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 am: 17. Juli 2017, 00:21 
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TEILZEITARBEIT IN GESUNDHEIT UND PFLEGE
IAT untersuchte Mobilisierung von Arbeitszeitreserven


Pressemitteilung vom 08.04.2016 - Redaktion: Claudia Braczko

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in der Gesundheits- und Krankenpflege arbeitet in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung. Wäre die Aufstockung von Teilzeitstellen eine Möglichkeit den Fachkräftemangel in der Pflege abzufedern? In einer aktuellen Studie hat das Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) untersucht, ob und welche Arbeitskraftreserven im Pflegebereich mobilisiert werden könnten.

Anhand von Daten des Lohn-Spiegels des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung analysierten die IAT-Forscher/innen Denise Becka, Michaela Evans und Fikret Öz persönliche Interessen und Motivationen von Pflegekräften, ihre Präferenzen zu Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten sowie Gründe für die Ausübung von Teilzeitarbeit im Branchen- und Berufsvergleich. Mit Blick auf die Frage nach der Zufriedenheit mit den vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten zeigte sich etwa ein Viertel der befragten Pflegekräfte an einer Aufstockung der Wochenstunden interessiert. Somit scheint ein Potenzial zur Ausweitung der Beschäftigung in der Pflege zwar vorhanden, wird von den Befragten aber wenig favorisiert: „Im Vergleich mit anderen Berufen und Branchen gibt es strukturelle Ungleichheiten und Belastungen in den Pflegeberufen, die den Wunsch nach Teilzeitarbeit prägen“, stellt die Studie fest.

Hierzu gehören hohe Teilzeitanteile in den Helferberufen, die den geringer qualifizierten und entsprechend niedriger entlohnten Helferbereich in der Pflege zusätzlichen Prekarisierungsrisiken aussetzen. Auch die Kopplung von Teilzeitarbeit mit befristeten Arbeitsverträgen birgt Risiken. Das Überstundenvolumen ist im Vergleich zu anderen Berufen und Branchen überdurchschnittlich hoch und wird mit unterschiedlichen Modellen vergütet, über die z.T. eine „verdeckte“ Aufstockung von Arbeitszeiten generiert wird.

Das Ziel, Arbeitskraftreserven zu mobilisieren, hängt maßgeblich auch davon ab, ob es gelingt Arbeitsbedingungen zu schaffen, die einerseits den vorzeitigen Rückzug in die Teilzeitarbeit verhindern. „Damit die Aufstockung von Teilzeitstellen sowohl für Arbeitgeber als auch für die Beschäftigten im Pflegebereich interessant wird, müssen andererseits die im Branchenvergleich charakteristischen und strukturell angelegten Prekarisierungsrisiken verringert werden“, stellen die IAT-Forscher/innen fest. Dem sollte in der aktuellen Debatte um die Aufwertung von Pflegearbeit stärker Rechnung getragen werden. Als handlungspraktische Bezüge für Einrichtungen sollten neue Gestaltungsoptionen stärker in die Diskussion eingebracht und erprobt werden, die z.B. einen flexibleren Personaleinsatz mit neuen Versorgungslösungen verknüpfen. Hier könnten neue Arbeitsbereiche mit einem breiteren Einsatzfeld und reduzierten Arbeitsbelastungen z.B. im Sinne von Job-Rotationsmodellen entstehen, schlagen die Wissenschaftler/innen vor.

Quelle: https://iat-info.iatge.de/presse/2016/teilzeitarbeit-in-gesundheit-und-pflege-08042016.html

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 am: 17. Juli 2017, 00:00 
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Zitat
Veröffentlicht unter www.nachdenkseiten.de: 28. November 2016 um 10:26 Uhr | Verantwortlich: Jens Berger
„Leiharbeit ist moderner Sklavenhandel“


Unter den Mechanismen, die besonders effektiv die Verarmung und Verelendung im Lande vorantreiben, ist neben Hartz IV auch und vor allem die sogenannte „Leiharbeit“ zu nennen, mittels derer Menschen wie Waren „verliehen“, in prekäre Lebensverhältnisse gezwungen und mit Armut konfrontiert werden. Trotz klarer Beschlusslage aller DGB-Gewerkschaften, dass für gleiche Arbeit stets gleicher Lohn zu zahlen sei, steht zu befürchten, dass dieselben in der am 29. und 30. November stattfindenden Tarifrunde Leiharbeit 2016/17 der Leiharbeit erneut Tür und Tor öffnen. Dabei könnte alles so einfach sein. Denn die Gewerkschaften könnten diesem „modernen Sklavenhandel“ einen Riegel vorschieben, meint die linke Gewerkschaftsaktivistin Mag Wompel im Gespräch mit Jens Wernicke, und erklärt, welche Maßnahmen möglich und umgehend notwendig sind.
Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=36021

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 am: 16. Juli 2017, 23:24 
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Zitat
LINKE BEKLAGT SCHLECHTE BEZAHLUNG
Leiharbeit in der Pflege hat sich verfünffacht

Berlin - Die Pflege von Alten und Kranken wird immer öfter von Leiharbeitern übernommen. Das zeigen jüngste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit

Danach waren 2005 lediglich 3.196 Leiharbeiter in Gesundheits- und Pflegeberufen tätig, 2011 waren es mit 16.350 rund fünf Mal so viel. Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann beklagte, dass diese Pflegekräfte im Schnitt ein Drittel weniger Lohn erhielten als reguläre Angestellte. ...
Quelle: https://www.merkur.de/politik/zahl-pflege-leiharbeiter-verfuenffacht-2379232.html, 05.07.2012

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 am: 16. Juli 2017, 20:18 
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Zitat
Missstand in der Pflege
So sieht Fachkräftemangel aus

In mehreren Altenheimen gibt es derzeit Belegungsstopps. Weil Personal fehlt, kommt es in Pflegeeinrichtungen zu Missständen.


von GARETH JOSWIG

BREMEN taz | In der Pflege nimmt der Fachkräftemangel in Bremen konkrete Formen an. Die Wohn- und Betreuungsaufsicht hat in gleich mehreren Pflegeheimen Belegungsstopps erzwungen. Die drängendsten Probleme: unzureichende Ausstattung mit Fachkräften. Die Heimaufsicht stellte Mängel infolge von zu wenig Personal fest.

Die Heimaufsicht bestätigt taz-Informationen, nach denen es derzeit Belegungsstopps in gleich drei Einrichtungen gibt. Die Qualität leidet unter Personalmangel. Bernd Schneider, Sprecher der Sozialbehörde, sagt: „Es gibt derzeit sieben Einrichtungen, wo durch Personalmangel die Qualität spürbar beeinträchtigt ist. Dabei muss nicht die Qualität der Pflege schlecht sein, teils sind nur Abläufe und Dokumentationen nicht zufriedenstellend.“ Die Heimaufsicht sei in allen Einrichtungen, berate oder erteile Auflagen zum Abstellen der Mängel.

Zwei der Einrichtungen mit Problemen sind etwa das Pflegezentrum Marcusallee am Rhododendronpark und das Haus O’Land der Convivo-Gruppe in Oberviehland.

In der Marcusalle gab es laut Heimaufsicht über einen mehrmonatigen Zeitraum keine Leitung, ein deswegen ausgesprochener Belegungsstopp ist inzwischen wieder aufgehoben. Angehörige berichteten über teilweise unhaltbare Zustände in der Pflegeeinrichtung. Inzwischen besitzt die Einrichtung wieder eine kommissarische Leitung. Bernd Schneider, Sprecher der Sozialbehörde, sagt: „Aber das heißt nicht, dass alle Mängel behoben sind. Die Wohn- und Betreuungsaufsicht begleite die Aufarbeitung weiterhin eng.“

Noch aktuell ist der Belegungsstopp im Demenzzentrum Haus O’Land in Obervieland. Bei einer unangekündigten Prüfung der Heimaufsicht stellte diese fest, dass die Fachkraftquote nicht ausreichend war: Es fehlten zweieinhalb Stellen. Die Einrichtung legte sich infolgedessen selbst einen Belegungsstopp auf. Schneider sagt: „Wenn sie ihn nicht selber auferlegt hätten, hätten wir ihn verhängt. Aber wenn es um Personalunterhänge geht, gibt es ein objektives Problem: Der Markt ist leer.“ Er sagt: „Der Träger ist kooperativ und hat Interesse, die Mängel in den Griff zu kriegen.“

Vor Ort bestätigt sich dieser Eindruck. Beim Haus O’Land handelt sich um ein Pflegeheim, das nur demente BewohnerInnen hat. Es hat 82 Betten, davon sind derzeit wegen der unzureichenden Fachkräftequote nur 64 belegt. Stephanie Thiele, die Heimleitung, sagt: „Die Fachkräfte sind einfach nicht da. Es wird immer gesagt, dass wir die Quote erfüllen sollen, aber wie wir das machen sollen, sagt keiner.“ Durch Krankheiten, Schwangerschaften, aber auch Sterbefälle könne es passieren, dass man kurzfristig unter die Fachkraftquote rutsche.

Andere Länder lösen das Problem, indem sie einfach ihre Fachkräfteschlüssel für Pflegeeinrichtungen verändern oder auch andere Berufe als Pflegefachkräfte anerkennen. Niedersachsen etwa erkennt Heilerziehungspfleger als Fachkräfte an, in Bremen gelten diese jedoch nur als Hilfskräfte. Thiele sagt: „Wir haben immer genug Mitarbeiter da, aber zeitweise einfach nicht genug Fachkräfte.“ Im Haus seien in der Regel sieben MitarbeiterInnen, Pflegehilfskräfte und Auszubildende eingerechnet, aber auf Stelleninserate reagiere kaum jemand. Thiele sagt: „Ich habe sogar schon überlegt, in Stellenanzeigen reinzuschreiben, dass es beim Bewerbungsgespräch eine Pizza gratis gibt.“

In der Einrichtung wird das grundlegende Problem des Fachkräftemangels plastisch: Timm Klöpper, stellvertretender Geschäftsführer des Einrichtungsträgers Convivo, sagt: „Wir wollen nicht immer nur jammern, sondern dass der Pflegeberuf die Anerkennung bekommt, die er verdient. Alle hier arbeiten mit viel Herzblut.“ Das öffentliche Bild von der Pflege sei indes sehr negativ, ständig werde bei Missständen in einigen Heimen auf den gesamten Bereich geschlossen: „Das schadet dem Ansehen des Pflegeberufs und sorgt so wieder dafür, dass zu wenig junge Menschen sich für den sicheren und schönen Beruf in der Pflege begeistern.“

Unbesetzte Stellen
72 Auszubildende hat Convivo derzeit, fünf davon sind im Haus O’Land. Gern würden sie mehr ausbilden. Thiele sagt: „Aber zwei Stellen bleiben verlässlich unbesetzt.“ Immerhin werde man im Sommer voraussichtlich eine Auszubildende übernehmen. Eine wertvolle Fachkraft mehr.

Das Grundproblem besteht jedoch weiter. Convivo hat sogar bereits begonnen, im Ausland Arbeitskräfte anzuwerben, etwa in Bosnien. Man sorge mit viel Aufwand für einen Wohnort und Sprachkurse. Aber auch die in Bosnien bereits ausgebildeten Pflegekräfte gelten in Deutschland nicht als Fachkraft. „Sie müssen hier erst ein Anerkennungsjahr machen“, so Thiele. Sie wünscht sich beim Fachkräftemangel ein staatliches Programm: „Wir müssen anerkennen, dass wir ein Einwanderungsland sind und auf ausgebildete Menschen aus dem Ausland angewiesen sind.“

Der Senat ist um Nachschub bemüht. Schneider sagt: „Wir haben dreimal so viele Schulplätze in Berufsschulen wie noch vor drei, vier Jahren, aber das reicht noch nicht.“ Arbeitslosigkeit gebe es im Pflegebereich nicht, sagt Schneider – „Die Fachkräfte können sich aussuchen, wo sie hingehen.“
Quelle: http://taz.de/Missstand-in-der-Pflege/!5423598/, 09.07.2017

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 am: 12. Juli 2017, 10:48 
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Alternativer Pflegegrad-Rechner
Der nachfolgende Pflegegradrechner hat den wesentlichen Vorteil, dass er individualisierbar mit den eigenen Daten ist und immer wieder darauf zugreifen läßt z.B. wenn der Pflegebedarf sich verändert hat. (Das Ergebnis wird aber auch ohne Registrieung angezeigt.)



Quelle: https://www.familiara.de/pflegegradrechner/ - Wir danken für die freundliche Genehmigung des Autors

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 am: 05. Juli 2017, 00:28 
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Zitat
Vorwürfe gegen Friedehorst

Am Streit um die Pflegequalität im Seniorenheim Haus 18 werden die Probleme der Stiftung deutlich


von Patricia Brandt

Lesum. An manchen Tagen muss die Arbeit im Altenheim Haus 18 für die Angestellten nicht zu schaffen gewesen sein. Ihr Vater, früher wie aus dem Ei gepellt, habe als Heimbewohner fettige Haare gehabt, die Kleidung sei bekleckert gewesen, sagt eine Angehörige. Nach Recherchen der NORDDEUTSCHEN hat Personal der diakonischen Stiftung Friedehorst des kirchlichen Rechts in Bremen-Lesum offensichtlich versucht, Pflegemängel zu vertuschen. Die Sozialbehörde bestätigt Informationen unserer Zeitung, nach denen Listen gefälscht wurden, in denen festgehalten wurde, wann ein Bewohner geduscht worden war. Die Stiftung selbst hingegen bestreitet, dass Duschpläne frisiert wurden.

Wie berichtet, soll Haus 18, eine von mehreren Pflegeeinrichtungen der Stiftung, in Kürze geräumt werden. Die Stiftung will das Gebäude bis zum 31. Oktober leer ziehen, um es zu modernisieren. „Die Bewohner werden nur verwahrt, nicht mehr gepflegt“, sagt eine Angehörige, deren Mutter in Friedehorst untergebracht ist. So habe sich niemand um die Bedürfnisse ihrer Mutter gekümmert. Sie habe „offene Stellen“ am Körper entdeckt. Auch Hygienemängel wurden von Angehörigen beklagt. Stiftungs-Geschäftsführer Michael Schmidt versicherte gegenüber unserer Zeitung, den Vorwürfen nachzugehen. „Dass der Veränderungsprozess zulasten der Bewohner geht, werden wir aber nicht akzeptieren.“

Probleme in den Altenheimen auf dem Stiftungsgelände in Lesum bestehen nach Informationen unserer Zeitung aber schon viel länger. So gab 2013 ein angeblich vordatierter und als erledigt abgehakter Reinigungsplan in der Küche Anlass zu Kritik. Friedehorst wies die Vorwürfe auf Nachfragen der NORDDEUTSCHEN damals von sich.

Nach Darstellung eines früheren Mitarbeiters der Stiftung, der seinen Namen nicht nennen will, hat es seit 2013 zahlreiche Beschwerden gegeben. Dass jeder Bewohner auf dem Stiftungsgelände jede Woche geduscht worden sein soll, habe zwar auf dem Papier gestanden, traf aber nach seinen Aussagen nicht zu. Weil es nicht ausreichend Pflegekräfte gegeben habe, habe die Wohn- und Betreuungsaufsicht (früher Heimaufsicht genannt) auf einen Belegungsstopp gedrängt. Auch seien bei der Sozialbehörde Beschwerden über die Ausbildungsbedingungen bei der Stiftung Friedehorst eingegangen. Altenpflegeschülerinnen hätten massiv Überstunden leisten müssen.

Dass es in Haus 18 Schwierigkeiten gab, ist zumindest den Noten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) nicht auf den ersten Blick anzusehen. Gutachter des MDK prüfen 90 Prozent der Bremer Heimeinrichtungen jährlich unangekündigt, zehn Prozent der Kontrollen übernimmt der Verband der Privaten Krankenversicherungen. Die Ergebnisse dieser Qualitätskontrollen sind im Internet auf pflegelotse.de nachzulesen. Die Mehrzahl der Bremer Einrichtungen schließt hier mit sehr guten Pflegenoten ab.

Das Haus 18 in Lesum erhielt zuletzt als Gesamtnote eine 1,9. Bei der jüngsten Qualitätskontrolle vom 7. November 2016 war laut MDK-Geschäftsführer Wolfgang Hauschild aufgefallen, „dass vereinzelt Bewohner nicht so häufig, wie in der Dokumentation geplant, geduscht wurden.“

In mindestens einem Jahr habe das Personal vorher gewusst, wann der MDK kommt, sagt der Ex-Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er habe damals von einer anderen Mitarbeiterin der Stiftung die Anweisung erhalten, die Akten zu schönen. Wolfgang Hauschild bestreitet das: „Ich kann Ihnen versichern, dass solche Dinge nicht laufen. Das wäre ein Skandal.“ Der beschuldigte Gutachter des MDK, der die Stiftungsmitarbeiterin über sein Kommen vorab informiert haben soll, sei seit vielen Jahren für den MDK tätig. Der Gutachter selbst streitet den Vorwurf ebenfalls ab: „Das ist Nonsens, Blödsinn, Quatsch.“


„Personalmangel hat Friedehorst schon ewig und drei Tage.“
Ingrid Peschel, ehemals Heimbeirat

Ingrid Peschel hat acht Jahre lang im Heimbeirat in Friedehorst mitgearbeitet, engagiert sich für die Vegesacker SPD-Fraktion und ist Delegierte der Bremer Seniorenvertretung. Sie findet deutliche Worte für die Situation auf dem Stiftungsgelände: „Personalmangel hat Friedehorst schon ewig und drei Tage. Es ist eine Katastrophe, was da abgeht.“

Mitschuld an der Misere trägt nach Ingrid Peschels Dafürhalten auch die zuständige Behörde. So habe die Wohn- und Betreuungsaufsicht von 2013 bis Ende 2015 auf Prüfungen verzichtet. Vorgesehen sind vom Gesetzgeber aber jährliche Prüfintervalle. Erst auf Peschels Drängen hin soll es im Oktober 2015 zu einer Prüfung gekommen sein.

Wann die Wohn- und Betreuungsaufsicht das Haus 18 auf dem Friedehorst-Gelände überprüft hat, darüber machen Friedehorst, MDK und Sozialbehörde unterschiedliche Angaben. Nach Informationen der NORDDEUTSCHEN hat es im Jahr 2014 zumindest keine Regelprüfung gegeben. Dies sei nicht notwendig gewesen, versichert Bernd Schneider, Sprecher der Sozialbehörde, die der Wohn- und Betreuungsaufsicht übergeordnet ist. Denn 2014 sei das Jahr gewesen, in dem die Wohn- und Betreuungsaufsicht ohnehin oft in Friedehorst gewesen sei. Einen Anlass habe ein Beschwerdeanruf zu mangelnder Körperhygiene gegeben. Zudem sei der damalige MDK-Prüfbericht so ausgefallen, dass die Wohn- und Betreuungsaufsicht sich veranlasst gesehen habe, nach dem Rechten zu schauen. Bei einer dieser Kontrollen sei festgestellt worden, dass Duschpläne frisiert worden waren. „Ja, das war bekannt“, sagt Schneider. „Es ist eingeräumt worden, dass die Dokumente nicht den Tatsachen entsprochen haben.“ Der eine oder andere Bewohner sei bei Duschgängen ausgelassen worden.


„Die Einrichtung hat Unterstützungsbedarf.“
Bernd Schneider, Sozialbehörde

Die Behörde hat bisher auf Sanktionen verzichtet. Sie will lieber mit dem Träger im Gespräch bleiben. Seit Sommer 2016 ist die Wohn- und Betreuungsaufsicht laut Schneider monatlich zu Kontrollbesuchen auf dem Stiftungsgelände. Die Stiftung habe zugesichert, die Probleme in den Griff zu bekommen. „Es sind Vereinbarungen getroffen worden, dass mit der Dokumentation sorgfältig umgegangen werden soll. Das heißt nicht Pflegefiktion, sondern Pflegedokumentation“, sagt Schneider. Er sagt auch: „Die Einrichtung hat Unterstützungsbedarf. Vieles hat mit dem Mangel an qualifiziertem Personal zu tun.“

Zu den Vereinbarungen, die die Behörde mit dem Träger getroffen hat, zählen Obergrenzen für die Belegung. 2016 seien für fünf Einrichtungen der Stiftung Platzzahl-Reduzierungen verabredet worden, aktuell seien es noch drei: Haus 18, Haus Da Vinci und Haus Via Vita. Schneider betont, dass die Stiftung das Haus 18 von sich aus schließen wolle: „Es gibt keine Schließungsverfügung.“

Wer Fragen zu Pflegemissständen in Friedehorst stellt, bekommt von Stiftungs-Vorsteher Michael Schmidt zu hören, dass man den aktuellen Vorwürfen nachgehe. Es sei aber den Vorschriften entsprechend Personal im Einsatz, die Stiftung hat Unternehmenssprecher Milko Haase zufolge auch „keinerlei Anhaltspunkte“ dafür, dass Duschpläne frisiert wurden. Heimliche Absprachen vor MDK-Prüfungen schließt Haase ebenfalls aus. Der Unternehmenssprecher gibt zum Thema Altenpflegeschüler an, keine Kenntnis davon zu haben, dass auf dem Stiftungsgelände über die tariflichen und gesetzlichen Bestimmungen zur Arbeitszeit hinaus gearbeitet wird.

„Behördliche Belegungsstopps oder Anordnungen wurden gegen Haus 18 nicht ausgesprochen. Wir haben in Abstimmung mit der Behörde und Kostenträgern in 2014/15 sowie seit September 2016 aus eigener Entscheidung auf die Nachbelegung frei gewordener Heimplätze verzichtet“, teilt Milko Haase mit. Zunächst sei „eine maximal 50-prozentige Belegung angestrebt“ gewesen. Wegen neuerer Erkenntnisse zur Bausubstanz sei die Planung dann angepasst worden. Ob Haus 18 je wieder als klassisches Pflegeheim öffnet, ist laut Pastor Michael Schmidt ungewiss.

Von ursprünglich 108 Bewohnern sind in Haus 18 inzwischen nicht einmal mehr 50 übrig. Deren Angehörige beschäftigt zurzeit noch eine andere Frage als die nach Pflegemängeln. Sie wollen wissen: Wie geht es nach der Schließung des Hauses weiter? Als Stichtag wurde der 31. Oktober genannt. „Jetzt heißt es nur: Alle müssen raus und dass die Bewohner irgendwo untergebracht werden. Ich hätte mir vorab detailliertere Informationen gewünscht“, beklagt ein Angehöriger.

Eine Angehörige befürchtet, dass mit der Schließung des Hauses gut zwei Drittel der derzeitigen Bewohner gezwungen seien, sich um neue Plätze in anderen Pflegeeinrichtungen zu bemühen. Der Vorsteher von Friedehorst will in dieser Situation niemanden alleinlassen. Das hat Michael Schmidt in den vergangenen Tagen oft betont. Wer nicht in Friedehorst bleiben kann, der bekäme Hilfe bei der Suche nach einer Lösung. „Aber wenn keine Plätze da sind, hilft das nichts“, meint die Angehörige.
Quelle: http://www.weser-kurier.de/region/die-norddeutsche.html, 05.07.2017



HINWEIS:
Pflegerische Versorgung in Bremen am schlechtesten! [>>]

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 am: 03. Juli 2017, 10:20 
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Macht es doch keinen Sinn ein Pflegetagebuch zu führen?

Auf der Internetseite "Bundesweites Pflegenetzwerk" wird entgegen allen anderen Empfehlungen pflegebetroffenen Menschen vom Führen eines Pflegetagebuchs abgeraten. Dort wird behauptet (Zitat):

Zitat von: pflegestufe.com
"Ein Pflegetagebuch ist keine Lösung
Kein Pflegeberater, kein Sachverständiger und kein Rechtsanwalt würde das Führen eines Pflegetagebuchs empfehlen, wenn genügend Erfahrung im Umgang mit Pflegekassen vorhanden wäre. Hier plabbert der eine nach, was der andere ehemals propagiert hat.

Die Pflegesachverständigen im bundesweiten Pflegenetzwerk bearbeiten jährlich Widerspruchs- und Klageverfahren im 4-stelligen Bereich. In keinem einzigen dieser individuellen Fälle, hat ein geführtes Pflegetagebuch, auch nur ansatzweise, die Entscheidung der Pflegekasse begünstigt. ..."

Fakt ist dagegen:
Pflegetagebuch zu führen kann entscheidend sein!

Zitat
„Das Hessische Landessozialgericht hob mit Urteil vom 26.09.2013, Az.: L 1 KR 72/11 das Urteil des SG Fulda auf und bestätigte, dass die Klägerin als nichterwerbsmäßige Pflegeperson der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegt. …

Nach den Begutachtungsrichtlinien sei der tatsächlich anfallende individuelle Hilfebedarf der hauswirtschaftlichen Versorgung zu bewerten und der Zeitaufwand in Stunden pro Woche abzuschätzen. Dabei sei ein an der Laienpflege orientierter abstrakt objektiver Maßstab anzulegen. …

Diese Entscheidung zeigt, dass es wichtig ist, den tatsächlichen Pflegeaufwand sowohl in der Grundpflege, als auch in der hauswirtschaftlichen Versorgung zu dokumentieren. Auch wenn die Führung eines Pflegetagebuches für die Pflegeperson eine zusätzliche Belastung darstellt, lohnt es sich. Zum einen ist dies eine gute Vorbereitung auf die nächste Pflegebegutachtung, zum anderen ggf. wichtig bei der Frage, ob die Pflegeperson Rentenpunkte erhält. …“
Quelle: Constanze Würfel Rechtsanwältin und Fachanwältin für Sozialrecht
http://www.rechtsanwaeltin-wuerfel.de/artikel/pflegetagebuch-rettet-rentenpunkte

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 am: 30. Juni 2017, 23:16 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Pflege-Notstandsland Deutschland

Skandale und schwarze Schafe in der Pflege - alles Einzelfälle?

Bremen, 30.06.2017 · Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist überzeugt, dass es sich bei Medien­berichten über Pflege-Skandale lediglich um Einzelfälle handelt. Der bisherige Patientenbeauftragte Karl-Josef Laumann erkannte wenigstens, dass der sogenannte Personalschlüssel dringend den heutigen Verhältnissen angepasst werden müsse. Wir dürfen gespannt sein, ob Ingrid Fischbach, die Gröhe als Nachfolgerin für Laumann dem Kabinett vorschlagen will, sich noch patientenorientierter zeigen wird. Viel Zeit bis zu den anstehenden Wahlen im Herbst hat sie ja nicht ...


Pflegebetroffene fordern: "Den Pflege-Notstand endlich beenden!!!"
Foto: Reinhard Leopold

Apropos „Einzelfälle“: Manche Pflege-Anbieter und Pflegekräfte fühlen sich durch Skandalberichte verunglimpft und fordern "Macht die Pflege nicht immer so schlecht!". Interessenvertreter von pflegebedürftigen Menschen halten dagegen und sagen, das Problem läge bei Politik und Pflege-Anbietern. Aber was stimmt denn nun wirklich?

Die meisten, die wissen, wie es wirklich in der Pflege aussieht, reden nicht gerne darüber. Pflegekräfte haben Angst über Missstände zu reden oder diese anzuzeigen, weil sie um ihren Arbeitsplatz fürchten und nicht als "Nestbeschmutzer" gemobbt werden wollen. Pflegemitarbeiter, die sich deshalb an die zuständige Heimaufsicht oder an die Pflegekassen und den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) wenden, müssen nicht nur mit dem Verlust ihres jetzigen Arbeitsplatzes rechnen, sondern auch Angst haben, als „schwarze Schafe“ keine neue Beschäftigung zu finden. ( http://www.heim-mitwirkung.de/smf/index.php?topic=2140.msg4064#msg4064 )

Angehörige von Heimbewohnern schweigen dagegen aus Unwissenheit - weil sie oft nicht wissen, was richtig oder falsch ist - und weil sie Angst davor haben, dass ihre "Pfleglinge" anschließend Repressalien zu befürchten haben. Selbst Ärzte, Fußpflegerinnen oder andere Dienstleister, die in stationären Einrichtungen tätig sind, schweigen oftmals - es könnte sich ja negativ auf ihre Auftragslage bzw. auch auf die Heimbewohner auswirken. Unter der Hand, mit dem Hinweis „auf keinen Fall meinen Namen nennen“, packen sie dann doch aus und berichten über fehlendes Personal und Material, über nicht oder schlecht versorgte Wunden, zu wenig Zeit für Pflege und Betreuung. Das sollen alles "Einzelfälle" oder Menschen sein, die die Pflege schlecht machen wollen?

"Nein, es gibt keine Einzelfälle, sondern in Deutschland herrscht längst der Pflege-Notstand!"
Reinhard Leopold muss es wissen, denn er engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Pflegebereich und ist aus persönlicher Betroffenheit an das Thema geraten. Wie er sagt, ist er "mit Krankheiten der Eltern groß geworden" und hat sie bis zu ihrem Tod in verschiedenen Pflegeeinrichtungen als generalbevollmächtigter Sohn begleitet. Das, was er in dieser Zeit dabei erlebt hat, hat ihn dazu gebracht, sich seit 2002 ehrenamtlich für Verbesserungen in Heimen einzusetzen und 2006 die Bremer "Heim-Mitwirkung" - seine unabhängige Selbsthilfe-Initiative für pflegebetroffene Menschen - ins Leben zu rufen. Inzwischen ist er regionaler Ansprechpartner für die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V. (BIVA) und hilft ebenfalls ehrenamtlich mit seinen Erfahrungen und Informationen aktuell pflegebetroffenen Menschen.

Verfassungsbeschwerden haben bislang nichts bewirkt
Im Laufe der Zeit ist ihm immer mehr über über Pflegemängel, Vernachlässigungen bis hin zu Gewaltphänomenen von betroffenen Angehörigen, aber teils auch  von Pflegekräften selbst, berichtet worden. Es gibt sogar Heimleiter, die deutlich machen, dass es längst den Pflege-Notstand in Deutschland gibt.

So prangert Armin Rieger, der selbst ein Pflegeheim betreibt, "die täglichen Menschenrechts­verletzung an pflegebedürftigen Menschen" an und hat sogar Verfassungsbewerde beim Bundesverfassungsgericht gestellt.
( https://pflege-rebell.de/ablehnung-einspruch/ )

Aber auch er ist wie beispielsweise der Sozialverband VdK, der das Bundesverfassungsgericht mit gleichem Anliegen konfrontiert hat, bislang gescheitert. Das heißt aber nicht, dass die Pflegeprobleme nicht existieren würden. Der Pflege-Notstand ist längst von höherer Stelle anerkannt worden. Das Forum zur Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger e. V. in München wurde 2001 gegründet, um vor dem UN-Menschenrechtsausschuss in Genf über die gravierenden Menschenrechtsverletzungen in deutschen Pflegeheimen zu berichten. Der Ausschuss hat daraufhin die menschenunwürdigen Bedingungen in deutschen Pflegeheimen ausdrücklich gerügt und die Bundesregierung aufgefordert, dringende Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation für die Pflegebedürftigen vor Ort zu verbessern. ( http://www.heim-mitwirkung.de/smf/index.php?topic=1582.msg2937#msg2937 )

Nach 10 Jahren ist die Gruppe 2011 abermals in Genf in gleiche Sache vorstellig geworden. Jetzt stellte der UN-Ausschuss fest, dass seither so gut wie nichts passiert sei. "Mit tiefer Besorgnis" nehme man zur Kenntnis, dass die Bundesrepublik Deutschland "keine ausreichenden Maßnahmen unternommen hat, um die Situation älterer Menschen in Pflegeheimen zu verbessern. "Diese lebten dort wegen Personalkürzungen und unzureichender Beachtung von Pflegestandards "unter unmenschlichen Bedingungen" und erhielten "weiterhin unangemessene Pflege".
( http://www.heim-mitwirkung.de/smf/index.php?topic=1582.msg2939#msg2939 )

Der Münchner Rechtsanwalt Alexander Frey hat das damals mit begleitet und lässt auch nach so vielen Jahren nicht locker. „Die Karlsruher Richter sind altenfeindlich“, so sein Credo. Auch seine Beschwerden beim Bundesverfassungsgericht - zuletzt 2016 - wurden bislang abgewiesen. Doch der Anwalt gibt nicht auf.
( http://www.heim-mitwirkung.de/smf/index.php?topic=2014.msg4537#msg4537 )

Wertschätzung der Pflegekräfte
Inzwischen scheint die Politik langsam doch zu erkennen, dass es echte Probleme und vor allem nicht genügend Fachpersonal in der Pflege gibt. Aus diesem Grund werden immer neue „Pflege-Stärkungsgesetze“ verabschiedet, die aber bis heute die Not in der Pflege nicht beseitigt haben.  Daran ändern auch keine teure Image-Kampagnen nichts, die den schlechten Ruf der Branche versuchen sollen, gerade zu rücken.

Ab und an wird behauptet, wir als Gesellschaft würden die Pflegekräfte zu wenig wertschätzen. Dabei gibt es Statistiken, die belegen, dass neben Feuerwehrleuten, Sanitäter eben Kranken- und Pflegekräfte höchstes Ansehen in der Bevölkerung genießen. ( http://www.heim-mitwirkung.de/smf/index.php?topic=2011.0 )

Dagegen scheint es mit der "Wert-Schätzung" für die Arbeitnehmer durch die Pflegeanbieter oft nicht so weit her zu sein. Große Verantwortung sowie hohe physische und psychische Belastung - dagegen befristete Arbeitsverträge, Leiharbeit, Teilzeit- statt Vollzeitstellen und nicht gerade üppige Bezahlung. Von manchen Trägern werden den Pflegekräften zudem Lohneinbußen von bis zu 20 Prozent zugemutet, damit ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt - obwohl nicht sie für die wirtschaftliche Angeschlagenheit verantwortlich sind, sondern ihre Arbeitgeber.
( http://www.bg-pflege.de/diakonie-will-pflegeloehne-senken )

Selbstbewusstsein der Pflegenden stärken - Gemeinsam für menschenwürdige Pflege kämpfen
Das alles drückt natürlich auf das Selbst-Wertgefühl der in der Pflege tätigen Menschen. Verständlich, dass sich Pflegekräfte persönlich angegriffen fühlen, wenn mal wieder ein Skandal-Bericht veröffentlicht wird. Pflegekräfte und Angehörige könnten sich zusammentun und gemeinsam dafür sorgen, dass sich endlich etwas zum Besseren wendet. Gegenseitige Unterstützung und transparente Information über das, wie es tagtäglich im Pflegealltag aussieht. Wenn Pflegekräfte nicht mehr in die Pflegedokumentation eintragen, was sie angeblich an Tätigkeiten verrichtet haben, sondern Bewohnerbeiräte und Angehörigen bitten, sich zu beschweren. Und diese haben ein Recht sich zu beschweren, schließlich bezahlen sie sehr viel für eine Leistung, die nicht oder nur schlecht erbracht wird.

"Alleine ist  man nichts, gemeinsam ist man mehr" - Hilfsangebote für Pflegekräfte und pflegebedürftige Menschen

Gewerkschaften und Berufsverbände könnten mehr für ihre Mitglieder erreichen, wenn sie mehr Mitglieder und Mitstreiter hätten. Gleiches gilt für Bewohnerbeiräte und Angehörige, die sich beispielsweise von der BIVA unterstützen lassen können. In der Regel wiegt der Nutzen von solchen Lobbyorganisationen den geringen Mitgliedsbeitrag bei weitem auf. In diesem Sinne: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!"

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Für weitere Fragen steht Ihnen der Verfasser dieser Presse-Info gerne zur Verfügung.

Reinhard Leopold c/o HEIM-MITWIRKUNG
Unabhängige Selbsthilfe-Initiative für Pflegebetroffene
- Regionalbeauftragter der BIVA e.V. -
Rembertistraße 9
28203 Bremen
Tel.:       0421 / 33 65 91 20
Mobil:    0176 / 550 93 94 3
Skype:   Heim-Mitwirkung
eMail:    presse@heim-mitwirkung.de

BIVA-Regionalbeauftragter
Rembertistr. 9 | 28203 Bremen
Tel. 0421 / 7083087
leopold@biva.de | www.biva.de  www.facebook.com/biva.de


Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.
Siebenmorgenweg 6-8 | 53229 Bonn
Amtsgericht Bonn | Vereinsregister Nr. 3939

"Heim-Mitwirkung.de"
Bremer Selbsthilfe-Initiative von Angehörigen und Ehrenamtlichen, gegründet
Anfang 2006, engagiert sich generationsübergreifend in der Heim-Mitwirkung. Ziel ist die
Verbesserung der Interessenvertretung insbesondere von Heim-Bewohnern sowie
von pflegenden und begleitenden Angehörigen.

Zur Person:
Über persönliche Betroffenheit ist Reinhard Leopold an das Thema Pflege gekommen und hat viele Jahre seine kranken Eltern auch in Pflegeeinrichtungen begleitet. Seit dem engagiert er sich in der Interessenvertretung für pflegebedürftige Menschen und betreibt ehrenamtlich das Internetportal unter www.heim-mitwirkung.de.  Weitere Infos über sein Engagement finden Sie unter: http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1557.0

Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.
(BIVA)
Die BIVA vertritt seit 1974 bundesweit die Interessen von Menschen, die im Alter Wohn- und Pflegeangebote in Anspruch nehmen. Die BIVA ist gemeinnützig, politisch und konfessionell neutral sowie finanziell unabhängig.

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 am: 29. Juni 2017, 00:41 
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Zitat von:  DIE NORDDEUTSCHE
Seniorenheim wird geschlossen
Ärger um Haus 18


von Patricia Brandt

„Die Bewohner werden nur verwahrt, nicht mehr gepflegt“, sagt eine Angehörige, deren Mutter in Friedehorst untergebracht ist. Welche Anschuldigungen sie vorbringt und wie die Stiftung reagiert.

Lesum. Eine wund gelegene Patientin, aufgeschobene Toilettengänge, Hygieneprobleme – Angehörige und Bewohner berichten von gravierenden Pflegemängeln in einem Seniorenheim der Stiftung Friedehorst. Das Haus Nummer 18 soll zum 31. Oktober geschlossen werden. Die Stiftung will es modernisieren lassen. „Dass der Veränderungsprozess zu Lasten der Bewohner geht, werden wir aber nicht akzeptieren“, versichert Geschäftsführer Pastor Michael Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Für Stefanie Meier (Name geändert) stellte sich die Situation in Haus 18 zuletzt als alarmierend dar. „Die Bewohner werden nur noch verwahrt, nicht mehr gepflegt.“ Ihre über 90-jährige Mutter klage seit Längerem, dass ihr oft erst nach langer Wartezeit jemand auf die Toilette helfe. Gewaschen würden die Patienten häufig nur im Schnelldurchgang. „Ich habe auch offene Stellen an ihrem Körper entdeckt“, sagt Stefanie Meier.

Ihr Gesamturteil: „Die Pflege ist eine Katastrophe.“ Der Nachttopf werde nicht geleert, der Behälter für die dritten Zähne ihrer Mutter sei inzwischen verschimmelt. Handtücher würden entweder überhaupt nicht ausgegeben oder so abgelegt, dass die Bewohnerin sie nicht erreichen könne. „Das Stammpersonal wird abgezogen oder lässt sich versetzen. Die können das nicht mehr mit ansehen“, so die Tochter. Sie kritisiert weiter, dass die Angehörigen nicht hinreichend informiert werden. „Wir kriegen nur einen Teil mit. Warum zum Beispiel das dritte und vierte Obergeschoss geschlossen sind. Es gibt viele Gerüchte.“

Stefanie Meier ist nicht die Einzige, die massiv Kritik übt. Eine weitere Angehörige sagt: „Haus 18 ist eine bodenlose Frechheit. Das Einzige, was klappt, ist die Abbuchung der Gelder.“ Sie habe ihren Vater, der inzwischen ausgezogen ist, „nie so dreckig erlebt wie in Haus 18. Die Haare fettig, die Kleidung vollgekleckert.“


„Die Bewohner werden nur noch verwahrt, nicht mehr gepflegt.“
Eine Angehörige

Auch Bewohner Manfred Kirstein, der sich für als Bewohner-Fürsprecher im Heimbeirat engagiert, berichtet von Hygienemängeln und weiteren Missständen. So hätte eine Bewohnerin zum Beispiel kein Mittagessen bekommen. Die älteren Leute seien allesamt aufgebracht über die Personalsituation: „Es ist eine mittlere Katastrophe. Eine Person ist für drei Stockwerke zuständig. Das Fremdpersonal versteckt sich. Später heißt es: 'Wieso die Bewohnerin wurde doch gewaschen.' Aber tatsächlich ist das nicht passiert.“

Die komplette Schließung des Hauses ist nur noch eine Zeitfrage. Sie ist für den 31. Oktober angekündigt. Stefanie Meier war bisher davon ausgegangen, dass die Wohn- und Betreuungsaufsicht, früher Heimaufsicht, die Schließung wegen der Pflegemängel veranlasst hat. Dies sei aber nicht der Fall, sagt der Sprecher der zuständigen Sozialbehörde, Bernd Schneider. Die Heimaufsicht habe zwar festgestellt, dass es „immer mal Probleme“ gebe und auch „Beratungsbedarf“, aber sie habe keine gravierenden Pflegemängel registriert. Dies macht einen Unterschied für die Behörde: „Bei gefährlicher Pflege müsste die Wohn- und Betreuungsaufsicht das Heim binnen 24 Stunden schließen. Das wäre sonst nicht zu verantworten.“

Für Reinhard Leopold von der unabhängigen Selbsthilfe-Initiative Heim-Mitwirkung in Bremen stellt sich die Frage, warum die Heimaufsicht nicht einschreitet und konkrete Sanktionen verhängt. Es dauere zu lange, bis konkrete Maßnahmen ergriffen werden. Das Bremer Wohn- und Betreuungsgesetz müsse dringend angepasst werden: „Die Heimaufsicht darf sich nicht in Beratung flüchten.“ Er geht davon aus, dass im Haus 18 zu wenig Pflegepersonal im Einsatz ist.

„Es wird jetzt viel mit Leiharbeitern gearbeitet“, sagt ein Mitarbeiter in Friedehorst, der namentlich nicht genannt werden will. „Alles wird runtergefahren. Der ganze Abbau bringt unheimlich viel Unruhe.“ Er beschreibt die Situation im Haus als konfus. Auch für die Mitarbeiter sei es „eine unglückliche Situation.“


„Wir möchten für jeden  ein neues und schönes Zuhause finden.“

Schreiben an die Bewohner

Aktuell leben nach Angaben der Stiftung noch 48 Bewohner in dem Haus. Dass es für diese Menschen zu wenig Pflegepersonal gibt, bestreitet Stiftungs-Vorsteher Michael Schmidt. Die Stiftung beschäftige ausreichend Pflegekräfte: „Morgens sieben und nachmittags fünf Mitarbeiter.“ Schmidt räumte zwar ein, dass es derzeit „einen hohen Krankenstand“ unter den Mitarbeitern im Haus 18 gibt. Er sagte aber auch, dass die Stiftung sofort reagiert habe und Fremdpersonal beschäftige. Er habe ebenfalls von Beschwerden der Bewohner gehört. Die beschriebenen Pflegemängel nannte Schmidt indes inakzeptabel: „Wir werden diesen Hinweisen sofort nachgehen.“

Die Stiftung hat die alten Menschen aus Haus 18 für diese Woche zu Bratwurst und Kartoffelsalat eingeladen, um mit ihnen über die bevorstehende Heimschließung zu sprechen. „Es muss niemand Sorge haben, sein Heim und sein Zuhause in Friedehorst zu verlieren, denn wir möchten für jeden von Ihnen ein neues und schönes Zuhause finden“, heißt es in dem Schreiben.

Die Stiftung will das 42 Jahre alte Gebäude nach Schmidts Worten sanieren und umbauen lassen. „Wir müssen marktfähig bleiben mit unseren Angeboten.“ Die Immobilie sei technisch veraltet und in Teilen marode. Schmidt spricht von einem Legionellenbefund von vor zwei Jahren.

Galt das Haus in den Siebzigern mit seinen Doppel- und Einzelzimmern noch als Vorzeigeobjekt in der Branche, sei es mittlerweile für die klassische Pflege nicht mehr zu nutzen: „Doppelzimmer finden am Markt immer weniger Absatz. Deshalb haben wir im Haus 18 ein Belegungsproblem.“

Die Stiftung will das Gebäude aber nicht verkaufen: „Haus 18 bleibt in Friedehorster Besitz.“ Seit Herbst werde gemeinsam mit Architekten ein neues Konzept für die weitere Nutzung erarbeitet. Im Gespräch sei eine Lösung für Wohngruppen. Michael Schmidt weiß, dass einige Bewohner nicht gerne ausziehen. Sie leben schon seit vielen Jahren in Haus 18. Schmidt betont: „Es wird niemand vor die Tür gesetzt.“
Quelle: http://www.weser-kurier.de/region/die-norddeutsche_artikel,-Aerger-um-haus-18-_arid,1618658.html, 28.06.2017

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 am: 27. Juni 2017, 13:31 
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Zitat
Streit beendet
Ärger über Pflegevertrag vorbei


Antje Stürmann

Der Streit der Bremer Wohlfahrtsverbände mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) über den Pflegetarifvertrag ist beigelegt. Das teilt die Tarifgemeinschaft Pflege mit.


Wie berichtet, wollten zwei Bremer ASB-Gesellschaften aus der Tarifgemeinschaft austreten, nachdem der Vorstand mit der Gewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen ausgehandelt hatte. Ein Austritt ist nach geltendem Gesetz nicht möglich.

Knackpunkt waren die Finanzen: Die Geschäftsführer der beiden ASB-Gesellschaften hatten befürchtetet, dass den ausgehandelten Lohnerhöhungen von bis zu acht Prozent nicht genügend Einnahmen gegenüberstehen. Der ASB wolle nun seine Klagen gegen die Tarifgemeinschaft Pflege Bremen zurückziehen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Ausschlaggebend war offenbar die Möglichkeit, den Tarifvertrag schrittweise umzusetzen. Das habe den ASB-Landesvorstand beruhigt, sagt ein Mitverhandelnder. Außerdem wäre es möglich, dass die Sozialkassen den Mitgliedern der Tarifgemeinschaft mehr Geld zukommen lassen, damit sie die Tariflöhne zahlen können.

Vertretung des ASB wird neu festgelegt
Die Verhandlungen zur Refinanzierung der häuslichen Pflege stehen dem Vernehmen nach kurz vor dem Abschluss. Als Ergebnis der aktuellen Gespräche erneuere die Altenwohn- und Pflegeheim GmbH der ASB ihre Mitgliedschaft in der Tarifgemeinschaft, heißt es.

Außerdem hätten sich die Vorstände der Tarifgemeinschaft Pflege, der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und des ASB darauf geeinigt, dass die Vertretung des ASB in den Gremien der Bremer Wohlfahrtspflege neu festgelegt wird. Die Neuregelung hat zur Folge, dass der ASB in den Gremien der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände (LAG) künftig mit festen Sitzen vertreten ist und so in der Arbeit der LAG aktiv mitarbeiten kann.

Darüber hatte es in den vergangenen Monaten Meinungsverschiedenheiten gegeben. Mit diesen Ergebnissen sind die Vorsitzenden der drei verhandelnden Parteien Arnold Knigge (Tarifgemeinschaft Pflege), Ronald Geis (Bremer ASB) sowie der Landesgeschäftsführer der Awo, Burkhard Schiller, nach eigenen Angaben zufrieden.

Erster trägerübergreifender Vertrag in der Pflege

„Unsere offenen und intensiven Gespräche über den abgeschlossenen Tarifvertrag Pflege und die Zusammenarbeit in gemeinsamen Gremien konnten die aufgetretenen Missverständnisse klären", sagt Arnold Knigge. "Wir sind uns einig, dass wir nur gemeinsam die notwendige Stärkung der ambulanten und stationären Pflege in Bremen und Bremerhaven, zu der auch tarifvertragliche Regelungen gehören, erreichen können."

Der Tarifvertrag „Pflege in Bremen“ wurde Ende März 2017 zwischen der Tarifgemeinschaft Pflege und der Gewerkschaft Verdi abgeschlossen. Das Vertragswerk regelt die Arbeitsbedingungen für rund 3000 Beschäftigte von 14 Pflegeanbietern in Bremen und Bremerhaven. Der Tarifvertrag ist bundesweit der erste trägerübergreifende Vertrag in der Pflege.

Quelle: http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-Aerger-ueber-pflegevertrag-vorbei-_arid,1618126.html, 26.06.2017

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