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 am: 18. August 2014, 15:46 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Zitat
Quelle: http://www.antipsychiatrieverlag.de/artikel/alte/alte.htm

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 am: 18. August 2014, 13:24 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Verordnung von Psychopharmaka unterliegen einer ausgeprägten institutionellen Varianz

Zitat
"... Für Pflegeheimbewohner liegen im Mittel vier oder mehr Verordnungen von Medikamenten vor.  

... Aus Analysen unter Einbezug von Bewohner- und Einrichtungsmerkmalen gibt es Hinweise, dass die Verordnung von Psychopharmaka einer ausgeprägten institutionellen Varianz unterliegt, die sich nur begrenzt durch die in den Studien kontrollierten Einrichtungsmerkmale (z. B. Einrichtungsgröße, Anteil von qualifiziertem Personal) erklären lässt. Dies betrifft insbesondere die Verordnung und die Applikation von Bedarfsmedikation.

... Deskriptive Analysen von Psychopharmakaverordnungen vor dem Hintergrund der klinischen Symptomatik der betreffenden Bewohner weisen darauf hin, dass die Verordnungen zu einem beträchtlichen Teil nicht indikationsgerecht erfolgen und nicht hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Zielsymptom überprüft werden, einhergehend mit einer unangemessen langen Dauer des Psychopharmakaeinsatzes. ..."
Quelle: portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta298_bericht_de.pdf



Psychiater verordnen zu viele Psychopharmaka an pflegebedürftige Menschen mit Demenz

... Der Griff zur Pille ist dabei gerade in Pflegeheimen sehr verbreitet, beklagt Wilm: "Drei viertel der Bewohner, die wir in unserer Studie erfasst haben, wurden mit Psychopharmaka geradezu ruhig gestellt.

Und das ist durchaus repräsentativ für den Umgang mit Demenz-Patienten." Ein zehntel der Bewohner bekamen sogar mehr als drei Psychopharmaka gleichzeitig verabreicht. ...


Quelle: http://www.innovations-report.de/html/berichte/studien-analysen/psychiater-verordnen-viele-psychopharmaka-152068.html

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 am: 15. August 2014, 17:20 
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Ein riesiges schwarzes Loch - Psychopharmaka im Altenheim

Von Carsten Hoefer, dpa

In Deutschlands Altenheimen herrscht Personalmangel. Eine Folge: Weitgehend unkontrolliert und mutmaßlich massenhaft werden den Bewohnern Psychopharmaka verabreicht, um sie ruhig zu stellen.

München (dpa/lby) - Jeder Besucher eines deutschen Pflegeheims kennt die Szene: Viele Bewohner sitzen auf dem Flur, im Aufenthaltsraum, schweigsam, teilnahmslos. Die meisten sind dement. Doch die Stille hat in vielen Fällen einen anderen Grund: Die alten Menschen werden mit Psychopharmaka sediert.

«Ich habe bei meiner Mutter erlebt, dass sie tagelang im Rollstuhl hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve und mich nicht mehr erkannt hat», sagt Lothar Oehlen aus Fürth, Gründer des Angehörigen-Stammtischs Franken. «Ich habe dann zum Personal gesagt: Ich bringe meine Mutter zum Bluttest. Und wenn Psychopharmaka nachgewiesen werden, dann rollen Köpfe.» Das Ergebnis der Drohung: «Die Medikamente wurden abgesetzt, sie wurde lebhafter und sie hat mich wieder erkannt.»

Viele Angehörige werden in den Pflegeheimen Zeugen ebenso rätselhafter wie leidvoller Veränderungen: Beim Einzug ins Pflegeheim sind Vater oder Mutter zwar vergesslich, aber noch aktiv und ansprechbar. Wenige Wochen später sind sie passiv, verwirrt und starren reglos ins Leere.

Doch wer die weitschweifigen Prüfberichte der kommunalen Heimaufsichten liest, findet zu dem Thema in aller Regel: nichts. «Das ist ein riesiges schwarzes Loch», sagt Reinhard Leopold, Gründer der Selbsthilfegemeinschaft «Angehörige und Ehrenamtliche in der Heimmitwirkung» in Bremen. «Das wird totgeschwiegen.» Häufig verabreicht werden Valium, Schlaftabletten, aber auch Mittel, die für Psychosepatienten und seelisch Kranke gedacht sind und den Effekt einer chemischen Keule haben.

Der Münchner Heimaufsicht und dem Amtsgericht der Landeshauptstadt ist es zu verdanken, dass nun von Behördenseite ein wenig Licht in das Dunkel kommt. Die Zahlen aus München: 51,3 Prozent der Bewohner bekamen bei einer Stichprobe im Jahr 2011 Psychopharmaka verordnet.

Doch das ist nicht alles: Bei der Vergabe der Medikamente wird in vielen Heimen das Gesetz offensichtlich routinemäßig ignoriert. Wenn Medikamente nur verabreicht werden, um einen alten Menschen ruhig zu stellen - ohne dass eine Heilung in Sicht wäre - dann zählt das ebenso wie eine Fesselung («Fixierung») an Bett oder Stuhl als «freiheitsentziehende Maßnahme» und muss von einem Richter genehmigt werden.

«Bisher gingen beim Amtsgericht München solche Anträge nur in verschwindend geringer Zahl ein», heißt es dort. Das Gericht hat nun vor wenigen Wochen die «Initiative München» gestartet, um die massenhafte Verschreibung der Psychopharmaka zu reduzieren.

Verlässliche landes- oder gar deutschlandweite Studien gibt es nicht. Ähnliches werde aus dem gesamten Bundesgebiet berichtet, heißt es im Gesundheitsministerium in München. «Valide Daten sind allerdings nicht bekannt.»

Dass die bayerische Hauptstadt in Sachen Psychopharmaka einen beklagenswerten statistischen Ausreißer darstellt, glaubt niemand, der sich mit der Materie beschäftigt. «Das ist überall gleich», sagt Pflegekritiker Oehlen. Der Gütersloher Gerontopsychiater Bernd Meißnest schätzte nach einem Bericht des Gesundheitsportals «onmeda» im vergangenen Dezember, dass 40 Prozent der Altenheimbewohner in Deutschland Psychopharmaka verabreicht bekommen.

«Die Häufigkeit, mit der Psychopharmaka verschrieben werden, lässt mich vermuten, dass das nicht in allen Fällen medizinisch indiziert ist, sondern auch anderen Zwecken wie der Erleichterung der Pflege dient», sagt diplomatisch Dr. Ottilie Randzio, die stellvertretende Geschäftsführerin des Medizinischen Diensts der Krankenkassen in Bayern.

Pflegeinitiativen nennen einen einfachen Grund, warum so viele alte Menschen chemisch ruhig gestellt werden: Verwirrte Heimbewohner sind oft unruhig, ängstlich oder aggressiv, murmeln vor sich hin, wandern über die Flure, legen sich in fremde Betten, durchwühlen Schränke, schmieren sich mit Exkrementen ein.

Für eine gute Pflege fehle in vielen Heimen das Personal, sagt der Pfleger Werner Kollmitz, Gründer der Initiative «Menschenwürde in der Altenpflege». Eine Pflegekraft sei im Schnitt für zwölf Heimbewohner zuständig. Pro Frühschicht blieben «pro Bewohner 25 Minuten für zwei Hauptmahlzeiten, eine Zwischenmahlzeit, Waschen, Toilettengang und so weiter», sagt Kollmitz. «Das Personal kommt nicht mal mit der Grundpflege klar.»

In der politischen Diskussion spielt die Vergabe von Psychopharmaka an Heimbewohner bislang keine große Rolle. Der Landtag hat sich mit dem Thema noch nie befasst. Die SPD bereitet inzwischen eine parlamentarische Anfrage vor.

Gesundheitsministerin Melanie Huml will sich des Themas annehmen. «Wir stellen fest, dass gerade ältere Menschen oftmals sehr viele Medikamente erhalten, die sie einzeln oder im Zusammenwirken in ihrer motorischen oder geistigen Freiheit einschränken», sagt die CSU-Politkerin. «Sensibilisierung und Aufklärung von Angehörigen, Ärzten und Pflegepersonen halte ich hier für sehr wichtig.»

Auch Justizminister Winfried Bausback (CSU) ist aufmerksam geworden: «Wenn die Erfahrungen in München positiv sind, werden wir uns im nächsten Schritt dafür einsetzen, das Projekt auf andere Gerichtsbezirke auszuweiten.»

Quelle: http://www.dpa.com, 14.08.2014 - Mit freundl. Genehmigung

Veröffentlicht u.a. in folgenden Medien:



siehe dazu auch "Dem Tod entgegendämmern – Psychopharmakavergabe an alte Menschen"

 14 
 am: 15. August 2014, 09:30 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Pflegeheim muss auch zur Nachtzeit durchgehend mindestens eine Pflegekraft als Nachtwache einsetzen
Bloße Nachtbereitschaft genügt nicht

In Heimen mit pflegedürftigen Bewohnern muss auch nachts eine Fachkraft ständig aktiv im Dienst sein. Eine bloße Nachtbereitschaft genügt nicht. Dies entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart.


Die Antragstellerin des zugrunde liegenden Falls betreibt u.a. eine Behindertenwohnstätte für Schwerstbehinderte mit 38 Einzelzimmern. Das Landratsamt Rems-Murr-Kreis gab der Antragstellerin im Januar 2012 unter Anordnung der sofortigen Vollziehung auf, an jedem Tag zur Nachtzeit durchgehend mindestens eine Pflegekraft als Nachtwache einzusetzen. Der hiergegen erhobene Eilantrag blieb erfolglos. ...

Quelle: http://www.kostenlose-urteile.de/VG-Stuttgart_4-K-89712_Pflegeheim-muss-auch-zur-Nachtzeit-durchgehend-mindestens-eine-Pflegekraft-als-Nachtwache-einsetzen.news14059.htm




Zitat

 15 
 am: 14. August 2014, 23:25 
Begonnen von Multihilde - Letzter Beitrag von admin
Zitat

Begrenzte Mithaftung für Pflegeplatzkosten

Hohe Kosten der Heimunterbringung dürfen nicht ohne weiteres auf Angehörige oder ehrenamtliche Betreuer abgewälzt werden

14.08.2014

Das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken untersagt in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil Vereinbarungen, nach denen Angehörige oder Betreuer unbegrenzt für Kosten eines Pflegeplatzes einstehen sollen. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen einen Anbieter der Kurzzeitpflege. Ob eine Mithaftung bei Pflegeverträgen überhaupt zulässig ist, muss nun der Bundesgerichtshof entscheiden.

Pflegeeinrichtungen drängen immer wieder Angehörige oder ehrenamtliche Betreuer, sich an den Kosten für einen Pflegeplatz zu beteiligen, wenn der Bewohner selber nicht für die Kosten aufkommen kann. Formulare für Schuldbeitrittserklärungen werden häufig in den Anlagen der ohnehin umfangreichen Heimverträge versteckt. Ehepartner oder andere dem Bewohner nahe stehende Menschen unterschreiben die Erklärungen häufig ohne zu überblicken, welche Kosten tatsächlich auf sie zukommen können. Wegen des hohen Eigenanteils in der Pflegeversicherung oder bei Schäden, die durch den Bewohner verursacht werden, kann es schnell um mehrere tausend Euro gehen.

Das Gericht hat klargestellt, dass derartige Vereinbarungen nicht unbegrenzt gelten. Die Mithaftung darf demnach das Doppelte der in einem Monat anfallenden Entgelte nicht übersteigen. Formulare dürfen auch nicht zwischen anderen Anlagen zum Heimvertrag versteckt werden. Damit folgt die Kammer in wesentlichen Punkten dem vzbv, der die Klage überwiegend gewonnen hat. „Betreiber von Pflegeeinrichtungen nutzen eine Zwangslage der Verbraucher aus. Es kann nicht sein, dass Angehörige und Ehrenamtliche in die Mithaftung für hohe Kosten einer Heimunterbringung gedrängt werden. Wir wollen ein generelles Ende dieser zweifelhaften Praxis erreichen.“, sagt Heiko Dünkel, Projektleiter Wohn- und Betreuungsverträge beim vzbv.

Nicht gefolgt sind die Richter allerdings der Auffassung, dass Schuldbeitritte beim Abschluss von Pflegeverträgen generell unzulässig sind. So urteilten im vergangenen Jahr jedenfalls die Vorgängerinstanz und in einem weiteren Verfahren das Landgericht Mainz. Das Pfälzische Oberlandesgericht hat für zwei damit verbundene Grundsatzfragen ausdrücklich die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen. Der vzbv wird nun das höchste deutsche Zivilgericht anrufen.

Projekte zum Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz

Der vzbv nimmt seit 2010 gemeinsam mit den Verbraucherzentralen die Vertragstexte von Pflegeanbietern unter die Lupe. Das seit Juni 2013 laufende Projekt „Höherer Verbraucherschutz nach dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz“ nimmt insbesondere neue Wohnformen und Einrichtungen der Behindertenhilfe in den Fokus. Die Maßnahmen werden gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 

Erwähnte Gerichtsentscheidungen:

  • Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken,
    Urteil vom 23.07.2014, Az. 1 U 143/13, nicht rechtskräftig
  • Landgericht Kaiserslautern (Vorgängerinstanz),
    Urteil vom 30.07.2013, Az. 2 O 252/12
  • Landgericht Mainz, rechtskräftig
    Urteil vom 31.05.2013, Az. 4 O 113/12
Quelle: http://www.vzbv.de/13740.htm, 14.08.2014

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 am: 14. August 2014, 13:55 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Modellprojekt zur besseren ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen startet

Marl/Unna (idr). Marl und Unna gehören neben Bünde, Lippe und Münster zu den Regionen, in denen am 1. Juli ein Modellprojekt zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung von Pflegeheimbewohnern startet.

Niedergelassene Haus- und Fachärzte werden die Senioren in Heimen regelmäßig untersuchen, feste Sprechstunden anbieten und jeweils vor den Wochenenden den Gesundheitszustand der alten Menschen gemeinsam mit dem Pflegepersonal erörtern. Dadurch sollen Notfallsituationen insbesondere an Wochenenden und Feiertagen möglichst vermieden werden.

Außerdem ist der Einsatz von "Entlastenden Versorgungsassistentinnen" (EVA) vorgesehen, die als "verlängerter Arm" von Ärzten arbeitet. Sie können beispielsweise Behandlungstermine koordinieren und dadurch Ärzte entlasten.

Das Modellprojekt der gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) läuft über zwei Jahre. Die Erkenntnisse werden anschließend in den Auf- und Ausbau landesweiter Strukturen der Heimversorgung einfließen.

Pressekontakt: NRW-Gesundheitsministerium, Christoph Meinerz, Telefon: 0211/8618-4246, E-Mail: presse@mgepa.nrw.de; AOL Nordwest, Jens Kuschel, Telefon: 0231/419310145; KV Westfalen-Lippe, Christopher Schneider, Telefon: 0231/94323266

Quelle: http://www.idruhr.de/nachrichten/detail/archive/2014/june/article/modellprojekt-zur-besseren-aerztlichen-versorgung-in-pflegeheimen-startet.html, 20.06.2014

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 am: 14. August 2014, 13:17 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Wittener Forscher erstellen Pflegekosten-Vergleich

Witten (idr). Die stationäre Pflege von Menschen mit Demenz oft doppelt so teuer wie die Pflege zu Hause. Das hat eine internationale Forschergruppe in einer vergleichenden Studie ermittelt.

Gesundheitsökonomen der Universität Witten/Herdecke haben dabei die Kosten in Estland, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Schweden berechnet.

Ergebnis: 4.491 Euro kostet im Durchschnitt der Länder die Pflege in stationären Einrichtungen der Langzeitpflege. 2.491 Euro kostet es, wenn die Demenzpatienten von Angehörigen und professionellen Pflegekräften versorgt werden.

Pressekontakt: Uni Witten/Herdecke, Prof. Dr. Dirk Sauerland, E-Mail: dirk.sauerland @ uni-wh.de

Quelle: http://www.idruhr.de/nachrichten/detail/archive/2014/july/article/wittener-forscher-erstellen-pflegekosten-vergleich.html, 14.07.2014

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 am: 14. August 2014, 12:19 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Studie sieht große Unterschiede bei der Qualität der Pflege für Demenzkranke

Witten (idr). Die Qualität der Versorgung von Demenzpatienten unterscheidet sich in den EU-Staaten. Das ist das Ergebnis einer europäischen Studie unter Federführung der Universität Witten/Herdecke. Vier Jahre lang wurde die Pflege- und Versorgungssituation Demenzkranker und ihrer pflegenden Angehörigen in unterschiedlichen Ländern untersucht.

In Spanien werden besonders oft freiheitsentziehenden Maßnahmen bei Demenzkranken angewandt, Psychopharmaka wurden am häufigsten in Frankreich verabreicht. Die Studie zeigt, dass es keines der untersuchten Länder einem anderen in allen Aspekten der Pflegequalität überlegen ist.

Große Differenzen gibt es bei der Lebensqualität der Betroffenen. Diese wird in Schweden und England am höchsten eingeschätzt, in Estland und Spanien am niedrigsten.

EU-weit könnte nach Ansicht der Wissenschaftler mindestens ein Viertel der Menschen, die derzeit aufgrund einer Demenz ins Pflegeheim ziehen, mit der entsprechenden Unterstützung durch ambulante Dienste adäquat zu Hause versorgt werden.

Pressekontakt: Universität Witten/Herdecke, Prof. Dr. Gabriele Meyer, Astrid Stephan, Anna Renom Guiteras, Telefon: 02302/926-749, E-Mail: Gabriele.Meyer @ uni-wh.de, Astrid.Stephan @ uni-wh.de, Anna.Renom @ uni-wh.de

Quelle: http://www.idruhr.de/aktuell/detail/archive/2014/august/article/studie-sieht-grosse-unterschiede-bei-der-qualitaet-der-pflege-fuer-demenzkranke.html, 12.08.2014

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 am: 14. August 2014, 11:45 
Begonnen von admin - Letzter Beitrag von admin
Zitat

Interview zur Pflegepraxis: Freiheitseinschränkende Maßnahmen | Biva e.V.

Freiheitseinschränkende Maßnahmen (FeM) mit dem Ziel, Personen vor sich selbst oder vor anderen zu schützen, sind in der Pflege tägliche Praxis und erscheinen oft als ‚unvermeidlich‘. Dabei wissen die Betroffenen und ihre Angehörigen vielfach nicht, dass darunter nicht nur mechanische Maßnahmen wie Fixierungen fallen, sondern auch das Verabreichen von Psychopharmaka, die die Bewegung einschränken. Rechtlich gesehen reicht es außerdem nicht aus, bei Einzug in ein Pflegeheim prinzipiell in die Anwendung einzuwilligen, da nach § 1906 Abs. 4 BGB jede einzelne dieser Maßnahmen einer gesonderten gerichtlichen Genehmigung bedarf.

Zu diesem Thema befragen wir Stephan Ley, den Leiter des Johanniter-Stifts in Köln-Kalk, zu seinen Erfahrungen und dem Umgang in seiner Einrichtung mit der Problematik.

BIVA: Herr Ley, nach einer aktuellen stichprobenartigen Erhebung der Universität Witten Herdecke liegt der Anteil der Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen, bei denen FeM angewendet werden, zwischen sehr hohen 60 % und mindestens 4 %. In Ihrer Einrichtung können Sie vollständig auf solche Maßnahmen verzichten. Was machen Sie anders als andere?

Stephan Ley: Die Betrachtungsweise der Bewohner als individuelle Persönlichkeiten ist hier meiner Meinung nach der größte Unterschied. In meiner Einrichtung werden die Bewohner durch eine sehr hohe Fachlichkeit aller am Prozess beteiligten Mitarbeitenden in ihrer individuellen Lebensweise unterstützt. Wir gehen nicht hin und sprechen mit den Angehörigen über Freiheitseinschränkende Maßnahmen, sondern über die Biografie der eingezogenen Bewohner. Somit ist es den Pflegenden, dem Sozialen Dienst bis hin zur Reinigungsmitarbeiterin möglich, den Bewohner in seiner Verhaltensweise genau kennenzulernen und seine Handlungen im Alltag oder in Stresssituationen zu verstehen und die Arbeitsabläufe auf die Bewohner abzustimmen.

Sollten diese Maßnahmen nicht weiterhelfen, wird zu jedem Bewohner ein Fallgespräch ggf. unter Beteiligung der Angehörigen, der Haus- bzw. Fachärzte, der Krankengymnastik und aller mit dem Bewohner arbeitenden Mitarbeitenden des Hauses geführt. Hier wird dann gemeinsam entschieden, welche Maßnahmen für den einzelnen Bewohner eingeleitet werden müssen, um eine fixierende Maßnahme zu vermeiden.

Dies können zum Beispiel sein:

  • Hauseigene Konzeption der Bewohnerstruktur
    • Zuteilung der Speiseräume nach Ressourcen der Bewohner
    • Mitarbeiterdichte in diesen Räumen wird nahezu täglich angepasst
    • Betreuungsassistenten werden nach ihren Fähigkeiten eingesetzt und übernehmen keine Pflegetätigkeit
  • Schaffung von hauswirtschaftlichen Strukturen, um Pflegende zu entlasten
    • Zimmerservice
    • Frühstücks- und Abendessensbegleitung

  • Haltungsänderung bei Pflegenden
    • Die Bedürfnisse der Bewohner nicht nur auf die Körperhygiene zu reduzieren
  • Einbindung ehrenamtlich Mitarbeitender zur besonderen Bewohnerbeschäftigung

  • Ausreichende Anzahl von Freizeitangeboten für Bewohner, um einen Tag- Nachtrhythmus und eine geeignete Beschäftigungsstruktur zu schaffen
  • Einsatz von sogenannten Niederflurbetten (das sind Betten, die bei Bedarf bis auf Matratzenniveau heruntergefahren werden können)

  • Angepasste Essenszeiten für einzelne Bewohner

  • Ergreifen von Sturzvermeidungsmaßnahmen, um dem Bewohner ein uneingeschränktes Laufen zu ermöglichen
    • Kraft- Balancetraining
    • Sitzgymnastik
    • Physiotherapie durch Kooperationspartner
    • Ergotherapie durch Kooperationspartner
  • Einsatz von Sturzmatten

  • Spezielle Lagerung der Bewohner im Rollstuhl / Pflegestuhl

BIVA: Bedeuten solche alternativen Konzepte nicht Mehrarbeit?

Stephan Ley: Die konsequente Umsetzung der oben genannten Maßnahmen geht in den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden über. Räumlichkeiten werden optimal genutzt. Die zeitliche Ressource wird durch eine wertschätzende Mitarbeiterführung und dadurch sehr niedrige Fluktuation der Mitarbeitenden erreicht. Dies beginnt bereits in der Einarbeitungsphase der neuen Mitarbeitenden im Haus. Hier wird direkt zu Beginn geschult, dass keine Bauchgurte zur Verfügung stehen, weil sie von Trägerseite und vonseiten des Leitungsteams nicht gewünscht sind.

Die hohe Fachlichkeit der Mitarbeitenden wird zum einen durch zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und zum anderen durch die niedrige Mitarbeiterfluktuation und hohe Mitarbeiterzufriedenheit bei der Johanniter Seniorenhäuser GmbH erreicht.

BIVA: Was raten Sie Bewohnerinnen/Bewohnern von Alten- und Pflegeeinrichtungen bzw. ihren Angehörigen, wie sie mit der Thematik umgehen sollen?

Stephan Ley: Ich kann allen Interessenten nur raten, sich die Pflegeeinrichtung genau anzusehen und gezielte Fragen zu stellen.

  • Wie wird in der Einrichtung mit Freiheitseinschränkenden Maßnahmen umgegangen?
  • Welchen Stellenwert haben Bewohnerbedürfnisse bei den Mitarbeitenden?
  • Wie hoch ist der Anteil an fachweitergebildeten Pflegenden im Haus?
  • Wie hoch ist die Fluktuationsrate unter den Mitarbeitern?

Sollte sich ein Angehöriger nicht gut aufgenommen fühlen, würde ich raten, eine Beratungsstelle der Stadt, in der sie wohnen, aufzusuchen oder Interessenvertretungen wie die BIVA oder andere zu nutzen.

BIVA: Vielen Dank für das Gespräch, in dem praktikable Alternativen zu Freiheitsentziehenden Maßnahmen aufgezeigt wurden.

Quelle: http://www.biva.de/interview-zur-pflegepraxis-freiheitseinschraenkende-massnahmen/, 08.08.2014

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 am: 12. August 2014, 14:38 
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Rechtliche Betreuung: Adressen

Aus Betreuungsrecht-Lexikon

Adressen der Betreuungsbehörden, Betreuungsvereine, Vormundschaftsgerichte, sonstigen Institutionen im Bereich der Betreuung)


Quelle: http://www.bundesanzeiger-verlag.de/betreuung/wiki/Kategorie:Adressen

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