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Autor Thema: Fachkräftemangel: Pflegenotstand nicht zu leugnen - oder doch?  (Gelesen 22934 mal)
admin
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« Antworten #17 am: 03. August 2013, 21:56 »

Pflege-Notsstand? Umschulung eines Nordbremers zum Altenpfleger abgelehnt!

Zitat von: WESER-KURIER
NACHSCHLAG

Pflege-Bündnis ist ein Pflegefall

VON MICHAEL BRANDT

Es mangelt an Arbeitskräften in der Altenpflege. Massiv. Studien zufolge könnten in 15 Jahren 150 000 bis 200 000 Männer und Frauen in der Pflege fehlen. Besonders bei gut ausgebildeten Kräften sehe es schlecht aus, hat auch Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) betont, es müsse deshalb qualitativ hochwertig ausgebildet werden.

Schon vor Monaten tauchten schließlich erste Berichte über den Import von Arbeitskräften aus anderen europäischen Ländern in den Medien auf. Sogar in Asien würden die Unternehmen nach Altenpflegern suchen, hieß es.

Selbstverständlich also, dass die Behörden in Bremen und Niedersachsen alles tun, um die drohende Lücke zu schließen. Schließlich geht es nicht um irgendein akademisches Problem, sondern um die Lebensqualität der älteren Menschen in der direkten Nachbarschaft. Und sei es nur, dass sie Hilfe dabei benötigen, täglich einen Verband zu wechseln.

Der Fall eines Nordbremers, der in dieser Woche bekannt wurde, belegt das genaue Gegenteil. Das Problem wird verschludert.

Der 47-Jährige schulte vom Kaufmann zum Altenpflegehelfer um und wollte sich weiterqualifizieren zum staatlich anerkannten Altenpfleger. Genau das, was Sozialsenatorin Stahmann eigentlich will. Er scheitert aber daran, dass das Jobcenter 95 Euro nicht übernehmen will.
Denn mit einem Ausbildungsgehalt von 615 Euro plus Wohngeld kann der Mann nicht hinkommen.

Durch die unflexible Haltung im Amt entsteht gleich mehrfach Schaden. Erstens nimmt die Glaubwürdigkeit der Sozialsenatorin ab, weil sie einräumen muss, dass sie nicht in der Lage ist, dem selbst formulierten Anspruch zu entsprechen. Denn mit der Weigerung des Jobcenters, die weitere Qualifizierung des Nordbremers zu fördern, geht dem Arbeitsmarkt ein qualifizierter Pfleger verloren.

Zweitens dokumentiert das Jobcenter einmal mehr, dass es eben nicht in der Lage ist, eine Situation individuell abzuwägen und nach einer sinnvollen Lösung zu suchen. Das Jobcenter gehört zu einer der größten Verwaltungsmaschinerien Deutschlands. Und Bürokratien sind nicht in erster Linie dazu da, Menschen zu helfen, sondern sie sind in erster Linie Selbstzweck. Dieses Bild scheint das Jobcenter mit dem aktuellen Fall untermauern zu wollen.

Und drittens schließlich geht dem genannten 47-Jährigen die Möglichkeit verloren, einen qualifizierteren Job zu machen und damit auch mehr Geld zu verdienen.
Quelle: www.weser-kurier.de, 03.08.2013



WIDERSINNIG: siehe dazu die Presseinformation Nr. 2 (21.05.2012) des Jobcenter Bremen:

Zitat von: Jobcenter-Bremen
Job-Chancen im Pflegebereich

... Der Bereich „Pflege“ bietet viele offene Stellen und vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Diese reichen von der Altenpflege über Pflegedienste bis zu Tätigkeiten im Krankenhausumfeld. ...

... Dies bedeutet insbesondere für langzeitarbeitslose Menschen eine echte Chance wieder in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit einzusteigen. ...
Quelle: http://www.jobcenter-bremen.de/site/presseinformationen/



Zitat von: WESER-KURIER
Jobcenter lehnt Fortbildung ab

Ärger, zahlreiche Behördenbriefe und finanzielle Schwierigkeiten – Torsten Uhlenbruch ist frustriert. Von seiner Motivation, sich im Pflegebereich fortzubilden, um in der Altenpflege als höher qualifizierte Fachkraft zu arbeiten, ist nichts mehr geblieben. Seine Ausbildung zum staatlich geprüften Altenpfleger wird er aus finanziellen Gründen abbrechen. ...
Quelle: www.weser-kurier.de, 31.07.2013

* !_PI_02_12_Fachtag_Pflege.pdf (71.96 KB - runtergeladen 309 Mal.)

* Jobcenter_lehnt_Fortbildung_ab_wk130731_2.jpg (814.06 KB, 1117x2343 - angeschaut 646 Mal.)
« Letzte Änderung: 05. August 2013, 13:00 von admin » Gespeichert

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« Antworten #16 am: 12. Mai 2013, 17:39 »

Deutscher Pflegerat e.V. mobilisiert gegen den Pflegenotstand

Berlin, 7. Mai 2013 – Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR) als führende Interessenvertretung der beruflich Pflegenden in Deutschland, fordert vier Monate vor der Bundestagswahl Lösungen für den Pflegenotstand in Deutschland. Dazu hat der DPR eine  bundesweite Kampagne unter dem Titel „Ich will Pflege!“ initiiert. Sie soll engagierte Pflegefachpersonen sowie Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, Druck auf die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik auszuüben, damit endlich Lösungen zur Zukunftssicherung der Pflege erarbeitet werden. „Der Pflegenotstand muss als drängendes gesamtgesellschaftliches Problem anerkannt werden, seine Lösung darf nicht länger von Legislaturperiode zu Legislaturperiode verschoben werden“, sagte Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR, zum Auftakt der Kampagne in Berlin. „Deutschland braucht jetzt ein parteiübergreifendes Commitment zur Neustrukturierung der professionellen Pflege – unabhängig von Legislaturperioden, Regierungskoalitionen und Parteiinteressen.“ Die Kampagne setzt darauf, der neuen Bundesregierung bereits vor ihrem Amtsantritt die Forderungen der Berufsangehörigen der Pflege deutlich zu machen.


[anklicken >>]

Aktuellen wissenschaftlichen Prognosen zufolge steht Deutschland vor dramatischen Entwicklungen hinsichtlich der Pflege-Versorgung in den nächsten Jahrzehnten. Wie Prof. Fritz Beske, Gründer und Direktor des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung Kiel, in seiner neusten Schrift errechnet hat, wird die absolute Zahl Pflegebedürftiger von 2009 bis 2060 von 2,34 auf 4,51 Millionen Menschen steigen – dies entspricht einer Steigerung von 93 Prozent. Damit wird sich von 2009 bis 2060 der Bedarf an Pflegepersonal mehr als verdoppeln, von 629.600 auf 1,4 Millionen Vollzeitbeschäftigte. Waren 2009 noch 1,3 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in der Altenpflege tätig, werden 2060 dann 4,3 Prozent gebraucht. „Die Versorgung Pflegebedürftiger muss auch in Zukunft gesichert sein“, sagte Beske anlässlich der Pressekonferenz. „Dabei wird es an beidem fehlen, an Geld und an Fachpersonal. Ansprüche, die nicht erfüllt werden können, erzeugen Unruhe. Dies muss berücksichtigt werden, wenn die Versorgung Pflegebedürftiger von morgen zur Diskussion steht.“

Große Unruhe herrscht bereits heute unter den Pflegefachpersonen in Deutschland. Sie stellen mit rund 1,2 Mio. Personen die größte Berufsgruppe innerhalb des deutschen Gesundheitswesens dar, werden jedoch übermäßig belastet und vergleichsweise schlecht bezahlt. „Hohe Arbeitsbelastung, große Verantwortung, Schichtarbeit, unangemessene Entlohnung und keine Perspektive auf Veränderung – den Pflegenden in Deutschland reicht es einfach“, sagt Andrea Lemke, Präsidiumsmitglied des DPR und Pflegedirektorin im Waldkrankenhaus Berlin Spandau. „Sie suchen jetzt nach einem Ventil für ihren Protest gegen die Untätigkeit der Politik.“ Insbesondere der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs sei ein Problem, das den täglichen Arbeitsalltag für die Pflegenden zur dauernden Herausforderung macht. „In der Altenpflege, die einen der größten Bereiche der Pflege ausmacht, stehen wir mit dem Rücken zur Wand“, sagt Ulrike Döring, Präsidiumsmitglied des DPR und Vorstand der Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V. (ADS). „Leidenschaft und Begeisterung für unseren Beruf allein reichen jetzt wirklich nicht mehr aus, was wir brauchen, sind bessere Personalschlüssel und eine Attraktivitätssteigerung dieses Berufs.“

„Angesichts des bereits bestehenden und noch weitaus brisanter werdenden Personalproblems ist es eine wichtige Aufgabe für die gesamte Gesellschaft, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten“, meint auch Dr. Rolf Koschorrek, MdB, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages. „Die Stichworte dazu lauten angemessene Vergütung, Vereinheitlichung der Ausbildung (u.a. für bessere Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten), schnellere Anerkennung von Qualifikationen, Erleichterung des Wiedereinstiegs in den Beruf, mehr Durchlässigkeit z.B. für Berufsrückkehrer und Pflegehelfer und nicht zuletzt die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Für die Zukunft der Pflege hat der DPR konkrete Forderungen erarbeitet, die in Form von Wahlprüfsteinen an die Politik gerichtet werden. Die Kampagne selbst setzt auf die Aktivitäten der 15 Mitgliedsverbände des DPR und der Landespflegeräte, die sich auf einen „heißen Sommer“ eingeschworen haben. Außerdem soll der Protest der Pflegenden sich im Internet über die Kampagnen-Website www.ichwillpflege.de und viral weiterverbreiten. Andreas Westerfellhaus hofft, dass mit dieser breiten Mobilisierung auch die Bereitschaft der Politik gesteigert wird, sich mit dem schwierigen Thema zu befassen. „Eine systematische Aus- und Weiterbildung, attraktive Weiterentwicklungs- und Karriereperspektiven bei leistungsgerechter Entlohnung, eigenverantwortliche Handlungs- und Aufgabenbereiche entsprechend der individuellen Qualifikation, flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine realistische und angemessene Personalausstattung – das ist das, was die Politik jetzt für die Pflege schaffen muss“, sagt er.

Quelle: http://www.ichwillpflege.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-1.php
« Letzte Änderung: 05. Juni 2013, 22:39 von admin » Gespeichert

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« Antworten #15 am: 02. April 2013, 13:02 »

Zitat
Pflegekräfte aus dem Ausland

In Deutschland gibt es immer mehr Pflegebedürftige. Doch Fachkräfte für die Pflege fehlen. Um den Notstand zu bekämpfen, wirbt die Bundesagentur für Arbeit um ausländisches Personal.

VON EDGAR BAUER

Bonn. Medikamente verabreichen, Wundverbände wechseln, Blutdruck messen, bei Reha-Übungen oder auf der Toilette helfen: All das ist Alltag von Pflegern. In deutschen Kliniken und Altenheimen fehlen Fachkräfte für diese Arbeiten. Und die Lücken werden immer größer.

Deshalb soll verstärkt Fachpersonal im Ausland angeworben werden. Die dafür zuständige Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit geht nicht nur europaweit auf die Suche. Auch in China und auf den Philippinen sollen dringend benötigte Pflegekräfte für Deutschland gewonnen werden. „Auf Dauer reicht es nicht aus, nur in Europa nach Fachpersonal zu suchen“, erklärt ZAV-Direktorin Monika Varnhagen.

Nach aktuellen ZAV-Angaben gab es im März mehr als 8000 als offen gemeldete Stellen in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie gut 10 000 offene Stellen in der Altenpflege. Der tatsächliche Bedarf dürfte weit höher liegen. Nach Schätzungen des Arbeitgeberverbandes Pflege fehlen bereits jetzt rund 30 000 Fachkräfte.

Die ZAV sucht bereits seit einiger Zeit Pflegekräfte in anderen EU-Ländern, vor allem im krisengeschüttelten Südeuropa. Dort ist die Arbeitslosigkeit hoch, und junge Fachkräfte finden oft keine Stelle. Im vergangenen Jahr vermittelte die ZAV gleichwohl nur 56 Pflegekräfte aus dem europäischen Ausland, die meisten kamen aus Portugal. Das ist nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Auch bulgarische und rumänische Pflegekräfte können bereits jetzt beschäftigt werden, obwohl ansonsten für beide Länder noch bis Jahresende eine begrenzte EU-Freizügigkeit gilt. Mit dem Nicht-EU- Land Bosnien-Herzegowina will die ZAV in den nächsten Tagen ein Abkommen zur Gewinnung von Pflegern unterzeichnen, wie es das für Kroatien und seit Januar auch für Serbien schon gibt.

„Trotz EU-Freizügigkeit sind nur wenige Pflegefachkräfte aus Ländern wie Polen, Tschechien, der Slowakei oder Ungarn gekommen“, sagt der Sprecher des Arbeitgeberverbands Pflege, Steffen Ritter. Ein hoher bürokratischer Aufwand bei der Berufsanerkennung, unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern sowie fehlende Deutschkenntnisse seien große Hindernisse. Auch die Bezahlung sei nicht sonderlich attraktiv, wenn die hohen Lebenshaltungskosten in Betracht gezogen würden. „Viele polnische Fachkräfte sind lieber nach Skandinavien oder Großbritannien gegangen, und Personal aus Ungarn oder Tschechien hat Österreich oder die Schweiz bevorzugt.“

Deshalb sucht die ZAV nun auch über Europa hinaus. In China sollen in einem Pilotprojekt mit dem Arbeitgeberverband Pflege zunächst etwa 150 ausgebildete Pflegerinnen angeworben werden. Sie werden von diesem Monat an in Sprach- und Kulturschulungen in der Provinz Shandong auf ihren Deutschland-Aufenthalt vorbereitet. Bereits Mitte März wurde eine ähnliche Vereinbarung mit den Philippinen getroffen.

Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung könnten in Deutschland im Jahr 2030 rund eine halbe Million Vollzeit-Pflegekräfte fehlen. Die Politik habe das Problem und seine Dimension lange verschlafen, kritisiert der Präsident des Bundesverbands privater sozialer Dienste, Bernd Meurer.

Auch auf China und das dortige riesige Reservoir an Fachkräften ist Deutschland sehr spät gestoßen. Fast eine Million Chinesinnen sollen längst im Ausland im Einsatz sein, etwa in Kanada oder Australien. Mit einer großen Welle an zuströmenden Pflegern aus anderen EU-Staaten oder auch fernen Drittstaaten sei ohnehin nicht zu rechnen, sagt ZAV-Sprecherin Marion Rang. „Allein mit ausländischen Kräften wird die Lücke nicht zu schließen sein.“
Quelle: www.weser-kurier.de, 02.04.2013
« Letzte Änderung: 12. Mai 2013, 17:45 von admin » Gespeichert

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« Antworten #14 am: 14. Dezember 2012, 21:20 »

Zitat
Initiative gegen Pflegenotstand

Berlin (wk). Bund, Länder und Verbände haben eine Initiative gegen den drohenden Pflegenotstand gestartet. Im Bundesfamilienministerium in Berlin wurde dazu gestern eine Ausbildungs- und Qualifizierungsinitiative unterzeichnet. Bis 2015 sollen die Ausbildungszahlen jährlich um zehn Prozent gesteigert werden. Bis zu 4000 Pflegehelferinnen sollen nachqualifiziert werden. Die dreijährige Umschulungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit wird wieder eingeführt. Pflegehelfer mit Vorerfahrung müssen nur eine zweijährige Qualifizierung absolvieren.

Bis 2030 soll die Zahl der Bezieher von Pflegeleistungen um 40 Prozent auf 3,4 Millionen steigen. Schon heute kommen auf 100 offene Stellen nur 37 suchende Altenpflegefachkräfte. Durch gute Bezahlung und andere Maßnahmen soll die Pflege auch attraktiver werden. Die Länder plädierten für eine einheitliche Alten- und Krankenpflegeausbildung mit einer einheitlichen Finanzierung. Nun hoffen sie auf weitere Fortschritte im kommenden Jahr.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hob anschließend hervor: „Das ist das erste Mal, dass sich so viele Teilnehmer auf einen Pakt verständigen.“ Beteiligt an der Initiative sind 30 Akteure aus Bund, Ländern und Verbänden.
Quelle: www.weser-kurier.de, 14.12.2012
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2012, 21:21 von admin » Gespeichert

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« Antworten #13 am: 25. April 2012, 12:21 »

Pflegenotstand – Zuwanderung von Pflegekräften aus dem (außereuropäischen) Ausland nicht zielführend

Pflege-Arbeitgebervertreter fordern in jüngster Zeit immer häufiger die Zuwanderung von Pflegekräften aus dem (außereuropäischen) Ausland. Offensichtlich ist das Bundesgesundheitsministerium (BMG) geneigt, solchen Forderungen durch geeignete Regelungen gerecht zu werden. - Aus der Sicht der Patienten bzw. hilfe- und pflegebedürftigen Menschen ergibt sich dazu folgende Stellungnahme:

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht seit Jahren darauf aufmerksam, dass wir im Gesundheits- und Pflegesystem einen Pflegenotstand haben. Dieser Notstand kann zunächst nur mit verbesserten Stellenschlüsseln angegangen werden. Pflege nach Kassenlage entspricht in keiner Weise den Bedürfnissen der Patienten und hilfe- und pflegebedürftigen Menschen. Wenn es ausreichende Stellenschlüssel gäbe und man den Politiker-Worthülsen „Wertschätzung und Anerkennung für die Pflegenden“ Taten folgen lassen würde, wären schnell ausreichend Pflegekräfte verfügbar. In den vergangenen Jahren hat es eine förmliche Berufsflucht wegen Krankheit und ungünstiger Arbeitsbedingungen aus den Gesundheits- und Pflegesystemen gegeben. Diese ungünstigen Voraussetzungen müssen geändert werden. Insoweit sind die Parlamente und die Arbeitgeber gefordert. Der Ruf nach Pflegekräften aus dem (außereuropäischen) Ausland ist nicht zielführend. Solche Forderungen sind offensichtlich den Absichten geschuldet, die Pflege möglichst „billig zu halten“. Genau das brauchen wir nicht. Denn „Wertschätzung und Anerkennung“ erfordert erheblich verbesserte Arbeitsbedingungen und höhere Vergütungen. Und dafür müssen wir im Zweifel alle tiefer in die Tasche greifen.

Im Übrigen ist auch das Sprachproblem zu bedenken: Migrationswillige Fachkräfte sprechen in aller Regel englisch, deutsch ist schwer zu lernen. In der Pflege aber ist die Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil pflegerischer Versorgung, das gegenseitige Verstehen und Aufnehmen verbaler und nonverbaler Signale unverzichtbar. Schaut man aber in die eher mäßigen Einrichtungen hinein so nimmt der Anteil der Mitarbeiter zu, die große Probleme haben, sich sowohl mündlich wie schriftlich sicher zu artikulieren und umgekehrt es auch aufzufassen. Nicht nur für die Sicherheit von Patienten und Pflegebedürftigen ist das eine Katastrophe.

Es erscheint dringender denn je, dieses Thema beim Neusser Pflegetreff am 15.05.2012 zu problematisieren. Näheres dazu unter:

http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=16058
http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=17142

Werner Schell - Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk, Pressemitteilung vom 25.04.2012
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« Antworten #12 am: 19. Oktober 2011, 00:56 »

Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG)

Experten warnen vor Fachkräftemangel in der Pflege
GVG stellt Analyse zu Bedarf und Angebot vor


(Köln) - Die angemessene Betreuung pflegedürftiger Menschen zu sichern, ist eine der zentralen Herausforderung unserer Gesellschaft. Dies hat die GVG zum Anlass genommen, zusammen mit den Fachleuten ihrer Mitglieder eine Situationsanalyse des erwarteten Pflegebedarfs und -angebots zu erstellen. Deren Ergebnisse und zentrale daraus abgeleitete Forderungen sind unter dem Titel "Umgang mit dem Fachkräftemangel in der Pflege" in der GVG Schriftenreihe als Band 69 erschienen.

Die Anzahl Pflegebedürftiger wird nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis 2030 auf bis zu 3,3 Millionen Menschen zunehmen. Rund jeder 22. Deutsche wäre demnach auf familiäre oder professionelle Hilfe angewiesen. Je nach unterlegten Annahmen fehlen aber bereits 2025 zwischen 55.000 und 112.000 Pflegevollkräfte. Das macht deutlich, dass jetzt dringender Handlungsbedarf besteht.

Es ist erforderlich, dass alle Beteiligten ihre Verantwortung wahrnehmen und ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um für die Zukunft eine qualitative und menschenwürdige Pflege zu sichern. Eine Schlüsselrolle kommt hierbei dem gezielten Werben um engagierte junge Menschen und ihrer anwendungsorientierten Ausbildung zu. Eine Reform der Ausbildungsgänge in der Pflege ist dringend geboten. Unterschiedliche Zuständigkeiten auf Bundes- wie auf Landesebene dürfen dem nicht im Wege stehen. Schulgelder von bis zu 300 Euro monatlich für Altenpflegeschulen sind ein weiteres Hindernis auf dem Wege zu mehr Pflegepersonal, das beseitigt werden muss.

Ebenso wichtig ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen. Es muss gelingen, mehr gelernte Pflegekräfte im Beruf zu halten. Dazu gehört nicht zuletzt eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Dazu müssen wir jetzt dringend über die dauerhafte Bezahlbarkeit von Pflegeleistungen sprechen. Gleichzeitig müssen wir die Qualität der Pflege in den Mittelpunkt unserer Anstrengungen stellen", sagte DAK-Chef Herbert Rebscher bei der Präsentation des neuen Bandes der GVG-Schriftenreihe. Er setzt sich für einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und die Schaffung eines breiten professionellen Angebots durch gut ausgebildete Fachkräfte ein. "Zwar übernehmen in vielen Familien zunächst noch Angehörige die Pflege. Das dürfte in naher Zukunft ganz anders aussehen."

"Es liegt an unserem Verhalten heute, welche Pflege wir uns morgen leisten können", betonte der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Volker Leienbach, bei der Vorstellung der GVG-Analyse. Wenn die Pflegebedürftigen finanziell gut abgesichert sind, wird es einen attraktiven Markt für Pflegekräfte geben, sodass sich die Pflegebranche im Wettbewerb um die knapper werdenden Arbeitskräfte gut durchsetzen kann. Deshalb müssen wir schon heute mehr für die finanzielle Vorsorge tun."

Quelle: Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e.V. (GVG), Pressemitteilung vom 18.10.2011
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2011, 00:58 von admin » Gespeichert

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« Antworten #11 am: 13. Oktober 2011, 03:00 »

    KOMMENTAR:

    Pflege-Notstand: Alles nur ein Gerücht?

    Über das Thema Fachkräftemangel wird immer öfter berichtet. Es gibt immer mehr Beispiele und Zitate auch aus der wissenschaftlichen Forschung. "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast" - insofern habe ich mich über den kritischen Artikel in der "WELT" gefreut. Zunächst muss aber festgestellt werden, wer eigentlich mit "Fachkraft" gemeint ist: examinierte Pflegekraft, nach dreijähriger Ausbildung. Nach dem altem (Bundes-)Heimgesetz galt noch die 50%-Fachkraftquote. Nun haben die 16 Bundesländer ihre eigenen Gesetze erlassen bzw. in Vorbereitung. Zwar gibt es z.B. für das Land Bremen ein Bremisches Wohn- und Betreuungsgesetz (BremWoBeG), in dem auch die 50%-Fachkraftquote festgeschrieben wurde. Wer allerdings künftig als "Fachkraft" gezählt wird, ist noch fraglich! Dies wird in der in Vorbereitung befindlichen Personalverordnung geregelt werden. Dabei ist der Druck der Institutionen und Unternehmen auf den Gesetzgeber zunehmend groß. (In diesem Zusammenhang weise ich auf unsere eigene Presse-Info vom 22.06.2011 mit dem Titel ["Betroffene wehren sich: Pflege-Fachkräftemangel ist hausgemacht" >>] hin)

    Künftige Definition der "Fachkraft" entscheidend
    Kritisch anzumerken ist zudem, dass diese Ausführungsbestimmungen und Verordnungen im wesentlichen durch den Leiter der Bremer Heimaufsicht erarbeitet werden. Die Aufsichtsbehörde hat - mit ihrem eigenen sehr knappen Personalbestand - jährlich alle relevanten Einrichtungen zu prüfen. Stellt nun aber die Heimaufsicht viele Mängel fest und muss häufig Nachkontrollen durchführen, wird ihr das mit der bestehenden Mitarbeiteranzahl nicht gelingen. Folglich ist eine Aufweichung des Fachkräftebegriffs in der neuen Personalverordnung zu befürchten. (Siehe auch unsere Podiumsdiskussion um Stellenwert von Personal und Qualität in der Pflege vom 13. Mai 2011 im Bremer Presse-Club sowie unsere PM "Image-Kampagnen gegen Fachkräftemangel beseitigen keine Probleme" und die PM Zusammenfassung/Fotogalerie)

    Pflegeschulen schließen wegen zu geringer Nachfrage
    Durch persönliches Erleben sowie Gespräche mit Pflegekräften unterschiedlicher Ebenen bestätigt sich leider der Fachkräftemangel. Dies spiegelt sich übrigens auch in Aussagen z.B. von Angehörigen, Ärzten, Therapeuten, Apotheken, Fußpflegern u.a. wieder. Einer der Gründe dafür ist, dass in der Vergangenheit zu wenig Fachkräfte ausgebildet wurden. Die nun geburtenschwachen Jahrgänge verstärken das Phänomen. Die Kranken- und Altenpflegeschulen spüren den Rückgang der Bewerber ebenfalls deutlich. Einige sind inzwischen sogar geschlossen worden, Zitat: "weil die Nachfrage nach Schulplätzen auf Dauer zu gering ist."

    Beispiele dazu finden sich auch bei der Recherche im Internet:



    Fachlichkeit, Menschlichkeit und Empathie
    Um dem Pflegenotstand zu begegnen, sollen laut politischer Vision auch Pflegehelfer, die schon längere Zeit in der Pflege tätig sind, künftig als "Fachkräfte" gezählt, Langzeitarbeitslose und Mitarbeiter aus dem Ausland als "Fachkräfte" tätig werden. Ich glaube kaum, dass sich irgendein
    pflegebedürftiger Mensch von Langzeitarbeitslosen, die in den Pflegebereich gezwungen werden oder von ausländischen Pflegekräften mit Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten gerne vesorgen lassen. Auch im Hinblick auf die immer größere Zahl von demenzerkrankten Menschen, die in den Einrichtungen versorgt und betreut werden müssen, erhalten Fachlichkeit, Menschlichkeit und Empathie einen ganz anderen und wesentlich höheren Stellenwert!

    Bei der ganzen Fachkraft-Diskussion kommt erschwerend hinzu, dass Menschen immer später - also immer älter und somit pflegebedürftiger - in eine Pflegeeinrichtung einziehen. Multimorbidität, hoher medizinischer Versorgungsbedarf, psychische Beeinträchtigungen, Demenz, auseinandergerissene Familienstrukturen und immer weniger vorhandene Sozialkontakte stellen für Pflegekräfte und Betroffene riesige Herausforderungen dar. Die Überlastungssituation für Pflegekräfte hat bereits jetzt ein kaum zu ertragendes Ausmaß angenommen. Das spiegelt sich in weiter rückläufigen Bewerberzahlen, hoher Mitarbeiter-Fluktuation, hohen Krankenständen und Burn-Outs wieder. Gravierende Pflegefehler und Pflegemängel, Gewalt in der Pflege sind die Folge. Einiges davon findet man im Internet wieder, beispielsweise im KDA-Portal unter http://www.kritische-ereignisse.de oder in Foren von Pflegekräften http://forum.pflegenetz.net/ und anderen, z.B. http://www.wer-weiss-was.de/.

    Konzept- und Umsetzungsproblem
    Pflegenotstand und Fachkräftemangel sind Tatsachen und bedauerlicherweise keine Haluzinationen, Fatamorganas oder "Erfindungen" (von wem auch immer). Es gibt da kein Erkenntnisproblem, sondern ein Konzept- und Umsetzungsproblem. Fakt ist: In diesem sensiblen Bereich sind ausreichend Personal, höchste fachliche, soziale und menschliche Kompetenz notwendig.

    Die Politik muss endlich in die "Puschen" kommen und zukunftsfähige Rahmenbedingungen schaffen - bevor sie selbst den Pflegenotstand am eigenen Leib zu spüren bekommen. Denn: Pflegebedürftigkeit ist kein reines Altersproblem, wie prominente Beispiele belegen (Monica Lierhaus, Gaby Köster ...).



    KDA-Portal: ein Drittel der Fälle weist auf zu wenig Personal hin

    Auf den Internetseiten des KDA-Portals unter www.kritische-ereignisse.de kann anhand von Suchbegriffen gezielt in den gemeldeten Fällen recherchiert werden. Gemeldet sind aktuell 396 Fälle.

    Gibt man die Suchbegriffe "wenig Personal" in die Suchmaske ein, werden insgesamt 112 Fälle dazu aufgeführt:

    - Bericht: Kein Pflege­personal
    - Bericht: Pflegeheim ist unbeaufsichtigt
    - Bericht: Praxisanleitung trotz Sprachbarriere
    - Bericht: Keine freien Tage
    - Bericht: Drohung nach Überlastungsanzeigen
    - Bericht: Kein Urlaub in den Ferien
    - Bericht: Bewohner werden im Nachtdienst gewaschen
    - Bericht: Medikamentengabe und Insulininjektionen durch Pflegehilfskräfte
    - Bericht: Dienst an freien Tagen
    - ...

    Quelle: https://www.kritische-ereignisse.de/suche.html?page=11&q=wenig%20Personal



    siehe auch "Stellungnahmen zum Fachkräftemangel in der Pflege":
    http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1592.0

    sowie "Pflege-Fachkräftemangel ist hausgemacht":
    http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1601.0
    « Letzte Änderung: 14. Oktober 2011, 13:05 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #10 am: 13. Oktober 2011, 02:10 »

    Fachkräftemangel in der Altenpflege ist übertrieben

    Autorin: Anette Dowideit | 07.10.2011

    Bis zu 220.000 Altenpfleger sollen die nächsten zehn Jahre fehlen, glaubt man dem Interessenverband. Doch in Wirklichkeit existiert fast kein Mangel.

    Die Zahlen klingen dramatisch: Mehr als 150.000 Alten- und Krankenpfleger werden im Jahr 2025 in Deutschland fehlen, lautet die jüngste Modellberechnung des Statistischen Bundesamts. Schon heute gibt es laut der Prognose rund 34.000 Vollzeitkräfte zu wenig in Altenheimen, ambulanten Pflegediensten und Krankenhäusern - Pflegenotstand.

    Noch schwärzer klingt die Zukunft des Berufsstandes, wenn man die Statistik liest, die der Interessenverband bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste) für seine Argumentationen nutzt. Demnach werden in Deutschland momentan händeringend 30.000 Pfleger allein für die Altenpflege gesucht, und innerhalb der nächsten zehn Jahre wird die Lücke auf 220.000 anwachsen. Der Fachkräftemangel führe dazu, dass schon heute ganze Abteilungen in Pflegeheimen geschlossen werden müssten, sagte bpa-Präsident Bernd Meurer bei der Vorstellung der Zahlen im August.

    Der tatsächliche Fachkräftemangel in der Altenpflege dürfte jedoch weit geringer sein, wie aus Recherchen von "Welt Online" hervorgeht. Denn die Schätzung des Statistischen Bundesamtes - die bereits für das Jahr 2010 eine Lücke von rund 34.000 Fachkräften auswies - lässt wichtige Daten außer Acht.

    Das bestätigte die Behörde auf Anfrage. "Unsere Prognose basiert auf der Annahme, dass jeder Pflegebedürftige komplett von Fachkräften versorgt würde. Dass es tatsächlich per Gesetz nur jeder Zweite sein muss, ist nicht berücksichtigt", sagt die zuständige Wissenschaftlerin Anja Afentakis. In den meisten Bundesländern müssen laut gesetzlicher Vorgabe 50 Prozent der Pfleger in Heimen examinierte Altenpfleger mit dreijähriger Ausbildung sein. Auch die Zahl, die Branchenverband bpa verbreitet, gilt unter Gesundheitsökonomen als angreifbar. Sie beruht, wie der bpa bestätigt, auf einer Mitgliederbefragung, deren Ergebnisse auf ganz Deutschland hochgerechnet wurden.

    Die heute existierende Lücke ist somit wohl um einige Tausend Fachkräfte kleiner sein als von den Forschern berechnet - wenn es denn überhaupt schon eine gebe, urteilen unabhängige Branchenexperten. "Deutschlandweit beobachten wir bisher noch keinen Fachkräftemangel", sagt etwa Dennis Ostwald, Geschäftsführer des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR in Darmstadt.

    Ein Fachkräftemangel sei derzeit zwar in strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten, sagt der Ökonom, der derzeit an einer Studie zu regionalen Unterschieden auf dem Arbeitsmarkt für Gesundheitsberufe forscht. In anderen Bundesländern dagegen bestehe derzeit eher ein Über- als ein Unterangebot mit Pflegefachkräften. "In Baden-Württemberg etwa kommen auf rund 41.000 Pfleger rund 1800 als offen gemeldete Stellen. Angesichts dieses kleinen Anteils schon von einem Mangel zu sprechen, wäre sicher nicht angebracht."

    Aus der Studie des Statistischen Bundesamtes geht auch hervor, dass derzeit sogar ein Überangebot von mehr als 70.000 Pflegekräften besteht, wenn man alle verfügbaren Arbeitnehmer mit einrechnet, also auch un- und angelernte Altenpfleger.

    Die Ergebnisse unterscheiden sich drastisch je nachdem, wen der jeweilige Statistiker als "Altenpfleger" definiert - was wiederum davon abhängen kann, welche Ziele der Auftraggeber verfolgt. Der Interessenverband bpa und der Arbeitgeberverband Pflege, das Tariforgan der großen privatwirtschaftlichen Heimbetreiber, dürfte sich über Statistiken freuen, die eine möglichst hohe Lücke ausweisen. Beweist doch der viel beschworene Fachkräftemangel, dass es kaum möglich ist, genügend ausgebildete Altenpfleger einzustellen und so die angemessene Versorgung der Bewohner sicherzustellen.

    Relevant ist dies vor dem Hintergrund, dass, wie die "Welt am Sonntag" vergangene Woche berichtete, etwa jedes fünfte Altenpflegeheim in Deutschland im Verdacht steht, seine Bewohner und die Krankenkassen zu betrügen, indem es weniger ausgebildete Altenpfleger beschäftigt als gesetzlich vorgeschriebenen 50 Prozent.

    Doch wo Pflegenotstand herrscht, so die Argumentation der Verbände, trifft den Heimbetreiber keine Schuld, wenn bei der Kontrolle durch die staatliche Aufsicht eine zu niedrige Fachkraftquote auffällt.

    Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/ - Mit freundl. Genehmigung der Autorin Anette Duwideit



    Fachkräftenotstand

    Die wenigsten Altenpfleger bleiben bis zur Rente

    Autorin: Anette Dowideit | 05.07.2011

    Stress und schlechtes Image schrecken junge Leute ab, im Altenheim zu arbeiten. Doch bereits 2020 werden rund 300.000 Fachkräfte fehlen.


    ... In den Ausbildungsbetrieben gebe es teilweise viel zu wenige ausgebildete Fachkräfte, die Anleitung geben könnten, erzählt einer der Schüler: "Ich muss mir fast alles selbst beibringen. Meistens ist keiner da, den ich fragen kann."

    Eine andere Schülerin erzählt, dass auf ihrer Station im Altenheim morgens im Frühdienst, wenn die Bewohner aus den Betten geholt und versorgt werden müssen, oft nur drei Pflegeschülerinnen eingeteilt seien, aber keine einzige examinierte Fachkraft. Und damit sei auch niemand da, der die Verantwortung übernehmen könne, wenn einem der Heimbewohner etwas passiert.

    "Pflegekräfte werden verheizt"

    "Die Leute werden schon in der Ausbildung systematisch verheizt", urteilt Pflegeexperte Fussek. Das führt dazu, dass Pflegekräfte weit häufiger krank sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Laut einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie der Techniker Krankenkasse (TK) fielen Altenpfleger im Schnitt 18,9 Tage krankheitsbedingt im Job aus, während es durchschnittlich bei allen Versicherten nur 12,3 Tage waren. ...

    Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/
    « Letzte Änderung: 13. Oktober 2011, 02:23 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #9 am: 13. Oktober 2011, 01:40 »

    Pflegenotstand:

    In vielen Kliniken können Patienten nicht mehr ordentlich versorgt werden. Es fehlt an Zeit, Geld und Personal. Das kann lebensgefährlich sein. Der stern veröffentlicht dramatische Hilferufe von überlasteten Krankenschwestern und Pflegern. ...


    Quelle: http://www.stern.de/wirtschaft/familie, 05.10.2008



    HINWEIS:
    ... man achte auf das Erscheinungsdatum des Artikels ... !
    « Letzte Änderung: 13. Oktober 2011, 01:56 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #8 am: 13. August 2011, 00:55 »

    ARD - Kontraste, Sendung vom 11.08.2011, 22:00 Uhr:

    Tatort Krankenhaus
    Wie das Sparen Patientenleben gefährdet


    Rund 17.000 Patienten kommen nach Expertenschätzungen jährlich durch Pflege- und Versorgungsmängel in deutschen Krankenhäusern zu Tode. Gerade ältere Menschen, die sich nicht wehren können, werden zu Opfern.

    Nachlässige Pflege, Krankenhauskeime, falsche Medikamentengabe - die Liste der Fehler im Klinikalltag ist lang. Schuld ist der drastische Personalabbau bei Pflegekräften sowie fehlende ärztliche Fürsorge und Verantwortlichkeit.

    [TV-Beitrag ansehen / ARD Mediathek >>]

    Quelle: Rundfunk Berlin Brandenburg [zum Textbeitrag >>]



    Chronischer Pflegemangel
    Massiver Stellenabbau der vergangenen Jahre hinterlässt Spuren in der Patientenversorgung und lässt sich nicht einfach umkehren


    In Berlin wurden jüngst vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) die Ergebnisse der größten Befragung unter Pflegekräften in Deutschland vorgestellt. Mehr als 10000 in Krankenhäusern beschäftigte Gesundheits- und Krankenpfleger beteiligten sich an der Studie „Pflege-Thermometer 2009“. ...

    ... Projektleiter Prof. Michael Isfort vom dip brachte die Untersuchungsergebnisse auf den Punkt: „Das, was in den vergangenen Jahren bei den Krankenhausärzten mit einem deutlichen und anhaltenden Ausbau von mehr als 20000 Stellen richtig gemacht wurde, ist bei der Krankenhauspflege durch einen massiven Stellenabbau schiefgelaufen und wird nun immer folgenschwerer für die Beschäftigten und die Patienten!“

    ... Die Studie kann kostenlos unter www.dip.de heruntergeladen werden. Das [„Pflege-Thermometer 2009“ >>] ist bereits die fünfte größere Untersuchung dieser Art seit 2002. Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz. Es beschäftigt rund 20 Mitarbeiter(innen)
    in vier Abteilungen.

    Quelle: http://www.caritas-nrw.de/wai1/showcontent.asp?ThemaID=1285
    « Letzte Änderung: 13. Oktober 2011, 01:31 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #7 am: 20. Januar 2011, 00:38 »

    Fachkräftemangel in der Pflegebranche ist hausgemacht

    Die Pflegebranche klagt seit Jahren über Personalmangel, doch der Bedarf an Altenpflegeplätzen wird weiter steigen. Man sollte meinen, Politik und private Pflegedienste würden alles unternehmen, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Doch Besserung ist nicht in Sicht.

    Wie will die Branche zum Beispiel erklären, einerseits unter Fachkräftemangel zu leiden und andererseits die Pflegebeschäftigten so schlecht zu bezahlen, dass zehn Prozent von ihnen trotz Arbeit Hartz IV Leistungen in Anspruch nehmen müssen?

    Das DGB Paper benennt aus arbeitsmarktpolitischer Sicht die Ursachen für einen hausgemachten Fachkräftemangel in der Pflegebranche und zeigt der Politik und den Unternehmen Wege aus der Krise auf:

    1.  Aktuelle Arbeitsmarktsituation in der Altenpflege
    2.  Hauptursachen für Fachkräftemangel
    2.1 Ausbildung in der Altenpflege ist gesunken
    2.2 Keine einheitliche Ausbildungsfinanzierung
    2.3 Länder schöpfen Hand lungsmöglichkeiten nicht aus
    2.4 Auszubildende müssen oftmals Schulgeld zahlen
    3.  Qualität der Arbeit lässt oftmals zu wünschen übrig
    4.  Arbeitsförderung muss Defizite in der Erstausbildung notdürftig ausbügeln
    5.  Schlussbemerkung

    Fazit:
    "Einen Pflegenotstand gab es bereits in den 80er Jahren, der mit angeworbenen Hilfskräften aus dem Ausland zu lindern versucht wurde, doch die zentralen Ursachen der Personalengpässe wurden nicht wirksam angegangen. "

    * DGB-Paper-Fachkraeftemangel-Pflegebranche_01-2011.pdf (362.71 KB - runtergeladen 476 Mal.)
    « Letzte Änderung: 27. Mai 2011, 11:17 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #6 am: 18. November 2010, 02:03 »

    Zitat von: Weser-Kurier
    Fachkräftemangel

    "Pflegesystem steht kurz vor dem Kollaps"

    Von Arno Schupp

    Bremen. Stefan Görres malt ein düsteres Bild: 'Das Pflegesystem steht kurz vor dem Kollaps. Bis 2030 werden in den Pflegeberufen weit mehr als eine Million Beschäftigte fehlen', sagt der Leiter des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) an der Bremer Universität. Der Druck auf die Beschäftigten wird zunehmen, und damit das große Tabu-Thema des Gesundheitswesens dramatisch an Relevanz gewinnen: Gewalt in der Pflege.

    In Deutschland leben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums etwa 2,4 Millionen Pflegebedürftige. Diese Zahl werde in zehn bis 15 Jahren auf mindestens drei Millionen steigen.

    'Wir wissen also, dass künftig mehr Menschen pflegebedürftig sein werden. Und wir wissen, dass der Pflegeberuf für immer weniger junge Menschen attraktiv zu sein scheint. Alles in allem wissen wir also, dass wir auf ein Problem zusteuern, wenn wir nichts unternehmen', erklärte Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter gestern. Einen Lösungsansatz sieht sie in der von ihr initiierten Bremer Bildungsoffensive in der Pflege. Einer der Bausteine ist die Jobmesse und das Fachsymposium 'G_win - Zukunftsberufe Gesundheit', die am 19. und 20. November im World Trade Center stattfinden. Ein weiterer Baustein ist die Neuausrichtung der Ausbildung.

    Pflege als Studiengang

    'Die Aufteilung in Kinderkranken-, Kranken- und Altenpfleger macht für die zukünftigen Anforderungen keinen Sinn mehr', so die Senatorin. Zudem sollen unterschiedliche Qualifikationsstufen in der Ausbildung eingerichtet werden. 'Wir wollen im Frühjahr mit einer Ausbildung zum Pflegeassistenten beginnen. Für diese Ausbildung sollen verstärkt Hauptschüler angesprochen werden. Für die, die gut sind, soll es dann die Möglichkeit einer Weiterqualifizierung zur Fachkraft geben.' Am Ende des Spektrums steht dann die akademische Ausbildung: In Bremen wird ein neuer Bachelorstudiengang Pflege im kommenden Jahr beginnen, so Rosenkötter.

    Eine Neuordnung der Ausbildung mache zwar Sinn, allerdings sei ein kurzfristiger Effekt nicht zu erwarten. 'Wir haben zu lange gewartet. Bis diese Maßnahmen greifen und für eine Entspannung der Situation sorgen, wird es noch Jahre bis Jahrzehnte dauern', kritisiert Görres. Und das sieht er durchaus mit Sorge. 'Wer sich für einen Beruf in der Pflege oder die Pflege eines Angehörigen entscheidet, hat das Hauptaugenmerk, anderen Menschen helfen zu wollen', sagt der IPP-Leiter.

    'Genau diese Menschen tappen aber auch als Erste in die Falle, wenn sie merken, dass sie ihre Vorsätze gar nicht umsetzen können.' Frustration ist sowohl bei der häuslichen als auch der stationären Pflege einer der Hauptauslöser für Gewalt, sagt Stefan Görres. Wobei er den Begriff nicht nur auf Tätlichkeiten und Misshandlungen bezieht, 'denn auch Vernachlässigung ist eine Form der Gewalt in der Pflege'.

    Dass es sie gibt, ist unbestritten: 39 Fälle von Gewalttaten in der Pflege verzeichnet die Bremer Polizeistatistik für das Jahr 2009, in den vorangegangenen Jahren waren es mal 32, mal 27. Doch die Zahlen zeigen allenfalls einen kleinen Ausschnitt der Realität. Angehörige und Pflegebedürftige schweigen aus Angst vor Repressalien, Pfleger und Betreuer, weil ihr Verhalten womöglich straf- und arbeitsrechtliche Folgen hat.

    Stillschweigendes Einvernehmen
    Konkrete Zahlen fehlen, das Thema hat gesellschaftspolitische Brisanz - eigentlich ist es also 'wie geschaffen für eine wissenschaftliche Aufarbeitung', sagt Görres. 'Doch offenbar haben weder Sozialverbände noch die Politik Interesse, eine solche Studie zu finanzieren.' Er sieht ein stillschweigendes Einvernehmen aller Beteiligten, das Tabu-Thema nicht aufzurühren. 'Denn dann müsste man die Debatte um den Fachkräftemangel noch einmal ganz anders führen.'

    Im 'Bremer Forum gegen Gewalt in der Pflege und Betreuung' findet der Gedanke an eine derartige Untersuchung geteiltes Echo. Schon bei der Gründung des Forums, das Menschen und Organisationen vereint, die sich mit Gewalt in der Pflege auseinandersetzen, 'haben wir diskutiert, ob wir konkrete Zahlen zum Thema brauchen', sagt Adele Ihnen. 'Wir haben uns damals dagegen entschieden.' Wenn es zu Schlägen oder Misshandlungen kommen sollte, sei die Sachlage klar: 'Dann gibt es eine Anzeige.' Alles andere sei schwierig zu beurteilen. Wo geht die Gewalt los? Mit welchem Satz, mit welchem Wort? Genau um diese Fragen geht es bei den Veranstaltungen, die das Forum organisiert, um Pflegepersonal für das Thema Gewalt in der Pflege zu sensibilisieren. Das Forum sieht jedoch auch die Träger der Pflegeeinrichtungen in der Pflicht, sich intensiver mit dem Thema zu befassen. Zumal eine offene Auseinandersetzung mit dem Problem auch eine Art Qualitätsmerkmal sein könnte, ein Zeichen, dass es nichts zu verbergen gebe, sagt Volker Tewes.

    "Mehr Personal ins System"

    Doch wie auch immer die Träger mit dem Problem umgehen, eine dauerhafte Verbesserung der Situation kann es nur geben, 'wenn mehr Personal ins System kommt', sagt Görres. 'Um dieses Personal aber zu bekommen, muss der Beruf attraktiver werden.' Das sieht offenbar auch Ingelore Rosenkötter so. 'Wir sind gerade dabei, eine Werbekampagne zu entwickeln, mit der wir junge Frauen und Männer auf die Vorteile dieser Berufe aufmerksam machen wollen. Immerhin handelt es sich dabei um eine qualifizierte und abwechslungsreiche Tätigkeit mit Aufstiegsmöglichkeiten', erklärt die Gesundheitssenatorin.

    Eine Möglichkeit, sich über Pflegeberufe zu informieren, ist die Jobmesse 'G_win - Zukunftsberufe Gesundheit', die am 19. und 20. November im World Trade Center stattfindet. 37 Unternehmen und Institutionen präsentieren sich dort mit konkreten Stellenangeboten und Fortbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte. Außerdem findet ein Symposium statt, in dem über die Neugestaltung der Gesundheitsberufe diskutiert wird.
    Quelle: http://www.weser-kurier.de/
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    « Antworten #5 am: 28. Juli 2010, 15:17 »

    Die Bundesregierung sieht keinen akuten Fachkräftemangel in der Pflege

    Auf eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion im Bundestag zur „Ausgestaltung der Pflegeberufe und Weiterentwicklung der Pflegeausbildungen“, antwortete die Bundesregierung, dass insgesamt derzeit nicht von einem akuten Fachkräftemangel gesprochen werden könne. Gleichwohl sei von einem deutlich steigenden Bedarf an Pflegefachkräften in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auszugehen. So weit die Antwort der Bundesregierung.

    Ist der akute Fachkräftemangel in der Pflege also nur eine „gefühlte“ Realität in den Pflegeeinrichtungen? Das scheint die Einschätzung der Bundesregierung zu sein, die das Problem als eines beschreibt, das sich erst in den nächsten Jahrzehnten stelle. So reden sich politisch Verantwortliche die Situation schön, wenn nicht beabsichtigt ist, die erforderlichen Gegenmaßnahmen gesetzgeberisch anzugehen.

    Die Absicht, die Berufsausbildung in der Pflege zu reformieren, ist zwar eine begrüßenswerte Aktivität, aber sie wird alleine nicht ausreichen. Paradox wird es dann, wenn in der Antwort ausgeführt wird, dass das breite Angebot an Förderleistungen der aktiven Arbeitsmarktpolitik weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Deckung des wachsenden Fachkräftebedarfs leiste, gleichzeitig aber  diese Bundesregierung zu verantworten hat, dass die erfolgreiche Finanzierung der dreijährigen Umschulung zur Altenpflegerin ab Anfang nächsten Jahres wieder auf zwei Jahre verkürzt wird. Eine gute Pflegepolitik sieht anders aus. (gff)

    [Download der Fragen an und Antworten der Bundesregierung >>]

    Quelle: ver.di Bundesverwaltung, Info vom 27.07.2010



    Offenbar ignoriert die Bundesregierung die Ergebnisse der dip-Studie ...

    Siehe dazu:

    [dip-Studie: Pflege-Thermometer 2009 offenbart Pflege-Notstand >>]
    « Letzte Änderung: 18. November 2010, 01:58 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #4 am: 19. Mai 2010, 12:47 »

    Pressemitteilung Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk - 17.05.2010

    Pflegenotstand ist da und kann nicht geleugnet werden

    Die Bundesagentur für Arbeit wird in der Zeitschrift "CAREkonkret" (14.05.2010, Seite 1)) u.a. mit folgender Stellungnahme zitiert: "Der vielbeschworene Pflegekräftemangel findet in der Statistik allerdings noch keinen Niederschlag - im Gegenteil".

    Da wir uns wiederholt zum Pflegekräftemangel in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen geäußert und dazu auch Pflegetreffs in Neuss durchgeführt haben, sind wir an Ihren konkreten Aussagen und statistischen Daten sehr interessiert und haben die Bundesagentur für Arbeit um genaue Angaben gebeten.

    Wir vermuten aber, dass hier möglicherweise aneinander vorbei geredet wird. Es geht nämlich einmal darum, ob die tatsächlich eingerichteten Stellen besetzt sind oder mittels vorhandener Bewerber unter Umständen besetzt werden könnten. Darauf bezieht sich wahrscheinlich das Statement der Bundesagentur für Arbeit.

    Uns geht es aber nicht allein um die vorhandenen Stellen, sondern darum, dass wir einfordern, die unzureichenden Stellenpläne insgesamt den Bedürfnissen anzupassen. Pflege ist unserer Meinung nach seit Jahren zu einem reinen Kostenfaktor verkommen und wird nur noch nach Kassenlage dotiert.

    So sind zum Beispiel - durch Studien belegbar - in den letzten 10 Jahren in den Krankenhäusern (zu Gunsten der Ärzte!) rd. 70.000 Pflegestellen abgebaut worden. Das Förderprogramm der Bundesregierung, das 17.000 Stellen vorsieht, ist deshalb kaum in Anspruch genommen worden, weil die Krankenhäuser einen Eigenanteil der Personalkosten übernehmen sollen und dies überwiegend nicht tun. Daher bleibt das Angebot weithin ungenutzt, obwohl es einen unbestrittenen Bedarf gibt. Durch die aktuellen Gehaltsforderungen der Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern wird es möglicherweise zu weiteren Stellenreduzierungen zu Lasten der Pflege kommen.

    In den stationären Pflegeeinrichtungen (Heimen) gibt es ebenfalls völlig unzureichende Stellenschlüssel, die den tatsächlichen Pflegebedarf nicht annähernd abdecken. Daher gibt es auch immer wieder die bekannten Mängelberichte des MDK, Hilferufe ...usw. - nahezu zwangsläufig.

    Wir gehen davon aus, dass der Bedarf an zusätzlichen Pflegekräftestellen in allen Pflegesystemen mit rd. 20% anzusetzen ist. Solange dem seitens der Pflege-Rahmenbedingungen nicht entsprochen ist, müssen wir von einem Pflegenotstand bzw. von einem Bedarf an Pflegekräften ausgehen.

    Quelle: http://www.openpr.de/news/428795.html bzw. www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de



    Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk versteht sich als Lobby (Interessenvertretung) für pflegebedürftige und behinderte Menschen (Patienten) bzw. ihrer Rechtsvertreter / (pflegenden) Angehörigen und ist bei Bedarf um Beratung und Hilfe bemüht. Dabei nimmt die Selbsthilfe einen herausragenden Stellenwert ein. Die Unterstützung bzw. Veranlassung von entsprechenden Selbsthilfeaktivitäten, z.B. regelmäßige Pflegetreffs, Gesprächskreise und sonstige Gruppentreffen, ist eine wichtige Aufgabe. Dabei stellt das Netzwerk seine Aktivitäten vor allem auf die Bedürfnisse der dementiell erkrankten Personen (= geriatrische Einschränkungen) ab.
    « Letzte Änderung: 28. Juli 2010, 15:06 von admin » Gespeichert

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    « Antworten #3 am: 22. April 2010, 10:24 »

    Pflegekräfte braucht das Land

    Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk fordert Ausbildungs- und Einstellungsoffensive

    Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk versteht sich als Lobby für pflegebedürftige Menschen und ist daher in vielfältiger Weise aktiv, um die Pflege-Rahmenbedingungen in den Pflegeeinrichtungen (Heimen) und Krankenhäusern verbessern zu helfen. Neben der Forderung, den Grundsatz „ambulant vor stationär“ durch Stärkung der Angehörigenrechte bzw. der Ausweitung der finanziellen Leistungen zur Geltung zu verhelfen, wird eine Behebung des Pflegenotstandes im gesamten Gesundheits- und Pflegesystem als dringlich erachtet.

    Allein in den letzten 20 Jahren sind in den Krankenhäusern mindestens 70.000 Pflegekräftestellen abgebaut worden, obwohl die Aufgaben und die Arbeitsverdichtungen für die Pflege deutlich zugenommen haben. In den Pflegeeinrichtungen hat die Personalnot ein Ausmaß erreicht, dass nur noch als katastrophal bezeichnet werden kann.

    Der Personalmangel liegt bei etwa 20%!
    Dies ist ein Fehlbedarf, der nur noch pflegerische Dienstleistungen mit Ausnahmecharakter und entsprechenden Lücken zulässt. Die Bezeichnung „Minutenpflege“ gehört mittlerweile schon zum allgemeinen Sprachgebrauch. Die allseits erwartete gute / angemessene Pflege ist nur noch mit Einschränkungen möglich.

    Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist daher mit dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe und dem Deutschen Pflegerat der Meinung, dass dringend Maßnahmen getroffen werden müssen, die geeignet sind, den Pflegenotstand schnellstmöglich abzumildern bzw. zu beseitigen. Dabei müssen Personalbemessungssysteme geschaffen werden, mit deren Hilfe die Pflegeerfordernisse klar verdeutlicht werden können. Es muss endlich Schluss sein damit, die Pflegestellendotierung als reinen Kostenfaktor anzusehen.

    Aktionen, die Billiglöhne für die Pflegebranche oder gar eine Greencard für ausländische Hilfskräfte einfordern, können nicht ernstlich als Lösung angesehen werden. Solche Maßnahmen erscheinen eher geeignet, die Pflegebedingungen weiter verschlechtern zu helfen. Es muss nämlich an dem Grundsatz festgehalten werden, dass in der professionellen Pflege mehr geeignete und ausreichend qualifizierte Fachkräfte benötigt werden. Diese können durchaus auf dem deutschen Gesundheits- und Pflegemarkt rekrutiert werden. Es müssen nur die richtigen Ausbildungs- und Einstellungsmaßnahmen getroffen werden. Pflege muss als wertvolle Dienstleistung am Menschen deutlich mehr Wertschätzung und Anerkennung erfahren, nicht nur in Worten, sondern auch in Taten.

    Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk wiederholt damit ähnliche Erklärungen aus jüngster Zeit und fordert erneut von den politisch Verantwortlichen geeignete Reformmaßnahmen – jetzt und überall!

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    Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk versteht sich als Lobby (Interessenvertretung) für pflegebedürftige und behinderte Menschen (Patienten) bzw. ihrer Rechtsvertreter / (pflegenden) Angehörigen und ist bei Bedarf um Beratung und Hilfe bemüht. Dabei nimmt die Selbsthilfe einen herausragenden Stellenwert ein. Die Unterstützung bzw. Veranlassung von entsprechenden Selbsthilfeaktivitäten, z.B. regelmäßige Pflegetreffs, Gesprächskreise und sonstige Gruppentreffen, ist eine wichtige Aufgabe. Dabei stellt das Netzwerk seine Aktivitäten vor allem auf die Bedürfnisse der dementiell erkrankten Personen (= geriatrische Einschränkungen) ab.

    Quelle: http://www.openpr.de/news/420558.html - www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de



    VERANSTALTUNGS-HINWEIS:

    Pflegetreff am 27.04.2010 in Neuss mit dem Thema:

    Welche Pflege wollen wir (uns leisten)?


    => siehe http://www.heimmitwirkung.de/smf/index.php?topic=1277.0
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