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Autor Thema: ALLOHEIM: Knallhartes Geschäft - zu Lasten der Patienten und Pflege  (Gelesen 50068 mal)
admin
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« Antworten #28 am: 16. Juli 2020, 15:43 »

Zitat
Stand: 14.07.2020 17:51 Uhr  - Hallo Niedersachsen
Alloheim Bramsche: Hat die Heimaufsicht versagt?

von Marie-Caroline Chlebosch und Josephine Lütke

25 Menschen sind nach einem Corona-Ausbruch in der "Alloheim Senioren-Residenz" in Bramsche gestorben. Anfang April hatten sich dort 55 Bewohner und 22 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Angehörige beschwerten sich schon lange vorher bei der Heimaufsicht, dem Landkreis Osnabrück, über Hygienemängel, Vernachlässigung und Personalmangel. Von Anfang 2019 bis zum Corona-Ausbruch führte die Heimaufsicht nach Beschwerden beziehungsweise Vorfällen im Alloheim zehn sogenannte anlassbezogene Kontrollen durch. Häufiger als in jedem anderen Heim, bestätigt der Landkreis.

Nach Recherchen des NDR könnte die Heimaufsicht versagt haben*: Falsche Entscheidungen könnten dazu geführt haben, dass die Situation letztlich eskalierte. Der Landkreis weist diese Vorwürfe zurück: "Wir haben im Alloheim Mängel festgestellt, wir haben Anordnungen ausgesprochen und wir haben auch die Einhaltung dieser Anordnungen entsprechend auch kontrolliert", sagt Matthias Selle, Vorstand für den Bereich Soziales. Es habe danach keinen Anlass mehr zur Kritik gegeben, so der Landkreis. ...


[zum vollständigen Beitrag >>]

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Alloheim-Bramsche-Hat-die-Heimaufsicht-versagt,corona3732.html

*
ANMERKUNG: Auch in Bremen ist die Heimaufssicht schlecht aufgestellt, siehe http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1688.0




Zitat
Coronavirus in Bramscher Altenheim


09.04.2020 - Samina A. hat genau einen Tag in dem Altenheim in Bramsche gearbeitet und die Zustände dort mitaufgedeckt. Die Lohnerin hat Verantwortung übernommen – ihre Firma indes lässt sie im Stich. ...
Quelle: NWZ online + https://youtu.be/IQW2qRW_YQo



Zitat
Corona in Heim ausgebrochen
Der Landkreis Osnabrück erhebt schwere Vorwürfe


... 48 Bewohner*innen des Bramscher Heims sind mit dem Corona-Virus infiziert, 16 sind im Krankenhaus, zwei verstorben. Auch 15 Mitarbeiter*innen sind infiziert. ...


[zum taz-Artikel vom 11.04.2020 >>]

Quelle: https://taz.de/Archiv-Suche/!5675217/
« Letzte Änderung: 17. Juli 2020, 00:54 von admin » Gespeichert

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« Antworten #27 am: 16. Juli 2020, 00:39 »

    Zitat
    Corona im Altenheim:
    Schlamperei bei Pflegeheimkette


    In einem Bremer Pflegeheim der Alloheim-Kette sollen Hygienestandards missachtet und Corona-Infektionen verspätet gemeldet worden sein.

    von Eiken Bruhn - taz-Bremen Redakteurin, 13.05.2020

    BREMEN taz | Der Notarzt war schuld. Mit dieser Ausrede versucht ein Bremer Pflegeheim, in dem sich mehrere Bewohner*innen offenbar aufgrund von mangelhaften Hygienestandards und fehlenden Abstandsregelungen mit dem Coronavirus infiziert haben, die Verantwortung von sich zu schieben.

    Am Montag musste der Betreiber Alloheim auf Anordnung der Behörde ein externes Qualitätsmanagement in dem Heim einsetzen, um weitere Schäden zu verhindern. Die Bremer Staatsanwaltschaft prüft nach Angaben eines Sprechers derzeit, ob sie Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung und mittlerweile auch fahrlässiger Tötung aufnimmt.

    Am Freitag hatte die Bremer Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) als Aufsicht führende Behörde schwere Vorwürfe gegen die Betreiber eines Wohnheims für Demenzkranke im Stadtteil Osterholz erhoben. Es habe zu wenig Desinfektionsmöglichkeiten gegeben, Händehygiene sei vernachlässigt und Schutzmaterial „nicht sachgerecht“ eingesetzt worden.

    Bis Mittwochabend sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Haus Holter Fleet der Alloheim Senioren-Residenzen SE 19 von knapp 80 Bewohner*innen und ein Mitarbeiter positiv getestet worden, am Dienstag verstarb ein Mann. 34 waren negativ.

    Der Notarzt soll schuld sein

    Dabei wurden nach Darstellung der Behörden nicht nur Regelungen zum Infektionsschutz wissentlich missachtet. Auch sei der erste Verdachtsfall zu spät gemeldet worden, sagt die Sozialsenatorin Stahmann. Und offenbar auch nur, weil die erste Kranke ins Krankenhaus kam.

    Laut Stahmann gab es den ersten Verdachtsfall in der Einrichtung spätestens am 1. Mai, einem Freitag. Alloheim habe dies aber erst am Montag gemeldet, als das positive Testergebnis einer Bewohnerin bereits da war.

    An dieser Stelle bringt die Alloheim-Kette den Notarzt ins Spiel. Auf die Frage der taz, warum der Verdacht nicht gleich am 1. Mai gemeldet wurde, antwortet eine Sprecherin der Kette mit Geschäftssitz in Düsseldorf, dass die Bewohnerin an diesem Tag lediglich gestürzt und „notärztlich versorgt“ worden sei. „Der behandelnde Arzt veranlasste keinen Abstrich“, heißt es weiter in der schriftlichen Antwort. Und: „Einen Covid-19-Verdachtsfall zu diagnostizieren, fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Pflegekräfte, sondern ist ausschließlich den behandelnden Ärzten vorbehalten.“

    Schließlich sei der Test im Krankenhaus gemacht worden, „in das die Bewohnerin nach einem weiteren Vorfall verlegt wurde“. Wann dieses geschehen sei, sagt die Sprecherin auch auf mehrfache Nachfrage nicht. Zum Grund der Verlegung macht sie widersprüchliche Angaben.

    Widersprüchliche Auskünfte

    Am Montag schreibt sie der taz in einer Mail: „Wir haben bereits am 6. Mai in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass aufgrund typischer Infektionssymptome eine 79-jährige Bewohnerin nach ärztlicher Rücksprache in ein Krankenhaus verlegt wurde.“ Keine zwei Stunden später schreibt sie, die Frau sei wegen des „weiteren Vorfalls“ verlegt worden, „nicht wegen einer Symptomatik“.

    Genauere Auskunft kann die Bremer Gesundheitsbehörde geben. Das Gesundheitsamt habe – wie auch die Heimaufsicht der Sozialsenatorin – die Dokumentation des Heims gesichtet, sagt dessen Sprecher Lukas Fuhrmann. Danach hatte die Frau am Abend des 1. Mai hohes Fieber, 39,4 Grad Celsius. Als nächste Messwerte seien 38,4 und 38,5 Grad Celsius dokumentiert.

    „Fieber ist ein bekanntes Symptom für eine Corona-Infektion“, sagt Fuhrmann. Anfang April habe das Gesundheitsamt darauf extra bei einer Schulung hingewiesen. „Das hätte das Heim melden müssen, spätestens am nächsten Tag.“ Stattdessen sei ein Test erst in der Klinik gemacht worden, in die sie am Sonntag verlegt wurde, am Montag war das Testergebnis da.


    Zitat
    Bei einem weiteren Heim der Alloheim-Kette, der „Senioren-Residenz“ in Bramsche, ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück wegen fahrlässiger Tötung in mindestens 25 Fällen

    Dabei haben die Betreiber und Mitarbeiter*innen des Heims offenbar schon zuvor Hinweise auf ein Infektionsgeschehen gehabt. Aus den Akten gehe hervor, dass bereits im April Personen Symptome gezeigt hätten, sagt Behördensprecher Fuhrmann. Welche, konnte er nicht sagen.

    Bei einem weiteren Heim der Alloheim-Kette, der „Senioren-Residenz“ in Bramsche, ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück wegen fahrlässiger Tötung in mindestens 25 Fällen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der taz sagte (taz berichtete). Zudem bestätigte er, dass es dort am Mittwoch vergangener Woche eine Durchsuchung des Heims gegeben habe. Nicht bei jedem Ausbruch von Corona in einem Pflegeheim ermittelt die Staatsanwaltschaft. Nur dann, wenn ein Anfangsverdacht vorliegt, dass die Ausbreitung hätte verhindert werden können.

    Eine Schutzmaßnahme ist zum Beispiel, dass Mitarbeitende nicht in allen Bereichen eingesetzt werden und Bewohner*innen sich nicht in allen Teilen aufhalten dürfen. Beides sei im Bremer Alloheim nicht geschehen, sagt die Sozialsenatorin.

    Pflege als Kapitalanlage

    Alloheim verweist darauf, dass in dem Bremer Heim Demenzkranke betreut werden, was den Schutzauftrag erschwere: Die Bewohner*innen könnten „unsere Anweisungen, Hinweise oder wie auch immer gearteten Aufforderungen krankheitsbedingt weder verstehen noch größtenteils kognitiv erfassen“.

    Alloheim ist nach eigenen Angaben mit 223 stationären Pflegeeinrichtungen, 77 Standorten mit betreutem Wohnen und 25 ambulanten Pflegediensten einer der drei größten privaten Anbieter von Altenpflege in Deutschland. Vor zwei Jahren wurde das Unternehmen an den schwedischen Private-Equity-Fonds Nordic Capital verkauft – der seinen Hauptsitz im Steuerparadies Jersey hat. In derartigen Heimen ist der Personalmangel häufig noch größer als üblich in der Altenpflege, weil es nur um Gewinnmaximierung geht.

    Alloheim steht immer wieder in der Kritik, weil sich Angehörige oder Personal über extrem schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen beschweren. So hatte die Bremer Sozialsenatorin vor zwei Jahren einen Belegungsstopp für eine weitere Alloheim-Seniorenresidenz in Bremen verhängt. Das Heim an der Marcusallee war danach verkauft worden.
    Quelle: https://taz.de/Corona-im-Altenheim/!5683175/



    Zitat
    8. Mai 2020
    Bremer Pflegeheim droht Strafverfahren nach Corona-Ausbruch

    • Corona-Ausbruch in Pflegeheim in Osterholz
    • Sozialsenatorin beklagt Hygienemängel und Versäumnisse
    • Pflegeheim wurde unter Quarantäne gestellt

    Einer Pflegeeinrichtung für Demenzerkrankte in Bremen-Osterholz droht ein strafrechtliches Verfahren. Wie das Bremer Sozialressort mitteilt, ist es in dem Pflegeheim aufgrund von erheblichen Hygienemängeln und Versäumnissen der Heimleitung zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Jetzt prüft die Staatsanwaltschaft, ob die Verfehlungen so gravierend sind, dass ein Verfahren eingeleitet werden muss. ...


    [vollständigen Beitrag lesen >>]

    Quelle: https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/pflegeheim-corona-bremen-osterholz-100.html



    ... Alloheim ist auch in Bremen mehrfach negativ aufgefallen [>>]





    Quelle: https://www.pflegemarkt.com/2018/12/06/die-30-groessten-pflegeheimbetreiber-2019/
    « Letzte Änderung: 16. Juli 2020, 17:20 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #26 am: 18. Oktober 2019, 16:58 »

    Zitat
    Eigentümer-Wechsel
    Bremer Betreiber übernimmt umstrittenes Pflegeheim


    Sabine Doll 06.08.2019

    Die Bremer Specht & Tegeler Seniorenresidenzen ist ab September neuer Betreiber des Alloheim-Pflegezentrums an der Marcusallee. Die Heimaufsicht hatte 2018 einen zeitweisen Belegungsstopp verhängt.

    Das Pflegezentrum "Marcusallee" der Alloheim-Gruppe bekommt ab dem 1. September einen neuen Betreiber: Die Specht & Tegeler Seniorenresidenzen aus Bremen übernimmt den Betrieb der Einrichtung, die seit 2017 wegen mutmaßlicher Pflegemängel und anderer Missstände in den Fokus der Aufsichtsbehörde geraten war. Die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht, die zur Sozialbehörde gehört, hatte zeitweise einen Belegungsstopp für die Einrichtung verhängt und war teilweise täglich vor Ort.

    Das Bremer Unternehmen übernimmt die Einrichtung mit 132 Plätzen von der Düsseldorfer Alloheim Senioren-Residenzen SE, die bundesweit nach eigenen Angaben 210 stationäre Pflegeeinrichtungen, 75 Standorte mit betreutem Wohnen und 26 ambulante Pflegedienste betreibt. Neben dem Pflegezentrum an der Marcusallee gehört in Bremen außerdem das „Haus Holter Fleet“ an der Osterholzer Heerstraße zu dem Düsseldorfer Konzern. Medienberichten zufolge soll es auch in anderen Einrichtungen der Alloheim-Gruppe zu Pflegemängeln und Belegungsstopps gekommen sein.

    "Wir glauben, dass solch eine herausfordernde Aufgabe besser von Bremen aus geführt werden kann. Eine Rolle spielt die Ortsnähe, und wir haben viel Erfahrung mit dem Betrieb von Pflegeeinrichtungen", kommentiert die Sprecherin der Specht & Tegeler Seniorenresidenz, Frauke Meyenberg, die Übernahme. Die Pflegeeinrichtung werde auch einen neuen Namen bekommen, ab September soll sie "Parkresidenz Bremen" heißen.

    Dass ein Träger aus Bremen das Pflegeheim übernimmt, sei ein „Vorteil“, sagt David Lukaßen, Sprecher von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). „Der Bremer Betreiberkann über einen ganz anderen Personalstamm vor Ort verfügen, er bringt Personal für die Leitung und das Qualitätsmanagement mit.“ Bei dem bisherigen Träger habe es in der Vergangenheit immer wieder Wechsel auf der Leitungsebene geben. Das sei eines der Hauptprobleme gewesen, die zu dem Belegungsstopp im März vergangenen Jahres geführt hätten.

    Lukaßen: „Konkret wurden damals Fehler bei der Medikamentengabe sowie beim Wundmanagement festgestellt. Außerdem stand im Raum, dass die Bewohner nicht optimal mit Flüssigkeit versorgt wurden.“ In der Hochphase seien Kontrolleure der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht täglich vor Ort gewesen, bis heute sei das Heim mit teilweise wöchentlichen Besuchen engmaschig begleitet worden. „Die Einrichtung war seitdem auf einem guten Weg. Vor dem 1. September wird es ein Abschlussgespräch mit dem alten und ein Übernahmegespräch mit dem neuen Träger geben.“

    Das Bremer Unternehmen ist eine gemeinsame Betreibergesellschaft der Specht Gruppe aus Bremen und der Tegeler-Gruppe aus Wunstorf. Die Immobilie an der Marcusallee hatte die Specht Gruppe bereits früher in diesem Jahr übernommen. „Für die Bewohner und Mitarbeiter ändert sich durch unseren Start nichts. Wir wollen einen nahtlosen Übergang erreichen“, betont Rolf Specht, Geschäftsführer des Bremer Unternehmens. Die Mitarbeiter habe Specht in einer Versammlung unter anderem mit den Worten „Ich möchte, dass dies der beste Pflegebetrieb Bremens wird“ über den Neustart informiert, wie Meyenberg betont.

    Das Gebäude soll nach der Übernahme renoviert und „damit zukunftsfähiger“ gemacht werden. Doppelzimmer könnten eventuell zu großen Einzel-Komfortzimmern umgebaut werden. „Es passiert natürlich nichts gegen den Willen von Bewohnern, die in einem Doppelzimmer wohnen und dort auch bleiben möchten“, versichert Meyenberg.

    „Wir werden uns jetzt die Möglichkeiten ansehen. Die Lage und das Klientel könnten eine interessante Perspektive sein.“ Derzeit ist die Einrichtung nach Auskunft einer Sprecherin der Düsseldorfer Alloheim Seniorenresidenz SE zur Hälfte belegt. Beschwerden in der Vergangenheit seien sehr ernst genommen und in Abstimmung mit den Behörden Maßnahmen zur Verbesserung eingeleitet worden.

    Die sechste Pflegeeinrichtung


    Diese hätten schnell Wirkung gezeigt. Der Transparenzbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung habe bereits Anfang Mai 2018 für die Einrichtung eine Gesamtnote von 1,5 und bei der Überprüfung im Januar 2019 die Note 1,3 ergeben. Der Landesdurchschnitt in Bremen sei 1,4 gewesen. „Das Haus Holter Fleet bleibt Teil der Alloheim-Gruppe“, betont die Sprecherin. Die Einrichtung habe eine andere Ausrichtung, sie sei auf die Betreuung von Bewohnern mit Demenz spezialisiert.

    Mit der Übernahme des Hauses an der Marcusallee handelt es sich um die sechste Pflegeeinrichtung, die von der Specht & Tegeler Seniorenresidenzen betrieben wird. Neben einem Standort in Rheinland-Pfalz gehören weitere in Sulingen, Stuhr, Tarmstedt und in Hamburg dazu. Zwei Immobilien in Delmenhorst und Oldenburg mit insgesamt etwa 150 Plätzen sind laut Meyenberg im Bau.
    Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-bremer-betreiber-uebernimmt-umstrittenes-pflegeheim-_arid,1850353.html#comments
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    « Antworten #25 am: 06. August 2019, 23:18 »

    Zitat
    Alloheim will Pro TALIS übernehmen

    (30.04.2019/10.05.2019) Laut einer Veröffentlichung des Bundeskartellamtes hat die Alloheim Senioren-Residenzen SE einen Antrag auf Übernahme des Meppener Heimbetreibers PRO TALIS gestellt. Der betrieb zuletzt in Niedersachsen, NRW und Schleswig-Holstein an 16 Standorten gut 1.000 Pflegebetten und 4 Seniorenwohnanlagen, eine weitere Pflegeeinrichtung soll im Kreis Borken entstehen.

    Auch die etwa 17 Tochtergesellschaften der Pro Talis-Holding, die sich zu 100% in deren Eigentum befinden, sollen übernommen werden. Alloheim hofft auf Genehmigung der Kartellbehörde noch in diesem Sommer. Es ist die erste größere Transaktion von Alloheim seit Übernahme der Gesellschaft durch die in Jersey registrierte Private Equity-Gesellschaft Nordic Capital Ende 2017. ID 256104397Bet, 2097985991Bet
    Quelle: http://www.marktdialog-ticker.de/de/start/heimbetreiber.html


    Zitat
    Weiterhin Belegungsstopp für Alloheim Bad Vilbel

    (19.03.2019) Der bestehende absolute Belegungsstopp für die Pflegeeinrichtung in Bad Vilbel (Wetteraukreis, HE) bleibt bestehen. Das teilte das Amt für Versorgung und Soziales (Heimaufsicht), nach einer unangemeldeten Heimbegehung Mitte März mit. In der Einrichtung lmit 120 Plätzen lebten zuletzt rund 90 Pflegebedürftige.

    Das 2015 eröffnete Haus ging mit der Übernahme des Betreibers AGO 2016 ins Alloheim-Portfolio. Von 2016 bis 2018 gingen bei der Heimaufsicht 28 Beschwerden wegen erheblicher Pflegemängel ein. Einen Bericht über die aktuell vorgefundene Situation will die Aufsichtsbehörde im April veröffentlichen. ID 2569
    Quelle: http://www.marktdialog-ticker.de/de/start/heimbetreiber.html



    Zitat
    Aufnahmestopp für Alloheim in Haltern bleibt bestehen

    26.11.2018. „Alle Auflagen erfüllt“ verkündet Betreiber Alloheim für seine Seniorenresidenz Sythen am See (Kreis Recklinghausen, NW). Gleichwohl teilt die Heimaufsicht mit, daß der verhängte Aufnahmestopp vorerst weiter bestehen bleibt. Äußerungen aus dem Heimbeirat lassen in der Tat darauf schließen, daß sich die Situation insgesamt entspannt, der „Exodus von Heimbewohnern“ sei ausgeblieben. Dies wird wesentlich auf den erneuten Wechsel in der Heimleitung zurückgeführt, den dritten seit der Eröffnung im letzten Jahr. ID 5344
    Quelle: http://www.marktdialog-ticker.de/de/start/heimbetreiber.html



    Zitat
    Alloheim will CMS-Pflegestifte übernehmen

    31.10.2018. Rund 23 Pflegestifte der Kölner CMS-Consulting sollen von der Alloheim SE übernommen werden. CMS bietet rund 2000 Pflegebetten in 4 Bundesländern, der Schwerpunkt liegt in NRW.  Gegründet wurde CMS 1990 von der Familie Rosenthal. Alloheim-Geschäftsführer Rainer Hohman sagte, man freue sich, „dass wir die Gründerfamilie Rosenthal von einer Partnerschaft mit Alloheim überzeugen konnten“.

    Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes. ID 1333094252Bet, 2097985991Bet
    Quelle: http://www.marktdialog-ticker.de/de/start/heimbetreiber.html



    Zitat
    Alloheim in NRW auf Expansionskurs

    Die Segel Alloheims scheinen unter dem neuen Eigentümer Nordic Capital gesetzt, der Kurs geht in Richtung Expansion. Erster Hafen: NRW. Dort soll die Cosmas-Beteiligungsgesellschaft übernommen werden. Deren wichtigste Beteiligung: die Itertalklinik-Seniorenresidenzen. Die betreiben in Aachen und der umliegenden Region 6 Seniorenzentren mit knapp 500 Pflegeplätzen und über 200 Seniorenwohnungen. Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer von Cosmas und der Itertalklinik ist mit Christoph Kösters, von Hause aus Arzt, identisch.

    Genehmigt das Kartellamt, das der Übernahme noch zustimmen muß, den Deal, käme auch die Seniorenresidenz in Simmerath indirekt wieder unter Alloheims Fittiche. Nur dessen Übernahme durch die Itertal-Kliniken konnte das Haus, bis 2016 von Alloheim betrieben, vor einer drohenden Heimschließung bewahrt werden.

    Darüber hinaus verzeichnet die marktd!alog-Datenbank 13 weitere Bauprojekte Alloheims, knapp die Hälfte davon ebenfalls in NRW.

    ID 2097985991Bet, 1385961273Bet
    Quelle: http://www.marktdialog-ticker.de/de/start/heimbetreiber.html
    « Letzte Änderung: 18. Oktober 2019, 17:07 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #24 am: 06. Februar 2019, 00:30 »

    Zitat
    Geld verdienen mit Pflege

    Noch nie haben so viele Investoren Pflegeheime gekauft wie heute. Gerade für ausländische Geldgeber sind sie verlässliche Investments. Leidet die Pflege darunter?


    Eine Analyse von Tina Groll

    Bis zum Jahr 2008 war Alloheim eine kleine Pflegeheimkette, gegründet in Bad Marienberg, einem Kurort im Westerwald. 13 Altenheime gehörten zu dem Unternehmen. Dann entdeckt der britische Private-Equity-Investor StarCapital die Firma, er sieht im deutschen Pflegemarkt eine "attraktive Investmentmöglichkeit". Jetzt geht es nicht mehr nur um Altenpflege, es geht ums Wachstum. StarCapital kauft weitere Heime, standardisiert die Abläufe.

    Nach fünf Jahren verkaufen die Londoner die Alloheim-Kette mit mittlerweile 49 Häusern für 180 Millionen Euro an die New Yorker Beteiligungsgesellschaft Carlyle. Auch die möchte Expansion – und baut Alloheim zu einem Pflegekonzern mit mehr als 160 Häusern aus. Ende 2017 streichen die New Yorker durch den Verkauf von Alloheim an den schwedischen Investor Nordic Capital 1,1 Milliarden Euro ein. Und Nordic? Kauft den Kölner Pflegeheimbetreiber CMS mit 23 Einrichtungen. Inzwischen ist Alloheim nicht mehr eine kleine GmbH, sondern eine europäische Aktiengesellschaft. Und mit künftig mehr als 195 Einrichtungen der zweitgrößte Alten- und Pflegeheimbetreiber in Deutschland.

    Der Fall Alloheim zeigt: Finanzinvestoren haben Alten- und Pflegeheime als Investment entdeckt. Noch nie mischten in Deutschland so viele Finanzinvestoren in der Branche mit wie in diesem Jahr. Laut einer Branchenuntersuchung der Unternehmensberatung E&Y sind acht der zehn größten Träger mittlerweile in privater Hand. Es ist eine Entwicklung, die nicht nur von Altenpflegerinnen, Mitarbeitern in den Heimen und Gewerkschaften kritisch gesehen wird. Selbst Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) findet den Trend nicht unproblematisch und kritisierte kürzlich die hohen Renditeerwartungen in der Pflege in einem Beitrag für das Handelsblatt. Er sorgt sich nicht nur um den "effizienten Einsatz begrenzter Mittel", sondern auch um die "gute pflegerische Versorgung".  ...

    [vollständigen Artikel lesen >>]

    https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-06/altenpflege-pflegeheime-betreiber-private-investoren
    « Letzte Änderung: 16. Juli 2020, 17:08 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #23 am: 09. November 2018, 11:40 »

    Zitat
    Deal auf dem Pflegemarkt
    Alloheim übernimmt CMS-Gruppe


    Die Alloheim Senioren-Residenzen SE will noch vor Jahresende die CMS Unternehmensgruppe mit Sitz in Köln übernehmen. Das teilte das Unternehmen jetzt mit.

    Die Übernahme erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung der relevanten Kartellbehörden. Nach Vollzug der Transaktion vereint Alloheim rund 21.000 Pflegebetten und Apartments für Betreutes Wohnen unter seinem Dach.

    Die inhabergeführte CMS ist Anbieter für Pflege, ambulante Versorgung und Betreutes Wohnen sowie in Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vertreten.

    Auch als Teil der Alloheim-Gruppe werde die CMS die Einrichtungen und Pflegedienstleistungen unter der CMS-Marke führen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Geschäftsführung der CMS werde weiterhin von Stephanie Rosenthal-Strepp und Sven Rosenthal vom Unternehmenssitz in Köln übernommen.

    Hinter Alloheim steht derzeit der Private-Equity-Investor Nordic Capital. Dieser hatte Alloheim zuvor vom US-Investor Carlyle erworben.
    Quelle: http://www.altenheim.net/Infopool/Nachrichten/Management/Alloheim-uebernimmt-CMS-Gruppe, 01.11.2018
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    « Antworten #22 am: 18. Oktober 2018, 11:39 »

    Zitat
    Alloheim-Chefs ernten heftige Kritik im Rat

    von Michael Menzebach, Redakteur Stadtspiegel, Haltern

    Haltern. Keinen angenehmen Abend verbrachten die drei Vertreter der Firma Alloheim in der Ratssitzung am Donnerstagabend. Denn Christoph Mosler, Markus Marx und Marcel Trümpelmann ernteten von den Ratsmitgliedern ausschließlich negative Bewertungen wegen der alles andere als zufriedenstellenden Bedingungen im Sythener Altenwohnheim. Auch die Politiker, die seinerzeit für die Vergabe an Alloheim gestimmt hatten, erklärten nun sehr deutlich, dass sie so gegenwärtig nicht mehr votieren würden.

    Denn zu gravierend sind die bekannt gewordenen Mängel, die im Altenwohnheim im Baugebiet Elterbreischlag bekannt geworden sind. Nach wie vor besteht der Aufnahmestopp, den die Heimaufsicht des Kreises verhängt hatte. Die Chefs der Alloheim-Gruppe, die 170 Altenheime betreibt, versuchten zu erklären, wie diese Fehler entstehen konnten: Krankheitsbedingte Ausfälle in der Leitung, deshalb immer wieder Fluktuationen und auch zu wenig Personal, um einen gesetzeskonformen Betrieb aufrecht erhalten zu können.

    Das sei nun aber aufgefangen worden, derzeit würden mehr Pflegekräfte dort arbeiten als von den Kassen finanziert würden. Dafür seien gegenwärtig auch Zeitarbeitsfirmen beauftragt worden. Letztlich erklärte Christoph Mosler: „Wir haben Ihre Worte verstanden, und wir werden alles tun, um die Schritte in die richtige Richtung zu machen.“  Die Ratsmitglieder erklärten, dass das Unternehmen offenbar im Management versage, sonst seien diese gravierenden Fehler nicht erklärbar. Die Mängel nun auf das Personal zu schieben, sei der falsche und unseriöse Weg.

    Ebenso wurde kritisiert, dass nach wie vor nicht mit dem Bau der seniorengerechten Wohnungen in unmittelbarer Nachbarschaft begonnen worden ist. Auch hier hätten zunächst Alloheim und nun der aktuelle Eigentümer der Fläche stets Versprechungen gegeben, die nicht eingehalten worden sind. Nun heißt es, mit dem Bau solle noch in diesem Herbst begonnen werden.

    An dieser Thema hängt ein weiterer Unmut der Anwohner: Die Straßen sind deshalb noch nicht ausgebaut worden. Auch daraus ergibt sich eine ungeordnete Parksituation und Staus, wenn das Altenheim beliefert wird. Da bleibt dem Altenheimbetreiber und ebenso dem Bauherrn der Wohnungen noch eine Menge Arbeit, das verspielte Vertrauen zurückzugewinnen und vor allem Seniorinnen und Senioren wieder ein Heim zu bieten, in dem sie beruhigt und gut versorgt leben können.
    Quelle: https://www.lokalkompass.de/haltern/politik/alloheim-chefs-ernten-heftige-kritik-im-rat-d1005384.html
    « Letzte Änderung: 18. Oktober 2018, 11:40 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #21 am: 17. Mai 2018, 23:40 »

    Zitat
    Fragen zu Alloheim
    Katalog geht an Sozialressort


    Horn-Lehe. Angesichts der bekannt gewordenen Missstände im Seniorenheim an der Marcusallee hat sich der Sozialausschuss des Horn-Leher Beirates jetzt mit einem Fragenkatalog an das zuständige Sozialressort gewandt. Der Pflegeeinrichtung an der Marcusallee, die zur bundesweit tätigen Alloheim-Gruppe gehört, war Mitte März von der Sozialbehörde verboten worden, weitere Bewohner aufzunehmen.

    Insbesondere die Arbeit der Wohn- und Betreuungsaufsicht wird in dem Schreiben des Ausschusses thematisiert. So frage man sich unter anderem, warum der Landtag trotz der bekannten Probleme in der Pflegeaufsicht nicht eine wesentliche personelle Stärkung der Bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht vorgenommen, sondern lediglich eine Aufstockung des Personals um zwei Stellen beschlossen habe.

    Außerdem wollen die Ortspolitiker wissen, warum die Wohn- und Betreuungsaufsicht nach den zahlreich eingegangenen Beschwerden so spät und dann auch nur mit kurzzeitigem Belegungsstopps reagiert habe. Außerdem wundere man sich, warum die wesentlichen Mängel in der Pflegeeinrichtung bis heute nicht behoben worden seien.
    Quelle: weser-kurier.de - Stadtteil-Kurier Nordost, 17.05.2018
    « Letzte Änderung: 17. Mai 2018, 23:42 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #20 am: 28. April 2018, 23:31 »

    Zitat
    Kritik an Bremer Pflege-Einrichtung
    Schwere Vorwürfe gegen Alloheim


    von Serena Bilanceri 27.04.2018

    Kritik an der Pflege-Einrichtung von Alloheim an der Marcusallee ist in den vergangenen Wochen lauter geworden. Der WESER-KURIER hat mit Angehörigen und einer Zeitarbeitsfirma gesprochen.

    Seit etwa einem Monat erheben Angehörige schwere Vorwürfe gegen die Pflegeeinrichtung der Alloheim-Gruppe in der Marcusallee. Die Angehörigen klagten über fehlende Medikamentenvergabe und Sauberkeit, doch der Einrichtungsbetreiber hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Jetzt hat sich der Senat in den Fall eingeschaltet, über den zunächst Radio Bremen berichtet hatte.

    Eine Vereinbarung zwischen der Aufsichtsbehörde und dem Träger ist getroffen worden, ein Qualitätsmanagement wurde eingestellt. Erst seit ein paar Wochen seien wieder neue Leute eingestellt worden, berichtet ein Angehöriger, der nicht namentlich genannt werden möchte. Diese Pfleger seien aber noch ganz neu und würden sich noch nicht richtig auskennen.

    Der Mann, der selbst als Pfleger in einem weiteren Pflegeheim arbeitet, hatte sich kürzlich an den WESER-KURIER gewandt und schwere Kritik an den Zuständen in der Alloheim-Einrichtung geübt. Ein weibliches Familienmitglied sei in der Einrichtung in der Langzeitpflege-Abteilung untergebracht. Die Frau sei schwer krank und nicht mehr in der Lage, die Situation einzuschätzen oder sich dazu zu äußern.

    Er sei jedoch mit der Lage sehr unzufrieden gewesen. Es habe dort kaum Stammpersonal gegeben. "Man sieht jeden Tag andere Leute – und auch nur sehr, sehr wenige", sagte er bezüglich der betreuenden Pflegekräfte. Einige Pfleger selbst hätten beklagt, es sei im Haus niemand mehr da gewesen, der sich wirklich auskenne.

    Ein starker Einsatz von Leiharbeitern führe dazu, dass Patienten und Angehörige die Betreuer oft nicht kannten und umgekehrt, sagt der Angehörige. "Die Pfleger sollten beispielsweise wissen, wie der Mensch berührt werden kann oder was er nicht mag." Sonst würde die Qualität der Pflege darunter leiden. "Ich habe mit Pflegekräften, die dort arbeiten, über die gesamte Situation gesprochen und der allgemeine Eindruck war bei allen schlecht."

    Das Unternehmen Alloheim-Gruppe bestreitet die Vorwürfe und sagt: "Es gab zu jedem Zeitpunkt Stammpersonal und zuletzt konnten fünf neue Pflegekräfte gewonnen werden, wodurch sich der Leasingbedarf deutlich reduziert." Im Bereich der Pflegefachkräfte werde der Einsatz von Leasingmitarbeitern vorübergehend noch erforderlich sein.

    Arbeitskräfte haben sich beschwert

    "Die Seniorenresidenz Marcusalle erfüllt alle Vorgaben in Bezug auf Pflegeschlüssel, Fachkräfte sowie die Besetzung von Nachtschichten." Im Früh-und Spätdienst im Langzeitpflegebereich würden permanent drei Pflegefachkräfte für behandlungspflegerische Leistungen eingesetzt, zusätzlich zu zwei Qualitätsbeauftragten.

    Bei der Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) seien auch keine Beanstandungen in der personellen Besetzung festgestellt worden. Das sieht der Geschäftsführer einer Leiharbeitsfirma aus, der keine Mitarbeiter mehr ins Alloheim in die Marcusallee schicken will, etwas anders. "Hundert Prozent aller Arbeitskräfte, die wir dorthin gesendet haben, haben sich beschwert", sagte er.

    Das Arbeitsumfeld hätte sich in den letzten anderthalb Jahren gewandelt. Das größte Problem sei die knappe Besetzung im Pflegebereich gewesen. Unter solchen Umständen werde es natürlich schwierig, falls jemand ausfalle. Zudem sei das Haus so gebaut, dass die Wege sehr lang seien. "Die Pfleger haben sich beschwert, dass sie zu weit laufen müssen. Sie sagten: 'Wir gehen hier auf dem Zahnfleisch'", sagt er. Das beeinflusse dann die Zeit und die Energie, die in die Bewohner investiert werden könnten.

    Auch Katharina Peter, die in Wahrheit anders heißt, hat ähnliche Beschwerden von den Pflegekräften gehört. Ihre Mutter leidet an Demenz und war in dem Heim an der Marcusallee untergebracht. "Es ging so weit, dass im Januar dieses Jahres eine Mitarbeiterin selbst die Wohn- und Betreuungsaufsicht anrief", sagt sie. Die Anzahl der Bewohner, die die Arbeitskraft wegen Krankheitsausfällen alleine betreuen musste, sei sehr hoch gewesen.

    Laut dem männlichen Angehörigen hätte sich die Situation ab Januar zugespitzt. Viele gute feste Arbeitskräfte hätten gekündigt. Dies bestätigt auch Peter: "Anfang des Jahres sind sechs Stammkräfte gegangen." Allerdings habe sich die Lage seit 2016 ihrer Meinung nach progressiv verschlechtert. Peters Mutter sei über vier Jahre dort geblieben. "Als sie sich diesen Winter erkältet hat, gab es jedoch Probleme bei der Medikamentenvergabe", erzählt sie.

    Die Medikamente hätten auf einem anderen Tablett gelegen und seien der älteren Frau nicht verabreicht worden. "Selbst eine Ärztin hat gesagt: 'Holen Sie Ihre Mutter da raus'", erinnert sie sich. Einen Abend habe keine Fachkraft für die Medikamentenvergabe auf der Etage gestanden. Nachdem der Notrufknopf gedruckt worden sei, sei eine Viertelstunde vergangen, ehe jemand in die zweite Etage gekommen sei.

    Mehrere Politiker wurden informiert

    Auch in dem Esssaal habe Chaos geherrscht. Die Pflegekräfte müssten sich auch um die Küche kümmern und hätten dann kaum Zeit gehabt, sich mit dem Essen und Trinken ihrer Mutter angemessen zu beschäftigen, schildert sie. Die Sauberkeit der Umgebung hätte darunter gelitten. Genauso wie die der Bewohner: "Ich habe gesehen, wie meine Mutter ungewaschen ins Bett gelegt wurde", sagt sie. Peter gibt nicht den Pflegekräften die Schuld.

    Mehrere Pfleger hätten sich beschwert, dass sie nicht eingewiesen würden oder die Zeit nicht ausreiche. Wieso die Lage so geworden sei, wisse auch der männliche Angehörige nicht. "Da, wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler ", räumte er ein. "Aber eine gute Pflege wird in der Regel gewährleistet, wenn das eingenommene Geld auch wieder für die Bewohner ausgegeben wird."

    Probleme mit der Alloheim-Einrichtung in der Marcusallee seien auch Reinhard Leopold vom Verein "Heim-Mitwirkung" in Bremen bekannt gewesen. "Wir erhalten schon seit zwei Jahren Beschwerden, und ich habe schon vor über einem Jahr mehrere Politiker persönlich darüber informiert." Dass das Personal in kleiner Anzahl dort vorhanden gewesen sei, bestätigt er.

    Alloheim weist Vorwürfe zurück

    "Es gab große Probleme beispielsweise bei der Nachschicht. Anfang des Jahres war eine einzige Fachkraft mit einer Hilfskraft für 75 Bewohner zuständig", sagt der Vereinsgründer. Die Regel sei eine Fachkraft für maximal 50 Bewohner, die zweite hinzugerufene Arbeitskraft könnte jedoch auch eine Hilfskraft sein, meldet die Sozialbehörde. Das Personal in der Einrichtung an der Marcusallee sei trotzdem zu gering gewesen, um auf alle Bewohner aufzupassen, beklagt Leopold.

    Zudem habe es überproportional viele Leiharbeiter und Selbstständige gegeben. "Einige Pflegekräfte wollen wegen der grottenschlechten Zustände nicht mehr dort hingehen", ärgert er sich. Das schädige den Ruf der gesamten Branche. Dabei gebe es auch Einrichtungen, die eine sehr gute Arbeit leisten, betont Peter. "In dem neuen Heim geht es meiner Mutter viel besser, sie ist wieder lebendiger."

    Alloheim weist die Vorwürfe zurück. Es teilte auf Anfrage mit: "Im Rahmen einer Überprüfung Ende Januar kam es im Alloheim Marcusallee zu Beanstandungen. Alloheim hat umgehend Maßnahmen eingeleitet. Die Mängel wurden mittlerweile abgestellt." Über das Verteilen der Mahlzeiten schrieb das Unternehmen: "Das Einhalten der Essenzeiten und das Verteilen der Mahlzeiten hat für uns eine hohe Priorität." Zu den anonymen, einzelfallbezogenen Vorwürfen könne sich die Firma nicht äußern.

    In Bremen besuchte die Wohn- und Betreuungsaufsicht zwischen 2017 und 2018 mehrfach das Haus an der Marcusallee. "Die Behörde ist dazu verpflichtet, nach jeder Beschwerde dem Vorwurf vor Ort nachzugehen", sagt der Sprecher der Sozialsenatorin, Bernd Schneider. Vor etwa einem Monat verhängte die Heimaufsicht einen Belegungsstopp. "Damit dürfen zunächst keine neuen Bewohner aufgenommen werden."

    Auch eine Überprüfung durch den MDK Anfang 2017 hatte Mängel in der Dokumentation, der medizinischen und pflegerischen Versorgung festgestellt. Die seien zum Teil zeitnah behoben worden, ist aus einer Vorlage der Deputation für Soziales zu entnehmen. Sowohl 2017 als auch 2018 seien mehrere Anordnungen durch die Wohn- und Betreuungsaufsicht erlassen worden.

    Damit sollen Lösungen gefunden werden, die das jeweilige Problem innerhalb einer gewissen Frist beheben. Alloheim hatte zunächst einigen widersprochen, doch vor wenigen Tagen ist eine erste Vereinbarung gefunden worden. Der Träger habe ein Qualitätsmanagement eingestellt, sagt Schneider. Eine neue Leitung solle bestellt werden. Damit seien die Anordnungen als erfüllt angesehen worden. "Wir werden die Einrichtung jedoch weiterhin sehr eng begleiten."
    Quelle: https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-schwere-vorwuerfe-gegen-alloheim-_arid,1724518.html



    KORREKTUR / INFO zu "Heim-Mitwirkung":

    Ein kleiner Fehler in der Berichterstattung:
    Es gibt keinen Verein, sondern eine => Unabhängige Selbsthilfe-Initiative "Heim-Mitwirkung" => www.heim-mitwirkung.de

    Diese Gruppe von erfahrenen und unerfahren pflegebetroffenen Menschen trifft sich jeweils am 2. Samstag des Monats um 15 Uhr im Netzwerk Selbsthilfe (Faulenstr. 31, Bremen). Ziel und Zweck sind u.a. der Informations- und Erfahrungsaustausch sowie der Hinweise auf Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten.

    Mehr dazu ist im Internet zu finden unter www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=74.0
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    « Antworten #19 am: 26. April 2018, 03:49 »

    Zitat
    Alloheim-Einrichtung an der Marcusallee
    Erste Einigung im Fall Alloheim


    von Serena Bilanceri

    Nachdem von der Sozialbehörde ein Belegungsverbot gegen ein Seniorenheim an der Marcusallee verhängt wurde, gibt es nun eine erste Einigung. Ein Qualitätsmanagement wurde eingestellt, die Leitung wohl abberufen.

    Zwischen Alloheim und der Bremer Wohn- und Betreuungsaufsicht ist eine erste Einigung erreicht worden. Der Träger der Pflegeeinrichtung an der Marcusallee war wegen mutmaßlicher Mängel in seinem Bremer Pflegeheim in die Kritik geraten. Alloheim war zunächst gegen einige Anordnungen der Aufsichtsbehörde rechtlich vorgegangen. Jetzt habe der Konzern alle Widersprüche zurückgezogen, sagte Bernd Schneider, Sprecher von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

    Der Träger habe ein externes, sechsköpfiges Qualitätsmanagement eingestellt, das mit allen Befugnissen ausgestatten sei. Die bisherige Leitung sei abberufen worden. Dem hat Alloheim laut Radio Bremen inzwischen widersprochen. Schneider sagte weiter, der Fokus liege jetzt vor allem auf den 29 Bewohnern mit den Pflegegraden 4 und 5. Eine Schließung der Einrichtung sei vorerst vom Tisch. Am Dienstag wurde vom Landtag eine Aufstockung des Personals der Aufsichtsbehörde um zwei Stellen beschlossen. Dem Beschluss war ein entsprechender Antrag der SPD und der Grünen vorausgegangen.
    Quelle: www.weser-kurier.de, 25.04.2018


    Zitat
    Wie geht es weiter mit der Pflegeeinrichtung von Alloheim?


    25.04.2018 | 2 Min. | Verfügbar bis 25.04.2019 | Quelle: Radio Bremen

    Seit Wochen berichten wir über mutmaßliche Misstände im Allohheim-Pflegezentrum in der Marcusalle. Mehrere Angehörige von Bewohnern hatten sich mit schweren Vorwürfe an uns gewandt. Die Sozialbehörde kündigt nun mehrere Konsequenzen für das umstrittene Alloheim-Pflegezentrum in der Marcusallee an. Der Betreiber widerspricht allerdings in einigen Punkten.
    Quelle: http://www.ardmediathek.de/tv/buten-un-binnen-Regionalmagazin/... + https://www.youtube.com/watch?v=hTiuugx3CTw



    Zitat
    Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport
    Wohn- und Betreuungsaufsicht und Alloheim-Gruppe verständigen sich auf weiteres Vorgehen für die Marcusallee

    Pressemitteilung des Senats vom 26.04.2018

    Um die Zukunft des Pflegeheims an der Marcusallee zu sichern, haben die Wohn- und Betreuungsaufsicht (WBA) und die Alloheim-Gruppe weitreichende Vereinbarungen getroffen. Wichtigste Maßnahme ist der Einsatz eines externen Qualitätsmanagements mit insgesamt zwei Fachkräften plus drei zusätzlichen Mitarbeitern des zentralen Qualitätsmanagements von Alloheim. Das Qualitätsmanagement ist ausgestattet mit allen Rechten, Personal- und Budget-Hoheit eingeschlossen.

    Zu den vereinbarten Maßnahmen gehört eine neue Form der Zusammenarbeit inklusive einer kooperativ beratenden Tätigkeit der WBA im Zusammenspiel mit dem neuen Qualitätsmanagement und Alloheim. Alle bisherigen Anordnungen werden durch die in der Einrichtung bereits eingeleiteten Veränderungen als erfüllt angesehen - und die Widersprüche sind hinfällig. Als starkes Signal für einen Neuanfang in der Einrichtung soll eine neue Leitung bestellt werden. Die bisherige Leitung wird innerhalb der Alloheim-Gruppe mit neuen Aufgaben betraut.

    Die Wohn- und Betreuungsaufsicht sieht in den Vereinbarungen eine gute Grundlage für die künftige Entwicklung der Einrichtung. Die Alloheim-Gruppe teilt diese Auffassung und begrüßt die Vereinbarungen.

    Gemeinsames Ziel ist es, das Alloheim-Pflegeheim an der Marcusallee dauerhaft für die Bewohnerinnen und Bewohner zu erhalten und dabei ein hohes pflegerisches Niveau zu sichern.
    Quelle: https://www.senatspressestelle.bremen.de/detail.php?gsid=bremen146.c.298853.de&asl=bremen02.c.732.de
    « Letzte Änderung: 27. April 2018, 15:44 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #18 am: 20. April 2018, 09:48 »

    Zitat
    Unmut über Alloheim

    von SERENA BILANCERI

    Bremen. Nach der Berichterstattung von Radio Bremen über angebliche Missstände in der Alloheim-Pflegeeinrichtung an der Marcusallee stand am Dienstag die Aktivität der Aufsichtsbehörde auf der Tagesordnung der Deputation für Soziales. Sieben unangekündigte Besuche hat die Wohn- und Betreuungsaufsicht 2017 in der Einrichtung durchgeführt, zwölf vom Januar bis Anfang April 2018. Jeder Prüfung war eine Beschwerde vorgegangen. Die im 2017 befundenen Mängel in der Versorgung und Dokumentation wurden nach einer Beratung "zum Teil zeitnah behoben", ist aus der Vorlage zu entnehmen. Weitere Mängel führten im Jahr 2018 erneut zu einem Belegungsstopp.

    Mehrere Anforderungen, sogenannte Anordnungen, die die Mängel beseitigen sollten, seien erlassen worden. Doch der Betreiber sei gegen mehrere rechtlich vorgegangen. Der Inhalt der Anordnungen sei deshalb nicht öffentlich. Der Prozess sei nicht ganz einfach, sagte die Referatsleiterin Sabine Nowack. Übereinstimmend erklärten die verschiedenen politischen Parteien die Zustände für inakzeptabel. SPD-Abgeordneter Klaus Möhle, der die Schließung des Heims gefordert hatte, sagte auf Nachfrage, er würde diese Forderung zum jetzigen Zeitpunkt nicht wiederholen. Er habe Druck auf den Anbieter entstehen lassen wollen, damit sich etwas ändere. "Es kann eine Konsequenz sein, muss aber nicht", fügte er hinzu. Sigrid Grönert (CDU) berichtete, Bewohner in der Einrichtung hätten jetzt Angst, dass sie geschlossen werde. Magnus Buhlert (FDP) fragte, wie lange die Beratung der Einrichtung weiter gehen werde. Beschlüsse wurden während der öffentlichen Diskussion nicht getroffen.
    Quelle: www.weser-kurier.de, 20.04.2018
    « Letzte Änderung: 20. April 2018, 12:42 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #17 am: 11. April 2018, 01:09 »

    Zitat
    „Wo sollen die Leute denn hin“
    Der SPD-Abgeordneten Klaus Möhle fordert, das Alloheim-Plegezentrum Marcusallee sofort zu schließen. Dadurch ließen sich Pflege-Missstände jedoch nicht lösen, meint Reinhard Leopold von der Angehörigen-Initiative „Heim-Mitwirkung“


    INTERVIEW SIMONE SCHNASE - Bremen-Redakteurin

    taz: Herr Leopold, nachdem vergangene Woche drastische Bilder aus dem Alloheim Marcusallee veröffentlicht wurden, hat der SPD-Abgeordnete Klaus Möhle die sofortige Schließung des Heims gefordert. Unterstützen Sie das?

    Reinhard Leopold:
    Die Schließung sollte immer die allerletzte Maßnahme sein. Meiner Meinung nach ist Klaus Möhles Vorstoß Populismus, um sich selbst in die Öffentlichkeit zu bringen. Er selbst war derjenige, der vor ungefähr anderthalb Jahren den Hinweis gegeben hat, dass die Schließung von Pflegeeinrichtungen problematisch ist, weil die Menschen dann ja woanders untergebracht werden müssten. In der Tat gibt es in diversen Einrichtungen Belegungsstopps und in anderen keine freien Plätze – das heißt: Wo sollen die Leute denn bitteschön hin?

    Aber so kann es ja nicht weitergehen…
    Nein. Aber eine Schließung löst die Probleme nicht.

    Was dann?
    Die Linksfraktion hat jetzt einen Bürgerschaftsantrag gestellt, in dem sie eine personelle Aufstockung der bremischen Wohn- und Betreuungsaufsicht, also der Heimaufsicht, fordert. Auch wir sowie die CDU forderten dies schon im Oktober letzten Jahres, als es um die Erneuerung des Heimgesetzes ging. Denn die Regelprüfungen durch die Heimaufsicht, die eigentlich einmal im Jahr in jeder Einrichtung gemacht werden müssen, finden nur zu 24 oder 25 Prozent statt. Man kann an den monatlichen Prüfungsergebnissen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und des PKV-Prüfdienstes ablesen, dass Bremen seit über einem Jahr das Bundesland ist, das in der medizinischen und pflegerischen Versorgung in Pflegeheimen am schlechtesten abschneidet.

    Und das liegt an der Heimaufsicht?
    In ihrer Arbeit gibt sie sich alle erdenkliche Mühe. Aber neun Stellen bei der Heimaufsicht, von denen, soweit ich weiß, nicht einmal alle Vollzeitstellen sind, reichen nicht aus. Verantwortlich dafür sind die Sozial- und die Finanzsenatorin.

    Hat die Heimaufsicht früh genug auf Klagen von Angehörigen und Mitarbeitenden des Alloheims reagiert hat?
    Sie ist da nach eigenem Bekunden ja schon seit mindestens anderthalb Jahren dran und das wissen wir auch durch Rückmeldungen von Angehörigen. Insofern: Ja. Aber was wir bereits seit langer Zeit bemängeln und was auch hier gilt, ist die Beratungsfunktion der Heimaufsicht.

    Was meinen Sie damit?
    Das bedeutet, dass die Heimaufsicht nicht nur kontrolliert, sondern auch als eine Art Unternehmensberater auftritt. Dabei hat sie hier keinerlei Expertise. Was sie als Beratung anbietet, kann also sogar schädlich sein, weil sie fachlich nicht fundiert ist. Hinzu kommt, dass die Beratungen kostenlos sind. Heime sparen so eine teure, externe Qualitäts- und Unternehmsberatung durch eine Fachfirma. Dabei könnten die Kosten dafür durchaus ein Anreiz für die Betreiber sein, Mängel so schnell wie möglich abzustellen. Ich kenne andere Bundesländer, in denen es kostenpflichtig ist, wenn die Heimaufsicht bei Mängeln auf der Matte stehen muss. Es kann nicht sein, dass das im Haushaltsnotlageland Bremen kostenlos ist.

    Wenn die Heimaufsicht Einrichtungen Anordnungen erteilt, stellt sie ihnen das aber durchaus in Rechnung…
    Da wäre allerdings zu hinterfragen, wann die ersten Anordnungen erfolgen. Die kommen in der Regel ja erst, wenn Beratungsgespräche nichts gebracht haben. Und Gebührenbescheide in Höhe von fünf- oder zehntausend Euro sind doch für solche Riesenkonzerne wie Alloheim eine Lachnummer.

    Also sollte die Heimaufsicht direkt eine externe Unternehmensberatung anordnen?
    Das wäre wünschenswert, zumal dann auch die Heimaufsicht die Möglichkeit hat, entsprechende externe Gutachten zu prüfen. Ich bin davon überzeugt, dass das zu schnelleren und besseren Ergebnissen führen würde. Und mit dem eingesparten Geld für die bislang unentgeltlichen Beratungen könnte wenigstens zum Teil mehr Personal finanziert werden.

    Wie soll es angesichts der Probleme Angehörigen möglich sein, sich ein einigermaßen realistisches Bild einer Pflegeeinrichtung zu machen?

    Deutlich einfacher wäre es für Angehörige, wenn die Heimaufsicht ihre Berichte über Pflegeeinrichtungen veröffentlichen würde. Das war gesetzlich auch schon einmal so vorgesehen, ist aber leider nie geschehen – und im novellierten Heimgesetz ist das einfach gestrichen worden. In ihrem Bürgerschaftsantrag fordert die Linksfraktion auch, die Prüfergebnisse der Heimaufsicht zeitnah und mindestens einmal jährlich ohne informelle Einschränkungen, im Internet zu veröffentlichen. Das ist leider schon lange überfällig.




    Reinhard Leopold, 62, ist Gründer der Bremer Angehörigen-Initiative „Heim-Mitwirkung“ und Regionalbeauftragter des Pflegeschutzbundes BIVA e. V.



    Quelle: taz.de -bremen, S. 24 Bremen 29 ePaper, 11.04.2018
    « Letzte Änderung: 11. April 2018, 01:18 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #16 am: 06. April 2018, 17:08 »

    Zitat
    SPD fordert Schließung von Pflegeeinrichtung Alloheim

    Nach der wiederholten Berichterstattung von buten un binnen über Missstände im Pflegezentrum in der Marcusallee fordert der SPD-Abgeordnete Klaus Möhle die Schließung des Heims. Der private Betreiber Alloheim weist alle Vorwürfe zurück.
    Quelle: butenunbinnen.de, 05.04.2018 + https://www.youtube.com/watch?v=PnJlLJbqCRY



    Zitat
    Neue schwere Vorwürfe gegen Alloheim in Bremen

    Bilder zeigen tiefe, teils eitrige Wunden am Körper eines Bewohners des Pflegezentrums Marcusallee. Die Tochter des Mannes hat Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Für die junge Frau sind das Folgen von Pflegefehlern. Ob dem Heim tatsächlich etwas vorzuwerfen ist, wird jetzt von den Behörden geprüft. Die Leiterin des Referats Ältere Menschen bei der Sozialbehörde, Sabine Nowack, erklärt, wie die Wohn- und Betreeungsaufsicht bei solchen Fällen vorgeht.
    Quelle: butenunbinnen.de, 04.04.2018 + https://www.youtube.com/watch?v=gpXngEOm7lg
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    « Antworten #15 am: 06. April 2018, 16:54 »

    Zitat
    Leiharbeit in der Altenpflege
    „Ich geh da nicht mehr hin!“


    von SIMONE SCHNASE, Bremen-Redakteurin

    Leiharbeitsfirmen werden für Altenpflegekräfte immer attraktivere Arbeitgeber. Unter anderem bietet sich ihnen dort die Möglichkeit, Einsätze zu verweigern.

    BREMEN taz | „Zeitarbeit in der Pflege ist immer scheiße.“ Diesen Satz sagt ausgerechnet der Betreiber einer Bremer Leiharbeitsfirma für Altenpflegekräfte. Nicht nur deswegen möchte Joachim Grunert* nicht, dass sein richtiger Name in der Zeitung steht. Er verleiht seine Angestellten unter anderem an die beiden Bremer Pflegeeinrichtungen des Betreibers Alloheim – allerdings nur noch in den Nachtdienst. „Für die Tagschichten mag ich dort niemanden mehr hinschicken“, sagt er.

    Als „absolut chaotisch“ beschreibt Grunert die Zustände in den Heimen von Deutschlands zweitgrößter Pflege-Kette: „Es gibt dort viel zu wenig und teilweise völlig ungeeignetes Personal, die Versorgung der Bewohner ist eine Katastrophe, es fehlt an Material – teilweise gibt’s dort nicht einmal Windeln.“ Im Nachtdienst könne das eingesetzte Personal immerhin noch selbst entscheiden, wie es arbeiten wolle, „da ist die Struktur ein bisschen anders“.

    Während die Einrichtung in Osterholz durch eine kompetente Pflegedienstleitung noch einigermaßen funktioniere, seien die Zustände im „Pflegezentrum Marcusallee“ kata­strophal, sagt Grunert.

    Das sieht auch die Bremische Wohn- und Betreuungsaufsicht (Heimaufsicht) so: Aufgrund schwerer Mängel bei Pflege und Hygiene besteht dort seit zwei Wochen ein von ihr verhängter Aufnahmestopp. „Allerdings haben in beiden Heimen massenweise Pflegekräfte gekündigt und die Zahl der Leiharbeiter ist enorm hoch“, sagt Grunert.

    Er bestätigt, was zuvor bereits Angehörige berichtet hatten, nämlich dass es keine Einarbeitung oder Übergabe für die LeiharbeiterInnen gibt: „Man wird da einfach hineingeschmissen. Wichtige Informationen müssen sich die Fachkräfte selbst besorgen, sie müssen die Mitarbeiter nach den Namen der Bewohner fragen, nach Medikamentenplänen und allem anderen, was wichtig ist.“



    Betreiber einer Bremer Leiharbeitsfirma für Altenpflegekräfte:
    „Wie soll ich denn gut und angemessen mit einem demenzkranken Menschen umgehen, wenn ich ihn gar nicht kenne?“


    Allerdings, sagt er, sei das nicht nur in den Einrichtungen von Alloheim so: „Es gibt ganz wenige Ausnahmen, wo man vielleicht mal einen Zettel in die Hand gedrückt bekommt oder sogar begleitet wird, aber insgesamt gibt es in den Pflegeeinrichtungen kein Konzept für Fremdarbeiter.“

    Dabei steigt deren Zahl kontinuierlich an. „Zeitarbeitsfirmen schießen wie Pilze aus dem Boden“, sagt Grunert. Und in den beiden Bremer Alloheimen betrage der Anteil der Leiharbeiter 50 Prozent: „Da kann man sich schon vorstellen, wie schlecht die Menschen dort versorgt werden.“

    Dabei sind die eingesetzten LeiharbeiterInnen keineswegs inkompetent. „Aber wie soll ich denn gut und angemessen zum Beispiel mit einem demenzkranken Menschen umgehen, wenn ich ihn gar nicht kenne und wenn mir nichts über ihn erzählt wird?“, sagt Grunert. Die Kommunikation gerade mit demenzkranken Menschen funktioniere oft nur durch bestimmte Themen oder einzelne Schlüsselwörter: „Die kennt ein Zeitarbeiter aber nicht.“

    Während der Einsatz von Fremdkräften für die Pflegebedürftigen schlecht ist, sind die Arbeitsbedingungen für die LeiharbeiterInnen indes besser als die Festanstellung in einer Einrichtung – und der Grund, warum sich immer mehr Pflegekräfte bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigen lassen: „Sie werden besser bezahlt, sie haben die Wahl, Überstunden abzufeiern oder ausgezahlt zu bekommen, sie haben flexiblere Möglichkeiten, Urlaub zu nehmen“, sagt Grunert. LeiharbeiterInnen unterlägen keinem sozialen Druck innerhalb eines festen Teams und: „Sie dürfen Einsätze verweigern.“

    Konsequenzen für abgelehnte Aufträge drohen nicht
    Und das tun sie auch. In den beiden Einrichtungen von Alloheim zum Beispiel: „Ich habe einige Mitarbeiter, die sagen: Ich geh da nicht mehr hin!“, sagt Grunert. Konsequenzen für abgelehnte Aufträge drohen ihnen nicht: „Sollte eine Zeitarbeitsfirma die Pflegekräfte zwingen, gegen ihren Willen in bestimmten Einrichtungen zu arbeiten, dann kündigen die einfach – die kriegen immer irgendwo eine neue Stelle.“

    Es verwundert, dass ausgerechnet profitorientierte Betreiber wie Alloheim derartig viele LeiharbeiterInnen beschäftigen: Denn die sind teuer, 45 bis 55 Euro pro Stunde und Pflegekraft müssen sie an Verleiher Grunert zahlen. Vermutlich fehlen ihnen schlicht die Alternativen.

    Dass solche Betriebe dennoch gewinnbringend arbeiten, liegt für ihn an radikalen Einsparmethoden: „Es wird zu wenig Personal eingestellt. Es wird an Pflegemitteln gespart, es fehlen technische Hilfsmittel wie Lifter und es wird massiv am Essen gespart.“

    Unzumutbare Verpflegung
    Was den HeimbewohnerInnen zu den Mahlzeiten vorgesetzt werde, sei oft unzumutbar, sagt Grunert. Er habe erlebt, dass eine Einrichtung keinen Joghurt anbiete, weil der im Einkauf zu teuer sei. „Da wurden pro Bewohner und Tag 2,79 Euro für Essen kalkuliert – das geht gar nicht.“

    Weil die Bremer Heimaufsicht personell viel zu schlecht aufgestellt ist, ist sie kaum in der Lage, regelmäßig den Zustand in allen Pflegeheimen zu kontrollieren. Sie konzentriert sich auf Einrichtungen mit akutem Handlungsbedarf. Momentan ist das das Pflegezentrum Marcusallee von Alloheim, wo der Belegungsstopp bis auf Weiteres aufrecht erhalten bleibt: „Die Einrichtung wird sehr eng von uns betreut“, sagt David Lukaßen, Sprecher der Sozialbehörde, der die Heimaufsicht unterstellt ist. „Die Kollegen sind mindestens im Zwei-Tages-Rhythmus dort, meist täglich.“

    Verstärkte Hinweise
    Die Heimaufsicht, sagt Lukaßen, sei in ihrer Arbeit auf Hinweise von Angehörigen und Mitarbeitenden angewiesen: „Und wir stellen fest, dass solche Hinweise auch verstärkt kommen – durchaus auch von Leiharbeitern.“ Das sei sehr positiv und hilfreich.

    Grunert indes macht sich wenig Illusionen über den Erfolg der Heimaufsichts-Arbeit. Er habe, berichtet er, im Laufe der vergangenen sieben Jahre nur ein einziges Pflegeheim erlebt, das sich nachhaltig an die von der Behörde erteilten Auflagen gehalten habe. „Ansonsten erlebe ich, dass Einrichtungen immer nur dann mal für vier oder fünf Wochen Pflegekräfte bei uns anfordern, wenn sie gerade unter der Kontrolle der Heimaufsicht stehen. Sobald die aber weg ist, wird der Personalbestand wieder bis aufs Nötigste runtergefahren.“

    *Name ist der Redaktion bekannt
    Quelle: http://www.taz.de/!5493119, 03.04.2018/
    « Letzte Änderung: 06. April 2018, 16:54 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #14 am: 05. April 2018, 01:03 »

    Zitat
    Missstände im Pflegeheim


    Es haben sich bei uns weitere Angehörige gemeldet, die von verheerenden Missständen im Pflegezentrum in der Marcusalle berichten. Der Träger ist Alloheim, einer der größten Betreiber von Pflegeeinrichtungen.
    Quelle: butenunbinnen.de, 19.03.2018 + https://www.youtube.com/watch?v=fVYrZr2f3yQ
    « Letzte Änderung: 06. April 2018, 17:07 von admin » Gespeichert

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