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21. Dezember 2014, 16:23
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 am: 09. Dezember 2014, 23:40 
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    SWR - aus der Sendung vom Mi, 3.12.2014 | 20.15 Uhr

    weitere Sendetermine:
    • Mi, 10.12.2014 | 11.45 Uhr | EinsPlus
    • Do, 11.12.2014 | 8.45 Uhr | EinsPlus


    Leif trifft
    Lobbyisten - die stille Macht im Land


    Die SWR-Dokumentation gibt überraschend tiefe Einblicke in eine abgeschottete Branche, die zeigen, wie und warum Lobbyismus in Berlin funktioniert.



    Der direkte Wechsel von Spitzenpolitikern in den Lobbyismus hat in den vergangenen Monaten immer wieder Schlagzeilen gemacht: Ex-Entwicklungsminister Dirk Niebel heuerte beim Rüstungskonzern Rheinmetall an; dem früheren Gesundheitsminister Daniel Bahr steht eine große Karriere im Allianzkonzern bevor. Die SWR-Dokumentation gibt überraschend tiefe Einblicke in eine abgeschottete Branche, die zeigen, wie und warum Lobbyismus in Berlin funktioniert.

    Quelle: http://www.swrfernsehen.de/leif-trifft-lobbyisten-die-stille-macht-im-land/ + http://youtu.be/Apv-pJD_GEY



    Weitere interessante (Video-) Einblicke zum Thema unter https://www.youtube.com/user/wertzu1234able

     12 
     am: 09. Dezember 2014, 22:25 
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    Zitat
    Residenz-Gruppe verkauft Klinik

    VON MICHAEL WILKE


    Lilienthal. Die Bremer Residenz-Gruppe trennt sich von der Klinik Lilienthal. Zum Jahresbeginn 2015 übernimmt der Klinik-verbund Artemed die Regie. Gestern informierte der Residenz-Geschäftsführer Rolf Specht die Belegschaft über den Schritt, der die Zukunft des Krankenhauses sichern soll. Nach Spechts Angaben will sich die Residenz-Gruppe auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Pflege und Reha. Sein Unternehmen betreibt 35 Seniorenresidenzen in vier Bundesländern und die Reha-Klinik am Sendesaal in Bremen.

    Er habe sich zum Verkauf entschlossen, um die Klinik Lilienthal „nachhaltig in Bremens wettbewerbsintensivem Umfeld zu stärken“, erklärte Specht. Die Artemed-Gruppe führt zwischen Hamburg und München acht Krankenhäuser. Sie will in Lilienthal das Leistungsspektrum und die Kapazität erweitern, wie der Geschäftsführer Benjamin Behar betonte. Die Klinik sei wirtschaftlich sehr stabil und habe „ ihre Hausaufgaben gemacht“, lobte Behar. Sie biete eine solide Grundversorgung und eine Elektrophysiologie für Herzpatienten. Ein Vorteil der kleineren Häuser wie Lilienthal sei auch mehr Zuwendung für Patienten.
    Quelle: www.weser-kurier.de, 10.12.2014



    Zitat
    Artemed übernimmt
    Klinik Lilienthal wechselt Eigentümer

    Die Klinik Lilienthal bekommt einen neuen Eigentümer: Der bisherige Träger, die Bremer Residenz-Gruppe, verkauft das Krankenhaus mit Beginn des neuen Jahres an den Artemed Klinikverbund aus Bayern. Über den Verkaufspreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.


    Artemed betreibt deutschlandweit bereits acht Krankenhäuser. Der Verbund könne der Lilienthaler Klinik mit bisher 78 Betten bessere Möglichkeiten zum Wachstum bieten als der bisherige Eigentümer, so Rolf Specht von der Residenz-Geschäftsführung. Die Residenz-Gruppe will sich auf ihre ursprünglichen Geschäftsfelder konzentrieren. Sie betreibt eine Reha-Klinik in der Bremer Vahr, außerdem Seniorenresidenzen und altersgerechte Wohnungen in verschiedenen Bundesländern.

    Die Gruppe hatte das damalige Martinskrankenhaus vor fünf Jahren von der Diakonie übernommen, nachdem es Insolvenz angemeldet hatte. Die Klinik beschäftigt heute 220 Mitarbeiter. Sie versorgt Patienten in den beiden Landkreisen Osterholz und Rotenburg.
    Quelle: http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/klinik-verkauft100.html, 09.12.2014

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     am: 09. Dezember 2014, 09:17 
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    Dieses Thema wurde verschoben nach Betrug + Korruption in der ambulanten Pflege.

    http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=2195.0

     14 
     am: 09. Dezember 2014, 09:16 
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    Bei einem Brand hätte niemand gerettet werden können

    Wegen "Gefahr in Verzug" wurde die Räumung einer illegalen Pflege-WG veranlaßt. Die Ruhrgebietszeitung "Der Westen" (WAZ-Gruppe) berichtet in ihrer Ausgabe vom 15.11.2014 über die Zwangsräumung in der Hansastraße in Dortmund. "Hätte es einen Brand gegeben, hätten die Patienten nicht gerettet werden können." Nun hat das stätische Bauordnungsamt die Räumung veranlaßt.

    Vier intensiv pflegebedürftige, teils infektiöse Menschen waren in Büroräumen im dritten Stock untergebracht. Drei von ihnen wurden mit Maschinen beatmete, zwei von ihnen hatten Infektionskrankheiten - deswegen trugen die Rettungsdienst-Mitarbeiter bei der Räumung sicherheitshalber Schutzanzüge.

    Quelle: http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/dortmund/feuerwehr-raeumt-illegale-pflege-wg-an-der-hansastrasse-id10042592.html?service=mobile

     15 
     am: 04. Dezember 2014, 13:33 
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    Mittwoch, 3. Dezember 2014, buten un binnen, Radio Bremen TV

    Neuer Tarifvertrag für Pflege




    In Pflegeberufen wird schlecht bezahlt und das wird durch den harten Wettbewerber nicht besser. Deshalb geht jetzt die Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände voran, um gemeinsam mit der Gewerkschaft einen neuen und dann auch allgemeingültigen Tarifvertrag auszuhandeln. Dieser Vertrag soll für alle Pflegedienste und Heimbetreiber gelten auch gegen den Widerspruch der privaten Betreiber. Dazu im Studio ist Arnold Knigge, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände. Ein Beitrag von Holger Baars.

    Quelle: http://www.radiobremen.de/fernsehen/buten_un_binnen/video68184-popup.html + http://youtu.be/N4As1ijU1qk?list=UUP3r8XOq_eVBhDZaxojW4tw

     16 
     am: 04. Dezember 2014, 13:21 
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    Zitat
    Ver.di versus Kammer

    PFLEGE

    Eine neu gegründete Tarifgemeinschaft strebt einen bremischen Einheitstarif für Pflegende an. Der nütze nichts ohne eine Pflegekammer, meint der Pflegerat


    VON SIMONE SCHNASE

    Ein einheitlicher Tarifvertrag für Pflegeheime und Pflegedienste ist in Bremen auf den Weg gebracht worden: Anfang vergangener Woche haben 13 Pflegegesellschaften und -vereine aus Bremen und Bremerhaven eine Tarifgemeinschaft gegründet, Verhandlungen mit Ver.di laufen bereits. Langfristiges Ziel soll ein in Bremen allgemeinverbindlicher "Tarifvertrag für Beschäftigte im Bereich SGB XI" werden. Der Pflegerat begrüßt das Vorhaben, strebt allerdings zusätzlich die Gründung einer Pflegekammer an.

    Der Vorstoß für einen einheitlichen Tarif kam von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG), deren Vorstand, Staatsrat a. D. Arnold Knigge (SPD), nun auch zum Vorsitzenden der neuen Tarifgemeinschaft gewählt wurde. Anfang des Jahres hatte die LAG Ver.di angeboten, über einheitliche Tarifbedingungen in der Altenpflege zu verhandeln. Damit soll laut Knigge der Wettbewerb zwischen den Pflegeeinrichtungen nicht mehr über den Lohn ausgetragen werden. Zu dem komme es, weil es den Trägern infolge der schlechten Vergütung von Pflegeleistungen durch die Kassen an Geld fehle.

    Durch einen einheitlichen Tarifvertrag soll der Lohnwettbewerb unter den Anbietern nun unterbunden werden. "Damit verbessern sich die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Pflegenden - und auch die Attraktivität einer Ausbildung", sagt Ver.di-Sekretär Uwe Schmid. Ver.di will sich mit der Gemeinschaft nun zügig auf einen Tarifvertrag einigen, der laut Schmid "Standards festlegt und ein einheitliches Niveau schafft".

    Ilona Osterkamp-Weber, Vorsitzende des Bremer Pflegerats, begrüßt den Vorstoß, "aber eine bessere Bezahlung nützt nichts, solange das System nicht refinanziert wird". Sie tritt für die Gründung einer Pflegekammer für Bremen ein, "damit die Pflegenden sich endlich selbst verwalten können".

    Denn das sei bisher nicht der Fall. Bei Bestimmungen zu berufsethischen Richtlinien, zu Personalschlüsseln, Ausbildungsstandards sowie Fort- und Weiterbildungen seien Pflegende stets auf politisches Handeln anderer angewiesen. Das selbst in die Hand zu nehmen, ginge nur in Form einer Interessenvertretung analog zur Ärztekammer. "Nur so können wir Pflege auch qualitativ verbessern."

    Schmid kann zumindest im Pflegerat allerdings nur wenige Pflegende ausmachen: "Ich finde da lediglich einen kleinen Teil von Pflegekräften, und die haben einen akademischen Abschluss." In der Tat setzt sich der Rat aus den Bundesverbänden für Pflegemanagement, für Pflegesachverständige und PflegeberaterInnen und für Lehrende in Gesundheits- und Sozialberufen zusammen sowie aus der Vereinigung leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie oder der Vereinigung für Hygienefachkräfte. Nur in den Mitgliedern Deutscher Pflegeverband, Berufsverband Kinderkrankenpflege und dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe sind auch "normale" Alten- oder KrankenpflegerInnen organisiert: "Die Frage stellt sich: Welcher Pflegebegriff herrscht dort?", so Schmid. "Sind das nur die examinierten Kräfte oder auch Pflegehelfer?"

    Er sieht in einer Kammer nicht viel mehr als "Bürokratisierung und einen Apparat, den viele kleine Verbände zusammengebastelt haben". Schmid teilt damit die Kritik der LAG und des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), die sich bereits vor zwei Jahren gegen die Idee einer Pflegekammer ausgesprochen hatten. Sie könne keine Arbeitsbedingungen verbessern, weil sie kein Tarifpartner sei. Auch die übrigen ihr zugedachten Aufgaben seien gesetzlich geregelt und auf verschiedene Institutionen verteilt.

    Für Osterkamp-Weber ist es "logisch, dass sich Arbeitgeberverbände gegen eine Kammer aussprechen". Und für Ver.di sei angesichts der Tatsache, dass es in Bremen bereits die Arbeitnehmerkammer gebe, eine Pflegekammer zusätzliche Konkurrenz. Das bestätigt Schmid: "Klar, denn die Mitgliedschaft in einer Kammer ist Zwang", anders als die in einer Gewerkschaft, so der Ver.di-Mann. "Wir müssen um Mitglieder werben." Ob die Pflegenden selbst der Einrichtung einer Kammer zustimmen würden, ist unklar. Eine Befragung wie Anfang des Jahres in Hamburg gab es in Bremen bisher nicht.

    "Politisch ist eine Kammer nicht gewollt", sagt Osterkamp-Weber. In der Tat stellt sich lediglich die CDU auf die Seite de Pflegerats, SPD und Grüne haben genauso wie die Linksfraktion 2012 abgelehnt, die Einrichtung einer Kammer zu prüfen. Während sich die Linke allerdings klar gegen "Zwangsmitgliedschaft als undemokratische Konstruktion" ausspricht, verschließen sich Grüne und SPD der Idee nicht gänzlich, sofern die InitiatorInnen plausibel darlegen, wie eine Kammer die Situation der Pflegenden tatsächlich verbessern und ob sie wirklich von Pflegenden getragen und gewollt würde.

    Am Mittwoch werden alle Bremer Fraktionen sowie der Gesundheitssenator auf dem Pflegerats-Fachtag "Wir haben die Wahl" zu Gast sein und dort Rede und Antwort stehen zu den Themen Pflegepolitik und Selbstverwaltung in der Pflege - also der Idee einer Pflegekammer. Ob Uwe Schmid hingeht, weiß er noch nicht: "Eingeladen sind wir nicht", sagt er.

    Wichtiger seien ihm ohnehin die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft. Wenn mit ihr ein Tarifvertrag abgeschlossen ist, soll der allgemein verbindlich werden: "Voraussetzung dafür ist die Erklärung des Tarifausschusses beim Senator für Arbeit, dass die Verbindlichkeit im öffentlichen Interesse liegt", sagt Schmid. Eine Tarifflucht, so wie sie sich gerade beim Altenheim der Egestorff-Stiftung vollzieht - wäre dann nicht mehr möglich.

    "Es ist logisch, dass sich Arbeitgeberverbände gegen eine Kammer aussprechen"
    Ilona Osterkamp-Weber, Vorsitzende des Bremer Pflegerats
    Quelle: http://www.taz.de/1/archiv/, 17.11.2014

     17 
     am: 02. Dezember 2014, 00:32 
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    VdK-PRESSEMITTEILUNG vom 29.11.2014

    VdK-Petition für eine große Pflegereform am 1.12. im Bundestag

    „Unsere Petition für eine große Pflegereform ist ein deutliches Signal an die politisch Verantwortlichen, endlich im Sinne der Pflegebedürftigen ein nachhaltiges Gesetz auf den Weg zu bringen“, so Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. Am 1.12. wird im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages die Petition des Sozialverbands VdK beraten, die dieser im Zuge seiner Kampagne „Große Pflegereform – jetzt!“ eingereicht hatte.

    Symbolfoto: Jemand unterschreibt die Petitions-Liste für eine bessere Pflegeversicherung


    200.000 Menschen hatten schriftlich und online die VdK-Petition für ein Gesetz unterzeichnet, das die Pflegeversicherung endlich einer echten grundlegenden Reform unterziehen soll. In der Petition heißt es: „Der Deutsche Bundestag möge eine Reform beschließen, die auf der Grundlage eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs den Hilfebedarf eines Menschen ganzheitlich, also unter Einbeziehung von seelischen, geistigen und körperlichen Einschränkungen, beurteilt.“ Denn bisher erhalten Demenzkranke kaum Pflegeleistungen. Auch wenn sie häufig 24 Stunden am Tag Betreuung benötigen, passen sie aufgrund ihrer eher geistigen als körperlichen Einschränkungen nicht in das jetzige System der Pflegestufen. „Angesichts einer deutlichen Zunahme von Demenzerkrankungen in einer älter werdenden Gesellschaft ist dieser Zustand unhaltbar – für die Erkrankten wie für deren Angehörige“, erklärt Mascher und fordert konkret:

    • eine neue Definition von Pflegebedürftigkeit
    • mehr Pflegeleistungen für Menschen mit Demenz
    • frühe Hilfen bei beginnender Pflegebedürftigkeit
    • mehr Entlastung und bessere soziale Absicherung für pflegende Angehörige
    • bessere Betreuung im Pflegeheim durch mehr Pflegepersonal
    • Stärkung der häuslichen Versorgung für alle Pflegebedürftigen
    • Stärkung von Prävention und Rehabilitation
    • eine ganzheitlichere und bedarfsgerechtere Pflege

    „Das verabschiedete Pflegestärkungsgesetz reicht trotz kleinerer Verbesserungen nicht aus“, betont die VdK-Präsidentin. „Zwei wichtige Aspekte unseres Kampagnenmottos wurden darin nicht berücksichtigt“, erklärt Mascher weiter, „die Wörter ‚groß‘ und ‚jetzt‘“. Insbesondere die neuerliche Erprobung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs bezeichnet sie als „unverständlich und überflüssig“. Es sei zu befürchten, dass sich aufgrund dieser Verzögerungen grundlegende Verbesserungen für Demenzkranke kaum noch in dieser Legislaturperiode umsetzen lassen. Mascher: „Ein wichtiger Schritt ist nun die Anhörung unseres Anliegens im Petitionsausschuss des Bundestages. Wir fühlen uns durch den großen Zuspruch der Bürgerinnen und Bürger für unsere Kampagne ‚Große Pflegereform – jetzt!‘ bestätigt. Sie wollen zügig umfangreiche Verbesserungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige.“

    Quelle: /vdk-petition_fuer_eine_grosze_pflegereform_am_1_12_im_bundestag]http://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/vdk-pressemeldung/68618/[/i][/size]

     18 
     am: 02. Dezember 2014, 00:09 
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    Siehe dazu auch:


     19 
     am: 01. Dezember 2014, 18:21 
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    Zitat
    Krankheiten nach Maß – In den Fängen der Pharmalobby


    Quelle: http://youtu.be/XrwaguQAU5Q

    Medikamente dienen der Heilung von Krankheiten, das denken Patienten, die Arzneimittel einnehmen. Doch gibt es den Verdacht, dass es Erzeugnisse der pharmazeutischen Industrie gibt, die Krankheiten fördern, nicht nur Nebenwirkung. Bis in die 70er Jahre stellte die Pharmaindustrie Medikamente her, um Krankheiten zu heilen. Seitdem steht sie – zumindest teilweise – im Verdacht, dass sie auch Krankheiten schafft, um Medikamente zu verkaufen. Die in Forschung und Entwicklung getätigten Investitionen müssen sich nicht erst nach langer Zeit, sondern möglichst schnell rentieren – so fordert es eine kapitalistische Logik. Ob es sich um überhöhte Cholesterinwerte, Depressionen, bipolare Störungen oder Impotenz handelt – die Dokumentation versucht herauszubekommen, inwieweit Pharmabetriebe Strategien verfolgen, die Menschen in Kranke – das heißt in Medikamentenverbraucher – verwandeln. Dabei werden Mediziner und Gesundheitsbehörden zu mehr oder weniger passiven Komplizen dieser Methoden. Schenkt man den Aussagen des Films Glauben, scheint die bewusste Förderung von Krankheiten, im Fachjargon auch “Condition Branding” genannt, im Begriff zu sein, die moderne Medizin in ein riesiges Marketingunternehmen zu verwandeln, in dem die Wissenschaft in den Dienst der Industrie und nicht mehr in den der Patienten gestellt wird.

    “In den Fängen der Pharmalobby” beleuchtet den Arzneimittelskandal um die tödliche Schlankmacherpille Mediator und schaut hinter die Kulissen der Pharmaindustrie, die immer neue Medikamente für immer neue Krankheitsbilder auf den Markt bringt. Dem von Annie-Claude Elkaim moderierten Studiogespräch folgt am 8.11. ein Video-Livechat. Der Medikamentenskandal in Frankreich um die tödliche Schlankmacherpille Mediator hat 2011 eine europaweite Debatte ausgelöst. Die Arznei steht für eine Pharmaindustrie, die sich keine Sorgen um das Wohlbefinden ihrer Patienten macht und auch vor deren bewusster Irreführung nicht zurückschreckt. Wie konnte in einem europäischen Land ein Medikament, das mit 500 bis 2.000 potenziellen Todesopfern in Verbindung gebracht wurde, solange auf dem Markt bleiben? Chronisches Erschöpfungssyndrom, Reizdarmsyndrom, ADHS, Fibromyalgie, PMS, Erektionsstörungen, weibliche sexuelle Dysfunktion, saisonal-affektive Störungen, Sozialphobien, bipolare Störungen und Panikattacken – die Liste von denjenigen Krankheiten, die zunehmend öffentliche Beachtung finden, ist lang. In Wirklichkeit ereilen diese Syndrome aber nur eine kleine Zahl von Patienten. Doch das Marketing der Pharmaindustrie verwendet sein ganzes Verkaufsgeschick darauf, sie als so unspezifisch darzustellen, dass sie Tausende von Menschen betreffen könnten, und empfiehlt ihnen sogleich bestimmte Medikamente zur Behandlung.

    Produziert die Pharmaindustrie weltweit maßgeschneiderte Krankheiten für Gesunde beziehungsweise Kranke, die nur noch nichts von ihrer Krankheit wissen? Durch die neu definierten und erweiterten Krankheitsbilder eröffnet sich ein neuartiger Markt. Mit der Schaffung neuer medizinischer Bedürfnisse können Arzneimittel verkauft werden, deren Indikationen begrenzt sind oder deren Patentschutz abläuft. Da kostspielige und langjährige Investitionen in Forschung und Entwicklung so umgangen werden können, hat dies eine größere Gewinnspanne zur Folge. Basieren die Marketingstrategien der Pharmaindustrie auf reiner Gier nach Profit? Soll die “Psycho-Pathologisierung” des Alltags den Medikamentenkonsum in die Höhe treiben? Entsprechen die neuen Krankheitsbilder tatsächlich neuen Pathologien? Diese Fragen ergründet der Themenabend und lässt dazu Ärzte und betroffene Patienten zu Wort kommen.
    Quelle: www.arte.de (08.11.2011) + http://doku.me/krankheiten-nach-mass-in-den-faengen-der-pharmalobby/



    Zitat von: Süddeutsche Zeitung, 16.07.2011
    Geldmacherei mit Patienten
    Die Krankheitserfinder

    Was darf's sein: Alzheimer, weibliche Unlust, Depression, Prä-Diabetes oder doch nur Cellulite? Diagnosen sind für alle da. Die Medizinwirtschaft ist darauf angewiesen, ständig neue Krankheiten zu erfinden oder bestehende Leiden auszuweiten. Gesund ist das ganz sicher nicht. ...
    Quelle: http://sz.de/1.1120684

     20 
     am: 01. Dezember 2014, 11:44 
    Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
    Zitat von: Bayerisches Fernsehen
    Prof. Gerd Glaeske

    Kritik am Umgang mit Neuroleptika

    "Wir kritisieren das seit langem, dass Ärzte nach wie vor solche Mittel verordnen - solche Neuroleptika auch im großen Umfang verordnen. Wir haben vor allen Dingen gesehen, dass so zu sagen mit den Pflegestufen der Anteil von Neuroleptika-Verordnungen anwächst.

    Das heißt, dass in der Pflegestufe drei bekommten über 50 % der Demenz-Patienten solche Neuroleptika. Nun kann mir niemand erzählen, dass jemand in der Pflegestufe drei noch zustimmen kann, zu solch einer Therapie.

    Und ich glaube auch nicht, dass immer die Angehörigen vorher informiert werden darüber, dass solche Neuroleptika über längere Zeit gegeben werden.

    Das heißt es ist eine Therapie, die oftmals OHNE ZUSTIMMUNG - entweder der Patientinnen und Patienten selber oder auch ohne Zustimmung der Betreuer - stattfindet.

    Nun kann ein Arzt immer deutlich machen, dass es eine Indikation gegeben hat, eine Gefährdungssituation gegeben hat, dass es eine Aggressivität gegeben hat, deretwegen solche Arzneimittel verordnet worden sind.

    Aber wenn man die Indikationen genau liest und wenn man genau anschaut, wie auch die Warnungen der Europäischen Arzneimittelbehörde, der Amerikanischen Arzneimittelbehörde, ja selbst der Hersteller gewesen sind, die Rote-Hand-Briefe verschicken mußten, dann müßte ein Arzt genau dieses Problem kennen und auch dieses Schadenspotential dieser Arzneimittel kennen."
    Quelle: BR Mediathek Video, 29.01.2014, 19:00 Uhr, Bayerisches Fernsehen

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