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 am: 22. Juli 2015, 15:15 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Verhandlungen für einen landesweiten Tarifvertrag Pflege beginnen

22.07.2015 · Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die Verbände der freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen zu Verhandlungen für einen landesweiten Tarifvertrag in der Altenpflege aufgefordert. Dies betrifft die AWO, die Diakonie, die Caritas, das DRK und den Paritätischen Wohlfahrtsverband. Voraus gegangen waren zwei Sondierungsgespräche von ver.di mit dem Arbeitgeberverband der AWO und dem Diakonischen Dienstgeberverband, mit denen ver.di bereits Tarifverträge abgeschlossen hat. Die Tarifverhandlungen werden am Montag, 27. Juli in Hannover aufgenommen.

ver.di-Verhandlungsführer Joachim Lüddecke sagte: „In keinem westdeutschen Bundesland verdienen Pflegekräfte weniger als in Niedersachsen. Dies sehen nicht nur wir so, sondern auch der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Herr Laumann. Wir setzen uns für höhere Gehälter für die rund 105.000 Pflegkräfte in ganz Niedersachsen ein. Dazu wollen wir erstmals einen landesweiten Tarifvertrag abschließen.“

Dafür setzen sich auch viele Betriebsräte und Mitarbeitervertretungen in zahlreichen Einrichtungen der Caritas, des DRK, des Paritätischen, der Diakonie und der AWO ein. In einem offenen Brief schreiben sie: „Wir unterstützen die Forderung von ver.di nach einem gemeinsamen Tarifvertrag aller Beschäftigten in der Altenpflege. Derzeit erhalten die meisten Beschäftigten in Niedersachsen keinen Tariflohn. Höhere Löhne und gleicher Lohn für gleiche Arbeit sind dringend nötig.“ (siehe www.tarifvertrag-pflege.de)

Quelle: https://nds-bremen.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++4d5b102a-303d-11e5-aa35-525400248a66

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 am: 16. Juli 2015, 22:15 
Begonnen von Multihilde - Letzter Beitrag von Multihilde
Niedersächsische Gesetz über
unterstützende Wohnformen (NuWG)


Neues Heimgesetz für Niedersachsen: Neue Wohnformen und selbstbestimmte Pflege-Wohngemeinschaften werden möglich

Die Niedersächsische Landesregierung hat am (heutigen) Dienstag das "Niedersächsische Gesetz über unterstützende Wohnformen" − früher Niedersächsisches Heimgesetz - be­schlossen, der Gesetzentwurf geht nun in den Landtag. Mit dem neuen Gesetz gibt es künf­tig mehr Wahlmöglichkeiten, Bürgerinnen und Bürger könnten die für sie passende Wohn- und Pflegeform frei wählen. Noch bestehende Hürden für die Gründung alternativer Wohn­formen werden abgebaut, pflegebedürftige Menschen können auch bei zunehmender Pflege­bedürftigkeit ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen und genießen dabei weiterhin den erforderlichen gesetzlichen Schutz. Die Menschen wünschten sich innovative Wohnformen, um auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange in einer häuslichen oder dieser ähnelnden Umgebung leben zu können, erläuterte Sozialministerin Cornelia Rundt.

Der neue Gesetzestitel trägt der Tatsache Rechnung, dass das Pflegeangebot weit über das der klassischen "Heime" hinausreicht. In Niedersachsen gibt es aktuell 1.778 vollstationäre Pflegeeinrichtungen mit 107.618 Plätzen. In diesen Heimen gilt das am 6. Juli 2011 in Kraft getretene Niedersächsische Heimgesetz, das das Heimgesetz des Bundes abgelöst hatte. Es sollte den Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner im Heimalltag sicherstellen, Rechts­sicherheit schaffen und das Entstehen neuer alternativer Wohnformen erleichtern − diese Ziele seien allerdings leider nicht erreicht worden, so die Sozialministerin. Vielmehr sei der Ausbau von Wohngemeinschaften in Niedersachsen behindert worden. Mit dem Gesetzent­wurf schafft das Land die erforderlichen Rahmenbedingungen, um wirkliche Pluralität im Be­reich der alternativen Wohnformen zu schaffen.

Quelle: http://www.stk.niedersachsen.de/aktuelles

Die Drucksache 17-3914 ist unter http://www.landtag-niedersachsen.de/drucksachen_wp_17/3501_bis_4000/
zu finden - vgl. auch Anlage

den weiteren Verlauf kann man unter http://www.nilas.niedersachsen.de/starweb/NILAS/servlet.starweb?path=NILAS/lisshfl.web&id=nilaswebfastlink&format=WEBLANGFL&search=WP=17%20AND%20DART=D%20AND%20DNR=3914 verfolgen


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 am: 16. Juli 2015, 12:12 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Volker Pispers - Kapitalismus im Jahr 2015 - Erschreckende Wahrheit - Kabarett


Quelle: https://youtu.be/oYzGFe8BCQo

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 am: 15. Juli 2015, 18:09 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Zitat
Erste Kliniken in Deutschland
Delmenhorster Krankenhäuser führen
qualifizierte Leichenschau ein


Die Delmenhorster Krankenhäuser führen ab Anfang August als erste Kliniken in Deutschland die qualifizierte Leichenschau ein.


von Christina Steinacker

Verstirbt ein Patient im Krankenhaus, stellt ein anwesender Arzt den Tod fest und führt eine Leichenschau durch. Liegen keine Besonderheiten vor, wie zum Beispiel ein Sturz, der zum Krankenhausaufenthalt führte oder ein unerwarteter Tod des Patienten, der nicht zum Krankheitsbild oder -verlauf passt, wird das Versterben des Patienten in der Regel als natürlicher Tod bewertet.

Dieses Prozedere wird ab 1. August 2015 in beiden Delmenhorster Krankenhäusern mit dem Ziel der Erhöhung der Patientensicherheit verändert.

Durch die Einführung der sogenannten qualifizierten Leichenschau wird eine gezielte Untersuchung des Verstorbenen durch einen Rechtsmediziner durchgeführt. So soll vermieden werden, dass ein unnatürlicher Tod in Folge krimineller Handlungen unentdeckt bleibt.

Nach dem Vier-Augen-Prinzip folgt die qualifizierte Leichenschau nach dem Versterben eines Patienten im Klinikum Delmenhorst und im St. Josef-Stift Delmenhorst künftig folgendem Ablauf: Der Klinikarzt stellt den Tod des Patienten fest und dokumentiert diesen auf einem dafür entwickelten Dokumentationsbogen. Dann wird ein speziell geschulter Arzt des Ärztlichen Beweissicherungsdienstes der Gerichtsmedizin Bremen hinzugezogen. Dieser unabhängige Rechtsmediziner nimmt eine äußere Leichenschau vor, bewertet die Todesumstände und füllt die Todesbescheinigung aus. Bei der Feststellung nicht natürlicher oder unklarer Todesursachen, werden Angehörige und Polizei informiert.

Geschäftsführung und Chefärzte beider Delmenhorster Krankenhäuser haben die Einführung der qualifizierten Leichenschau beschlossen, um die Patientensicherheit zu erhöhen. Die Zusammenarbeit mit der Bremer Gerichtsmedizin wird durch das Institut für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover wissenschaftlich begleitet.

In beiden Kliniken zusammen sterben im Jahr circa 600 Patienten. Die Kosten für die qualifizierte Leichenschau von jeweils circa 125 Euro werden aktuell nicht finanziert, so dass sie zunächst von den Krankenhäusern selbst getragen werden.

Auch in Bremen diskutieren die Verantwortlichen die Einführung der qualifizierten Leichenschau bei allen Verstorbenen per Gesetz zum 1. Januar 2016. Mediziner und Polizei fordern seit Jahren, dass die Leichenschau durch speziell dafür ausgebildete Ärzte erfolgt. Kritiker vertreten die Meinung, dass letztlich nur durch eine Obduktion die genaue Todesursache exakt ermittelt werden kann. Diese ist jedoch nicht regelhaft für jeden Verstorbenen umsetzbar und wird auch von vielen Angehörigen aus persönlichen oder religiösen Gründen abgelehnt. Die qualifizierte Leichenschau ist daher ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Patientensicherheit, denn sie kann Hinweise auf Unstimmigkeiten geben und so unabhängige Ermittlungen einfordern.
Quelle: http://www.weser-kurier.de/region/delmenhorster-kurier_artikel,-Delmenhorster-Krankenhaeuser-fuehren-qualifizierte-Leichenschau-ein-_arid,1166733.html

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 am: 14. Juli 2015, 18:05 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Zitat

KBV, KZBV, BÄK und BZÄK zur Vergabeentscheidung des GKV-Spitzenverbandes

Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Patientenberatung gefährdet!

Berlin, 30. Juni 2015 – Die voraussichtliche Vergabeentscheidung des GKV-Spitzenverbandes (GKV-SV) über die Neustrukturierung der Patientenberatung stößt bei den Institutionen der Heilberufe auf massive Kritik. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), Bundesärztekammer (BÄK) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) sehen die künftige Unabhängigkeit und Neutralität der Beratung bedroht. Sie forderten  insbesondere den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, auf, die voraussichtliche Vergabeentscheidung des GKV-SV zu revidieren. Finanzierung und Vergabe müssen an die Bedingung geknüpft werden, dass die künftige Patientenberatung auch tatsächlich unabhängig arbeiten kann.


Eine Patientenberatung, die von einem Call-Center betrieben werden soll, das nachweislich schon für die Krankenkassen tätig war, kann unmöglich die Anliegen von Patienten und Versicherten – insbesondere auch gegenüber den Kostenträgern – glaubwürdig und umfassend vertreten. Die jetzt bekannt gewordene Vergabeabsicht konterkariert den Anspruch der bisherigen Unabhängigen Patientenberatung Deutschlands (UPD) an eine fachlich kompetente Beratung völlig. Hier soll eine  etablierte, anerkannte und  mitunter den Krankenkassen unbequeme Patientenberatung zu einem willfährigen Dienstleister auf der Lohnliste der Krankenkassen umfunktioniert werden. Die Kassen stellen mit diesem Vorhaben einmal mehr unter Beweis, dass sie an einer neutralen und sachgerechten Information von Patienten und Versicherten kein echtes Interesse haben. Die Heilberufe befürchten, dass mehr Quantität in der Beratung zu Lasten der Qualität geht.

Hintergrund:
Durch Presseberichte war die bevorstehende Entscheidung des GKV-SV bekannt geworden, dass die gesetzlich vorgesehene Patientenberatung, mit der seit dem Jahr 2006 die UPD beauftragt war, ab dem Jahr 2016 durch ein Call-Center übernommen werden soll. Die Leistungen der UPD hatte der GKV-SV zuvor im Einvernehmen mit dem Patientenbeauftragten für einen Zeitraum von sieben Jahren neu ausgeschrieben.

Nach dem Willen des Gesetzgebers steht für die Patientenberatung künftig ein jährliches Budget von 9 Millionen Euro für die Förderung von Einrichtungen zur Verfügung, die Verbraucher und Patienten in gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen qualitätsgesichert und kostenfrei informieren und beraten sollen.

Die Unabhängigkeit der Patientenberatung soll dadurch gewährleistet werden, dass es den Verbänden der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung nach § 65 b SGB V gesetzlich untersagt ist, Einfluss auf Inhalt oder Umfang der Beratungstätigkeit zu nehmen.
Quelle: gemeinsame Presse-Erklärung der KBV, KZBV, BÄK und BZÄK vom 30.06.2015

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 am: 14. Juli 2015, 11:18 
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Zitat
FALL DES KRANKENPFLEGERS NIELS HÖGEL
Noch mehr Klinik-Morde?

Die Polizei exhumiert Leiche um Leiche. Für einen neuen Prozess gibt es bereits zwölf potenzielle Nebenkläger. Eine Ausschuss-Anhörung wurde abgesagt.


Von Marco Seng

OLDENBURG/DELMENHORST/HANNOVER Neue Verdachtsfälle im Fall Niels Högel: Nach NWZ-Informationen hat die Polizei bei den laufenden Exhumierungen auf Friedhöfen im Nordwesten bisher bis zu fünf mögliche weitere Opfer des Klinikmörders gefunden. Neben dem Friedhof in Ganderkesee, wo die Untersuchungen bereits abgeschlossen sind, exhumiert die Polizei derzeit Leichen auf Friedhöfen in Delmenhorst. ...


[weitere Artikel zu den Klinik-Morden in der NWZ-online >>]

Quelle: http://www.nwzonline.de/gericht/noch-mehr-klinik-morde-noch-mehr-klinik-morde_a_29,0,2346736833.html, 24.06.2015

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 am: 14. Juli 2015, 07:54 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Ein großer Denker hat uns für immer verlassen

Peter Kruse (* 30. Januar 1955 in Osnabrück; † 1. Juni 2015) war ein deutscher Psychologe sowie Unternehmensberater und lehrte als Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Kruse + http://www.nextpractice.de/prof-dr-peter-kruse.html

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 am: 13. Juli 2015, 23:31 
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pflegen kann JEDER – sagen DIE DA OBEN

“pflegen kann JEDER” –

ist ein Satz, der professionell Pflegenden, die es auch nur andenken aufrecht zu gehen, kurz nochmal einen Schlag auf den Kopf versetzt um sie an das Weiterkrabbeln zu erinnern. Es ist ein Satz, der das letzte nicht mehr vorhandene Selbstbewusstsein einer/s Pflegenden zerstört. Ein Satz, der das Selbstbewusstsein der Profession Pflege sowie deren Legitimation in der Gesellschaft erschüttert. Ein Satz, der sich auf Niveau der BILD-Zeitung durch seine Omnipräsenz subliminal mit der Wahrnehmung der Bevölkerung verwächst, die Meinungsbildung der Gesellschaft infiltriert und das Zusammenleben von professionell Pflegenden und dem “Rest der Gesellschaft” somit nachhaltig prägt.

Aber es sagt doch keiner “pflegen kann JEDER”?!

Nein, das stimmt. Und das ist ja das Gemeine daran: Keiner traut sich das direkt auszusprechen. Es wird lieber in konkreten Forderungen verpackt, von denen ich ein paar wenige zitieren möchte:

2006/07: Rita Kühn (Diakonie Westfalen) sagt “[d]ie Pflege sei der nächste logische Schritt nach dem Sex-Job”, sie kann Prostituierten den Ausstieg erleichtern. Es ginge in beiden Fällen um nackte Menschen, das Überwinden von Ekel und Berührungsängsten. (Quelle: Eine neue Chance für Prostituierte, Die Welt, 16.04.2007, Der Spiegel 11/2006).

2011: Kristina Schröder (als CDU, Bundesfamilienministerin): “„Gerade solche aus bildungsfernen Schichten, die wegen schlechter Zeugnisse den Einstieg nicht geschafft hätten“, könnten in Pflegeberufen unterkommen” (Quelle: Schröder will mehr Männer für Pflegeberufe begeistern, Ärzteblatt, 04.02.2011).

2012: Ursula von der Leyen (als CDU, Bundesarbeitsministerin): “(…) will den gekündigten Verkäuferinnen der Drogeriemarktkette Schlecker die Umschulung zur Altenpflegerin und Erzieherin erleichtern. „Wir würden uns freuen, wenn viele Arbeitsuchende das Angebot annehmen“, “Unter den Verkäuferinnen seien viele Mütter, die „automatisch“ eine Qualifikation mitbrächten” (Quelle: Die Verkäuferin als Pflegerin, taz, 07.06.2012) -> Frank Bsirske (Vorsitzender Gewerkschaft Ver.di) lt. taz: “Dies „könnte eine Chance eröffnen“”.

Brandaktuell:

2015: Helmut Walter Rüeck (als CDU, Vorsitzender der Enquetekommission Pflege BaWü): “„Da gibt es sicher ein Potenzial zu heben, denn in den Herkunftsländern der Flüchtlinge findet auch Pflege statt – professionell oder in der Familie“” (Quelle: Landtagsenquete hofft auf Flüchtlinge für die Pflege, Focus online, 05.07.2015).

“Gut gemeint”?! eine Frage der Perspektive

Man mag das alles aus der Perspektive der Vorschlagenden mit etwas mehr oder weniger Fantasie nachvollziehen können, aber man könnte auch sagen:

“Das Gegenteil von Gut ist gut gemeint,

in Empfindsamkeit vereint,

Ein befindlichkeitsfixierter Aufstand”

Auszug aus dem Lied “Im Taxi weinen” der Band Kettcar

Natürlich muss es Ausstiegswege aus der Prostitution geben. Natürlich müssen wir gesellschaftlich gelebte Grenzen und Nachteile sogenannter Frauen- und Männerberufe einreißen und Menschen jeder Qualifikation einbinden. Von Massenkündigung Betroffene in strukturschwachen Regionen dürfen nicht allein gelassen werden und natürlich müssen Flüchtlinge integriert werden und ihnen Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Einbringung gegeben werden. Aber – und hier gilt es ganz genau zu lesen…

Aber: All diese Vorschläge sind eben nicht “gut”, wenn sie derart einseitig verpackt werden. Mögen sie “gut gemeint” sein – so sind sie so doch ein Schlag ins Gesicht aller Betroffenen, die letztlich allesamt als “Lückenbüßer” für etwas herhalten sollen, was derzeit als Mangel auf Grund unattraktiver Rahmenbedingungen besteht oder vielmehr nicht besteht. Warum wollen denn nicht genügend Menschen momentan in der professionellen Pflege arbeiten? Hier gilt es Lösungen zu entwickeln und nicht kreativ Lückenbüßer zu identifizieren, die das am Limit arbeitende System noch weiter eben dort halten. Betroffenen wird mit solchen Vorschlägen die freie Wahl des Arbeitsplatzes eingeschränkt, durch “Angebote”, die ihnen Vorteile verschaffen, die kaum auszuschlagen sind. Der Grat zur Erpressung ist schmal.

JEDER soll in der Pflege arbeiten dürfen, wenn er/sie qualifiziert dafür ist. Sprich: Sprach- und Fachkompetenz. Nur so ist professionelle Pflege möglich. Nur so ist jeder professionelle Beruf möglich. Das kann gut vier bis sechs Jahre dauern: Als schnelle Notlösung ungeeignet. Wer das aus freien (!) Stücken tun möchte oder qualifiziert ist, der soll das tun. Der soll aus freien Stücken jegliche Unterstützung bekommen sich für einen Job zu qualifizieren, den er/sie ausüben möchte. Pflege darf aber nicht fachlich degradiert und als Auffangbecken von Menschen in Not dargestellt werden mit dem unterbewussten Bild “pflegen kann JEDER”: Das schadet diesen Menschen selber, das schadet Patienten und das schadet der Profession Pflege, die wiederum nachhaltige Versorgung zu Pflegender verantworten soll – das schadet jeglicher Berufsattraktivität.

Die Profession Pflege bekommt mit jedem Vorschlag einen auf den Deckel!

(Vor)Schlag 1: Prostituierte in die Pflege, weil hier Parallelen zwischen einem in den meisten Ländern verbotenen (!) Gewerbe und der Pflege bestehen sollen, die sich auf dem Überwinden von Ekel und Berührungsängsten begründen? – “Anforderungen”, die quasi “ausreichend” oder zumindest “notwendig” sind um diesen Job professionell auszuüben?!

(Vor)Schlag 2: Männer aus bildungsfernen Schichten in die Pflege – da blieb mir vollkommen die Luft weg: Im Rahmen meines Praktikums beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. schrieb ich diese Stellungnahme AG JP an Kristina Schröder.

(Vor)Schlag 3: Dass Verkäuferinnen einer Drogeriekette auf Grund ihres Alters als “Mütter” definiert werden und diesen hierüber wiederum fachliche Kompetenzen aus der Mutterrolle zugesprochen werden ist wirklich haarsträubend argumentiert. – Pflege-Anforderungen, die man halt kann als Mutter?!

(Vor)Schlag 4: Flüchtlinge seien qualifiziert, weil in ihren Ländern auch professionell und zuhause gepflegt werde, entbehrt sich mir jeder Logik: Im Ausland professionell Qualifizierte sind qualifiziert, ja. Als Flüchtlinge aber evtl. auch noch TRAUMAtisiert und für dieses Berufsfeld gänzlich ungeeignet. Zuhause gepflegt wird auch in Deutschland: Aber zuhause gepflegt wird nicht professionell. Ich speise grad meinen Blog mit einem Beitrag: Aber Microsoft klopft deswegen vermutlich nicht an meine Tür…

-> FAZIT: Die Pflege-Wahrnehmung der Gesellschaft:

Pflege… …ist eklig, hat Parallelen zur illegalen Prostitution, ist kein “sauberes” Gewerbe, ist genau richtig für ungebildete Menschen, hat keinen hohen fachlichen Anspruch, sucht nette Hausfrauen, kann professionell ausgeführt werden, wenn man einmal zuhause Erfahrungen gesammelt hat.

Kurzum: “pflegen kann JEDER!!!”, es ist aber unattraktiv und daher eher eine Notlösung dort zu arbeiten.

“pflegen kann also JEDER – sagen die DA OBEN”?! – Kennen die DA OBEN denn “Pflege”?

Es hat den Anschein als könne JEDER pflegen. Zitiert wurden Verbände und primär Politiker in den vier (Vor)Schlägen. Doch im Unternehmen selbst scheint das nicht anders zu sein. Die Kompetenz “Kaffee saufen”, wie der Gründer eines der größten deutschen Klinikkonzerne Helios gesagt haben soll, zählt auch eher zu jenen, die JEDER kann (Quelle: “Krankenschwestern saufen nur Kaffee”, kma online, 24.02.2014). Besagter Gründer, Lutz Mario Helmig, ist Unternehmer und Arzt (Quelle: 1). Unsere anderen fünf Genannten:

Rita Kühn: Geschäftsführerin pro familia Landesverband NRW, ehem. Diakonisches Werk Westfalen (Münster), Fokus: Sexualität, Partnerschaft, Familienplanung, Migration, Integration, Frauenrechte (Quellen: 1, 2, 3)

Ursula von der Leyen: CDU, Verteidungungsministerin, ehem. Bundesministerin Arbeit, Soziales, Frauen (u.a.), diverse politische Ämter, Ärztin, Master of Public Health, VWL, Mutter von 7 Kindern (Quellen: 1, 2, 3)

Frank Bsirske: Ver.di Vorsitzender, Politikwissenschaftler (Quelle: 1)

Kristina Schröder: CDU, ehem. Bundesfamilienministerin, Politikwissenschaftlerin, Soziologin (Quellen: 1, 2)

Helmut Walter Rüeck: CDU, gelernter Maschinenschlosser, ehem. Bezirkssozialsekretär, div. Parteifunktionen (Quelle: 1).

-> Alle haben eine “Nicht-Gemeinsamkeit” in Ihrer Vita: Wurzeln in “Professionelle Pflege” = Fehlanzeige.

Da stehen die Vorschläge dann doch ganz schnell mit einem großen Fragezeichen in der Legitimation dar. – Wissen aus Hörensagen und Vorurteilen genügend?! Hier sollten doch manche ein wenig gebremst werden bzw. politisch klarere Mandate bestehen WER etwas über Pflege sagen darf ohne zu schaden! Denn sonst tut sich ein Teufelskreis auf. Herr Rüeck ist der aktuellste (Vor)Schlag 4 á la “Pflegen kann jeder” geschuldet: “seit 2014 Vorsitzender der Enquetekommission des Landtags „Pflege in Baden-Württemberg zukunftsorientiert und generationengerecht gestalten”” (Quelle: 1) – eine professionelle Basis ist hierfür auf seiner Website nicht ersichtlich. Möchte hier jemand in etwas reinreden, das außerhalb seines Kompetenzbereiches liegt? Dem Ansehen der Pflege und den Ängsten Hilfebedürftiger tut das nicht gut.

Die Folge: Pflege schimpft somit auf “DIE DA OBEN”

In fast jeder berufsgruppeninternen Diskussion auf Station oder facebook fällt es irgendwann: “Die da oben” seien Schuld. Denn “die da oben” haben scheinbar keine Ahnung von professioneller Pflege. Doch da muss sich die Pflege auch mal selbst zusammenraufen: Dann brauchen wir halt “da oben” Menschen und Institutionen, die Pflege würdig repräsentieren. Berufsgruppeninterne Grabenkämpfe sind hier das Letzte was wir brauchen. Und es fängt schon im ganz kleinen bei der “Akademisierung” an: Einige meiner Kollegen wollten mich von der Stations-Weihnachtsfeier ausladen, weil ich auf Station gekündigt hatte um in einer anderen Stadt zu studieren. Die waren richtig sauer teilweise: “Jetzt lässt Du uns hier auch noch im Stich?!”, “Willst Du jetzt auch einer von den da oben werden?!” Die Optimisten sagten eher “Dann vergiss uns mal hier am Bett nicht…”. Liebe Kollegen: Stärke als Profession heißt Zusammenhalt!

Es muss heißen “WIR da oben”

Pflege braucht in allen Ebenen Fürsprecher. Je mehr, desto besser. Von Leitungspositionen bis hin zu Medienvertretern: Wieso nicht?! Pflegende müssen politischer werden. Pflegende müssen einem Herrn Rüeck sagen “Das ist hier nicht Ihr Kompetenzbereich!”. Pflegende brauchen in gewissem Umfang Uni-Abschlüsse und Doktortitel um das zu erreichen. Pflegende brauchen das um geschlossen und SELBSTbestimmt für Patienten da sein zu können. Sonst sind “DIE DA OBEN” nämlich keine von uns, sondern Fremde, die über etwas urteilen, das sie nicht beurteilen DÜRFEN. Eben weil sie es nicht können und sie durch das Überschreiten ihres Kompetenzbereichs weitreichende Signale in die Gesellschaft senden, die tiefe Wunden in Ansehen und Entwicklung professioneller Pflege reißen.

Erste Erfahrungen der Pflegekammer Rheinland Pfalz scheinen bereits eines zu bestätigen: Die Pflegekammer schafft Augenhöhe, die es vorher nicht gab. Wie auch, wenn die Pflege am Boden krabbelt und dort unten “gehalten” wird?! Wenn es mit Pflegekammern “nach oben” geht, dann ist das gut für die Pflege. Denn in der Kammer arbeiten Menschen, die “WIR da oben” darstellen wollen. Pflegende. Sogesehen ist eine Ablehnung von jedem zu hinterfragen: Bin ich wie immer gegen “DIE da oben” oder wäre ich auch gegen “WIR da oben”?!

Pflege muss Pflege-Bedingungen gestalten um Pflege zukunftssicher auszubauen – auf allen Ebenen. Und sonst keiner.

Pflege muss Grenzen aufzeigen.

Selbstbewusst(sein)!

pflegewecker, weil: Pflege politischer werden muss um dem Teufelskreis von Fremdbestimmung, Schwäche und Überarbeitung als “geschwächtes Arbeitstier” zu entfliehen und eine starke “Profession Pflege” aufzubauen. Pflege muss sich gegen unprofessionelle Bevormundung aktiv wehren. Eine E-Mail an info@rueeck.de kann jede/r Pflegende senden. Hier finden sich Postanschrift / Telefon / E-Mail-Adresse von Herrn Rüeck.

Quelle: https://pflegewecker.wordpress.com/author/pflegewecker/. 13.07.2015 - mit freundl. Genehmigung

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 am: 13. Juli 2015, 23:28 
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Flüchtlinge für die Pflege? - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hält diesbezüglich Vorschläge für völlig ungeeignet.

Der tatsächlich gegebene Pflegenotstand hat im Wesentlichen seine Ursache darin, dass die Pflege-Rahmenbedingungen unzureichend sind und dringend verbessert werden müssen. Wir brauchen u.a. bundeseinheitlich geltende Personalbemessungssysteme und bessere Vergütungen für die Pflegekräfte. Zu einer guten Pflege gehört auch eine entsprechende Sprachkompetenz. - Näheres im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk.

Quelle: https://www.facebook.com/groups/pflegeamboden/899996436706229/

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 am: 13. Juli 2015, 23:15 
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Baden-Württemberg
Landtagsenquete will Flüchtlinge als Pflegekräfte


In der Ausgabe vom 06.07.2015 berichtet die Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Häusliche Pflege" des Vincentz-Verlags, dass der Vorsitzende der Enquetekommission Pflege, Helmut Walter Rüeck (CDU), hofft, das Personalmangel in der Pflege mit Hilfe von Flüchtlingen bekämpfen zu können.


In den Herkunftsländern der Flüchtlinge finde auch Pflege statt - professionell oder in der Familie, soll der Chef des Landtagsgremiums der Deutschen Presse-Agentur gesagt haben.

Außerdem sollten Pflegeeinrichtungen direkt in Asylunterkünften für den Pflegeberuf werben, das sei eine große Chance ...

Quelle: http://www.haeusliche-pflege.net/Infopool/Nachrichten/Landtagsenquete-hofft-auf-Fluechtlinge-fuer-die-Pflege




Siehe dazu auch
https://www.landtag-bw.de/cms/home/der-landtag/gremien/ausschusse/enquete_Pflege.html

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