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News: BGH stärkt Verbraucherrechte von Pflegeheimbewohnern

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Autor Thema: Hartz IV Empfänger + Langzeitarbeitslose als Pflegekräfte  (Gelesen 49638 mal)
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« Antworten #30 am: 14. September 2010, 00:34 »

Altenpflegeausbildung: Regierung soll Worten endlich Taten folgen lassen

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Regierung aufgefordert, den Appellen von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach besseren Beschäftigungsperspektiven im Bereich der Altenpflege endlich auch Taten folgen zu lassen: „Wer sonntags fordert, dass mehr Pflegekräfte aus dem eigenen Land kommen sollten, darf nicht werktags die Mittel für die Ausbildung streichen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke.

Quelle: http://presse.verdi.de/pressemitteilungen/
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« Antworten #29 am: 14. September 2010, 00:17 »

DBfK kritisiert Vorschlag der Bundeskanzlerin zur Behebung des Personalmangels in der Pflege durch Hartz IV Empfänger

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht bei der Kanzlerin erhebliche Informationsdefizite zur Situation der Pflegeberufe und zu den Anforderungen für die Sicherung der Versorgung und Betreuung kranker, alter und pflegebedürftiger Menschen.

„Wenn Frau Dr. Merkel glaubt, die Personalprobleme in der Pflege mit Hartz IV Empfängern lösen zu können, beweist sie damit nur, dass sie nicht weiß, wovon sie redet“, sagt Gudrun Gille, Präsidentin des DBfK.

Wenn das Problem ausschließlich als ein quantitatives begriffen wird, werden wir nie zu einer Lösung kommen, so Gille weiter. Die Kritik des DBfK an den Vorschlägen der Kanzlerin richtet sich nicht gegen Menschen, die arbeitslos sind. Sie richtet sich vielmehr gegen undifferenzierte und deshalb ungeeignete Lösungen für ein gravierendes und komplexes Problem.

Die Kritik richtet sich auch gegen die implizite Haltung ‚Pflegen kann doch jeder‘. Eine Berufstätigkeit in der Pflege ist fachlich und menschlich sehr anspruchsvoll. Die Auswahl der für den Beruf geeigneten Menschen ist deshalb entscheidend.

Schon heute fehlen in allen Sektoren des Gesundheits- und Sozialwesens qualifizierte pflegerische Fachkräfte. Dies war seit langem absehbar, blieb aber politisch unbeachtet. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind katastrophal. Pflegende sind überdurchschnittlich oft krank, sie sind ausgebrannt und verlassen den Beruf, den sie eigentlich lieben, da sich nicht mit der entsprechenden Qualität um die Pflegebedürftigen kümmern können. Durch die demographische Entwicklung steigt der Bedarf an pflegerischen Leistungen enorm an. Darauf gibt es derzeit politisch keine Antwort.

Das Bundesgesundheitsministerium hat das Problem offensichtlich ebenso wenig erkannt wie die Kanzlerin. Das wird auch dadurch belegt, dass die Bundesregierung erst jüngst die Finanzierung der Kosten der Umschulung in einen Pflegeberuf gekürzt hat.

Um ausreichend Pflegepersonal zu finden, werden wir eine Vielzahl von Initiativen brauchen. Unabdingbar ist es, die Arbeitsbedingungen sofort zu verbessern, dann kehren vielleicht auch einige der vielen Tausend enttäuschten Altenpfleger/innen, Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpfleger/innen in den Beruf zurück und der Beruf wird wieder attraktiver.

Der Bedarf an Assistenzpersonal wird leichter zu decken sein, als der für qualifizierte Fachkräfte. Es ist zu kurz gedacht und in den Folgen fatal, wenn die Bundesregierung glaubt, das Problem der Arbeitslosigkeit durch Beschäftigung in der Pflegebranche zu lösen.

Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) - Pressemitteilung 06.09.2010



DPR entsetzt über Äußerung von Merkel zur Lösung des Personalproblems in der Pflege

Der Deutsche Pflegerat e.V., Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens (DPR), bewertet den Vorschlag der Bundeskanzlerin, zukünftigen Pflegepersonalbedarf durch Hartz IV-Empfänger zu decken, als politisch falsch und gefährlich. „Ich bin entsetzt über diese verbale ‚Entgleisung‘ unserer Kanzlerin, die pauschal Hartz IV-Empfänger als Lösung für einen Personalmangel in der Pflege vorschlägt“, sagt Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR.

Ingenieure werden von der Kanzlerin im Interview als Fachkräfte bezeichnet, Pflegekräfte aber seien durch Hartz IV-Empfänger zu ersetzen. „Damit qualifiziert die Kanzlerin pauschal alle Pflegekräfte als Nicht-Fachkräfte ab; das Stammtischniveau hat damit das Kanzleramt erreicht“, so Westerfellhaus weiter. Es ist ein Schlag in das Gesicht von 1,2 Mio. engagierten Pflegefachkräften, die eine anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen und weit über ihre Belastungsgrenzen arbeiten.

Das eigentlich Skandalöse an den Äußerungen ist, dass die Kanzlerin offensichtlich keine Ahnung von den Anforderungen in der pflegerischen Versorgung von alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen hat. Dabei ist die Sicherung der Versorgung dieser Menschen als demographische Herausforderung für die Zukunft Deutschlands und unsere Gesellschaft genauso wichtig, wie die Sicherung der Wirtschaftskraft im produzierenden Gewerbe.

Mit ihrem undifferenzierten Vorschlag erteilt sie implizit einer qualitativ hochstehenden Versorgung und Betreuung eine Absage. Dabei hat sie einen Amtseid abgelegt, in dem sie verspricht, Schaden von unserem Volke abzuwenden.

Der DPR warnt seit geraumer Zeit vor dem sich verschärfenden Fachkräftemangel in der Pflege. Demographisch bedingt wird sich dieser massiv ausweiten. Das zuständige Fachministerium ist untätig und hat nur einen vermeintlichen Ärztemangel im Blick. Dabei spricht grundsätzlich nichts dagegen, auch Hartz IV-Empfänger für eine Berufstätigkeit in der Pflege – als Pflegeassistentin oder auch Pflegefachkraft – umzuschulen. Allerdings nur, wenn die individuellen Voraussetzungen vorliegen. Diese verlangen mehr, als nett und kommunikativ zu sein. Hartz IV zu erhalten reicht als Qualifikationsnachweis allein nicht aus.

Es braucht politisch abgestimmte Strategien zur nachhaltigen Bekämpfung der Probleme um einen qualifizierten Berufsnachwuchs und zur Attraktivitätssteigerung des Berufsfeldes. Hier hat die von Frau Merkel geführte Bundesregierung bisher auf ganzer Linie versagt.

Quelle: http://www.deutscher-pflegerat.de/
« Letzte Änderung: 14. September 2010, 00:30 von admin » Gespeichert

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« Antworten #28 am: 14. September 2010, 00:06 »

Merkel möchte Hartz IV Empfänger als Pflegekräfte einsetzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) plädiert dafür, Bezieher des ALG II vermehrt in der Plege einzusetzen. “Wir haben 2,2 Millionen Hartz IV Empfänger, die arbeitsfähig sind, aber keinen Job finden”, stellte Frau Merkel im Interview mit der “Bild am Sonntag” fest.

“Ich sehe nicht ein, dass Pflegekräfte künftig nur noch aus Osteuropa kommen”, fügte die Kanzlerin hinzu. Hieran könne man ihrer Meinung nach etwas ändern.

Für diese Äußerungen erntete die CDU-Politikerin mittlerweile von vielen Seiten Kritik. Die Gewerkschaft Verdi etwa hält es für viel wichtiger, die Ausbildungsmöglichkeiten in der Pflegebranche zu verbessern. Der Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen e.V.(BALK) verwieß auf das schlechte Ansehen der Pflegeberufe unter Jugendlichen. Infolge derartiger Äußerungen würde die Branche noch mehr beschädigt.

“Was wir brauchen sind konkrete politische Initiativen, um den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten”, ist der Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Eberhard Jüttner, überzeugt. Durch das Anlernen von ALG II Empfängern könne der massive Fachkräftemangel in der Pflege eben nicht behoben werden.

Quelle: http://www.sozialleistungen.info/news/07.09.2010




... dort liest man auch interessante Kommentare ...
« Letzte Änderung: 14. September 2010, 00:11 von admin » Gespeichert

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« Antworten #27 am: 05. August 2010, 09:50 »

Servicekräfte als Ergänzung, nicht als Ersatz

Pflegeexperten kritisieren Einsatz von Assistenzpersonal


(BERLIN/HAMBURG, 4. August 2010) – Auf Servicekräfte kann in Zukunft wohl keine Klinik und keine Pflegeeinrichtung mehr verzichten. Doch inwieweit ist rechtlich abgesichert, welche Tätigkeiten sie ausführen dürfen und welche nicht? „Unter dem Deckmäntelchen ‚Personalmix’ werden Servicekräfte überwiegend als Ersatz für examinierte Pflegekräfte eingesetzt“, kritisiert Peter Bechtel, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK) e.V., anlässlich des Kongresses Pflege 2011. „Doch damit ist die Patientensicherheit gefährdet“, warnt Bechtel, der als Pflegedirektor am Herz-Zentrum Bad Krozingen tätig ist.

Servicekräfte und Arbeitsrecht – das wird ein Thema sein, das auf dem Kongress Pflege 2011 am 28. und 29. Januar 2011 in Berlin diskutiert wird. Der Kongress, der vom Pflegemagazin Heilberufe veranstaltet wird, ist jedes Jahr Treffpunkt von etwa 1.000 Pflegekräften und Pflegemanagern aus der ambulanten und stationären Pflege.

„Servicekräfte bedeuten eine Riesenchance für unsere Gesellschaft – aber nur, wenn sie als entlastende Ergänzung, und nicht als Ersatz für Fachkräfte eingesetzt werden“, betont Thomas Meißner, Vorstandsmitglied im AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen (AVG) e.V. Meißner verweist dabei auf die Tatsache, dass in einigen Bundesländern vertraglich mit den Krankenkassen festgelegt wurde, dass Assistenzpersonal in der ambulanten Betreuung Insulin spritzen, Medikamente geben und Blutdruck messen darf. Eine „verheerende Entwicklung“, so die Einschätzung von Meißner, der selbst einen ambulanten Pflegedienst in Berlin betreibt. „Hier geht’s den Kassen doch nur ums Geldsparen.“

Doch preiswerte Leistungen können teure Konsequenzen haben: „Eine Verletzung der Sorgfaltspflicht kostet eine Einrichtung im Sinne der Haftung zwischen 5.000 und 15.000 Euro“, rechnet Rolf Höfert vor, Geschäftsführer des Deutschen Pflegeverbandes (DPV) e.V. Der Pflegerechtsexperte rät allen Einrichtungen, in Dienst- und Handlungsanweisungen – als Anhang zum Arbeitsvertrag – die Aufgaben der Hilfs- und Assistenzkräfte genau zu definieren.

In diesem Zusammenhang betont Höfert die Notwendigkeit eines Berufsgesetzes: „Erst wenn in einem Berufsgesetz das Profil der professionellen Pflege rechtlich festgelegt ist, können eigentlich erst alle anderen, pflegefremden Tätigkeiten definiert werden.“

Die drei Bereiche Pflegerecht, Pflegepolitik und Pflegemanagement bestimmen traditionell die Ausrichtung des Berliner Pflegekongresses. Im Januar 2011 werden Referenten aus dem Bundesgesundheitsministerium und vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) zur zukünftigen Versorgungssicherheit in der Pflege Stellung nehmen. Weitere Themen: Hygiene im Fokus der Rechtsprechung, Medikamentenmanagement aus pflegerischer und rechtlicher Sicht, Vereinfachung der Pflegedokumentation sowie Gewalt in der Pflege.

Quelle: SpringerMedizin, Urban & Vogel GmbH, Kongressorganisation
« Letzte Änderung: 05. August 2010, 09:53 von admin » Gespeichert

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« Antworten #26 am: 15. Juli 2009, 08:27 »

zusätzlichen Betreuungskräften in der Pflege

Gemeinsame PM von Bundesministerin Ulla Schmidt und Bundesminister Olaf Scholz zu zusätzlichen Betreuungskräften in der Pflege

Die Pflegereform bringt immer mehr Menschen einen Arbeitsplatz. Die Zahl der zusätzlichen Pflegebetreuungskräfte ist weiter gestiegen. Seit Start der Reform am 1. Juli 2008 konnten rund 11.000 zusätzliche Betreuungskräfte zur besseren Versorgung demenziell erkrankter Menschen in Heimen eingestellt werden. Das teilten Bundesgesundheitsministerin Ullas Schmidt und Bundesarbeitsminister Olaf Scholz am Dienstag mit.

Die bisher rund 11.000 neuen Arbeitsplätze verteilen sich auf rund 7.600 Vollzeitstellen, da viele in Teilzeit arbeiten. Durch die Bundesagentur für Arbeit wurden bis Ende Juni rund 1.500 Kräfte vermittelt. Die anderen neuen Betreuungsassistenten haben sich die Heimträger selbst gesucht, zum Beispiel unter denjenigen, die bisher ehrenamtlich tätig waren. Es ist davon auszugehen, dass durch die Neuregelung bis zu 20.000 neue Arbeitsplätze für Betreuungskräfte geschaffen werden können.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Die Pflege Demenzkranker ist für Angehörige und professionell Pflegende eine schwierige, oft anstrengende Aufgabe. Bis jetzt fast 11.000 zusätzliche Betreuungskräfte in der Pflege sind ein Erfolgsmodell. Sie erleichtern jetzt den Alltag von rund 190.000 stationär gepflegten Menschen. Die Reform zeigt dreifache Wirkung: die Lebensqualität der betroffenen Heimbewohner wird verbessert, die Pflegefachkräfte werden unterstützt und Arbeitsplätze werden geschaffen. Auch Menschen, die bislang keine Anstellung haben und sich in dem Bereich engagieren wollen, finden wieder eine sinnvolle Arbeit.“

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz: "In den Pflegeheimen überall in unserem Land sorgt der Einsatz der zusätzlichen Pflegeassistenten für große Erleichterung. Engagierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlasten die übrigen Beschäftigten in den Pflegeheimen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Heime schätzten es, dass jetzt jemand da ist, der Zeit für ein längeres Gespräch, einen Spaziergang oder ein Spiel hat. Als Arbeitsminister freue ich mich, dass wir so Chancen für Arbeitslose geschaffen haben. Tausende haben das Angebot genutzt und sich weitergebildet. Jetzt tut sich ein breites Beschäftigungsfeld auf."

Mit der Reform wurde ein Anspruch auf zusätzliche Betreuungskräfte im Heim geschaffen, die vollständig von der Pflegeversicherung finanziert werden. Sie sollen helfen, die von demenziellen Erkrankungen betroffenen Heimbewohner bei ihren alltäglichen Aktivitäten zu unterstützen und die Lebensqualität der Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen zu erhöhen.

Welche Anforderungen an die künftigen Betreuungsassistenten gestellt werden, welche Fähigkeit man mitbringen sollte und welche konkreten Aufgaben sie haben, sind klar geregelt. Zu den Aufgaben gehören z.B. Lesen, Malen, Spazierengehen, gemeinsames Kochen oder auch die Beschäftigung mit dem bisherigen Lebensweg des Kranken.

Durch spezifische Qualifizierungsmaßnahmen, die mindestens 160 Stunden und zwei Praktika umfassen, werden grundsätzlich geeignete Bewerberinnen und Bewerber – darunter viele mit guter Vorqualifikation und/oder entsprechender beruflicher Praxis - im Umgang mit Demenzkranken geschult und und für die Aufgabe ausgebildet. Zuletzt entscheidet das Pflegeheim, welche Person als Betreuungsassistent oder –assistentin eingestellt wird.

Quelle: Pressemitteilung vom 14.07.2009
  http://www.bmg.bund.de



unter dem Link oben sind weitere Informatinen zu finden, z. B.

Quelle: http://www.bmg.bund.de

Neu in der Pflege: Die Betreuungskraft, zum Ordnungsbegriff: Betreuungskraft - 24. Juni 2009

Der Beruf der Betreuungskraft wurde im Rahmen der Pflegereform 2008 neu geschaffen. Sie wird im Bereich der vollstationären Pflege eingesetzt und hilft ergänzend bei der Betreuung demenziell erkrankter Heimbewohnern. In enger Kooperation und fachlicher Absprache mit den Pflegekräften und den Pflegeteams sorgen sie dafür, die psychosoziale Betreuungs- und Lebensqualität der betroffenen Heimbewohner zu verbessern, indem sie beim Lesen, beim Basteln oder beim Spazierengehen Unterstützung und Hilfe leisten. Diese zusätzlichen Betreuungskräfte haben Zeit, sich um die Sorgen der Betreuungsbedürftigen zu kümmern und ihnen Zuwendung zu geben, pflegerische Aufgaben gehören hingegen nicht zu ihrem Aufgabenbereich. Ihr Tätigkeitsprofil ist in den Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes geregelt.

Für rund 25 demenziell erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner einer stationären Pflegeeinrichtung soll eine zusätzliche Betreuungskraft eingestellt werden. Sie sollen Lücken in der Versorgung schließen, die dadurch entstehen, dass gerade demenziell erkrankte oder altersverwirrte Menschen ständig einen Ansprechpartner brauchen, der sich mit ihnen beschäftigt.

Das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales haben sich gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit dafür eingesetzt, Arbeitslose, die geeignet und interessiert sind, zu Betreuungskräften zu qualifizieren. Die Qualifizierungsmaßnahme umfasst mindestens 160 Unterrichtsstunden sowie ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum, während der die Bewerber im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen geschult werden.
« Letzte Änderung: 15. Juli 2009, 17:31 von Multihilde » Gespeichert
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« Antworten #25 am: 22. April 2009, 12:25 »

Arbeitslose

Vom Job-Center ins Altenheim

VON FRIEDERIKE TINNAPPEL

Zitat
Doch was jetzt durch eine Reform der Pflegeversicherung möglich und von der schwarz-roten Bundesregierung in Berlin gewollt ist, hat eine andere Dimension. 25 000 Arbeitsplätze sollen deutschlandweit in den Altenpflegeheimen für so genannte Betreuungsassistenten geschaffen werden, die aus dem großen Pool der Arbeitslosen gewonnen werden. Die Bezahlung soll in etwa dem entsprechen, was eine Hilfskraft in der Altenpflege verdient.

Quelle: http://www.fr-online.de/

Interessanter Bericht, den es lohnt, ganz zu lesen.
« Letzte Änderung: 22. April 2009, 12:28 von Multihilde » Gespeichert
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« Antworten #24 am: 21. April 2009, 09:51 »

Aus Arbeitslosen werden Assistenten

Bremen. In einem Pilotprojekt sind 26 Arbeitslose zu "Betreuungsassistenten in Pflegeheimen" umgeschult wurden. Die 24 Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 20 und über 60 Jahren erhielten für diese Qualifizierungsmaßnahme gestern ein Zertifikat von Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) - und die meisten von ihnen bekamen nach der Fortbildung auch eine Beschäftigung in Teilzeit.

Für die Pflege und Betreuung von Patienten mit einer Demenzerkrankung wächst der Bedarf. Der Gesetzgeber diskutiert schon länger, Arbeitslose für ergänzende Assistenztätigkeiten einzusetzen. Die Bremer Heimstiftung hat nun den Vorstoß gewagt und insgesamt 34 Männer und Frauen an ihrer Schule für Altenpflege in sieben Wochen zu Betreuungsassistenten qualifiziert. Ein zweiter Durchgang ist bereits gestartet.

"Es geht um ein ergänzendes Angebot, nicht um Billigkräfte für die Pflege. Betreuungsassistenz ist ein neuer Berufszweig", erklärt Angela Dühring, Leiterin des Kompetenzzentrums der Bremer Heimstiftung. "Für viele Arbeitslose ist der Einsatz in einem Pflegeheim die Möglichkeit des Wiedereinstiegs in den alten Beruf - oder in einen neuen Beruf mit Zukunft." So seien einige Teilnehmer schon in der Nachbarschaftshilfe tätig gewesen oder suchten nach der Familienphase einen Wiedereinstieg in den Job. Andere seien bereits ausgebildete Altenpflegerinnen, die ihrer Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen konnten. Wichtig sei nun, klar abzugrenzen, welche Tätigkeiten die Betreuungsassistenten übernehmen sollen: Malen, Basteln, Singen und Vorlesen gehören dazu, Pflegeleistungen jedoch nicht.

Quelle: www.weser-kurier.der, 21.04.2009
« Letzte Änderung: 18. Dezember 2009, 23:23 von admin » Gespeichert

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« Antworten #23 am: 21. März 2009, 21:09 »

Am 20.03. war ein Bericht zu Pflege-Assistent und Stützpunkte in der Tagesschau; Video siehe

http://www.tagesschau.de/redirectid.jsp?id=video467508

Das Pflegeassistenten zu Hause Essen kochen und Blutzucker messen sollen, hab ich bisher nicht gewußt (Problem dürfte aber wohl grundsätzlich die Bezahlung sein, wer kann sich eine Kraft leisten....). Ich habe immer gedacht, sie werden in Heimen zusätzlich zum Pflegepersonal eingestellt. Siehe
http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=980.0
hier im Forum

bzw.
https://www.gkv-spitzenverband.de/gesetzliche_Pflegeversicherung.gkvnet

Zitat
Richtlinie über zusätzliche Betreuungskräfte in Pflegeheimen
Durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz haben Pflegeheime die Möglichkeit erhalten, unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Betreuungskräfte als Unterstützung des bereits vorhandenen Personals einzustellen. Sie sollen für die bessere Betreuung demenzkranker, psychisch kranker und geistig behinderter Pflegeheimbewohner eingesetzt werden. Aufgabe der Betreuungskräfte ist es, Betroffene in enger Kooperation mit den Pflegekräften bei alltäglichen Aktivitäten wie Spaziergängen, Gesellschaftsspielen, Lesen,  Basteln usw. zu begleiten und zu unterstützen.

Der GKV-Spitzenverband hat am 19. August 2008 die Richtlinien über die zusätzlichen Betreuungskräfte in Pflegeheimen beschlossen, die deren Aufgaben und die erforderlichen Qualifikationen regeln. Das Bundesministerium für Gesundheit hat diese Betreuungskräfte-Richtlinien am 25. August 2008 genehmigt. Somit sind zeitnah die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass die Bildungseinrichtungen  entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen konzipieren und anbieten können und die Pflegekassen mit den Trägern der Pflegeeinrichtungen Vergütungszuschläge für die zusätzliche Betreuung der betroffenen Heimbewohner vereinbaren können.
Die Richtlinien nach § 87b Abs. 3 SGB XI zur Qualifikation und zu den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen stehen Ihnen hier als Download zur Verfügung. 

auch in meiner Tageszeitung steht es heute schon am 21.03:

Zitat
Von insgesamt bis zu 10 000 möglichen neuen Pflege-Assistenten seien 5000 eingestellt worden, berichtete Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Während Pflegeheime hier schneller vorangingen, würden Familien von Pflegebedürftigen Hilfe durch solche Assistenten nur zögerlich beantragen. Schmidt rief Betroffene dazu auf, die weit verbreitete Zurückhaltung aufzugeben.

Quelle: http://www.nwzonline.de



Pflegestützpunkt/e gibt es noch nicht in der Wesermarsch....




Familien sollen Hilfe von Pflegeassistenten nutzen

Die eingeplanten Mittel für die ambulante Hilfe seien bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Einstellung von bis zu 10.000 Pflegeassistenten war mit der Pflegereform 2008 angekündigt worden. Sie sollen nicht Pflege im eigentlichen Sinne, sondern Hilfe im Alltag leisten, zum Beispiel kochen oder einfache medizinische Hilfe wie Blutdruckmessen oder Blutzuckermessen erbringen. Bislang sind Schmidt zufolge 5.000 Stellen besetzt. In Heimen,......
Quelle: http://www.pr-inside.com



nur kurzes Zitat = selber lesen. Geht auch um die Pflegestützpunkte

Ob die Pflegeassistenten im Altenheim auch für Blutdruckmessen und Blutzuckermessen eingeteilt sind? Ich hab mehr eben noch mal den Tagesschaubericht angesehen. Ist so gesagt worden
« Letzte Änderung: 22. März 2009, 13:07 von Multihilde » Gespeichert
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« Antworten #22 am: 20. Februar 2009, 14:35 »

Pflege bei Menschen mit Demenz:
Mehr Betreuung und gute Qualifikation erforderlich

Interview mit Gabriele Feld-Fritz (ver.di) vom 19.08.2008

Bisher erhalten Menschen mit demenziellen Erkrankungen häufig nicht die Pflege, die sie brauchen. Das Programm für zusätzliche Betreuerinnen im Heim ist ein erster kleiner Schritt diese Situation zu verbessern. Deshalb hat ver.di in der Pflegereform das Ziel unterstützt, die Betreuungssituation demenzkranker, psychisch kranker und geistig behinderter Heimbewohner/innen zu verbessern.  Qualifizierte Pflegekräfte können durch diese zusätzlichen Betreuer/innen keinesfalls ersetzt werden. Und dieses Programm löst auch nicht das Problem, dass grundsätzlich qualifiziertes Pflegepersonal in den Einrichtungen nicht ausreichend finanziert wird.

Der Plan 10.000 Langzeit-Erwerbslose für diese Aufgabe einzusetzen hat in der Presse zu heftigen Auseinandersetzungen geführt. In einem Interview mit Radio Z in  Nürnberg nimmt ver.di Pflegeexpertin Gabriele Feld-Fritz zu diesen Plänen ausführlich Stellung. Sie hebt hevor, dass es bereits heute erhebliche Qualifikationsprobleme in der Pflege gibt. In vielen Pflegeeinrichtungen liegt die Fachkraftquote unter 50 Prozent und in den Heimen werden heute bereits über 18.000 sog. "Ein-Euro-Jobber" eingesetzt.

Gabriele Feld-Fritz erkennt an, dass der Gesetzgeber zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen wollte. Doch ob das in der Praxis funktioniert, hängt stark davon ab, wie das Gesetz umgesetzt wird und vor allem, wie die Qualifizierung erfolgt. Die ver.di Pflegexpertin sieht als wichtige Voraussetzung, dass nur geeignete Bewerber/innen in das Programm aufgenommen werden. Zwang dürfe es dabei nicht geben und wer sich bewährt, solle die Möglichkeit für eine Anschlussqualifikation erhalten.

Auf jeden Fall müsse eine Basisqualifikation bereits vor Aufnahme der Tätigkeit erfolgen und nicht erst berufsbegleitend. Daneben müsse es regelmäßige jährliche Fortbildung zur Aktualisierung der Kenntnisse und der Reflektion der praktischen Tätigkeit geben. Damit die Qualifikation zur Betreuungskraft keine berufliche Sackgasse darstellt, sieht es ver.di als sinnvoll, motivierend und arbeitsplatzsichernd an, wenn z.B. die Qualifikation auf eine Ausbildung in Altenpflegehilfe oder anderen Pflegeausbildungen angerechnet werden könnte.

"Wir sollten uns anstrengen geeignete Menschen für diesen Beruf zu finden, denn der Bedarf wird weiter wachsen", sagte Feld-Fritz. Um den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers attraktiver zu machen brauche man eine bessere Finanzierung der Pflegeleistungen und eine Personalbemessung, die sich nach dem tatsächlichen Bedarf richtet. Der Pflegebegriff müsse neu definiert werden. Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel  könnten bereitgestellt werden, wenn auch für die Pflege die Bürger/innenversicherung eingeführt wird. Das gesamte Interview mit Gabriele Feld-Fritz gibt es [hier als Download >>] oder [anhören >>] (Beitraglänge 9:20 Min. vom 19.08.2008)

Das Interview wurde auch in weiteren freien Radios gesendet, so im Radio Corax, Halle, Radio Dreyeckland, Freiburg und im coloRadio, Dresden.

Bereits im Gesetzgebungsverfahren hatte ver.di das Programm zur Betreuung demenzkranker im Heim bewertet. Die  Stellungnahme dazu gibt es hier: [Infopost Dementenbetreuung >>] (PDF, 453 kB)
« Letzte Änderung: 23. Februar 2009, 14:49 von admin » Gespeichert

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« Antworten #21 am: 10. November 2008, 00:54 »

Unter www.PetitionOnline.com ist eine sehr interessante Petition zu finden, gerichtet an Bundesministerin Schmidt, die man unterstützen sollte:

Zitat
... Als Bezeichnung der Tätigkeit wurde „Pflegeassistent“ gewählt. Nun, diese Wahl ist für mich schon deshalb als problematisch anzusehen, da ich davon ausgehe dass die besagten Langzeitarbeitslosen die dort eingesetzt werden auch bei der tatsächlichen Grundpflege assistieren werden müssen, und diese nach einer kurzen Begleitzeit (meist 2 Tage) auch selbstständig ausführen werden. Wie gesagt, ich habe in diesen Bereichen gearbeitet und bin überzeugt, dass es so kommen wird. Möglicherweise ist dies ja auch ein Ziel dieser neuen Tätigkeit?

Es wird, laut der taz, lediglich 160 Theoriestunden geben und ein Praktikum von zwei Wochen. Was bitte schön soll in 160 Stunden Theorie an Wissen um diese schweren und teilweise sehr vielgestaltigen Erkrankungen vermittelt werden, wenn ich allein davon ausgehe, dass ja nicht allein 160 Stunden Krankheitslehre stattfinden werden. Bereits nach 30 Stunden Ausbildung sollen die Betroffenen in die Heime geschickt werden, um „mit anzupacken“. Und schon sind wir da, wie ich es im vorherigen Abschnitt schon geschrieben habe. Die taz schreibt, dass auf Betreiben der privaten Anbieter diese Regelung getroffen wurde, die in der Richtung Druck machten, dass weniger Theorie vermittelt wird und schneller der Einsatz folgt.

Ich bitte doch darum, uns Wähler nicht zu unterschätzen. Für mich wird mit jedem neuen Artikel und jeder neuen Stellungnahme zu diesem Thema immer klarer, dass es tatsächlich nicht um die reine Entlastung qualifizierten Personals gehen soll, sondern um einen schrittweise forcierten Ersatz von qualifizierten Stellen. Das darf nicht umgesetzt werden. Die Pflege und Betreuung von Demenzkranken im stationären Bereich ist eine Arbeit, die qualifiziertes Personal fordert. Nicht umsonst wurden in den letzten 15 Jahren die Zusatzausbildungen der geriatrischen Fachpflegekräfte geschaffen, wie auch die der Fachrichtung Psychiatrie und Gerontologie. Diese Weiterbildungen gibt es im klinischen Pflegebereich als auch in der Altenpflege. ...

... Es wäre doch für unser Gemeinwesen im Gesamten, als auch für die Betroffenen auf beiden Seiten besser, es würde eine ausreichende Fortbildung bzw. Qualifikation des vorhandenen Potentials von Pflegekräften geben und diese würden dort eingesetzt. So wären zumindest 10.000 Pflegekräfte oder Erwerbslose aus anderen Gesundheitszweigen nicht mehr ohne Lohn und Brot.   ...

[zur Petition >>]
« Letzte Änderung: 10. November 2008, 01:00 von admin » Gespeichert

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« Antworten #20 am: 20. September 2008, 09:01 »

 Aktionstag in Karlstadt
 


Langzeitarbeitslose sollen Demenzkranke pflegen, die Mitarbeiter der Otto-und-Anna-Herold-Altenheim-Stiftung in Karlstadt sind von ihren potentiellen neuen Kollegen gar nicht begeistert.

Der Plan der Bundesagentur für Arbeit Langzeitarbeitslose mit einem 160-Stunden-Kurs für die Pflege von Demenzkranken fit zu machen stößt bei Heim- und Pflegeleiter Rudi Gosdschan auf wenig Gegenliebe.

Für diese Aufgabe gehöre so viel Einstellung und Empathie, "also Sensibilität dazu, dass es selbst von den Fachkräfte nicht jeder kann. Und das macht die Perversität deutlich.", so Gosdschan gegenüber diesem Sender. Statt dessen fordert er bessere Unterstützung für den Pflegebereich, zum Beispiel durch einen Ausbau an qualifiziertem Personal oder besseren Fortbildungsmöglichkeiten. Das ein Bedarf an Pflegekräften herrscht ist unbestritten.

Auch bei den Angehörigen der Demenzkranken stößt der Vorschlag auf ein eher negatives Echo. Zwar gibt es durchaus Stimmen, die meinen die Langzeitarbeitslosen könnten den Kranken zumindest etwas Aufmerksamkeit schenken, die Mehrheit scheint sich aber eher ablehnend zu verhalten.

Gestern demonstrierten die Mitarbeiter des Herold-Altenheims auf dem Karlstadter Marktplatz für ihre Meinung. Sehen Sie dazu unseren Bericht von Jasmine Renze:
= Videobeitrag

Quelle: http://www.kanal8.de/default
Freitag, 19. September 2008 17:34




man kann sich das Video auch speichern; einfacher es zu zeigen......

und

auf Bayern 1 ist unter
http://www.br-online.de/bayern1/mittags-in-mainfranken/regionalnews-frankenmagazin-altenheim-ID12217361239.xml

ein interessanter Wortbeitrag zur Demo zu hören

« Letzte Änderung: 20. September 2008, 09:44 von Multihilde » Gespeichert
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« Antworten #19 am: 14. September 2008, 10:21 »

Vorlesen reicht nicht

Streit um den Einsatz von Betreuern für demenzkranke Menschen dauert an
Von Gabriel B. Gruner


Zitat
Vielmehr sollen andere Arbeitslose nach einem nur fünftägigen »Orientierungspraktikum« in einem Pflegeheim entscheiden, ob sie sich für diese Arbeit interessieren und für geeignet halten. Grundkenntnisse sollen ihnen in einem theoretischen 100-Stunden-Basiskurs beigebracht werden, dessen Inhalt nahelegt, dass sie auch Aufgaben von Pflegekräften übernehmen werden. Nach einem 14-tägigem Betreuungspraktikum, das nicht zusammenhängend sein muss, hält man sie offenbar für fit für ihre neue Arbeit. Dafür nötiges fachliches und rechtliches Wissen soll erst in einem Aufbaukurs von 60 Stunden vermittelt werden. Als Fortbildung sind ganze zwei Tage pro Jahr vorgesehen.
Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/135167.vorlesen-reicht-nicht.html
 




der gesamte Artikel ist unter dem Link oben nachzulesen; lohnt sich….
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« Antworten #18 am: 03. September 2008, 23:53 »

Zusätzliche Betreuungskräfte in Heimen müssen menschlich geeignet und fachlich qualifiziert sein

Die „Richtlinie zur Qualifikation und den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen“ wurde am 19. August 2008 vom GKV-Spitzenverband (https://www.gkv-spitzenverband.de) verabschiedet. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft begrüßt die im Rahmen der Pflegereform vorgesehene Stärkung der sozialen Betreuung Demenzkranker in Pflegeheimen und fordert eine Umsetzung, die tatsächlich zu einer besseren Versorgung Demenzkranker führt.

Dazu sagte Heike von Lützau-Hohlbein, 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: „Die soziale Betreuung Demenzkranker in den Heimen ist ebenso wie die Pflege eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe. Demenzkranke brauchen Zuwendung und Sicherheit, sie brauchen Anregung und Aktivität, besonders auch in geselligen Gruppen, um ihre Fähigkeiten zu erhalten und sich wohl zu fühlen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat dies bereits 2007 in ihrem Plädoyer für die Einführung von Präsenzstrukturen in Pflegeheimen unterstrichen.“

Entscheidend ist die sorgfältige Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber für die Qualifizierungsmaßnahmen. Dazu Heike von Lützau-Hohlbein: „Wer an den Qualifizierungs­maßnahmen teilnimmt, muss menschlich geeignet sein, d.h. eine zugewandte Haltung gegenüber demenzkranken alten Menschen mitbringen, und bereit sein, sich Fachwissen anzueignen und sich fortzubilden. Wenn dafür geeignete Arbeitslose gefunden werden, ist das nur positiv. Allerdings sollte klar sein, dass es in erster Linie um eine bessere Betreuung Demenzkranker geht und nicht um eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme“. Ob die vorgesehenen 100 Stunden Theorie plus 60 Stunden Praxis für Personen ausreichen, die diese Arbeit vielleicht nicht freiwillig tun möchten und möglicherweise gar keine Vorbildung haben, bezweifelt sie.

In den Heimen wird es dann auf eine gute Einbindung ankommen. Heike von Lützau-Hohlbein: „Entscheidend ist, dass die Betreuerinnen und Betreuer in der Praxis nicht allein gelassen werden. Sie müssen von erfahrenen, fachlich qualifizierten Fachkräften angeleitet und begleitet werden und schwierige Betreuungssituationen besprechen können. Auf jeden Fall muss verhindert werden, dass die Betreuungskräfte als Lückenbüßer in der Pflege eingesetzt werden.“

Die Stärkung der sozialen Betreuung ist ein wichtiger Schritt zu einer menschenwürdigen Betreuung und Pflege in den Heimen. Doch auch die Pflege muss gestärkt werden und dazu ist mehr gut qualifiziertes Personal notwendig. Ferner müssen die im November 2008 zu erwartenden Ergebnisse des Beirats zur Weiterentwicklung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs zügig umgesetzt werden.

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. - Pressemitteilung vom 20.08.2008

* Richtlinien § 87b _2008_08_19.PDF (26.93 KB - runtergeladen 637 Mal.)
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2009, 00:12 von admin » Gespeichert

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« Antworten #17 am: 02. September 2008, 00:38 »

Zusätzliche Betreuerinnen für Demente  in Pflegeheimen:
Lohnansprüche nach gültigen Tarifen und nicht nach „Gutsherrenart“

 
Die Richtlinien für den Einsatz und die Qualifizierung dieser zusätzlichen Betreuer/innen ist seit dem 25. August 2008  in Kraft. Die Heimträger  sind  dabei, die Zahl der Dementen  in ihren Einrichtungen zu ermitteln und durch den MDK anerkennen  zu  lassen. Davon hängt ab, wie viele zusätzliche Betreuer/innen in einem Pflegeheim zum Einsatz kommen können (ca.  1:25). Die Arbeitsagenturen  sprechen  bereits  erwerbslos  gemeldete  an,  die    für  den Einsatz und die Qualifizierung geeignet sein müssen. 
 
Es geistert die Zahl von 35.000 erwerbslos gemeldeten Pflegekräften in Pressemitteilungen herum, die bei der Bundesagentur im Leistungsbezug sind. Dies soll die wichtigste Gruppe sein, aus der die zusätzlichen  Betreuer/innen rekrutiert werden sollen.  Bisher hat sich jedoch  niemand  die Mühe gemacht zu analysieren, welche Vermittlungshemmnisse den Einsatz dieser Kräfte  in der Pflege verhindert haben. Zu vermuten  ist, dass diese Gruppe aus gravierend gesundheitlichen Gründen, psychischer  Überforderung, familiärer Hemmnisse und aus anderen wichtigen Gründen nicht mehr in der Pflege arbeiten kann und eigentlich schon längst in anderen Berufsfeldern hätte qualifiziert werden müssen.
 
Es ist damit zu rechnen, dass die ersten Betreuer/innen im Oktober/November 2008 in den Heimen eingestellt werden. Dazu müssen aber die Pflegekassen auf Landesebene  mit den Heimträgern zuvor den Kostenersatz für dieses zusätzliche Betreuungsangebot verhandeln.
 
Sprecher/innen  des Gesundheitsministeriums  geben  dabei  aus  der  Luft  gegriffene  Lohnempfehlungen heraus, die völlig außer Acht lassen, dass diese zusätzlichen Betreuer/innen als  regulär  Beschäftigte  in  den  Pflegeheimen in die dort geltenden Tarifverträge bzw. Vergütungsregelungen zu integrieren sind. 
 
Die Summen, die das Gesundheitsministerium als Richtgröße bei den Löhnen verlautbart, orientieren  sich  an  den  Dumpinglöhnen,  die  derzeit  bei  den  Ausbeutern  unter  den Heimträgern bezahlt und noch unterboten werden. 

In Pflegeheimen, in denen sich die Vergütung der Beschäftigten am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientiert, sind diese Betreuer/innen als Pflegeassistenten der Entgeltgruppe 3a zuzuordnen und dies  bedeutet ein aktuelles Einstiegsgehalt von 1.675,38 € und nach einem Jahr der Tätigkeit ein Entgelt von 1.855,80 €.
 
Grundsätzlich wären die Pflegekassen gut beraten, den Heimträgern genau auf die Finger zu schauen, damit das verhandelte Entgelt  für die  zusätzliche Betreuung Dementer auch bei den Beschäftigten ankommt  und in den Ausbeuterbetrieben nicht nur der Gewinnmaximierung dient.
 
Personalräte,  Betriebsräte  und  Mitarbeitervertretungen  werden  nur  in  den  ordentlich geführten Einrichtungen darauf achten können, dass diese  Entgelte auch bei den Beschäftigten ankommen.

Weiter Informationen zum Thema und die einschlägigen Richtlinien zum 
download unter:
 
https://gesundheitspolitik.verdi.de/pflege/betreuung_dementer_menschen_1

Quelle: ver.di Infopost 82/2008
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« Antworten #16 am: 29. August 2008, 14:54 »

Kaum Bedarf für geplanten Einsatz von Langzeitarbeitslosen in der Altenpflege

In einem Bericht des MDR vom 18.08.2008 war zu erfahren, dass es in Sachsen-Anhalt kaum Nachfrage für den geplanten Einsatz von Langzeitarbeitslosen in der Altenpflege gebe. Die Pressesprecherin Kati Dombrowski von der Landesarbeitsagentur Sachsen-Anhalt-Thüringen sagte im MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt, es seien landesweit 390 Pflegeeinrichtungen befragt worden, wobei nur 25 mögliche Stellen gemeldet worden seinen. Laut ihrer Aussage gibt es unter den Arbeitslosen im Land Sachsen-Anhalt 2.100 ausgebildete Altenpfleger, auf die zurückgegriffen werden könne.
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