächsten Schritt zu verbessern, müssen die Bewohner, aber auch Angehörige und Mitarbeiter in den Prozess eingebunden werden. So kann die Zufriedenheit auf allen Seiten gesteigert werden." Die meisten bevorzugen das betreute Wohnen

    Der stationären Pflege in einem Heim steht die Mehrheit skeptisch gegenüber, doch wie möchten Bürger leben, wenn sie ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen können? Am beliebtesten ist eine andere Form der Senioreneinrichtung - das betreute Wohnen, in einer eigenen Wohnung, aber mit Anschluss an einen Pflegedienst. Diese Form bevorzugen 33 Prozent der Studienteilnehmer. Viele Menschen möchten auch in den eigenen vier Wänden bleiben und durch einen ambulanten Dienst gepflegt werden, wie 31 Prozent bestätigen. Die häusliche Pflege durch Familienmitglieder, zum Beispiel die Kinder, können sich 19 Prozent vorstellen.

    Verbesserungen bei den Kontrollen und beim Personal gewünscht


    Die Befragten haben konkrete Vorstellungen davon, wie sich die aktuelle Situation in den Heimen verbessern ließe. Vor allem wünschen sie sich regelmäßige Qualitätskontrollen der Pflegeheime durch externe Stellen, wie 98 Prozent der Studienteilnehmer fordern. Diese Art von Transparenz sollte bereits der Pflege-Tüv schaffen, der 2009 eingeführt wurde. "In der Praxis zeigt sich allerdings, dass dieses Bewertungssystem wenig Aussagekraft hat", sagt Sevilay Huesman-Koecke, Expertin für Gesundheitswesen bei PwC Deutschland. "Die individuelle Zufriedenheit der Bewohner lässt sich kaum mit standardisierten Bewertungskriterien messen. Dazu bedarf es vielmehr eines kontinuierlichen qualitätsbasierten Austauschs mit Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern, sodass schnell auf Missstände reagiert werden kann und eine offene Kultur innerhalb des Hauses herrscht", so die PwC-Expertin. Ebenso wünschen sich die Bürger eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels, damit mehr Zeit für den einzelnen Bewohner bleibt (97 Prozent). Um die Situation der Pflegekräfte zu verbessern, befürworten 97 Prozent der Befragten ein höheres Gehalt.

    Knapp die Hälfte würde für bessere Leistungen mehr zahlen

    Dass eine hohe Versorgungsqualität seinen Preis hat, ist den Studienteilnehmern bewusst. Entsprechend wären 43 Prozent bereit, einen höheren Beitragssatz zur Pflegeversicherung zu leisten. Diese Bereitschaft wächst mit steigendem Nettoeinkommen und liegt im Schnitt bei 33 Euro pro Monat. 39 Prozent lehnen eine Erhöhung ab, weil diese für sie nicht finanzierbar wäre; 18 Prozent wären dazu nicht bereit, obwohl sie sich das leisten könnten. Gerade weil die Bürger sich große Sorgen um den Personalnotstand machen, würden sie die Mehreinnahmen in einen besseren Betreuungsschlüssel in den Heimen (53 Prozent) und in höhere Gehälter für die Pflegekräfte (17 Prozent) investieren. "Der Schlüssel für eine bessere Versorgungsqualität in den Heimen liegt in der Aufwertung des Pflegeberufs und einem verbesserten Miteinander zwischen Bewohnern, ihren Angehörigen und dem Personal", bilanziert Michael Burkhart. "Entlastung für das Personal können wir auch schaffen, indem wir intelligente Technologien in den Pflegealltag einbinden, zum Beispiel digitale Pflegedokumentationen oder GPS-Überwachung von Demenzkranken."

    Die Studie finden Sie zum kostenlosen Download unter: www.pwc.de/pflege2017

    Quelle: https://www.presseportal.de/pm/8664/3825862 - 28.12.2017 – 09:30

     16 
     am: 09. Januar 2018, 23:53 
    Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
    Zitat
    Häusliche Pflege
    Entlastet, aber fremdbestimmt


    Pflegende Angehörige können Geld beantragen – etwa für eine Putzhilfe. Das funktioniert aber nur theoretisch

    von SIMONE SCHNASE - Bremen-Redakteurin

    BREMEN | taz 125 Euro: Wer 24 Stunden am Tag einen Angehörigen zu Hause pflegen muss, könnte von diesem Geld zwei Stunden in der Woche eine Putzkraft bezahlen. Zwei Stunden in aller Ruhe Zeit zu verbringen in dem Wissen, dass keine Arbeit liegenbleibt – das ist Gold wert. Mit dem im Januar 2017 in Kraft getretenen Pflegestärkungsgesetz II wollte der Gesetzgeber auch jenen Pflegebedürftigen und Angehörigen solche Unterstützungsleitungen ermöglichen, die vorher schlichtweg kein Geld dafür hatten. An der Umsetzung freilich hapert es noch gewaltig.

    Mit 125 Euro im Monat sollen Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 1 bis 5 „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ finanzieren können. Dazu gehören Hilfeleistungen wie Betreuungsstunden oder Hilfe beim Einkaufen und im Haushalt. Bloß: Von diesem Geld dürfen lediglich „anerkannte“ Haushalts- und Serviceangebote wahrgenommen werden – eine „einfache“ Putzkraft müssen Pflegebedürftige nach wie vor aus eigener Tasche bezahlen.

    In Bremen bieten vor allem sogenannte „Dienstleistungszentren“ anerkannte Hilfen an: Dafür müssen die dort tätigen Ehrenamtlichen eine zwanzigstündige Fortbildung absolvieren. „Dort werden Themen wie Notfallwissen, Grundlagenwissen zum Thema Hygiene, Krankheiten im Alter, Diabetes und Rollstuhltraining und, ganz wichtig, zum Thema Demenz vermittelt“, sagt Bärbel Maruschewski vom Dienstleistungszentrum Huchting, das von der Paritätischen Gesellschaft für soziale Dienste betrieben wird.

    Putzkräfte, sagt sie, gebe es bei den Dienstleistungszentren aber nicht. „Unsere AlltagshelferInnen arbeiten ehrenamtlich und erhalten eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde – die wollen gemeinnützige Arbeit verrichten und nicht einfach nur das Klo putzen.“ Die Zentren böten einen Besuchsservice an, „bei dem durchaus auch geputzt wird, aber im Vordergrund soll der soziale Kontakt stehen.“ Wenn ein pflegender Angehöriger und auch der Pflegebedürfige also nichts anderes möchten als die so dringend nötigen zwei freien Stunden pro Woche, sind sie bei den Dienstleistungszentren an der falschen Adresse.

    Bleiben noch die ambulanten Pflegedienste: „Die koppeln hauswirtschaftliche Tätigkeiten mit Pflege“, sagt Maruschewski. Das lohne sich aber nicht bei Pflegegrad 1: „Die ambulanten Dienste verdienen nicht mit den Tätigkeiten im Haushalt Geld, sondern mit der Pflege – wenn jemand also keine Pflege, sondern nur Hilfe benötigt, wird er es schwer haben, über einen ambulanten Dienst eine Haushaltshilfe zu bekommen.“

    Die 20-stündigen Weiterbildungen für die Ehrenamtlichen werden von der Sozialbehörde organisiert und finanziert: „In diesem Jahr haben 500 Leute an den Schulungen teilgenommen“, sagt Behördensprecher Bernd Schneider. Und was ist mit selbständigen Putzkräften oder Reinigungsunternehmen? „Die müssen selbst für ihre Zertifizierung sorgen“, sagt Schneider. Und die ist richtig teuer, denn: „Wer in einem kommerziellen Zusammenhang solche Dienste anbietet, muss eine Weiterbildung von 120 Stunden absolvieren“ – hundert Stunden mehr als die „Alltagshelfer“. Wie viele Schulungsstunden absolviert werden müssen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, „aber ohne geht es nicht – da gibt es deutliche Vorgaben vom Gesetzgeber“, sagt Schneider.

    Die Arbeit bei den Bremer Dienstleistungszentren ist seit der Einführung des „Entlastungsbetrags“ rapide gestiegen. „Wir brauchen dringend mehr Ehrenamtliche und wollen im Januar auch eine große Kampagne dafür starten“, sagt Maruschewski. Die Inanspruchnahme der Zentren zeigt: Für viele Angehörige und Pflegebedürftige sind sie eine große Hilfe im Alltag.


    Zitat
    Bärbel Maruschewski, Huchting
    „Wir brauchen dringend mehr Ehrenamtliche“

    Jene allerdings, die einmal in ihrer 7-Tage-Woche einfach nur zwei Stunden frei machen möchten, während sich jemand anderes um den Haushalt kümmert, werden wohl auch in Zukunft leer ausgehen – es sei denn, sie können sich die Hilfe aus eigener Tasche leisten. So wie früher.
    Quelle: http://www.taz.de/!5463796/, 04.12.2017

     17 
     am: 09. Januar 2018, 00:38 
    Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
    Sozialverband Deutschland
    Pflegetagebuch bereitet auf Begutachtung vor


    Nach Angaben der "ÄrztZeitung" hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) ein neues Pflegetagebuch veröffentlicht, das den aktuellen Stand der Gesetzgebung von 2017 berücksichtigt. Die Betroffenen können so den Gutachtern ihre Situation ausführlich beschreiben und ihren Bedarf verdeutlichen

    Das Pflegetagebuch des SoVD zum Download: www.sovd.de/pflegetagebuch

    Quelle: https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/...

     18 
     am: 30. Dezember 2017, 01:04 
    Begonnen von admin - Letzter Beitrag von Mausli8767
    Dem Beitrag kann ich nur zustimmen. Was da bei Pflege rauskommt, wenn man Bauobjekte für betreutes Wohnen oder auch Servicewohnen genannt als  "Anlageobjekte"  für zahlungskräftige Anleger schafft und dann aber nicht mehr das Wohl der dort lebenden, sondern eher der Gewinn im Vordergrund steht, erleben wir gerade bei kombinierter ambulanter Pflege .

     19 
     am: 29. Dezember 2017, 17:14 
    Begonnen von Mausli8767 - Letzter Beitrag von Mausli8767
    Vielen Dank für die Antwort.  Wir haben mit dem Pflegedienst das Gespräch gesucht - wenig erfolgreich. Zum Jahreswechsel haben wir jetzt den Pflegedienst gewechselt. Hoffen, dass es da alles etwas problemloser laufen wird.

     20 
     am: 20. Dezember 2017, 19:22 
    Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
    Zitat
    SOCIUM gewinnt europaweite Ausschreibung:
    Wieviel Personal ist für eine gute Pflege erforderlich?


    Wieviel Personal brauchen Pflegeheime für die Betreuung alter Menschen? Diese Frage beschäftigt jetzt das Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM) der Universität Bremen.

    Sie haben die europaweite Ausschreibung für eine wichtige Expertise gewonnen und damit 3,7 Millionen Euro Drittmittel eingeworben: 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM) der Universität Bremen sollen jetzt unter der Leitung von Professor Heinz Rothgang ein fundiertes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personals in Pflegeeinrichtungen entwickeln und erproben.

    Klage: Personalausstattung in Heimen unzureichend
    Die Personalausstattung von Pflegeheimen ist unzureichend: So lautet eine Klage, die schon so alt ist wie die Pflegeversicherung selbst, also mehr als 20 Jahre. Die Personalausstattung fällt zudem im Bundesgebiet äußerst unterschiedlich aus. Ein Beispiel: In stationären Einrichtungen in Bayern wird pro Pflegebedürftigem 20 Prozent mehr Personal eingesetzt als in Sachsen-Anhalt. Bislang sind schon mehrere Versuche gescheitert, ein bundeseinheitliches Personalbemessungsverfahren einzuführen.

    Expertise aus der Universität Bremen
    Im Zweiten Pflegestärkungsgesetz hat der Gesetzgeber daher die Vertragsparteien der Pflege-Selbstverwaltung verpflichtet, bis zum 30. Juni 2020 ein fundiertes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personals in Pflegeeinrichtungen nach qualitativen und quantitativen Maßstäben wissenschaftlich entwickeln und erproben zu lassen. Dazu müssen die Vertragsparteien fachlich unabhängige wissenschaftliche Einrichtungen beauftragen - wie jetzt das SOCIUM, das für fundierte Expertise aus der Universität Bremen bürgt.
    Quelle: http://www.uni-bremen.de/no_cache/aktuelle-meldungen/...

    Zitat
    +++ Presseinformation der Universität Bremen zum neuen SOCIUM-Projekt: +++

    Wieviel Personal ist für eine gute Pflege erforderlich?
    Am Forschungszentrum SOCIUM der Universität Bremen wird die wichtigste pflegepolitische Frage der aktuellen Legislaturperiode bearbeitet


    Presseinformation Nr. 240 / 18. Dezember 2017  KUB

    Sie haben die europaweite Ausschreibung für eine wichtige Expertise gewonnen und damit 3,7 Millionen Euro Drittmittel eingeworben: 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM) der Universität Bremen sollen jetzt unter der Leitung von Professor Heinz Rothgang ein fundiertes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personals in Pflegeeinrichtungen entwickeln und erproben.

    Die Personalausstattung von Pflegeheimen – schon immer ein Thema
    Die Personalausstattung von Pflegeheimen ist unzureichend: So lautet eine Klage, die schon so alt ist wie die Pflegeversicherung selbst, also mehr als 20 Jahre. Die Personalausstattung fällt zudem im Bundesgebiet äußerst unterschiedlich aus. Ein Beispiel: In stationären Einrichtungen in Bayern wird pro Pflegebedürftigem 20 Prozent mehr Personal eingesetzt als in Sachsen-Anhalt. Bislang sind schon mehrere Versuche gescheitert, ein bundeseinheitliches Personalbemessungsverfahren einzuführen.

    Im Zweiten Pflegestärkungsgesetz hat der Gesetzgeber daher die Vertragsparteien der Pflege-Selbstverwaltung verpflichtet, bis zum 30. Juni 2020 ein fundiertes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personals in Pflegeeinrichtungen nach qualitativen und quantitativen Maßstäben wissenschaftlich entwickeln und erproben zu lassen. Dazu müssen die Vertragsparteien fachlich unabhängige wissenschaftliche Einrichtungen beauftragen.

    Neues Pflegeverständnis in der Praxis nötig
    Die Frage nach einer angemessenen Personalausstattung hat zuletzt weiter an Bedeutung gewonnen – angestoßen durch die große Pflegereform in der vergangenen Legislaturperiode. Der im Rahmen dieser Reform eingeführte „neue Pflegebedürftigkeitsbegriff“ zielt darauf ab, die Selbständigkeit der Pflegebedürftigen zu erhalten und zu fördern. Bei der Umsetzung wird es in den kommenden Jahren wichtig sein, auch ein verändertes Pflegeverständnis in der Praxis zu schaffen. Es soll sich vom bisherigen „Verrichtungsbezug“ entfernen. Mit „Verrichtungen“ sind unerlässliche Tätigkeiten des Alltags gemeint, also Essen, Trinken, Einkaufen, Kochen, Putzen usw.

    Zentraler Faktor: Menge und Ausbildungsgrad des Pflegepersonals
    Der zentrale Faktor für ein verändertes Pflegeverständnis ist das Pflegepersonal. Dessen Zahl und der Ausbildungsgrad der Pflegenden werden künftig im Mittelpunkt der politischen Bemühungen zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung stehen. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff muss somit zum Anlass genommen werden, die Personalausstattung zu überprüfen und an den sich verändernden Bedarf anzupassen. Dies wird das Team von Professor Rothgang in den kommenden Jahren tun.
    Quelle: http://www.uni-bremen.de/universitaet/presseservice/...



    Siehe dazu auch:
    Trotz Fachkräftemangel: Wertschätzung durch Arbeitgeber? - Fehlanzeige! [>>]

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